Tierschutz mit Herz und Verstand

Tierschutz mit Herz und Verstand Jahresbericht 2015 DEUTSCHER TIERSCHUTZBUND E.V. www.tierschutzbund.de Tierschutz mit Herz und Verstand Jahresber...
Author: Hennie Vogel
5 downloads 7 Views 4MB Size
Tierschutz mit Herz und Verstand Jahresbericht 2015

DEUTSCHER TIERSCHUTZBUND E.V.

www.tierschutzbund.de

Tierschutz mit Herz und Verstand Jahresbericht 2015

DEUTSCHER TIERSCHUTZBUND E.V.

www.tierschutzbund.de

4 • 5

Tierschutz mit Herz und Verstand Jahresbericht 2015

Fotoquellennachweise S. 14 ganz links ........... Tierschutzverein Landsberg S. 15 ganz rechts ........ Tierschutzverein Landsberg S. 14/15 mitte .............. Tierschutzverein Freyburg S. 16 oben ................... Tierschutzverein Freyburg S. 20 oben rechts ........ Deutscher Tierschutzbund Landesverband Bayern e.V. S. 21 oben links .......... Deutscher Tierschutzbund Landesverband Bayern e.V. S. 21 oben rechts ........ Tierschutzverein Stuttgart und Umgebung e.V. S. 20 unten links.......... Manfred Karremann S. 22 unten links.......... Deutscher Tierschutzbund e.V. / M. Marten S. 23 oben rechts ........ Fressnapf Holding SE S. 23 unten links.......... Fressnapf Holding SE S. 25 oben rechts ........ Tierschutzverein Berlin S. 26 ........................... TSV Stuttgart

Impressum

S. 27 oben rechts ........ TSV Stuttgart S. 28 oben links .......... TSV Brandenburg

Herausgeber: Deutscher Tierschutzbund e.V. In der Raste 10 53129 Bonn Telefon: 0228-60496-0 Fax: 0228-60496-40

S. 28 oben rechts ........ TSV Brandenburg S. 29 unten rechts ....... Deutscher Tierschutzbund e.V. / M. Marten S. 30 mitte links........... Deutscher Tierschutzbund e.V. / M. Marten S. 30 mitte rechts ........ Deutscher Tierschutzbund e.V. / M. Marten S. 32 oben links .......... meand3kids S. 37 mitte rechts ........ Bernd Wackerbauer S. 42 oben links .......... Deutscher Tierschutzbund e.V. / M. Marten

September 2016

S. 42 unten links .......... Deutscher Tierschutzbund e.V. / M. Marten S. 49 oben rechts ........ Deutscher Tierschutzbund e.V. / M. Marten

www.tierschutzbund.de

S. 49 unten rechts ....... Deutscher Tierschutzbund e.V. / M. Marten

1226/09/16

S. 52 oben rechts ........ nordphoto

Aus Gründen der Lesefreundlichkeit haben wir uns bei Bezeichnungen von Personengruppen für die männliche Form entschieden, wobei natürlich beide Geschlechter angesprochen sind.

S. 57 oben ................... Tierschutzverein Starnberg S. 58 unten links.......... Deutscher Tierschutzbund e.V./Ehrhardt S. 59 unten rechts ....... Eurogroup for Animals S. 61 mitte rechts ........ Frederik Rösch S. 77 unten rechts ....... Tierschutzjugend Berlin

Vision

Der Deutsche Tierschutzbund e.V. Unsere Vision Jedes Geschöpf hat Anspruch auf ein artgemäßes, leidensfreies Leben und einen schmerzlosen Tod. 7LHUHGLHVLFKLQGHU2EKXWGHU0HQVFKHQEH¿QGHQ müssen ihren Bedürfnissen entsprechend gehalten und behandelt werden. Tiere in freier Natur sind vor Eingriffen und Ausrottung zu schützen. Generell müssen Tiere vor Grausamkeit und Not bewahrt werden. Alle Aktivitäten des Deutschen Tierschutzbundes und seiner Mitgliedsvereine sind darauf ausgerichtet, diese Ziele zu erreichen.

Der Deutsche Tierschutzbund wurde im Jahre 1881 als Dachorganisation der Tierschutzvereine und Tierheime in Deutschland gegründet. Heute sind ihm 16 Landesverbände und mehr als 740 örtliche Tierschutzvereine mit über 550 vereinseigenen Tierheimen /Auffangstationen und mehr als 800.000 Mitgliedern aus allen Teilen der Bundesrepublik angeschlossen. Er ist damit Europas größte Tier- und Naturschutzdachorganisation. Wer die Arbeit des Deutschen Tierschutzbundes kontinuierlich unterstützen möchte, hat die Möglichkeit, Fördermitglied zu werden – für einen Jahresbeitrag ab 64 Euro (Schüler, Studenten, Rentner und Erwerbslose zahlen einen ermäßigten Beitrag ab 32 Euro). Unsere fördernden Mitglieder helfen uns, den Tieren zu helfen. Von den ihm angeschlossenen Vereinen erhält der Deutsche Tierschutzbund jeweils einen Mitgliedsbeitrag, der für Tierschutzvereine und korporative Mitglieder für je angefangene 100 Mitglieder 55 Euro beträgt. Der Betrag ist so gering angesetzt, weil die meisten Tierschutzvereine für ihre eigene Tierschutzarbeit und vor allem für vorübergehende Unterbringung und Versorgung in Not geratener Tiere, die im vereinseigenen Tierheim oder privat betreut werden, selbst dringend Geld benötigen.

6 • 7

Tierschutz mit Herz und Verstand: So arbeiten wir Wir wollen verhindern, dass Tiere leiden müssen. Dieser einfache Satz wirft oft einen ganzen Strauß von Fragen auf, die beantwortet werden wollen. Leiden die Tiere wirklich? Und warum? Wer verursacht das Leid? Und was muss getan werden, damit sich ihre Lage verbessert? Genügt es, Hinweise zu geben, weil den Tieren die Qualen nur aus Unkenntnis zugefügt werden? Oder aus Gleichgültigkeit? Stehen wirtVFKDIWOLFKH*UQGH,QWHUHVVHQVNRQÀLNWHLQXQVHUHU Gesellschaft oder Wünsche einzelner Bürger dem Tierschutz im Weg? Können wir diese mit Druck aus der Öffentlichkeit, durch eine Änderung der politischen Rahmenbedingungen und/oder durch eine Schärfung des öffentlichen Bewusstseins ändern? Wir gehen diesen Fragen auf den Grund und leiten daraus unsere Aktivitäten ab. Unsere Fachleute in der Akademie für Tierschutz erarbeiten dabei die wissenschaftlichen Grundlagen, die die Basis für unser weiteres Vorgehen sind. Pauschal zu fordern, das Tierleid müsse endlich abgeschafft werden, führt leider selten direkt zum Ziel. In Pilotprojekten zeigen wir daher beispielhaft auf, dass es möglich ist, Tiere ihren Bedürfnissen entsprechend zu halten und zu versorgen und offene Fragen in der Wissenschaft auch ohne Tierversuche zu bearbeiten. Gerade in der landwirtschaftlichen 7LHUKDOWXQJEHVWHKHQRIWJUR‰H.RQÀLNWH]ZLVFKHQ den wirtschaftlichen Interessen und Gegebenheiten und den Bedürfnissen der Tiere. $QGHU/|VXQJVROFKHU=LHONRQÀLNWHDUEHLWHQXQVHUH Wissenschaftler und die politisch Verantwortlichen gemeinsam. Meist müssen wir Zwischenschritte begleiten, um für die Tiere möglichst sofort spürbare und messbare Verbesserungen zu erreichen. Das große Ziel verlieren wir dabei jedoch nicht aus den Augen. In der Bundesgeschäftsstelle werden die Ergebnisse unserer Recherchen und Aktivitäten für die Öffentlichkeit in Broschüren, Merkblättern und zu passenden Zeitpunkten auch für die Medien und weitere Unterstützer aufbereitet.

Dr. Brigitte Rusche, Vizepräsidentin des Deutschen Tierschutzbundes und Leiterin der Akademie mit dem Präsidenten des Verbandes, Thomas Schröder.

In vielen Fällen sind zur Lösung der Tierschutzprobleme zielführende politische Rahmenbedingungen erforderlich. Unsere Mitarbeiter im Hauptstadtbüro halten den Kontakt zu Politikern aller Parteien, informieren über den Handlungsbedarf und knüpfen Verbindungen zwischen Abgeordneten und den Gremien und Fachleuten des Deutschen Tierschutzbundes. Das wichtigste Fundament für unsere Arbeit ist der praktische Tierschutz. Die Facharbeit in allen Einrichtungen und Projekten des Deutschen Tierschutzbundes ist darauf ausgerichtet. Als Dachverband verzahnen wir nicht nur unsere Kampagnen mit den Aktivitäten unserer Mitgliedsvereine, wir helfen ihnen auch aktiv – mit Fachberatung, Zuschüssen und Rechtsberatung. Unser Tier-, Natur- und Jugendzentrum in Weidefeld mit der Artenschutzstation auf Sylt trägt dazu ebenfalls bei. Dort helfen wir vielen Tieren nicht nur direkt, aus den praktischen Erfahrungen, die wir dabei gewinnen, entwickelt sich immer auch Grundlagenarbeit zum Nutzen der Landesverbände und Mitgliedsvereine mit ihren Tierheimen. Und wenn es konkret werden muss, leisten wir auch das: Mit dem Deutschen Haustierregister oder mit unseren Projekten vor Ort – im Inland und im Ausland – beispielsweise in der Ukraine, helfen wir unzähligen Tieren ganz direkt. Wenn wir ein konkretes Ziel erreichen wollen, greifen die Aktivitäten unserer Fachleute ineinander. Das ist die gelebte Prämisse „Tierschutz mit Herz und Verstand“ – unser Leitmotto.

Inhalt

Inhalt

04 ..............Impressum 05 ..............Der Deutsche Tierschutzbund e.V. - Unsere Vision 06 ..............Tierschutz mit Herz und Verstand - So arbeiten wir 08 ..............Vorwort Unterstützung der Tierschutzvereine und Tierheime 11 ..............Betreuung der Mitgliedsvereine 14 ..............Finanzierung der Tierheime 16 ..............Tierheimsymposium 17 ..............Kollege Hund-Tag 17 ..............Urlaubsaktion 18 ..............Fortbildung Hunde im Tierheim 19 ..............Tierschutz auf Mallorca 20 ..............Hilfe für illegal importierte Welpen 22 ..............Vermittlungshilfe für Hundesenioren 23 ..............Adoptierstuben Tierschutz mit Kindern und Jugendlichen 24 ..............Angebote für Schulklassen 24 ..............Tierschutzlehrer vernetzen sich 25 ..............Tierschutzkoffer 25 ..............Tierheimführungen attraktiv gestalten Praktische Hilfe für Tiere in Not 27 ..............Hilfe bei Animal Hoarding 29 ...............DW]HQVFKXW]GXUFK.DVWUDWLRQVSÀLFKW 31 ..............Kennzeichnung und Registrierung hilft Hunden und Katzen 33 ..............Tauben in den Städten Hilfe für Tiere im Ausland 34 ..............Tierschutz in der Ukraine 35 ..............Tierschutz in Rumänien Misshandlung von Tieren beenden 36 ..............Keine Manipulation an Tieren 39 ..............Stoppt die Schlachtung trächtiger Tiere 40 ..............Wildtierhaltung und -handel 42 ..............Keine Wildtiere im Zirkus 44 ..............Pelztierhaltung beenden 46 ..............Stoppt das Töten auf Raten (Catch & Release) 47 ..............Stoppt Affenversuche

Alternativen voranbringen 48 ..............Stärkung von Alternativen in der Wissenschaftlichen Diskussion 49 ..............Erforschung von Alternativmethoden 50 ..............Label Für Mehr Tierschutz Fortbildungsangebote 53 ..............Wissen schützt Tiere Wertewandel in der Gesellschaft 54 ..............Für die Tiere auf der Straße Gesetzliche Bestimmungen verbessern 57 ..............Modernisierung der Jagdgesetzgebung 59 ..............Beschwerde gegen Deutschland bei der EU Kommission wegen nicht korrekter Umsetung der EU-Tierversuchsrichtlinie 60 ..............Gründung Parlamentskreis Tierschutz und Tierschutzfrühstück 61 ..............Hundegesetzgebung der Länder - Neues Gesetz Schleswig-Holstein 62 ..............Gesetzliche Bestimmungen, auf die GHU'HXWVFKH7LHUVFKXW]EXQG(LQÀXVV genommen hat Haushalt 64 ..............Finanzbericht 66 ..............Finanz-Ausblick 67 ..............Haushaltszahlen 71 ..............Prüfbericht Transparenz und Kontrolle 73 ..............Leitung und Aufsicht 74 ..............Kontrollmechanismen 75 ..............Erklärung zu den Grundsätzen des Deutschen Spendenrates e.V. Tierschutzpreise 76 ..............Deutscher Tierschutzpreis 77 ..............Adolf-Hempel-Jugendtierschutzpreis Anhang 78 ..............Einrichtungen 82 ..............Zusammenarbeit mit anderen Organisationen 84 ..............Vorträge und Veranstaltungen 88 ..............Ausblick auf das Jahr 2016 89 ..............Strukturdiagramm 90 ..............Adressen

8 • 9

Vorwort

Vorwort

Liebe Tierfreundinnen und Tierfreunde,

der Wertewandel in unserer Gesellschaft zeichnet sich immer stärker ab: An die 25.000 Menschen trotzten im Januar der eisigen Kälte, um in Berlin anlässlich der Internationalen Grünen Woche für einen respektvolleren Umgang mit unseren Mitgeschöpfen im Stall zu demonstrieren. 2.500 Menschen gingen im April in Berlin auf die Straße, um mit uns für eine Forschung ohne Tierversuche zu demonstrieren. Mehr als 110.000 Unterschriften gegen die Amputation von Tieren konnten auf dem Münchner Tollwood-Festival innerhalb kürzester Zeit gesammelt werden. Dennoch leiden immer noch hunderte Millionen Tiere in den Intensivhaltungen der Landwirtschaft. Mit seiner Initiative „Eine Frage der Haltung – Neue Wege für mehr Tierwohl“ hat Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt auf den gesellschaftlichen Wertewandel zwar reagiert, er setzt aber leider nur auf freiwillige Lösungen. An sein Versprechen, der Gesetzgeber werde handeln, wenn sich freiwillig nichts beweg, werden wir ihn erinnern. Doch wir können nicht ewig warten. Das Tierleid in deutschen Ställen auch mit einem eigenen Label für Fleisch zu bekämpfen, fällt Tierfreunden nicht leicht. Aber wir müssen das tun, denn bisher hat der Gesetzgeber versagt. Wir haben weder einen ausreichenden gesetzlichen Rahmen, der für Tierschutz im Stall sorgt, noch haben wir eine staatliche Tierschutzkennzeichnung, die dem Verbraucher 2ULHQWLHUXQJEULQJHW'DV]ZHLVWX¿JH7LHUVFKXW]ODbel ermöglicht es uns, uns unmittelbar für die geschundenen Kreaturen der Gegenwart einzusetzen. 15.000.000 Tiere sind seit Markteintritt des Tierschutzlabels in Ställen der Einstiegsstufe und der Premiumstufe gehalten worden. Für 15.000.000 Tiere haben wir damit erste, sofortige Verbesserungen geschaffen. Und politisch ist das Label ohnehin ein Erfolg. Ohne diesen Vorstoß des Deutschen Tierschutzbundes gäbe es weder die Initiative „Eine Frage der Haltung“ noch den Kompetenzkreis Tierschutz beim Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft.

Dass wir mit gleicher Konsequenz für die Mitgeschöpfe eintreten, die in Tierversuchen leiden, die für die Pelzindustrie gezüchtet oder für die private Heimtierhaltung gehandelt werden, können Sie diesem Jahresbericht entnehmen. Um den internationalen Welpenhandel zu bekämpfen, das Verbot der Wildtierhaltung in Zirkusunternehmen oder ein modernes Jagdrecht bundesweit durchzusetzen, wäre dringend mehr politische Unterstützung erforderlich. Der gesellschaftliche Wertewandel ist nicht mehr umzukehren: Tiere haben keinen Preis, Tiere haben einen Wert. Gemeinsam mit unseren Mitstreitern in den Landestierschutzverbänden, den Tierschutzvereinen und unseren Fördermitgliedern setzen wir uns – mit Herz und Verstand - dafür ein, dass daraus auch politisch die richtigen Konsequenzen gezogen werden.

Mit tierschützerischen Grüßen

Thomas Schröder Präsident

10 • 11

Unterstützung der Tierschutzvereine und Tierheime

Betreuung der Mitgliedsvereine Tag für Tag helfen Tierschutzvereine und Tierheime vielen Tieren. Sie nehmen sie in ihre Obhut, um ihnen die Chance auf ein besseres Leben zu bieten. Vorstände und Mitglieder der Vereine übernehmen diese Arbeit zum großen Teil ehrenamtlich und spendenbasiert. Der Deutsche Tierschutzbund unterstützt die ihm angeschlossenen Vereine und Tierheime im In- und Ausland dabei auf vielfältige Art und Weise.

Zum Jahresende 2015 waren dem Deutschen Tierschutzbund bundesweit 744 Tierschutzvereine angeschlossen. 535 von ihnen betreiben ein vereinseigenes Tierheim, eine Tierauffangstation oder einen Gnadenhof. Ebenso wie seine in Deutschland tätigen Vereine unterstützt der Deutsche Tierschutzbund auch die zwölf im Ausland aktiven Mitgliedsvereine, von denen sieben ein eigenes Tierheim betreiben. Der Verband steht ihnen mit fachlicher Beratung, Argumentationshilfen, Vertragsmustern und Informationen VRZLH¿QDQ]LHOOLP5DKPHQGHU%H]XVFKXVVXQJEHU die Fonds zur Seite (s. S. 14 ff.). Die Abteilung Vereinsbetreuung koordiniert und organisiert das gesamte Beratungsangebot. Fortlaufend erhalten die Mitgliedsvereine fachliche Unterstützung aus den Fachreferaten des Deutschen Tierschutzbundes. Kostenlose Rechtsberatung erhalten sie über die Rechtsabteilung. Zwei Volljuristen beantworten alle Anfragen der Vereine, die das Tierschutz-, Vereins- und Arbeitsrecht und das allgemeine Vertragsrecht berühren. Die Juristen der Vereinsberatung unterstützen die Vereine auch immer wieder bei Mitgliederversammlungen. So waren sie beispielsweise 2015 in Burghausen, Marktoberdorf, Castop-Rauxel und Osterode am Harz vor Ort. Ein wichtiger Teil der Beratung betrifft die Finanzierung der Tierheime – vor allem auch deshalb, weil Behörden und Gemeinden den Tierschutzvereinen die Kosten, die ihnen durch die Übernahme kommunaler 3ÀLFKWDXIJDEHQHQWVWDQGHQVLQGQXUXQ]XUHLFKHQG erstatten. In Fällen von Beschlagnahmungen und Sicherstellungen muss daher immer wieder über die Finanzierung beraten und im Hinblick auf die FundWLHUNRVWHQ¿QDQ]LHUXQJPLW6WlGWHQXQG*HPHLQGHQ verhandelt werden. In Einzelfällen werden Vereine bei derartigen Verhandlungen individuell begleitet. Falls erforderlich, betreut die Rechtsabteilung darüber hinaus auch Gerichtsverfahren. Derzeit läuft beispiels-

weise ein Verfahren, das sechs bayerische Tierheime betrifft. Diese hatten Hundewelpen aus illegalen Transporten aufgenommen. Die daraus entstandenen Kosten hat das Landratsamt ihnen bis heute nicht erstattet. Die Rechtsabteilung des Deutschen Tierschutzbundes bereitete die Einleitung der Klage vor dem Verwaltungsgericht vor und betreut die Verhandlungen. Darüber hinaus bietet der Verband Rechtsseminare für seine Mitgliedsvereine an – im Hinblick auf aktuelle Probleme bei der Vereinsführung und zum Fundraising. In zusätzlichen Regionalseminaren, die in jeweils ZHFKVHOQGHQ%XQGHVOlQGHUQVWDWW¿QGHQVWHKHQGDV Steuerrecht, Fundtierkostenpauschalverträge und die Spendenaquise im Mittelpunkt. 2015 fand ein solches Seminar für Tierheime in Bayern und Baden-Württemberg statt. Neu ist das Angebot für Vereine und Landesverbände, sich bei Unstimmigkeiten von einem Mediator betreuen zu lassen. Dadurch konnten 2015 bereits in ]ZHL)lOOHQHUIROJUHLFK.RQÀLNWJHVSUlFKHJHIKUWXQG einvernehmliche Schlichtungsvereinbarungen getroffen werden.

12 • 13

Bestellformulare stehen den Mitgliedsvereinen seit 2015 auch in einem internen Bereich der Website zur Verfügung. Unter dem Motto „Spenden macht glücklich“ stellte der Deutsche Tierschutzbund zudem Poster, Postkarten und Lesezeichen zur Verfügung, mit deren Hilfe die Vereine auf charmante Weise um Unterstützung bitten oder sich bei Spendern bedanken können. Das Interesse an diesen Materialien war auf der Mitgliederversammlung so groß, dass sie umgehend nachgedruckt wurden. Um den Mitgliedsvereinen die Registrierung von Fundtieren im Deutschen Haustierregister (DHR) zu erleichtern, startete der Deutsche Tierschutzbund Ende Januar das große „Frühjahrs-Freichippen“. Ein Sonder-Tierschutztelegramm informierte die Vereine über den Ablauf der Aktion: Jeder Mitgliedsverein konnte bis zu 100 Transponder ordern – Versand und Transponder waren für sie kostenlos. Presseabteilung, Fachredaktion, Rechtsabteilung und Fachreferate bieten den Mitgliedsvereinen in Zusammenarbeit mit der Vereinsbetreuung ein umfangreiches Beratungsangebot. Ergänzt durch die Angebote der Tierheimberatung ergibt sich daraus eine ganzheitliche Betreuung der Vereine.

Kontinuierlich unterstützte der Deutsche Tierschutzbund die Anliegen der Tierschutzvereine und Tierheime das ganze Jahr über auch mit seiner Öffentlichkeitsarbeit. Über das Tierschutztelegramm erhielten die Vereine vielfältige fachliche Informationen, Broschüren und Faltblätter, Kampagnenmaterialien, Flyer, Aufkleber und Poster. Aktuelle Themen waren „Schlachtabfall?“ (s. S. 39), „Tod auf Raten“ (s. S. 46) Pelz und Pelztierfarmen (s. S. 44 f.) , Hund und Hitze, „Wildtiere sind keine Zirkustiere“ (s. S. 42 f.), „Tiere sind keine Weihnachtsgeschenke“ und „Spenden macht glücklich“. Zum Thema Welpenhandel erhielten die Mitgliedsvereine eine Vorlage für ein Poster, das sie an die speziellen Bedürfnisse des Vereins anpassen und drucken lassen konnten. Darüber hinaus unterstützt der Dachverband die Kampagnen der Mitgliedsvereine auch mit Aktionsideen, Kampagnenpaketen zu speziellen Themen und handlichen $UJXPHQWDWLRQVKLOIHQIUKlX¿JJHVWHOOWH)UDJHQ (FAQ-Handzettel). Alle Tierschutztelegramme, Anlagenpakete, Muster-Presseerklärungen und

Die individuelle Beratung der ihm angeschlossenen Tierheime durch erfahrene Tierärzte hat der Deutsche Tierschutzbund 2015 weiter intensiviert. 106 Tierheime haben die Tierärzte im Berichtsjahr besucht. In der Regel werden diese Tierheimberater bei ihren Besuchen von Vertretern des jeweiligen Landestierschutzverbandes begleitet. Die intensive Beratung vor Ort erfordert viel Vor- und Nachbereitung. Bei ihrem ersten Besuch verschafft die Tierheimberatung sich einen Eindruck von der individuellen Situation des Tierheims, bezogen auf bauliche Voraussetzungen und die Tierheimorganisation. Gemeinsam mit dem Tierschutzverein ermittelt sie anschließend Problembereiche und unterstützt den Verein bei der Erarbeitung von Lösungsansätzen. Oft können die Experten dabei als Multiplikator fungieren und gute Ideen, positive Beispiele und Lösungen, die einzelne Vereine für sich gefunden haben, an andere weitergeben. Die Beratungen dienen daher auch dazu, die Tierschutzvereine stärker miteinander zu vernetzen. Zur intensiven Betreuung gehören viele Themenbereiche: So unterstützt die Tierheimberatung die Vereine

Unterstützung der Tierschutzvereine und Tierheime

Mit neuen positiven Kampagnenmotiven unterstützt der Dachverband die angeschlossenen Tierschutzvereine und Tierheime.

beispielsweise mit einer fachlichen Einschätzung von Neu- und Umbauplänen, bei Fragen zum Hygienemanagement, mit medizinischer Beratung bei Krankheitsausbrüchen und bei Fragen zur Personalstruktur. Besonders wichtig ist es den Tierheimberatern dabei, die Vereine im Hinblick auf HLQJHVWHLJHUWHV:RKOEH¿QGHQGHVJHVDPWHQ7LHU bestandes zu beraten.

1HX$UEHLWVJUXSSH7LHUKHLP¿QDQ]LHUXQJ 'LH7LHUKHLP¿QDQ]LHUXQJZDUDXFKHLQH der größten Herausforderungen für die Tierschutzvereine (s. S. 14). Als Dachverband bezieht der Deutsche Tierschutzbund bei allen Beratungen auch die ihm angeschlossenen Landesverbände mit ein, die die Anliegen mit Tatkraft unterstützen. Es herrscht Einigkeit GDUEHUGDVV]XU¿QDQ]LHOOHQ$EVLFKHUXQJGHU Tierheime eine bundesweit einheitliche Regelung zum Umgang mit Fundtieren und kostendeckende Fundtierverträge für die Tierheime das Ziel sein müssen. Daher gründete der Deutsche Tierschutzbund 2015 in Kooperation mit den /DQGHVYHUElQGHQGLH$*7LHUKHLP¿QDQ]LHUXQJ Ziel der Arbeitsgruppe ist es, sich intensiv und zielorientiert mit der fachlichen und rechtlichen Erarbeitung eines allgemeingültigen Wegweisers für die Mitgliedsvereine zu befassen.

Grundlage für die Arbeit der Tierheimberatung ist die von der Mitgliederversammlung beschlossene Tierheimordnung des Deutschen Tierschutzbundes. Den Tierheimen, die die Vorgaben der Tierheimordnung einhalten, verleiht der Dachverband seine Tierheim-Plakette (TH-Plakette). Tierheime, die beim ersten Besuch der Tierheimberater noch keine TH-Plakette erhalten konnten, führt die Tierheimberatung nach und nach dort hin. 2015 vergaben die Tierheimberater insgesamt neun Tierheimen neue Tierheimplaketten. Viele weitere Tierheime stehen mit ihnen in intensivem Kontakt, damit auch sie die Plakette schnellstmöglich erhalten. Um den Vereinen die Möglichkeit zu geben, sich auf die Besuche der Tierheimberatung vorzubereiten, werden sie zunächst zu einem Seminar eingeladen. So können sie gegebenenfalls vor dem Besuch schon einige Verbesserungen im Sinne der Tierheimordnung durchführen. 2015 organisierte die Tierheimberatung gemeinsam mit den Landesverbänden in Sachsen Anhalt (Siebenlehen), Bayern (Stadtsteinach) und Baden-Württemberg (Emmendingen und Friedrichshafen) vier solche Seminare. Die fachliche Fortbildung der Tierheimleiter XQG9HUHLQVYRUVWlQGH¿QGHWMHZHLOVLQWHUDNWLYLQNOHLQHU Gruppe statt. Die Teilnehmer haben dabei Zeit für Fachgespräche und Rückfragen zu Themen, die für alle Tierheime interessant sind. Später, wenn sie die einzelnen Tierheime besuchen, können die Tierheimberater des Deutschen Tierschutzbundes sich daraufhin stärker auf die individuellen Anliegen und Besonderheiten des besuchten Tierheims konzentrieren.

