In der Stille angekommen

In der Stille angekommen 1 Gemeindekindersonntag In der Stille angekommen Liebe Leserinnen und Leser dieser Arbeitshilfe, haben sie im kirchlichen ...
Author: Kathrin Fertig
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In der Stille angekommen 1

Gemeindekindersonntag

In der Stille angekommen Liebe Leserinnen und Leser dieser Arbeitshilfe, haben sie im kirchlichen Unterricht oder als Einzusegnende/-r noch Worte aus dem Kleinen Katechismus auswendig gelernt? Ich schon, und manches weiß ich bis heute, zum Beispiel jenen Merkvers (vielleicht, weil er so schön kurz war) >Was heißt beten?< Antwort: >Beten heißt, von Herzen mit Gott reden.< Ja, ein einfacher, kurzer Merksatz. Aber in der Praxis des Alltags erscheint es mir doch oft schwierig, „beten“ umzusetzen oder zu erklären. Dabei gehört das Beten zu den Grundsäulen des Glaubens. Oder um mit John Wesley zu sprechen: „Wenn ich das Gebet auch nur einen Tag vernachlässige, verliere ich mein Glaubensfeuer.“ Ohne intensives Gespräch – also von Herzen reden – ist eine Beziehung, ob nun zu Menschen oder zu Gott, leer und bei langem Schweigen vielleicht auch nicht mehr existent. Wer eine starke Beziehung zu Gott haben will, kann gar nicht anders als ein aktiver Beter zu sein. Viele Männern und Frauen haben mit und im Gebet Lebens- und Glaubenserfahrung gemacht. In ihren Aussagen findet sich die große Spannbreite, die das Gebet umschließt. In wenigen Zitaten „hören“ wir auf Erfahrungen Einzelner: John Wesley •

„Bete, ob du kannst oder nicht, ob du fröhlich oder betrübt bist.“



„Bete, mit vielen Worten, mit wenigen Worten

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3. Februar 2013

oder ganz ohne Worte. Gewiss erhältst du eine Antwort, die dir Frieden gibt.“ •

„Das Wichtigste ist das Gebet.“



„Lobe Gott für alles, was Du hast. Vertraue ihm in allem, worum Du bittest!“

Martin Luther •

„Beten heißt: Gott den Sack vor die Füße werfen.“



„Christen, die beten, sind wie Säulen, die das Dach der Welt tragen.“



„Heute habe ich viel zu tun, deswegen muss ich viel beten.“



Kurz soll man beten, aber oft und stark.“



„Pfaffen sollen beten und nicht regieren.“



„Wie ein Schuster einen Schuh machet und ein Schneider einen Rock, also soll ein Christ beten. Eines Christen Handwerk ist Beten!“



„Wir beten um Silber, aber Gott gibt uns stattdessen oft Gold.“

• Teresa von Avila: •

„Beten ist ein Herzensgespräch mit Gott, in der Gewissheit, dass er uns liebt.“



„Beten ist Verweilen bei einem Freund.“

Mutter Theresa: •

„Beten macht das Herz weit, bis es so groß ist, dass es Gottes Geschenk, nämlich ihn selbst, in sich aufnehmen kann.“

zum Thema •

„Beten nährt die Seele - was das Blut für den Körper ist, ist das Gebet für die Seele.“



„Du kannst beten, während du arbeitest. Die Arbeit hält das Gebet nicht auf und das Gebet nicht die Arbeit.“



„Für Kinder und in Familien ist Beten dringend nötig. Liebe beginnt zu Hause und daher ist es wichtig, dass man zusammen betet. Wenn ihr zusammen betet, werdet ihr zusammenbleiben und euch so lieben, wie Gott jeden von euch liebt.“



„Wenn du nach Gott suchst und nicht weißt, wo du anfangen sollst, lerne zu beten und mache dir die Mühe, jeden Tag zu beten.“

Jakob Abrell •

Das Gebet ist die geheimnisvolle Verbindung zwischen der Ohnmacht des Menschen und der Allmacht Gottes.

Wir hätten noch so manchen zu Wort kommen lassen können, der Wichtiges und Grundlegendes im Gebet gefunden hat und uns auffordert in jeder Situation, an jedem Ort, für sich allein oder mit und für andere zu beten. Es wird also ganz schnell klar, dass wir mit dieser Arbeitshilfe nur einen Anstoß zum „Gebet“ in der Gemeinde und für jeden persönlich geben können. „Beten“ ist ein so komplexes Thema, dass es nicht ausreicht, einfach mal einen Sonntag darüber zu reden. Vielmehr muss es für die Menschen erfahrbar und zu einem festen Bestandteil ihres Lebens werden und das nicht aus Gewohnheit, sondern aus dem Erleben echter Lebenshilfe von höchster Stelle.

Einführende Gedanken Ziel dieser Arbeitshilfe soll es sein, dass junge und ältere Menschen (wieder) vertraut werden mit dem Gebet und es als etwas Wichtiges und Schönes für ihr Leben entdecken. Sie sollen erfahren, dass sie jederzeit persönlich für sich, aber auch gemeinsam mit anderen beten - also, mit Gott reden können, wie mit einem guten Freund. Wir können zu Gott kommen, wie wir sind. Wichtig sind dazu vier Dinge: Wir sollten Ehrfurcht vor Gott haben, auf ihn hören wollen, bereit sein, ihm zu gehorchen und vor allen Dingen Gott vertrauen. Warum braucht es solch eine Arbeitshilfe? Beten ist in unseren Tagen noch vertraulicher als eine Privatssache. Es gehört für die meisten zum absoluten Intimbereich. „Darüber spricht man nicht.“ Kann es daran liegen, dass viele Menschen unsicher sind, was und wozu sie überhaupt beten sollen?! Weil man seine Zweifel hat, schweigt man lieber, als sich öffentlich bloßzustellen oder zu blamieren... Andererseits ist Beten ein öffentlicher Ritus. Er wird im Gottesdienst praktiziert; bei Beerdigungen, Taufen und Hochzeiten ist das Gebet unverzichtbar. Aber gibt es einen Bezug zum persönlichen Leben? Oder ist das öffentliche Beten für viele ein Ritus wie die Nationalhymne zu Beginn eines Länderspiels? Wie bei den meisten Fragen des Glaubens hilft für das Finden einer persönlichen Antwort zunächst einmal der Blick in die Bibel. Sie enthält sowohl eine Auswahl an Gebeten für alle Lebenssituationen als auch einige Aussagen über das Beten an sich. Ihre Sprache ist vielen Menschen aber nicht mehr verständlich. Warum

