Loslassen DER TRAUER-RATGEBER

Loslassen DER TRAUER-RATGEBER 2 LOSLASSEN – DER TRAUER-RATGEBER Dienstag, 6. März 2012 Liebe Leserinnen, liebe Leser, Ja, ein regelmäßiger Traue...
Author: Pia Armbruster
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Loslassen DER TRAUER-RATGEBER

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LOSLASSEN – DER TRAUER-RATGEBER

Dienstag, 6. März 2012

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Ja, ein regelmäßiger Trauerratgeber als Beilage einer Tageszeitung ist ungewöhnlich. Und das Eintauchen in diese nicht leichte Materie immer wieder eine Herausforderung. Sterben, Tod und Trauer sind

eben keine einfachen Themen. Und vieles, was es hier an Neuem zu berichten gibt, klingt irgendwie skurril, kurios, seltsam. Die Regelmäßigkeit unseres Ratgebers ist deshalb eine Chance: Wer ihn liest, ist weder todessüchtig, noch seltsam. Im besten Fall ist er oder sie einfach besser informiert. Und dies in einem Themenbereich, mit dem man sonst

wohl nur dann in Berührung kommt, wenn der eigene Blick durch Trauer gehalten, manchmal auch getrübt ist.

EDITORIAL

Wie, ein Trauerratgeber? So reagierte unlängst ein Bekannter, als ich seine Frage, was ich denn gerade täte, mit der Arbeit am neuen „Loslassen“ beantwortete.

In der aktuellen Ausgabe von „Loslassen“ finden Sie beispielsweise Informationen zum Thema Biournen: Beileibe kein Modetrend, sondern auf vielen Friedhöfen alltägliche Anforderung. Hintergrund ist das Phänomen, dass die bisher üblichen Urnen aus

Thomas Multhaup Weißblech sich in der Erde kaum zersetzen. Im Bereich der wissenschaftlichen Erforschung von Trauer ist „disenfranchised grief“, die sozial nicht anerkannte Trauer, momentan in den Blickpunkt des Interesses getreten. Man möchte nicht glauben, wie viele Menschen davon betroffen sind und wie sehr Menschen auch darunter leiden. Aber auch so etwas Praktisches wie Tipps für die Frühjahrsgrabbepflanzung hält „Loslassen“ bereit. Freude beim Lesen? Vielleicht erscheint dieser Wunsch dann doch etwas seltsam. Aber dass Sie „Loslassen“ mit Gewinn lesen, das wünschen wir Ihnen – und uns. Und für Anregungen und Vorschläge für Artikel sind wir dankbar.

Erwachen aus dem Winterschlaf: Wenn der Frühling kommt, gilt es, auf dem Friedhof die Gräber der VerstorFoto: Fotolia/Martina Berg benen mit frischen Pflanzen zu schmücken.

Loslassen

IMPRESSUM Herausgeber: Münchener Zeitungs-Verlag GmbH & Co. KG Paul-Heyse-Straße 2 - 4 80336 München

Redaktion & Layout: MKM Merkur Kreativ Media GmbH

Geschäftsführer: Uwe Günther, Daniel Schöningh

Druck: Druckhaus Dessauerstraße

„Loslassen – Der Trauer-Ratgeber“ ist eine Sonderveröffentlichung des Münchner Merkur und seiner Heimatzeitungen zur Ausgabe 55 am 6. März 2012

THOMAS MULTHAUP FREIER SEELSORGER [email protected] FREIE-SEELSORGE.DE

DER TRAUER-RATGEBER

Die nächsten Ausgaben erscheinen am:

Verantwortlich für Anzeigen: Hans-Georg Bechthold

■ Dienstag, 17. Juli 2012 ■ Dienstag, 2. Oktober 2012

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Wollen Sie sich und Ihr Unternehmen im Trauer-Ratgeber „Loslassen“ präsentieren? Dann rufen Sie uns an: Telefon 0 89 / 53 06 - 347. Wir beraten Sie gerne kostenlos und unverbindlich!

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Frühling auch auf den Gräbern Bis Ende Januar hatten zumindest die Flachländer je nach Sichtweise die Befürchtung oder die Hoffnung, dass es in diesem Jahr keinen richtigen Winter geben würde. Der Februar hat dann alle Winterfacetten gezeigt: Von klirrender Kälte mit Sonnenschein über dichtes Schneetreiben bis hin zu wolkenverhangenem Winterwetter. Doch nun wünschen sich die meisten Menschen, dass es endlich Frühling wird, auch auf den Friedhöfen. Geeignete Saisonbepflanzung Sobald der Frost den Frühjahrssonnenstrahlen weicht, beginnt auf den Friedhöfen die Saisonbepflanzung der Gräber: Der Winterschmuck wird entfernt und macht Platz für die blühenden Frühlingsboten wie Tulpen und Tausendschön, Hornveilchen und Hyazinthen. Bei der Zusammenstellung der Pflanzen, der farblichen Abstimmung sowie der fachgerechten Bepflanzung helfen die Friedhofsgärtner. Zur Grabgestaltung im Frühjahr steht eine große Auswahl an Blumen und Pflanzen zur Verfügung. Auch wer im Herbst keine Frühblüher gepflanzt hat, kann die Grabstelle jetzt noch mit blühenden Zwiebelblumen schmücken. Denn Narzissen, Tulpen, Traubenhyazinthen und viele andere Zwiebelblumen sind am Ende des Winters und zu Beginn des Frühlings auch als Topfpflanzen erhältlich. Zusammen mit anderen Frühlingsblumen und immergrünen Pflanzen wie Efeu kann man die Zwiebelblumen in eine Schale pflanzen und auf das Grab stellen. Sie können aber auch auf

Wer die Grabpflege den Friedhofsgärtnern der Region überlässt, kann zu jeder Jahreszeit ein frisch geschmücktes Grab Foto: dpa besuchen. dem Friedhof direkt eingesetzt werden und blühen dort oft im nächsten Jahr erneut. Für eine gute Farbwirkung pflanzt man die Frühlingsboten am besten als kleine Gruppe oder zwischen Bodendecker, wo sie mit ihren farbigen Blüten be-

sonders gut zur Geltung kommen. Bodenbedeckende Pflanzen Auch bei Bodendeckern stehen viele Varianten für die

abwechslungsreiche Grabgestaltung zur Verfügung. Von der Zwergmispel über das Stachelnüsschen oder die Rebhuhnbeere bis hin zum robusten Efeu sind viele Kombinationen möglich. Diese Anregungen des Bund Deut-

scher Friedhofsgärtner (BDF) werden sicherlich die Fantasie vieler beflügeln. Wer mehr und persönlichere Informationen wünscht, wird diese sicher bei seinem Friedhofsgärtner vor Ort erhalten. THOMAS MULTHAUP

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Hospiz: Würdevoll Abschied nehmen Wenn der Zeitpunkt kommt, an dem ein Kranker oder seine Angehörigen spüren, dass es keine Heilung mehr gibt und das Sterben beginnt, haben viele Menschen den Wunsch, in ihrer vertrauten Umgebung, also zuhause, sterben zu können. Was der Sterbende in dieser Zeit an medizinischer Unterstützung braucht, das kann oftmals durch die hausärztliche und pflegerische Versorgung vor Ort gewährleistet werden. Doch das Loslassen des Lebens braucht manchmal auch ganz andere Formen der Unterstützung. Immer häufiger bieten an diesem Punkt ambulante Hospize ihre Hilfe an. Ambulante Hospizdienste, die in vielen Fällen mit geschultem ehrenamtlichem Personal, den Hospizhelfer/innen, arbeiten, ergänzen die medizinischpflegerische Seite durch psychosoziale Beratung, Sterbebegleitung, Trauerbegleitung und Angehörigenbegleitung. Um Missverständnisse zu vermeiden: Es gibt auch sogenannte ambulante Hospiz- und Palliativ-Pflegedienste. Zusätzlich zum Angebot des ambulanten Hospizdienstes wird hier auch die palliativ-pflegerische Versorgung in enger Abstimmung mit den behandelnden Ärzten übernommen, bei Bedarf auch die Grundpflege und gegebenenfalls erfolgt auch eine Anleitung von Angehörigen bei palliativ-pflegerischen Maßnahmen. Bei der Hospizarbeit geht es um die sensible Wahrnehmung

Die Mitarbeiter im Hospiz begleiten die Sterbenden liebevoll auf ihrem letzten Weg. Foto: dpa der Wünsche und Bedürfnisse, der Ängste, Befürchtungen und Hoffnungen sterbender Menschen und ihrer Angehörigen, damit der Mensch bis zuletzt als Person ernst- und angenommen wird.

Allerdings: Das Leidvolle, das im Sterben und im Tod eines Menschen liegt, kann auch durch die Begleitung von Hospizhelfern nicht genommen werden. Es wird allenfalls erträglicher!

Im Spannungsfeld „Sterben und Tod“ sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in einem Hospiz oft die Ersten, die dem Sterbenden und seinen Angehörigen einen Dienst tun. Das, was diese Menschen insbesondere für den Menschen bedeuten, der am Ende seines Lebens angekommen ist, ist

kaum in angemessene Worte zu fassen. Hospizidee – Sanfte Revolution am Lebensende Aus diesen medizinischen Erfahrungen entwickelte sich beispielsweise das, was (Fortsetzung auf Seite 5)

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Danksagungen in den Tageszeitungen sind inzwischen leider viel seltener geworden als noch vor einigen Jahren. Dabei gehören sie sicherlich zu den meistgelesenen Anzeigen überhaupt. Schließlich beginnen nicht wenige Menschen die Lektüre der Tageszeitung mit den Traueranzeigen und eben auch den Danksagungen. Immer wieder bedanken sich darin die Hinterbliebenen und Angehörigen sehr herzlich bei Ärzten, Pflegediensten und Hospizen. Schön, dass noch nicht alles selbstverständlich geworden ist. Gut, dass es nicht zur allgemeinen Einstellung verkommt, dass

man ja für all diese Leistungen auch bezahlt hat und somit ein Recht darauf hat. Wer mit offenen Augen am Wochenende durch seinen Stadtteil oder seinen Wohnort geht, der wird selber feststellen, wie viele Autos von ambulanten Pflegediensten zu der Zeit unterwegs sind, wo die meisten einfach nur ihre Frühstückssemmeln einkaufen wollen. An dieser Stelle ihnen allen ein herzliches Dankeschön dafür, dass sie im Dschungel von Vorschriften, Abrechnungsparagraphen und Zeitfenstern versuchen, Pflegebedürftigen ihr Leben ein Stückchen menschenTM würdiger zu machen.

