Zwei Auffassungen von Demokratie

SW EF 10 Arnoldt 21.03.2011 Zwei Auffassungen von Demokratie 1. Ordnet bitte zuerst die „Schnipsel“ den beiden Denkrichtungen zu, soweit ihr das beg...
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SW EF 10 Arnoldt

21.03.2011

Zwei Auffassungen von Demokratie 1. Ordnet bitte zuerst die „Schnipsel“ den beiden Denkrichtungen zu, soweit ihr das begründet tun könnt. (Es dürfen dabei ruhig welche übrig bleiben.) 2. Holt euch dann bei mir eine Tabelle ab und versucht, die „Schnipsel“ den beiden Theorien und dabei den jeweiligen Aspekten zuzuordnen. (Auch dabei ist es nicht schlimm, wenn „Reste“ bleiben.)

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21.03.2011

Zwei Auffassungen von Demokratie Demokratie als „Identität“ von Herrschenden und Beherrschten

Geschichte + Begründer

grundlegende Auffassung

     

Demokratie als „Konkurrenz“ um den Auftrag zur Herrschaft auf Zeit

Demokratie als unmittelbare Herrschaft des Volkes Teilinteressen müssen abgewehrt werden. Plebiszit als Idealform der Demokratie



Kampf gegen den Absolutismus französische Revolution: Ideal freier und gleicher Bürger Jean-Jacques Rousseau



 

  

„typische“ Forderungen

Aussagen der Begründer

  





   

Ausweitung von Volksentscheiden imperatives Mandat, Abgeordnete nur als Beauftragte Abgeordnete jederzeit abwählbar





 

Risiken / Gefahren

„Es gibt ein objektiv erkennbares Gemeinwohl.“ „Der Einzelne muss sich dem Gemeinwillen unterstellen.“ „Egoistische Einzel- und Gruppeninteressen müssen ausgeschaltet werden.“

 

Begründung für „Schreckensherrschaft“ nach der franz. Revolution, „Volksgemeinschafts“-Ideologie der Nazis oder Parteiherrschaft in den ehemaligen kommunistischen Staaten ist sehr ähnlich Begründung für Unterdrückung von Teilinteressen totalitäre Herrschaft/ Erziehungsdiktatur

  

Unterschiedliche Interessen sind legitim und notwendig für eine Demokratie Demokratie als Herrschaft auf Zeit Repräsentation als einzige praktisch realisierbare Form von Demokratie. angelsächsische Tradition: Entstehung der USA / US-Verfassung James Madison (Anfang 19. Jh.) Nachkriegszeit in Deutschland /Gegenmodell zur Nazi-Herrschaft Joseph Schumpeter (Anfang 20. Jh.) „Die vielfältigen und widersprüchlichen Interessen zu regulieren, ist die vordringliche Aufgabe moderner Gesetzgebung.“ „Das Gemeinwohl ist das Ergebnis einer Auseinandersetzung zwischen unterschiedlichen Interessen.“ „Einigkeit muss nur über die „Spielregeln“ bestehen.“ klare Regeln für die Auseinandersetzung und die Vergabe von Entscheidungspositionen freies Mandat, nach der Wahl sind Abgeordnete nur ihrem Gewissen verantwortlich Abgeordnete auf Zeit gewählt und nicht abwählbar Nachdenken über mehr Beteiligung der Bürger wird als unnötig erklärt Herrschaft der Eliten, die nur noch untereinander konkurrieren Vorherrschaft von Privat- und Gruppeninteressen, Fehlen „gemeinsamer Werte“

SW EF 10 Arnoldt

21.03.2011

Zwei Auffassungen von Demokratie Demokratie als „Identität“ von Herrschenden und Beherrschten

Demokratie als „Konkurrenz“ um den Auftrag zur Herrschaft auf Zeit 

















Risiken / Gefahren

„typische“ Forderungen

Aussagen der Begründer

Geschichte + Begründer

grundlegende Auffassung



SW EF 10 Arnoldt

21.03.2011

Zwei Auffassungen von Demokratie – eine ungeordnete Liste von Aussagen, Namen, Erklärungen

1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. 21. 22. 23. 24. 25. 26. 27. 28. 29. 30. 31.