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z.B. mit den Psalmen beten? Das sind doch Worte aus ferner Zeit, lautet der ernstzunehmende Einwand. Diesem Einwand kann man zumindest in Hinblick auf ein Jesuswort stattgeben: „Wenn ihr betet, dann sollt ihr nicht plappern wie die Heiden, die meinen, sie werden nur erhört, wenn sie viele Worte machen.“ (Matthäus 6,7f). Diejenigen haben recht, die skeptisch gegenüber vorgegebenen Gebetsformeln sind, wenn diese nur nachgeplappert werden. Jesu Aussage ist klar: Es kommt nicht auf viele Worte oder eine bestimmte Gebetsformel an. Andererseits hat Jesus selbst die überlieferten Psalmen gebetet. Am bekanntesten ist das Gebet, das Jesus in seiner letzten Stunde am Kreuz gesprochen hat. Die Erinnerung an die Geschichte mit Gott ist der Grund des Betens. Wer betet, weiß, dass es eine gemeinsame Geschichte mit Gott gibt, eine Geschichte des Volkes, der Gemeinschaft der Glaubenden und eine persönliche Geschichte, seine Lebensgeschichte. Der Rückblick auf gemachte Erfahrungen ist eine wichtige Grundlage dafür, dass ich mich an Gott wende. Beten war für Juden so selbstverständlich, dass es ursprünglich in Israel keinen eigenständigen Begriff dafür gegeben hat. Beten heißt: rufen, frohlocken, lachen, weinen, schimpfen, flehen - je nach den Umständen. Alles ist gestattet. Beten ist in jeder Tonlage möglich. Wir könnten beten auch übersetzen mit: jemanden gnädig stimmen; seine Seele, sein Herz vor Gott ausschütten; sich tief beugen. Damit wird deutlich, dass die Begegnung mit dem ewigen und allmächtigen Gott keine Begegnung auf Augenhöhe ist. Der oder die Betende macht sich klar, dass er oder sie sich an jemanden wendet, der mächtiger ist als man selbst. Dies ist heute ein schwer zu vermittelnder Gedanke, der aber in biblischen Gebeten und Psalmen eine wichtige Rolle spielt.

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Noch ein Wort zum Thema „Gebetserhörung“: Damit haben viele Menschen ein Problem. „Wenn das Beten etwas nützen würde...“, sagen sie und meinen: Wenn meine Wünsche doch in Erfüllung gingen. Deshalb ist daran zu erinnern, wie es Jesus selbst ergangen ist. Er betete im Garten Gethsemane: „Mein Vater, alles ist dir möglich. Nimm diesen Kelch von mir. Doch nicht, was ich will, sondern was du willst, geschehe.“ (Markus 14,36). Der Kelch ist nicht an Jesus vorrübergegangen. Er musste den Weg zu Ende gehen, den Gott für ihn vorherbestimmt hatte. Die Verheißung, dass Gott unsere Bitten erhört, bedeutet somit nicht, dass jede Bitte sogleich erfüllt wird, sondern vielmehr, dass Gottes Wille dem Betenden letzlich zum Guten führt. Das kann hier und jetzt geschehen, aber auch in einer nicht erwarteten Weise oder in ferner Zukunft. Beten eröffnet neue Horizonte. Das Gebet soll den Betenden freimachen. Dazu gehört einerseits, dass jeder vor Gott situationsbezogen und spontan sein Herz ausschütten darf und andererseits, dass wir, die Betenden, uns besinnen, auf das, wofür wir Gott danken können (Erinnerung), und auf das, was Gott uns als Zukunft verheißt (Hoffnung). Grundlage der christlichen Hoffnung ist das versprochene Heil, das in Jesus allen Menschen begegnet. Die Besinnung auf diese Heilszusage schafft Zuversicht und festen Glauben, die Grundstimmung biblischen Betens. Damit ist jedes Beten ein Erinnern an die Gute Nachricht, d.h. Erinnerung und Andacht, die wegführt von momentanen Verengungen des Denkens und Fühlens. Solche Andacht – solches Beten – hat befreiende Wirkung.* So wünschen wir Euch eine gesegnete Zeit mit und im Gebet – ob nun im Alltag, im Gottesdienst oder wo und wie immer ihr gerade seid! Eure Katrin Bonitz und Mandy Merkel (im November 2012)

G ottesdienstablauf Kurzübersicht „In der Stille angekommen – einfach mal beten“ Nr. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24

Was Ansingen unbekannter Lieder Musikstück Votum Begrüßung Lied Eingangsgebet Lied At - Lesung Lied Einstieg Teil I Einstieg Teil II Lied NT Erzählung Lied Beppogeschichte Andacht Lied Zeit der Gemeinschaft Gebetszeit Vater Unser Lied Mitgebsel Segenslied Segen Nachspiel

Info

Wer

Wir werden still

Kann auch entfallen Töne und Klänge Auf die Stille hören

Oder Musikstück Aktion I Kann auch entfallen Aktion II Kann auch entfallen

Zeit 5 1 2 2 2 2 2 3 2 5 5 2 3 2 5 7 2 4 10 1 2 3 2 1 75

*In Anlehnung an einen Text von Jürgen Simon in: Ökumenisches Wekbuch zur Bibel; „Mit der Bibel beten“

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Ausführlicher Ablauf Ansingen neuer Lieder – wenn nötig Musik zum Ankommen – Wir werden still…

Begrüßung und Vorstellung des Gottesdienstthemas:

Wir feiern diesen besondern Gottesdienst/Familiengottesdienst/Gottesdienst für Jüngere und Ältere:

„Gebet – das soll heute unser Thema sein. Was tun Menschen, wenn sie beten? Sie reden von Herzen mit Gott! Das hat vielfältigste Inhalte, Formen und Anlässe. Warum BETEN wichtig ist und wie es geschieht, wollen wir hören, singen, bedenken und tun.“

Im Namen Gottes, der uns liebt.

