You are not here, but I talk to you and look through your eyes!

The Outside World (Stephane Breton, Frankreich, 2007) „You are not here, but I talk to you and look through your eyes!“ Der Regisseur des Films, Ste...
Author: Max Gerber
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The Outside World (Stephane Breton, Frankreich, 2007)

„You are not here, but I talk to you and look through your eyes!“

Der Regisseur des Films, Stephane Breton, begibt sich in dem von ARTE coproduzierten Film auf eine Reise durch seine Heimatstadt Paris. Der Professor für Anthropologie ist Spezialist für Neu-Guinea und hat in diesem Zusammenhang schon viele Forschungsreisen in das Land unternommen, um am Leben eines einheimischen Stammes teilzunehmen. Auf seinen Reisen wurden ihm viele Fragen über seine Heimat gestellt bzw. darüber, was sich die indigene Bevölkerung unter einer „Stadt“ vorstellen könnten: „He couldn´t imagine what the world is like behind his trees! Do we have work? Where do people go and where come from?“ Diese Fragen, mit denen sich Breton auf seinen Reisen konfrontiert sah, werden dem Zuschauer zu Beginn des Films durch den OFF-Kommentar eröffnet und bilden die Grundlage der Erzählperspektive, die in „The Outside World“ eingenommen wird. Er möchte in Briefform einem Freund in Neu-Guinea von der Stadt Paris erzählen, um ihm seinen heimatlichen Lebensraum näher zu bringen. Der OFF-Kommentar dient Breton als filmisches Mittel, das sein eingefangenes Bildmaterial um eine Deutungsbzw. Erklärungsebene erweitert, die seinem Freund die Beobachtungen während seiner (Neu-) Entdeckungstour von Paris verständlich machen soll. Nach einem vorangestellten Zitat von Spinoza, „By reality and perfection, I mean the same thing!“, steigt der Film zunächst nur auf der Bildebene ein. Es ist ein Straßenfeger bei der Arbeit zu sehen. Die sehr intensive Farbgebung lässt darauf schließen, dass sich das Geschehen in den frühen Morgen- oder Abendstunden abspielt. Das tiefe Blau und die von Menschen leer gefegten Gassen wirken durch die ästhetisierte Darstellung sehr befremdlich und der Blick der Kamera scheint sich sehr für die Tätigkeit des Mannes zu interessieren. Ein abendlicher Spaziergang durch unbelebte Gassen in Paris werden mit Detail- und Nahaufnahmen einzelner Personen ergänzt, beispielsweise eines Fast-Food essenden Menschen oder einem Kellner, der Tische zusammenstellt. Erst nach 3-4 Minuten wird die visuelle Ebene durch den nun einsetzenden OFF-Kommentar ergänzt, der dem Zuschauer die Erzählperspektive des Films eröffnet und die gezeigten Bilder in den von Breton