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heute unter dem Begriff „Palliativmedizin“ verstanden wird. Palliativmedizin widmet sich unheilbar kranken Menschen, deren Krankheit in einem fortgeschrittenen Zustand ist und weiter voranschreitet. Sie trägt dazu bei, dem Schwerkranken ein lebenswertes Leben bis zuletzt zu ermöglichen. Hierbei stehen die Angehörigen gleichermaßen im Fokus. Dies erfordert eine möglichst individuelle Behandlung, Pflege und Begleitung zur Linderung der körperlichen Beschwerden und Unterstützung auf psychischer, spiritueller und sozialer Ebene. Solches Gedankengut, solche Ansätze im Klinikalltag wären vor noch nicht allzu langer Zeit vollkommen undenkbar gewesen. Das heißt: Die moderne Hospizarbeit und ihre Erfahrungen haben die gedanklichen Ansätze und die Arbeit in vielen Bereichen der Medizin verändert und sehr konkrete Veränderungen in den Krankenhäusern mitbewirkt. thomas multhaup

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Alte Geschichte, moderne ideen cicely saunders, die Begründerin der modernen hospizbewegung, verstand das hospiz als eine station des lebens, eine „Art, seine letzte lebenszeit zu erleben“. im Gegensatz zu den Krankenhäusern sollte und soll in hospizen auf unnötige lebensverlängernde maßnahmen verzichtet werden, stattdessen stehen schmerzlindernde methoden im Vordergrund. die erhaltung der menschenwürde ist das oberste Gebot. Wodurch unterschieden sich diese ersten hospize von den damaligen Krankenhäusern? da ist zunächst der Ansatz in der schmerzbekämpfung. cicely saunders begriff die schmerzbehandlung als

vorrangiges mittel, um den Patienten zu einem relativ guten körperlichen Wohlbefinden zu verhelfen. dies Wohlbefinden war und ist die Voraussetzung dafür, dass die Patienten offen für eine psychologische und spirituelle Begleitung sind. statt spät und dann sehr hohe dosen an schmerzmitteln zu verabreichen, setzte saunders auf eine regelmäßige, sorgfältig dosierte einnahme. die reduzierung der nebenwirkungen durch die geringere dosis führt zu einer erhöhten Wahrnehmung der Umwelt. der Patient kann oft selbst die einnahme vornehmen und dadurch aktiv an der schmerzbehandlung tm teilnehmen.

Auch auf dem Gebiet der Kinderhospize wird das Angebot immer breitFoto: dpa gefächerter.

ein dAnK-Gedicht „Der Mensch kann nur Mensch werden, wenn nach seiner Geburt Menschen da sind, für ihn, mit ihm. Er kann sich aus seinem Leben als Mensch nur verabschieden, wenn er in seinem Sterben nicht allein ist, sondern jemand da ist, für ihn, mit ihm.“ heinrich Pera

dem hilFs-BUrn-oUt entGeGenWirKen

Menschen begleiten uns eine Weile, einige bleiben für immer, denn sie hinterlassen Spuren in unseren Herzen.

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Wer nicht aufpasst, findet sich bald in einer spirale der ÜberbeFoto: dpa lastung wieder. Viele helferinnen und helfer sind wirklich beseelt von ihrer Aufgabe im hospiz. Wie schwer und kräftezehrend diese Arbeit ist, das spüren sicher viele von ihnen auch. Viele, aber eben nicht alle. im hinblick auf die ehrenamtlichen mitarbeiter/innen gehört es zu den wichtigsten Aufgaben einer hospizleitung, darauf zu schauen, dass diese nicht ausbrennen. sich selbst und die

eigenen Grenzen kennenlernen und akzeptieren, auch die motivation für das engagement in der hospizarbeit abzuklopfen und zu hinterfragen, ist sehr wichtig. einzel- oder Gruppensupervisionen, die zum festen Bestandteil in der Begleitung der ehrenamtlichen gehören, sorgen auf diese Art und Weise dafür, dass die helfer auf dauer nicht zu hilfsbedürftitm gen werden.

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Dienstag, 6. März 2012

Virtuell beim Bestatter zu Besuch

Nicht nur der Einkauf wird heutzutage virtuell erledigt, auch die Bestattersuche und das Gedenken findet vermehrt Foto: T-Com/dpa im Netz statt. Wer vor 15 Jahren behauptet hat, dass in Zukunft Gebrauchtfahrzeuge vor allem über das Internet verkauft werden, der wurdemitleidigbelächelt.Inzwischen

ist es genau so gekommen. Auch dass Wohnungsvermietungen oder gar Immobilienkäufe online getätigt werden könnten, war schlichtweg unvorstellbar. Nicht

wenige, die zu lange diesen Trend als kurzlebigen Modegag eingeschätzt haben, tun sich heute schwer, verlorene Marktanteile zurückzugewinnen.

TRAUER.DE – MEHR ALS INFORMATIONEN Mit trauer.de hat der Münchner Merkur und seine Heimatzeitungen seinen Leserinnen und Lesern schon vor einigen Jahren eine Internetpräsenz eröffnet, die wichtige Informationen rund um die Thematik Sterben, Tod und Trauer anbietet. Aber trauer.de bietet noch ganz andere Möglichkeiten: Zugriff auf Traueranzeigen aus vielen verschiedenen deutschen Tageszeitungen, Informationen über prominente Sterbefälle, vor allem aber die Möglichkeit, online zu kondolieren, aber auch ein Fotoalbum eines

Verstorbenen anzulegen. Dass manche ältere Menschen nicht nur aus technischer Berührungsangst, sondern auch aus Pietätsgründen vor der Nutzung dieser Funktionen zurückschrecken, erscheint verständlich. Doch auch in dieser Altersgruppe steigt die Internetaffinität und -vertrautheit stetig an. Je selbstverständlicher der Umgang mit Traueranzeigen im Internet wird, desto mehr werden auch andere Dienstleistungen rund um das Bestattungswesen dort gesucht und TM nachgefragt werden.

Der Erstkontakt zum Bestatter oder alleine die Suche nach dem Unternehmen erfolgt bereits heute vermehrt im Internet. Doch eine ausführliche Beratung vor Ort kann dadurch natürlich nicht ersetzt werFoto: dpa den. Bei Bestattungen scheint sich Ähnliches zu wiederholen. Der Bestatter vor Ort ist nach wie vor die (numerisch) erste Adresse, an die sich Angehörige wenden. Die Tageszeitung ist noch immer das Medium, in dem mit Traueranzeigen der Tod eines Angehörigen den Verwandten und Freunden mitgeteilt wird. Dass das auch gut ist, dafür spricht manches. Aber das alleine wird den sich abzeichnenden Wandel nicht aufhalten können.

Online-Gedenkstätten Durch das Internet sei die Welt ein Dorf geworden, so wird behauptet. Alles, zumindest sehr vieles, ist nahe zusammengerückt und erreichbar geworden. Und da zu einem DorfimmeraucheinFriedhof gehört, gibt es im Netz schon seit einigen Jahren sogenanntevirtuelleFriedhöfe. Auf bestimmten Internetseiten können Hinterbliebene oder Freunde eines Verstorbenen Gedenkstätten anlegen. Dieser Service ist in der Basisausstattung meist kostenfrei, kommen große Fotoalben, Musik oder Videos dazu, so werden entweder einmalige oder jährliche Gebühren fällig, ganz so wie in der realen Bestattungswelt. Da vieles Geschmackssache ist, mag sich jeder selbst ein Bild machen, ob er ein solches Angebot passend oder unpassend findet. Interessant sind Internetfriedhöfe momentan am ehesten dort, wo die Verwandtschaft des Verstorbenen weit verstreut ist oder das Internet in allen Lebensbereichen bereits das Informationsmedium der ersten Wahl ist. Wer einige dieser Gedenkportale besucht, wird feststellen, dass die

Anzahl und die Aktualität der Einträge häufig nicht sehr groß sind. Natürlich wollen die meisten Betreiber mit ihrem Angebot auch Geld verdienen; es geht wohl nur selten um ein Werk der Barmherzigkeit. Dies wird versucht, indem man Anzeigenkunden gewinnen möchte. Bestatter, Floristen, Steinmetze, Druckereien, Sterbegeldversicherungen, Trauerredner, also das ganze Dienstleistungsspektrum, wird angeschrieben. Noch aber ist die Resonanz, gerade bei den regional aufgestellten Portalen, eher zurückhaltend: Die möglichen Anzeigenschalter zweifeln häufig noch am Nutzen. Und das Werbungsbudget einfach mal aufstocken oder verdoppeln? Wer kann das schon? Friedhofsfinder im Internet Googeln, das Wort hat es vor zehn Jahren auch noch nicht gegeben. Aber inzwischen googeln viele Menschen tagtäglich, suchen etwas Bestimmtes im Internet. Aber einen Friedhof finden? (Fortsetzung auf Seite 7)

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Städte und Gemeinden haben ja ihre eigene Homepage. In München ist es inzwischen kein Problem mehr, die Friedhöfe auf www. muenchen.de zu finden. Doch schon im Landkreis wird es vielerorts sehr viel schwieriger. Wer dort nach einem Friedhof sucht, bekommt vielleicht einen Link zur Friedhofssatzung zur Verfügung gestellt oder einen Ansprechpartner für Bestattungsangelegenheiten im Rathaus genannt. Aber die Friedhofsadresse ist bei Weitem keine Selbstverständlichkeit. Diese Lücke scheint das relativ neue Portal www.stayalive.de schließen zu wollen. Über den Anspruch, das Portal für digitale Unsterblichkeit sein

oder werden zu wollen, lässt sich ganz sicher diskutieren, aber seine Macher scheinen nach und nach alle Friedhöfe Deutschlands mit ihren Adressen erfassen zu wollen. Eine gute Idee. Persönliche Beratung – das Unterscheidungskriterium Die Bestatter spüren den Trend der Kunden auf der Suche nach den Schnäppchen. In Zeiten knapper werdenden Geldes wird er sich sicher nicht verlangsamen. Und wer nur ans Geld denkt, wenn er einen Trauerfall hat, der wird immer seltener einen Bestatter vor Ort aufsuchen. In solchen Fällen ist keine Beratung gewünscht und vonnöten. Beratung und

Betreuung sind aber im Sterbefall so wichtig wie in kaum einer anderen Lebenssituation. Denn es geht nicht um Entsorgung, sondern um Abschied. Um einen Abschied, der eine gute Trauer ermöglicht und nicht im Nachhinein ein schlechtes Gewissen macht. Das kann nur geschultes Personal, das bezahlt werden muss. Wie in mancher anderen Branche auch wird zukünftig wohl diese persönliche Komponente über Sein oder Nichtsein von manchem Bestatter entscheiden. Das Internet sollte darüber hinaus aber keiner aus der Branche vergessen. Wer dort den Anschluss verliert, könnte tatsächlich irgendwann „offline“ sein. thomas multhaup

beratung und betreuung durch Profis ist im todesfall eines Angehörigen besonders wichtig.

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GrenzwertiGe AnGebote

bei Auktionen rund ums thema bestattungen ist die Grenze des Foto: Fotolia/Gina Sanders erträglichen sicherlich überschritten.

Foto: dpa

wann ist die Grenze des guten Geschmacks erreicht? Sicher bei dem Versuch, bestattungen auf einer Art Auktionsportal in der Manier von MyHammer zu versteigern. Das hat es wirklich schon gegeben. Und dass ein vermeintlich seriöser bestatter in onlineverkaufsbörsen Särge zu Dumpingpreisen anbietet, ist zumindest sehr merkwürdig. Aber auch nicht wirklich überraschend, wird doch in vielen online-Anzeigen nicht mehr mit Qualität, sondern mit dem billigen Preis geworben. Ganz reell ist diese werbung nur selten, berücksichtigen die dort beworbenen Preise nur im Ausnahmefall die sogenann-

ten hoheitlichen Leistungen. Das sind die Gebühren, die vom bestatter unabhängig sind und von den Städten und Friedhofsverwaltungen in jedem Fall erhoben werden. Das sind vielerorts häufig vierstellige beträge. Und sind solche Gebühren dennoch, zumindest teilweise, im Angebot enthalten, wird das nur in Form einer Art „Leichentourismus“ möglich sein. Das bedeutet, dass der Sarg mit dem Verstorbenen in ein Krematorium ins Ausland transportiert und dort eingeäschert wird. Der einzige Grund: Die dort erhobenen einäscherungsgebühren liegen sehr weit unter dem, was in Deutschland an Kosten anfällt. tm

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Wenn der Kollege plötzlich nicht mehr da ist RICHTIGER UMGANG MIT TRAUERNDEN KOLLEGEN

Vielen wird erst bei der Beerdigung richtig klar, dass der beliebte Kollege nicht mehr komFoto: dpa men wird.