Liedvorschlag:

Im Namen Jesu, der uns befreit und



445 Komm her freu dich mit uns

im Namen des Heiligen Geistes, der uns untereinander verbindet.



447 Du hast uns Herr gerufen



449 Wir sind eingeladen zum Leben

Amen

Eingangsgebet – voller Lob

Votum:

Liedvorschlag: Ein Vers aus 1. Thessalonischer 5 begleite uns in diesem Gottesdienst: „Seid allezeit fröhlich, betet ohne Unterlass, seid dankbar in allen Dingen; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus an euch.“ Amen

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23 Ich lobe meine Gott



432 Wir sind hier zusammen



28 Danket Gott alle Mädchen

G ebet AT - Lesung: Psalmgebet (nach Psalm 31) Alle: Ich stehe im Gebet vor Dir – auf Deiner Erde, in Deiner Hand.

Gott, ich verlasse mich auf Dich und spreche:



Du bist mein Gott! Meine Zeit steht in Deinen Händen.

Männer:

Wenn es mir gut geht und mein Leben gelingt, wenn Freude und Zufriedenheit bei mir zu Gast sind,

Frauen:

dann soll mir das ein Zeichen Deiner Freundlichkeit sein.



Gott, wir verlassen uns auf Dich und sprechen:

ALLE: Du bist mein Gott! Meine Zeit steht in Deinen Händen. Senioren:

Wenn ich am Ende bin und nicht mehr weiter weiß,



wenn meine Augen müde sind vom Weinen,

Kinder und Jugendliche:

dann lass Dich finden wie eine rettende Insel im Meer, wie eine schützende Burg, die Ruhe bringt. Gott, wir verlassen uns auf Dich und sprechen:

ALLE:

Du bist mein Gott! Meine Zeit steht in Deinen Händen. Wenn die Zukunft grau und trostlos scheint, wenn mir der Mut fehlt für den neuen Tag, dann will ich mich Deinen Händen ganz überlassen. Du wirst mich aus dem Heute in das Morgen führen. Gott, ich verlasse mich auf Dich und spreche:



Du bist mein Gott!



Meine Zeit steht in Deinen Händen.

Übertragung nach Detlef Häusler

Schutzmantelchristus, Irene Dilling 1989, Evangelischer FriedWald Schwanberg, Aufnahmen Lutz Rochlitzer

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Oder Baustein A

Schließ doch mal deine Augen…, da hörst du die Stille und deinen Atem noch besser…

Liedvorschlag:

Und wenn du deine Hände an dein Herz legst, dann hörst du es schlagen. Manchmal muss man ganz leise sein, um sein Herz zu hören, um zu hören, was einem das Herz sagen möchte. Manchmal muss man ganz leise sein, um Gott zu hören (Kinder dürfen Augen wieder öffnen). Mal sehen, was er uns sagen will…



355 Du bist mein Zufluchtsort



359 Ich trau auf dich, o Herr

Einstiegsteil I: „Töne, Klänge und die Stille“ Der Leiter/die Leiterin entnimmt einem Korb nacheinander Instrumente wie Cymbeln, Klangkugeln, Glocken, Glöckchenreihen, Triangel… . Die Kinder bzw. Mitarbeitenden können dabei mit ihren Instrumenten durch die Bankreihen gehen und sie für die anderen GD-Besucher erklingen lassen. Solospiel: Wenn alle ein Instrument haben, lassen die TN/Kinder nacheinander im Kreis ihr Instrument erklingen. Zusammenspiel: Ein Kind fängt an, das nächste macht weiter, so dass der Zusammenklang reihum anschwillt, um dann auf gleiche Weise wieder zu verebben. (Evtl. Band mit einbeziehen, Töne schenken lassen, eine kurze Melodie hören und nachsingen…) Einstiegsteil II: „Auf die Stille hören“ Der Leiter/die Leiterin lässt eine Klangschale erklingen, lädt dazu ein, gut zuzuhören, wie lange der Ton klingt und wie er immer leiser wird und dann verklingt. Der Leiter/die Leiterin macht auf die Stille aufmerksam: „Jetzt ist alles ruhig – kein Ton mehr. Es ist ganz still. Hörst du die Stille? … kurz Zeit lassen für das Hören der Stille… Gerade haben wir noch viele Töne gehört, Stimmen, Gesang. Und jetzt hörst du plötzlich Dinge, die du sonst nicht hörst, weil alles so laut ist, deinen Atem zum Beispiel. Hör mal auf deinen Atem, wenn du einatmest … und wieder ausatmest.