intentierten Zusammenhang stellt: eine Forschungsreise durch Paris, durch die Augen eines Fremden aus einem völlig gegensätzlichen Kulturkreis. In den einleitenden Worten des fiktiven Dialogs im OFF wird der Handlungskern der Geschichte verdeutlicht: „There are ordinary things that seem mysterious to you!“. Als gewöhnliche Dinge nennt Breton, dass man in der Stadt beispielsweise nur „cut flowers“ sieht, was auf der Bildebene mit Aufnahmen eines Blumengeschäfts und Blumentransporters untermauert wird. Der Fremde würde sich fragen, woher wohl die Kartoffeln in der Stadt kommen und die Tatsache, dass Menschen aneinander vorbeigehen, nicht miteinander sprechen und sich nie wieder sehen, würde ihm merkwürdig und absurd vorkommen. Mit dem Satz „You´re not here, but I talk to you and look through your eyes!“ wird die Kameralinse zu den Augen des Fremden, die damit die Wahrnehmung des Filmzuschauers determiniert und ihn somit zu einem Teil seiner Forschungsreise werden lässt. Im ersten Abschnitt sind verschiedene Menschen in Alltagssituationen zu sehen, die ihren Blick direkt in die Kamera richten. Diese Menschenporträts vermitteln den Eindruck, als wolle der Kamerablick einen ersten Eindruck von den Bewohnern einer Großstadt vermitteln. In dieser Sequenz reflektiert Breton auch die Inszeniertheit der Situation, indem er sich nach einer Weile bei einer im Taxi sitzenden Dame dafür bedankt, dass sie nun lange genug in die Kamera geblickt hätte und nun losfahren könne. Die Faszination für Menschen setzt sich in den folgenden Bildern weiter fort. Es folgen Close-ups von Gesichtern, von Füßen einer strömenden Menschenmasse, die einen sehr unpersönlichen und hektischen Eindruck über die Schnelllebigkeit einer Großstadt vermitteln. Das Interesse für die Tätigkeiten von Personen wird in einer weiteren Szene deutlich, in der ein Mann zu sehen ist, der kurz vor Arbeitsbeginn seine Werkzeuge zurecht legt. Für den Filmzuschauer wird sofort deutlich, dass es sich hier um einen Metzger handelt. Die Kamera verharrt jedoch lange und neugierig mit dem Fokus auf den Werkzeugen; ganz so als würde sie sich fragen, für welche Dinge die wohl benutzt werden. In dieser Anfangsphase des Films wird die Anonymität und Weitläufigkeit einer Großstadt immer wieder filmisch thematisiert: „From one light to another he makes his way like an insect (...) .How will it be able to explain, why there are so many streets go in different directions? Maybe one for all of us?“. Anschließend sieht man im Bild eine Frau, die am späten Abend alleine auf dem gegenüberliegenden Bordstein eine leere Straße entlang geht. Im

OFF folgt der Kommentar: „I like to thank you for not talking to me. I like to thank you for not coming closer! That´s what streets are for!“. Ein wichtiger Bestandteil der filmischen Strategie ist die Verknüpfung von Metaphern auf der Kommentar- und zugehörigen Bildern auf der visuellen Ebene. Die Metaphern dienen als Erklärung für den „Fremden“ und sind dementsprechend an dem Erfahrungsschatz seiner Lebenswelt in Neu-Guinea orientiert. Ein Beispiel dafür ist die Unterscheidung zwischen „empty places“ und „inhabitant places“: „`Empty Places´ is only when many people live there and suddenly leave“. Auf der Bildebene werden diese „leeren Orte“ mit Aufnahmen von Hinterhöfen und verlassenen Gegenden in Paris visualisiert. Solche leeren Orte kennt sein Freund aus NeuGuinea nicht, bei dem es ausschließlich unbewohnte Orte bzw. unberührte Gebiete gibt, während diese wiederum in einer Stadt (hier Paris) nicht mehr vorhanden sind. Auffallend ist, dass die Kamera den ganzen Film hindurch immer eine Faszination für Lichter bzw. Lichtspiele, Naturerscheinungen in der Stadt oder auch Abwasserkanäle entwickelt, die deren neugierigen und fragenden Blick immer wieder abzulenken scheint und damit einen Erzählfluss unterbindet. Das Sammeln von befremdlich wirkenden visuellen Großstadteindrücken wird somit Teil des ethnografischen Vorgehens, dass eine scheinbare Willkürlichkeit der gefilmten Situationen suggeriert. Dazu gehört auch eine unkommentiert gefilmte Militärandacht bzw. Wachablösung von Soldaten, die einer rituellen Handlung entspricht, die bei der Erkundung eines fremden Kulturkreises von besonderem Interesse ist und dementsprechend von den „Augen des Fremden“ eingefangen wird. Die Gedankengänge im OFF werden durch diese Bilder immer wieder unterbrochen, zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgenommen oder fallen gelassen. In einer Sequenz des Films ist eine Masse von Joggern zu sehen, die sich für ein Rennen bereit macht. Die Entkontextualisierung dieses Szenarios gepaart mit dem naiven Blick der Kamera deckt für den Filmzuschauer die Absurdität dieser Handlungen auf: Es steht eine Vielzahl von Menschen zusammen, die eine Banane essen, nur mit einer Plastiktüte bekleidet sind und plötzlich zu rennen beginnen. Auf dem Boden sind die ausgezogenen Hosen und Berge von Plastiktüten zu sehen, die von den Joggern zurückgelassen und von anderen Menschen durchwühlt und teilweise mitgenommen werden. Die skurril wirkende Sequenz begleitet ein OFFKommentar, in dem sich Breton um eine Erklärung des Gesehenen für seinen Freund in Neu-Guinea bemüht. „In my country we have everything, but I can´t tell you