Sterben? Sterben tun wir, wenn wir eine statistische Zahl erreicht haben: Wenn Männer etwas mehr als 78 Jahre alt geworden sind und Frauen etwas mehr als 80 Jahre. Mit steigender Tendenz bei der Lebenserwartung und deshalb auch späterem Renteneintrittsalter. Vielleicht ist das ja wirklich in den menschlichen Köpfen so abgespeichert? Die Fakten sehen allerdings auch anders aus. 850 000 Menschen sterben pro Jahr in Deutschland, davon etwa 140 000 sind im berufsfähigen Alter.

Das sind mehr als 15 Prozent, nt, verstorbene Kinder und Juugendliche sind in der Zahl noch nicht erfasst. Wer jetzt in Gedanken durch seinen Betrieb geht und überlegt, wann dort zuletzt am Schwarzen Brett oder im Intranet der Tod eines Kollegen oder einer Kollegin mitgeteilt wurde, wird meist nicht sehr lange in die Vergangenheit zurückdenken müssen. Denkt man ein wenig länger nach, dann fallen einem auch die „anderen Todesfälle“ ein. Die, die nicht kommuniziert werden: Die Ehefrau des Kol-

legen, die an ihrer Krebserkrankung verstorben ist. Das Kind von der netten Außendienstlerin, das bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen ist. Der Partner von Kollegin X, der mit Anfang 40 plötzlich am Herzinfarkt verstorben ist. Stirbt ein Mitglied aus der Belegschaft, dann ist das oft sehr schlimm für die Kolleginnen und Kollegen. Wie ein Schock breitet sich das Gefühl, dass der Tod mitten im Leben, mitten im

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natürlich auch von ihm erwartet. Zwei Fragen werden in diesem Zusammenhang immer wieder gestellt. Die erste betrifft das Lachen. Ja, in einer Abteilung darf gelacht werden, auch wenn ein Trauernder anwesend ist. Zum Leben gehören auch Spaß und Freude, und man kann nicht auf Dauer ein künstliches, emotionsloses Klima schaffen. Nein, und das ist die Antwort auf die andere Frage: Ein Trauernder ist nicht krank, wenn er auch nach drei Monaten noch nicht an einer heiteren Abteilungsfeier oder einem Betriebsausflug teilnehmen möchte. Ein Satz wie: „Das ist doch jetzt schon drei Monate her!“ ist dabei eher kontraproduktiv. Je mehr die Berührungsängste beidseitig angesprochen werden, desto eher verschwinden sie. Und umso mehr besteht die Möglichkeit, dass durch einen aktiv miter- und mitgelebten Trauerprozess eine neue Qualität menschlichen und betrieblichen Miteinanders TM wachsen wird.

Für den Umgang mit trauernden Kollegen gibt es kein Patentrezept: Die einen wollen ihre Ruhe, anderen hilft bereits eine Umarmung. Foto: dpa

(Fortsetzung auf Seite 9)

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Häufig sind Betroffene einige Wochen nach dem Trauerfall krankgeschrieben. Kehren sie nach dieser Auszeit an ihren Arbeitsplatz zurück, sind dann oft beide Seiten verunsichert. Für das Team oder den Kollegenkreis können folgende Tipps hilfreich sein: Welche Signale gibt der Trauernde? Beispielsweise diese: Ich möchte gerne zum Alltag zurückkehren. Oder: Eigentlich kann ich noch nicht wieder, aber ich muss ja. Jemand, der zur Normalität zurückkehren möchte, möchte wohl nicht permanent auf den erlittenen Verlust angesprochen werden. Man darf ihn so normal wie möglich behandeln. Im anderen Fall tut es sicher gut, Anteilnahme zu zeigen, aber auch klar zu kommunizieren, dass man selber seine Arbeit erledigen muss. Ist man unsicher, wie man sich richtig verhält, so fragt man am besten nach. Eine Frage wie: „Wir wissen nicht genau, wie wir Dir helfen können?“ oder: „Ist es für Dich in Ordnung, wenn wir Dich in alles ganz normal einbeziehen?“ schafft nicht nur Sicherheit. Sie lässt auch den Trauernden spüren, dass seine Situation nicht ausgeblendet wird und er ein Stück in der Pflicht steht, seine Anliegen und Bedürfnisse zu kommunizieren. Vielleicht auch, seine momentane Belastungsgrenze auszuloten und im Gespräch mit einem Vorgesetzten zu klären, wie er sich verhalten darf und soll, wenn diese Grenze erreicht ist. Von der Menschlichkeit vieler Chefs gerade an dieser Stelle sind viele Betroffene oft sehr positiv überrascht. Wenn ein Trauernder natürlich volle Belastbarkeit signalisiert, dann wird zeitnah genau das

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DAK gehen von Umsatzeinbußen allein bei „psychischen Störungen“ von 13 bis 15 Milliarden Euro aus. Das ist die eine Seite. Eine Seite, auf die ein Unternehmer auch schauen muss, schließlich hat er Verantwortung für alle Mitarbeiter und das Gesamtunternehmen. Am 11. und 12. Mai 2012 findet in Bremen die Fachmesse „Leben und Tod“ statt. In einem Symposium wird auch das Thema „Trauer am Arbeitsplatz“ in den Blick genommen. In der Beschreibung dazu heißt es: „Ein im Unternehmen als ,Störfall‘ angesehenes Problem sind trauernde Mitarbeiter. Finden die Mitarbeiter im Trauerfall eventuell noch emotionale Hilfe in ihrer Familie und/oder in ihrem sozialen Umfeld, so wird es mit der Hilfe am Arbeitsplatz sehr schwierig. Am Arbeitsplatz stehen die Leistungserbringung und das Funktionieren im Vordergrund. Häufig sehen sich Kollegen mit Verspätungen, Krankschreibungen oder emotionalen Reaktionen konfrontiert. Nimmt die Fehlerquote des Trauernden zu, hat das oft negative Auswirkungen auf den Teamgeist und das ganze Team. Das Symposium „Trauer am Arbeitsplatz“ im Rahmen der Veranstaltung „Leben und Tod“ gibt Einblicke, wie man Mitarbeitern in einem Trauer-freundlichen Umfeld helfen kann, besser mit ihrer Trauer umzugehen. THOMAS MULTHAUP

Auch wenn der Schreibtisch des Kollegen leer bleibt, so muss es für die anderen Mitarbeiter doch auch weitergehen. Foto: Fotolia/Picture-Factory

Beruf angekommen ist, aus. hat? Wie sehr ist das Team Doch war es ein natürlicher Tod, mitbetroffen? Wie geht man der plötzlich eingetreten ist oder damit richtig um? In Zeiten, in denen alles durch Krankheit ausgelöst wurde, dann löst sich diese Schock- erfasst und mit Statistiken starre relativ bald wieder. Um- unterlegt wird, gibt es natürlich auch dazu gangssprachlich ausZahlen: Da ist zugedrückt kehren wir öst sich die nächst der Bedarf zur Tagesordnung zuan Fachkräften rück. Was sich beim erste Schockund deren BedeuLesen lieblos anfühlen starre, kehren tung für Unternehmag, ist aber auch ein viele wieder zur men. Bei den groSchutz. Unser Schutz, Tagesordnung ßen Gegenwartsum weiterzuleben. zurück. und ZukunftssorSchließlich auch ein gen von UnternehSchutz, den wir brauchen, um die an uns gestellten men steht die ausreichende Fachkräftezahl ganz oben. Anforderungen zu erfüllen. Heißt umgekehrt: Fällt ein Störfall „Tod“? Mitarbeiter gesundheitlich bedingt für längere Zeit aus, Wie ist es aber, wenn ein Kol- haben beide Seiten mit Umlege oder eine Kollegin jemanden satzeinbußen zu rechnen. im engsten Umkreis verloren Die durch Krankheit be-

dingte Höhe der Umsatzeinbußen in Deutschland wird auf 30 Milliarden Euro pro Jahr beziffert. Studien der

Wir beraten

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„Die Würde des Menschen ist unantastbar“, so beginnt das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland. Was verbinden Sie mit dieser Aussage und diesem Anspruch?

Für ein Unternehmen ist der Verlust eines Mitarbeiters natürlich auch ganz nüchtern der Verlust einer Arbeitskraft.

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Toni Hanrieder: „Artikel 1 geht weiter: „Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt und Gesetzgebung“. Sollte das nicht auch für die Würde verstorbener Menschen gelten?

Leider hat die oftmals sehr starke Betonung wirtschaftlicher Interessen in unserer Gesellschaft aus meiner Sicht dazu geführt, dass wir zu oft aus der Distanziertheit des Verstandes argumentieren.

Die Größe der Kultur eines Volkes erkennen wir laut Perikles daran, wie es seiner Toten gedenkt und wie es mit seinen Toten umgeht.

Unser aller Handeln sollte wieder mehr geprägt sein von Nächstenliebe anstelle von Kälte und Distanz, von Achtung und Respekt auch und gerade vor dem Tod. Wir sollten Für jeden Mitarbeiter unseres Unter- wieder öfter versuchen, mit der nehmens sind Achtsamkeit, Respekt Sinnlichkeit der Augen des Herzens und Pietät oberstes Gebot. zu schauen. Weitere Informationen: www.hanrieder.de/wuerde Tel. 089 - 6 20 50 50 www.hanrieder.de Ihr Partner auf allen Friedhöfen

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sche Ausrichtung, dient dieses doch der schnelleren Abbaubarkeit. Schmuckurnen

Abbaubar statt Weißblech: Auch beim Thema Urne spielt die Ökologie eine immer gröFoto: dpa ßere Rolle.

