ZWEI VON DEN DRITTEN

Nr. 33 14. August 2014 Fr. 5.– GESCHWISTER MELANIE UND MIKE OESCH VON «OESCH’S DIE DRITTEN» ZWEI VON DEN DRITTEN SEITE 10 BERNADETTE ROHR IHR PARAD...
Author: David Ritter
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Nr. 33 14. August 2014 Fr. 5.–

GESCHWISTER MELANIE UND MIKE OESCH VON «OESCH’S DIE DRITTEN»

ZWEI VON DEN DRITTEN SEITE 10

BERNADETTE ROHR IHR PARADIES AUF 15 AREN SEITE 44

SUBERG WIE EIN FILM EIN DORF BELEBT SEITE 16

GEFLÜGEL DIE REZEPTE DER MARKTFRAUEN SEITE 34

EDITORIAL

LIEBE LESERINNEN LIEBE LESER SCHLAFGEMEINDE. Der Begriff

Sein Film «Zum Beispiel Suberg» hat die Bewohner wieder zusammenrücken lassen: Regisseur Simon Baumann (vorne rechts) mit Redaktorin Pia Seiler.

Foto: Robert Huber

bezeichnet einen Ort, dessen Ein­ wohner frühmorgens auswärts zur Arbeit fahren und erst abends zum Schlafen wieder heimkehren. Nicht zu verwechseln mit dem «verschla­ fenen Nest». Dort ist zwar auch tote Hose, aber die Bewohner müssen nicht zwingend Pendler sein. Die Schlafgemeinde hat es da einfacher; sie hat wenigstens eine Ausrede. So war es auch in Suberg, einer Ortschaft zwischen Bern und Biel. Dort ging der Filmemacher Simon Baumann der Frage nach, wie das soziale Leben im früheren Bauern­ dorf einschlafen konnte, bis sich die Leute kaum mehr kannten. Als Baumann den fertigen Film den Subergern vorführte, war die Betrof­ fenheit gross. Die Leute blieben sitzen und diskutierten, was in ihrem Ort schiefläuft. Wir Schweizer mögen vielleicht zurückhaltend sein, aber wir brauchen unsere Vereine,

unsere Treffpunkte, unsere Dorfver­ anstaltungen. Wir brauchen Nach­ barn, auf die wir zählen können, Freunde, die uns zuhören, Men­ schen, die sich für das Gemeinwohl engagieren. Für die Suberger war der Film wie ein Weckruf. Sie rappelten sich auf und erweckten ihre Dorf­ gemeinschaft zu neuem Leben. Das Schweizer Fernsehen zeigt den preisgekrönten Film am 22. August. Einschalten lohnt sich, denn es leiden viele Gemeinden unter dem Suberg-Syndrom. Doch keine Bange, die Krankheit ist heilbar. Heilsam sogar. Die Medizin hat jeder von uns selber in der Hand. Lesen Sie ab SEITE 16.

Herzlich, Ihr Daniel Dunkel, Chefredaktor

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Schweizer Familie 33/2014

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INHALT

Nr. 33 vom 14. 8. 2014 – MIT TV TÄGLICH

➳ Menschen

Traumfänger.......................... 8 Bea Petri, Make-up-Artistin Melanie und Mike Oesch..... 10 Die musikalischen Geschwister im grossen Interview Sachen gibts!....................... 15 Katharina Zaugg über die romantische Seite des Putzens

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Stars der Volksmusik: Melanie und Mike Oesch von Oesch’s die Dritten erinnern sich an ihre gemeinsame Schulzeit.

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Simon Baumann.................. 16 Sein Film über Suberg hat in der Gemeinde viel bewegt

➳ Wissen

Felix Platter......................... 26 Bern ehrt den Universal­gelehrten zum 400. Todestag

➳ Essen

Geflügel................................ 34 Feine Rezepte für Perlhuhn, Mistkratzerli und Entenbrust

➳ SchönerLeben

Gartenkunst......................... 44 Blühendes Wunderwerk im aargauischen Hunzenschwil Jeans.................................... 52 Modelle für jeden Figurtyp Für Sie ausprobiert............. 55 Mit der Unterwasserkamera auf Tauchgang Auto....................................... 57 Der neue Mini Cooper kommt

➳ Reisen

Berühmt in Zürich für feines Geflügel und Fleisch: Marktfahrerin Mirjam Fiechter (Bild) und ihre Schwestern.

26

Frisch, farbig, filigran: In Bern wird ein Herbarium gezeigt, das fast ein halbes Jahrtausend alt ist.