14 • 15

7LHUKHLP¿QDQ]LHUXQJ Die wirtschaftliche Lage vieler Tierschutzvereine und Tierheime blieb 2015 angespannt. Dennoch nahmen sie Fundtiere, behördlich beschlagnahmte oder sichergestellte Tiere auf und übernahmen daPLWZHLWHUKLQZLFKWLJH3ÀLFKWDXIJDEHQGHU|IIHQWOLchen Hand. Die Kosten, die den Tierheimen durch die Übernahme EHK|UGOLFKHU3ÀLFKWDXIJDEHQHQWVWHKHQZHUGHQYRQ vielen Kommunen und Behörden nicht in angemesVHQHP8PIDQJHUVWDWWHW±REZRKOHVGHUHQ3ÀLFKWLVW Wenn Mitgliedsvereinen des Deutschen Tierschutzbundes aufgrund dessen das Geld für dringende Investitionen oder für ein wichtiges Tierschutzprojekt IHKOWVSULQJWGHU'DFKYHUEDQGHLQ±PLW¿QDQ]LHOOHU Unterstützung aus seinem Tierheim-Nothilfefonds oder dem Feuerwehrfonds. 2015 unterstützte der Deutsche Tierschutzbund seine Mitgliedsvereine durch direkte Zuschüsse mit einer Gesamtsumme von 2.170.195,12 Euro (alle Fonds). -HQDFK6DFKODJHXQGPLW%OLFNDXIGLH¿QDQ]LHOOH Notlage des Vereins werden die Zuschüsse in unterschiedlicher Höhe aus den verschiedenen Fördertöpfen ausgeschüttet. Im Laufe des Jahres wurden 182 Zuschussvorgänge bearbeitet. Ob kleinere bauliche Veränderungen für die Tiere im Tierheim, die Anschaffung von Ausrüstungsgegenständen und Haltungssystemen für den Tier-

heimbetrieb, den Erwerb eines Tierhilfewagens oder die Versorgung von Tieren in Notsituationen – der Deutsche Tierschutzbund fängt diese und andere akute Notlagen seiner Tierheime mit Zuschüssen aus seinem Feuerwehrfonds auf. So erhielten beispielsweise der Tierschutzverein Mosbach (10.000 Euro zum laufenden Tierheimbetrieb) und der Tierschutzverein Landsberg am Lech (5.000 Euro zum Bau seines Kleintierparadieses) finanzielle Unterstützung. Das Elend frei lebender Katzen belastet die Tierschutzvereine und Tierheime bundesweit. Daher hat der Deutsche Tierschutzbund 2015 für Kastrationsaktionen seiner Mitgliedsvereine abermals Haushaltsmittel EHUHLWJHVWHOOW6RHQW¿HOHQDXIGLH*HVDPWVXPPHGHV Feuerwehrfonds allein für die Kastration frei lebender Katzen 134.955,19 Euro. Davon erhielten beispielsweise die Tierschutzvereine Erfurt und Aschersleben je 3.000 Euro. Zusätzlich zu den Tierschutzvereinen erhielten drei Landesverbände insgesamt 20.000 Euro, um diese an bedürftige Tierschutzvereine weiterzugeben (der Landesverband Bayern erhielt 10.000 Euro, der Landestierschutzverband Baden-Württemberg 5.000 Euro, der Landesverband Saarland: 5.000 Euro). Die Förderung von Katzenkastrationen aus dem Feuerwehrfonds bezieht sich sowohl auf die Kosten für tierärztliche Leistungen als auch auf die Anschaffung erforderlicher Hilfsmittel wie Katzenfallen. Mitgliedsvereine aus allen Teilen des Landes nahmen dieses Angebot an (ausgenommen nur die Stadtstaaten Berlin, Bremen und Hamburg). Damit das Leid der IUHLOHEHQGHQ.DW]HQÀlFKHQGHFNHQGEHHQGHWZHUGHQ

Unterstützung der Tierschutzvereine und Tierheime

2015 neu eingerichtet: ein Bauhilfefonds, mit dem der Verband Modernisierungs- und Sanierungsarbeiten in den Tierheimen bezuschusst.

kann, fördert der Deutsche Tierschutzbund die Kastrationsaktionen seiner Vereine und Landesverbände gegebenenfalls auch über mehrere Jahre hinweg. In 6FKOHVZLJ+ROVWHLQEHWHLOLJWHHUVLFK]XGHP¿QDQ]LHOO an einem Pilotprojekt des Bundeslandes gegen Katzenelend. (Weitere Informationen s. S. 30). Mit dem Nothilfefonds unterstützt der Verband unter anderem die Fertigstellung von begonnen Bauvorhaben von Tierheimunterkünften. Immer wieder kommt es vor, dass ein Verein einen Bau nicht ohne Schulden fertigstellen kann.. Auch bei Sanierungs- und Instandhaltungsmaßnahmen in den Tierheimen steht der Deutsche Tierschutzbund GHQ9HUHLQHQ¿QDQ]LHOO]XU6HLWH±YRUDOOHPGDQQ wenn der Verein dringend notwendige und für den sicheren Betrieb unerlässliche Maßnahmen nicht DOOHLQHQLFKW¿QDQ]LHUHQNDQQ6RHUKLHOWXQWHUDQGHrem der Tierschutzverein Ahlen einen Zuschuss zu Betriebsmitteln des Tierheims. Den Tierschutzverein Nienburg unterstützte der Deutsche Tierschutzbund mit einem Zuschuss zum laufenden Tierheimbetrieb. Insgesamt 65.019,00 Euro an Zuschüssen konnte der Deutsche Tierschutzbund seinen Vereinen 2015 aus dem Nothilfefonds gewähren. Zusätzlich zu den bestehenden Fonds hat das Präsidium des Deutschen Tierschutzbundes im Frühjahr 2015 einen Bauhilfefonds eingerichtet. Der Dachverband bezuschusst damit dringend erforderliche Modernisierungs- und Sanierungsarbeiten in ihm angeschlossenen Tierheimen mit einer Summe von maximal 50.000 Euro. Ein Zuschuss aus die-

sem Fonds ist grundsätzlich an die Voraussetzung gebunden, dass die zuständige Kommune, für die der Verein die Fundtiere aufnimmt, sich mit der gleichen Summe beteiligt. Ist trotz aller Bemühungen des Tierschutzvereins, gegebenenfalls auch mit Unterstützung des Landes(tierschutz)verbandes oder des Deutschen Tierschutzbundes, kein adäquater Zuschuss der Kommune zu erreichen, sind Ausnahmen möglich. 2015 stellten die Tierheime insgesamt 18 Anträge an den Bauhilfefonds. Fünf davon wurden noch im gleichen Jahr bewilligt und damit 102.937,27 (XURDXVJHVFKWWHW8QWHUDQGHUHP¿QDQ]LHUWHGHU Verband auf diese Weise den Tierheimneubau des Tierschutzvereins Lübbecke und die Beseitigung von Schimmelschäden im Tierheim des Tierschutzvereins Brandenburg an der Havel mit. Die Nutzung des neuen Fonds lief 2015 noch schleppend. In den meisten Fällen waren die Gemeinden nicht dazu bereit, ihren Anteil an einem notwendigen Bauvorhaben zu übernehmen. In anderen Fällen scheute sich der Tierschutzverein einen kommunalen Beitrag einzufordern, weil er befürchtete, dass sich dies negativ auf seine Verhandlungen um die Fundtierkostenerstattungen auswirken könnte. In einigen Bundesländern gibt es zudem ein strukturelles Problem: Die Landesregierungen unterstützen Bauvorhaben der 7LHUKHLPH]ZDU¿QDQ]LHOODOOHUGLQJVQXU]XRGHU 90 Prozent und nur unter der Bedingung, dass die 9HUHLQHQLFKWEHUHLWVYRQDQGHUHU6HLWHDXV¿QDQ]LHOOH Unterstützung erhalten. Zehn bis 20 Prozent der Baukosten als Eigenanteil aufzubringen – dafür fehlt vielen Vereinen das Geld.

16 • 17

Finanzielle Unterstützung des Dachverbandes erhalten auch die Vereine, die unverhofft und kurzfristig eine große Anzahl an Tieren in ihre Tierheime aufnehmen, tierärztlich versorgen und gesund SÀHJHQPVVHQ'DVZDUHQEHLVSLHOVZHLVHGLH Vereine, die kurzfristig Welpen aus illegalen Hundetransporten aufnehmen mussten, wie das Tierheim Feucht, die Tierschutzvereine Bad Reichenhall und Garmisch Partenkirchen (s. S. 20). Wenn die für den Fall zuständige Behörde keine ausreichende Kostenübernahme bietet, gleicht der Dachverband seinem Mitgliedsverein einen Teil der entstandenen Kosten aus. In anderen Fällen unterstützt der Deutsche Tierschutzbund Tierheime kurzfristig und für den Verein kostenlos mit Futter – beispielsweise dann, wenn sie Tiere aus Animal Hoarding Fällen aufgenommen haben (s. S. 26 ff.). So musste der Tierschutzverein Brandenburg plötzlich 17 Katzen und drei Hunde unterbringen. Der Tierschutzverein Freiburg war mit der Herausforderung konfrontiert, auf einen Schlag 50 Katzen zu versorgen. Mit der Bereitstellung von Futterspenden konnte der Deutsche Tierschutzbund den Vereinen schnell und unbürokratisch – bei den in GLHVHQ)lOOHQKlX¿JVHKUKRKHQ.RVWHQ±KHOIHQ

Tierheimsymposium

Volles Haus: Fachlicher Austausch beim Tierheimsymposium in Nürnberg.

Müssen Tierheime plötzlich Katzen z.B. aus Animal-Hoarding-Fällen aufnehmen, unterstützt der Dachverband schnell und unbürokratisch. Eine große Hilfe für Tierschutzvereine und Tierheime sind auch die Tierhilfewagen, mit denen der Deutsche Tierschutzbund Dank der Unterstützung von Pedigree und Whiskas 2015 abermals fünf Vereine ausstatten konnte: Die Fahrzeuge sind nun Tag für Tag für die Tierschutzvereine in Augsburg, Andernach, Rendsburg und Reutlingen unterwegs.

Gemeinsam mit der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz (TVT) hatte der Deutsche Tierschutzbund – nach intensiver Vorarbeit durch die Fachabteilungen – am Samstag den 21.11.2015 zum zweiten, ganztägigen Tierheimsymposium in das Tierheim Nürnberg eingeladen. Über einhundert Teilnehmer, darunter Mitarbeiter von Tierschutzvereinen und amtliche und praktische Tierärzte, folgten den Vorträgen und debattierten praktische Fragen der Tierheimbetreuung. Wichtige Themen waren Hygienemaßnahmen, die Aufzucht von Welpen im Tierheim, die Notwendigkeit der Bildung von Ethikkommissionen und die Aufnahme von Wildtieren und Exoten im Tierheim. Die Vorträge fanden regen Anklang beim Publikum, es entstanden konstruktive Diskussionen und Gespräche. Die Bundestierärztekammer erkennt dieses Symposium als Fortbildungsveranstaltung für Tierärzte an, was die hohe fachliche Qualität des Symposiums belegt. Die rundum gelungene Veranstaltung soll auch weiterhin alle zwei Jahre gemeinsam mit der TVT durchgeführt werden.

Unterstützung der Tierschutzvereine und Tierheime

Schnuppertag Ein tierischer

uni 2015 Ju Am 25. J rbeiner erkunden Vie tag. den Firmenall

Tierische Unterstützung im Büro

chutzbund e.V. Der Deutsche Tiers chutzverein Tiers und der örtliche gree rstützung von Pedi suchen mit Unte rnehmen Unte e dlich tierfreun in Deutschland.

Bereits zum achten Mal hat der Deutsche Tierschutzbund 2015 seinen Aktionstag „Kollege Hund“ ausgerufen.

5 wollen wir Am 25. Juni 201 en die Chance Hund möglichst vielen chen itsplätze ihrer Frau geben, die Arbe en zu lernen. und Herrchen kenn Machen Sie mit Ihre Firma an! und melden Sie

und.de

-h www.kollege

Am 25. Juni nutzten viele Hundehalter die Gelegenheit, ihrem Chef und den Kollegen – deren Einverständnis vorausgesetzt – ihren tierischen Freund vorzustellen. Dass die Bedürfnisse des Tieres sich im Arbeitsumfeld erfüllen lassen, muss dabei selbstverständlich immer sichergestellt sein. Mehr als 1.000 Unternehmen beteiligten sich an der Aktion, zu der der Deutsche Tierschutzbund gemeinsam mit den örtlichen Tierschutzvereinen und der Unterstützung von Pedigree jährlich aufruft. Hotels, Seniorenheime, Frisöre, Kanzleien,Reisebüros und viele andere Unternehmen erweitern ihr Team an diesem Tag um einen „Kollege

Hund“. So können Mitarbeiter und Chefs erleben, wie vierbeinige Kollegen den Arbeitsalltag bereichern. Die Auswirkungen auf das Arbeitsklima sind überaus poVLWLY+lX¿JIKUHQGLHJXWHQ(UIDKUXQJHQVRJDUGD]X dass Herrchen oder Frauchen den Hund im Anschluss an den Aktionstag dauerhaft zum Arbeitsplatz mitbringen können. Der Deutsche Tierschutzbund möchte mit diesem Aktionstag auch den überfüllten Tierheimen helfen, in denen tolle Hunde auf eine zweite Chance warten. Viele von ihnen könnten ein liebevolles ZuKDXVH¿QGHQZHQQVLHDXFKLP%HUXIVDOOWDJKlX¿JHU dabei sein dürften.

Urlaubsaktion Nimmst du mein Tier, nehm´ ich dein Tier

F

V ...s od Ide Umg

W Sie w Nachb rechtze oder üb

Während der Sommermonate erreichen die Tierheime immer wieder verzweifelte Anrufe von Tierbesitzern, die zu spät daran gedacht haben, eine Betreuung für ihr Tier zu organisieren.

„Nimms Die Tie r daher hä Deutsche Tier“ und gelegenen

De r Ur la

Reiseplan

Die bewährte Urlaubsaktion, die der Deutsche Tierschutzbund auch 2015 wieder gemeinsam mit den ihm angeschlossenen Tierschutzvereinen organisierte, entlastete die Tierheime während der Ferienzeiten. Hunde- oder Katzenhalter erhalten am Urlaubs-Beratungstelefon Antwort auf ihre Fragen rund um das Thema Tier und Urlaub. Viele Informationen zum Thema gibt der Deutsche Tierschutzbund auch auf seiner Internetseite. Ein Faltblatt mit den

ung u d

wichtigsten Informationen liegt in den Tierheimen aus. Unter dem Motto „Nimmst du mein Tier, nehm´ ich dein Tier“ vermitteln örtliche Tierschutzvereine in der Zeit von Mai bis September zudem ehrenamtliFKH3ÀHJHUIUGLH8UODXEV]HLW$XFKLQGLHVHP-DKU wird der Deutsche Tierschutzbund von Whiskas und Pedigree unterstützt, die sich seit vielen Jahren als Partner der Urlaubsaktion engagieren.

18 • 19

Fortbildung Hunde im Tierheim Immer wieder gelangen Hunde in Tierheime, die sich auf Grund von Verhaltensproblemen im täglichen Umgang als kaum noch händelbar erweisen. Aggressives Verhalten gegenüber Menschen und/ oder Artgenossen oder extreme Ängstlichkeit gegenüber Personen oder Umweltreizen führen dazu, dass Tiere als schwer, teilweise als gar nicht mehr vermittelbar eingestuft werden. 2013 hatten das Präsidium und der Länderrat daher vereinbart, für Mitarbeiter der Tierheime im Deutschen Tierschutzbund Weiterbildungsmaßnahmen nach einem bundeseinheitlichen Konzept einzuführen. In vier Treffen erarbeitete die „Arbeitsgruppe Hunde im Tierheim“ unter Leitung der Stationsleiterin des Tierschutzzentrums Weidefeld mit fachlicher Begleitung der Tierheimberatung des Deutschen Tierschutzbundes eine Weiterbildung im Modulsystem (s. Kasten). Die Fortbildung richtet sich sowohl an Mitarbeiter als auch an ehrenamtliche Helfer, die sich im Tierheim PLW+XQGHQEHVFKlIWLJHQ6LH¿QGHWLQYHUVFKLHGHQHQ Kompetenzzentren statt. Jedes Modul beinhaltet eine schriftliche Prüfung. Nach erfolgreichem Durchlaufen DOOHU0RGXOHHUKlOWGHU7HLOQHKPHUHLQ=HUWL¿NDW 'XUFKHLQHQ3UREHODXIDQGHPÄ7HVWWLHUSÀHJHU³JHmeinsam mit Vertretern des Deutschen Tierschutzbundes und der beteiligten Kompetenzzentren teilnahmen, wurden die Inhalte 2015 noch einmal geprüft und mit der Praxis abgestimmt. Im November fand daraufhin der erste Grundlagenkurs in der Akademie für Tierschutz statt. Die rund 40 Teilnehmer haben die Prüfung ausnahmslos bestanden und großes Interesse gezeigt, auch die weiteren Module zu durchlaufen. Diese werden ab 2016 regelmäßig zweimal jährlich angeboten. Basis dieser Unterstützung für die Mitgliedsvereine ist die jahrelang Kompetenz des Deutschen Tierschutzbundes, u.a. durch die Arbeit im Lissi Lüdemann-Haus für Not leidende und hilfsbedürftige Hunde. Dort werden seit 2002 speziell Tiere aufgenommen und fachlich betreut, die problematisch sind – in den meisten Fällen durch menschliches Fehlverhalten. Ein Ziel der Resozialisierungs-Maßnahmen ist es, die wieder wesensgefestigten Hunde an verantwortungsbewusste und erfahrene Tierhalter zu vermitteln.

Engagiertes Team: Die Mitglieder der "AG Hunde im Tierheim".

Hunde im Tierheim – Fortbildung im Überblick: MODUL

ORT

MODUL 1 Grundlagen

Tier-, Natur- und Jugendzentrum Weidefeld und Akademie für Tierschutz Neubiberg

MODUL 2 Umgang im Alltag

Tierheim Hamburg

MODUL 3 Gruppenhaltung

Tierheim Spreng, Tiere in Not Odenwald, Reichelsheim

MODUL 4 Stressreduktion

Tierheim Carl Hildebrand, Kaiserslautern

MODUL 5 Gefahrenprävention

Tierheim Berlin

MODUL 6 Gesundheit

Tierheim Berlin

Der Grundlagenkurs ist obligatorisch für alle weiteren Module, die über mehrere Jahre hinweg absolviert werden können. Die erfolgreiche Teilnahme am Modul 2 ist Voraussetzung für die Teilnahme am Modul 5.

Unterstützung der Tierschutzvereine und Tierheime

Die Tierhilfe Mallorca kümmert sich um viele in Not geratene Katzen.

Tierschutz auf Mallorca Im März besuchten zwei Tierärztinnen des Heimtierreferats und der Tierheimbetreuung gemeinsam mit Ehrenpräsident Wolfgang Apel, im Präsidium zuständig für die Vernetzung der Auslandstierschutzarbeit, die Tierhilfe Mallorca. Der langjährige Mitgliedsverein des Deutschen Tierschutzbundes betreut in seinem Tierheim in Andratx neben Hunden und Katzen auch .DQLQFKHQ6FKPXFNVFKLOGNU|WHQXQG:DVVHUJHÀJHO Auch Schafe sind keine Seltenheit. Die Weitervermittlung von Tierheimtieren ist auf der Insel nicht einfach. Umso wichtiger ist es, ungewollten Nachwuchs zu verhindern. Der unkontrollierten Vermehrung frei lebender Katzen entgegenzuwirken,

-HGH.DW]H¿QGHWLKUHQHLJHQHQNXVFKHOLJHQ3ODW]

ist seit Jahren daher ein Schwerpunkt der Tierhilfe Mallorca. Der Deutsche Tierschutzbund traf sich bei seinem Besuch mit dem kooperierenden Tierarzt vor Ort und ermöglichte dem Verein die Fortführung des Kastrationsprojektes für frei lebende Katzen mit 10.000 Euro. Darüber hinaus unterstützt die Tierhilfe Mallorca private Tierhalter mit Kastrationsgutscheinen, um so weiteres Tierleid zu verhindern. Auch die Stiftung des Deutschen Tierschutzbundes unterstützt die Tierhilfe Mallorca; 2015 unter anderem bei der Sanierung des Hundehauses im Tierheim.

Wolfgang Apel, Ehrenpräsident des Deutschen Tierschutzbundes, beim Besuch der Tierhilfe Mallorca.

20 • 21

Hilfe für illegal importierte Welpen Immer wieder müssen die Tierheime kurzfristig und unverhofft viel zu junge und kranke Welpen aufnehmen, die illegal gehandelt und von Behörden beschlagnahmt worden sind. Den kleinen Tieren zu helfen, ist für die Vereine eine Selbstverständlichkeit. Der Deutsche Tierschutzbund unterstützt sie dabei und fordert darüber hinaus konkrete politische Maßnahmen, um den illegalen Welpenhandel zu unterbinden.

Tierschutzvereine, die sich um illegal importierte Welpen kümmern, bleiben oft auf ihren Kosten sitzen. Die Behörden, die für die Betreuung der Tiere eigentlich zuständig wären, übernehmen in der Regel nur einen kleinen Teil. Auch von den Züchtern im Ausland ist kein Geld zu bekommen. Die Rechtsabteilung des Deutschen Tierschutzbundes hilft den Tierschutzvereinen bei allen Rechtsfragen, die sich im Einzelfall daraus ergeben. Zudem unterstützt der Deutsche TierschutzEXQGGLHEHWURIIHQHQ9HUHLQH¿QDQ]LHOOXQGIDFKOLFK durch die Tierärzte der Tierheimberatung. 2015 mussten die dem Verband angeschlossenen Tierheime insgesamt 415 Hunde aus Beschlagnahmungen aufnehmen und versorgen. Nur durch massiven öffentlichen Druck auf die übergeordnete Behörde konnte in einem besonders drastischen Fall im Dezember 2015 verhindert werden, dass 169 Welpen aus einem illegalen Transport nach Slowenien zurückgeschickt wurden. Die Tierheime Feucht, Hersbruck, Wunsiedel, Bamberg, Winhöring, Bad Reichenhall, Schweinfurt, Nürnberg, Lichtenfels

Dieser Welpe sollte nur ein Bruchteil dessen kosten was normalerweise üblich wäre.

und Coburg hatten die Tiere aufgenommen. Viele von ihnen hätten die Rücksendung, die die bayerische Staatsministerin für Umwelt und Verbraucherschutz, Ulrike Scharf, bereits genehmigt hatte, nicht überlebt. Der Internet-Handel mit Hundewelpen boomt. Im Juli 2015 begleitete eine Mitarbeiterin des Deutschen Tierschutzbundes den Journalisten Manfred Karremann auf einer Recherchereise, die unter anderem in die Nähe von Jena führte. Mit versteckter Kamera wurden zwei illegale Welpenverkäufe dokumentiert. Das ZDF strahlte Karremanns Reportage „Süße Welpen suchen ein Zuhause“ im Rahmen der Doku-Reihe „37 Grad“ aus. Im Magazin DU UND DAS TIER 03/2015 erschien ein ausführlicher Hintergrundbericht: „Verramscht und verhökert – Illegaler Welpenhandel“. Den zahlreichen Tierschutzproblemen zu begegnen, die mit dem illegalen Hundehandel verbunden sind, erfordert vielfältige Maßnahmen. So engagiert sich der Deutsche Tierschutzbund beispielsweisein dem 2014 von der Bundesregierung einberufenen „Runden Tisch“ zu dem Thema. Dieser arbeitet u.a. mit der AG Welpenhandel (Wühltischwelpen) zusammen. Der Deutsche Tierschutzbund hat sich dieser Initiative 2015 angeschlossen. Weitere Mitglieder sind: der Bund gegen Missbrauch der Tiere (bmt), die Gesellschaft für Tierverhaltensmedizin und -therapie, TASSO, die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz (TVT), der Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) und Vier Pfoten. Die AG hat sich zum Ziel gesetzt, für eine bessere Aufklärung der Bevölkerung zu sorgen und in der Politik auf die Problematik aufmerksam zu machen. Im September diskutierte die AG Welpenhandel in der Bundesgeschäftsstelle des Deutschen

Unterstützung der Tierschutzvereine und Tierheime

Diese Welpen stammen aus einem illegalen Welpentransport. Sie waren in völlig verdreckten Transportboxen untergebracht.

Tierschutzvereine und Jugendgruppen verbreiteten das Kampagnenplakat und informierten die Bevölkerung an Informationsständen

Tierschutzbundes mit der Parlamentarischen Staatssekretärin im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Dr. Maria Flachsbarth (MdB, CDU) verschiedene Lösungsansätze. Die Einführung HLQHU(8ZHLWHQ&KLSXQG5HJLVWULHUXQJVSÀLFKWIUDOOH Hunde, rechtsverbindliche Mindeststandards für die Zucht und Haltung von Hunden sowie die Einführung eines Sachkundenachweises für Tierhalter waren an diesem Tag Thema. Um Tierfreunde noch besser über die Hintergründe des Welpenhandels und das damit verbundene Leid für die Tiere aufzuklären, veröffentlichten die Mitglieder der AG anschließend gemeinsam mit dem BMEL eine Presseerklärung.

Mitgliedsvereine fordern darin unter anderem die Einrichtung einer grenzübergreifenden Sonderkommission „Hundehandel“, gesetzliche Regelungen zugunsten der Tierheime zur Kostenübernahme der Behörden bei Beschlagnahmungen und weitere gesetzliche Regelungen zum Schutz von Heimtieren.

Parallel verstärkte auch der Deutsche Tierschutzbund seine Öffentlichkeitsarbeit und startete die Kampagne: „Ohne Schutz. Ohne Kraft. Ohne seine Mutter.“. Zudem war der internationale Welpenhandel Schwerpunktthema des Welltierschutztages am 4. Oktober. Rundfunkredaktionen nahmen dies bundesweit zum Anlass, Vertreter des Deutschen Tierschutzbundes zum Sachstand zu befragen. Die Tierschutzvereine und Jugendgruppen verbreiteten das Kampagnenplakat und informierten die Bevölkerung an Informationsständen. Darüber hinaus nahm ein mit dem Kampagnenmotiv bedruckter LKW seine Fahrt auf. So wurden viele Autofahrer auf die enorme Tierschutz-Problematik des illegalen Welpenhandels aufmerksam. Tierschutzvereine und Tierheime sehen sich immer wieder vor enorme Herausforderungen gestellt, wenn sie plötzlich eine große Anzahl beschlagnahmter Welpen aufnehmen und versorgen müssen. Am Vorabend der Mitgliederversammlung, die im September in Stuttgart stattfand, nutzten viele Vereine daher die Gelegenheit, sich unter Leitung von Vizepräsidentin Renate Seidel im Forum „Kampf gegen den illegalen Welpenhandel“ über aktuelle Entwicklungen zu informieren und Erfahrungen auszutauschen. Die Mitgliederversammlung verabschiedete anschließend die Resolution „Stoppt den grausamen Welpenhandel“. Die Delegierten der

Im November hatte die Landesvertretung Baden-Württemberg in Brüssel unter dem Motto „Animal Welfare of dogs and cats involved in commercial practises“ zu einem Workshop eingeladen. Dieser gab dem Deutschen Tierschutzbund die Gelegenheit, die Probleme, die der illegale Welpenhandel in allen EU-Mitgliedsstaaten mit sich bringt, gemeinsam mit Abgeordneten des Europaparlamentes zu beleuchten und Lösungsansätze zu diskutieren. Ein weiterer Tagespunkt waren die Ergebnisse der Studie „Study on the welfare of dogs and cats involved in commercial practices in the EU Member States“, die die EU-Kommission in Auftrag gegeben hatte. Es fand ein reger Austausch zwischen Politikern, Tierärzten und Tierschützern statt.

Im September diskutierte die AG Welpenhandel in der Bundesgeschäftsstelle des Deutschen Tierschutzbundes mit der Parlamentarischen Staatssekretärin im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Dr. Maria Flachsbarth (MdB, CDU) verschiedene Lösungsansätze.

22 • 23

Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, mit Uschi Ackermann, Schirmherrin des Projektes "Senioren für Senioren" und Nicole Brühl, Präsidentin des Vereins SOS-Projects.

Nachdem in der ersten Jahreshälfte die Häuser für die Seniorenhunde hergerichtet worden waren, konnten Anfang Juni die ersten zehn Hunde einziehen. Am 21. -XQLIROJWHGLHRI¿]LHOOH(U|IIQXQJGHU+XQGHVHQLRUHQstation. Sowohl der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes als auch die Schirmherrin des Projektes Uschi Ackermann, die Ehefrau des inzwischen verstorbenen Gerd Käfer, nahmen daran teil. Ackermann hat nicht nur die Schirmherrschaft des Projektes übernommen, sondernanlässlich der Eröffnung auch 10.000 Euro gespendet.

Seniorenhunde im Sonnenhof Gemeinsam mit dem Verein SOS-Projects, Träger des Sonnenhofes, hat der Deutsche Tierschutzbund zwei Pilotprojekte zum Schutz in Not geratener Hunde ins Leben gerufen. 2015 hat der Deutsche Tierschutzbund seinen Mitgliedsverein SOS-Projects für Mensch und Tier bei der Übernahme des im bayerischen Rottenbuch gelegenen Sonnenhofes unterstützt. Seither führen der Verband und der Verein auf dem Sonnenhof ein gemeinsames Pilotprojekt durch. Die dabei gewonnen Erkenntnisse und Erfahrungen kommen auch den anderen Mitgliedsvereinen des Deutschen Tierschutzbundes und deren Tierheimen zugute. Das Hundeprojekt „Senioren für Senioren“ ist bereits angelaufen: Der Sonnenhof übernimmt alte Hunde aus Tierheimen und vermittelt sie gezielt an ältere Menschen. SOS-Projects bietet den Senioren anschließend eine begleitende Betreuung und Beratung an. Falls erforderlich, übernimmt der Verein auch einen Teil der Tierarztkosten. Darüber hinaus garantiert er den Tierhaltern, das Tier im Notfall wieder zurückzunehmen. Sollte der Tierhalter aus Krankheits- oder Altersgründen nicht mehr dazu in der Lage sein, seinen Schützling angemessen zu betreuen, steht ihm der Verein zur Seite.

Der Deutsche Tierschutzbund unterstützte SOS-Projects bei der Erstellung des Informationsfaltblattes „Senioren für Senioren“, mit dem das gemeinsame Projekt der Öffentlichkeit vorgestellt wird. Jeweils zehn Seniorenhunde zeitgleich wurden in der zweiten Jahreshälfte auf dem Sonnenhof betreut. Die Tiere kamen unter anderem aus Delitzsch, Bamberg, Starnberg und Nürnberg. Vier Tiere erlebten eine Vermittlung in ein neues liebevolles Zuhause nicht mehr. Doch 26 Hundesenioren konnte der Verein bis Ende des Jahres erfolgreich an ältere Tierfreunde vermitteln. Aktuell ist ein zweites Pilotprojekt geplant: Eine Aufnahmestation für Hundewelpen aus illegalen Transporten. (s. S. 20 f.)

Im Juni 2015 konnte das Hunde-Seniorendorf eröffnet werden: In insgesamt fünf Blockhütten können jeweils bis zu drei Hunde-Senioren unterkommen. Jedes Blockhaus verfügt über einen eigenen, großzügigen Auslauf.

