University of Ottawa - Kanada

University of Ottawa - Kanada September 2012 - April 2013 Katharina Sander Ich habe acht Monate lang an der Universität Ottawa im wunderschönen Osten...
Author: Christin Kopp
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University of Ottawa - Kanada September 2012 - April 2013 Katharina Sander

Ich habe acht Monate lang an der Universität Ottawa im wunderschönen Osten Kanadas studiert. Durch die Partnerschaft zwischen dem Physikalischen Institut der Universität Rostock und dem Physikalischen Institut der Universität Ottawa war dies möglich.

Vorbereitungen Bewerbung Zunächst einmal ist es natürlich nötig sich an der Universität Ottawa zu bewerben. Dazu muss man Lebenslauf, Notenspiegel und der gleichen einreichen. Die Unterlagen gibt man dann im Auslandsamt ab und von dort wird die Bewerbung dann per Post nach Kanada geschickt. Man sollte natürlich darauf achten, dass man alles fristgerecht abgibt. Wenn man sich früh genug mit allem auseinandersetzt, ist das aber ohne Probleme zu bewältigen. Was genau man einreichen muss, findet man auf der Website der Uni Ottawa. Auch einen Nachweis ausreichender Englischkenntnisse ist von Nöten. Ich habe dafür den TOEFL-Test abgelegt. Aber es gibt auch die Möglichkeit das UNIcert-Zertifikat, welches man an der Uni Rostock nach Abschluss der Englisch-Module am Sprachenzentrum bekommen kann, zu verwenden. Visum Dann heißt es erstmal abwarten. Ich habe die Zusage der Uni Ottawa weniger als zwei Monate vor Beginn des Auslandssemesters bekommen. Das hieß natürlich erstmal etwas Stress. Als erstes ist es dann sinnvoll sich um ein Visum zu kümmern. Bleibt man länger als sechs Monate in Kanada, ist dieses nötig. Wenn ihr allerdings nur für ein Semester bleibt, sprich vier Monate, ist kein Visum nötig. Es sei denn ihr wollt auf dem Campus arbeiten, dann müsst ihr es dennoch beantragen. Die Bewerbung kostet ungefähr 100 Dollar und kann bequem online eingereicht werden. Dabei müsst ihr einen Nachweis über ausreichend finanzielle Mittel haben, den Letter of Confirmation der Uni Ottawa

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und noch einige andere unproblematische Angaben machen. Alles in allem aber weniger schwierig als es scheint. Wohnung Dann braucht ihr natürlich noch eine Wohnung. Schon bei der Bewerbung kann man angeben, ob man im Studentenwohnheim auf dem Campus wohnen möchte. Obwohl ich das wollte, gab es aber leider keinen Platz mehr für mich. Die Wohnungen dort wären aber auch wesentlich teuer gewesen, als ein Off-Campus-Appartement. Auf dem Campus kann man bestimmt mit 600-800 Dollar im Monat für eine Wohnung rechnen. Wenn man sich für eine Wohnung in Ottawa in Campusnähe entscheidet, muss man ebenfalls um die 600 Dollar bezahlen. Billigere Wohnungen findet man in der Nachbarstadt Gatineau, die schon in der französischsprachigen Provinz Quebec liegt. Dort findet man auch Wohnungen um die 400 Dollar. Auf der Website der Universität Ottawa gibt es einen Link zu Wohnungsanzeigen. Dort habe auch ich meine Wohnung schon vorab in Deutschland gefunden. Man kann aber auch eins, zwei Wochen früher anreisen und sich Wohnungen vor Ort angucken. Flug Jetzt bleibt noch der Flug übrig. Von Frankfurt nach Ottawa gibt es einen Direktflug von Air Canada, der sehr schnell und komfortabel ist. Etwas billiger kann es manchmal sein über die USA zu fliegen. Dann braucht man allerdings noch eine ESTA-Reisgenehmigung. Die kann man online bekommen, das ganze ist innerhalb weniger Minuten erledigt und ganz unproblematisch. Es bietet sich auch an mit Flügen nach Montreal zu vergleichen, die sind manchmal billiger und die Stadt ist nur zwei Stunden von der kanadischen Hauptstadt entfernt. Von Montreal kann man dann zum Beispiel mit dem GreyhoundBus für etwa 25 Dollar nach Ottawa fahren. Versicherung Studiengebühren muss man als Austauschstudent an der Uni Ottawa nicht bezahlen. Allerdings wird man über die Universität krankenversichert. Das Geld kann man sowohl schon vorab aus Deutschland überweisen oder wenn man in Kanada ankommt, bezahlen. Es handelt sich um ungefähr 800 Dollar für 8 Monate.