Auch bei der Urne: Bio? Logisch! Immer mehr Kommunen, so auch die Stadt München, bestehen darauf, dass Urnen, die in der Erde beigesetzt werden sollen, sogenannte Bio-Urnen sein müssen. Was ist damit gemeint? Wenn von Urne gesprochen wird, ist dabei sehr häufig die Aschekapsel gemeint, in die nach der Kremierung die Asche des Verstorbenen gefüllt wird. Die Bereitstellung dieser Aschekapsel gehört zu den Gebühren, die vom Krematoriumsbetreiber den Angehörigen in Rechnung gestellt werden. Konkret bedeutet das: Setzt eine Kommune fest, dass auf ihren Friedhöfen nur Bio-Urnen beigesetzt werden dürfen und verfügt sie zudem über ein eigenes Krematorium, so müssen zunächst die

dortverwendetenAschekapseln aus verrottbarem Material sein. Nicht selten führt das aber zu Problemen, wenn eine Aschekapsel per Postversand aus einem Krematorium zugestellt wird,indemnochdieherkömmlichen Aschekapseln befüllt werden. Verlangt die Friedhofssatzung der Kommune oder des kirchlichen Trägers, wo die Urne beigesetzt werden soll, eine zersetzbare Aschekapsel, ist eine mit zusätzliche Kosten verbundene Umfüllung der Asche in eine Bio-Urne notwendig. Für die Ewigkeit: Aschekapseln aus Weißblech Über Jahre und Jahrzehnte waren die Aschekapseln aus

Weißblech, dessen Beständigkeit nahezu zeitlos ist. Wer schon einmal eine Aschekapsel gesehen hat, die mehr als zehn Jahre im Grab beigesetzt war und die dann umgebettet wird, wird dem zustimmen. Maximal einige Rostflecken, insbesondere auf dem Kapseldeckel, aber ansonsten sind viele dieser Aschekapseln sehr gut erhalten. Je nach Friedhof wurde und wird damit unterschiedlich umgegangen: Bei manchen Friedhöfen werden sie einfach an Ort und Stelle belassen, dann wird das Grab aber nicht neu belegt werden können. Andere Friedhöfe sammeln die Urnen nach der Ausgrabung an geeigneter Stelle. Am häufigsten ist jedoch folgendes Prozedere: In mehr

oder weniger großen zeitlichen Abständen wird irgendwo auf den großen Friedhofsgeländen ein Grab ausgehoben, in welchem dann bis zu 400 Urnen und mehr dort endgültig beigesetzt werden. Damit ist für die Friedhöfe ein zunehmender personeller, zeitlicher und auch finanzieller Aufwand verbunden. Diesen Aufwand zu verringern, dazu soll die Bio-Urne in erheblichem Ausmaß beitragen. Aus natürlichen Materialien Bei den neuen BioAschekapseln besteht der zum Einsatz kommende Werkstoff aus nachwachsenden Rohstoffen und wird aus Stärke und Zucker gewonnen. Er erfüllt alle Kriterien der Ressourcenschonung und Umweltfreundlichkeit. Die Erweiterung des Materials mit einem Anteil an Holz und einem Katalysator unterstreicht noch die ökologi-

Urne, darunter verstehen die meisten Menschen aber etwas anderes als die Aschekapsel. Urne, dieser Begriff wird oft selbstverständlich für die Schmuck- oder Überurnen verwendet. Sie sind die Behältnisse, in die die Aschekapsel hineingegeben wird. Häufig werden sie von Angehörigen gekauft, wenn es eine Urnentrauerfeier gibt. Diese findet einige Zeit nach der Einäscherung statt und wird meistens mit der Beisetzung der Urne in einem Grab oder einer Urnenwand beschlossen. Auch für Schmuck- oder Überurnen gelten die geänderten Vorschriften, wenn es um Bio-Urnen geht. Heißt: Überurnen aus Weißblech oder anderen, sich nicht zersetzenden Materialien sind nicht mehr zulässig. Bei BioSchmuckurnen finden hier einerseits dieselben Werkstoffe Verwendung wie bei der Bio-Aschekaspel. Aber auch Schmuckurnen aus Holz gibt es, sogar Biokeramikurnen werden angeboten. Optisch unterscheiden sich die BioUrnen nicht von den bisher üblichen Modellen und Formen, was Angehörigen die Entscheidung für die Bio-Variante leichter machen dürfte. Keine Bio-Urne in Kolumbarien Wird die Urne, egal ob ausschließlich die Aschekapsel oder mit einer Überurne, nicht in der Erde, sondern in einer Urnenwand oder einer Urnenstele beigesetzt, so gelten diese Vorschriften nicht. Ganz im Gegenteil: Die dort beigesetzten Aschekapseln sollen wie bisher aus Weißblech sein, da es sonst bei der späterenAuflösungderGrabstätte zu Schwierigkeiten kommen kann. THOMAS MULTHAUP

KEIN PLATZ FÜR ÜBERURNEN? Bestatter werden in letzter Zeit immer wieder von Hinterbliebenen auf einen sehr merkwürdigen Sachverhalt angesprochen: Neuere Bestattungsorte für Urnenbeisetzungen (Urnenplätze, Treppen, Wandnischen) sind räumlich oft sehr knapp bemaßt. Inzwischen häufig so knapp, dass nur noch die Beisetzung der Aschekapsel

möglich ist. Wer Bestattungen begleitet, kann dabei immer wieder miterleben, dass selbst die Beisetzung der Aschekapsel schwierig ist, was Hinterbliebene oft sehr unangenehm berührt und verletzt. Hinzu kommt der Wunsch vieler Angehöriger, eine Überurne auswählen und eben nicht nur die Aschenkapsel beisetzen zu TM können.

LosLassen – Der trauer-ratgeber

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Todesfall in der Familie: Die ersten Schritte Wenn ein Mensch stirbt, dann sollte Zeit für Trauer sein können. Doch es gibt eine Vielzahl von Dingen zu veranlassen und zu entscheiden. Die nachstehende Liste bietet Hilfestellungen an, um im Todesfall alle notwendigen Schritte unternehmen zu können, damit eine persönliche, angemessene und der Trauer Raum gebende Bestattung möglich wird. Hat der Verstorbene zu Lebzeiten Vorsorge getroffen oder Wünsche hinsichtlich der Bestattung hinterlassen, so sollte sein diesbezüglicher „Letzter Wille“ nach Möglichkeit eins zu eins respektiert und umgesetzt werden. Gibt es keine Vorsorgebestimmungen, so haben die nächsten Angehörigen eines Verstorbenen das Recht und die Pflicht, die Bestattung zu organisieren. Dann entscheiden sie über Art und Umfang der Bestattung. Sind keine Angehörigen zu ermitteln, ordnet das Sozialamt in der

Regel eine kostengünstige Beisetzung, eine Ordnungsamtsbestattung an. Die Planung einer Bestattung umfasst viele verschiedene Einzelpunkte. Gerade im Schock der ersten Tage fällt die Organisation dieser Dinge besonders schwer.

Hier kompetent, unaufdringlich und entlastend an der Seite der Trauernden zu sein und zu helfen, gehört zu den Kernaufgaben eines qualifizierten Bestatters und aller an der Abwicklung des Sterbefalles beteiligten Dienstleister. Thomas mulThaup

Wir sind Ihnen behilflich! Bei einem Trauerfall sind wir Tag und Nacht, Sonn- und Feiertag erreichbar.

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te verstehen sich als hinweis oder anregung, woran man denken sollte und was möglich ist.

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Unmittelbar nach eintritt des todes Die ersten und wichtigsten schritte ✔ ein arzt muss den Verstorbenen untersuchen und offiziell den tod feststellen. er stellt den totenschein als wichtiges dokument aus. sollte die todesursache nicht eindeutig festzustellen sein, ist der arzt verpflichtet, weitere Untersuchungen zu veranlassen, was häufig die hinzuziehung der Polizei und eine gerichtsmedizinische Untersuchung bedeutet. Für viele trauernde ist das eine furchtbare situation: ein geliebter mensch ist beispielsweise bei einem häuslichen Unfall verstorben. man ist entsetzt und geschockt.Und dann ordnet der arzt noch eine weitere Untersuchung des Verstorbenen an! doch kein arzt tut dies, weil er jemandem damit etwas unterstellen möchte. das Gesetz verpflichtet ihn dazu. Grundsätzlich gilt: die benachrichtigung eines arztes

Erinnerungen Wir gestalten Gräber liebevoll und pflegen sie zuverlässig. Damit sie wertvolle Erinnerungen wach halten. Dauerhaft oder nach Bedarf, ganz wie Sie wünschen. Rufen Sie uns an!

der anruf beim arzt sollte im todesfall eines angehörigen der Foto: dpa erste schritt sein. sollte immer der erste schritt sein. stirbt ein mensch daheim, dürfen die angehörigen nicht länger als vier stunden warten, bis sie den arzt informieren. tritt der tod im Krankenhaus oder einer Pflegeeinrichtung ein, die von Ärzten betreut wird, erfolgt die benachrichti-

gung des arztes im regelfall durch diese einrichtung. n benachrichtigung enger Verwandter, um weitere schritte zu besprechen. n nachforschungen, ob der Verstorbene zu lebzeiten seinen Willen hinsichtlich seiner bestattung hinterlasTm sen hat.

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Von der Grabstätte bis zur Bestattungsart ✔ Suche nach Grabstätte

Ist ein Grab im Familienbesitz, das heißt, das Grabnutzungsrecht ist für eine bestimmte Zahl von Jahren erworben, dann gibt es eine Urkunde, auf der neben dem Kaufdatum auch die Grablage angegeben ist. Auch wenn die Grabnutzungsgebühr noch für einige Jahre entrichtet ist, sind häufig kommunale Gebühren für eine Verlängerung der Grabstättennutzung einzuplanen. Ein Grabneukauf sollte in Ruhe und nach einer Ortsbesichtigung am ausgewählten Friedhof erfolgen. Wer als Angehöriger zu diesem Zeitpunkt schon eine Vorstellung von einem möglichen Grabstein hat, sollte fragen, ob diese Art von Grabstein an dem gewählten Feld aufgestellt werden kann. Unter Umständen gibt es hier sehr genaue Vorschriften seitens der Friedhofsverwaltung.

✔ Wahl des

Bestattungsunternehmens

Sicher sind Angehörige unmittelbar nach dem Tod eines

geliebten Menschen angespannter, aufgewühlter als sonst. Deshalb haben sie das Recht, manche Frage auch zweimal zu stellen. Bestatter sind mit dieser Sondersituation vertraut. Da es um den einmaligen Abschied von einem geliebten Menschen geht, ist es für die Hinterbliebenen wichtig, sicher und mit einem guten Gefühl entscheiden zu können. Um einen würdigen Abschiedzugestalten,braucht es Beratung und Information, zu der auch zuverlässige Preisnennungen gehören. Dienstleistungen des Bestatters: ■ Abholung des Leichnams Wer daheim Abschied nehmen möchte, hat dafür Zeit. Der Leichnam darf bis zu 36 Stunden – in einigen Bundesländern 24 Stunden – in der Wohnung bleiben, bis er in eine öffentliche Leichenhalle überführt werden muss.