Unterstützung der Tierschutzvereine und Tierheime

Adoptierstuben Dass neben Hunden, Katzen und Exoten in den Tierheimen auch viele kleine Heimtiere – Farbratten und –mäuse, Meerschweinchen und Zwergkaninchen – auf ein neues Zuhause warten, ist vielen Tierfreunden gar nicht bewusst. Auch wenn wir ein Verbot von Lebendtierverkauf fordern, bleibt der Weg dahin eine Herausforderung. In Recklinghausen begleitet der Deutsche Tierschutzbund daher neue Wege: Eine „Adoptierstube“ soll die Vermittlungschancen des Tierheims verbessern.

Artgerechte Unterbringung einiger kleiner Heimtiere in einer "Adoptierstube"

Menschen dazu zu bewegen, sich im Tierheim nach einem neuen vierbeinigen Hausgenossen umzuschauen. So weit die Idee. Ein Pilotprojekt ist bereits erfolgreich gestartet. Die artgerechte Unterbringung einiger kleiner Heimtiere in einer „Adoptierstube“ im Fressnapfmarkt soll sowohl Interesse für diese als auch für andere Tiere im Tierheimwecken. Die Mitarbeiter des Fressnapf-Marktes sind angehalten, das passende, artgerechte Zubehör zu empfehlen. Die Vermittlung der Tiere organisiert das Tierheim.

Das Holzhäuschen ist die neue „Adoptierstube“ in Recklinghausen. Neben Zoogeschäften und Baumärkten setzen auch einige Filialen der Fressnapf Holding SE darauf, dass der Verkauf lebender Tiere den Umsatz ankurbelt. Immer wieder landen zuweilen unüberlegt gekaufte Tiere anschließend im Tierheim. Fressnapf hat daher dem Deutschen Tierschutzbund einen Vorschlag zur Zusammenarbeit unterbreitet, der erfolgversprechend VFKHLQW)UHVVQDSI¿OLDOHQGLHELVKHUNHLQHNOHLQHQ Heimtiere verkauft haben, sollen mit den örtlichen Tierheimen zusammenarbeiten. Ziel ist es, mehr

Im Mai 2015 überlegten Vertreter des Deutschen Tierschutzbundes und des Tierheims Recklinghausen gemeinsam mit der Projektleitung von Fressnapf und den 9HUDQWZRUWOLFKHQHLQHUDXVJHZlKOWHQ)UHVVQDSI¿OLDOH in der Marienstraße, ob das Projekt in Recklinghausen realisiert werden kann. Dem Wunsch des Tierheims, JU|‰HUHXQGÀH[LEOHUH8QWHUEULQJXQJVP|JOLFKNHLWHQ für die Tiere zu schaffen als ursprünglich geplant, wurde entsprochen. Das Tierheim und die Fressnapf-Projektleitung verständigten sich auch darüber, ZLHGLH3ÀHJHGHU7LHUHDQ:RFKHQHQGHQXQG)HLHUWDgen gesichert werden kann. Am 14. Oktober wurde die „Adoptierstube“ – zunächst unter Ausschluss der Öffentlichkeit – eingerichtet. Seitdem behält das Tierheim die dortige Tierhaltung kontinuierlich im Blick; einmal pro Woche ist ein Mitarbeiter im Fressnapfmarkt vor Ort. Das Projekt ist erfolgreich angelaufen. Es wurde am 8. Dezember der Öffentlichkeit vorgestellt und stieß auf großes Interesse.

24

Angebot an Schulklassen Um schon die junge Generation an den Tierschutz heranzuführen, war der Deutsche Tierschutzbund auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin unter anderem mit einem speziell für Kinder und Jugendliche konzipierten Messestand vertreten. Das Schwerpunktthema war das Tierschutzlabel „Für Mehr Tierschutz“. Am Messestand konnten Schüler spielerisch erleben, wie Hühner und Schweine in der landwirtschaftlichen Intensivtierhaltung gehalten werden. Um das Faktenwissen anschaulich zu vermitteln, hatte die Jugendabteilung des Deutschen Tierschutzbundes einiges vorbereitet: So konnten die Jugendlichen die natürliche, zeitintensive Futtersuche von Schweinen nachstellen, indem sie selber Gegenstände „erwühlten“. Um nachzuempfinden wie beengt Legehennen in der Bodenhaltung leben, drängten sie sich auf einem ein Quadratmeter großen Feld zusammen. In welcher Haltungsform Hühner artgerecht gehalten werden und woran Schüler und Eltern die Haltungsform im Supermarkt erkennen können, erfuhren sie durch ein Eiercodier-Puzzle mit Plastikeiern.

Modellställe boten einen Einblick in die realen Lebensverhältnisse von Hühnern und Schweinen. Sie zeigten einerseits die konventionelle Haltung und verdeutlichten andererseits die Verbesserungen für die Tiere in den Ställen, die mit dem Label des Deutschen TierVFKXW]EXQGHV]HUWL¿]LHUWVLQG0LWDOOHQ6LQQHQNRQQten die Schüler zudem verschiedene Bodenmaterialien aus Tierställen erleben. Schnell und erschrocken zogen sie ihre Hände aus der Kiste mit dem rutschigen Spaltenboden zurück. Im Stroh dagegen wollte jeder gerne länger wühlen. Als sie erfuhren, dass die Mehrheit der Tiere nicht in weichem Stroh wühlen darf, sondern auf Spaltenböden stehen muss, waren nicht nur die Kinder des Schülerprogramms erschrocken. Auch erwachsene Messebesucher waren überrascht, wie unangenehm der Spaltenboden sich anfühlt. Was sie im Supermarkt in ihren Einkaufskorb legen müssen, um sich gezielt für mehr Tierschutz einzusetzen, wussten die Grundschüler anschließend sofort: $XINHLQHQ)DOO%LOOLJÀHLVFKXQG.l¿JHLHU/LHEHU Nudeln ohne Ei, vegetarische Alternativen und Süßigkeiten ohne tierische Gelatine.Das anschauliche Programm kam auch bei den Lehrern gut an.

Tierschutzlehrer vernetzen sich

Neue Themen beim Nachtreffen in Hessen.

Der Deutsche Tierschutzbund bildet seit 2012 Tierschutzlehrer aus und organisiert für die Absolventen der einjährigen Fortbildung jährlich ein Vernetzungstreffen.

In fünf Wochenend-Modulen in der Akademie für Tierschutz lernten die Teilnehmer in der Tierschutzlehrerausbildung, wie sie Unterrichtsbesuche von der Grundschule bis zur sechsten Klasse gestalten können. Ein wichtiger Aspekt der Weiterbildung war neben der Wissensvermittlung der Austausch von Erfahrungen mit Schulklassen, Ideen und Ergebnissen. Mit jedem

Ausbildungsjahrgang kommen neue kreative Ideen für die Tierschutzarbeit mit Kindern und Jugendlichen hinzu. Jährliche Vernetzungstreffen geben Ehemaligen und frisch gebackenen Tierschutzlehrern zusätzlich die Gelegenheit, sich auszutauschen. Das Jugendreferat des Deutschen Tierschutzbundes bereitete für diese Treffen weitere Themen fachlich und didaktisch vor, die während der Ausbildung nicht so umfangreich behandelt wurden. Für das Vernetzungstreffen am 27.Juni 2015 wählten die Teilnehmer „Tierschutz und Kleidung“ als Schwerpunktthema. Sie erhielten dazu ausführliche Informationen und diverse Umsetzungsideen für den Unterricht. Einen Einblick in die praktische Tierschutzarbeit erhielten die Tierschutzlehrer an diesem Tag ebenfalls, denn das Treffen fand auf der Kellerranch in Hessen statt.



25

Tierschutz mit Kindern und Jugendlichen

Mit dem Tierschutzkoffer nach Berlin An die 2.000 Tierschutzwünsche sind bei der Aktion „Tierschutzkoffer“ des Jugendländerrats und der Jugendabteilung zusammengekommen. Diese übergab die Berliner Tierschutzjugend stellvertretend für alle beteiligten Kinder und Jugendlichen am 25. März der Parlamentarischen Staatssekretärin im Bundeslandwirtschaftsministerium, Dr. Maria Flachsbarth (MdB, CDU). Die Idee, einen Koffer mit Tierschutzwünschen nach Berlin zu schicken, hatte sichüber die Jugendgruppen, das Jugendportal www.jugendtierschutz.de und die Veranstaltungen der Landestierschutzjugenden rasch verbreitet. Auch bei Tierheimfesten, Veranstaltungen und in Schulen traf das Thema schnell auf Begeisterung. Erstmals haben Kinder und Jugendliche aus ganz Deutschland damit ein gemeinsames politisches

Projekt gestartet. Innerhalb kurzer Zeit trugen sie ganz konkrete Wünsche und Forderungen zusammen. Stofftiere symbolisierten dabei die Appelle der Kinder. Die Forderungen zeigten, wie ausführlich und konkret sich bereits der Tierschutznachwuchs mit Tierschutzproblemen befasst. Sie reichten von der Abschaffung der Pelztierfarmen über die Sorge um ausreichend Futter und Wasser für Tiere bis zum Verbot von Zirkustieren. Besonders beeindruckend war der Wunsch einer Jugendlichen: Sie wünscht sich von Politikern mehr Aufmerksamkeit. Maria Flachsbarth ist als Parlamentarische Staatssekretärin im Bundeslandwirtschaftsministerium die Stellvertreterin des Ministers. Sie nahm sich Zeit für die Anliegen der Jugend, ging darauf im Einzelnen ein und war von der Vielfältigkeit der Forderungen beeindruckt.

Tierheimführungen attraktiv gestalten Wie kann man Kindern und Jugendlichen Tierschutzthemen attraktiv vermitteln? Der Deutsche Tierschutzbund gab seinen Mitgliedsvereinen verschiedene Anregungen.

Bald vielleicht aktiv für den Tierschutz: Kinder bei einer Tierheimführung.

Eine Führung durch das örtliche Tierheim gibt Kindern oft den Anstoß, sich für Tiere zu engagieren. Um Tierschutzvereinen und Tierheimen, die zahlreiche andere Aufgaben zu bewältigen haben, den Schritt in die Öffentlichkeit zu erleichtern, hat der Deutsche Tierschutzbund einige Tipps für sie zusammengestellt: „Führungen im Tierheim erlebnisreich gestalten“, so lautet der Titel der neuen Publikation. Sie vermittelt den Vereinen interessante Anregungen und gibt kreative Hilfestellungen, um Kindern Tierschutzanliegen zu vermitteln. Organisatorische Hinweise, tierzentrierte Aufgaben und vielfältige Praxistipps zur Integration des neuen

Bildungsangebotes in den Tierheim-Alltag runden die neue Publikation ab. Zum Einstieg in ein neues Thema sind oft viele Erklärungen notwendig. Um den Elan der Kinder durch lange Redezeiten nicht zu bremsen, haben das Jugendreferat und der Jugendländerrat einen interaktiven Workshop zur Jugendarbeit im Tierheim organisiert. Im Rahmen des Vorabendprogramms der Mitgliederversammlung des Deutschen Tierschutzbundes am 11.09.2015 in Stuttgart gaben sie den Teilnehmern eine moderne Domino-Methodik an die Hand. Mit deren Hilfe konnten diese sich das erforderliche Wissen in Kleingruppen selbst erarbeiten.

26 • 27

Hilfe bei Animal Hoarding

Animal Hoarding kann mit Tiersammel-Sucht oder Tierhorten übersetzt werden. Es beschreibt ein Krankheitsbild, bei dem Menschen Tiere in einer großen Anzahl halten, sie aber nicht mehr angemessen versorgen.

Praktische Hilfe für Tiere in Not

Animal Hoarder halten überdurchschnittlich viele Tiere oft auf engstem Raum.

Fälle von Animal Hoarding (Tiersammelsucht) sind ein enormes Tierschutzproblem dessen sich der Deutsche Tierschutzbund angenommen hat. Die Fälle sind für Tierschutzvereine und Tierheime eine enorm große Belastung. In der Regel müssen sie kurzfristig eine große Anzahl vernachlässigter, verwahrloster und oft schwer kranker Tiere aufnehmen, die von den Behörden beschlagnahmt wurden. Nachdem eine vom Deutschen Tierschutzbund initiierte Dissertation vor einigen Jahren gezeigt hatte, wie weit verbreitet die Tiersammelsucht in Deutschland ist, hatte der Verband nicht nur Vertreter von Veterinärverwaltungen, sondern auch die Gesundheits- und Sozialbehörden der Bundesländer über die Problematik informiert. Im März 2015 erörterten Mitglieder der interdisziplinären Arbeitsgruppe, bestehend aus Tierschutz-Experten der Akademie für Tierschutz (Tierärzte und Rechtanwälte), Psychologen und Amtstierärzten, das weitere gemeinsame Vorgehen. Das Ziel dieser Arbeitsgruppe ist es, alle mit dem Problem Animal Hoarding befassten Berufsgruppen und Behörden – Tierärzteschaft, Psychologen, Sozialdienste, Polizei und Justizbehörden – über die spezielle Problematik der Tiersammelsucht aufzuklären, miteinander zu vernetzen und nachhaltige Lösungsansätze zu erarbeiten. Eine hauseigene Studie hat die zwischen Januar 2012 und September 2015 bekannt gewordenen Fälle analysiert. Demzufolge sind Katzen die Tiere, die LQ'HXWVFKODQGLPPHUQRFKDPKlX¿JVWHQJHKRUWHW werden. Zudem zeigte sich eine deutlich zunehmende Tendenz bei den kleinen Heimtieren ab. Auch die Anzahl der gehorteten Tiere pro Fall war bei dieser Tiergruppe am größten. Insgesamt waren im genannten Zeitraum knapp 9.000 Tiere von Animal Hoarding betroffen. Pro Fall wurden im Schnitt 75 (Median: 43) Tiere gehortet, bei den kleinen Heimtieren waren es 91 (Median: 71). Die Ergebnisse der Studie wurden in einer Fachzeitschrift veröffentlicht (Arnold S (2015): Animal Hoarding – eine aktuelle Einschätzung.

Animal Hoarding Animal Hoarding ist ein psychologisches Krankheitsbild, bei dem Menschen Tiere in einer großen Anzahl halten, diese aber nicht mehr angemessen versorgen. Es fehlt an )XWWHU:DVVHU+\JLHQH3ÀHJHXQGWLHUlU]Wlicher Betreuung. Zudem vermehren sich die Tiere oft unkontrolliert. Die Halter erkennen nicht mehr, dass es den Tieren in ihrer Obhut schlecht geht. So lange nicht gleichzeitig eine therapeutische Betreuung der Hoarder erfolgt, bringen Anordnungen zur Tierhaltung, zur Begrenzung der Tieranzahl oder die Beschlagnahmung der Tiere meist keine dauerhafte /|VXQJ%LVKHU¿QGHWGLHVRZLFKWLJHSV\FKRtherapeutische Begleitung der Hoarder allerdings nur in Einzelfällen statt.

28 • 29

7LHUVFKW]HUPVVHQKlX¿JVFKZHUNUDQNHYHUZDKUORVWH7LHUHDXV$QLPDO+RDUGLQJ)lOOHQUHWWHQ

Amtstierärztlicher Dienst und Lebensmittelkontrolle. 22. Jg. 4/2015. p. 227-231). Die in der Arbeitsgruppe 2008 erstellte „Checkliste für das Vorliegen eines echten Falls von Tierhorten“ war ebenfalls Teil der Veröffentlichung. Sie soll Amtstierärzten dabei helfen, die Haltung von Tieren möglichst objektiv zu beurteilen. Im Oktober 2015 beteiligte der Deutsche Tierschutzbund sich aktiv am 27. Deutschen Tierärztetag in Bamberg sowie an dem der Tagung vorangegangenen Diskussions-Webforum. Das Thema Animal Hoarding wurde im Arbeitskreis des Tierärztetages zum Thema Mensch-Tier-Beziehung aufgegriffen. Ziel war es, die gesamte Tierärzteschaft aufzuklären und das Problem in diesem Kreis zu diskutieren. Auch die Anregung des Deutschen Tierschutzbundes beim Treffen des Arbeitskreiseses Kleintiere (AK 2) der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz (TVT) im November 2015, das Thema Animal Hoarding aufzugreifen, zeigte Erfolg. Es wurde vereinbart, das Thema zukünftig intensiver zu beleuchten, die Zusammenarbeit zu verstärken und Lösungsansätze zu erarbeiten. Zusätzlich zu seinen Aktivitäten in Fachgremien und auf politischer Ebene unterstützte der Deutsche Tierschutzbund auch ganz direkt alle Mitgliedsvereine und Tierheime, die mit der Aufnahme von Tieren aus Animal Hoarding-Fällen befasst waren. Sie erhielten VRZRKOORJLVWLVFKHDOVDXFK¿QDQ]LHOOH8QWHUVWW]XQJ um den betroffenen Tieren unverzüglich und ausreichend helfen zu können.

Deutscher Tierschutzpreis 2015 Sonderpreis Tierrettung Stellvertretend für viele Vereine, die in AnimalHoarding-Fällen geholfen haben, hat der Deutsche Tierschutzbund drei Vereine – die Tierschutzvereine Freiburg im Breisgau, Greiz und Umgebung sowie Peine und Umgegend – am 14. Oktober in Leipzig mit dem Deutschen Tierschutzpreis in der Sonderkategorie „Tierrettung“ geehrt. Alle drei hatten 2015 besonders schwere Fälle von „Animal Hoarding“ zu bewältigen. Die Versorgung der von Polizei oder Veterinäramt beschlagnahmten Tiere aus Animal Hoarding-Fällen ist für die Tierheime eine große, zusätzliche Belastung. Die drei ausgezeichneten Tierschutzvereine haben diese tierschützerische Herausforderung mit besonders großem Engagement gemeistert.

Praktische Hilfe für Tiere in Not

Katzenschutz GXUFK.DVWUDWLRQVSÀLFKW Frei lebende Katzen müssen sich vielerorts alleine durchschlagen. Meist sind sie schlecht ernährt, ausgemergelt und oft auch krank – Tierschützer nehmen sich dieser Tiere an. Doch mittel- und langfristig ist eine wirkliche Lösung nur dann zu erreichen, wenn die unkontrollierte Vermehrung der Katzen unterbunden wird. Das stetige Ansteigen der Population frei lebender Katzen ist auf Dauer nur zu verhindern, wenn konsequent auch alle privat gehaltenen Tiere, die Freigang haben, frühzeitig kastriert werden. Seit langem setzt der Deutsche Tierschutzbund sich daher auch dafür ein, die gesetzlichen Rahmenbedingungen zum Schutz der Katzen zu verbessern. Mit einer Neuerung durch Paragraf 13b Tierschutzgesetz wurde seiner Forderung zum Teil Rechnung getragen. Die Landesregierungen wurden dazu ermächtigt, Rechtsverordnungen zum Schutz frei lebender Katzen zu erlassen. Nachdem der Deutsche Tierschutzbund 2014 alle für den Tierschutz zuständigen Ministerien der Bundesländer aufgefordert hatte, von dieser Ermächtigungsgrundlage des Tierschutzgesetzes (TierSchG) auch Gebrauch zu machen, haben neben Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein, zwischenzeitlich auch Nordrhein-Westfalen, Hessen, Bayern, Rheinland-Pfalz und Mecklenburg-Vorpommern entsprechende Zuständigkeitsverordnungen eingeführt. In diesen Bundesländern können die Kommunen nun auf Basis des § 13b Tierschutzgesetz, unabhängig vom

Frei lebende Katzen vermehren sich unkontrolliert - ihr Elend wird dadurch immer größer.

kommunalen Ordnungsrecht, Kastrationsverordnungen für Katzen verabschieden. Die nordrhein-westfälische Landesregierung war im letzten Jahr besonders aktiv: Im November hat sie den Kreisordnungsbehörden Mustervorlagen für die Umsetzung von Kastrations-Verordnungen vorgelegt. In diesen Vorlagen hat sie viele Anregungen des Deutschen Tierschutzbundes und des ihm angeschlossenen Landestierschutzverbandes berücksichtigt.

Schätzungsweise 75.000 frei lebende Katzen gibt es in Schleswig-Holstein. Mitinitiiert vom Deutschen Tierschutzbund und seinem Landesverband Schleswig-Holstein hatte das Bundesland im Oktober 2014 das „Pilotprojekt gegen Katzenelend in Schleswig-Holstein“ gestartet. Mitte Oktober 2015 wurde das Projekt nun erfolgreich abgeschlossen. In drei Aktionszeiträumen – einem Probelauf im Oktober/ November 2014 und zwei Hauptaktionszeiträume im

30 • 31

Pilotprojekt Katzenkastration in Schleswig-Holstein

Jahr 2015 (Februar und Oktober) – unterstützte die Landesregierung die Kastration, das Kennzeichnen und das Registrieren von Katzen unter bestimmten .ULWHULHQ¿QDQ]LHOO V.DVWHQ  Insgesamt konnten durch die Aktion 7.428 Katzen kastriert, gekennzeichnet und registriert werden. Erste nachhaltige Erfolge waren bereits im Sommer 2015 zu verzeichnen: Wie der Landesverband mitteilte, mussten die Tierheime schätzungsweise 15 bis 20 Prozent weniger neue Katzen aufnehmen. Um kontinuierlich weitere Katzen kastrieren, kennzeichnen und registrieren zu können, sollte das Projekt im Jahr 2016 fortgeführt werden. Leider reichten die gesammelten Spenden nicht für eine Frühjahrsaktion aus. Das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume Schleswig-Holstein kündigte jedoch an, Gelder aus dem Haushalt zur Verfügung zu stellen. Derzeit ist geplant, das Projekt im Herbst 2016 wieder aufzugreifen. Rund 130.000 Katzen nehmen die deutschen Tierheime jährlich in ihre Obhut – und das bei immer stärker steigenden Kosten und einer längeren Verweildauer der Tiere. Bundesweit rief der Deutsche Tierschutzbund die Bevölkerung daher erneut dazu auf, privat gehaltene Katzen, die Freigang haben, frühzeitig kastrieren zu lassen. Mit Hintergrundinformationen und Argumentationshilfen unterstützte er zudem Tierschutzvereine und engagierte Bürger, die ihre Kommunen davon überzeugen wollten, alternativ zum § 13b TierSchG über das kommunale OrdnungsUHFKWHLQH.DVWUDWLRQVSÀLFKWIU)UHLJlQJHUNDW]HQDXV Privathaushalten einzuführen.Mit Erfolg: Mehr als 340 *HPHLQGHQ6WlGWHXQG,QVHOQYHUSÀLFKWHQLKUH%UJHU inzwischen auf ordnungsrechtlicher Basis, Katzen, die Freigang haben, kastrieren zu lassen.

Folgende Rahmenbedingungen waren für den Aktionszeitraum vereinbart worden: • Honorarverzicht der Tierärzte: Pro Kastration verzichtete der Tierarzt auf 25 Euro • Das Land übernahm die vollen Kosten für die Kastration frei lebender Katzen, die von einem Tierschutzverein zum Tierarzt gebracht wurden • Volle Kostenübernahme auch bei sozial schwachen Haltern (mit Nachweis) • Sonstige Tierhalter: Zuschuss von 25€ für die Kastration weiblicher Katzen. Finanzielle Unterstützung durch den Deutschen Tierschutzbund: • 35.000 Euro im Jahr 2015 für die Aktionszeiträume im Frühjahr und Herbst 2015 • Für den Probelauf des Projektes 11/2014 hatte der DTSchB zuvor bereits 10.000 Euro zur Verfügung gestellt. Insgesamt wurden 2015 in den Hauptaktionszeiträumen 4.604 Katzen (inklusive des Probelaufes 2014 gar 7.428) Katzen kastriert, gekennzeichnet und registriert. Unter den 4.604 Katzen, die 2015 kastriert wurden, waren 2.915 frei lebende Tiere (insgesamt, mit Probelauf 2014: 4.741 frei lebende Katzen). Alle übrigen Katzen stammten aus Privathaushalten.

Praktische Hilfe für Tiere in Not

Kennzeichnung und Registrierung hilft Hunden und Katzen Entlaufene Hunde und Katzen, die mittels Transponder gekennzeichnet und kostenlos im Deutschen Haustierregister (DHR) registriert sind, können rasch wieder nach Hause vermittelt werden. Die Kennzeichnung und Registrierung von Heimtieren ist auch ein maßgebliches Mittel, dem illegalen Welpenhandel in Europa entgegenzuwirken. Ebenso können ausgesetzte Tiere nachverfolgt und die verantwortungslosen Halter in der Folge bestraft werden.

Zahlreiche Tiere kommen heute in den Tierheimen an, ohne dass jemand weiß, wem sie gehören. :lUHQDOOH7LHUKDOWHUGD]XYHUSÀLFKWHW+XQGHXQG Katzen per Transponder kennzeichnen und registrieren zu lassen, könnte vielen von ihnen geholfen werden. Wenn die Tiere schnell wieder an ihre Halter zurück vermittelt werden können, werden auch die Tierheime entlastet. Diese Erfahrung hat der Deutsche Tierschutzbund immer wieder gemacht, denn er betreibt das Deutsche Haustierregister schon seit mehr als dreißig Jahren. Der Deutsche Tierschutzbund appelliert jedoch nicht nur an die Tierhalter, ihre Tiere freiwillig kennzeichnen und im DHR registrieren zu lassen. Er setzt sich auch auf politischer Ebene dafür ein, dass Hunde XQG.DW]HQYHUSÀLFKWHQGJHNHQQ]HLFKQHWXQGUHJLVWriert werden müssen – und dies europaweit. Eine Gelegenheit, seine Forderung zur Einführung HLQHUJHVHW]OLFKYHUSÀLFKWHQGHQ.HQQ]HLFKQXQJXQG Registrierung für Hunde und Katzen ausführlich zu erläutern, erhielt der Verband im April. Das Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz in Saarbrücken hatte zum Symposium „Kennzeichnung und

Wer zuerst kommt, chippt zuerst Im Januar 2015 startete der Deutsche Tierschutzbund gemeinsam mit den ihm angeschlossenen Tierschutzvereinen und Tierheimen eine große Chip-Aktion: Der Dachverband hatte bei Esstra 25.000 Transponder bestellt, die er seinen Mitgliedsvereinen kostenlos zur Verfügung stellte. Jeder Verein konnte bis zu 100 Transponder inklusive Einweg-Applikatoren bestellen. DieseKennzeichnung hilft den Tieren allerdings nur dann, wenn sie auch registriert sind. Der Verbandempfahl daher den Vereinen, neuen Tierbesitzern gleich einen vorausgefüllten Registrierungsantrag für das DHR auszuhändigen mit der Bitte diesen zu unterzeichnen oder das Tier über die Website www.registrier-dein-tier.de online im DHR zu registrieren.

32 • 33

Dank der Registrierung beim DHR: Nach fünf Jahren kehrt Charly zurück.

Registrierung von Hunden und Katzen auf tierschutzrechtlicher Grundlage“ eingeladen. Die Eurogroup for Animalsstartete zudem im September die Kampagne „Protect our Pets“. Der Deutsche Tierschutzbund ist Gründungsmitglied der Eurogroup und gestaltet deren Arbeit seitdem aktiv mit. Die Forderung nach einer EU-weiten Kenn]HLFKQXQJVXQG5HJLVWULHUXQJVSÀLFKWIU+HLPWLHUH ist ein wesentlicher Inhalt dieser Kampagne. Die deutsche Europaabgeordnete Dr. Renate Sommer (CDU) hatte einen Entschließungsantrag im Europäischen Parlament initiiert. Um diesen zu unterstützen, starteten die Tierschützer eine Onlinekampagne. Der Deutsche Tierschutzbund rief die Bevölkerung über die Sozialen Medien dazu auf, sich daran zu beteiligen. Über die Hintergründe und die Forderungen der Kampagne informierte er auf seiner Webseite. Insgesamt sammelten die Tierschützer so mehr als 400.000 E-Mails. Aus Deutschland haben über 34.000 E-Mails die entsprechenden Mitglieder des Europäischen Parlamentes erreicht. Im Vorfeld der Abstimmung im Europaparlament hatte der Deutsche Tierschutzbund die EU-Abgeordneten auch selbst angeschrieben und um eine Unterstützung dieses Antrages gebeten.

Manchmal geschieht ein Wunder Als der Anruf des Deutschen Haustierregisters kam, war die österreichische Familie überglücklich: Ihr Charly war gefunden worden. Fünf Jahre war es her, dass der zehnjährige Chihuahua während eines Familienurlaubs in Bayern verschwunden war. Verzweifelt hatte die Familie ihn gesucht, doch damals war der Anruf beim DHR vergebens.. Charly war zwar gechippt und registriert, doch seinen Transponder hatte offenbar Niemand abgelesen. Als eine Dame aus Aschbach den Hundesenior jedoch im November 2015 allein auf einer Straße antraf und ihn einem Tierarzt vorstellte, ging alles ganz schnell: Der Tierarzt las den Chip aus, informierte das DHR, eine DHR-Mitarbeiterin rief in Österreich an und die Familie machte sich noch in der selben Nacht auf den Weg, um ihren Charly endlich wieder heim zu holen.

Praktische Hilfe für Tiere in Not

Tauben in den Städten Stadttauben, die Nachkommen der Felsentaube, leben in vielen Städten in Populationsgrößen, die den Tieren Probleme bringen. Vergrämungsmethoden, die zu Schmerzen und Leiden bei den Tieren führen, lehnt der Deutsche Tierschutzbund ab.