how does it got there or why we throw it away. (...) Where does the trunk end up?“ Daran anschließend sieht man Bilder von Müllmännern bei der Arbeit, deren Tätigkeit im OFF durch folgenden Kommentar begleitet wird: „There are things we keep and things we throw away. Things are able to exist, when it´s able to deny them!“ Im Gegensatz zur Trennung der Welt der Lebenden und der Toten, die dem Freund aus Neu-Guinea ausschließlich bekannt ist, existiert in Bretons Lebensraum zusätzlich eine Trennung zwischen der Welt der Lebenden und der Welt der Dinge bzw. des Mülls. Dieser Vergleich wird von Breton herangezogen, um seinem Freund erklären zu können, was Müll ist, da so etwas bei ihm nicht existiert. Es wird außerdem versucht, das Phänomen des „Materialismus“ zu beschreiben, das Menschen antreibt und für den „Fremden“ in dieser Form völlig unbekannt ist. Die nächsten beiden Stationen der Reise dienen dazu, sich durch Beobachtungen und Interviews ein genaueres Bild über die Bewohner einer Stadt zu machen. „Looks like

the

countryside“:

heruntergekommenen

ein

Fluss

Industriegebäuden

unter bilden

einer den

Eisenbahnbrücke Schauplatz

der

mit ersten

Beobachtung. Die sozialen Beziehungen der sich dort befindenden Personen rücken hierbei ins Zentrum des Interesses. Es wird ein Mann gezeigt, der auf eine Frau wartet und währenddessen einen am Fluss sitzenden Angler beobachtet. Nachdem die Frage des Kameramanns, ob es in Ordnung wäre, wenn er mit ihm zusammen warte, mit „Ja“ beantwortet wird, rückt ihn die Kamera ins Zentrum. Der begleitende OFF-Kommentar versucht eine möglichst detailgetreue Beschreibung seiner Verhaltensweisen vorzunehmen, sowie mögliche sozialen Beziehungen zwischen den Personen zu analysieren. Nach dem Befragen des Anglers und des Wartenden wird deutlich, dass ihr Wissen über ihre Mitmenschen, die sich öfter an diesem Platz aufhalten, nur aus unpersönlichen gegenseitigen Beobachtungen stammt: „You get to know them, when you come here often!“, sagt der Angler, worauf aus dem OFF die Schlussfolgerung zu hören ist: „They know each other only by side!“ In der darauf folgenden Sequenz tritt Breton, im Gegensatz zu der vorangegangenen, in direkte Interaktion mit den Gästen einer kleinen Kneipe und partizipiert am Geschehen. Nach anfänglich distanzierten Beobachtungen, die das Eingreifen des Forschers mit seiner Kamera reflexiv beleuchten, indem ein Gast anmerkt, dass sich alle wie immer verhalten, albert er schließlich herum und trinkt mit ihnen zusammen Bier. Nach dem dritten Bier ist es ihm nicht mehr möglich, objektive Beobachtungen zu sammeln und er bricht seine „Forschungen“ schließlich wegen Betrunkenheit ab.