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Materialtip: Klangschalen gibt es in vielen Größen und Tonlagen. Wer selbst keine besitzt und sich auch nicht extra anschaffen möchte, kann in Schulen, Kindergärten, Musikschulen oder EineWelt-Läden nachfragen, ob es möglich ist, eine Schale auszuleihen. Liedvorschlag: In der Stille angekommen (Top 26)

NT – Erzählung: „Jesus betet“ In den Evangelien lesen wir an vielen Stellen davon: Jesus zieht mit seinen Freunden durch Dörfer und Städte. Überall, wohin Jesus kam, öffneten Menschen ihre Fenster, Türen. Sie kamen heraus und öffneten ihre Ohren, Augen und ihre Herzen. Sie wollten Jesus hören und sehen. Sie spürten: Was Jesus sagt, das macht uns froh. Manchmal ist es so laut in unserem Leben, dass wir die leisen Töne gar nicht hören. Manchmal überhören wir andere und manchmal sogar die Stimme unseres Herzens. Und sie spürten: Dieser Jesus hat Worte, die ihr Herz treffen – Worte von Gott. Und diesen Worten lauschen sie… Jesus weiß, was die Menschen brauchen, wonach sie sich in ihrem Herzen sehnen. Und deshalb erzählt er von seinem Gott, deshalb hört er sie an, spricht sie an, rührt sie an, nimmt sie in die Arme. Das ist ihm eine Herzensangelegenheit, weil es weiß: Alle Menschen liegen Gott am Herzen. All das kostet Kraft. Als es Abend ist, wird Jesus

sehr müde. Und er sagt zu seinen Freunden. Bleibt hier! Ich steige auf den Berg, um allein zu sein. Ich brauche Zeit für Ruhe, Zeit für Stille… Und so steigt Jesus auf den Berg. Ganz allein steigt er hinauf. Er setzt sich auf einen Stein und schaut über das weite Land. Vielleicht sieht er, wie die Sonne gerade untergeht. Vielleicht sieht er, wie es dunkel wird. Und dann ist alles dunkel. Und still. Jesus hört in die Stille hinein. Vielleicht hört er seinen Atem, sein Herz. Er spürt: Gott liebt mich – ich liebe Gott. Gott ist bei mir – ich bin bei Gott. Gott ist mein guter Vater. Gott liegt mir am Herzen – ich liege ihm am Herzen. Jesus betet. In der Stille. Das tut ihm gut. Ihm und seinem Herzen. Als die Sonne wieder aufgeht, steigt Jesus vom Berg herab. Seine Freunde schauen ihn an und staunen. Sie denken: Was hat Jesus gesehen? Was hat er gehört? Seine Augen leuchten.

Liedvorschlag: Manchmal wenn ich mit dir reden will (Top 25)

Beppo-Geschichte – gelesen

oder Baustein B: Anspiel »Alle Kinder waren in der Schule. Nur Beppo, acht Jahre alt, stand mutterseelenallein auf einem Hügel und starrte angestrengt zum Himmel hinauf. Dort oben war ein winziger, roter Punkt. Seinetwegen hatte Beppo die Schule geschwänzt. Es war ein roter Luftballon. Beppo hatte zwanzig Lire geopfert, um ihn kaufen zu können. Das war eine Menge Geld für Beppo! Trotzdem hatte er den Luftballon gekauft - nur so, zum Davonfliegen? Beppo hatte niemandem erzählt, was er damit

anfangen wollte. Heimlich hatte er einen Brief geschrieben und ihn an der Schnur des Luftballons angebunden. Und als alle Kinder in der Schule waren, hatte er sich fortgeschlichen, um auf dem Hügel seinen Luftballon steigen zu lassen. Hoffentlich würde der Wind die Botschaft nicht abreißen! „Lieber Gott“, stand mit großen Buchstaben auf dem Zettel geschrieben, „in ein paar Wochen bekomme ich einen kleinen Bruder. Wir sind sechs Kinder, und meine Eltern haben wenig Geld. Der Kleine muss mit Pedro und mir zusammen schlafen, weil wir nicht genug Bettzeug haben. Bitte, lieber Gott, mach doch, dass ich dem kleinen Bruder einen Strohsack mit Bettzeug zurechtmachen kann! Es darf ruhig etwas Gebrauchtes sein! Ich wohne in Arcole in Italien. Dein Beppo Sala.“ So hatte Beppo geschrieben, und er hoffte, dass der, für den der Zettel bestimmt war, ihn würde lesen können. Und als der kleine rote Punkt in der Höhe verschwunden war, trottete Beppo voll Zuversicht nach Hause: Gott wird helfen. Die nächsten Tage waren für Beppo nicht leicht zu ertragen. Er wartete voll Spannung. Aber nicht das Geringste geschah. Es war, als ob es seinen roten Luftballon niemals gegeben hätte. Das Einzige, was sich ereignete, war, dass er nachsitzen musste, weil er die Schule geschwänzt hatte. Aber dann geschah doch etwas. Es war am vierten Tag, nachdem er den Luftballon losgelassen hatte. Schon von weitem erkannte Beppo den Paketkarren des Postboten vor seinem Elternhaus. Aufgeregt stürmte er ins Haus. Drinnen fand er die ganze Familie in der Küche versammelt. Mitten auf dem Tisch lag ein Paket. Vater Sala zankte sich mit dem Postboten. Aus dem Stimmengewirr hörte Beppo den Bass seines Vaters heraus. „Du willst Postbote sein, Antonio, und begreifst nicht einmal, dass dieses Paket unmöglich für uns sein kann?“ Der Briefträger rollte die Augen. „Du Dummkopf!“ schrie er. „Kannst du nicht lesen? Sala - Familie Sala! Da steht es!“ „Jawohl, so