✔ Festlegung Bestattungsart Möglich sind inzwischen eine Reihe verschiedener Be-

stattungsarten. Abgesehen von der Erdbestattung setzen die meisten Bestattungsarten eine Einäscherung voraus. Die Bestattungsart sollte im Einklang mit dem Lebensstil und der persönlichen Überzeugung des Verstorbenen sein. Für folgende Bestattungsarten braucht es eine Verfügung: Einäscherung ■ Verfügung zur Einäscherung oder Kremierung: Eine handschriftliche Verfügung kann so lauten: „Ich (Vorund Nachname), wünsche nach meinem Tode feuerbestattet zu werden. Ort, Datum, Unterschrift.“ Diese Verfügung kann auch von den engsten Angehörigen nach Eintritt des Todes ausgestellt werden. Gegen den Willen auch nur eines dieser engsten Angehörigen darf allerdings keine Einäscherung erfolgen. Seebestattung ■ Seebestattungsverfügung: Zu jeder Seebestattung ist

Für eine Seebestattung ist die schriftliche Willenserklärung des Verstorbenen notwendig. Fotos: dpa eine schriftliche Willenserklärung erforderlich. Sie dokumentiert den Wunsch des Verstorbenen oder durch die Hinterbliebenen, auf See bestattet zu werden. Erledigung folgender Behördengänge und Terminierung: ■ Absprache des Bestattungstermins mit der Friedhofsverwaltung. Haben Angehörige einen bestimmten Terminwunsch, sollten sie diesen dem Bestatter sehr schnell mitteilen. Da

Steinmetzbetrieb Wolfgang Neumeier in Erding: Das einzig Wichtige im Leben sind die Spuren der Liebe, die wir hinterlassen, wenn wir gehen. (Albert Schweitzer) Niemand kann vorher wissen, wie er mit dem Tod eines geliebten Menschen leben kann, auch wenn es alle Menschen vor uns schon erlebt haben. Allerdings kann man eines beobachten: Menschen haben zu allen Zeiten versucht, die Trennung durch Erinnerung zu meistern. So markiert das Zeichen des Gedenkens am Ort des Grabes, dass dieser Mensch zumindest für eine gewisse Spanne irdischer Ewigkeit unvergessen bleibt. Ein Grabmal würdigt die Erinnerung an einen geliebten Menschen, ist Andenken, Zeichen, Monument in einem Ausdruck von Liebe und Verbundenheit, entscheidend für die Ausdruckskraft ist das gewählte Material. Dazu bieten wir Ihnen: • hochwertig gestaltete Grabmale •qualitativ erstklassige handwerkliche Arbeiten • fachmännische Beratung • standsichere Fundamentierung • Erledigung aller Formalitäten, die zum Aufstellen benötigt werden • Kundendienst auf Jahre hinaus, Nachschriften usw. • Bildhauerarbeiten und Sonderanfertigungen auf Wunsch Um Ihre Vorstellungen für ein würdiges, der jetzigen Zeit entsprechendes Grabmal zu verwirklichen, wäre ein persönliches Gespräch in unserem Hause sinnvoll (Erding, Michael-Ferstl-Str. 12). Wir freuen uns auf Ihren Besuch

die Terminvergabe beispielsweise in München zentral erfolgt, wird er zwar versuchen, den Wunschtermin zu erhalten, kann das aber nicht versprechen oder gar garantieren. ■ Absprache über die Nutzung der Traueroder Leichenhalle ■ Auswahl des Sarges/ der Urne ■ Ankleiden des Leichnams, Einbettung in den Sarg, Sargbeigaben (Fortsetzung auf Seite 13)

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(Ein Verstorbener muss nicht mit einem speziellen Leichenkleid angezogen sein. Auch eigene Kleidung ist möglich und persönlicher.) ■ Umfang der Bestattungsfeier. ■ Absprache mit dem zuständigen Pfarramt. (Das zuständige Pfarramt sollte ebenfalls zeitnah über den Sterbefall informiert sein, damit die Terminabsprache für das Trauergespräch mit den Angehörigen und für die Bestattung so schnell wie möglich erfolgen kann.) ■ Aufsetzen einer Todesanzeige. ■ Vorbereitung der Trauerdrucksachen: Trauerkarten, Sterbebilder. ■ Blumenschmuck für die Bestattungsfeier. ■ Bestellung von Blumenschmuck, Handsträußen, Kränzen für die Bestattungsfeier und eventuell den Gottesdienst (mit dem zuständigen Seelsorger vorher absprechen) bei einem Gärtner. ■ Suche nach einem Trauerredner, wenn der Verstorbene das bestimmt hat oder keiner Religionsgemeinschaft angehört. ■ Suche nach Trauermusik – Musikkapelle – Trauerfeiersänger. ■ Reservierung einer Lokalität für den Leichenschmaus – Einladung von Bekannten und Verwandten. ■ Kondolenzbuch besorgen, falls gewünscht.

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Falls gewünscht, können sich die Trauergäste in ein ausgelegtes Kondolenzbuch Fotos: dpa eintragen. ✔ Meldung des Todesfalls

beim zuständigen Standesamt und Beantragung der Sterbeurkunden. Hierfür wird benötigt: ■ Totenschein ■ Personalausweis/Geburtsurkunde/ Heiratsurkunde. Bei Geschiedenen Scheidungsvermerk oder Scheidungsurteil mit Rechtskraftvermerk. ■ Sterbeurkunde des Ehegatten, falls der Verstorbene verwitwet war. Das Bestattungsunternehmen übernimmt auch diese Behördengänge.

Auch was mit Haustieren passiert, die der Verstorbene besessen hat, Foto: dpa muss geklärt werden.

Wenn der Verstorbene keine deutschen Papiere besitzt Ist der Verstorbene ausländischer Herkunft, so müssen die Dokumente, die nicht von deutschen Behörden ausgestellt sind, in offizieller Übersetzung vorliegen. Sterbeurkunden: Wozu? Wie viele? Nach einem Sterbefall ist für die Hinterbliebenen die Sterbeurkunde das wichtigste Dokument, um Rechtsbelange und -geschäfte eines Verstorbenen fortführen oder zu Ende bringen zu können. Sie wird in Deutschland von dem Standesamt ausgestellt, in dessen Bezirk sich der Sterbefall ereignete, was nicht immer gleichbedeutend mit dem Wohnort sein muss. Grundlage für die Ausstellung einer Sterbeurkunde ist der Sterbeeintrag im Sterberegister des Standesamtes. Die Urkunde weist Geburts- und Sterbedatum (Sterbeort und -zeit) sowie den Namen des möglicherweise vorhandenen oder vorverstorbenen Ehepartners sowie das Dienstsiegel des

ausstellenden Standesamtes und den Namen des beurkundenden Standesbeamten aus. Sterbeurkunden für Rentenzwecke sowie für die Sozialversicherung werden kostenfrei ausgestellt. Sie tragen einen Aufdruck, aus dem die Zweckbestimmung hervorgeht. Jede weitere Sterbeurkunde kostet seit 2009 nach Maßgabe von Landesrecht zehn Euro. Da Banken und Versicherungen oft auf der Vorlage einer Sterbeurkunde im Original bestehen, sollte die Anzahl der Sterbeurkunden eher großzügig bemessen werden. Man sollte darauf achten, dass man mit der Aushändigung der Sterbeurkunden alle im Original vorgelegten Papiere und Dokumente zurückbekommt. Wenn ein Angehöriger im Ausland stirbt Stirbt ein Angehöriger im Ausland, stellt das Standesamt dort eine Sterbeurkunde aus. Mit der ausländischen Sterbeurkunde können die Angehörigen dann, falls dies beispielsweise im Zusammenhang mit

der Beantragung eines Erbscheines erforderlich ist, über den örtlichen Standesbeamten in Deutschland oder die deutsche Auslandsvertretung die Ausstellung einer nachbeurkundenden deutschen Sterbeurkunde durch das Standesamt I in Berlin (Rückerstr. 9, 10119 Berlin, Telefon 030/90207-0) beantragen. ■ Meldung des Todesfalls

✔ Beim Arbeitgeber des Ver-

storbenen, sofern er noch berufstätig war ■ Bei Bekannten und Verwandten ■ Bei Vereinen, Organisationen und eventuell dem ehemaligen Arbeitgeber, falls eine Teilnahme an der Bestattungsfeier erwünscht ist. Praktischer Hinweis: Wenn ein alleinstehender Mensch verstorben ist, sollte auch an Nachstehendes gedacht werden: ■ Versorgung von Haustieren. ■ Wasser und Gas in der Wohnung abstellen.

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Danksagungen und Abmeldungen Auch nach der Bestattung warten noch wichtige Aufgaben auf die Hinterbliebenen.

■ Danksagungsanzeige in der Zeitung oder Danksagungskarten ✔ Abmeldung bei Krankenkasse, Rentenkasse, Sozialamt, Versorgungsamt ✔ Falls Betriebsrenten gezahlt werden: Abmeldung beim ehemaligen Arbeitgeber ■ Kündigung von laufenden Zahlungen wie Miete, Einzugsermächtigungen, Daueraufträgen, Bankkonten, Fernsehund Rundfunkgebühren, Telefon, Mobiltelefon, Internet, Versicherungen, Zeitschriften sowie Vereins- und sonstigen Mitgliedsbeiträgen ■ Antrag auf Rentenfortzahlung (¼ Jahr) beim Rententräger stellen (dafür wird eine Kopie der Sterbeurkunde benötigt) ✔ Handschriftliches oder nicht amtliches Testament, sofern vorhanden, nach Auffinden an das Nachlassgericht überge-

So lange die Bestattung nicht aus dem Nachlass gezahlt wird, kann Sie steuerlich geltend gemacht Fotos: dpa werden.

ben, dann eine ausreichende Anzahl von Erbscheinen beantragen

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■ Räumung der Wohnung ■ Abmeldung Kfz – Abmeldung der Kfz-Steuer beim Finanzamt ■ Benachrichtigung von Geschäftspartnern ■ Meldung beim Finanzamt und Erstellung einer Steuererklärung ■ Nachsendeantrag bei der Post stellen Wichtiger Hinweis: Bestattungskosten eines nahen Angehörigen können steuerlich geltend gemacht werden, soweit sie nicht aus dem Nachlass gezahlt werden können und nicht durch Ersatzleistungen (zum BeispielSterbegeldversicherung oder Kapitallebensversicherung) gedeckt sind. Aufwendungen bis zu einer Höhe von 7500 Euro einschließlich Grabstein werden von den Finanzämtern als noch angemessen angesehen. Nicht abzugsfähig sind mittelbare Bestattungskosten wie beispielsweise: ■ Bewirtung von Trauergästen ■ Trauerkleidung ■ Reisekosten

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Einige Wochen nach der Beerdigung wird der Grabstein am Fotos: dpa Grab gesetzt.