„Das Gemeinwohl ist das Ergebnis einer Auseinandersetzung zwischen unterschiedlichen Interessen.“ „Der Einzelne muss sich dem Gemeinwillen unterstellen.“ „Die vielfältigen und widersprüchlichen Interessen zu regulieren, ist die vordringliche Aufgabe moderner Gesetzgebung.“ „Egoistische Einzel- und Gruppeninteressen müssen ausgeschaltet werden.“ „Einigkeit muss nur über die „Spielregeln“ bestehen.“ „Es gibt ein objektiv erkennbares Gemeinwohl.“ Abgeordnete auf Zeit gewählt und nicht abwählbar Abgeordnete jederzeit abwählbar angelsächsische Tradition: Entstehung der USA / US-Verfassung Ausweitung von Volksentscheiden Begründung für „Schreckensherrschaft“ nach der franz. Revolution, „Volksgemeinschafts“-Ideologie der Nazis oder Parteiherrschaft in den ehemaligen kommunistischen Staaten ist sehr ähnlich Begründung für Unterdrückung von Teilinteressen Demokratie als Herrschaft auf Zeit Demokratie als unmittelbare Herrschaft des Volkes französische Revolution: Ideal freier und gleicher Bürger freies Mandat, nach der Wahl sind Abgeordnete nur ihrem Gewissen verantwortlich Herrschaft der Eliten, die nur noch untereinander konkurrieren imperatives Mandat, Abgeordnete nur als Beauftragte James Madison (Anfang 19. Jh.) Jean-Jacques Rousseau Joseph Schumpeter (Anfang 20. Jh.) Kampf gegen den Absolutismus klare Regeln für die Auseinandersetzung und die Vergabe von Entscheidungspositionen Nachdenken über mehr Beteiligung der Bürger wird als unnötig erklärt Nachkriegszeit in Deutschland /Gegenmodell zur Nazi-Herrschaft Plebiszit als Idealform der Demokratie Repräsentation als einzige praktisch realisierbare Form von Demokratie. Teilinteressen müssen abgewehrt werden. totalitäre Herrschaft/ Erziehungsdiktatur Unterschiedliche Interessen sind legitim und notwendig für eine Demokratie Vorherrschaft von Privat- und Gruppeninteressen, Fehlen „gemeinsamer Werte“

SW EF 10 Arnoldt

21.03.2011

Zwei Auffassungen von Demokratie – eine ungeordnete Liste von Aussagen, Namen, Erklärungen 1.

„Das Gemeinwohl ist das Ergebnis einer Auseinandersetzung zwischen unterschiedlichen Interessen.“

2.

„Der Einzelne muss sich dem Gemeinwillen unterstellen.“

3.

„Die vielfältigen und widersprüchlichen Interessen zu regulieren, ist die vordringliche Aufgabe moderner Gesetzgebung.“

4.

„Egoistische Einzel- und Gruppeninteressen müssen ausgeschaltet werden.“

15. französische Revolution: Ideal freier und gleicher Bürger 16. freies Mandat, nach der Wahl sind Abgeordnete nur ihrem Gewissen verantwortlich 17. Herrschaft der Eliten, die nur noch untereinander konkurrieren 18. imperatives Mandat, Abgeordnete nur als Beauftragte 19. James Madison (Anfang 19. Jh.) 20. Jean-Jacques Rousseau

5.

„Einigkeit muss nur über die „Spielregeln“ bestehen.“

21. Joseph Schumpeter (Anfang 20. Jh.)

6.

„Es gibt ein objektiv erkennbares Gemeinwohl.“

22. Kampf gegen den Absolutismus

7.

Abgeordnete auf Zeit gewählt und nicht abwählbar

23. klare Regeln für die Auseinandersetzung und die Vergabe von Entscheidungspositionen

8.

Abgeordnete jederzeit abwählbar

9.

angelsächsische Tradition: Entstehung der USA / US-Verfassung

24. Nachdenken über mehr Beteiligung der Bürger wird als unnötig erklärt 25. Nachkriegszeit in Deutschland /Gegenmodell zur Nazi-Herrschaft

10. Ausweitung von Volksentscheiden 26. Plebiszit als Idealform der Demokratie 11. Begründung für „Schreckensherrschaft“ nach der franz. Revolution, „Volksgemeinschafts“-Ideologie der Nazis oder Parteiherrschaft in den ehemaligen kommunistischen Staaten ist sehr ähnlich

27. Repräsentation als einzige praktisch realisierbare Form von Demokratie.

12. Begründung für Unterdrückung von Teilinteressen

29. totalitäre Herrschaft/ Erziehungsdiktatur

28. Teilinteressen müssen abgewehrt werden.

30. Unterschiedliche Interessen sind legitim und notwendig für eine Demokratie 13. Demokratie als Herrschaft auf Zeit 14. Demokratie als unmittelbare Herrschaft des Volkes

31. Vorherrschaft von Privat- und Gruppeninteressen, Fehlen „gemeinsamer Werte“

SW EF 10 Arnoldt

21.03.2011

Zwei Auffassungen von Demokratie – wir versuchen uns an der begründeten Zuordnung von Aussagen: 1. „Die Politiker haben doch keine Vorstellung davon, was das Volk wirklich will!“ 2. Lobbyismus ist für die Demokratie durchaus sinnvoll. So können Politiker eine Vorstellung von den verschiedenen Interessen bekommen und die Argumente der Fachleute berücksichtigen. 3. „Die Abgeordneten des Bundestages sind Vertreter des ganzen Volkes, an Aufträge und Weisungen nicht gebunden.“ 4. „Man sollte Abgeordnete abwählen können, wenn sie sich nicht an den Wählerwillen halten.“ 5. Wer mit einer Entscheidung des Parlaments nicht einverstanden ist, hat ja die Chance, bei der nächsten Wahl für eine andere Mehrheit zu sorgen. 6. Lobbyismus sollte begrenzt oder verboten werden, da hier nur besondere Gruppen ihre Interessen durchsetzen.