Die Schwierigkeit Bretons, seinem Freund ein verständliches Bild von seiner Stadt, sowie deren Einwohnern zu vermitteln, wird in vielen Passagen des Films deutlich. Auch das Wiederholen der Fragen im OFF schafft dabei keine Klarheit: „What country are we in? Where are we going?“. Die Bilder zeigen Menschen, die gemeinsam eine Fußballübertragung schauen, in ein Schaufenster blicken oder von einer Brücke hinuntersehen. Die aus dem Alltag gegriffenen Bilder wirken in ihrer Darstellung auf den damit eigentlich vertrauten Filmzuschauer sehr absurd und die Frage aus dem OFF wird beantwortet: „People standing on the pavement, gathered. They don´t want to go!“ Die Rolle der Medien bzw. der Bilder und Abbilder und deren Einfluss auf Menschen wird in mehreren Sequenzen des Films dargestellt. In einer Szene sind amerikanische Touristen zu sehen, die sich gegenseitig fotografieren, sich vor der Kamera inszenieren und im Anschluss sofort auf ihre Kamera schauen und sich selbst über das gemachte Bild beurteilen. In einer weiteren Szene wird inmitten einer große Menschenmenge auf einem öffentlichen Platz ein TV-Kamerateam gefilmt. Die Menschen zeigen sich sehr kamerafixiert und sobald sie die Kamera erblicken und von ihr aufgenommen werden, rasten sie aus, fangen an zu schreien, möchten sich mitteilen oder einfach Grüße aussprechen. Das eigentliche Geschehen um die Feier herum scheint für sie völlig unwichtig zu werden. „Beeing seen is better than being there! They hope they will be seen!“. Dieses Szenario findet seinen Höhepunkt im Bannen aller Blicke in den von einem Feuerwerk erleuchteten Himmel, was durch das Display einer anderen Kamera gefilmt wird. Diese Bild-im-Bild Darstellung schließt mit einer vom Fernsehen abgefilmten Nachrichtensendung ab, die durch folgenden OFF Kommentar unterlegt wird: „Look at me! Yes!“. Diese Sequenzen sollen darstellen, welche Rolle mediale Bilder und Abbilder in der heutigen (Medien-) Gesellschaft spielen und wieviel Macht sie besitzen. Die mediale Inszenierung ist ein fest verankerter Bestandteil bei der Konstruktion von Identität und konstituiert in hohem Maße unser Verständnis von „Wirklichkeit“ - Die Macht der Bilder. Auch an dieser Stelle des Films wirken für uns eigentlich vertraute Szenarien, vor allem das Verhalten der Menschen, aufgrund Bretons Perspektive, absurd und merkwürdig. Im letzten Abschnitt des Films stehen Gespräche mit zwei Personen im Zentrum. Ein Mann, der sich auf einen leeren Platz einer Bushaltestelle setzt und einer, der gerade auf seine Mitfahrgelegenheit wartet. Die Fragen, die von Breton gestellt werden, wirken für eine alltägliche Gesprächssituation mit Fremden sehr atypisch und sind