VON DER PFLEGE BIS ZUM GRABSTEIN ■ Grabpflege

Natürlich pflegen viele Angehörige die Grabstätte selber. Wer das aber nicht übernehmen kann und will, kann einen Gärtner mit einer Dauergrabpflege beauftragen. Die anfallenden Kosten richten sich nach der Art des Grabes (beispielsweise Urnen-, Einzel- oder Doppelgrab), der gewünschten Bepflanzung und der Vertragslänge. ■ Grabeinfassung und Grabstein

BeiErdbestattungenwerdenin der Regel Grabeinfassungen und Grabsteine am Grab angebracht. Ein Steinmetz informiert darüber, welche Setzzeit nach der Bestattung sinnvoll ist. Ein Grabmal sollte nach Möglichkeit dem Lebensstil, der Lebenseinstellung und auch der religiösen Überzeugung des Verstorbenen entsprechen. Eine gute Frage bei der Auswahl ist folgende: „Was würde der Verstorbene für sich selber wollen oder TM auswählen?“

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Pünktlichkeit bei der Beerdigung ist ein absolutes Muss. Foto: Fotolia/volff

Vom Handy bis zur Pünktlichkeit:

Kleiner Knigge für Trauerfeiern Kaum etwas ist peinlicher, als im Trauerfall etwas falsch zu machen. Ein paar Tipps, um mögliche Fettnäpfchen zu vermeiden: ■ Todesanzeige genau lesen: Die Todesanzeige in der Zeitung gibt wichtige Hinweise auf das Datum, die Uhrzeit, den Ort und auch die Art der Trauerfeier. Eventuell enthält sie auch einen Wunsch der Angehörigen bezüglich Blumen oder Geldspende. ■ Pünktlichkeit:Unpünktlichkeit wird im Zusammenhang mit einem Sterbefall häufig als fehlende Wertschätzung des Verstorbenen gedeutet. Diese Missdeutung lässt sich durch Pünktlichkeit sehr leicht umgehen. ■ Kleidung: noch immer ist schwarz bei uns die klassische Farbe der Trauer. Diese sollte nur dann nicht gewählt werden, wenn die Angehörigen dies ausdrücklich wünschen. ■ Handy ausschalten: Nichts ist störender, als ein Mobiltelefon, das während einer Trauerfeier oder Bestattung läutet. Deshalb sollte man immer daran denken, es vor Beginn der Trauerfeier auszuschalten. ■ Kaugummi: Es sollte selbstverständlich sein, kei-

nen Kaugummi während einer Bestattung zu kauen. ■ Geld- statt Blumenspende: Bei einer Geldspende sollte die Höhe in etwa dem Betrag entsprechen, den man für einen Blumenschmuck ausgegeben hätte. Eine persönliche Beileids- oder Kondolenzkarte sollte trotzdem geschrieben werden. ■ Ehrliches Beileid: Angehörige brauchen verbindlichen und ehrlichen Trost. Deswegen sollte man ihnen nur Dinge zusagen und versprechen, die man auch wirklich einhalten will und kann. ■ Mitgestaltung der Trauerfeier: Wer einen Nachruf halten möchte oder einen anderen Beitrag zur Bestattung leisten möchte, sollte dies rechtzeitig vorher mit den Angehörigen und dem Verantwortlichen für die Trauerfeier absprechen. ■ Stille auf dem Weg zum Grab: Wenn ein Sarg oder eine Urne bestattet wird, ist es angebracht, auf dem Weg zum Grab in Stille an den Verstorbenen zu denken und Gespräche zu vermeiden. ■ Blumensträuße: Häufig sind Blumensträuße in Papier oder Folie eingewickelt. Dies sollte am besten

vor der Trauerfeier, spätestens aber auf dem Weg zum Grab entfernt werden. Das dabei entstehende Geräusch wird am Grab sonst oft als störend empfunden. ■ Beileidsbekundungen: Das persönliche Beileid sollte den Angehörigen erst am Ende der Bestattungsfeierlichkeit ausgesprochen werden. Wenn die Angehörigen in der Todesanzeige darum bitten, von persönlichen Beleidsbekundungen abzusehen, dann sollte dieser Wunsch akzeptiert werden. ■ Leichenschmaus und Trauermahl: Die Angehörigen laden häufig Familienmitglieder und Freunde nach der Bestattung zum LeichenschmausoderTrauermahl ein. Daran teilzunehmen drückt Anteilnahme, Wertschätzung und Unterstützung aus. Sollte jemand der Geladenen verhindert sein, sollte er dies den Angehörigen persönlich mitteilen. Einfach nicht zu kommen, wird zumeist als persönliche Zurückweisung empfunden. ■ Kontakt halten: Für die Angehörigen ist mit der Bestattung die Trauer längst nicht vorbei. Deshalb tut es ihnen meistens gut, wenn man an sie denkt und den Kontakt aufrecht hält. THOMAS MULTHAUP

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Familientradition seit über 55 Jahren Wir sehen unsere Aufgabe als Bestatter und Trauerbegleiter darin, den Verstorbenen in Würde und Respekt zur letzten Ruhe zu begleiten, Ihnen als Trauernde die nötigen Behördengänge abzunehmen, für den reibungslosen Ablauf der Bestattung zu sorgen, unsere Arbeit ganz nach Ihren Wünschen auszurichten und mit unserer langjährigen Erfahrung einfühlsam und zuverlässig für Sie da zu sein.

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Berufe rund um die Themen Sterben, Tod und Trauer Menschen, die beruflich mit dem Sterben zu tun haben, werden nicht selten von ihrer Umwelt mit einer

André Desch lässt sich zur Bestattungsfachkraft ausbilden.

gewissen Skepsis betrachtet. „Wer arbeitet wohl freiwillig bei einem Bestatter?“ „Jeden Tag in einer Friedhofshalle stehen und Trauerfeiern leiten? – Nein danke, nichts für mich.“ „Sich den Schmerz von Trauernden immer wieder anhören, da muss man doch selber depressiv werden?“ Sätze und Gedanken, die wohl die meisten kennen oder schon selber gedacht oder ausgesprochen haben. Wer allerdings in seinem Bekanntenkreis Menschen hat, die in solchen Berufen arbeiten, wird feststellen, dass das meistens ganz normale Menschen sind: Ohne Todessehnsucht, mit denselben Hoffnungen und Wünschen an das Leben wie die allermeisten Menschen. Der Trauerratgeber „Loslassen“ stellt im Laufe der kommenden Hefte einige Berufsbilder vor. TM

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Mitglied im TBF (Treuhand bayerischer Friedhofsgärtner)

Friedhofsgärtner – ein lebendiges Berufsbild Gärtner ist einer der ältesten Berufe der Welt und hat inzwischen viele Ableger bekommen: Sieben Fachrichtungen umfasst heute der Ausbildungsberuf der Gärtnerin bzw. des Gärtners. Eine davon ist die Friedhofsgärtnerei. Friedhofsgärtner ist ein vielseitiger Beruf, mit dem viele Menschen dann in Berührung kommen, wenn sie ein Blumen- oder Kranzgebinde für eine Bestattung benötigen oder wenn es um eine Dauergrabpflege geht. In den Fokus der Öffentlichkeit rückt der Beruf, wie nahezu alle anderen aus diesem Bereich, jährlich rund um den Monat November und seine Trauergedenktage.

Friedhofsgärtners ist noch viel mehr. Einerseits sind Friedhofsgärtner auf die Gestaltung und Pflege von Gräbern spezialisiert. Die dafür benötigten Pflanzen produzieren viele Betriebe noch selbst. Auch die Gestaltung von Grabschmuck und Dekorationen gehören zu den Aufgaben der Friedhofsgärtner. Andererseits stehen sie Hinterbliebenen über viele Jahre mit Rat und Tat zur Seite und benötigen daher neben einem Gespür für Pflanzen auch die Fähigkeit, auf Menschen zuzugehen.

Winterschlaf? Nicht bei den Gärtnereien

Der Arbeitsalltag des Friedhofsgärtners wird von den Jahreszeiten bestimmt. Noch immer spielen die natürlichen Vorgänge in unserer Umwelt eine wichtige Rolle. So wird in den Monaten zwischen März bis November hauptsächlich auf dem Friedhof gearbeitet: Gräber werden angelegt, bepflanzt und gepflegt. Dazu erhalten die jüngeren

Momentan ist es noch ruhig auf den Friedhöfen. Scheinbar ist mit dem Herrichten der Gräber der Verstorbenen für die Trauergedenktage im November alle Arbeit bis zum Frühjahr getan. Doch der Beruf des

Jahreszeiten bestimmen den Arbeitsalltag

Friedhofsgärtner und die Azubis Skizzen und Pflanzenlisten in ihrem Ausbildungsbetrieb, der diese nach den Wünschen der Kunden erstellt. Pläne zu zeichnen und zu lesen, das lernen Auszubildende in der Berufsschule – mit etwas Übung können sie diese in einigen Jahren auch selber erstellen. Wer würde vermuten, dass Gräber wirklich geplant sein sollen und geplant werden müssen? Aber es gehört wirklich Fachkenntnis dazu, um auf einem entsprechenden Gräberfeld die richtigen Pflanzen zu setzen, die beispielsweise Schatten brauchen und eine direkte Sonneneinstrahlung nicht vertragen. Im Winter findet die Arbeit in der Gärtnerei statt, dann werden in den Produktionsbetrieben die Blumen ausgesät und vermehrt. Der Winter dient aber auch der Intensivierung der Kundenpflege. Viele Betriebe prüfen ihr Marketingkonzept und hinterfragen ihr aktuelles Dienstleistungsangebot. (Fortsetzung auf Seite 17)

LOSLASSEN – DER TRAUER-RATGEBER

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(Fortsetzung von Seite 16)

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AUCH KARRIERE IST MÖGLICH

Ideen für neue Produkte oder Leistungen entstehen nicht selten in dieser Jahreszeit, die auch Zeit und Raum für notwendige Weiterbildungen lässt. Der Beruf des Friedhofsgärtners erfordert neben den gartenbaulichen Kenntnissen die Fähigkeit, auf Menschen einzugehen, ihre Bedürfnisse und Wünsche aufzugreifen und sie in einer schwierigen Lebensphase zu begleiten und zu beraten. Auszubildende sollten daher nicht nur den Umgang mit Pflanzen lieben, sondern auch Spaß an der Kundenberatung haben und offen sein für neue Herausforderungen.

Momentan erlernen zirka 550 junge Menschen pro Jahr den Beruf des Friedhofsgärtners. Auch weitere Entwicklungsmöglichkeiten sind gegeben: Aufstiegschancen bieten die Fortbildungen zum Meister oder zum Techniker. Und wer die Voraussetzungen mitbringt und weiterkommen will, der kann Gartenbau oder Landschaftsarchitektur an einer der FachhochschuTM len oder Universitäten studieren.

Gute Berufsaussichten

„Die Berufsaussichten sind sehr gut. Um einen Arbeitsplatz brauchen sich qualifizierte Friedhofsgärtner keine Sorgen zu machen“, so heißt es im Zentralverband Gartenbau e.V. In Deutschland gibt es über 4000 Betriebe, die friedhofsgärtnerische Leistungen anbieten. Ihr Arbeitsplatz sind die rund 32 000 deutschen Friedhöfe, die insgesamt zirka 32 Millionen Gräbern Platz bieten. Genug Arbeit für den Nachwuchs der Branche. Arbeitgeber sind privatwirtschaftliche Friedhofsgärtnereien oder städtische bzw. kirchliche Friedhofsverwaltungen. THOMAS MULTHAUP

Bei der Gestaltung der Gräber können die Friedhofsgärtner ihre Kreativität unter Beweis Foto: dpa stellen.

Auch die Kontrolle der Grabsteinstandfestigkeit gehört oftmals zum Aufgabenbereich der Friedhofsgärtner.

