Von Abraham bis Jesus Gemeindereise nach Israel und Palästina vom 24. Oktober bis 2. November 2014

Jerusalem: Jüdischer Friedhof und Tempelberg mit Felsendom Jerusalem – die Stadt, die Juden, Christen und Muslimen gleichermaßen heilig ist. Hier, in der rund 800 000 Einwohner zählenden Stadt in den Judäischen Bergen, wird deutlich, wie nah sich die drei monotheistischen Religionen Judentum, Christentum und Islam sind – und wie fremd zugleich. Religiöse Bedeutung, historisch-kulturelle Schätze, gesellschaftliche Gegensätze und politische Konflikte treffen in Jerusalem so geballt aufeinander wie in wohl keiner anderen Stadt der Welt. Das haben die 28 Teilnehmer einer Gemeindereise nach Israel und Palästina vom 24. Oktober bis 2. November 2014 hautnah erleben dürfen.

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An der jüdischen Klagemauer Unter der Leitung von Pfarrer Reinhard Schübel und Pfarrer Wolfgang Heidenreich besuchten die vor allem aus Eckersdorf und Mistelbach stammenden Mitreisenden unter anderem Jerusalem, Bethlehem, Hebron, Arad, Massada, das Tote Meer, Qumran, das Jordantal, den See Genezareth, Kapernaum und Nazareth. Dabei bewegten sie sich auf den Spuren „Von Abraham bis Jesus“.

Sonntagsgottesdienst in der Evang.-Luth. Erlöserkirche 2

Initiiert hatte die Reise Israel-Kenner Reinhard Schübel, der schon fast 20 Mal im Heiligen Land war und israelischen Familien hilft, die Kinder und nahe Angehörige durch Terrorangriffe verloren haben. Vor Ort wurde die Gruppe während der zehn Tage von einem Reiseleiter geführt. Der gebürtige Münchner, der seit 30 Jahren in Israel lebt, begeisterte und beeindruckte die Gruppe mit seinem umfangreichen Wissen – und mit seiner unkonventionellen, amüsanten und mitreißenden Art, dieses Wissen zu vermitteln.

Die Reisegruppe Ausgangspunkt der Reise war Jerusalem. Drei Tage lang erkundete die Gruppe die Stadt in ihren unterschiedlichen Facetten. Dabei bekamen die Teilnehmer aus Oberfranken eine Ahnung davon, wie schwierig es in dieser Stadt sein muss, bei so viel Konfliktpotenzial den Frieden zu wahren. Gefährlich war es für die Gruppe nicht.

Jerusalem - Orientalischer Markt Machne Jehuda mit 1000 Geschäften Gewürze – Der Duft des Orients 3

Das Programm war straff und umfangreich: Vom Ölberg ging es über den Jüdischen Friedhof zum Garten Gethsemane und weiter in die Altstadt. Hier führte der Weg durch jüdische, christliche und arabische Viertel, wo Menschen unterschiedlicher Herkunft und Religionszugehörigkeit in Frieden nebeneinander und miteinander leben. Über die Via Dolorosa, die bis heute den Leidensweg Jesu veranschaulicht, ging es zur West- bzw Klagemauer. Hier erlebte die Gruppe ins Gebet vertiefte jüdische Gläubige – und auf dem Tempelberg die Verachtung von Muslimen gegenüber Andersgläubigen. Auf dem Tempelberg stehen der Felsendom und die AlAqsa-Moschee. Zwei für Muslime heilige Stätten. Nicht-Muslimen ist es zwar erlaubt, den Tempelberg zu betreten, erwünscht sind sie jedoch nicht, wie auch die Gruppe aus Mistelbach und Eckersdorf zu spüren bekam. Jedoch stand hier einst der jüdische Tempel, weswegen der Ort bis heute auch Juden heilig und Christen bedeutungsvoll ist.

Der großartige Felsendom. Der Zugang zum Tempelberg ist schwer bewacht Das Gartengrab war ein gutes Beispiel dafür, wie sich die Menschen heute religiöse Orte konstruieren, wenn historische Nachweise fehlen. Denn für das Grab Jesu gilt – wie für etliche andere Schauplätze aus der Bibel: Wo sich das Grab exakt befunden hat, ist unklar.

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Grabeskirche mit dem Grab Jesu Christi Die Grabeskirche, 3000 Jahre alte Ausgrabungen in der „Davidsstadt“, ein Marsch durch den Hiskia-Tunnel und der Besuch eines Marktes gehörten zu weiteren Höhepunkten der Tage in Jerusalem. Zum Schluss besuchte die Gruppe die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem.