Der Deutsche Tierschutzbund besuchte 2015 verschiedene Städte, um sich vor Ort ein Bild davon zu machen, welche Folgen die verschiedenen Ansätze zur Bestandsreduktion von Stadttauben für die Tiere haben. Das relativ neu entwickelte Regensburger Modell beispielsweise setzt darauf, frei lebende Tauben dort, wo Gebäudebesitzer sich von ihnen gestört fühlen, einzufangen. Anschließend werden die Tiere in großen Volieren dauerhaft versorgt. Damit der Bestand sich nicht weiter vergrößert werden die Taubeneier gegen Attrappen ausgetauscht. Dies geschieht auch bei dem bereits länger existierenden Augsburger Modell. Dieses verfolgt allerdings einen mehrgleisigen Ansatz: Die Tauben leben dort weiterhin frei, werden durch Angebot von

Nist- und Futterplätzen jedoch an bestimmte Bereiche der Stadt gebunden. Parallel zur Betreuung der Tiere und dem Austauschen der Eier laufen Informationskampagnen, mit denen Tierschützer in Zusammenarbeit mit der Stadt bei der Bevölkerung um Verständnis für die Bedürfnisse der Tiere und die eingeleiteten Maßnahmen werben. Der Deutsche Tierschutzbund hält diesen Ansatz für tierschutzgerechter. Der Verband wird noch weitere Expertengespräche führen, um letztlich eine Liste der Vorund Nachteile einzelner Maßnahmen zu erstellen. Diese soll den Kommunen die Entscheidung für ein Taubenschutzmodell zukünftig erleichtern. Auch Betreiber von Taubenprojekten sollen daraus Anregungen erhalten, ihre Ansätze tierschutzgerecht weiterzuentwickeln.

Vegetarismus hilft Tieren Der Deutsche Tierschutzbund begrüßt die Entwicklung, dass sich immer mehr Menschen für eine vegane oder vegetarische Lebensweise entscheiden und damit ein Zeichen für mehr Tier-, Umwelt- und Klimaschutz setzen. Die in der Akademie für Tierschutz angesiedelte Abteilung Vegetarismus setzt sich mit den Auswirkungen unterschiedlicher Ernährungsweisen und dem Konsumverhalten der Gesellschaft auseinander. Sie will damit die verstärkte Hinwendung breiter Bevölkerungsgruppen zu vegetarischen und veganen Ernährungsformen fördern. 2015 wurde das Referat personell umstrukturiert. Verstärkt wurde das Thema Ernährung und Vegetarismus in den Social Media-Kanälen des Deutschen Tierschutzbundes und in der

Mitgliederzeitschrift DU UND DAS TIER aufgegriffen. In jeder Ausgabe waren ihm mehrere Seiten gewidmet. Mitarbeiter des Deutschen Tierschutzbundes waren auf verschiedenen Veranstaltungen präsent: Im Oktober auf der Messe „Veggieworld“ in Düsseldorf und der „Veggie und frei von“ Messe in Stuttgart. Auf der Messe „VitaTrend“ in Heidelberg im Oktober 2015 nahm der Deutsche Tierschutzbund an einer Podiumsdiskussion teil. 2015 wurde auch der Kontakt zum Vegetarierbund Deutschland (VEBU) intensiviert, insbesondere zu dessen politischer Leitung.

34 • 35

Tierschutz in der Ukraine Seit dem Jahr 2000 engagiert sich der Deutsche Tierschutzbund für den Tierschutz in der Ukraine. Vor zehn Jahren eröffnete er sein Tierschutzzentrum in der Hafenstadt Odessa, das längst Modellcharakter für andere Gemeinden im Lande hat. Seit vier Jahren läuft zudem ein erfolgreiches Kastrationsprojekt in der Hauptstadt Kiew. Trotz der nach wie vor schwierigen politischen Lage ist die Bereitschaft der Bevölkerung, den Tieren zu helfen, sehr hoch. Zehn Jahre nachdem der Deutsche Tierschutzbund sein Tierschutzzentrum in Odessa eröffnet hat, zeigt sich in der Hafenstadt ein völlig anderes Bild: Auf den Straßen leben wesentlich weniger Tiere. Kleine Näpfe mit Futter und Wasser, regelrechte kleine „Raststationen“ für die Straßentiere haben die tierlieben Odessiten in Parks und auf Grünstreifen in der Stadt eingerichtet. Fast 60.000 Straßentiere wurden in Odessa inzwischen NDVWULHUWJHNHQQ]HLFKQHWJHVXQGJHSÀHJWXQGYHUsorgt. Darüber hinaus konnte das Tierschutzzentrum 9.003 Hunde und Katzen an ihre Besitzer zurückgeben oder an neue, liebevolle Halter vermitteln. Dass ehemalige Straßentiere vermittelt werden, ist – dank der Aufklärungsbemühungen – keine Seltenheit mehr. Viele frei lebende Tiere in der Ukraine sind an Menschen gewöhnt und die Bereitschaft, ein Tier zu übernehmen und zu Hause zu versorgen, ist groß.

In immer mehr Städten, die zum Teil bis zu 60 Kilometer von Odessa entfernt liegen, gibt es Verträge und Vereinbarungen zur tiergerechten Regulation der Straßentierpopulationen. So besuchten der Cheftierarzt und die Leiterin des Tierschutzzentrums im Oktober Belgorod-Dnestrovskij. Auf Initiative der dortigen Oberbürgermeisterkandidatin plant die Stadt den Bau eines Tierheims als Kastrationszentrum für Straßentiere. Der Deutsche Tierschutzbund leistet hier mit seiner langjährigen Erfahrung Unterstützung. Parallel zu den laufenden Kastrationsaktionen können örtliche Tierärzte sich ZHLWHUTXDOL¿]LHUHQXPGLHQRWZHQGLJHQ.DVWUDWLRQHQ später auch in Eigenregie durchführen zu können. Das geplante neue Katzenhaus im Tierschutzzentrum Odessa konnte aufgrund der instabilen politischen Lage im Lande noch nicht gebaut werden. Gut angelaufen sind jedoch die Katzenkastrationsaktionen. Die Betreuer frei lebender Katzen haben gemeinsam mit dem Zentrum einen Plan entwickelt. Schätzungen gehen allein in Odessa von bis zu 200.000 Straßenkatzen aus. Da die Tiere oft versteckt leben, ist es schwer, exakte Zahlen zu ermitteln. Das Kastrationsprogramm für die Katzen weiter auszubauen, steht weit oben auf der Agenda.

Auch in Kiew bleibt der Deutsche Tierschutzbund aktiv: Inzwischen sind fast 10.000 der geschätzten etwa Gemeinsam mit vielen Einwohnern Odessas haben 14.000 dort freilebenden und freilaufenden Hunde von Mitglieder des Präsidiums des Deutschen Tierschutzunvermögenden Bürger auf Kosten des Deutschen bundes und die Mitarbeiter des Tierschutzzentrums im Tierschutzbundes eingefangen, kastriert, versorgt und Mai das zehnjährige Bestehen des Tierschutzzentrums JHVXQGJHSÀHJWZRUGHQ:HQQP|JOLFKZXUGHQGLH gefeiert. Ebenfalls eingeladen waren die Kinder eines 7LHUHLKUHQ+DOWHUQ]XUFNJHJHEHQ'LHVH$UEHLW¿QGHW nahe gelegenen Kinderheims. im Rahmen des Memorandums statt, das im Frühjahr 2012 zwischen dem Deutschen Tierschutzbund und der Stadt Kiew vereinbart wurde. Die drei städtischen Tierkliniken arbeiten professionell und unermüdlich für die Erfüllung des Memorandums. Der Deutsche Tierschutzbund geht davon aus, dass das Kastrationsprojekt in Kiew noch ungefähr ein Jahr lang fortgeführt wird. Wolfgang Apel, Ehrenpräsident, Auch Renate Seidel, Vizepräsidentin des beim Besuch des Kinderheims. Deutschen Tierschutzbundes, besuchte Odessa.

Hilfe für Tiere im Ausland

Welpen in einem rumänischen Tierheim.

Tierschutz in Rumänien In Rumänien werden eingefangene Hunde und Katzen nach Ablauf einer Frist von 14 Tagen nach wie vor vielerorts getötet. Und dass, obwohl die Durchführungsbestimmungen zum Euthanasiegesetz in Rumänien 2014 als verfassungswidrig erklärt worden waren. Das bewährte Konzept „Einfangen, Kastrieren, Freilassen“ des Deutschen Tierschutzbundes lässt sich zurzeit in Rumänien jedoch noch nicht umsetzen. Der derzeitigen Gesetzeslage zufolge, dürfen einmal eingefangene Tiere nicht wieder freigelassen werden. Der Deutsche Tierschutzbund forcierte 2015 daher seine politischen Aktivitäten, um die Grundlage für einen tierschutzgerechten Umgang mit frei lebenden Tieren zu schaffen. Eine Delegation des Deutschen Tierschutzbundes, unter Leitung des Präsidenten, besuchte Ende März gemeinsam mit den SPD-Bundestagsabgeordneten Anette Kramme und Ute Vogt mehrere öffentliche und private Tierheime in Rumänien und führte Gespräche mit den Verantwortlichen. Der rumänische Präsident, Klaus Werner Johannis, bezeichnete auf Anfrage des Deutschen Tierschutzbundes das Töten der Hunde als Barbarei und sicherte dem Verband seine Unterstützung zu. Unangemeldete Besuche in zwei öffentlichen Tierheimen hatten den Tierschützern keinen guten Eindruck vermittelt: Die Hunde waren abgemagert und hatten YHU¿O]WHV)HOO(VEOLHEXQNODUZDQQXQGZRPLWVLH gefüttert wurden. Sauberes Wasser war nicht überall vorhanden. Zudem roch es stark nach Kot und Urin. Auch die Tatsache, dass auf den Straßen der Hauptstadt kaum ein Hund zu sehen war, gab den Tierschützern zu denken. Offensichtlich werden die Tiere konsequent eingesammelt und getötet. Sowohl im Gespräch mit Bukarests Oberbürgermeister als auch bei einem Treffen mit Vertretern der staatlichen Veterinärbehörde und der Stadtverwaltung Mioveni stellte der Deutsche Tierschutzbund das erfolgreiche Konzept des Tierschutzzentrums Odessa vor. Unter der Bedingung, dass die Tötung gesunder Tiere eingestellt und das Konzept „Einfangen, Kastrieren, Freilassen“ eingeführt werde, könne er sich– ähnOLFKZLHLQ.LHZHLQH¿QDQ]LHOOH8QWHUVWW]XQJYRQ

Bukarest: Treffen mit Vertretern der Stadt und der relevanten Behörden von Bukarest. Kastrationsaktionen vorstellen. Inwieweit die rumänischen Verantwortlichen den Vorschlag aufgreifen, ist noch nicht abzusehen. Auf Interesse stieß jedoch der Vorschlag, gemeinsame Aufklärungskampagnen für die örtliche Bevölkerung zu organisieren. Finanzielle Unterstützung gab der Deutsche Tierschutzbund im Berichtsjahr zwei privat geführten Tierheimen. Das Tierheim des Vereins HAR (Helping Animals Romania) erhielt 5.000 Euro. Dem Verein Tierhilfe Hoffnung sagte der Verband zunächst 10.000 Euro für die Sanierung des Rehabilitationsbereiches und der Krankenstation im vereinseigenen Tierheim Smeura bei Pitesti zu, nach weiteren Gesprächen auch noch die Unterstützung von Sanierungsarbeiten im Tierheim mit 25.000 Euro. Im September startete ]XGHPPLW¿QDQ]LHOOHU8QWHUVWW]XQJGHV'HXWVFKHQ Tierschutzbundes in Höhe von 1.578,56 Euro eine JUR‰ÀlFKLJDQJHOHJWH$XINOlUXQJVXQG.DVWUDWLRQVkampagne. Ihr Ziel: Hunde- und Katzenbesitzer sollen davon überzeugt werden, ihr Tier kostenlos in der Smeura kastrieren zu lassen. So können sie dazu beitragen, die Population der Straßentiere zu verringern. Im Rahmen der gemeinsamen Kampagne konnten bereits viele Hunde und Katzen aus Privathaushalten kastriert und an ihre Halter zurückgegeben werden.

36 • 37

Keine Manipulation an Tieren

Sollte die Regel sein, ist aber eher die Ausnahme: Schweine ohne kupierte Schwänze.

Rinder, Schweine, Hühner und Puten leiden in der industriellen Intensivtierhaltung. Die Tiere verletzen sich und entwickeln Verhaltensstörungen. Doch anstatt die Haltungsbedingungen zu verbessern, werden den Tieren Körperteile amputiert: Hörner werden entfernt, Schwänze gekürzt, Schnäbel kupiert. Derartige schmerzhafte Eingriffe erlaubt das Tierschutzgesetz nur in Ausnahmefällen. Sie werden jedoch routinemäßig durchgeführt. Seit Jahren läuft der Deutsche Tierschutzbund dagegen Sturm – und inzwischen erhält er politische Unterstützung.

Auch Ferkel leiden enorm

Verhaltensstörungen wie Federpicken und Kannibalismus treten auf, wenn Tiere unter nicht tiergerechten Bedingungen leben. Der Deutsche Tierschutzbund setzt sich seit Jahren dafür ein, die Haltungsbedingungen in der Landwirtschaft zu verbessern. Die Manipulationen, die dazu dienen sollen, Tiere an nicht tiergerechte Haltungssysteme anzupassen, müssen verboten werden. Im Rahmen des Tierschutzplans Niedersachsen wurden unter Beteiligung des Deutschen Tierschutzbundes nun Empfehlungen zur Haltung von Legehennen zur Verhinderung von Federpicken und Kannibalismus und zur Aufzucht von Junghennen entwickelt. Ab 2017 wird das Schnabelkürzen bei Legehennen und Masthühnerelterntieren in Niedersachsen gänzlich verboten sein. Bis Ende 2018 soll dort zudem das Schnabelkürzen von Puten verboten werden.

Ferkeln routinemäßig die Schwänze zu kupieren, ist dem Tierschutzgesetz zufolge verboten. Trotzdem wird es noch in den meisten Betrieben praktiziert. Die Maßnahme soll das Schwanzbeißen verhindern. Doch Schwanzbeißen ist eine Verhaltensstörung. Sie tritt unter anderem deshalb auf, weil die Tiere in konventionellen Haltungssystemen zu wenig Beschäftigung haben und arteigene Verhaltensweisen nicht ausleben können. Der Deutsche Tierschutzbund setzt sich dafür ein, dass die Haltungssysteme geändert und an die Bedürfnisse der Tiere angepasst werden. In der AG Ringelschwanz der Initiative Tierwohl unterstützt der Deutsche Tierschutzbund daher auch den Ansatz, /DQGZLUWH]XEHORKQHQGLHHLQHQ:HJ¿QGHQLKUH Schweine mit unkupierten Schwänzen zu halten. Auch in der AG Schwein des Tierschutzplans Niedersachsen setzt der Verband sich dafür ein, das routinemäßige

Gemeinsam mit dem Landestierschutzverband Nordrhein-Westfalen (NRW) unterstützt der Deutsche Tierschutzbund auch die Pläne des Ministeriums für Klimaschutz, Landwirtschaft, Umwelt- und Verbraucherschutz NRW, das Schnabelkürzen bei Legehennen und Puten ab Ende 2016 zu verbieten. Im Juni 2015 veröffentlichte das Ministerium dann allerdings keinen Erlass, sondern eine freiwillige Vereinbarung PLWGHU*HÀJHOLQGXVWULHGLHDXIGDV6FKQDEHONXSLHren ab 2017 verzichten will.

Misshandlung von Tieren beenden

Dr. Claudia Salzborn und Dr. Brigitte Rusche von der Akademie für Tierschutz unterstützen das Aktionsbündnis. Rinder werden meist generell enthornt, egal ob Masttiere oder Milchkühe.

Schwanzkupieren zu beenden. Im Herbst 2015 hat das Land eine Ringelschwanzprämie eingeführt. NiederVlFKVLVFKH/DQGZLUWHHUKDOWHQGDPLWHLQHQ¿QDQ]LHOOHQ Anreiz für Investitionen in mehr Tierschutz und den Verzicht auf das Schwanzkupieren. Darüber hinaus hat die Arbeitsgruppe einen Ratgeber zur Reduzierung des Risikos für Schwanzbeißen erstellt. Große Schmerzen durch Enthornen Dass Kälber von horntragenden Rinderrassen routinemäßig enthornt werden, lehnt der Deutsche Tierschutzbund ebenfalls als Manipulation und Anpassung an nicht tiergerechte Haltungssysteme ab. Er setzt sich dafür ein, dass dieser Eingriff verboten wird. Übergangsweise und in Fällen, in denen er sich nicht vermeiden lässt, sollte der Eingriff so schonend wie möglich durchgeführt werden – und zwar mit Beruhigungs- und Schmerzmittelgabe sowie lokaler Betäubung des Hornnervs (Sedation). Auch für diese Forderung setzte der Deutsche Tierschutzbund sich in einer Arbeitsgruppe des Tierschutzplans Niedersachsen ein. Niedersachsen und Schleswig Holstein haben zwischenzeitlich per Erlass festgelegt, dass unter sechs Wochen alte Kälber nur noch unter Schmerzmittelgabe und Sedation enthornt werden dürfen. Der Bund hat sich dieser Sichtweise angeschlossen und erklärt, dass die Abgabe von Sedativa durch den Tierarzt zur Anwendung im Rahmen des Enthornens von Kälbern durch den Tierhalter tierarzneimittelrechtlich zulässig ist.

Aktionsbündnis "Artgerechtes München" Schluss mit den grausamen Missständen! Keine Verstümmelung von Tieren, um sie nicht tiergerechten Haltungssystemen anzupassen! Für diese Forderung setzt sich gemeinsam mit dem Deutschen Tierschutzbund das Münchener Tollwood-Festival ein. Die Kooperation besteht bereits seit 2013. Der Deutsche Tierschutzbund unterstützte daher 2015 auch das von Tollwood ins Leben gerufene Aktionsbündnis "Artgerechtes München". Engagierte Menschen aus dem Großraum München, namhafte Vertreter der Münchner Stadtgesellschaft, Künstler, Landwirte, Mediziner, Wissenschaftler, Sportler, Unternehmen, Institutionen und Verbände setzen sich hier mit ihrer Stimme für eine Landeshauptstadt ein, in deren Wirkungskreis zukünftig nur noch Produkte aus nachweislich artgerechter Tierhaltung zum Einsatz kommen.



38 • 39

CHER DEUTS UTZB H TIERSC www.ti

erschu

t

Aktionswoche Ferkelprotest Um das Entstehen des typischen Ebergeruchs zu verhindern, werden in Deutschland jedes Jahr mehr als 20 Millionen männliche Ferkel bei vollem Bewusstsein kastriert.. Obwohl es Alternativen gibt, erlaubt das deutsche Tierschutzgesetz diese Qual noch bis Ende 2018.. Der Deutsche Tierschutzbund fordert von der Politik, das Leid der Tiere mit einem sofortigen Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration unverzüglich zu beenden. Den Handel fordert er dazu auf, das Fleisch betäubungslos kastrierter Schweine nicht mehr anzubieten oder zumindest so klar zu kennzeichnen, dass die Konsumenten es erkennen können. An die Verbraucher appelliert der Verband, ein Zeichen zu setzen und das Fleisch betäubungslos kastrierter Schweine zu boykottieren.

des Deutschen Tierschutzbundes Flyer, Postkarten und Schweine-Masken an die Passanten. In Berlin stolzierte ein Stelzenläufer durch die Innenstadt und verteilte Schweine-Luftballons. Zudem forderten die Tierschützer dort mit einem riesigen, aufgeblasenen Schwein:: „Stoppt Ferkelleid!“. Die Medien berichteten bundesweit. Auch über die sozialen Medien rief der Deutsche Tierschutzbund dazu auf, die Aktion zu unterstützen. Wer eine Ferkelmaske ergattert oder von der Website des Deutschen Tierschutzbundes heruntergeladen hatte, konnte seine Solidarität mit einem 6HO¿HRGHU)RWRYRUGHP6XSHUPDUNWGRNXPHQWLHUHQ und das Bild per E-Mail an den Deutschen Tierschutzbund senden oder auf dessen Facebook-Seite posten. Unzählige Bürger machten mit. Auch Landwirte griffen

Vielfältiger Protest: Überall sah man 2015 die rosa Ferkelmaske. Um die Bürger zu informieren und den Druck auf Politik und Handel zu erhöhen, startete der Verband im Sommer 2015 eine Ferkelprotest-Aktionswoche. $OOHJUR‰HQ+DQGHOVXQWHUQHKPHQZXUGHQEULHÀLFK dazu aufgefordert, Produkte von betäubungslos geschlachteten Schweinen aus dem Sortiment zu nehmen. Am Brandenburger Tor, vor dem Kölner Dom und in der Münchner Innenstadt verteilten Aktivisten

die Idee auf und appellierten an die Vermarktung und GHQ+DQGHO(EHUÀHLVFK]XDN]HSWLHUHQGDPLWVLHLKUH Ferkel nicht mehr kastrieren müssen. Die Resonanz war enorm. Eine Woche nach der Aktion kündigte die REWE Group an, sie werde nicht erst ab 2019, sonGHUQEHUHLWVDEYRQLKUHQ)ULVFKÀHLVFKOLHIHUDQWHQ nur noch Fleisch von Schweinen annehmen, die mit Betäubung kastriert wurden.

Misshandlung von Tieren beenden

Stoppt die Schlachtung trächtiger Rinder Um auf den Missstand aufmerksam zu machen, dass sowohl in Deutschland als auch europaweit regelmäßig Rinder und andere landwirtschaftlich genutzte Tiere während der Trächtigkeit geschlachtet werden, startete der Deutsche Tierschutzbund im Sommer 2015 seine Kampagne „Schlachtabfall?“. Medien und Politik griffen das Thema bundesweit auf. Seit langem fordert der Deutsche Tierschutzbund ein Schlachtungsverbot für trächtige Tiere und eine YHUSÀLFKWHQGH7UlFKWLJNHLWVXQWHUVXFKXQJXQPLWWHObar vor dem Transport eines Tieres zum Schlachthof. Wenn trächtige Kühe geschlachtet werden, sterben die ungeborenen Kälber einen qualvollen Erstickungstod. Ihr Leid bleibt oft unentdeckt, wenn sie – in der Gebärmutter verborgen – zusammen mit den anderen Eingeweiden als Müll entsorgt werden. Ältere eigentlich lebensfähige Kälber müssen aus rechtlichen Gründen auf dem Schlachthof getötet werden. Darüber informierte der Deutsche Tierschutzbund unter anderem ausführlich auf seiner Website und im Mitgliedermagazin DU UND DAS TIER. Das aufrüttelnde Kampagnenmotiv wurde von den Mitgliedsvereinen sowie über die Medien und die verbandseigenen SocialMedia-Kanäle bundesweit verbreitet. Als Niedersachsens Minister für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Christian Meyer, eine Projektgruppe initiierte, die sich mit dieser Problematik befassen sollte, war der Deutsche Tierschutzbund gerne bereit, darin mitzuwirken. 29 Institutionen und Interessensverbände unterzeichneten schließlich die Niedersächsische Vereinbarung zur Vermeidung der Schlachtung tragender Rinder. Sie sprechen sich dafür aus, dass die Schlachtung von tragenden Rindern und anderen landwirtschaftlich genutzten Tieren vermieden werden müsse, insbesondere ab dem letzten Trächtigkeitsdrittel. Die Bundesländer Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg und Nordrhein-Westfalen haben anschließend ebenfalls eine Vereinbarung zur Vermeidung der Schlachtung tragender Rinder unterzeichnet.

Eindringliches Kampagnenmotiv gegen die Schlachtung trächtiger Rinder.

Fragen zum Verhältnis von Mensch und Tier zwischen Recht, Tierschutz und Ethik standen auch auf der Tierschutztagung der Evangelischen Akademie Bad Boll mit dem Titel „Tier und Wir! Ist erlaubt, was nicht verboten ist?“. Der Deutsche Tierschutzbund war an der Konzeption und Durchführung der Tagung beteiligt und leitete unter anderem den Arbeitskreis „Das Schlachten gravider (trächtiger) Rinder“. Die Unternehmen Burger King und McDonald´s forderte der Deutsche Tierschutzbund dazu auf, eine Trächtigkeitsuntersuchung der Kühe vor dem TransSRUW]XP6FKODFKWKRIYHUSÀLFKWHQGLQLKUH3URGXNtionsrichtlinien und Qualitätsanforderungen an das verwendete Fleisch zu integrieren. McDonald´s teilte daraufhin mit, man werde zukünftig kein Fleisch mehr von Tieren annehmen, die sich zum Zeitpunkt der Schlachtung im letzten Trächtigkeitsdrittel befanden. Das Unternehmen arbeitet derzeit an der Umsetzung dieses Vorhabens innerhalb der Lieferketten und betreibt Ursachenforschung, um das Tierschutzproblem zukünftig zu verhindern.

40 • 41

Private Wildtierhaltung Eine tiergerechte Haltung von Wildtieren ist in der Regel unter den Bedingungen eines privaten Haushaltes nicht möglich. Seit Jahren fordert der Deutsche Tierschutzbund gesetzliche Bestimmungen, die das Tierleid im Vorfeld verhindern. In ihrem Koalitionsvertrag zur 11. Legislaturperiode hatten CDU/CSU und SPD angekündigt, der Handel mit und die private Haltung von Exoten und Wildtieren werde bundeseinheitlich geregelt. Die Parteien sprachen sich darüber hinaus auch dafür aus, den Import von Wildfängen in die EU grundsätzlich zu verbieten und gewerbliche Tierbörsen für exotische Tiere zu untersagen.

Sinnbildlich: Tiere als nummerierte Ware auf einer der vielen Tierbörsen in Deutschland.

Vertreter des Deutschen Tierschutzbundes haben die Regierungsverantwortlichen mehrfach an ihre Zusage erinnert, die Wildtierhaltung in Deutschland gesetzlich zu regeln. 2015 wurden erneut etliche Fälle bekannt, in denen Wildtiere – auch gefährliche – ihren Besitzern HQWÀRKHQZDUHQ1DFKZLHYRUNDQQMHGHUPDQQIDVW jedes Tier auch ohne Vorkenntnisse erwerben. Die Folge: Auch 2015 gaben überforderte Tierhalter ihre Schützlinge in Tierheimen ab oder setzten sie aus. Flächendeckende und geeignete Auffangstationen für diese Tiere gibt es nicht. Im Mai forderten die Umweltminister der Länder den Bund auf, bis zum Jahresende 2015 den Entwurf einer Rechtsgrundlage zur bundeseinheitlichen Regelung des Handels mit und der privaten Haltung von exotischen und Wildtieren vorzulegen. Auch die Untersagung gewerblicher Tierbörsen für exotische Tiere müsse darin enthalten sein. Im Juni appellierten zusammen mit dem Deutschen Tierschutzbund zudem elf Verbände an die Mitglieder des Bundestags, sich für die Umsetzung des Koalitionsvertrags einzusetzen. Gemeinsam mit Pro Wildlife stellte der Deutsche Tierschutzbund dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) eine ausführliche

Literaturliste über vorhandene Daten zur Haltung von und zum Handel mit Wildtieren zur Verfügung. Das Tierleid ist ausreichend dokumentiert, weitere Studien sind nicht erforderlich. Dennoch beauftragte das BMEL die Klinik für Vögel und Reptilien der Uni Leipzig und das Institut für Tierschutz der LMU München, eine Studie zur „Haltung exotischer Tiere und Wildtiere in Privathand: Situationsanalyse, Bewertung und Handlungsbedarf insbesondere unter Tierschutzgesichtspunkten“ zu erarbeiten. In diesem Rahmen startete im Oktober die Online-Umfrage „Exopet“. Die Auswertung der Ergebnisse ist frühestens kurz vor der nächsten Bundestagswahl zu erwarten. In einem gemeinsamen Schreiben an Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt kritisierten beide Verbände das Vorgehen, das als reine Verzögerungstaktik interpretiert werden kann. Weiterer Kritikpunkt: Tierschutzverbände waren zu den Expertengesprächen, die zu dieser Studie organisiert wurden, nicht eingeladen. Ein Gespräch zum Thema Wildtierhandel mit Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) fand Anfang September statt. Der Deutsche Tierschutzbund wies auf die Belastung der Tierheime in Deutschland hin. Sowohl die Anzahl der in Tierheimen abgegebenen Tiere als auch die Probleme mit deren Haltung

Misshandlung von Tieren beenden

20 junge Pantherschildkröten aus einer Beschlagnahmung müssen tiermedizinisch versorgt und artgemäß verwahrt werden.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks sprach beim Parlamentarischen Frühstück in Berlin zum Wildtierhandel.

beanspruchen die Tierschutzvereine extrem. Die Bundesministerin teilte mit, dass eine entsprechende Haltungsverordnung zurzeit in der Ressortabstimmung sei. Sie zeigte Verständnis für die Forderungen der Tierschützer, verwies aber darauf, dass die Zuständigkeit beim BMEL liege.Ein nationales Einfuhrverbot für Wildfänge sei ihrer Kenntnis nach juristisch nicht möglich. Ein Interview mit der Bundesumweltministerin erschien in Ausgabe 4/2015 des Mitgliedermagazins DU UND DAS TIER.

ten sie fest, dass die Tierbörsenleitlinien nach wie vor unzureichend umgesetzt werden. In Niedersachsen setzt der Deutsche Tierschutzbund sich dafür ein, dass bei der Aktualisierung der Gefahrtierverordnung Tierschutzaspekte stärker als bisher berücksichtigt werden. In Nordrhein-Westfalen appelliert er an die Landesregierung, endlich eine entsprechende Gesetzgebung zu verabschieden.

Gelegenheit darüber zu diskutieren, wie die Probleme des Wildtierhandels und der Wildtierhaltung politisch in den Griff zu bekommen wären, bot das Parlamentarische Tierschutzfrühstück des Deutschen Tierschutzbundes am 24. September. Bundesumweltministerin Hendricks sprach an diesem Tag die Begrüßungsworte. Sie erklärte unter Anderem, dass zu prüfen sei, ob der Bund beim Thema Wildtierhandel nicht mit Positivlisten nach dem Vorbild der Niederlande oder Belgiens weiterkommen könne. Positivlisten sind eine Lösung, die der Deutsche Tierschutzbund sehr begrüßen und unterstützen würde. Gemeinsame Pressekonferenz Darüber hinaus war der Deutsche Tierschutzbund am 4. November geladener Experte bei der Veranstaltung „Auf welchem Weg ist eine vollzugsfreundliche, bundeseinheitliche Regelung zur Haltung von nicht-domestizierten Tierarten in menschlicher Obhut zu erreichen“.Die Bundestagsabgeordneten Ute Vogt, Christina Jantz und Carsten Träger (alle SPD) hatten zu dieser Expertenanhörung geladen. Parallel dazu besuchten Vertreter des Verbandes verschiedene Tierbörsen und Tiermärkte. Dabei stell-

In einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der Reptilienauffangstation München kritisierte der Deutsche Tierschutzbund die mangelnde Unterstützung durch den Bayerischen Staat. Die Auffangstation brauche neue Räumlichkeiten bzw. einen ¿QDQ]LHOOHQ=XVFKXVVIUHLQHQ1HXEDX=XVlW]OLFK mahnten die Tierschützer die allgemeine Lage der Tierheime an.