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heißen wir. Aber wir kennen niemanden in Rovigo. Und geschenkt nehme ich nichts, das weißt du! Nimm das Paket wieder mit!“ Und damit versetzte der Vater dem Paket einen Hieb, dass die zwei kleinen Salakinder, die munter auf dem Fußboden herumkrochen, erschreckt unter den Tisch flüchteten. Beppo hielt es nicht länger aus. „So macht das Paket doch auf!“ schrie er, außer sich vor Erregung, „dann werden wir sehen, ob es für uns ist oder nicht!“ Der Lärm verstummte. Unter den buschigen Brauen hervor warf der Vater einen finsteren Blick auf den vorlauten Sohn und überlegte. „Also los!“ fuhr er den Postboten an. „Du hörst es doch, öffne!“ Hastig riss der Mann die Schnüre auf. Als er den Deckel zurückschlug, wurde es ganz still in der Küche. Und alle sahen, wie es weiß aus dem Karton heraus leuchtete: Windeln, Bettzeug und winzige Kinderwäsche! Nicht gerade nagelneu, aber heil und sauber. Ein Schatz für die Familie Sala! Die Augen der Mutter leuchteten. War es nicht wie ein Wunder, dass Gott ausgerechnet in Rovigo, fast hundert Kilometer von Arcole entfernt, ein Paket für die Familie Sala zur Post gab? Ein Glück, dass wenigstens kein Absender angegeben war, dachte Beppo. Nun konnte der Vater das Paket nicht zurückschicken! Und während der Inhalt des Paketes von Hand zu Hand ging, schlich sich Beppo leise hinaus. Sein Herz war übervoll. Rasch eilte er zu dem Hügel, wo er vor vier Tagen den roten Luftballon zum Himmel geschickt hatte, und dankte dem gütigen Geber.« Barbara Imgrund in: Vorlesebuch Religion Band 1, Seite 312-314

Andacht - Impulse: Beten Wie geht denn das nun mit dem Beten? Jesus hat in der Stille ganz allein gebetet, Beppo hat einen Luftballon losgeschickt. Wie beten Menschen denn noch? Manche sprechen gern ein formuliertes Gebet, vielleicht sogar auswendig gelernt – einen Psalm, das Vaterunser. Wir können zu Gott kommen, wie wir sind. Wichtig sind dazu vier Dinge: Wir sollten Ehrfurcht vor Gott haben, auf ihn hören wollen, bereit sein, ihm zu gehorchen und vor allen Dingen Gott vertrauen. Wann beten Menschen? Bekommt man immer gleich eine Antwort, wenn man mit Gott redet? Wie kann man Gott denn hören? Von Gott alles erwarten, offen sein. Wie antwortet er uns? Gott ist kein Wunscherfüllungsautomat – er ist für uns da und im Gebet gestaltet sich unser Kontakt zu ihm.

Oder Baustein C: Predigt von Irene Kraft (Emk Minden) Liedvorschlag oder Musikstück: Zeit der Gemeinschaft/Bekanntgaben Gebetszeit Material: rote Luftballonzettel, Stifte, Klangschale Fürbitten werden als: Variante I: Bienenkorbgespräch (immer zwei Bankreihen) oder Variante II: Generationsgruppen an verschiedenen Versammlungsorten im Gottesdienstraum formuliert. Zur Hilfe können einzelne Bereiche vorgegeben werden z.B.:

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Kinder:

Umwelt

Segenslied:



Jugendliche:

Mitmenschen, Frieden



Der Vater im Himmel segne dich (Top 27)



Erwachsene:

Kirche, Gemeinde



Wenn wir jetzt weitergehen (GB 507)



Senioren:

Katastrophengebiete, Aktuelles

Die Gebete werden auf rote Papierluftballons geschrieben. Nach etwa 10 Minuten versammeln sich wieder alle auf ihren Plätzen und beten nun gemeinsam die entstandenen Fürbitten. Dafür kommt ein Vetreter aus jeder Gruppe (bzw. Bienenkorb) nach vorn und spricht jeweils das Gebet. Der Ton der Klangschale zeigt Beginn und Ende der Gebetszeit an.

Segen z.B. GB 764: In unseren Herzen und Häusern sei der Segen von Gott. In unserem Kommen und Gehen sei der Frieden von Gott. In unserem Leben und Glauben sei die Liebe von Gott.

Vater unser als Abschluß der Gebetszeit

An unserem Ende und Anfang

oder Baustein D Vater Unser mit Gebärden

mögen uns die Arme Gottes umfangen und uns nach Hause bringen.

Aktion: Mitgebsel - roter Lufballon Zur Erinnerung an die Möglichkeit, eigene Gebete „loszuschicken“ Materialtip: Rote Luftballons pur gibt es z.B. unter www.luftballon-markt (100 Stk. 6,59, 500 Stk. 29,99) oder unter

Amen.

oder: Baustein E

Postludium

www.luftballons.biz (Latex 100 Stk. 4,80)

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I deen + B austeine Zusäzliche Bausteine, die zur Vorbereitung auf den Gottesdienst genutzt werden können oder zum Einfügen oder Austauschen von Gottesdienstelementen geeignet sind:

Baustein A:

Baustein B: Anspiel Beppogeschichte: Benötigte Personen: •

Erzähler (E)



Beppo (B)

Psalmgebet mit Bewegungen nach Psalm 57



Postbote (P)

Bewegungen werden mit den Kindern, vorbereitend auf den Gottesdienst, gemeinsam ausgedacht, aufgemalt und geübt.



Vater (V)



Mutter und noch zwei Kinder



Material :



roter Luftballon (eventuell mit Gas gefüllt)



Brief



Postfahrrad oder Wagen oder Tasche



Paket mit Babysachen

Die Nacht ist vergangen, der Tag ist herbeigekommen

Wach auf, meine Seele! Wach auf!

Beppo steht auf der Kanzel und blickt nach oben. Der Erzähler beginnt zu sprechen: E:

Alle Kinder waren in der Schule. Nur Beppo, acht Jahre alt, stand mutterseelenallein auf einem Hügel und starrte angestrengt zum Himmel hinauf. Dort oben war ein winziger, roter Punkt. Seinetwegen hatte Beppo die Schule geschwänzt. Es war ein roter Luftballon. Beppo hatte zwanzig Lire geopfert, um ihn kaufen zu können. Das war eine Menge Geld für Beppo! Trotzdem hatte er den Luftballon gekauft - nur so, zum Davonfliegen?



Beppo hatte niemandem erzählt, was er damit anfangen wollte. Heimlich hatte er einen Brief geschrieben

Und schöpfe neue Kraft.