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Ausgabe 11/2008

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Beratungszentrum im Haus der Trauerkultur: Baldurstraße 27 - am Westfriedhof Zentrum: Lindwurmstr aße 19 Großhadern: Immastraße 1 | Haidhausen: Ismaninger Straße 7 Harlaching: Seybothstraße 66 | Obermenzing: Bergsonstraße 41 Pasing: Bodenseestraße 7 | Perlach: Ottobrunner Straße 145 Waldfriedhof: Würmtalstraße 20 Sie finden uns unter anderem in: Bad Tölz | Dachau | Dorfen | Erding | Freising | Fürstenfeldbruck Garmisch-Partenkirchen | Germering | Gilching | Murnau Neufahrn bei Freising | Weilheim | Wolfratshausen

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BESTATTUNGEN & ÜBERFÜHRUNGEN & VORSORGE

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LOSLASSEN – DER TRAUER-RATGEBER

Dienstag, 6. März 2012

Frankreich: Eine Odyssee ins Krematorium

Längst vergessen wird ei- schen monatlich mehrmals ne Meldung vom Septem- mit dieser Thematik befasst ber 2010 sein. Sie betraf sind. XXL-Särge sind nicht irDanielle Pelabarrère, eine damals in Bordeaux Ver- gendein Modetrend in der sondern storbene, deren ausdrückli- Sargindustrie, cher Wunsch im Hinblick spiegeln eine andere Entauf ihre Bestattung eine wicklung wider: Es gibt Feuerbestattung war. Aller- auch in Deutschland immer mehr dickleibidings begann ge Menschen, für ihre Angeach Angaben deren Körper hörigen mit dienicht in einen sem Wunsch des Bundesvernormalen Sarg eine echte bands Deutscher passt. Dieser Odyssee. Erst Bestatter müssen hat die Stanim Krematori- zunehmend größere dardmaße von um von Tou- Särge produziert 70 Zentimeter louse wurde sie werden. Breite und 60 schließlich einZentimeter Högeäschert. Was war der Grund? Danielle he. Die Sargindustrie, aber Pelabarrère wog 120 Kilo- auch der Bundesverband gramm, ihr Sarg passte Deutscher Bestatter berichnicht durch die im Normal- ten, dass in den letzten Jahfall etwa 90 Zentimeter gro- ren große Särge in zunehßen Türen der Krematorien mend steigender Anzahl produziert werden müsvor Ort. sen. Nachfrage nach Zu kleine Durchlässe XXL-Särgen in Krematorien Was vor etwa 18 MonaSolche XXL-Särge erten in Deutschland fast genüsslich in den Medien möglichen zwar die würditransportiert wurde, ist aber ge Einsargung auch korpuauch hierzulande immer lenter Verstorbener, schaffen aber eben ein anderes häufiger ein Thema. Waren früher in den Kre- Problem. Bei Feuerbestatmatorien der größeren tungen passen diese Särge Städte solche Fälle wirklich nicht durch die bisher verKrematoriumstüaußergewöhnlich und übers bauten Jahr an den Fingern einer ren, die eine Maximalbreite Hand abzuzählen, so be- von 90 Zentimetern haben. richten die Leiter von Kre- In Bayern haben die Krematorien, dass sie inzwi- matorien in Nürnberg und

N

Viele Durchlässe in den Krematorien sind Fotos: dpa für XXL-Särge zu klein.

Schweinfurt schon entsprechend reagiert und Türen mit bis zu 110 Zentimetern Durchlass eingebaut, auch in der Landeshauptstadt München gibt es entsprechende Planungen.

Das sich fast etwas amüsant liest, hat aber auch eine ganz andere Seite. Die Angehörigen von Pelabarrère drohten damals mit einer Klage gegen die Stadt Bordeaux. Ihre Begründung: „Ihr ganzes Leben lang ist sie

diskriminiert worden und sogar im Tod geht das weiter.“ Ja, wenn es um das Thema Sterben und Tod geht, steht die Würde des Verstorbenen an oberster Stelle – und wirklich gar nichts anderes. THOMAS MULTHAUP

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LosLassen – Der trauer-ratgeber

Dienstag, 6. März 2012

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Unerwünschtes Wiedersehen

Es gibt verschiedene Gründe, warum Menschen vor einem Beerdigungstag Angst haben. Sicher am häufigsten deshalb, weil sie nicht wissen, mit welcher Wucht sie die Endgültigkeit des Abschieds treffen wird. Wie verständlich. Doch nicht selten haben Menschen vor diesem Tag auch aus anderen Gründen Angst. Zum Beispiel davor, bestimmten Personen auf dem Friedhof zu begegnen:

deskreis trifft man seinen geschiedenen Ehepartner, vielleicht sogar mit seiner neuen besseren Häfte. Man sieht im Kreis der Ruheständler einen ehemaligen Kollegen wieder, der in der Berufstätigenzeit sogar verantwortlich für ein Mobbing war. Oder umgekehrt: Jemanden, dem gegenüber man mit Recht noch ein schlechtes Gewissen hat. Natürlich kennt niemand die Zahl, bei wie vielen der

Im Trauerfall bietet sich vielleicht manchmal auch die Möglichkeit der VerFotos: dpa söhnung innerhalb einer zerstrittenen Familie. Im Streit auseinandergegangen

Mögliche Konstellationen, die sich sicher jeden Tag auf deutschen Friedhöfen ereignen: Wenn ein Elternteil stirbt, begegnen sich Geschwister, die seit seit Jahren zerstritten sind und keinen Kontakt mehr haben. Bei der Beerdigung im Freun-

mehr als 800 000 Sterbefällen im Jahr so eine Angst auf dem Friedhof mitschwingt. Ganz sicher häufiger, als die meisten Menschen vermuten würden. Begegnungen vermeiden oder suchen? Wenn man weiß, dass eine solche Begegnung auf dem Friedhof unumgänglich ist,

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werden wohl nicht wenige Betroffene einen Weg suchen, um gar nicht zu der Trauerfeier gehen zu müssen. Aber das geht nicht immer. Auf manche Beerdigung muss man einfach gehen. Was tut man dann? Der Königsweg wäre sicher, mit dem Menschen, dem man eigentlich nicht begegnen möchte, Kontakt aufzunehmen. Klar kostet das Überwindung und Mut, auch eine neuerliche Verletzung ist nicht auszuschließen. Vielleicht hat aber die Zeit wirklich manche Wunde geheilt, sodass man sich nach einem Telefonat entspannter begegnen oder sogar vor der Trauerferlichkeit die Hände zur Versöhnung reichen kann. Schön wärs, sicher wird sich das mancher Leser denken. Wenn dieser Kontakt nicht möglich oder nicht erwünscht ist, kann man beispielsweise auch eine Freundin oder einen Freund um Begleitung bitten. So ist man nicht allein und wird die unliebsame Begegnung sicher leichter überstehen. Versöhnung am Grab? Grundsätzlich sollte aber über diese Einstellung nachgedacht werden. Der Tod eines Verwandten, Freundes oder Bekannten, und darum geht es in erster Linie bei einer Bestattung, führt vor Augen, dass Leben endlich ist. Und auch wenn es nach Plattitüde klingt: Niemand kennt seine Zeit und Stunde. Wie viel Sinn macht es da, in jahrelangem Unfrieden oder Streit zu

Bei Beerdigungen stehen die nahen Angehörigen natürlich unter einer besonderen Anspannung. verharren? Nach dem Tod ist kein Streit mehr zu schlichten. Leichter leben tut es sich ganz sicher, wenn unter manche alte Angelegenheit endlich ein Schlussstrich gezogen wird. Eine Beerdigung ist dafür sicher nicht der einzige Anlass, aber ganz sicher nicht der schlechteste. Thomas mulThaup

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Dienstag, 6. März 2012

Unsicherheit beim Vererben

Wie vererbe ich richtig? Eine einfache Frage mit komplexen Antworten.

Kein Tag ohne Eurokrise, ohne Ratingagenturen, ohne Verunsicherung von Otto Normalverbraucher. Wie sichert man sich für den Ruhestand richtig ab, welche Privatvorsorge ist sinnvoll, welche nicht? Aber was für die Lebzeiten gilt, sollte auch darüber hinaus gelten. Wie vererbt man richtig? Das ist eine einfache Frage, die Antwort kann unter Umständen sehr komplex aussehen. Erbrechtsreform 2010 Mit einer grundlegenden Reform hat der Gesetzgeber im Jahr 2012 das Erbrecht verändert. Das deutsche Erbrecht ist ohne Frage ein überaus komplexes Gebiet der Gesetzgebung und unterliegt einer Vielzahl an Regelungen, die allesamt im Bürgerlichen Gesetzbuch juristisch verankert sind. Ziel der Reform war, das aktuelle Erbrecht den aktuellen Gegebenheiten anzugleichen. Solche Anpassungen werden im Schnitt alle paar Jahre vorgenommen.

Zu den wesentlichen Veränderungen dieser Erbrechtsreform gehört das Pflichtteilsrecht.Pflichtteilsrecht,Pflichtteilsergänzungsanspruch, Stundung des Pflichtteils, ein echtes Fachchinesisch, das teilweise sehr einfache, aber auch hoch komplizierte Ansprüche regelt. Vor allem Laien, die über keinerlei oder kaum Fachwissen im Bereich des Erbrechts verfügen, laufen somit teilweise Gefahr, sich auf veraltete Angaben zu stützen oder auf widersprüchliche Informationen zu stoßen. In Anbetracht dessen empfiehlt es sich, einen Fachmann hinzuzuziehen und folglich einen Fachanwalt für Erbrecht mit dem betreffenden Fall zu betrauen. Dieser ist stets auf dem neuesten Stand der Dinge und verfügt außerdem über ein fundiertes Fachwissen, sodass er Erben und künftige Erblasser angemessen und sicher beraten und betreuen kann.

Pflichtteilsrecht

Veränderte Lebenssituationen

Die letzte bedeutende Reform des deutschen Erbrechts ist zum 1. Januar 2010 in Kraft getreten.

Die häusliche Pflege durch Angehörige war in den letzten Monaten immer wieder

einmal Thema in den Medien. Das 2008 in Kraft getretene Pflegezeitgesetz wurde zum 1. Januar dieses Jahres erweitert. Berufstätige können nahe Angehörige dadurch leichter zu Hause pflegen. Arbeitnehmer, die sich um pflegebedürftige Angehörige kümmern, können künftig ihre Arbeitszeit maximal zwei Jahre auf bis zu 15 Stunden in der Woche reduzieren. Wird die Wochenarbeitszeit zum Beispiel auf diese Weise von 100 auf 50 Prozent verringert, gibt es für die Dauer der Pflegezeit 75 Prozent des letzten Bruttoeinkommens. Auch die Erbrechtsreform 2012 berücksichtigt die Tatsache, dass häusliche Pflege verstärkt praktiziert wird. Bis zur Reform konnten ausschließlich die Kinder eines Pflegebedürftigen im Erbfall Ausgleichsansprüche für die von ihnen geleistete Pflege geltend machen. Das neue Erbrecht 2010 handhabt dies jedoch anders und sieht eine diesbezügliche Gleichberechtigung der gesetzlichen Erben vor. Folglich

kann jeder pflegende gesetzliche Erbe einen Ausgleichsanspruch geltend machen und hat somit ein Anrecht auf einen höheren Erbteil aus dem Nachlass.

Dass der Pflegende für die Pflege des verstorbenen Erblassers seinen Beruf aufgegeben hat, ist hierbei auch nicht mehr Voraussetzung. THOMAS MULTHAUP

SCHLECHTER RAT IST OFT DER TEUERSTE RAT

Wer sich vom Fachanwalt beraten lässt, ist auf der sicheFotos: Deutscher Anwaltverein/dpa ren Seite. Beispiele, die dem Nichtfachmann zeigen, was beim Vererben alles zu bedenken ist oder aber auch falsch gemacht werden kann. Sicher ist juristischer Rat durch den Fachmann oder die

Fachfrau nicht zum Null-Tarif zu haben. Mancher denkt: Guter Rat ist teuer. Schlechter oder gar kein Rat kann noch viel teurer werden und freut dann meistens nur den TM Finanzminister.