42 • 43

Wildtiere sind keine Zirkustiere Wildtiere stellen besonders hohe Anforderungen an ihre Haltung. Sie in einem reisenden Unternehmen tierschutzgerecht zu halten, ist unmöglich – die Haltungsbedingungen führen systemimmanent zu Schmerzen, Leiden oder Schäden. Ein Wildtierverbot für Zirkusunternehmen ist daher dringend erforderlich, der Deutsche Tierschutzbund setzt sich seit vielen Jahren dafür ein. Der Verband organisiert Hilfe für einzelne Tiere, unterstützt Kommunen, die Auftrittsverbote für Zirkusunternehmen mit Wildtieren erlassen wollen, wirbt um politische Unterstützung und startete 2015 zudem seine große öffentliche Kampagne „Wildtiere sind keine Zirkustiere“.

Immer wieder dokumentieren Tierschützer und Veterinärämter Missstände in der Tierhaltung von Zirkusbetrieben. Letztere können jedoch lediglich prüfen, ob Zirkusbetreiber die Vorgaben der Zirkusleitlinien des Bundesministeriums für Wildtiere und Zirkus Ernährung und Landwirtpassen einfach nicht schaft erfüllen. Oft tun zusammen. sie dies nicht. Abgesehen davonstellen die Zirkusleitlinien die Grundbedürfnisse der Tiere nicht einmal ansatzweise sicher. Die Vorgaben liegen bei den Gehegemaßen teilweise um das Zehnfache unter den Mindestanforderungen des „Säugetiergutachtens“, welches beispielsweise für Zootiere gilt. Mehrfach hat der Deutsche Tierschutzbund daher an Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt appelliert, die Haltung von Wildtieren im Zirkus zu verbieten. Eine klare Aussage des Ministers war nicht zu erhalten. Auch nicht auf ein entsprechendes Schreiben hin, das zehn Verbände gemeinsam mit dem Deutschen Tierschutzbund unterzeichnet haben.

Auf EU-Ebene erarbeitete eine Expertengruppe der Eurogroup for Animals unter Mitwirkung des Deutschen Tierschutzbundes eine Stellungnahme zum Thema. Sie wurde von verschiedenen renommierten Wissenschaftlern unterzeichnet und von mehreren Abgeordneten des Europäischen Parlamentes unterstützt. Der Deutsche Tierschutzbund nahm daraufhin auch Kontakt zu den deutschen Mitgliedern des zuständigen Fachausschusses des Europäischen Parlamentes auf und bat sie um Unterstützung – die Resonanz war jedoch gering. Erfreulicher entwickelten sich die Diskussionen auf kommunaler Ebene: Mehrere Städte und Gemeinden, darunter Altenburg, Bielefeld, Delmenhorst, Grefrath, Lingen, Karlsruhe und Viersen, diskutierten 2015 darüber, Zirkusunternehmen mit Wildtieren keine Auftrittsgenehmigung mehr zu erteilen. Der Deutsche Tierschutzbund unterstützte die betreffenden örtlichen Mitgliedsvereine, engagierte Bürger und Kommunalpolitiker mit Informationen und Argumentationshilfen und erhielt dafür viel Zuspruch. Viele Zirkusbetriebe drohen den Kommunen hingegen mit einer Klage. Sie argumentieren, ihre grundgesetzlich garantierte Freiheit der Berufsausübung werde unangemessen eingeschränkt. Dem hält der Deutsche Tierschutzbund entgegen,

Misshandlung von Tieren beenden

Drei Kampagnenmotive unter dem Motto: "Wildtiere sind keine Zirkustiere".

dass auch der Tierschutz ein Staatsziel und durch das Grundgesetz geschützt ist. Zudem können Zirkusse und Dompteure auch ohne Wildtiere auftreten. Einige Kommunen scheuen sich aufgrund der bestehenden Rechtsunsicherheit jedoch, ein Wildtierverbot praktisch umzusetzen. Dennoch haben mittlerweile mehr als 50 Städte in Deutschland kommunale Beschränkungen eingeführt, so 2015 auch Bonn und Viersen. Wie in den vergangenen Jahren, hat der Deutsche Tierschutzbund auch 2015 Zirkusse besucht und die schlechten Haltungsbedingungen der Tiere dokumentiert. In mehreren Fällen wandte er sich an Veterinärämter, um Tierhaltungen zu beanstanden und verbesserte Haltungsbedingungen für Zirkustiere zu erreichen. Europaweit suchte er zudem gemeinsam mit anderen Verbänden neue Plätze zur Unterbringung von zwei Zirkusbären, von denen es hieß, sie sollten abgegeben werden. In beiden Fällen nahmen die Zirkusunternehmen das Angebot letztlich jedoch nicht an. Eine überwältigende Resonanz erzielten die neuen Kampagnenmotive „Wildtiere sind keine Zirkustiere“ insbesondere in den Sozialen Medien. Bei Facebook wurden sie mehr als 33.000mal geteilt und erhielten knapp 40.000 Likes. Zusätzlich starteten Mitgliedsvereine und Jugendtierschutzgruppen eine Vielzahl eigener Aktionen. Auf seiner Website und im Mitgliedermagazin DU UND DAS TIER erläuterte der Deutsche Tierschutzbund zudem Anliegen und Hintergründe der Kampagne. Online- und Printmedien griffen das Thema bundesweit auf und berichteten verstärkt über die Missstände bei der Wildtierhaltung im Zirkus.

Private Großkatzenhaltung in Deutschland Gemeinsam haben der Deutsche Tierschutzbund und der Landestierschutzverband Baden-Württemberg sich an den Oberbürgermeister und GLH*HPHLQGHUlWHGHU6WDGW/|I¿QJHQJHZDQGW um eine private Großkatzenhaltung zu verhindern. Ein Dompteur wollte sich mit seinen Tieren im Hochschwarzwald niederlassen und einen „Raubtierhof“ gründen. Die Gemeinde duldete GLH7LHUKDOWXQJLQ.l¿JHQGLHDOOHUGLQJVQXU den Vorgaben der – unzureichenden – Zirkusleitlinie und nicht denen des Säugetiergutachtens entsprach. Auf ein Schreiben hin erhielt der Deutsche Tierschutzbund die Auskunft, die Genehmigung sei vorerst nur für ein Jahr erteilt worden. Ob das Projekt langfristig realisierbar sei, sei zudem unklar.

44 • 45

Pelztierhaltung beenden Etwa 100.000 Nerze leben in deutschen Pelzfarmen nach wie vor unter unzumutbaren Bedingungen. Der Versuch der Bundesregierung, diesen Tieren mit der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung schrittweise bessere Lebensbedingungen zu schaffen, ist gescheitert. Für seine Forderung, ein Verbot der Pelztierhaltung durchzusetzen, erhält der Deutsche Tierschutzbund jetzt dennoch politische Unterstützung. Parallel dazu laufen Aktionen zur Aufklärung der Verbraucher und Appelle an den Handel, Pelzprodukte auszulisten.

Auch viele Prominente unterstützten den Kampf gegen Pelz. Mit der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung (TierSchNutzV) hat der Gesetzgeber 2006 die Anforderungen an Pelzfarmen in Deutschland schrittweise erhöht – jedoch mit langen Übergangsfristen von 10 Jahren. Mehrere Betreiber von Pelzfarmen klagen aktuell gegen diese Verordnung. So lange diese Gerichtsverfahren anhängig sind, betreiben sie ihre Farmen weiter, ohne die gesetzlichen Vorschriften einzuhalten. Als das Oberverwaltungsgericht Schleswig im Dezember 2014 ein Urteil zugunsten einer Nerzfarmbetreiberin in Plön fällte, wurde deutlich, dass die TierSchNutzV den Schutz der Tiere nicht gewährleisten kann. Um ein Verbot der Haltung von Pelztieren zur Pelzgewinnung direkt im Tierschutzgesetz zu verankern, stimmte der Bundesrat dem Antrag der Bundesländer Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz zur Ergänzung des Tierschutzgesetzes im Juli 2015 zu und überwies ihn zuständigkeitshalber in den Bundestag. Der Deutsche Tierschutzbund forderte alle Landesregierungen dazu auf, diesen Antrag zu unterstützen. Ende August

übermittelte die Bundeskanzlerin dem Präsidenten des Deutschen Bundestages die Stellungnahme der Bundesregierung.. Demnach unterstützt diese den Vorstoß, ein gesetzliches Pelztierhaltungsverbot zur Sicherstellung des Tierschutzes einzuführen. Sie schlägt allerdings vor, nicht das Tierschutzgesetz zu ändern, sondern ein Verbot über das Tiererzeugnisse-Handels-Verbotsgesetz durchzusetzen. Der Deutsche Tierschutzbund kritisierte die vorgeschlagene Umgehung des Tierschutzgesetzes, appellierte jedoch zugleich an die Regierung, das Verbot auf jeden Fall rasch umzusetzen. Nachdem der Verband den Druck weiter erhöhte, erklärte Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt Anfang Dezember, er wolle die Pelztierhaltung zeitnah verbieten. So solle die Haltung von Pelztieren wie Nerzen, Chinchillas oder Polarfüchsen untersagt werden. Der Deutsche Tierschutzbund begrüßte die Maßnahmen als längst überfällig und mahnte abermals eine schnelle Umsetzung an. Parallel zu diesen politischen Aktivitäten forcierte der Verband seine Aufklärungskampagne: Mit aktuellem Bild- und Videomaterial aus deutschen Nerzfarmen dokumentierte er die Lebensbedingungen der dort lebenden Tiere. Zudem informierte er die Verbraucher darüber, wie schwierig es ist, über die Art und Herkunft von Fellen Klarheit zu gewinnen. Das Magazin DU UND DAS TIER stellte das Thema „Pelz tötet – Marderhund und Nerz im Visier der Mode“ in Ausgabe 4/2015 ebenfalls in den Fokus und lieferte den Lesern zahlreiche Hintergrundinformationen.

Misshandlung von Tieren beenden

DU UNDS DA TIER

/2015 be 04 Ausga . Jahrgang 45 59 41-57 ISSN 03

Unter dem Motto „Pelz ist peinlich“ startete der Deutsche Tierschutzbund im November in den Sozialen Medien eine große Aktion gegen Pelzmode. Gemeinsam mit Nina Ruge, gewann er dafür die Unterstützung zahlreicher Prominenter wie Uschi Ackermann, Hennes Bender, Mark Benecke, Bettina Böttinger, Uta Bresan, Alexander Held, Stefanie Hertel, Hannes Jaenicke, Katerina Jacob, Nina Knecht, Henning Krautmacher, Barbara Rütting, Ralf Schmitz, Torsten Schlosser, Ariane Sommer, Tina Ruland und Andrea Volk. Auch sehr viele User von Facebook nutzten die Möglichkeit, selbst ein Video zu erstellen,zu posten und ein klares Zeichen gegen Echtpelz zu setzen. Sie machten die Aktion zu einem großen Erfolg. Immer wieder macht der Deutsche Tierschutzbund GDUDXIDXIPHUNVDPGDVV)HOODFFHVVRLUHVKlX¿JDXV echtem Fell bestehen. In diese Richtung zielte auch die Poster-Kampagne „Du hast da was an der Mütze“ mit dem Aufruf, keinerlei Pelz zu kaufen. Mit Accessoires aus Fell macht die europäische Pelzindustrie mehr als die Hälfte ihres Umsatzes. Passend zu Weihnachten veröffentlichte der Verband einen Videoclip, den die tschechische Organisation „OBRAZ - animal defenders“ produziert hatte. Er bringt die Problematik überspitzt auf den Punkt: Ein kleines Mädchen muss seinen Chinchilla abgeben – und erhält das Tier als Weihnachtsgeschenk in Form einer Fellmütze zurück. Der Clip erregte großes Aufsehen. Mit seiner Öffentlichkeitsarbeit fordert der Deutsche Tierschutzbund dazu auf, keinerlei Kleidungsstücke und Accessoires mit Fellbesatz zu erwerben und lieber auf reine Textilprodukte zurückzugreifen. Zum einen kann der Verbraucher nur so sicher gehen, dass er kein echtes Tierfell erwirbt. Zum anderen ist es ein Signal andie Modeindustrie, dass Pelz keineswegs gesellschaftsfähig ist. Immer mehr Modeketten erkennen dies bereits und verzichten auf Fellprodukte. Nachdem der Deutsche Tierschutzbund sie über die Lebensbedingungen von Kaninchen informiert hatte, teilten Peek und CloppenEXUJ'VVHOGRUIXQG$QVRQVLP'H]HPEHURI¿]LHOOPLW dass sie in Zukunft auch auf Kaninchenfell verzichten. Der Firma Milestone konnte der Verband nachweisen, dass an einer Herrenjacke und einem Damencape Marderhund-Fell verarbeitet wurde, obwohl Waschbär deklariert war. In diesem Fall hat der Deutsche Tierschutzbund auch die Wettbewerbszentrale und den Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) eingeschaltet, der von dem Unternehmen eine Unterlassungserklärung einforderte.

FREUND ALLE IN FÜR MAGAZ SCHUTZES ER DES TI

E

T IN NO EIME TIERH mpf um die r a te Der K z geht wei n Existe

T TÖT E P E L Z hund r e Mard erz im und N der Mode Visier

EN ilauf KATZ er Fre Was d tze bringt a der K IS ZPRE CHUT TIERS ierschützer T Diese sich ein setzen

www.

tiersc

hutzb

und.d

e

Internationale Zusammenarbeit in der Fur-Free-Alliance (FFA) Gemeinsam mit seinen Partnern in der „Fur Free Alliance“ engagiert der Deutsche Tierschutzbund sich auch auf internationaler Ebene gegen das Halten und Töten von Tieren wegen ihres Fells. Im März nahm er in London an einem Treffen der Fur Free Alliance und der Fur Working Group der Eurogroup for Animals teil. Im Juli gab Hugo Boss – nach mehreren Gesprächen mit Vertretern der FFA und abgestimmter weltweiter Pressebegleitung – bekannt, zukünftig auf Echtpelz zu verzichten. Die Verzichtserklärung wurde weltweit verbreitet. Im Oktober stellte die Alliance gemeinsam mit der Eurogroup for Animals im Europäischen Parlament den Bericht „Nordic fur trade – marketed as responsible business“ (Saga-Fur Report) vor. Dieser widerlegt die Behauptung des europäischen Pelzhandels, auf europäischen Pelzfarmen würden hohe Tierschutzstandards gelten. Eine deutsche Zusammenfassung des Berichts ist auf der Website des Deutschen Tierschutzbundes veröffentlicht. Mit 2000 Euro unterstützte der Verband im Herbst die Aufklärungsarbeit der FFA-Mitgliedsorganisation ActAsia, die in China Studenten als Multiplikatoren mit Hilfe von Filmvorführungen über die Missstände in dortigen Pelzfarmen informierte. Über die sozialen Medien informiert der Deutsche Tierschutzbund fortlaufend sowohl über seine eignen als auch über Aktionen anderer FFA-Mitgliedsorganisationen, beispielsweise die Rettung von Füchsen aus einer Farm in Polen oder die gerichtliche Bestätigung des Nerzfarmverbotes der Niederlande.

46 • 47

Stoppt das Töten auf Raten 7URSKlHQ¿VFKHQ Ä&DWFKDQG5HOHDVH³ GDV gezielte Fangen großer Fische, die nicht für die Ernährung vorgesehen sind, sondern vermessen, JHZRJHQIRWRJUD¿HUWXQGDQVFKOLH‰HQGLQV Wasser zurückgesetzt werden, bringt vielen Tieren einen schleichenden, schmerzvollen Tod. Der im Tierschutzgesetz geforderte vernünftige Grund liegt hier nicht vor. Mit einem drastischen Kampagnenmotiv hat der Deutsche Tierschutzbund auf diesen Missstand aufmerksam gemacht. Gegen Betreiber von Angelteichen hat er Strafanzeigen erstattet.

Das Verwaltungsgericht (VG) Münster unterstützte im Januar 2015 die Sicht des Deutschen TierschutzbunGHV6RVWHOOWHHVIHVW'DV7URSKlHQ¿VFKHQEHLGHP große Fische nach einem Angelvorgang ("Drill") lebend aus dem Wasser gehoben, ohne Betäubung vom Angelhaken gelöst, vor einer Kamera präsentiert und anschließend wieder in das Gewässer gesetzt werden, verstößt gegen Vorschriften des Tierschutzgesetzes. Gegen einen nordrhein-westfälischen Angelteichbetreiber hatte der Deutsche Tierschutzbund im Herbst 2014 aufgrund von Fernsehberichten Strafanzeige gestellt. Die Anzeige wurde zwar gegen Zahlung von 3.000 Euro an den Deutschen Tierschutzbund eingestellt, doch die Behörden kontrollierten den Betrieb verstärkt. Der Landkreis erließ zudem eine Ordnungsverfügung, der zufolge der Betreiber sicherzustellen habe, dass die geangelten Fische unverzüglich waidgerecht angelandet, betäubt, getötet und vom Angelhaken gelöst werden. Zusätzlich untersagte der Kreis ihm, bereits geangelte Fische wieder einzusetzen. Er gab ihm auf, durch Erstellen einer Teichordnung sicherzustellen, dass ein Verstoß gegen diese Anordnungen durch andere Personen verhindert werde und ordnete sofortigen Vollzug an. Den Antrag des Betreibers, den sofortigen Vollzug aufzuheben, lehnte das VG ab. Das Gericht begründete dies damit, dass das Vorgehen gegen das Tierschutzgesetz verstoße, der Bescheid offensichtlich rechtmäßig sei und der Betreiber daher keinen Anspruch auf Aufhebung der sofortigen Vollziehung habe. Das Oberverwaltungsgericht (OVG) NRW bestätigte das Urteil im Juli.

DEUTSCHER TIERSCHUTZBUND E.V.

Catch and Release-Kampagnenmotiv 2015: „Töten auf Raten“. Anlässlich des Tages des Fisches (22. August) machte der Deutsche Tierschutzbund mit dem neuen Kampagnenmotiv „Töten auf Raten“ auf das Leiden der Fische beim Angeln aufmerksam. Er forderte, dass das 7URSKlHQ¿VFKHQXQGDQGHUHWLHUVFKXW]ZLGULJH$QJHOmethoden endlich abgeschafft werden. Dass Fische sowohl schmerz- als auch leidensfähig sind, ist heute allgemein bekannt. Ein vier-seitiger Artikel im Mitgliedermagazin DU UND DAS TIER (Ausgabe 02/2015) erläuterte die Tierschutzaspekte beim Angeln. Das Kampagnenmotiv wurde sowohl über die Mitgliedsvereine als auch über die Social Media-Kanäle des Deutschen Tierschutzbundes bundesweit verbreitet. Auch die Medien griffen das Thema gerne auf. Mit der Verbreitung des Kampagnenmotivs soll unter den Freizeitanglern gezielt das Bewusstsein dafür gestärkt werden, dass es sich bei „Catch & Release“ um einen klaren Verstoß gegen Paragraf 17 des Tierschutzgesetzes handelt: Den Wirbeltieren werden dabei ohne vernünftigen Grund erhebliche Schmerzen und Leiden zugefügt, die gegebenenfalls auch zum Tod führen können.

Misshandlungen beenden

Stoppt Affenversuche Der Kampf gegen Affenversuche geht weiter. Die am Max-PlanckInstitut (MPI) für Biologische Kybernetik in Tübingen durchgeführten Hirnversuche an Affen müssen beendet werden. Irreführende Behauptungen des MPI veranlassten den Deutschen Tierschutzbund dazu, eine Stellungnahme zu veröffentlichen.

Erhebliche Missstände bei Hirnversuchen an Primaten am MPI für Biologische Kybernetik in Tübingen waren durch eine Undercover-Recherche von Tierschützern 2014 öffentlich bekannt geworden. Der Deutsche Tierschutzbund hatte infolgedessen gegen den Institutsleiter und weitere Mitarbeiter des MPI Strafanzeige erstattet und diese detailliert begründet. Innerhalb des Berichtszeitraums bekam der Deutsche Tierschutzbund keine Antwort von der Staatsanwaltschaft. Im Januar 2015 war diese jedoch unangekündigt im MPI erschienen und hatte Unterlagen zur Prüfung mitgenommen. Nahezu zeitgleich gab das zuständige Regierungspräsidium bekannt, es werde die Genehmigung für diese Affenversuche nicht widerrufen. Umso überraschender für alle Beteiligten kam Anfang Mai 2015 die Ankündigung des Instituts, die in der Arbeitsgruppe des Institutsleiters durchgeführten Hirnversuche an Primaten sollten eingestellt werden. Als Begründung führten das MPI und die Max-Planck-Gesellschaft (MPG) an, die Bedrohungen und Beschimpfungen durch radikale Tierschützer hätten, unter anderem, zu dieser Entscheidung geführt. Das Medienecho war enorm, leider jedoch meist völlig unkritisch. Später stellte sich heraus, dass die Versuche keineswegs sofort, sondern erst nach Ablauf der aktuellen Genehmigung, voraussichtlich 2019, beendet werden sollen. Der Wissenschaftler wolle dann an Nagetieren weiterforschen. Die widersprüchlichen und irreführenden Behauptungen des MPI und der MPG veranlassten den Deutschen Tierschutzbund im Juli 2015, detailliert Stellung zu beziehen. Eindeutig belegte Fakten waren unkorrekt dargestellt worden. In seiner Stellungnahme entkräftet der Verband die irreführenden Behauptungen und stellt die Sachlage richtig. Damit wendete er sich unter anderem an den baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann, die Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst Theresia

Thomas Schröder überreicht Alexander Bonde das Schwarzbuch „Tierschutz: Anspruch und Wirklichkeit“. Bauer und den für Tierschutz zuständigen Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Alexander Bonde. Kurt Beck, kooptiertes Mitglied im Präsidium des Deutschen Tierschutzbundes und ehemaliger rheinland-Pfälzischer Ministerpräsident hat die Affenversuche zudem im Senat der MPG thematisiert und dort eine kritische Auseinandersetzung mit Tierversuchen angestoßen. Der baden-württembergische Landwirtschaftsminister Bonde äußerte sich bereits am Rande der Mitgliederversammlung des Deutschen Tierschutzbundes am 11. September in Stuttgart. Dort erläuterte er, dass es nicht in seiner Macht stünde, die Affenversuche zu verhindern. Die Anregung des Verbandes, in Baden Württemberg eine Fachkonferenz zur Förderung einer tierversuchsfreien Forschung abzuhalten, werde er jedoch gerne aufgreifen. Die daraufhin von Experten des Deutschen Tierschutzbundes erarbeiteten konkreten inhaltlichen Vorschläge seien bis zur Landtagswahl 2016 jedoch nicht mehr zu realisieren. Der Deutsche Tierschutzbund wird sein Tagungskonzept der neuen Landesregierung abermals unterbreiten und sich dort auch weiterhin für einen Ausstieg aus den Affenversuchen einsetzen.

48 • 49

Stärkung von Alternativen zu Tierversuchen in der wissenschaftlichen Diskussion. Im Wechsel mit dem Alternativmethoden-WeltNRQJUHVV¿QGHWLP|VWHUUHLFKLVFKHQ/LQ]GHU europäische Alternativmethodenkongress statt. Der Deutsche Tierschutzbund hat letzteren 2015 aktiv mitgestaltet.

Mehr als 300 Teilnehmer aus 26 Ländern stellten im September 2015 auf dem 19. Internationalen Kongress zu Alternativen zu Tierversuchen ihre Projekte zum Ersatz von Tierversuchen vor. Organisiert und veranstaltet wird diese im europäischen Raum größte Fachveranstaltung zum Thema Alternativmethoden von der European Society For Alternatives To Animal Testing (EUSAAT). Der Deutsche Tierschutzbund ist Mitglied bei EUSAAT und hat als Vertreter des Wissenschaftlichen Kongress-Beirats das Programm der Tagung aktiv mitgestaltet. Der Deutsche Tierschutzbund setzt sich dabei besonders dafür ein, dass ergänzend zu den fachwissenschaftlichen Beiträgen auch Vorträge und Diskussionsrunden zu ethischen Aspekten der Tierversuchsforschung VWDWW¿QGHQ'HUVWHOOYHUWUHWHQGH/HLWHUGHU$NDGHPLH für Tierschutz, Roman Kolar, hatte den Vorsitz in dieser Session.

Weitere Experten der Akademie für Tierschutz waren mit wissenschaftlichen Beiträgen auf dem Kongress vertreten. Sie publizierten die Ergebnisse einer kritischen Analyse der Datenbank, mit der die Bundesregierung Zusammenfassungen von genehmigten Tierversuchsvorhaben veröffentlicht. Der Analyse zufolge entspricht die vereinfachte deutsche Datenerfassung nicht den Vorgaben der EU-Tierversuchsrichtlinie. Mit einem gemeinsamen Beitrag mit der Cellasys GmbH (Kooperationspartner im Zellkulturlabor der Akademie für Tierschutz, s. S. 49) kritisierten die Experten die verzögerte behördliche Anerkennung von alternativen Augenreizungstests. Dabei bemängelten sie insbesondere, dass aufgrund dieser die Tierversuchszahlen auch in diesem Bereich nicht spürbar abnehmen – und das, obwohl wissenschaftliche geprüfte Alternativmethoden existieren.

Alternativen voranbringen

Erforschung von Alternativmethoden Mit seinem Zellkulturlabor in der Akademie für Tierschutz beteiligt sich der Deutsche Tierschutzbund aktiv an der Erforschung von Alternativen zu Tierversuchen. Den Forschungsansatz, eine Ersatzmethode für den Augenreizungstest (Draize-Test) zu entwickeln, der momentan noch am Auge von Kaninchen durchgeführt wird, verfolgt der Deutsche Tierschutzbund im Zellkulturlabor der Akademie für Tierschutz bereits seit mehreren Jahren. Dieser Tierversuch, der zur Prüfung der Schleimhautverträglichkeit von Substanzen eingesetzt wird, steht seit langem in der Kritik. Die Prüfung auf Augenreizung umfasst mehrere Aspekte. Der Test muss sicher erkennen können, ob Substanzen eine Reizwirkung auf die verschiedenen Gewebe des Auges (Bindehaut, Hornhaut und Iris) haben. Auch ob ein Stoff die Schleimhaut nachhaltig geschädigt hat oder ob sie sich wieder erholt, wird ermittelt. Tierversuchsfreie Tests als Ersatz zum Tierversuche müssen diesen Ansprüchen gerecht werden. Im Forschungslabor der Akademie für Tierschutz läuft ein Projekt der Firma cellasys zum Ersatz des Augenreizungstests an Kaninchen mittels einer Biochip-Methode. In Zusammenarbeit mit dieser Münchner Firma werden Tests durchgeführt, die eine internationale Anerkennung eines von cellasys und der Technischen Universität München entwickelten hochmodernen Prüfsystems zum Ziel haben. Dieses IMOLA-IVD-Testsystem („intelligent mobile lab for in vitro diagnostic“ = intelligentes mobiles Labor für Diagnostik im Reagenzglas) ermöglicht mithilfe von Biochips Messungen an lebenden Zellen über mehrere Tage hinweg. In aufwändigen Testreihen wird u.a. untersucht, ob das Testsystem sich dafür eignet, eine mögliche schleimhautreizende Wirkung vorherzusagen. Es konnte gezeigt werden, dass sowohl stark reizende als auch QLFKWUHL]HQGH6XEVWDQ]HQNRUUHNWLGHQWL¿]LHUWZHUGHQ können. Auch Erholungseffekte der Zellen können gemessen werden. Bevor das IMOLA-IVD-System international anerkannt wird, sind noch zahlreiche Testreihen erforderlich. Es muss insbesondere nachgewiesen werden, dass die Versuche vergleichbare Ergebnisse liefern, wenn das System in verschiedenen Labors betrieben wird.

Mit ihrem Forschungslabor leistet die Akademie für Tierschutz einen Beitrag für die Fortentwicklung tierversuchsfreier Methoden. Möglichkeiten, bei der Kultivierung von Zellen das berüchtigte fötale Kälberserum (FKS) zu ersetzen, werden im Zellkulturlabor der Akademie für Tierschutz von cellasys ebenfalls untersucht. Um Zellen in Kultur wachsen zu lassen, werden diese in zahllosen Labors weltweit auch mit Serum aus dem Blut ungeborener Kälber gefüttert. Dieses Blut wird dem noch lebenden Fötus bei der Schlachtung des Muttertiers aus dem Herzen abgesaugt – eine grausame Methode. Cellasys ist es nun gelungen, nachzuweisen dass die Kultivierung und der Einsatz einer viel verwendeten Zelllinie in einem serumfreien Medium möglich sind. Die Arbeiten des Teams wurden auf den internationalen Kongressen zu Alternativen zum Tierversuch in Linz (Österreich, s. S. 48), zu medizinischen und biologischen Techniken in Milano (Italien) und auf dem Weltkongress zu Biochips in San Diego (USA) vorgestellt.

Wissenschaftliche Arbeit im Zellkulturlabor.

50 • 51

Label Für Mehr Tierschutz

2015 weitgehend erarbeitet und abgestimmt: Kriterien für die Legehennenhaltung im Tierschutzlabel.