Mein Herz ist bereit, o Gott, mein Herz ist bereit

Ich will dir singen und spielen!

Wach auf, meine Seele! Wach auf!

Und schöpfe neue Kraft.

Amen

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Beppo steigt von der Kanzel und schreibt einen Zettel, dabei spricht er vor sich hin: (B)

Lieber Gott, in ein paar Wochen bekomme ich einen kleinen Bruder. Wir sind sechs Kinder und meine Eltern haben wenig Geld. Der Kleine muss mit Pedro und mir

zusammen schlafen, weil wir nicht genug Bettzeug haben. Bitte, lieber Gott, mach doch, dass ich dem kleinen Bruder einen Strohsack mit Bettzeug zurechtmachen kann! Es darf ruhig etwas Gebrauchtes sein! Ich wohne in Arcole in Italien. Dein Beppo Sala.“

erkannte Beppo das Postfahrrad des Postboten vor seinem Elternhaus. Der Postbote kommt mit einem Fahrrad und geht mit einem Päckchen in das Haus der Familie. Beppo stürmt von hinten nach vorn, stürmt auch ins Haus. Die Familie tritt auf.

Beppo hantiert pantomimisch weiter. Beppo bindet den Brief an den roten Luftballon und klettert wieder auf die Kanzel. Ein gasgefüllter Luftballon kann in diesem Moment an die Decke steigen oder ein anderes Kind lässt den Ballon langsam „davonschweben“.

(E)

Aufgeregt stürmte er ins Haus. Drinnen fand er die ganze Familie in der Küche versammelt. Mitten auf dem Tisch lag ein Paket. Vater Sala zankte sich mit dem Postboten. Aus dem Stimmengewirr hörte Beppo den Bass seines Vaters heraus:

(E) Dann hat er den Brief an der Schnur des Luftballons angebunden. Und als alle Kinder in der Schule waren, hatte er sich fortgeschlichen, um auf dem Hügel seinen Luftballon steigen zu lassen. Hoffentlich würde der Wind die Botschaft nicht abreißen!

(V)

„Du willst Postbote sein, Antonio, und begreifst nicht einmal, dass dieses Paket unmöglich für uns sein kann?“



So hatte Beppo geschrieben, und er hoffte, dass der, für den der Zettel bestimmt war, ihn würde lesen können. Und als der kleine rote Punkt in der Höhe verschwunden war, trottete Beppo voll Zuversicht nach Hause:

Der Briefträger rollte die Augen. (P)

„Du Dummkopf!“ schrie er. „Kannst du nicht lesen? Sala - Familie Sala! Da steht es!“

(V)

„Jawohl, so heißen wir. Aber wir kennen niemanden in Rovigo. Und geschenkt nehme ich nichts, das weißt du! Nimm das Paket wieder mit!“

Beppo geht angespannt auf und ab und hält immer wieder Ausschau.

Und damit versetzte der Vater dem Paket einen Hieb, dass die zwei kleinen Salakinder, die munter auf dem Boden herumkrochen, erschreckt unter den Tisch flüchteten. Beppo hält es nicht länger aus.

(E)

(B)

(B)

Gott wird helfen.

Die nächsten Tage waren für Beppo nicht leicht zu ertragen. Er wartete voll Spannung. Aber nicht das Geringste geschah. Es war, als ob es seinen roten Luftballon niemals gegeben hätte. Das Einzige, was sich ereignete, war, dass er nachsitzen musste, weil er die Schule geschwänzt hatte.

schreit er, außer sich vor Erregung, (B)

„dann werden wir sehen, ob es für uns ist oder nicht!“

(E)

Es wird ganz still. Unter den buschigen Brauen hervor warf der Vater einen finsteren Blick auf den vorlauten Sohn und überlegte.

(V)

„Also los!“ fuhr er den Postboten an. „Du hörst es doch, öffne!“

Beppo geht nach hinten ab. (E)

Aber dann geschah doch etwas. Es war am vierten Tag, nachdem er den Luftballon losgelassen hatte. Schon von weitem

„So macht das Paket doch auf!“

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Absender angegeben war, dachte Beppo. Nun konnte der Vater das Paket nicht zurückschicken!

Hastig reißt der Postbote die Schnüre auf. Und öffnet das Päckchen. (E)

Als er den Deckel zurückschlug, staunen alle in der Küche. Und alle sahen, wie es weiß aus dem Karton herausleuchtete: Windeln, Bettzeug und winzige Kinderwäsche! Nicht gerade nagelneu, aber heil und sauber. Ein Schatz für die Familie Sala! Die Augen der Mutter leuchteten. War es nicht wie ein Wunder, dass Gott ausgerechnet in Rovigo, fast hundert Kilometer von Arcole entfernt, ein Paket für die Familie Sala zur Post gab? Ein Glück, dass wenigstens kein

Die Familie sieht sich die Sachen aus dem Päckchen an und staunt und freut sich bei jedem Stück. Beppo schleicht aus der Szene und klettert fröhlich hüpfend noch einmal auf die Kanzel. (E)

Und während der Inhalt des Paketes von Hand zu Hand ging, schlich sich Beppo leise hinaus. Sein Herz war übervoll. Rasch, rasch eilte er zu dem Hügel, wo er vor vier Tagen den roten Luftballon zum Himmel

P redigtgedanken geschickt hatte und da hört man: (B)

Danke, vielen Dank lieber Gott!