16

6

Schweizer Familie 33/2014

Stiller Ort............................. 64 Die Schwyzer Schwantenau – eine nordische Mooridylle Weekendtipp........................ 71 Lockerer Orientierungslauf im Berner Oberland

➳ Gesundheit «Zum Beispiel Suberg»: Der Altersmedizin.......................74 Film zeigt Wege Der Arzt Daniel Grob verhilft aus der Lethar- Patienten zur Selbständigkeit gie einer anonymen T RO Schlafgemeinde.

FEMPHÉE D S ei M E S E te 4

➳ Rubriken Familie der Woche........................4 Aus dem Fotoalbum......................9 Sudoku.........................................54

Thomas Widmer wandert... 62 Tritt um Tritt auf den Bündner Flimserstein

Spielspass...................................56 Rätsel...........................................58 Medientipps.................................77

Horoskop......................................78 Impressum..................................78 Leserforum..................................79

2

Marktplatz...................................80 Milena Moser...............................82 Gewinnen Sie.............................. 83

Titelfotos: Basil Stücheli, Pia Grimbühler, Danny Christensen; Fotos Inhalt: Basil Stücheli, Danny Christensen, Burgerbibliothek Bern, Robert Huber

MENSCHEN

OESCH’S DIE DRITTEN Die Volksmusikgruppe besteht aus Vater Hansueli, 56, Mutter Annemarie, 51, den Geschwistern Melanie, 26, Mike, 25, und Kevin Oesch, 23, sowie Urs Meier, 33. Melanie ist Sängerin und spielt Cajón (Kistentrommel), Mike E-Bass, Kontrabass und Gitarre. Melanie absolvierte die Musik-Matura, Mike die Sporthandelsschule. Die Geschwister leben in eigenen Wohnungen im Haus der Eltern in Schwarzenegg BE.

«Wir sind beide EIN BISSCHEN EITEL» Oesch’s die Dritten begeistern die Volkmusikfreunde. Die Geschwister MELANIE UND MIKE OESCH über ihre Schulzeit, ihre Gemeinsamkeiten und ihre peinlichsten Momente. Interview Marianne Fehr

Melanie und Mike Oesch, wer von Ihnen beiden ist musikalischer?

Mike: Melanie. Melanie: Er übertreibt. Du spielst wunderbar Bass und hast eine schöne Stimme. Seit Ende der Neunzigerjahre stehen Sie mit Ihrer Familien-Volksmusikgruppe Oesch’s die Dritten auf der Bühne. Mit dem «Ku-Ku Jodel» schafften Sie 2008 den Durchbruch. Wer liebt das Stück mehr?

Melanie: Ich.

Ist es Ihnen noch nicht verleidet?

Mike: Keineswegs. Wir haben diesem Lied den Sieg bei den «Grössten Schweizer Hits» zu verdanken, da bleiben wir ihm treu. Melanie: Es ist ein Jodel ohne Text. Deshalb singe ich ihn nicht jedes Mal genau gleich, sondern kann variieren, wie es mir gefällt. Sie machten schon als Kinder Musik. Kamen Sie gut miteinander aus?

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Schweizer Familie 33/2014

Fotos Basil Stücheli

Melanie: Ausserordentlich. Als Bauernkinder haben wir oft mitgeholfen, wir waren häufig zusammen. Wir liessen uns öfter gemeinsam etwas einfallen. Einmal sammelten wir Steine, malten sie an und verkauften sie auf dem Hof. Mike ist ein Jahr jünger als Sie. Was ist Ihre erste Erinnerung an Ihren Bruder?

Melanie: Seine hübschen blonden Locken. Und sein Storchenbiss. Wenn er sich aufregte, bekam er einen roten Fleck auf der Stirn. Mike, was fällt Ihnen zu Ihrer Schwester ein?

Mike: Ihr kleiner Clown, den sie immer bei sich hatte. Nahm man ihr das Bäbeli weg, wurde sie wütend und begann zu weinen. Wie haben Sie einander als Kinder getriezt?

Mike: Ich machte schon mal blöde Sprüche oder kniff sie von hinten. Spielten wir Verstecken, liess ich sie manchmal im Versteck warten und ging ins Haus etwas trinken. Melanie, was empfanden Sie da, und wie rächten Sie sich?

Melanie: Ich war erst etwas aufgebracht, aber gerächt habe ich mich nie. Wer war braver als Kind?