0LWGHU(LQIKUXQJVHLQHV]ZHLVWX¿JHQ7LHU schutzlabels verfolgt der Deutsche Tierschutzbund das Ziel, jetzt und sofort Verbesserungen in der landwirtschaftlichen Tierhaltung konkret umzusetzen. Im Berichtszeitraum wurden weitere Kriterienkataloge erarbeitet. Sowohl die Anzahl der Betriebe im Premiumbereich als auch die Verfügbarkeit im Lebensmitteleinzelhandel konnte ausgeweitet werden. Die Erfahrungen der Landwirte, die ihre Betriebe XPVWHOOHQXPGHQ.ULWHULHQGHV]ZHLVWX¿JHQ7LHU schutzlabels zu entsprechen, werden wissenschaftlich begleitet. Sie sind die Grundlage für die kontinuierliche Weiterentwicklung des Label-Programms. In einem Multi-Stakeholder-Ansatz begleitet der Labelbeirat, dem neben Vizepräsidentin Dr. Brigitte Rusche Vertreter verschiedener gesellschaftlicher Gruppierungen, der Wissenschaft, der Landwirt-

schaft, der Vermarkter und des Handels angehören, das Label in strategisch und inhaltlichen Fragestellungen sowie dessen Weiterentwicklung. 2015 stand die Revision der bestehenden Kriterienkataloge für die Mast von Hühnern und Schweinen an. In Erarbeitung waren zudem Eckwerte für die Ferkelaufzucht und die Sauenhaltung. Zur Entwicklung von Richtlinien für die Haltung von Milchrindern wurde eine neue Arbeitsgruppe eingerichtet. In einer weiteren Arbeitsgruppe wurden Richtlinien für die Legehennenhaltung erstellt. Diese Richtlinien waren zum Jahresende weitgehend abgestimmt. Einige Konkretisierungen sind jedoch noch erforderlich - beispielsweise in Bezug auf die Erhebung von tierbezogenen Kriterien zur Überprüfung des Verhaltens und des Gesundheitszustands der Tiere. Die Richtlinien zur Legehennenhaltung des Tierschutzlabels werden

Alternativen voranbringen

Expertinnen des Deutschen Tierschutzbundes referierten auf der IGW in Berlin zum Tierschutzlabel.

im Wesentlichen den Vorgaben entsprechen, die der Deutsche Tierschutzbund, der Bundesverband Tierschutz und der Bund gegen den Missbrauch der Tiere mit dem Verein Kontrolliert Artgerechte Tierhaltung (KAT) für das Logo „KAT-Tierschutzgeprüft“ etabliert hatte. Den Hühnern stehen hier mehr Platz und ein Kaltscharraum zur Verfügung, sie leben in kleineren Gruppen und das Schnabelkürzen ist verboten. Legehennen-Betriebe, die bislang die KAT-Tierschutzgeprüft-Kriterien schon einhalten, dürfen ihre Eier daher ab Januar 2016 mit dem Tierschutzlabel „Für Mehr Tierschutz“ vermarkten. Die bisherige Bodenhaltung KAT-Tierschutzgeprüft entspricht dabei der Einstiegsstufe und die Freilandhaltung der Premiumstufe des Tierschutzlabels. Die endgültige Überarbeitung der Kriterienkataloge für die Legehennenhaltung soll im Herbst 2016 abgeschlossen sein: Eingeleitet wurde die Überarbeitung der Richtlinie für die Verarbeitung – mit dem Ziel, die bestehenden Vorgaben um den Bereich verarbeitete Produkte/Fertiggerichte - und damit das Angebot insgesamt - deutlich zu erweitern. Auch der Erweiterung des Labels um Eier und Milch wird damit Rechnung getragen. Die Verarbeitungsrichtlinie soll 2016 endgültig abgestimmt und vom Labelbeirat beschlossen werden. Parallel zur Revision und Erarbeitung von RichtliniHQOlXIWGLH8PVWHOOXQJXQG=HUWL¿]LHUXQJZHLWHUHU landwirtschaftlicher Betriebe. Zum Jahresende ZDUHQLQVJHVDPW]HUWL¿]LHUWH%HWULHEH aktiv; davon 27 in der Einstiegsstufe Huhn, 6 in

der Einstiegsstufe Schwein und 13 Betriebe in der Premiumstufe Schwein. Die Anzahl der Betriebe, vor allem im Premiumbereich Schwein hat damit zugenommen. Neue landwirtschaftliche Betriebe, Vertriebspartner und weitere Markenlizenznehmer fanden den Einstieg ins Tierschutzlabel. Produkte mit dem Tierschutzlabel waren im Lebensmitteihandel daraufhin auch besser verfügbar. Der Deutsche Tierschutzbund arbeitet mit Hochdruck daran, dass weitere Tierhaltungen auf das TierschutzODEHOXPJHVWHOOWXQGGLH3URGXNWHÀlFKHQGHFNHQG angeboten werden. Dabei setzt er auf ein System aus verschiedenen Säulen: Beratung landwirtschaftlicher Betriebe durch Fachleute des Deutschen Tierschutzbundes, Gespräche mit Vermarktern und dem Handel. Nicht zuletzt gilt es, die Politik zu überzeugen, damit die Weichen für eine tiergerechte Haltung gestellt werden. Dem Handel fällt eine Schlüsselrolle zu, weil die Kunden sich erst dann für mehr Tierschutz beim Einkauf entscheiden können, wenn ein ausreiFKHQGHV$QJHERWLQGHQ5HJDOHQ]X¿QGHQLVW'DVV die Verbraucher gewillt sind, den Landwirten für tiergerechter erzeugte Produkte auch einen höheren Preis zu bezahlen, bestätigen Umfragen immer wieder. Da die Aufgaben rund um das Tierschutzlabel kontinuierlich wachsen, hat der Deutsche Tierschutzbund 2015 seinen Mitarbeiterstab für den Bereich Tierschutzlabel erweitert. Zudem wurde Guido Siebenmorgen als ehrenamtlicher „Berater in Tierschutzfragen im Sortiment“ berufen. Er war bis Dezember

52 • 53

V.l.n.r.: Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt, Mark Rosenkranz Sprecher des Vorstandes von EDEKA Minden-Hannover und Thomas Schröder.

Trikot des SV Werder Bremen mit dem Logo des Tierschutzlabels

2014 Leiter des „Strategischen Einkaufs Food 2“ der REWE Group in Köln. Der bisherige Bundesgeschäftsführer des Neuland-Vereins für tiergerechte und umweltschonende Nutztierhaltung, Jochen Dettmer, ist zudem "Beauftragter für Vermarktungsentwicklung".

Am Rande des Parlamentarischen Tierschutzfrühstücks des Deutschen Tierschutzbundes am 24. September in Berlin ergaben sich ebenfalls Möglichkeiten, das Tierschutzlabel zu thematisieren. Politisch Verantwortliche aller Parteien waren der Einladung gefolgt, sich in lockerem Rahmen über aktuelle Anliegen des Tierschutzes zu informieren und Lösungsansätze zu erörtern.

Mehrfach nutzte der Deutsche Tierschutzbund im Berichtsjahr die Gelegenheit, auch öffentlich auf sein Tierschutzlabel aufmerksam zu machen. Anlässlich der Internationalen Grünen Woche (IGW) informierte der Deutsche Tierschutzbund mit einem eigenen Messestand über den Ansatz und die Fortschritte beim Tierschutzlabel. Am Eröffnungstag hatte er zum Empfang eingeladen. Drei Fachveranstaltungen beschäftigten sich mit den Themen Schwein, Masthuhn und Tierschutz im Einkaufskorb. Parallel dazu präsentierte der Jugendtierschutz am Messestand sein Angebot für Kinder und Jugendliche (s. S. 24). Mitte Januar haben der Deutsche Tierschutzbund und EDEKA Minden-Hannover in Berlin, im Beisein von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU), ihre Zusammenarbeit der Öffentlichkeit vorgestellt. Das Handelsunternehmen stellte zunächst acht schweinehaltende Bio-Betriebe zusätzlich auf die Kriterien der Premiumstufe des Tierschutzlabels um. Die landwirtschaftlichen Betriebe wurden Anfang GHV-DKUHV]HUWL¿]LHUW1HEHQHLQLJHQ9HUEHVVHUXQgen in der Haltung wird die Kastration der männlichen Tiere seither nur noch unter Vollnarkose durchgeführt und die Schlachtung erfolgt in Schlachthöfen, die vom Deutschen Tierschutzbund nach strengen 7LHUVFKXW]NULWHULHQ]HUWL¿]LHUWZXUGHQ,QGHQ0lUNWHQ waren daraufhin ab Mitte April sowohl Produkte der Einstiegsstufe als auch der Premiumstufe für den Verbraucher erhältlich.

Am 28. November stand das Nordderby - SV Werder Bremen gegen den Hamburger Sportverein - im Zeichen des Tierschutzlabels: Die Werderaner trugen bei diesem Bundesligaklassiker das Logo des Tierschutzlabels „Für Mehr Tierschutz“ des Deutschen Tierschutzbundes auf ihren Trikots. Seit 2013 sind mit GLHVHP/DEHO KLHULQGHU(LQVWLHJVVWXIH *HÀJHOSURdukte aus dem Privathof-Konzept des Werder-Sponsors WIESENHOF gekennzeichnet. Die wichtigsten Kriterien für die Masthühnerhaltung in der Einstiegsstufe des Tierschutzlabels sind, neben einer langsamer wachsenden Hühnerrasse, die längere Aufzuchtdauer der Masthühner, die geringere Besatzdichte und der Auslauf in einem überdachten Wintergarten. Strohballen, Picksteine und Sitzstangen im Stall geben den Tieren die Möglichkeit, ihre natürlichen Verhaltensweisen auszuleben. Mit der einmaligen Aktion wurde die große mediale Aufmerksamkeit genutzt, um dem Tierschutzlabel zu einer noch höheren Bekanntheit zu verhelfen.

Fortbildung

Wissen schützt Tiere 436 Tierschützer nahmen 2015 an den Tierschutzseminaren in der Akademie für Tierschutz und Weidefeld teil. Rund 100 Teilnehmer besuchten die vier regionalen Seminare zur Tierheimordnung, in Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen. Mit über 100 Besuchern stieß auch das erste mit der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz organisierte Tierheimsymposium auf großes Interesse. Mit dem Seminarangebot „Grundlagen für den Sachkundenachweis für Tierheimmitarbeiter“ gehören die beiden Einrichtungen des Deutschen Tierschutzbundes zu den einzigen, die entsprechende AusbildungskurVHIU7LHUKHLPSÀHJHUQDFKGHQ/HUQLQKDOWHQGHU Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zur Durchführung

des Tierschutzgesetzes anbieten. Zum letzten Mal nahm der Ehrenpräsident des Bundesverbands der beamteten Tierärzte, Dr. Herbert Wohn, die mündliche Prüfung der Teilnehmer ab. Wohn stand dem Deutschen Tierschutzbund seit Beginn (1989) als Prüfer zur Verfügung. Rund 2.000 Tierheimmitarbeiter und ehrenamtliche Tierschützer durften bei ihm ihr Wissen unter Beweis stellen. +DXSWXQGQHEHQEHUXÀLFKWlWLJHQ7LHUVFKW]HUQXQG anderen tierschutzengagierten Bürgern bietet der Deutsche Tierschutzbund vielfältige Möglichkeiten der Fortbildung. Zentrale Bausteine seines FortbildungsDQJHERWVVLQGWKHPHQVSH]L¿VFKH6HPLQDUH

TERMINE 2015

SEMINAR

ORT

15.03.

Seminar zur Tierheimordnung

Siebenlehen mit LTV Sachsen

Beginn 20.03.

Ausbildung zum Tierschutzlehrer, 5 Module

AfT

28.03.

Seminar zur Tierheimordnung

Karlsruhe mit LTV Baden-Württemberg

18. – 19.04.

Die Katze

AfT

02. – 03.05.

Beschäftigung von Tierheimhunden / Erziehungsmaßnahmen in der Praxis

TZW

03.05.

Seminar zur Tierheimordnung

Stadtsteinach mit LTV Bayern

18. – 22.05.

Grundlagen für den Sachkundenachweis

AfT

30. – 31.05.

Pressearbeit

AfT

06. – 07.06.

Regionales Seminar zur Finanzierung von Tierheimen

AfT

27. – 28.06.

Die Haltung von kleinen Heimtieren

AfT

11.07.

Seminar zur Tierheimordnung

Emmendingen mit LTV Baden-Württemberg

08.- 09. 08.

Praktischer Umgang mit Problemhunden, Trainingsmöglichkeiten im Tierheim

TZW

05. – 06.09

Fundraising für Fortgeschrittene

AfT

19. – 20.09.

Der ehrenamtliche Tierschutzberater

TZW

21. – 25.09.

Grundlagen zum Sachkundenachweis

TZW

10. – 11.10.

Das Team - Herzstück des Tierheims

AfT

12. – 13.10.

Führungskräfteseminar für Tierheimleiter II

AfT

17.10.

Seminar zur Tierheimordnung

Friedrichshafen mit LTV Baden-Württemberg

02. – 06.11.

Grundlagen für den Sachkundenachweis

AfT

07. – 08.11.

Hunde im Tierheim

AfT

28.11.

Tierheimsymposium

Nürnberg mit Tierärztlicher Vereinigung für Tierschutz

Veranstaltungsorte: AfT: Akademie für Tierschutz, Neubiberg TZW: Tier-, Natur- und Jugendzentrum, Weidefeld

54 • 55

Berlin 2015: Der Deutsche Tierschutzbund appelliert mit einer Aktion an Bund und Länder, möglichst VFKQHOOGLH.OHLQJUXSSHQ.l¿JKDOWXQJDE]XVFKDIIHQ

Für die Tiere auf die Straße Unzählige Menschen wünschen sich einen anderen Umgang mit Tieren in unserer Gesellschaft. Sie sind empört, wenn sie erfahren, was fühlenden Lebewesen in der industriellen Intensivhaltung oder in Tierversuchen angetan wird. Dieser Wertewandel muss öffentlich sichtbar werden. Der Deutsche Tierschutzbund geht für seine Forderungen daher auch auf die Straße. Anfang Januar forderten fast 25.000 Bürger in Berlin eine radikale Umkehr in der Agrarpolitik. Unter dem Motto „Wir haben es satt“ demonstrierten sie für eine artgerechte Tierhaltung in der Landwirtschaft, faire Preise für Landwirtschaftsgüter und gentechnikfreie Saatgutvielfalt. Bundesweit stellen sich Bürgerinitiativen der industriellen Intensivtierhaltung entgegen. Agrarindustrielle Tierhaltungsanlagen stoßen nirgends auf Akzeptanz –dennoch werden sie immer wieder geplant. Ein breites gesellschaftliches Bündnis – Bäuerinnen und Bauern (konventionell und bio, gemüseanbauend und

tierhaltend), Natur- und Tierschützer, Aktive aus der Entwicklungszusammenarbeit, Erwerbsloseninitiativen und kritische Verbraucher, Fleischesser, Vegetarier und Veganer – fordert daher den Stopp der industriellen Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion und eine Förderung bäuerlicher Betriebe. „Tiere sind kein Müll!“ – unter diesem Motto forderten der Deutsche Tierschutzbund und sein Landestierschutzverband Hessen am 19. März die in Bad Homburg (Hessen) tagende Agrarministerkonferenz dazu auf, ein klares Signal für mehr Tierschutz in der Landwirtschaft zu setzen. Sie forderten ein neues Tierschutzgesetz, ein endgültiges Verbot der Amputationen am Tier und der Tötung von Millionen männlicher Küken, ein Verbot des Transports und der Schlachtung von trächtigen Tieren, eine nationale Kennzeichnungsoffensive nach Herkunft und Haltung und – generell – eine nachhaltige Landwirtschaft, die mit Tier- und Umweltschutz vereinbar ist. Wie in den Jahren zuvor veranstaltete der Deutsche Tierschutzbund am 25. April, anlässlich des Internationalen Tages gegen Tierversuche (24. April) gemeinsam mit dem Bündnis Tierschutzpolitik Berlin (bestehend aus dem Tierschutzverein für Berlin und dem Bundesverband Tierschutz) in Berlin eine Demonstration mit Abschlusserklärung. 2.500 Tierfreun-

Wertewandel in der Gesellschaft

Großdemonstration gegen Tierversuche am 25. April in Berlin

Thomas Schröder im interview bei einer Aktion vor der Agrarministerkonferenz in Bad Homburg im März 2015

Im Einsatz für die Tiere: Jürgen Plinz, Schatzmeister des Deutschen Tierschutzbundes mit seiner Frau Sara bei einer Demo in Berlin.

de folgten dem Aufruf und unterstützten das Aktionsmotto: „Forschung ja, Tierversuche nein!“. Etwa drei Millionen Tiere leiden täglich in deutschen Laboren. Die Bundesregierung hat sich im Koalitionsvertrag YHUSÀLFKWHWGLH(UIRUVFKXQJYRQ(UVDW]PHWKRGHQ]X 7LHUYHUVXFKHQ]XI|UGHUQ7URW]GHPÀLH‰HQQDFKZLH vor mehrere Millionen Euro an Steuergeldern in den Neubau von Tierversuchslaboren, wie etwa in Berlin am Max-Delbrück-Centrum für molekulare Medizin Berlin Buch (MDC).

waren an diesem Tag die Staatssekretäre von Bund und Ländern zusammengekommen, um einen KomSURPLVV]XU/HJHKHQQHQKDOWXQJ]X¿QGHQ'LH Länder Niedersachsen und Rheinland-Pfalz hatten im Agrarausschuss des Bundesrates den umgehenden Ausstieg beantragt (Übergangsfrist bis 2025). Die Bundesregierung hatte angeboten, 2028 bzw. in Ausnahmefällen 2030 auszusteigen. Im November 2015 veröffentlichte das Bundeslandwirtschaftsministerium einen Verordnungsentwurf zur Änderung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung, der ein Verbot der Kleingruppenhaltung ab dem 31.12.2025 vorsieht. In Fällen unbilliger Härte kann die Übergangsfrist bis 2028 verlängert werden. (Die geänderte Verordnung trat am 22.04.2016 in Kraft).

Den sofortigen Ausstieg aus der Kleingruppenkä¿JKDOWXQJYRQ/HJHKHQQHQIRUGHUWHGHU'HXWVFKH Tierschutzbund am 11. Juni in Berlin. Im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)

56 • 57

Sei ein Anwalt. Treten Sie mit uns für mehr Tierschutz ein! Tiere leiden wie wir.

Für ein neues Tierschutzgesetz. www.tierschutzbund.de

Gesetzliche Bestimmungen verbessern

Modernisierung der Jagdgesetzgebung Seit Jahrzehnten drängen Tier- und Naturschutzverbände in Deutschland darauf, das Bundesjagdgesetz zu novellieren. Es wird sowohl den modernen Anforderungen des Tierschutzes als auch denen des Natur- und Artenschutzes nicht gerecht. Da die Bundesregierung jedoch keine umfassende Aktualisierung der Jagdgesetzgebung plant, ist der Deutsche Tierschutzbund in den einzelnen Bundesländern aktiv. Gemeinsam mit seinen Landes(tierschutz)verbänden konnte der Deutsche Tierschutzbund in verschiedenen Bundesländern Verbesserungen der Jagdgesetzgebung erreichen. So etwa in Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Hessen. Weitere Bestrebungen gab es auch in Schleswig-Holstein, Rheinland-Pfalz, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen. Nachfolgend exemplarisch einige Beispiele: Das Jagd- und Wildtiermanagementgesetz (JWMG), mit dem die Landesregierung von Baden-Württemberg das Jagdrecht an die gesellschaftlichen Entwicklungen angepasst hat, trat am 1. April in Kraft. Es enthält neue Regelungen wie die Zuordnung der Arten zu Managementgruppen, die Einführung einer allgemeinen Schonzeit und das Wildtiermonitoring als Grundlage für einen landesweiten Wildtierbericht. Der Deutsche Tierschutzbund und sein Landestierschutzverband waren in der vom Landwirtschaftsministerium eingerichteten Arbeitsgruppe aktiv und konnten viele Verbesserungen für den Tierschutz erreichen: Tot-

Füchse dürfen in einigen Bundesländern nun nicht mehr ganzjährig getötet werden.

schlagfallen sind in Baden-Württemberg nun ebenso verboten wie die Baujagd am Naturbau. Im März und April gilt zudem nun eine generelle Jagdruhe. Auch die Erlaubnis zum Abschuss von Haustieren wurde stark eingeschränkt. Sie wird nur noch im Einzelfall bzw. unter bestimmten Voraussetzungen erteilt. Den Protestaktionen der Jäger trat der Deutsche Tierschutzbund, auch öffentlich, mit sachlicher Argumentation entgegen. Gemeinsam mit dem Bund gegen Missbrauch der Tiere und dem Landestierschutzverband nahm er auch Stellung zur Durchführungsverordnung zum Jagd- und Wildtiermanagementgesetz, die am 18. April in Kraft trat. Der Landestierschutzverband und der Deutscher Tierschutzbund belegen in Baden-Württemberg zudem nun einen Sitz im Obersten Jagdbeirat.

58 • 59

In Hessen wurden die Jagdzeiten für Marder und Waschbären verkürzt.

Erfreulich war die Entwicklung auch in NordrheinWestfalen (NRW): Das Ökologische Jagdgesetz trat am 28. Mai in Kraft. Dort stehen der starke Schutz des Waldes und der Wildtiere im Mittelpunkt. Hauskatzen zu erschießen, ist in NRW nun verboten, ebenso der Einsatz von Totschlagfallen und anderer tierschutzwidriger Jagdmethoden. Der Deutsche Tierschutzbund hat die Diskussion um die neue Gesetzgebung gemeinsam mit seinem Landesverband kontinuierlich begleitet. Am 23. Juli legte das Hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz dem Deutschen Tierschutzbund und seinem hessischen Landesverband einen Entwurf für eine neue Hessische Jagdverordnung (HJagdV) zur schriftlichen Anhörung vor. Der Deutsche Tierschutzbund nutzte die Gelegenheit, seine Forderungen einzubringen. Auf Einladung des Ausschusses für Umwelt, Klimaschutz,

Für Höckerschwäne wurden in Hessen keine Jagdzeiten festgelegt, für Nutrias (rechts) immerhin einige Monate Schonzeit erkämpft.

Landwirtschaft und Verbraucherschutz trug er seine Argumente auch am 2. November gemeinsam mit dem Landestierschutzverband bei einer Anhörung im Wiesbadener Landtag vor. Ende Dezember trat die neue Verordnung in Kraft. Trotz des schnellen Verfahrens gibt es aus Tierschutzsicht – im Vergleich zum ursprünglichen Entwurf – durchaus einige Erfolge: Marderhund, Mink, Nutria (Sumpfbiber) und Waschbär haben während der Jungenaufzucht jetzt Schonzeiten in Hessen – ursprünglich sollten sie ganzjährig jagdbar sein. Baummarder, Iltis, Hermelin und Mauswiesel haben weiterhin ganzjährig Schonzeit. In der Folge kann im Grunde auch der Steinmarder nicht bejagt werden, da niemand dafür garantieren kann, dass kein Tier der anderen Arten in die eingesetzte Falle gerät. Wiesel-Wippbrettfallen sind in Hessen nun ebenfalls verboten. Die Schonzeit für Altfüchse bleibt bestehen, die Jagdzeit wurde allerdings um einen Monat verlängert. Einen Erfolg gibt es auch für Blässhühner, Höckerschwäne, Waldschnepfen, Möwen und Enten (außer der Stockente): Entgegen der ursprünglichen Planung wurden für diese Arten keine Jagdzeiten festgelegt. Negativ ist festzuhalten, dass die Jagdzeiten für Elster und Rabenkrähe um zwei Monate verlängert und die Schonzeiten für einige Arten bis 2019 befristet wurden. Zusätzlich müssen Totschlagfallen von den Behörden nun doch nicht genehmigt werden. Der Jäger muss die Behörde lediglich darüber informieren, wann und wo er Fallen einsetzt.

Gesetzliche Bestimmungen verbessern

Beschwerde bei der EU-Kommission Im Februar 2015 haben der Deutsche Tierschutzbund und die Deutsche Juristische Gesellschaft (DJG) Beschwerde gegen Deutschland bei der EU-Kommission eingelegt. Sie fordern eine korrek-

te Umsetzung der EU-Tierversuchsrichtlinie. Diese schreibt eine Mindestanzahl an jährlichen Inspektionen vor und gibt ebenfalls vor, welcher Anteil davon unangemeldet erfolgen muss.

Mit der Änderung des Tierschutzgesetzes (TierSchG) und der Verabschiedung der Tierversuchsverordnung (TierversuchsVO) hat Deutschland die EU-Tierversuchsrichtlinie (2010/63/EU) nicht korrekt in nationales Recht umgesetzt.

Tierschutzbundes diese und weitere Inhalte der Beschwerde. Sie kritisierten zudem die lange Dauer der Prüfung.

Wie alle Mitgliedsstaaten der EU ist auch Deutschland gehalten, dafür zu sorgen, dass die Bestimmungen der EU-Tierversuchsrichtlinie eingehalten werden. Doch anderthalb Jahre nachdem das hierfür eigens geänderte Tierschutzgesetz in Kraft getreten ist, zeigt sich: Die Verwaltungspraxis der deutschen Überwachungsbehörden bei der Inspektion von Versuchstierzuchten und Tierversuchseinrichtungen weist gravierende Mängel auf. Im Tierschutzgesetz ist nicht festgeschrieben, dass jedes Jahr – wie die EU-Richtlinie es verlangt – mindestens ein Drittel aller Einrichtungen, die Tierversuche durchführen, kontrolliert werden müssen. Auch dass ein Teil dieser Kontrollen unangekündigt zu erfolgen hat, ist dort nicht zu lesen.

Die Überprüfung der Beschwerde erfolgt nun im Rahmen der Konformitätsprüfung der nationalen Umsetzung der EU-Tierversuchsrichtlinie, die die EU Kommission für alle Mitgliedsstaaten durchführt. Dieser Prozess war bis zum Ende des Berichtszeitraums noch nicht abgeschlossen. Der Deutsche Tierschutzbund wurde daher auch noch nicht über das Ergebnis informiert. Es bleibt zu hoffen, dass die EU-Kommission ebenfalls feststellt, dass das deutsche Tierschutzgesetz und die Tierversuchsverordnung Mängel aufweisen und die Bundesregierung entsprechend zu einer Überarbeitung dieser Rechtsvorschriften auffordert.

In vielen ihrer Gespräche mit politisch Verantwortlichen – dem zuständigen EU-Kommissar Kamerun Vella (Umwelt), Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt, Baden Württembergs Verbraucherminister Alexander Bonde und zahlreichen deutschen Abgeordneten – erläuterten Vertreter des Deutschen

Der Deutsche Tierschutzbund und die Eurogroup for Animals im Gespräch EU-Kommissar Carmenu Vella und der Europaabgeordneten Marlene Mizzi.

60 • 61

Dr. Brigitte Rusche (2.v.r.) und Thomas Schröder überreichen das Schwarzbuch Mitgliedern des Parlamentskreises Tierschutz.

Thomas Schröder eröffnet das Parlamentarische Tierschutzfrühstück.

Parlamentskreis Tierschutz gegründet Auf Einladung des Deutschen Tierschutzbundes haben Abgeordnete des Deutschen Bundestages eine fraktionsübergreifende Zusammenarbeit zugunsten des Tierschutzes vereinbart. Um regelmäßig über aktuelle tierschutzpolitische Themen zu sprechen, hat sich am 24. November 2015 der „Parlamentskreis Tierschutz“ im Deutschen Bundestag gegründet. Ziel ist es, das Thema Tierschutz fraktionsübergreifend und unabhängig von fachlicher Zuständigkeit der Abgeordneten bekannt zu machen und dadurch Synergien in der parlamentarischen Arbeit für den Tierschutz zu nutzen. Schirmherrinnen sind die Mitglieder des Bundestages Dagmar Wöhrl (CDU/CSU), Christina Jantz-Herrmann (SPD), Birgit Menz (DIE LINKE) und Nicole Maisch (Bündnis 90/ Die Grünen). Zu den Gründungsmitgliedern gehören weitere 14 Abgeordnete aus allen Fraktionen. Der Deutsche Tierschutzbund begleitet die Arbeit des Parlamentskreises fachlich. Er erhofft sich von diesem Gremium eine ideologiefreie und fraktionsübergreifende Zusammenarbeit der Abgeordneten zum Wohle der Tiere. Anlässlich der Gründungsveranstaltung erläuterte der Verband die aktuellen Herausforderungen im Tierschutz sowie Aufbau und Aufgaben des Deutschen Tierschutzbundes und seiner Akademie für Tierschutz. Er bot den Abgeordneten an, jederzeit die Expertise des Verbandes nutzen zu können. Eines der ersten Themen, denen der Parlamentskreis Tierschutz sich annehmen möchte, wird die Lage der Tierheime sein. Auf der konstituierenden Sitzung verständigten die Parlamentarier sich zudem darauf, in ihren Fraktionen weitere Mitglieder für den Parlamentskreis Tierschutz zu werben. Sitzungen sollen drei bis vier 0DOLP-DKUVWDWW¿QGHQ'DV+DXSWVWDGWEURGHV'HXWschen Tierschutzbundes übernimmt dabei gemeinsam mit den Büros der Schirmherrinnen die Organisation.