teilweise sehr persönlich. Er möchte gerne wissen, wo die Personen hinwollen, wo sie wohnen und wie sie wohnen und eingerichtet sind. Die Gesprächspartner zeigen sich ungewöhnlich offen und erzählen viele Details, bis der Bus eintrifft und die Personen wieder verschwinden. Kaum hat er sich ein grobes Bild über die Menschen gemacht, trennen sich die Wege wieder und es gelingt nicht, tiefer in das Leben der Großstadtbewohner vorzudringen. Aus dem OFF folgt nun ein abschließender Kommentar des Films, bei dem im Bild das Gesicht des Anglers einer vorangegangenen Szene zu sehen ist: „They know things well – only by side. It was a strange day! You wouldn´t understand a thing. I will not bring this letter to the post office. It´s not worth it – it´s too late to post this letter!“ Die Menschen leben nebeneinander her, sind sehr Ich-bezogen und empfinden viele Dinge als selbstverständlich und nebensächlich, was durch den OFF-Kommentar „Food comes from nowhere (...)“ untermauert wird. Er schafft es auf seiner Reise durch Paris nicht, diese Tatsachen für seinen Freund in Neu-Guinea verständlich zu machen und will deshalb seinen Brief nicht absenden. „Das Eigene als das Fremde“ wird zu der Leitmaxime des filmischen Ansatzes von Stephane Breton. Auf der Bildebene gelingt es ihm, durch eine fragmentierte Schnittfolge bestimmte Phänomene zu entkontextualisieren und sie ausschließlich mit der Faszination für das fotografierte Objekt, Person oder Situation darzustellen. Durch viele jump-cuts auf der bildlichen und Sprüngen auf der inhaltlichen Ebene, wird der essayistische Charakter des Films verstärkt und eingesetzt, um die Vielzahl der Großstadteindrücke zu verdeutlichen. Die durch den Kommentar im OFF ergänzte visuelle Ebene ergibt ein filmisches Gesamtkonzept, dass Breton dazu benutzt, Bekanntes zu verändern und die Perspektive eines Eingeborenen aus NeuGuinea zu vermitteln. Die dadurch entstehende Verfremdung macht dem Zuschauer verschiedene Absurditäten seiner Lebenswelt begreiflich. In den Bildern von „The Outside World“ wird die bekannte Stadt Paris dekonstruiert und entsprechend seiner Perspektive neu zusammengesetzt. Dieses Mosaik bildet ein fiktiv geschaffenes Forschungsfeld, das aufgrund seiner offensichtlichen Konstruiertheit dem Spannungsverhältnis zwischen filmästhetischer Darstellung und wissenschaftlicher Verwertbarkeit (cinematographicness vs. ethnographicness) nicht in dem Maße ausgesetzt ist, wie dies bei einem klassischen ethnografischen Film der Fall ist; beispielsweise der auch auf dem GIEFF gesehene „A life with slate“ über den Schieferplattenabbau in Nepal. Die Herangehensweise Bretons eröffnet viel mehr

Möglichkeiten einer filmästhetischen Bildgestaltung, wie die farbliche Verfremdung oder Akzentuierung. Mit Hilfe einer ethnologischen Vorgehensweise soll ein Sinngeflecht aus den Beobachtungen gestrickt werden. Die Anwesenheit des Forschers im Feld wird in verschiedenen Situationen immer wieder mit der Kamera dokumentiert. Zu Beginn macht sich der Forscher ein Bild von Bewohnern der Stadt, dann konzentriert er sich auf ihre Werkzeuge, ihre Rituale, bis hin zu ihren Verhaltensweisen und sozialen Verknüpfungen untereinander. Das Kreieren eines verständlichen Bildes über seinen heimatlichen Lebensraum mit Hilfe seiner erlernten ethnografischen Methode fällt Breton jedoch schwer und er zeigt damit die Grenzen bzw. eingeschränkte Anwendbarkeit bestimmter Forschungsansätze auf. Im Gegensatz zur eigentlichen Vorgehensweise bei ethnografischen Filmen, dem höchstmöglichen Grad an Zurückhaltung aus dem Geschehen, dekonstruiert und rekonstruiert Breton mit Hilfe der Montage und subjektiver Kamera die Wirklichkeit. Auf diese Weise schafft es der Film, dass die Eindrücke, die in der Großstadt gesammelt werden, obwohl der Zuschauer sehr wohl mit ihnen vertraut ist und sich bei ihm als Normalität eingeschrieben haben, befremdlich und absurd wirken. Er erweitert

damit

den

Gegenwartsphänomene,

Blickwinkel wie

die

des

immer

Zuschauers zunehmende

auf

bestimmte

Medialisierung

und

Individualisierung unserer Gesellschaft. „The Outside World“ ist trotz seiner herausgestellten Künstlichkeit ein ethnografischer Film, dem es im Gegensatz zu vielen anderen Filmen auf dem GIEFF gelingt, gerade durch seine experimentelle Machart einen ethnologischen Blick zu generieren, der es schafft, sich dem Spannungsfeld zwischen filmischen und wissenschaftlichen Anspruch zu entziehen. Er kann in einigen Punkten seines filmischen Ansatzes in der Tradition des cinema verité 1 verortet werden.

Peter Fuhrländer

1

cinema verité: sozial experimentelle Dokumentarfilme (oft in Zusammenarbeit mit Soziologen); Frankreich: Anfang der 1960er Jahre; wichtiger Vertreter: Jean Rouge

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