Mike: Melanie. Melanie: Das stimmt nicht. Wenn ich etwas angestellt hatte, konnte ich es einfach besser verbergen als du. Sie waren in der Primarschule die meiste Zeit im selben Klassenzimmer. Welche Erinnerungen haben Sie an die Schulzeit?

Melanie: Ein kurzer Schulweg, knapp 150 Meter. Wir hatten keine Turnhalle, weswegen wir viel draussen machten. ➳

Musikalisch auf gleicher Wellenlänge: Melanie, 26, und Mike Oesch, 25, vor ihrem alten Schulhaus in Schwarzenegg BE.

Gummitwist spielen wie in den Pausen der Schulzeit: Mike und Melanie Oesch.

MENSCHEN

«Ich kann Mike zu jeder Tages- und Nachtzeit um Hilfe bitten, er sagt nie Nein. Und ich kann mich immer auf ihn verlassen.» Melanie Oesch, Sängerin

Hockey, Fussballspielen, Skifahren, Waldläufe, auch Zirkus. Es war eine schöne Zeit. Im Winter bekam jeder Schüler eine Ovo oder einen Schoggi-Drink. Und es gab den Maibummel, an dem wir einen ganzen Tag im Freien waren, wanderten und grillierten. An Weihnachten erhielten wir vom Bäcker einen Weggen, am Examen bekam jeder einen Fünfliber, und wir führten ein Theaterstück auf.

Melanie: Ich schrieb nie ab, das war nicht mein Ding. Mike: Ich notierte ab und zu ein Wort auf die Hand, das ich mir nicht merken konnte.

Welche Rollen spielten Sie da?

Wann nervt der andere?

Melanie: Da ich schnell auswendig lernte, hatte ich fast immer die Erzählerrolle. In der zweiten Klasse war ich der Esel bei den Bremer Stadtmusikanten. Mike: Ich spielte meistens eine der Hauptrollen. Sie standen schon damals gern im Rampenlicht?

Mike: Das Rampenlicht reizte mich nicht, ich drängte mich nicht auf, sondern es hat sich einfach so ergeben. Melanie: Mir war wichtiger, dass ich meine Texte konnte und ich meiner Aufgabe gewachsen war. Spielten Mädchen und Buben während der Pausen zusammen?

Melanie: Ich war im Hockey- und im Fussballteam – äusserst ehrenvoll für ein Mädchen. Es gab auch eine Phase, in der wir Mädchen stundenlang ohne Buben Gummitwist spielten. Wer war als Kind besser im Sport?

Melanie: Mike, mit Abstand. Und in der Schule?

Mike: Die Schule fiel uns beiden leicht, aber Melanie war besser. Sie war pingelig und wollte alles hundert Prozent richtig machen, deshalb setzte sie sich mehr ein. Wenn ich einen Fünfer hatte, war ich zufrieden, während Melanie einen Sechser anstrebte. Diesen Hang zum Perfektionismus hat sie heute noch. Wer hat mehr abgeschrieben?

Wer war als Teenager aufmüpfiger?

Melanie: Mike, aber in einem bescheidenen Rahmen. Du warst damals als Nachwuchs-Skirennfahrer oft unterwegs, ich machte Musik. Wir hatten gar keine Zeit zu rebellieren. Melanie: Wenn er alles dreimal sagt. Zum Beispiel, dass es Zeit ist, zum Konzert aufzubrechen. Wie reagieren Sie dann?

Melanie: Manchmal gar nicht, manchmal mache ich einen dummen Spruch. Je nach Tagesform. Mike, wann ärgern Sie sich über Melanie?

Mike: Sie ist manchmal stur. Sie ist ein Tüpflischisser. Besonders in musikalischen Belangen. Da gibt sie nicht auf, zwingt uns zu üben, bis ein Lied hundert Prozent sitzt. Was schätzen Sie am andern?

Melanie: Seine zuvorkommende Art. Ich kann ihn zu jeder Tages- und Nachtzeit um Hilfe bitten, er sagt nie Nein. Und ich kann mich immer auf ihn verlassen. Mike: Was ich vorhin als negativ schilderte, schätze ich auch: ihren Perfektionismus. Sie gibt stets alles. Dieses Vorwärtsstreben fasziniert mich. In welchen Belangen sind Sie immer einer Meinung?

Melanie: In Bezug auf die Musik sind wir auf derselben Wellenlänge. Wir schlagen den andern von Oesch’s die Dritten oft Neues vor. Mike: Geht es um den Inhalt einer neuen Webseite, verstehen wir uns sofort, wenn der andere eine Idee formuliert. Wo stimmen Sie nicht überein?