Parlamentarisches Tierschutzfrühstück Zum vierten Mal veranstaltete der Deutsche Tierschutzbund in seinem Hauptstadtbüro das Parlamentarische Tierschutzfrühstück. Wie sehr diese Veranstaltung sich im politischen Berlin mittlerweile etabliert hat, zeigt die überwältigende Anzahl der Teilnehmer: Mehr als 100 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Forschung und Partnerverbänden waren der Einladung gefolgt, darunter Bundestagsabgeordnete aller Fraktionen sowie Vertreter der Bundesregierung und der Bundesländer. Dem Deutschen Tierschutzbund bot sich damit die Gelegenheit, die einstimmigen Beschlüsse der Mitgliederversammlung weiterzugeben. Zusätztlich nahm der Verband die Veranstaltung zum Anlass, an die Vertreter der Großen Koalition zu appellieren, die Versprechen des Koalitionsvertrages endlich in ein parlamentarisches Verfahren zu überführen. Neben Landwirtschaft und Forschung standen dabei besonders die Probleme des Handels und der Haltung von exotischen Wildtieren auf der Tagesordnung. Hatten die Regierungsfraktionen im Koalitionsvertrag doch angekündigt, den Importverbot von Wildfängen in die EU und gewerbliche Tierbörsen für exotische Tiere zu verbieten. Angesichts der Zahl von mehr als 30.000 exotischen Wildtieren, die die dem Deutschen Tierschutzbund angeschlossenen Tierheime in den vergangenen Jahren aufgenommen und versorgt haben, ist eine Positivliste sowie ein Verbot von gewerblichen Tierbörsen aus Tierschutzsicht unumgänglich.

Gesetzliche Bestimmungen verbessern

Hundegesetzgebung der Länder Es gibt keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass Hunde allein aufgrund ihrer Rassezugehörigkeit gefährlich sind. Der Deutsche Tierschutzbund setzt sich daher seit Jahren dafür ein, dass die Bundesländer ihre Hundegesetze ändern und die Rasselisten streichen – mit zunehmendem Erfolg. Nach Niedersachsen hat auch Schleswig-Holstein 2015 ein neues Hundegesetz vorgelegt, dass keine Rasselsite mehr enthält. Das 2005 erlassene Gesetz, dass den von Hunden ausgehenden Gefahren vorbeuJHQXQGVLHDEZHKUHQVROOGH¿QLHUWH+XQGHQRFKDOlein aufgrund ihrer Rassezugehörigkeit als gefährlich. Durch diese generalisierte Beschränkung bestimmter DOVJHIlKUOLFKNODVVL¿]LHUWHU+XQGHUDVVHQZXUGHQ zahlreiche verantwortungsvolle Halter dazu genötigt, ihre friedlichen Tiere im Tierheim abzugeben. Doch die Tierheime sind überfüllt. Sie sehen sich vor schier unlösbare Probleme gestellt, weil selbst ausgesprochen freundliche Hunde der so genannten Kampfhunderassen kaum noch zu vermitteln sind. Gemeinsam hatten FDP, SPD und BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN einen Gesetzentwurf eingebracht, zu dem der Deutsche Tierschutzbund und sein Landesverband Schleswig-Holstein Stellung bezogen. Die Tierschützer begrüßten vor allem, dass es für Hunde bestimmter Rassen dem Gesetz nach keine Sonderregelungen mehr geben soll. Auch die Forderung, dass Hundehalter ihre Sachkunde nachweisen müssen, fand großen Anklang. Eingefügt wurde zudem HLQH9HUSÀLFKWXQJDOOH+XQGHGLHlOWHUVLQGDOVGUHL Monate, per Mikrochip zu kennzeichnen. Leider verVlXPWHHVGLH/DQGHVUHJLHUXQJDXFKHLQH3ÀLFKW]XU Registrierung der gekennzeichneten Hunde einzufüJHQ2KQH5HJLVWULHUXQJVSÀLFKWKDWGLH.HQQ]HLFKnung nur wenig Sinn. Unklar ist auch, wie sich nach einem gemeldeten „Vorfall“ die Einstufung eines Hundes als „gefährlich“ realisieren lässt. Nicht jeder gemeldete Zwischenfall ist ein Beißvorfall. Wann ist ein Anspringen „gefahrdrohend“? Der Gesetzestext ist nicht eindeutig interpretierbar. In seiner Stellungnahme hatte der Deutsche Tierschutzbund daher betont, wie wichtig es ist, konkrete Aus-

Keine Hunderasse ist „pauschal gefährlich“

führungsbestimmungen zum Gesetz zu formulieren und bei einem Vorfall alle bekannten Sachverhalte zu dokumentieren: In welcher konkreten Situation wurde jemand „angegriffen“ und dabei verletzt? Wie stark ist die Verletzung? Auch die Herkunft und Sozialisation des betreffenden Hundes sowie das Handling durch den Halter muss in die Bewertung einbezogen werden. Allein anhand subjektiver Schilderungen eines Tathergangs darf die Gefährlichkeit eines Tieres nicht festgestellt werden. Bislang müssen die Behörden sich auf die Aussagen der Beteiligten und Tatzeugen verlassen. Daher bleibt es abzuwarten, wie das neue schleswig-holsteinische Gesetz über das Halten von Hunden (HundeG) sich in der Praxis bewährt. Es tritt am 1. Januar 2016 in Kraft.

62 • 63

Parlamentarische Prozesse, die der Deutsche Tierschutzbund 2015 begleitet hat Kontinuierlich begleitet der Deutsche Tierschutzbund die Arbeit der Bundesregierung, der Landesregierungen und tierschutzrelevante Initiativen von Abgeordneten und Parteien – mit dem Ziel, die gesetzlichen Rahmenbedingungen für den Tierschutz zu verbessern.

Einige Beispiele von parlamentarischen Initiativen und politischen Prozessen aus dem Jahr 2015, in die der Deutsche Tierschutzbund sich eingeschaltet hat, sind in der nachfolgenden Tabelle aufgeführt. Nicht enthalten sind Anfragen und Kleine Anfragen an die Bundesregierung und Initiativen, die letztlich dann doch nicht zu einer parlamentarischen Befassung geführt haben.

POLITISCHE EBENE

DARUM GING ES

D (Bund)

Umsetzung der EU-Tierversuchs- Der Deutsche Tierschutzbund hat gemeinsam mit der Deutrichtlinie in nationales Recht schen Juristischen Gesellschaft (DJG) gegen das deutsche Tierschutzgesetz und die Tierversuchsverordnung bei der EU-Kommission Beschwerde eingelegt, diese wurde noch nicht verhandelt (s. S. 59)

D

Änderung der *HÀJHOSHVWYHURUGQXQJ

Den Forderungen des Deutschen Tierschutzbundes (keine Keulung von Bestände in Verdachtsfällen, kein generelles Aufstallungsgebot u.a.) wurde nicht entsprochen, Teilerfolg: *HÀJHOPlUNWHGUIHQZHLWHUKLQQLFKWLP)UHLHQVWDWW¿QGHQ

D

Nutztierhaltungsverordnung: Vorgaben zur Putenhaltung

Nordrhein-Westfalens Entwurf einer Verordnung zur Putenhaltung wurde anschließend vom Bundesrat dem Bundestag zugeleitet. Ergebnis offen.

D

Wildtierverbot in Zirkussen

Bundesrat bereitet Entschließung vor (s. auch S. 42 f.)

D

9HUERWYRQ.OHLQJUXSSHQ.l¿JHQ Ausstieg bis 2025 beschlossen (s. S. 54)

D

Überarbeitung des Qualzuchtgutachtens

Offen

D

Pelztierverbot

Gesetzentwurf im Bundesrat

D

Wildtierhaltung in Zoos einschränken

Antrag im Bundestag abgelehnt

D

Ökologische Landwirtschaft

Antrag im Bundestag abgelehnt

D

Tötung von männlichen Eintagsküken stoppen

Bundesratsinitiative liegt vor

D

+DOWXQJYRQ:DVVHUJHÀJHO verbessern

Antrag vom Bundestag abgelehnt

D

Tierversuche für Botox beenden

Antrag vom Bundestag abgelehnt

D

Antibiotikagabe in der Nutztierhaltung minimieren

Antrag vom Bundestag abgelehnt

D

Kennzeichnung von Haltungsformen

Antrag vom Bundestag abgelehnt

D

Tierversuche an genetisch veränderten Tieren stoppen

Antrag vom Bundestag abgelehnt

SACHSTAND ENDE DEZEMBER 2015

Gesetzliche Bestimmungen verbessern

POLITISCHE EBENE

DARUM GING ES

SACHSTAND ENDE DEZEMBER 2015

D

Tierschutz-TÜV für Tierhaltungssysteme einführen

BMEL prüft

D

Haltung von Wildtieren in Privathaushalten einschränken

Koalitionsantrag wird vorbereitet

D

Schlachtung trächtiger Rinder stoppen

Koalitionsantrag wird vorbereitet

D

Verbot der Einfuhr von Jagdtrophäen

Vom Bundestag beschlossen

He

Ausstieg aus der ganzjährigen Anbindehaltung von Rindern

Ein Antrag Hessens wurde vom Bundesratsplenum an den Agrarausschuss des Bundesrates überwiesen. Der Deutsche Tierschutzbund hatte die Fachpolitiker der Länder um Zustimmung gebeten.

NRW

Verbot von Totschlagfallen, AbDer Landtag beschloss ein neues Landesjagdgesetz schuss von Hauskatzen, Baujagd (s S. 57 f.)

NRW

Ab Ende 2016 soll Schnabelkürzen bei Legehennen und Puten verboten werden

Entsprechende Erklärung verabschiedet

Sch-Ho

Hundegesetz: Abschaffung der Rasseliste, KennzeichQXQJVXQG5HJLVWULHUXQJVSÀLFKW gefordert

Tritt am 01.01.2016 in Kraft. Rasselisten abgeschafft, .HQQ]HLFKQXQJVSÀLFKWDEHUNHLQH5HJLVWULHUXQJVSÀLFKW (s. S. 61).

BadenWürttemberg

Einführung Verbandsklagerecht für Tierschutzorganisationen

Verabschiedung durch Landtag

EU

Subventionszahlungen für Landwirte, die Stiere für Stierkampf züchten, sollten gekürzt werden

Die Mehrheit der EU-Parlamentarier stimmte für den Antrag

EU

Aufhebung von Ausnahmen zum Verbot des Handels mit Robbenprodukten

Die Mehrheit der EU-Parlamentarier stimmte für die Aufhebung der Ausnahmeregelungen

EU

EU-Ökoverordnung: Bessere Haltungsbedingungen für Nutztiere in der ökologischen Landwirtschaft

Zum Jahresende wurde die neue Verordnung noch im Trilog zwischen EU-Parlament, Kommission und Rat diskutiert.

EU

9HUERWYRQ.ORQÀHLVFKXQG Produkten von Nachkommen geklonter Tiere

Die Mehrheit im EU-Parlament sprach sich dafür aus, der Rat hat sich jedoch dagegen ausgesprochen

EU

Verbesserung der Tiergesundheit EU- Institutionen haben sich darauf geeinigt im neuen Tiergesundheitsgesetz

EU

Kennzeichnung und Registrierung von Haustieren und Harmonisierung der Registrierungssysteme

Der gemeinsam mit der Eurogroup for Animals und MdEP Dr. Renate Sommer erarbeitete Antrag wurde mit Mehrheit im EU-Parlament angenommen (s. S. 31)

EU

EU-Verordnung zu invasiven Arten

Treffen mit EU Umweltkommissar Vella (gemeinsam mit Eurogroup for Animals und Stichting AAP). Dieser sagt zu, dass Tierschutzaspekt bei der Umsetzung der VO auf jeden )DOODXVUHLFKHQG%HUFNVLFKWLJXQJ¿QGHQZLUG

64 • 65

Finanzbericht 2015 Der Deutsche Tierschutzbund steht als Dachverband von über 740 Tierschutzvereinen mit 535 vereinseigenen Tierheimen/Auffangstationen ¿QDQ]LHOOLQGRSSHOWHU9HUDQWZRUWXQJ Einerseits legt er besonderen Wert auf die kontinuierliche Unterstützung der praktischen Tierschutzarbeit der ihm angeschlossenen Tierheime und Tierschutzvereine vor Ort. Andererseits betreibt er eigene karitative Einrichtungen wie das Tier-, Natur- und Jugendzentrum Weidefeld mit der angeschlossenen Artenschutzstation auf Sylt, deren dauerhafter Betrieb zum Wohl der dort lebenden Tiere sichergestellt sein muss. Aber auch in weiteren Bereichen wie der Forschung für tierversuchsfreie Alternativmethoden oder der Entwicklung des Tierschutzlabels benötigt der Deutsche Tierschutzbund die Hilfe seiner Mitglieder und Spender. Um diesen eine weitgehende Sicherheit in der ordnungsgemäßen Verwendung Ihrer Beiträge, Spenden und sonstigen Zuwendungen zu bieten, hat sich der Deutsche Tierschutzbund weit über die gesetzlichen Anforderungen hinaus freiwillig zur TransSDUHQ]YHUSÀLFKWHWXQGVLFKGD]XHQWVFKORVVHQVLFK zusätzlichen Kontrollen und Prüfungen zu unterwerfen. Vorbemerkung zur Rechnungslegung Die Vorgaben des Vereinsrechts zur Rechnungslegung sind recht allgemein gehalten. So sind Vereine nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) grundsätzlich QXUGD]XYHUSÀLFKWHWLKUH(LQQDKPHQXQG$XVJDEHQ geordnet zusammenzustellen, ein Bestandsverzeichnis zu erstellen und hierzu den Mitgliedern bzw. der Mitgliederversammlung Rechenschaft abzulegen. Mit seinem öffentlichen Finanzbericht geht der Deutsche Tierschutzbund freiwillig weit über diese Anforderung hinaus. Der Finanzbericht enthält eine nach den Vorgaben des Deutschen Zentralinstituts für soziale

Fragen (DZI) gegliederte Aufstellung aller Vereinseinnahmen und -ausgaben sowie eine in Anlehnung an die deutschen handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellte Bilanz. Die Vereinsbuchführung wurde – ebenso wie die Vorbereitung der Zuwendungsbestätigungen – intern im Hause des Deutschen Tierschutzbundes durchgeführt. Der von einem Steuerberater erstellte Jahresabschluss wurde in entsprechender Anwendung des § 317 des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) und unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer e.V. (IDW) festgestellten Grundsätze ordnungsgemäßer Abschlussprüfungen von einem vereidigten Buchprüfer geprüft. Die Vorschriften des Gemeinnützigkeitsrechts und die entsprechenden steuerrechtlichen Vorschriften der Abgabenordnung, z. B. hinsichtlich zweckentsprechender Mittelverwendung, zeitnaher Mittelverwendung und Rücklagenbildung, werden selbstverständlich beachtet. Einnahmen des Deutschen Tierschutzbundes Der Deutsche Tierschutzbund ist ein Dachverband und als solcher ist es seine Aufgabe sowohl für die angeschlossenen Tierschutzvereine als auch für eigene 3URMHNWH0LWWHO]XDNTXLULHUHQ(U¿QDQ]LHUWVHLQH$UEHLW primär aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden, Erbschaften und Kapitalerträgen. Lediglich in Teilbereichen und nicht kontinuierlich erhält der Verband eine im Verhältnis geringe öffentliche Förderung. Im Jahr 2015 erhielt er keine öffentlichen Fördermittel. Die Einnahmen des Deutschen Tierschutzbundes entwickelten sich im Jahr 2015 stabil. Die größte Abweichung im Vergleich zum Vorjahr betrifft den Bereich „Nachlässen und Schenkungen“. Hier sind die Einnahmen in Höhe von 6.656.645,21 EUR im Jahr 2015 um rund 6,5 Mio. EUR gegenüber dem Jahr 2014 zurückgefallen. Vergleicht man die Einnahmen aus Nachlässen und Schenkungen über größere Zeiträume, so ist

Haushalt

festzustellen, dass die Einnahmen der Jahre 2013 bis 2015 im Durchschnitt weit über den durchschnittlichen Einnahmen bis 2012 lagen. Bei den Ausgabeplanungen wird dies berücksichtigt. Die Mitgliedsbeiträge aus Fördermitgliedschaften sowie die Spendeneinnahmen sind im Vergleich zum Vorjahr auf ähnlichem Niveau geblieben. Der im Jahr 2015 erzielte Gesamtüberschuss von 1.738.985,43 € enthält einen realisierten Buchgewinn in Höhe von rd. 650.000 € aus dem Verkauf einer selbstgenutzten Immobilie, die nicht mehr für die Tätigkeit des Deutschen Tierschutzbundes genutzt wurde. Trotz insgesamt stabiler Einnahmen bei Mitgliedsbeiträgen und Spenden, zeigt sich an den schwankenden Einnahmen aus Nachlässen und Schenkungen sowie der bereits seit nunmehr drei Jahren schwachen Kapitalmarktsituation verbunden mit einer zurückgehenden Spenderquote, dass der Deutsche Tierschutzbund reagieren muss, um seine Aufgaben stabil auch langfristig wahrnehmen zu können. Er tut dies, indem er Rücklagen für die Zukunft bildet und Investitionen in Maßnahmen zur Sicherung künftiger Einnahmen tätigt.

Feuerwehrfonds

Obwohl im Jahr 2015 durch den vorübergehenden Wegfall von zwei Sponsorenkampagnen im Bereich „Sponsoring-Lizenzen“ weniger Einnahmen zu verzeichnen sind, hat das Sponsoring für den Deutschen Tierschutzbund in den vergangenen Jahren erfreulicherweise weiter an Bedeutung gewonnen. Es ist gelungen, den Deutschen Tierschutzbund bei immer mehr Unternehmen als potenziellen Kooperationspartner bekannt zu machen. Die aktuellen Partner LGHQWL¿]LHUHQVLFKJHUQHPLWLKPXQGXQWHUVWW]HQGHQ Verband und seine Tierschutzanliegen auf unterschiedliche Art und Weise.

Tierschutzlabel

'LHVFKOHFKWHELVNULWLVFKH¿QDQ]LHOOH/DJHYLHOHU Tierschutzvereine beim Betrieb ihres Tierheims macht zunehmend die Hilfe des Deutschen Tierschutzbundes notwendig. So hat die Höhe der vom Deutschen Tierschutzbund an seine Mitgliedsvereine geleisteten ¿QDQ]LHOOHQ8QWHUVWW]XQJHQLP-DKUQRFKmals um rund 737.000 € im Vergleich zum Vorjahr zugenommen. Insgesamt unterstützte der Deutsche Tierschutzbund die angeschlossenen Tierschutzvereine und ihre Tierheime neben weiteren Beratungs- und sonstigen Unterstützungsleistungen mit 2.170.195,12 € aus dem Feuerwehrfonds. Teilweise sind die Tierschutzvereine nicht einmal in der Lage, aus eigener Kraft beispielsweise Heizungen zu erneuern oder ein neues Tierheimfahrzeug anzuschaffen. Dies ist oftmals auch ein Resultat der vielfach nicht auskömmlichen Kostenerstattung für die Fundtierversorgung durch die Kommunen. Der Deutsche Tierschutzbund kann aber nicht überall in dem Maß helfen, weil die Mittel dafür nicht vorhanden sind.

Im dritten Jahr seines Bestehens setzt sich das Tierschutzlabel zunehmend durch. Trotzdem decken die Lizenzeinnahmen zurzeit noch nicht die Kosten des $XIEDXVGHU=HUWL¿]LHUXQJXQGGHU9HUPDUNWXQJGHV Labels. Der Deutsche Tierschutzbund erwartet auch für 2016 noch nicht in die Kostendeckung zu gelangen, sieht aber keine Alternative zum einzigen wirklichen Tierschutzlabel in Deutschland und wird zielstrebig an der inhaltlichen Fortentwicklung arbeiten.

66 • 67

Finanz-Ausblick Für die Weiterentwicklung des Tierschutzes innerhalb des Deutschen Tierschutzbundes, sei es in den ihm angeschlossenen Vereinen und deren Tierheimen oder den eigenen Einrichtungen, ist es wichtig, Projekte voraus zu planen, mögliche Finanzbedarfe zu ermitteln und Entwicklungen im Spendenbereich insgesamt zu prognostizieren. Deshalb plant das Präsidium vorausschauend, ohne die Möglichkeit außer Acht zu lassen, dass Notsituationen in der direkten Tierhilfe eintreten können, die schnelle Reaktionen HUIRUGHUQXQGXQPLWWHOEDUDXFK¿QDQ]LHOOH$QVWUHQgungen bedeuten. Einige bereits geplante Projekte sind nachfolgend dargelegt. Tier-, Natur- und Jugendzentrum Weidefeld Bereits im Jahr 2015 waren der Bau eines Reptilienhauses und einer Quarantänestation für Vögel geplant und beschlossen worden. Es entstanden bisher Kosten in Höhe von 142.758,46 €. Mit der Umsetzung der baulichen Maßnahmen im Jahr 2016 werden weitere Kosten in Höhe von voraussichtlich bis zu 1.900.000 € erwartet. Die hierzu notwendigen ¿QDQ]LHOOHQ0LWWHOZXUGHQWHLOZHLVHEHUHLWVHLQJHZRUben. Die Einweihung der beiden Gebäude ist für den September 2016 geplant Sonnenhof Der Deutsche Tierschutzbund unterstützt das Projekt Sonnenhof mit Zuschüssen zum laufenden Betrieb. Parallel zum bereits erfolgreich laufenden Bereich, der Vermittlung von Seniorenhunden, soll der Bekanntheitsgrad des Projektes ausgebaut werden. Gleichzeitig sollen die Projektausgaben über den Aufbau von Projektpatenschaften sowie weiterer Fundraising-MaßQDKPHQ¿QDQ]LHOODEJHVLFKHUWZHUGHQ'HUJHSODQWH Ausbau des Sonnenhofes zu einer Aufnahmestation für Welpen aus illegalem Handel soll ab 2017 erfolgen. 'LHKLHU]XHUIRUGHUOLFKHQ0LWWHOVROOHQGXUFKÀDQNLHrende Fundraising-Maßnahmen eingeworben und bei den Spendern erbeten werden.

Feuerwehrfonds Die stetig wachsenden Anfragen der Tierschutzvereine nach Unterstützungsleistungen aus dem Fonds werden sich auch in den Folgejahren fortsetzen. Eine weitere Herausforderung, die den Deutschen Tierschutzbund bereits Ende 2015 zu ersten Maßnahmen zwang, sind die erheblichen Probleme der Tierschutzvereine im Bereich der Mobilität. Etliche Tierhilfewagen der Tierheime sind in die Jahre gekommen und müssen dringend ausgetauscht werden. Der Deutsche Tierschutzbund führte daher Verhandlungen mit mehreren deutschen Automobilherstellern und hat inzwischen einen Rahmenvertrag mit der Adam Opel AG geschlossen. Die teilweise dramatisch ansteigenden Tierschutzfälle in den Bereichen Animal Hoarding und Illegalem Welpenhandel werden es notwendig machen, besonders belastete Tierheime mit zusätzlichen Quarantäneeinrichtungen auszustatten. Auslandstierschutz Trotz der politischen Wirren in der Ukraine sieht der Deutsche Tierschutzbund keine erheblichen Risiken für sein dortiges Engagement und steht zu seiner Einrichtung, dem Tierschutzzentrum in Odessa. Im Mai 2015 konnte das Zentrum sein 10-jähriges Bestehen begehen. Die vor Ort lebenden Mitarbeiter werden auch weiterhin mit der gebotenen Sorgfalt planen, um die Interessen der Tiere zu wahren. Nach dem sehr erfolgreichen Verlauf seines Kastrationsprogramms in der Kommune Odessa wird der Deutsche Tierschutzbund die Aktivitäten im Jahr 2016 auf das Umland ausdehnen. Die dafür erforderlichen Gelder werden teilweise aus bereits vorhandenen zweckgebundenen Spenden genommen, es werden aber auch weitere Spenden eingeworben werden, um das Projekt langfristig weiter zu sichern.

Haushaltszahlen

Übersicht über die Einnahmen und Ausgaben des Deutschen Tierschutzbundes e.V. im Kalenderjahr 2015 Der Deutsche Tierschutzbund ist Träger des DZI-Spendensiegels (Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen) und Mitglied im Deutschen Spendenrat e.V. Er hat sich über das geltende Recht KLQDXVVHOEVWYHUSÀLFKWHWGLHYRQGHQYRUJHQDQQ-

V E RE I NS E I NN A H ME N

ten Institutionen aufgestellten Regeln einzuhalten. Damit möchte der Deutsche Tierschutzbund eine größere Transparenz und eine höhere Sicherheit beim Spenden gewährleisten.

2015 (in Euro)

Vorjahr (in TEuro)

Geldspenden (einschl. Beiträge Fördermitglieder)

4.318.271,22

4.270

Ergebnis aus Nachlässen und Schenkungen

6.309.578,99

7.321

25.010,00

13

Mitgliedsbeiträge

185.065,00

177

Ergebnis aus Vermögensverwaltung

714.296,10

1.647

Zuwendungen der öffentlichen Hand

0,00

0

111.124,29

94

49.117,15

48

956.445,37

1

Buß- und Strafgelder

Zuwendungen anderer Organisationen

Leistungsentgelte Zweckbetrieb

Sonstige Einnahmen

12.668.908,12

13.571

68 • 69

VEREI NSAUSG ABEN

2015 (in Euro)

Vorjahr (in TEuro)

Projektförderung: Personalausgaben • Deutsches Haustierregister, Fachreferate Bonn, Tierschutzberatung,Tierschutzlabel, Jugendtierschutz, Projektkoordination etc.

1.258.173,46

1.236

• Akademie für Tierschutz (Forschung/Beratung*)

1.877.372,01

1.639

• Tier-, Natur- und Jugendschutzzentrum Weidefeld**

320.070,76

3.455.616,23

285

Sach- und sonstige Ausgaben • Deutsches Haustierregister, Fachreferate Bonn, Tierschutzberatung, Tierschutzlabel, Jugendtierschutz, Projektkoordination etc.

701.408,83

607

• Akademie für Tierschutz (Forschung/Beratung*)

269.455,85

157

• Tier-, Natur- und Jugendschutzzentrum Weidefeld**

207.105,69

236

• Tierschutz Feuerwehrfonds

2.170.195,12

1.433

• Auslandstierschutzprojekte

334.632,99

347

• Bärenschutz

49.191,12

49

• Zweckbetrieb

27.595,35

33

• sonstige Projektförderungen

415.982,81

4.175.567,76

531

Projektbegleitung: Personalausgaben

0,00

Sach- und sonstige Ausgaben • Deutsches Haustierregister, Fachreferate Bonn, Tierschutzberatung, Tierschutzlabel, • Jugendtierschutz, Projektkoordination etc.

26.886,73

30

• Akademie für Tierschutz (Forschung/Beratung*)

63.284,38

58

• Tier-, Natur- und Jugendschutzzentrum Weidefeld**

4.307,26

94.478,37

3

Kampagnen-, Bildungs- und Aufklärungsarbeit: • Personalausgaben

486.055,61

• Sach- und sonstige Ausgaben

490.280,96

397 976.336,57

661

Allgemeine Öffentlichkeitsarbeit und Werbung: • Personalausgaben

503.739,24

• Sach- und sonstige Ausgaben

968.228,67

328 1.471.967,91

810

Allgemeine Verwaltung:

*

• Personalausgaben

398.041,05

• Sach- und sonstige Ausgaben

357.914,80

Heimtiere, Nutztiere, Artenschutz, Alternativmethoden Tierversuche, Tierschutzvereine und Tierheime ** U.a. Auffangstation für Großtiere, Greifvögel, Seevogelrettung, wissenschaftliche Grundlagen für praktischen Tierschutz/ Resozialisierung von Hunden, Beratung und Weiterbildung

391 755.955,85

299

10.929.922,69

9.530

Haushaltszahlen

EINNAHMEN 2015 NACH IHRER HERKUNFT:

9% 1,5% 5,6% 34,1%

 Geldspenden (einschl. Beiträge Fördermitglieder)

4.318.271,22 €

34,1%

 Ergebnis aus Schenkungen und Nachlässen

6.309.578,99 €

49,8%

 Ergebnis aus Vermögensverwaltung

714.296,10 €

5,6%

 Mitgliedsbeiträge

185.065,00 €

1,5%

1.141.696,81 €

9,0%

 Sonstige Zuwendungen und Einnahmen

49,8%

12.668.908,12 €

AUSGABEN 2015 NACH IHRER VERWENDUNG

6,9% 13,5%

 Projektförderung und -begleitung

8,9%

7.725.662,36 €

70,7 %

 Kampagnen-, Bildungs- und Aufklärungsarbeit

976.336,57 €

8,9 %

 Allgemeine Öffentlichkeitsarbeit und Werbung

1.471.967,91 €

13,5 %

755.955,85 €

6,9 %

 Allgemeine Verwaltung

70,7%

10.929.922,69 €

70 • 71

Bilanz zum 31. Dezember 2015 AKT I VA

2015 (in Euro)

Vorjahr (in TEuro)

24.771,00

48

A. Anlagevermögen I. Immaterielle Vermögensgegenstände II. Sachanlagen

6.639.918,05

7.167

21.027.995,60

17.957

155.951,27

156

5.876.831,28

5.783

11.246.850,88

11.521

55.618,78

21

Bilanzsumme

45.027.936,86

42.653

PASSI VA

2015 (in Euro)

Vorjahr (in TEuro)

43.910.514,89

42.172

B. Rückstellungen

179.911,00

174

C. Verbindlichkeiten

936.692,97

306

818,00

1

45.027.936,86

42.653

III. Finanzanlagen

B. Umlaufvermögen I. Vorräte II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände III. Kassenbestand und Bankguthaben C. Aktive Rechnungsabgrenzungsposten

A. Vereinsvermögen

D. Passive Rechnungsabgrenzungsposten Bilanzsumme

Die Aktiva enthalten u.a. Immobilien und Einrichtungen zur Umsetzung des Satzungszweckes, VerP|JHQVJHJHQVWlQGHGLH]XP7HLOGXUFK$XÀDJHQ gebunden sind, sowie notwendige Rücklagen um die Arbeit des Deutschen Tierschutzbundes e.V. zum Wohle der Tiere unabhängig von schwankenden Einnahmen zunehmend sicherzustellen. Der Jahresabschluss des Deutschen Tierschutzbundes e.V. zum 31.12.2015 wurde nach den Bestimmungen des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) gemäß der §§ 238 bis 263 und der sinngemäßen Anwendung der handelsrechtlichen Vorschriften für mittelgroße Kapitalgesellschaften gemäß § 264 ff. HGB aufgestellt. Vorstehende Darstellung der Einnahmen und Ausgaben erfolgte in Anlehnung an das Gliederungsschema und die Berechnungen des DZI (Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen). Die Vermögenseinnahmen (988.166,92 €) und Vermögensausgaben (273.870,82 €) wurden entsprechend saldiert als Ergebnis aus Vermögensverwaltung ausgewiesen. In gleicher Weise wurde mit den Einnahmen (6.656.645,21 €) und Ausgaben (347.066,22 €) aus Nachlässen und Schenkungen verfahren. Ein im .DOHQGHUMDKUHQWVWDQGHQHVELODQ]LHOOHV'H¿]LW aus wirtschaftlichem Geschäftsbetrieb i.S.v. § 64 AO

in Höhe von 44.916,40 € (316.913,31 € Einnahmen ./. 361.829,71 € Ausgaben) wurde gemäß DZI-Vorgaben den Werbeausgaben zugerechnet und ist dort in den ausgewiesenen Sach- und sonstigen Ausgaben enthalten. Nicht zweckgebundene Zuwendungen wurden unabhängig von ihrer Verwendung sofort als Ertrag ausgewiesen. Noch nicht verwendete Spenden mit Zweckbindung wurden ohne Berührung der Gewinn- und Verlustrechnung als Verbindlichkeit passiviert. Zuzüglich der gegenüber dem Vorjahr höheren Passivierung der Spendeneinnahmen hat der Deutsche Tierschutzbund e.V. im Kalenderjahr 2015 2.940.638,59 € an Spenden vereinnahmt. Der Jahresabschluss 2015 wurde durch einen vereidigten Buchprüfer geprüft. Von diesem wurde ein Bestätigungsvermerk erteilt. Der Prüfungsauftrag an den vereidigten Buchprüfer umfasste u.a. auch die BeurWHLOXQJGHU(LQKDOWXQJGHUIUHLZLOOLJHQ6HOEVWYHUSÀLFKtungserklärung gegenüber dem Deutschen Spendenrat e.V. gemäß dessen Grundsätzen, soweit diese die Rechnungslegung betreffen. Weitere Informationen zum Jahresabschluss und zu DZI-/und SpendenratsDQJDEHQ¿QGHQ6LHDXFKDXIXQVHUHU,QWHUQHWVHLWH www.tierschutzbund.de unter der Rubrik Organisation/ Selbstdarstellung/Transparenz und Finanzen.