Baustein C: I) Predigtgedanken von Irene Kraft Liebe Kinder, liebe Erwachsene, die Geschichte von Beppo und dem Luftballon ist eine meiner Lieblingsgeschichten. Ich finde die Idee einfach toll, die Beppo gehabt hat, um seiner Familie zu helfen. Und ich finde es toll, dass jemand den Luftballon gefunden hat und unbekannterweise ein großes Paket an Beppos Familie geschickt hat. Man könnte sagen: Schön, dass das zufällig so geklappt hat. Für Beppo war es kein Zufall. Für ihn war ganz klar: Gott selbst hat dafür gesorgt, dass Beppos Geschwisterchen etwas zum Anziehen bekam. Ich finde, dass Beppo ein gutes Vorbild für uns ist, für die Kinder und für die Erwachsenen. Drei Dinge sind mir an der Geschichte wichtig. 1 Beppo weiß, an wen er sich mit seinem Problem wenden kann: Beppo hat ein Problem. Aus eigener Kraft kann er es nicht lösen. Aber er setzt sich nicht einfach hin und sagt: Ich kann

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ja sowieso nichts machen, wenn, dann müssen sich die Großen darum kümmern. Er überlegt sich etwas, und er setzt dafür sogar sein ganzes Taschengeld ein. Für ihn ist klar: Wenn einer helfen kann, dann Gott selbst. Und er stellt sich vor, dass Gott im Himmel ist und dass Beppos Anliegen per Luftballon ja im Himmel ankommen könnte. Auch in unserem Leben gibt es manchmal Situationen, in denen wir nicht weiterwissen. Es ist gut, wenn wir dann wissen: Ich muss nicht verzweifeln, ich muss mich auch nicht einfach in das Unabänderliche fügen. Ich habe eine Adresse, an die ich mich wenden kann. Die Bibel sagt uns, dass wir dafür nicht einmal einen Luftballon brauchen, sondern nur Vertrauen. Wenn ich mit Gott rede, ihm mein Anliegen im Gebet sage, dann hört er mich, auch wenn ich ihn nicht sehe. Aber gerade dieses Vertrauen fällt besonders uns Erwachsenen oft so schwer. Wir möchten gerne wissen, was wir tun können, um unsere Probleme selbst zu lösen und sind nicht gerne auf Hilfe angewiesen. Ich glaube, euch Kindern fällt es leichter, um Hilfe zu bitten, wenn ihr etwas nicht alleine schafft. Und darum hat ja sogar Jesus selber einmal gesagt, dass die Erwachsenen nicht meinen sollen, sie hätten

den Kindern viel voraus. Nein, im Gegenteil, wir Erwachsenen sollen uns an euch Kindern ein Beispiel nehmen, von euch lernen, anderen zu vertrauen und vor allem auch, Gott zu vertrauen.

2 Gott hört unsere Gebete. Auch wenn es eine menschliche Erklärung gibt für das, was Beppo erlebt hat, ist es doch nicht selbstverständlich, was passiert ist. Für Beppo und auch für mich ist klar: Hier hat Gott gehandelt. Er hat dafür gesorgt, dass jemand den Ballon gefunden und die Bitte auf dem Zettel erfüllt hat. Auch das steht ganz klar in der Bibel: Unsere Gebete verhallen nicht ungehört im luftleeren Raum. Unsere Gebete kommen an. Gott hört sie alle. Auch wenn es unsere Vorstellung übersteigt, wie Gott die großen und kleinen Anliegen unzähliger Menschen hören kann und dass er sich überhaupt für jeden einzelnen von uns mit seinen Sorgen und Nöten interessiert es ist so! Beppo hat diese Erfahrung gemacht, ich selber habe sie gemacht, ganz viele von uns hier haben diese Erfahrung gemacht. Gott hört unser Gebet und er antwortet darauf. Manchmal dauert es vielleicht etwas und manchmal fällt die Antwort anders aus als erwartet oder erhofft. Aber wenn wir Gott vertrauen, wird er uns nie im Stich lassen. Ihm passiert nicht, was mir leider immer mal wieder passiert: Dass ich jemandem verspreche: Ich melde mich wieder bei dir oder: Ich erledige das für dich, und dann tue ich es doch nicht, weil ich es vergesse oder weil es mir erst zwei Wochen später wieder einfällt und ich dann denke: Jetzt ist es eh zu spät. Gott vergisst uns nicht, auf Gott ist Verlass. So wie Beppos Luftballon bei ihm ankam, so kommen auch unsere Gebete bei ihm an. 3. Beppo bedankt sich bei Gott. Habt ihr darauf geachtet, wie die Geschichte ausging? Eigentlich hätte es auch sein können, dass die Geschichte mit der Ankunft des Paketes aufhört. Beppo und seine Familie freuen sich. Jetzt ist alles wieder gut - so hören die meisten Gutenachtgeschichten auf.

Aber Beppos Geschichte geht noch ein Stückchen weiter. Beppo geht zurück auf den Hügel und dankt Gott dafür, dass seine Bitte erhört worden ist. Auch darin ist Beppo für mich ein Vorbild. Wie leicht passiert es mir, dass ich Ereignisse und Entwicklungen für selbstverständlich nehme, auch wenn ich Gott zuvor darum gebeten habe. Über der Freude und der Erleichterung, dass sich alles zum Guten gewendet hat - manchmal ganz menschlich erklärbar - vergesse ich den, dem ich alles zu verdanken habe. Die Geschichte von Beppo ist also auch eine Einladung wahrzunehmen, wo Gott handelt, wo ich sein Wirken erfahre, in den erklärbaren und unerklärbaren Ereignissen, in großen und kleinen Dingen und ihm dann auch dafür zu danken und zu sagen: Danke Herr, dass du wirklich da bist. Danke, dass du mein Vertrauen nicht enttäuschst. Das Gebet ist unsere Verbindung zu Gott. Im Gebet können wir erfahren, dass wir wirklich ein lebendiges Gegenüber haben, auch wenn wir Gott nicht sehen können. Im Gebet können wir uns in jeder Lebenslage an Gott wenden, ob wir nun ein konkretes Anliegen haben wie Beppo, ob wir unsere Dankbarkeit und Freude zum Ausdruck bringen wollen oder ob wir Belastungen, Frust oder Traurigkeit abladen möchten. Bei Gott sind wir damit an der richtigen Adresse und das Gespräch mit ihm bewirkt etwas, es verändert die Situation und es verändert auch uns selbst, weil wir spüren: Ich stehe nicht allein, ich kann das abgeben, was mich so umtreibt, ich kann es mit Gott - und wenn ich mit anderen bete - auch mit anderen teilen. Das ist entlastend und ermutigend und setzt neue Kräfte frei. Wagen Sie es doch einmal wie Beppo es getan hat: Schicken Sie einen Gebetsluftballon zu Gott. Nennen Sie Gott Ihr Anliegen im Gebet. Schreiben Sie es auf ein Blatt Papier, um es festzuhalten, immer wieder daran erinnert zu werden und es vor Gott zu bringen. Suchen Sie Menschen, die Sie im Gebet unterstützen. Sie werden erfahren, dass Ihr Gebet ankommt und dass Gott antwortet. Amen