Jerusalem Yad Vashem – beeindruckende Gedenkstätte an den Holocaust Die Ausflüge nach Bethlehem und Hebron führten die Gruppe in palästinensisches Gebiet. In Bethlehem stand die Geburtskirche auf dem Programm, weiter ging es zu den Hirtenfeldern und am nächsten Tag nach Hebron. Beim Besuch einer Synagoge im Jüdischen Viertel erfuhren die 5

Besucher viel über den jüdischen Glauben, jüdische Rituale und jüdisches Leben. Der israelisch-palästinensische Konflikt ist in Hebron besonders spürbar. Hier lebt eine kleine jüdische Gemeinde unter etwa 130 000 Palästinensern – rund um die Uhr bewacht von israelischem Militär.

Hebron Grabstätte Abrahams und weiterer Erzväter und Erzfrauen Beeindruckend war die Fahrt durch die Wüste nach Massada. Auf dem schwer zugängigen Felsplateau hatten sich nach der Zerstörung Jerusalems im Jahr 70 etwa 900 Juden verschanzt. Nach zweijähriger Belagerung und Schließlich Erstürmung durch die Römer begingen die Juden Selbstmord – um der Ermordung durch die Römer zuvorzukommen. Von Massada ging es nach Qumran, wo 1947 ein Hirtenjunge die ältesten Tora-Rollen der Welt entdeckte. Die Schriften sind mehr als 2000 Jahre alt. Im Toten Meer nahmen zahlreiche Reiseteilnehmer die Gelegenheit wahr, zu baden. Sie stellten fest, dass „Ertrinken“ tatsächlich nicht möglich ist, weil der hohe Salzgehalt des Gewässers den Badenden sicher trägt.

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Aufstieg nach Massada

Qumran - Fundort uralter Bibelhandschriften

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Schwimmen im Salzwasser des Toten Meeres - Ertrinken nicht möglich! An der Stelle des Jordan, wo auch Jesus einst getauft wurde, ließ sich eine Reiseteilnehmerin von Pfarrer Reinhard Schübel taufen. Am Jordan entlang führte die Reise nach Norden zum See Genezareth, den die Gruppe zunächst von den Golan-Höhen aus in voller Schönheit bewundern konnte. Aus der Wüste kommend bildeten die grünen, dicht bewachsenen Hügel rund um das „Galiläische Meer“ einen tollen, klimatischen Kontrast. Einige nutzten die Gelegenheit zum Bad in dem weltweit tiefst gelegenen Süßwassersee.

Taufestelle Jesu – Taufe einer Reiseteilnehmerin

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Abendliche Stimmung am See Genezareth Man fühlt sich in die Zeit Jesu zurückversetzt.

Bootsfahrt auf dem See Genezareth – Erinnerung an die berühmte Wundertat Jesu

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Kapernaum- der Ort, den Jesus besonders liebte Eine Bootsfahrt erinnerte an die vielen Episoden im Leben Jesu, die sich am See Genezareth abspielten, und an die Wunder die er vollbrachte. Mit Kapernaum, dem Berg der Seligpreisungen und Tabgha – dem Ort der Brotvermehrung – standen weitere bedeutsame Wirkungsstätten Jesu auf dem Programm.

Ort der berühmten Seligpreisungen Den Abschluss der spannenden und eindrucksvollen Reise bildeten Nazareth mit der Verkündigungskirche und der Berg Tabor. Von hier genossen die Teilnehmer den Blick über das weite, biblische Land und kamen zu einem abschließenden Gottesdienst mit Abendmahl zusammen. Für alle wa10

ren die zehn Tage in Israel eine spannende und inspirierende Erfahrung, die noch lange nachklingen wird.

Tabor – Erinnerung an Jesu Verklärung Dass das Leben in Deutschland unter Umständen gefährlicher ist als der Besuch in einem Krisenland wie Israel erlebten die Reisenden nach dem Rückflug von Tel Aviv nach Prag, als dem Omnibus auf der Autobahn in dichtem Nebel plötzlich ein Geisterfahrer entgegenkam. Der Busfahrer reagierte jedoch blitzschnell und verhinderte so einen Zusammenstoß – damit bescherte er der Gruppe eine gesunde Heimkehr nach Mistelbach und Eckersdorf. Ute Wessels, München im November 2014 Gemeinde-und Studienreise nach Israel „Von Abraham bis Jesus“, 24.10.-2.11.2014 Veranstalter: Evang.-Luth. Kirchengemeinden Eckersdorf und Mistelbach Reisebüro: hand in hand tours Heiner Zahn GmbH, Postfach 65, 72222 Ebhausen, http://www.handinhandtours.com Tel (07458) 9999 0, Fax (07458) 9999 18, E-Mail: [email protected] Alle Bilder: Reiseteilnehmer © Ute Wessels 2014

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