Kramer, Fuchs & Freilinger GbR

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Dienstag, 6. März 2012

Friedhofsspaziergänge: Der Waldfriedhof

Den Kopf freibekommen! man sich dafür Zeit Das war der Anlass für ei- nimmt. Das Motiv Buch zieht nen Spaziergang über den Alten Teil des Waldfriedho- sich durch die Grabgestalfes. Nur wenige Meter von tung: Eine aufgeschlagene der Fürs-tenrieder Straße Buchseite in der Mitte: Bei entfernt ist der Straßenver- Regen fließt das Wasser kehr zu einem Hintergrund- durch das Buch nach unten rauschen abgeklungen. Es in eine Art Teich. Eine Pahat geregnet, die Luft riecht gode aus Büchern, zwei Büfrisch. Ziellos gehe ich chertürme, die mich bei durch die Gräberreihen. Da besserem Wetter zum Hinfällt mir auf einmal ein be- setzen verleitet hätten. Die sonders gestaltetes Grab ins Schildkröte, eine Eule, als Symbol der Weisheit, eine Auge. Ich trete näher heran und Jakobsmuschel, Symbol des Pilgers, entdecke eine Bronze- mittelalterlichen vielfältige Symschildkröte: bolik, die zum „Habe keine ie, die Michael Verweilen einAnst!“ Dieser lädt. Der ArSatz ist auf ih- Endes Bücher wie chitekt, Bildrem Rü-cken- „Die unendliche hauer und panzer lesbar. Geschichte“ Kunstmaler „Kassiopeia, die kennen, erkennen „Anger der ÄlSchildkröte von den Schriftsteller tere“, ein Meister Hora!“ auch in seinem Freund von Und „Momo“, Grab wieder. Michael Ende, so geht es mir hat die Grabdurch den Kopf. Tatsächlich, es ist das Grab stätte gestaltet. Grandios, des Schriftstellers Michael wie ich finde. Die, die Michael Endes Ende. Und es zieht mich auf ganze eigene Art in seinen Bücher kennen, erkennen ihn wieder. Wenn eine Bann. Grabanlage wirklich den sichtbar macht, der dort beEintauchen in die stattet ist, dann finde ich das Bilderwelt von genial. Andererseits überMichael Ende bringt das Grab auch eine Ich bin fasziniert. In Mo- Botschaft: Denk mal über mo, einem der bekannte- Deinen eigenen Umgang mit sten Werke des 1995 ver- der Zeit nach. Sich Zeit zu storbenen Schriftstellers, nehmen, ist der aktive Progeht es um das Thema zess. Sich Zeit stehlen zu „Zeit“. Unsere Zeit, die wir lassen, der passive. Das Grab uns so gerne und bereitwil- von Michael Ende ist für lig nehmen, ja stehlen las- mich eine Einladung, mir sen, in der Hoffnung, im wirklich Zeit zu nehmen. Leben ein Stück schneller Zeit, um auch darüber nachund weiter nach vorne zu zudenken, ob der Zuspruch kommen. Dieses Grab kann „Habe keine Angst!“ (vor dem man nur entdecken, wenn Tod?) mir entspricht.

D

Das Grab des Schriftstellers Michael Ende auf dem Münchner Waldfriedhof. Mit dem Gefühl der Dankbarkeit bin ich nach diesem Spaziergang wieder ins Leben außerhalb des Friedhofs zurückgekehrt. Ich habe zwar nicht wie erhofft den Kopf freibekommen, aber er war jetzt mit schönen und wohltuenden Gedanken gefüllt. Sicher werde ich im Sommer einmal wieder kommen, um mich auf die Buchstapelhocker zu setzen und meine Entdeckungsreise fortzusetzen.Und zukünftig werde ich vor Friedhofsspaziergängen auf die Hinweise schauen, mit denen die Münchner Friedhofsverwaltung bekannt macht, welche berühmten Persönlichkeiten hier bestattet sind. Vielleicht gibt’s ja noch mehr so be-

Auferstehung ist unser Glaube, Wiedersehen unsere Hoffnung, Gedenken unsere Liebe. Augustinus

Unser lieber Vater

Anton Lechner

ehem. Landwirt und Ziegeleibesitzer * 8. 5. 1945 † 4. 2. 2006

eindruckende Grabstätten wie die von Michael Ende? Vielleicht sogar von nicht berühm-

Fotos: Klaus Haag

ten Persönlichkeiten? Mir wäre das sehr recht. Thomas mulThaup

Ernst Leonhard Kugler Freier Redner – Katechet An der Mühle 3 85354 Freising Telefon: 08161 – 92173 Internet: www.ernstkugler.de Konfessionsfreie christliche Bestattungen Ob Sie sich für eine Grabrede im kleinen Kreis oder eine öffentliche Trauerfeier entscheiden, ich helfe Ihnen dabei. Gemeinsam legen wir in einem vertraulichen Gespräch die Eckpunkte dafür fest.

ist seiner Frau in den ewigen Frieden gefolgt.

Unterföhring

MU

STER

In Liebe und Dankbarkeit: Dr. Anton und Traudl Lechner mit Michael, Brigitte und Robert im Namen aller Angehörigen

Beerdigung am Mittwoch, dem 9. Februar 2006, um 9.30 Uhr im Kirchenfriedhof. Sterberosenkranz am Donnerstag, dem 10. Februar 2006, um 18.00 Uhr.

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LOSLASSEN – DER TRAUER-RATGEBER

Dienstag, 6. März 2012

dingung, nun endlich zur Normalität zurückzukehren, schließlich gäbe es ja noch viel Schlimmeres. Diese sozialen Folgen der Trauer sind für die Betroffenen in den Auswirkungen oft noch nachhaltiger, als die Verlusterfahrung, standen in der Trauerforschung bisher aber eher am Rande. Soziale Faktoren der Trauer

Auch die Wissenschaft beschäftigt sich seit Jahren mit dem Thema Trauer.

Trauer als Wissenschaft Auch die Trauer ist zum Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen, Forschungen und Kongresse geworden. Und das ist wirklich gut so. War es jahrzehntelang ein ungeschriebenes, aber dennoch ehernes Gesetz, Trauer als Tabuthema erscheinen zu lassen, so hat sich an dieser Einschätzung seit etwa zehn Jahren sehr viel verändert. Trauerpsychologie Ein besonderes Augenmerk der Forschung lag und liegt auf dem Thema Trauerpsychologie. Was passiert in dermenschlichenSeele,wenn jemand trauert? Mit einem schlimmen Verlust beginnt für viele Hinterbliebene der Trauerprozess, in dessen Verlauf der Betroffene ganz neue,

bislang ungewohnte Emotionen Wer mit Trauernden zu tun hat, und Reaktionsweisen an sich der spürt, dass gerade die Themaentdeckt: Wut, Zorn gedankliche tik der Trauerphasen diese MenAggressivität gegen den Verstor- schenwirklichpraktischbeschäfbenen sind solche oft als unbe- tigt: Wo stehe ich in meiner Traurechtigt empfundene Gefühle. er? Wann bin ich damit durch? Ve r s c h i e d e n e Oder: Wann ist das Forschungsarbeivorbei? Das sind Fraten sehr namhafter gen, die Trauernde erschiedene Trauerforscher verstellen. Bewegt von suchen, diese Trau- Forschungsarbeiten dem Wunsch, die erprozesse in vier, namhafter TrauerTrauer nicht abzufünf oder mehr forscher versuchen kürzen, aber irgendSchritte zusam- unter anderem, den wann auch in ein menzufassen, zu bekannten Trauernormales Leben zusystematisieren und prozess in verschierückkehren zu könzu erklären. Grund- dene Schritte nen und zu wollen. sätzlich gilt: Wo einzuteilen. Doch viele Trauaber diese Erfahernde machen noch rungen angenomeine andere Erfahmen und richtig verstanden wer- rung, meist schmerzlichere Erden – wo also „Trauerarbeit“ ge- fahrung. Ihre Trauer verändert leistet wird, – kann aus dem auch ihr Umfeld: Nach einer geSchmerz Kraft für das neue Le- wissen Zeit verabschieden sich ben (ohne den verlorenen Men- Menschen aus dem Freundesschen) geschöpft werden. kreis. Mancher stellt gar die Be-

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Es sind häufig ganz bestimmte Umstände, die dazu führen, dass Trauer nicht mitgeteilt, nicht ausgedrückt werden kann oder darf. Dies sind einige der ganz häufigen Faktoren: Wer lange einen kranken Angehörigen gepflegt hat, dessen Umfeld ist oft sehr klein geworden. Der pflegende Angehörige ist oft ganz auf den zu Pflegenden fixiert. Nach dessen Tod ist dann oft niemand mehr da, der zuhören oder mit dem man die Trauer teilen könnte. Ähnlich geht es Menschen, die erst vor Kurzem umgezogen sind. Hier war oft noch keine Gelegenheit da, neue Kontakte aufzubauen. Auch Scham, weil man arm ist oder sich dafür hält, ist ein sozialer Faktor, der verhindern kann, dass Menschen ihre Trauer wirklich mitteilen können oder wollen. Auch die Angst, durch den Tod des Partners sozial absteigen zu können, fördert den Rückzug und erschwert so das Trauern mit anderen. Sozial nicht anerkannte Trauer Schließlich gibt es noch das Phänomen der sozial nicht anerkannten Trauer. Vor etwas mehr als 10 Jahren tauchte dieser Begriff erstmals in einer amerikanischen Untersuchung von Kenneth Doka auf. Was ist darunter zu verstehen? Von sozial nicht anerkannter Trauer wird gesprochen, wenn dem Trauernden das Recht auf seine Trauer, ihren öffentlichen Ausdruck und die Unterstützung durch seine Mitwelt nicht zugestan-

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den wird. Der Trauernde steht mit seiner Trauer alleine da. Sein Umfeld sieht seine Trauer und das Recht darauf ganz anders, als er selbst. Von sozial nicht anerkannter Trauer wird gesprochen, wenn der Verlust als unbedeutend angesehen wird (dies kann z. B. beim Verlust eines Haustieres vorkommen oder auch geschiedene Eheleute betreffen), die Beziehung zur verstorbenen Person sozial nicht akzeptiert war (z. B. kann das eine homosexuelle oder auch eine außereheliche Beziehung betreffen). Oder die Umstände des Todes werden sozial nicht akzeptiert (z. B. wenn sich der Verstorbene im Drogenmilieu aufgehalten hat, an AIDS gestorben ist oder sich das Leben genommen hat). Und es gibt das Phänomen, dass Menschen tatsächlich die Fähigkeit zu trauern abgesprochen wird, beispielsweise bei Kindern, sehr alten oder schwer kranken Menschen. Auch Menschen mit Behinderungen, die oft sehr eigene Ausdrucksformen der Trauer finden, bekommen nicht selten die Fähigkeit zur Trauer abgesprochen. Menschen, deren Trauer sozial nicht anerkannt wird, leiden ganz besonders darunter, dass sie alleine trauern müssen. Sie empfinden die Tatsache, dass ihnen soziale Unterstützung verwehrt wird, als zusätzliche Erschwernis im Trauerprozess. Die Trauerforschung weiß, dass dieser Sachverhalt eine ohnehin komplizierte Trauer mit einem zusätzlichen Risikofaktor versieht. Menschen, die mit sozial nicht anerkannter Trauer leben müssen, brauchen eher als andere eine professionelle Trauerberatung oder Trauertherapie. Wer als Betroffener die Kraft dazu hat, sollte in seinem Umfeld auch darum kämpfen, dass seine Trauer akzeptiert und anerkannt wird, wie hoffentlich jede andere Trauer auch. THOMAS MULTHAUP

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