Mike: Ich fahre im Sommer lieber ans Meer, sie in die Berge. Aber das stört uns nicht, denn wir gehen ja nicht zusammen in die Ferien. Was ist der grösste Gefallen, den Sie sich gegenseitig erwiesen haben?

Melanie: Mike präpariert und wachst mir seit vielen Jahren die Ski. Waren Sie schon neidisch aufeinander?

Melanie: Mike achtet darauf, dass seine Bedürfnisse nicht zu kurz kommen, und das bewundere ich. Ich bin neidisch, weil ich es selber stets hundertmal begründe, wenn ich mir einen Wunsch erfülle. Mike: Ich würde gerne so gut jodeln können wie du. Wer ist treuer?

Melanie: Das ist ein Wert, der uns beiden wichtig ist. Mike: Auch in Bezug auf Freunde. Vertraue ich jemandem, bin ich ihm treu. Welches war der peinlichste Moment in Ihrem Leben?

Melanie: Ich erhielt an meinem 14. Geburtstag ein Mofa und fuhr damit stolz zur Schule. Genau an diesem Tag hatte es so viel Schnee, dass ich mitten auf dem Schulhausplatz ausrutschte. Alle schauten zu. Danach fuhr ich nie mehr mit dem Mofa zur Schule. Mike: Schulkollegen haben mich einmal in einen Papierkorb gesteckt, ich konnte mich nicht mehr selber befreien. Wer ist eitler?

Mike: Wir sind beide ein bisschen eitel. Ordentlich angezogen und gepflegt zu sein, lernten wir schon als Kinder. Ich gehe auch ganz gern shoppen, trage gerne Kleider, die zusammenpassen. Melanie: Mike ist eitler. Du bist immer voll durchgestylt, du bist der Trendsetter von uns beiden. Ich achte natürlich auch auf gepflegtes Auftreten, doch stunden- ➳ Schweizer Familie 33/2014

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MENSCHEN

Lass mich abschreiben: Melanie und Mike Oesch sassen als ­Primarschüler die meiste Zeit zusammen in diesem Klassenzimmer.

«Die Schule fiel uns beiden leicht, aber Melanie war besser. Sie war pingelig und wollte alles hundert Prozent richtig machen.»

Mike Oesch, Musiker

lang in Einkaufszentren nach Outfits zu suchen, liegt mir nicht. Was macht Sie wütend?

Melanie: Unehrliche Menschen. Und solche, die im Internet anonym über andere herziehen. Mike: Hochstapler. Leute, die etwas versprechen und es nicht halten. Bluffer. Was bringt Sie zum Jubeln?

Melanie: Wenn ich merke, dass unsere Musik dem Publikum gefällt. Geht es mit, beflügelt mich das. Mike: Und Sport. Wer liest mehr?

Mike: Melanie ist eine Leseratte. Ich habe seit der Schulzeit kein Buch mehr gelesen. Wer nascht mehr?

Melanie: Ich. Intensiv. Wer ist dickköpfiger?

Mike: Melanie. Sie und der Vater geraten manchmal aneinander, weil beide ein Lied so haben wollen, wie sie es sich vorstellen. Dann braucht es uns andere, um einen Kompromiss auszuhandeln. Wer ist umweltbewusster?

Melanie: Ich muss die andern jeweils daran erinnern, dass man die PET-Flaschen

und das Papier, das sich in unserem Tourbus ansammelt, separat entsorgt. Mike: Stimmt nicht. Wir alle machen das. Unser Bruder Kevin nimmt das im Tourbus sehr genau. Melanie: Aber wir sind nicht so umweltbewusst, dass wir mit dem Velo zu Konzerten fahren. Melanie, was würden Sie der zukünftigen Frau Ihres Bruder raten?

Melanie: Dass sie ihn rauskitzeln soll. Mike ist eher zurückhaltend. Schickt man ihm ein SMS mit vier Fragen schreibt er: ja, nein, nein, ja. Und dem Zukünftigen Ihrer Schwester?

Mike: Dass er sich für sie Zeit nimmt und sie dazu bringt, die Büroarbeit mal liegen zu lassen und sich Zeit fürs Privatleben zu nehmen. ●

Neue CD und Konzerte Kürzlich ist von Oesch’s die Dritten das neue Album «Wurzeln und Flügel» erschienen. Konzerttermine: www.oeschs-die-dritten.ch

matchcom.ch

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