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I deen + B austeine Baustein D:

Und die Herrlichkeit

- offene Hände auf Brusthöhe mit angelegtem Oberarm ausstrecken

Vater Unser mit Gebärden Vater unser im Himmel

- alle fassen sich an der Hand

in Ewigkeit

- Hände umeinander kreisen lassen

Amen Geheiligt werde dein Name

- die Hände gehen langsam nach oben und bilden so eine Krone

Dein Reich komme

- die Hände werden gelöst

- Hände falten

Kindergottesdienst plus; Gütersloher Verlagshaus

Baustein E: Segen mit Bewegungen:

Dein Wille geschehe

Lieber Gott

Wie im Himmel

- die rechte Hand geht nach oben

lass mich wachsen, zieh mich zu dir



- Hände weit nach oben strecken

So auf Erden

- die linke Hand weist nach unten

schütze meine Gedanken Unser tägliches Brot gib und heute

- die Hände deuten vor dem Körper eine Schale an

Und vergib uns unsere Schuld

- die linke Hand wird ausgestreckt, die rechte Hand deckt sie zu

Wie auch wir vergeben unseren Schuldigern

- die rechte Hand geht nach rechts und legt sich auf die linke des

nimm die Last von meiner Schulter - Hände von den Schultern „fallen“ lassen

lass mich mein Herz spüren

- beide Hände auf´s Herz legen

Nachbarkindes

Und führe uns nicht in Versuchung - die Arme wer-

- Hände auf den Kopf legen

gib mir Kraft für diesen Tag

den nach vorn in einer abwehrendenGeste ausgestreckt

- Hände „verhaken“ und auseinanderziehen

Sondern erlöse uns von dem Bösen

- die Arme werden gekreuzt über den Kopf geführt und mit Schwung gelöst

Denn dein ist das Reich

- die Hände den Erdkreis nachzeichnen lassen

Und die Kraft

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- Oberarmmuskeln anspannen

lass mich nicht allein

- rechts und

links den Nachbarn anfassen.

So segne und behüte uns Gott, Vater, Sohn und Heiliger Geist.

V or- und Nacharbeit Baustein F:

Baustein G:

Gebetswand: In der Gemeinde wird über einige Zeit eine Pinnwand mit den Rubriken Dank, Klage, Bitte/Fürbitte aufgestellt und die Menschen werden gebeten, dort ihre Gebete anzuheften. Diese Gebete können in den Gottesdienst einfließen.

Gebetswürfel

Material: Pinnwand mit Rubriken, Zettel und Stifte

Baustein G: Gebetbuch, ähnliches Prinzip wie Gebetswand

Das große Werkbuch Religion; Herder Verlag; 2. Auflage 2011

Jeder erhält eine Würfelvorlage. Auf die einzelnen Seiten werden Gebete oder Gebetsanliegen geschrieben (z.B. Dank, Freude, Klage, Bitte, Fürbitte, Stille). Der Würfel wird zusammengeklebt. Nun wird reihum gewürfelt und jeweils ein entsprechender Gebetssatz formuliert.

Baustein H: Gebethäuschen

Baustein H: Bodenbild: Kreuz (aus Stoff oder Holz legen, eine Kerze dazustellen) Die Kinder oder Erwachsenen in der jeweiligen Gemeindegruppe werden gebeten, für Schweres Steine abzugelegen, für Schönes oder für etwas Dankbares Blüten und für Bitten und Fürbitten Herzen abzulegen. Das Ablegen kann mit einem hörbaren oder auch stillen Gebet geschehen.

Auf eine Pappe in Hausform werden sieben Streichholzschachteln geklebt, die mit Buntpapier schön gestaltet werden. Die Schachteln werden mit den Wochentagen versehen und können nun immer wieder mit kleinen Zetteln befüllt werden, die persönliches Lob, Bitte, Klage, Fürbitte und Dank aufnehmen.

Baustein F: Gebetsfächer Die ausgewählten Gebete werden auf die ausgeschnittenen Kopiervorlagen übertragen. Die einzelnen Blätter werden übereinandergelegt und mit einer Beutelklammer zusammengehalten. Zum Beten wird der Fächer einfach entfaltet und ein Gebet ausgesucht. Auf dem Fächer könnten das Vater unser in Abschnitten oder einzelne Gebete stehen. Man kann den Fächer auch thematisch gestalten, z.B. mit Tisch- oder Abendgebeten.

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I mpressum Vertrieb Ausschließlich per Mail in der Evangelisch-methodistischen Kirche Herausgeber Zentralkonferenz-Kinderwerk der Evangelisch-methodistischen Kirche c/o Kinder- und Jugendwerk Ost Lessingstraße 6, 08058 Zwickau Telefon: 0375 20008-41; Fax: 0375 20008-42 E-Mail: [email protected] Verwendete Bibelübersetzungen: Soweit nicht anders angegeben: Lutherbibel, revidierte Fassung, 1984 sowie „Gute Nachricht Bibel“ Redaktionsteam: Katrin Bonitz und Mandy Merkel Grafik: Jörg Halsema Satz: Lutz Rochlitzer Lektorat: Raphaela Weismann

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