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Buddy Program Weiterhin sinnvoll ist es sich bei dem Buddy Program anzumelden. Das heißt man bekommt eine Person an der Universität in Ottawa zugewiesen, die einem anfangs bei Fragen zur Verfügung steht und den Campus zeigen kann. Das ist natürlich auch eine hervorragende Möglichkeit schonmal Kontakt zu Kanadiern zu knüpfen und sich auch das Nachtleben zeigen zu lassen.

Die Universität Die Universität Ottawa ist eine von drei Universitäten in der kanadischen Hauptstadt. Sie ist die größte zweisprachige Universität der Welt. Im Undergraduate-Level werden alle Kurse sowohl auf Französisch, als auch auf Englisch angeboten. Will man natürlich auch französischsprachige Kurse besuchen, müssen auch in dieser Sprache ausreichende Kenntnisse nachweisen werden. Es gibt ungefähr 30,000 Studenten an der Uni. Welcome Day Für internationale Studenten gibt es einen Tag vor Semesteranfang einen sogenannten Welcome Day. Man bekommt ein Begrüßungspaket mit allerlei Flyern und Informationen über die Universität und auch Infos darüber wie man sich wettergerecht kleidet und wo man am besten ein Konto eröffnet, sollte man eins brauchen. Dann geht es noch daran den Studentenausweis zu besorgen. Den gibt es in der Tabaret-Hall. Die zu finden, ist kein Problem, alles ist gut ausgeschildert. Dort wird dann ein Foto gemacht und ihr könnt den Ausweis gleich mitnehmen. Solltet ihr sonst noch irgendwelche Hilfe brauchen, ist auch das International Office in der Tabaret-Hall ein guter Anlaufpunkt. Dort wird einem immer gerne geholfen. Kurse Für die Kurse solltet ihr euch schon vorab registriert haben. Nach dem man die Bestätigung bekommt angenommen zu sein, solltet ihr ein Formular ausfüllen, in welche Kurse man eingetragen werden will. Bei mir hatte das leider nicht ganz so gut geklappt, die Mail ist wohl irgendwie untergegangen. War aber auch nicht so schlimm, schnell ins Studienbüro gegangen und das ganze dann dort nachgeholt. Die Kursauswahl kann man auch noch bis zu zwei Wochen nach Semesterbeginn ändern. Man kann also noch in andere Kurse reinschnuppern und sich gegebenfalls umentscheiden. Anders als bei uns, bedeutet eine Registierung für einen Kurs auch das man die Prüfung darin schreiben muss, also die Note am Ende auf dem Transcript stehen wird.

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Prüfungen In den meisten Kursen wird es so sein das ein Midterm und ein Final Exam geschrieben wird. Beide Noten werden dann in die Endnote eingehen. Meist kann man nach dem Midterm Exam noch entscheiden, ob man den Kurs weiterhin besuchen will oder nicht. Ist es also nicht ganz so optimal gelaufen, kann man sich ausschreiben. Allerdings ist es zu dem Zeitpunkt natürlich nicht mehr möglich sich für einen neuen Kurs zu registrieren. Das sollte man also nur in Erwägung ziehen, wenn man sich in zu viele Kurse eingeschrieben hat. Das Transcript wird am Ende dann an das Auslandsamt in Rostock geschickt, darum muss man sich also vor Ort nicht kümmern. Sport Sehr gut ist noch, dass man die Fitnessstudios der Uni (es gibt zwei) als Student umsonst nutzen kann. Es gibt auch zwei Schwimmbecken, die man zu gegebenen Zeiten nutzen kann. Auch einige Fitnesskurse werden angeboten, die man ohne Anmeldung besuchen kann. Es gibt natürlich auch Kurse für die man sich registrieren und dann auch bezahlen muss. Die Auswahl ist ausgesprochen vielfältig.

Die Stadt Ottawa ist die Hauptstadt Kanadas und offiziell zweisprachig. Straßenschilder, Beschriftungen im Supermarkt und so weiter stehen also immer auf Französisch und Englisch da. Der Ottawa River trennt die Provinz Ontario von Quebec. Also einmal über eine Brücke und schon seid ihr im französischen Teil Kanadas. Auf der anderen Seite des Flusses befindet sich dann die etwas kleinere Stadt Gatineau. Extrem viele Sehenswürdigkeiten gibt es in Ottawa nicht. Der Parliament Hill ist wunderschön und definitiv einen Besuch wert. Weiterhin gibt es viele sehr interessante Museen, wie zum Beispiel das War Museum, die National Art Gallery und das Canadian Museum of Civilization in Gatineau. Zu den meisten dieser Museen gibt es donnerstags ab vier Uhr nachmittags freien Eintritt. Der Byward Market ist die Bar- und Restaurant-Meile der Stadt. Auch einige Diskotheken befinden sich dort. Wenn man da ist, sollte man unbedingt Beaver-Tails ausprobieren. Im Winter sollte man sich das Eislaufen auf dem Rideau-Kanal nicht entgehen lassen. Mann kann sich ungefähr 8 Kilometer am Stück auf dem Eis fortbewegen. Transport Das Transportsystem der Stadt ist leider nicht besonders gut ausgebaut. Straßenbahn oder Metro gibt es nicht. Man kann aber alles mit Bus erreichen. Wohnt man in Ottawa

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und nicht in Gatineau, kann man sich den U-Pass an der Uni für 180 Dollar pro Semester kaufen und kann alle Busse benutzen. Wenn ihr im Sommer oder Herbst da seid, lohnt es sich ein Fahrrad zu kaufen. Gebraucht findet man schon Fahrräder ab 30 Dollar. Zum Beispiel die Internetseite www.kijiji.com bietet sich an um Fahrräder zu finden.

Ausflüge Von Ottawa aus gibt es viele Ausflugsziele, die man problemlos am Wochenende erreichen kann. Zuallererst wäre da Montreal, die Stadt liegt in Quebec und ist zwei Stunden entfernt. Zu erreichen ist sie mit Bus, aber auch Mitfahrgelegenheiten sind eine gute und günstige Alternative. Die Seite www.kangaride.com ist eine sichere Variante eine Mitfahrgelegenheit zu finden. Auch die Stadt Quebec City (etwa fünf Stunden entfernt) ist eine Reise wert. Im Februar ist dort das größte Winterkarneval der Welt. Dazu sollte man sich aber sehr warm einpacken, besonders die Füße, da die Temperaturen schonmal minus 30 bis 40 Grad erreichen können. Im Semester gibt es die sogenannte Study Week, in dieser Woche finden keine Vorlesungen statt. Die Zeit kann man, wenn man nicht zuviel für die Uni zu tun hat, nutzen um mal eine längere Reise zu unternehmen. New York ist zum Beispiel mit dem Greyhound-Bus für etwa 180 Dollar hin und zurück innerhalb von zehn Stunden zu erreichen. Auch Toronto ist nur fünf Stunden entfernt und nach weiteren 1,5 Stunden kann man die Niagara-Fälle bestaunen.

Rückblick Zum Ende kann ich nur sagen, dass sich dieses Auslandssemester extrem gelohnt hat. Ich habe unglaublich viele nette Menschen kennenlernen dürfen. Ich habe nicht nur meine Englischkenntnisse verbessert. Auch mein Französisch ist definitiv um einiges besser geworden. Aus akademischer Sicht hat sich der Aufenthalt in jedem Fall auch sehr gelohnt. Ich konnte in einer kanadischen Arbeitsgruppe schon anfangen an meiner Masterarbeit zu arbeiten. Auch die Kurse, die ich besucht habe, haben meinen Horizont erweitert und ich durfte von sehr renommierten Professoren lernen. Falls es noch irgendwelche Fragen zu beantworten gibt, stehe ich gern zur Verfügung unter: [email protected]

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