Prüfungsbericht 2015

72 • 73

Transparenz und Kontrolle

Transparenz und Kontrolle Zu den obersten Prinzipien des Deutschen Tierschutzbundes gehört es, die anvertrauten Spenden für den Tierschutz gezielt einzusetzen und die Mittel sparsam zu verwenden. Transparenz hat für den Verband höchste Priorität. Daher hat er sich - neben der Anerkennung der besonderen Förderungswürdigkeitdurch die Finanzbehörden - freiwillig wichtigen weiteren Kontrollinstanzen angeschlossen. Als Gründungsmitglied des Deutschen Spendenrates hat sich der Verband im Rahmen dieser Mitgliedschaft zur transparenten Mittelverwendung und Einhaltung ethischer Standards in der SpendenwerEXQJYHUSÀLFKWHW=XVlW]OLFKXQWHUVWW]WGHU'HXWVFKH Tierschutzbund die Initiative Transparente Zivilgesellschaft (ITZ) und erfüllt deren Standards. Darüber hinaus trägt er als einzige Tierschutzorganisation das Siegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI). Das DZI-Spenden-Siegel wurde dem Deutschen Tierschutzbund seit 2007 jährlich ohne

Unterbrechung zuerkannt. Dieses Siegel muss jedes Jahr neu beantragt werden und es wird erst nach einer eingehenden Prüfung zuerkannt. Für die Zuerkennung des DZI-Spenden-Siegel gelten u. a. folgende Kriterien: • wahre, eindeutige und sachliche Werbung • nachprüfbare und sparsame Mittelverwendung • eindeutige, nachvollziehbare Rechnungslegung • Prüfung des Jahresabschlusses und Vorlage beim DZI • interne Überwachung des Leitungsgremiums durch • ein unabhängiges Aufsichtsorgan Damit ist garantiert, dass Spender und interessierte Bürger sich darauf verlassen können, GDVV6SHQGHQ]ZHFNJHEXQGHQXQGHI¿]LHQW eingesetzt werden. Für weitere Informationen und DZI-/Spendenratsangaben siehe auch www.tierschutzbund.de/transparenz.html

Leitung und Aufsicht Das Präsidium leitet die Geschäfte des Deutschen Tierschutzbundes. Es besteht aus einem hauptamtlichen Präsidenten (Thomas Schröder), zwei ehrenamtlichen Vizepräsidentinnen (Dr. Brigitte Rusche und Renate Seidel) und einem ehrenamtlichen Schatzmeister (Jürgen Plinz). Bei seiner Arbeit wird das Präsidium von einem ehrenamtlich tätigen Länderrat beraten. Neben seiner beratenden Funktion fasst der Länderrat zwischen den Mitgliederversammlungen wichtige unaufschiebbare Beschlüsse, die aber grundsätzlich zum Aufgabenbereich der Mitgliederversammlung gehören. Diese Beschlüsse des Länderrates müssen von der Mitgliederversammlung im Nachhinein genehmigt werden. Dem Länderrat gehören neben den Präsidiumsmitgliedern die Vorsitzenden der Landesverbände, Vertreter der Einrichtungen des Deutschen Tierschutzbundes sowie ein Vertreter des Jugendländerrates an. Höchstes Organ des Deutschen Tierschutzbundes ist die Mitgliederversammlung, welcher im Jahr 2015 insgesamt 766 stimmberechtigte Mitglieder angehörten.

Unter anderem sind dort sämtliche Tierschutzvereine im Deutschen Tierschutzbund vertreten. Zu den Aufgaben der alle zwei Jahre tagenden Mitgliederversammlung zählen unter anderem die Wahl und Abwahl des Präsidiums, die Verabschiedung von Haushaltsplänen, die personelle Besetzung anderer Gremien wie „Besonderes Aufsichtsorgan“, „Beschwerde- und Schlichtungsausschuss“ und „Ombudsmann“ sowie Satzungsänderungen (mehr unterwww.tierschutzbund.de/organisation/struktur.html). Das ehrenamtlich tätige Besondere Aufsichtsorgan nimmt Aufgaben für die Mitgliederversammlung war, erfüllt Aufsichts- und Kontrollfunktionen und berichtet den Gremien, wie Länderrat und Mitgliederversammlung, direkt. Ihm gehören seit dem 12.09.2015 folgende Personen an: 1. Andreas Lindig 2. Herbert Lawo 3. Jan Redeker

74 • 75

Tarifsystem/ Vergütungsstruktur Das Bruttoeinkommen der hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter setzt sich aus 12 MonatsgehälWHUQXQGHLQHU QDFK-DKUHQJHVWDIIHOWHQ *UDWL¿NDWLRQ zusammen, die jährlich neu genehmigt werden muss. 'LH*UDWL¿NDWLRQHQWVSULFKWQDFKEHUMlKULJHU%Htriebszugehörigkeit einem 13. Monatsgehalt und ist in dieser Höhe in der unten aufgeführten Übersicht enthalten. Darüber hinaus bestehen feste Vergütungsbestandteile wie eine Abteilungsleiterpauschale (EUR 100 - EUR 200 monatlich), Urlaubsgeld (EUR 150 jährlich) oder Zulagen für Mitarbeiter/innen im Außendienst (EUR 300 monatlich). TG 1: Aushilfskräfte: EUR 20.696 - 29.225 TG 2: Sekretärinnen, Sekretäre, Assistentinnen / Assistenten, Sachbearbeiterinnen / Sachbearbeiter, 7LHUSÀHJHULQQHQSÀHJHU  EUR 25.061 – 35.139 TG 3: Sachbearbeiterinnen/ Sachbearbeiter, Referentinnen, Referenten: EUR 30.498 – 59.206

Die drei höchsten Jahresgesamtbezüge von Arbeitnehmern im Kalenderjahr 2015 betrugen zusammen 279.518,98 €. Der Präsident ist hauptamtlich tätig und erhält für seine Tätigkeit eine Vergütung, die in der vorgenannten Summe enthalten ist. Auf eine weitere Nennung der Funktionen der Arbeitnehmer wird in Übereinstimmung mit den DZI-Leitlinien verzichtet, da hieraus auf Gehälter einzelner geschlossen werden könnte. Bis auf den Präsidenten üben alle Präsidiumsmitglieder Ihre Präsidiumstätigkeit ehrenamtlich aus. Zur Abgeltung von entstandenen Aufwendungen und Auslagen wurden an den Schatzmeister, eine Vizepräsidenten und einen Ehrenvizepräsidenten im Kalenderjahr 2015 pauschale Aufwandserstattungen in Höhe von 100 € bis 153,39 € im Monat je Person ausgezahlt. Die durchschnittliche Anzahl der während des Geschäftsjahres 2015 beschäftigten Arbeitnehmer betrug 101 Angestellte und 11 geringfügig Beschäftigte. Zusätzlich waren im Kalenderjahr 2015 im Durchschnitt 5 Auszubildende beschäftigt und um die 11 ehrenamtliche Mitarbeiter tätig.

TG 4: Referentinnen, Referenten, Leitende Angestellte: EUR 41.769 – 71.047

Kontrollmechanismen

Controlling / Wirkungsmessung

Es wird konsequent ein Vier-Augen-Prinzip durchJHIKUW6FKULIWOLFK¿[LHUWH9HUJDEHSULQ]LSLHQXQG Organisationsleitlinien etc. haben die einheitliche und transparente Durchführung von Prozessen zum Ziel und regeln beispielsweise auch den Umgang mit Dienstleistern.

Der Deutsche Tierschutzbund wertet seine Aktivitäten und Projekte kontinuierlich auf den sinnvollen Einsatz aller eingesetzten Ressourcen aus. Ein System zur Erfassung der Wirkung unserer Arbeit, die sogenannte Wirkungsmessung sollte planmäßig im Jahr 2016 eingeführt werden. Aufgrund der Umsetzung einer Organisationsentwicklungsmaßnahme wird sich die Einführung der Wirkungsmessung verzögern.

Ein von der Mitgliederversammlung gewählter Ombudsmann dient als externer Ansprechpartner. Er hat die Aufgabe Hinweise und begründete Beschwerden von Mitarbeitern, Mitgliedern oder dem Deutschen Tierschutzbund verbundenen Projektpartnern auf schädigende oder unredliche Verhaltensweisen einzelner Personen aufzunehmen und zu verfolgen.

Transparenz und Kontrolle

Erklärung zu den Grundsätzen des Deutschen Spendenrates e.V. Die Grundsätze des Deutschen Spendenrates e.V. (DSR) sehen in der Präambel eine Erklärung des Geschäftsführungsorgans zur Befolgung dieser Grundsätze vor. Das Präsidium des Deutschen Tierschutzbundes e.V. hat in seiner Sitzung am 16.09.2016 die folgende Erklärung beschlossen.

Gemäß den Grundsätzen des Deutschen Spendenrates e.V. informiert der Deutsche Tierschutzbund e.V. darüber hinaus: • Der Deutsche Tierschutzbund e.V. ist eingetragen beim Vereinsregister des Amtsgerichts Bonn, Registernummer VR 3836, und durch letzten Bescheid des Finanzamtes Bonn-Innenstadt vom 13.05.2016 unter der Steuernummer 205/5783/1179 als ausschließlich und unmittelbar gemeinnützigen Tierschutzzwecken dienend anerkannt. • Der Deutsche Tierschutzbund e.V. wird gemäß § 11 seiner aktuellen Satzung vom 12.09.2015 gesetzlich durch den Vorstand vertreten. Der vertretungsberichtigte Vorstand im Sinne des § 26 BGB besteht aus dem Präsidenten (Herrn Thomas Schröder) und zwei Vizepräsidentinnen (Frau Dr. Brigitte Rusche und Frau Renate Seidel). Jeder von ihnen ist einzelvertretungsberechtigt. • Der Deutsche Tierschutzbund e.V. betreibt keine Mitglieder- und Spendenwerbung mit Geschenken, Vergünstigungen oder dem Versprechen bzw. der Gewährung von sonstigen Vorteilen, die nicht in unmittelbaren Zusammenhang mit dem Satzungszweck stehen oder unverhältnismäßig teuer sind.

• Der Deutsche Tierschutzbund e.V. verkauft, vermietet oder tauscht keine Mitglieder- und Spendenadressen und zahlt keine Provisionen oder Erfolgsbeteiligungen für die Einwerbung von Zuwendungen oder bei der Vergütung seiner Mitarbeiter. • Der Deutsche Tierschutzbund e.V. beachtet Zweckbindungen durch Spender. Der noch nicht an die entsprechenden Projekte weitergeleitete Teil zweckgebundener Spenden wird ertragsneutral unter den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Nicht zweckgebundene Spenden werden unabhängig von ihrer Verwendung sofort als Ertrag erfasst. • Im Kalenderjahr 2015 hat der Deutsche Tierschutzbund e.V. im Rahmen des Tierschutz-Feuerwehrfonds 2.170.195,12 €, des Bärenschutzes 49.191,12 €, des Projekts Sonnenhof 172.967,93 € und des Auslandstierschutzes 334.632,99 € an Spenden an andere Organisationen u.ä. weitergeleitet bzw. für diese verwendet. Die Weiterleitung/Verwendung erfolgte insbesondere an seine ihm angeschlossenen gemeinnützigen Mitgliedsvereine. Darüber hinaus hatte der Deutsche Tierschutzbund e.V. in diesen Tätigkeitsbereichen weitere Aufwendungen.

Spendenrat e.V.

Deutscher

Der Deutsche Tierschutzbund e.V. hat die Grundsätze des DSR in der Fassung vom 05.05.2010 im Geschäftsjahr 2015 mit Ausnahme einiger weniger Abweichungen befolgt. Die Gründe für die Abweichungen liegen insbesondere in der Struktur des Deutschen Tierschutzbundes e.V. Eine nähere Erläuterung GHU$EZHLFKXQJHQ¿QGHQ6LHDXIXQVHUHU,QWHUQHWVHLWH http://www.tierschutzbund.de unter Organisation/ Selbstdarstellung/Transparenz.

76 • 77

Deutscher Tierschutzpreis Gemeinsam mit den Marken Pedigree und Whiskas sowie den Zeitschriften FUNK UHR und SUPER TV hat der Deutsche Tierschutzbund zum elften Mal besondere Tierschutzprojekte mit dem Deutschen

Den zweiten Preis, dotiert mit 2.000 Euro, erhielt Hans-Günter Eßkuchen aus Bochum. Als ehrenamtlicher Gassigänger und Trainer des Bochumer Tierheims betreut er seit 16 Jahren „Problem-“ und „Listenhunde“ - mit dem Ziel, diesen Hunden verloren gegangenes Vertrauen zu Menschen zurückzugeben. Den mit 1.000 Euro dotierten dritten Platz belegte die Wildtierhilfe Odenwald „Koboldhof“ in Hessen. Die EHK|UGOLFKDQHUNDQQWH3ÀHJHVWDWLRQKDWVLFKDXIGLH $XIQDKPHXQG3ÀHJHYRQYHUOHW]WHQXQGYHUZDLVWHQ wildlebenden Kleinsäugern spezialisiert und bietet den Tieren eine intensive Betreuung.

Tierschutzpreis ausgezeichnet. Das Rennen um den mit 3.000 Euro dotierten ersten Platz machte das Igelschutzzentrum Leipzig des Vereins Igelfreunde Leipzig und Umgebung. Seit mittlerweile 20 Jahren behandelt das Igelschutzzentrum jährlich mehr als 500 hilfsbedürftige Igel, die anschließend wieder ausgewildert werden. Durch begleitende Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung sensibilisieren die Tierschützer die Menschen zudem für Igel- und Naturschutz. Darüber hinaus bietet das Igelschutzzentrum interessante Projekte für Kindergarten- und Schulkinder. Mit einem Film, der in seinem Auftrag erstellt wurde und auf seiner Website zu sehen ist, stellt der Deutsche Tierschutzbund die Arbeit der Igelfreunde vor.

Den begehrten, mit 1.000 Euro dotierten Tierschutzpreis für das Lebenswerk erhielt Margot Möbius vom Tierschutzverein Erfurt, die sich seit über 40 Jahren für Tiere in Not engagiert. Sie erhielt die Auszeichnung für ihren unermüdlichen Einsatz für kranke und verletzte Katzen. Katzenwelpen werden liebevoll aufgepäppelt, an Menschen gewöhnt und in ein verantwortungsvolles neues Zuhause vermittelt. Mit einer Auszeichnung in der Sonderkategorie „Tierrettung“ wurden in diesem Jahr - stellvertretend - die Tierschutzvereine Freiburg im Breisgau, Greiz und Umgebung sowie Peine und Umgegend geehrt. Sie hatten besonders schwere Fälle von „Animal Hoarding“ zu bewältigen. Jeder Fall von Tiersammelsucht ist für ein Tierheime eine große Belastung. Die drei ausgezeichneten Tierschutzvereine haben diese tierschützerische Herausforderung mit besonders großem Engagement gemeistert.

Tierschutzpreise

Adolf-Hempel-Jugendtierschutzpreis Zum achten Mal hat die Akademie für Tierschutz den Adolf-Hempel-Jugendtierschutzpreis vergeben. Die Gewinner ehrte die Jury am 12. September im Rahmen der Mitgliederversammlung des Deutschen Tierschutzbundes in Stuttgart. Die Preiträger des Adolf-HempelJugendtierschutzpreises 2015 mit Dr. Rusche (r.) und Thomas Schröder (l.).

Über ein Jahr lang hatten sich 13 Jugendliche der (YDQJHOLVFKHQ2UWVMXJHQGSÀHJHDXV1LHGHUDXOD (Hessen)damit beschäftigt, wie Menschen mit Tieren umgehen. Sie besuchten Tierheime und Tierhaltungsanlagen, trafen engagierte Menschen und sahen viel Erschütterndes – sie entschieden sich, eine Wanderausstellung zu gestalten. Sie wollten ihr Wissen verbreiten und verdeutlichen, wie wichtig es ist, unser Verhältnis zu Tieren und unseren Konsum zu verändern. Die Jury war nicht nur von der Themenvielfalt, sondern auch von der Ausdauer der Jugendlichen begeistert. Sie ehrte sie mit dem ersten Preis. Für ihren Müllsammel-Marathon erhielt die Tierschutzjugend „Bochumer Wildbienen“ des Tierschutzvereins Bochum Hattingen den zweiten Preis. In einer Gruppenstunde hatten sie erschrocken festgestellt, wie viel Müll es in ihrer Umgebung gibt. Im Projekt „Tiere leiden durch unseren Müll“ überlegten sie, wie Müll vermieden und die Natur gesäubert werden kann und sammelten anschließend selbst 77 Eimer voll Müll. Das Schicksal von Tieren, die lange im Tierheim leben, hat die Tierschutzjugend im Tierschutzverein für Berlin sehr berührt. Um ihre Vermittlungschancen zu verbessern, haben sie Videos für eine internetgestützte Tiervermittlung erstellt. In acht individuellen Clips zeigen sie Hunde, Katzen, Schafe und Papageien. Die Jury zeichnete dieses tolle Projekt mit dem dritten Preis aus.

Engagierte Jugendliche sind die Zukunft des Tierschutzes.

Der Adolf-Hempel-Jugendtierschutzpreis Mit dem Adolf-Hempel-Jugendtierschutzpreis zeichnet der Deutsche Tierschutzbund Kinder und Jugendliche aus, die mit ihrem kreativen Tierschutz-Engagement in der Gesellschaft mitmischen. Der gestaltende Ansatz zur Förderung des Tierschutzgedankens steht ganz im Sinne des Gründervaters der Akademie für Tierschutz, Adolf Hempel. Mit der Preisvergabe ehrt der Verband alle zwei Jahre sowohl aktuelle Projekte als auch das vorbildliche Engagement des namenstiftenden Neubiberger Buchhändlers.

78 • 79

Einrichtungen des Deutschen Tierschutzbundes Um Grundlagen für den Tierschutz zu erarbeiten, die Praxistauglichkeit von Lösungsansätzen zu beweisen und die Öffentlichkeit für den Tierschutz zu sensibilisieren, verfügt der Deutsche Tierschutzbund über verschiedene Einrichtungen. Deren Aufgabenspektrum reicht von der praktischen Tierschutzarbeit über die

politische und die Bildungsarbeit, die Information der Mitglieder und die Aufklärung der Öffentlichkeit über tierschutzrelevante Themen bis hin zu Forschungsarbeiten. Alle Projekte des Deutschen Tierschutzbundes werden in fachübergreifender Zusammenarbeit der Einrichtungen betreut.

Akademie für Tierschutz

Bundesgeschäftsstelle Die Bundesgeschäftsstelle in Bonn ist die Verbandszentrale. Hier wird die interne und externe Verbandskommunikation koordiniert. Mitglieder und Tierschutzinteressierte erhalten Informationen und Antworten auf ihre Fragen. Von Bonn aus erfolgt die Vereinsbetreuung. Die Abteilung Tierschutzlabel ist ebenfalls hier angesiedelt. Auch die Öffentlichkeitsarbeit wird von der Bundesgeschäftsstelle aus koordiniert. Dazu gehören die Betreuung der Website sowie der sonstigen Online-Aktivitäten des Deutschen Tierschutzbundes, die Redaktion der Fachpublikationen und des Magazins DU UND DAS TIER. Erster Anlaufpunkt für Journalisten ist die Pressestelle. Sie koordiniert auch Kampagnen, Aktionen und die Herausgabe von Publikationen des Verbandes. In der Bundesgeschäftsstelle haben zudem Buchhaltung, Fundraising, IT-Abteilung und die Versandabteilung ihren Sitz. Von hier aus erfolgt auch die Koordination der Jugendtierschutzarbeit.

Für die Erarbeitung der fachlichen Grundlagen ist die Akademie für Tierschutz in Neubiberg bei München zuständig. Die wissenschaftlichen Mitarbeiter setzen sich mit aktuellen Tierschutzanliegen auseinander, erarbeiten Lösungsansätze und bringen diese in die Informations- und Gremienarbeit ein. Die Fachreferate decken GDEHLYLHOIlOWLJH7KHPHQJHELHWHDEíYRQGHUULFKWLJHQ Haltung der Heimtiere über den besseren Schutz für Tiere in der Landwirtschaft oder in der freien Natur bis hin zum Kampf für die Abschaffung der Tierversuche. Mit ihrem Forschungslabor leistet die Akademie für Tierschutz einen Beitrag für die Fortentwicklung tierversuchsfreier Methoden. Die Rechtsabteilung des Deutschen Tierschutzbundes ist ebenfalls in der Akademie für Tierschutz angesiedelt. Sie setzt sich für Verbesserungen im Tierschutzrecht ein, unterstützt die Mitgliedsvereine bei vertrags- und vereinsrechtlichen Fragen und berät sie bei möglichen Streitigkeiten mit Tierhaltern und Behörden. Vom reichen ErfahrungsVFKDW]GHU$NDGHPLHIU7LHUVFKXW]SUR¿WLHUHQDXFK die Teilnehmer der zahlreichen Aus- und Weiterbildungsveranstaltungen, die alle Fragen der praktischen Tierschutzarbeit abdecken.

Statue des Heiligen Franziskus von Assisi im Brunnen der Akademie für Tierschutz.

Anhang - Einrichtungen

Hauptstadtbüro Das Team im Hauptstadtbüro Berlin beobachtet kontinuierlich die politische Arbeit auf Bundes-, Landes- und EU-Ebene. Es informiert und berät die Funktions- und Mandatsträger sowie deren Mitarbeiter bei Gesetzgebungsprozessen. Durch persönliche Gespräche im Bundestag, im Europäischen Parlament und bei der Bundesregierung sowie durch die regelmäßige Teilnahme an Fachtagungen und Gremiensitzungen können bestehende Kontakte ausgebaut, neue JHNQSIWXQGGHU,QIRUPDWLRQVÀXVVJHVWlUNWZHUGHQ

Tier-, Naturund Artenschutzzentrum Sylt

Dem Tierschutzzentrum Weidefeld angeschlossen ist das Tier-, Natur- und Artenschutzzentrum auf der Nordseeinsel Sylt. Der Deutsche Tierschutzbund erhält und entwickelt hier durch den Schutz einer zehn +HNWDUJUR‰HQXQEHEDXWHQ*UQODQGÀlFKHZLFKWLJH Lebensräume und Rückzugsmöglichkeiten für TierXQG3ÀDQ]HQDUWHQ'LH)OlFKHQZHUGHQPLW&REXUger Fuchsschafen beweidet, einer vom Aussterben bedrohten Rasse. Die genügsamen Tiere passen sich leicht an das raue Küstenklima an und eignen sich VHKUJXWIUGLH/DQGVFKDIWVSÀHJH'DVGHP7LHUschutzzentrum Weidefeld angeschlossene Zentrum verfügt über eine Erstaufnahmestation für verletzte oder verölte Seevögel und ein Informationszentrum, um Tier- und Artenschutzanliegen zu vermitteln.

Tier-, Natur- und Jugendzentrum Weidefeld In Weidefeld bei Kappeln in Schleswig-Holstein steht der praktische Tierschutz im Vordergrund. Hier entwickeln die Mitarbeiter praxisnahe Lösungskonzepte für aktuelle Tierschutzfragen. Die dort gewonnenen Erkenntnisse kommen den Tierschutzvereinen und anderen Tierschutzeinrichtungen zugute. So werden beispielsweise im Lissi-Lüdemann-Haus für notleidende und hilfsbedürftige Hunde verhaltensauffällige Tierheimhunde resozialisiert. Junge Menschen können im Tierschutzzentrum Weidefeld Einblick in die aktive Natur- und Tierschutzarbeit gewinnen. 'DV=HQWUXPLVW$XVELOGXQJVEHWULHEIU7LHUSÀHJHU und anerkannte Einsatzstelle für das Freiwillige gNRORJLVFKH-DKU )g- =XGHP¿QGHQGRUW)RUW bildungsveranstaltungen statt. Nahezu täglich, vor allem in der Touristensaison, kommen Besucher im Tierschutzzentrum vorbei, um sich über Tierschutzfragen zu informieren. Das Tierschutzzentrum Weidefeld ist sieben Tage in der Woche geöffnet.

80 • 81

Deutsches Haustierregister Das Deutsche Haustierregister (DHR) – www. registrier-dein-tier.de - ist das älteste und einzige Register, das von einem seriösen Tierschutz-Dachverband – dem Deutschen Tierschutzbund – und seinen Mitgliedsvereinen getragen wird. Es bietet seit mehr als 30 Jahren allen Tierhaltern, unabhängig von einer Mitgliedschaft im Bundesverband oder Tierschutzverein, einen kostenlosen Melde- und Suchdienst für Haustiere. Mit einer Kennzeichnung – durch Mikrochip oder Tätowierung – und durch die Registrierung beim DHR werden Tiere unverwechselbar.

Verschwundene Tiere lassen sich damit leichter LGHQWL¿]LHUHQ6RNDQQYLHOHQHQWODXIHQHQ+DXVWLHUHQ und deren Haltern geholfen werden. Das DHR gibt Vermisstmeldungen sowohl an die Mitgliedsvereine und -tierheime im Deutschen Tierschutzbund als auch an andere deutsche und europäische Tierregister weiter. Diese Vernetzung erlaubt es, auf Millionen Daten zuzugreifen. Ein im DHR registriertes Tier ist damit auch im Ausland davor geschützt, verloren zu gehen. Unzählige Tierhalter haben mit Hilfe des '+5LKUHYLHUEHLQLJHQRGHUJHÀJHOWHQ)UHXQGH wiedergefunden.

STIF TUNG DES DEU TSC TIERSCHU HEN TZBUNDES

Tierschutz

hat

– mit

Zukunft Ihrer Stif tung

eingerichtet. Die Stiftung ist als gemeinnützig anerkannt und von der Erbschaftsteuer befreit. Jede Zustiftung oder auch Erbschaft zugunsten der Stiftung des Deutschen Tierschutzbundes ist steuerfrei. Sie mehrt das Grundstockvermögen, so dass es dauerhaft in der Stiftung erhalten bleibt. Gleichzeitig wachsen die Stiftungserträge für den guten Zweck – und das Jahr für Jahr. Im Jahr 2015 wurden Stiftungserlöse in Höhe von 169.425,00 Euro an verschiedene Tierschutzprojekte ausgeschüttet. fotolia

Viele Themen, die der Deutsche Tierschutzbund voranbringen möchte, benötigen einen langen Atem. So vergingen etliche Jahre, bis der Tierschutz im Grundgesetz verankert war. Auch die leidvollen Tiertransporte, der Kampf gegen die Kä¿JKDOWXQJYRQ/HJHKHQQHQRGHUGDV(QJDJHPHQW für Alternativen zu Tierversuchen sind Beispiele dafür, dass Erfolge nur über lange Zeiträume zu erreichen sind. Das gilt auch für die Unterstützung der praktischen Tierschutzarbeit vor Ort. Um solche Aufgaben kontinuierlich und unabhängig vom Erfolg kurzfristiger Spendenaufrufe wahrnehmen zu können, hat der Deutsche Tierschutzbund im Jahr 2000 die Stiftung des Deutschen Tierschutzbundes

ES

ZBUND E.V.,

Stiftung des Deutschen Tierschutzbundes

Anhang - Einrichtungen

Tierschutz- und Kastrationszentrum Odessa Seit dem Jahr 2000 engagiert sich der Deutsche Tierschutzbund für den Tierschutz in der Ukraine. 2005 hat er in der Hafenstadt Odessa ein Tierschutzund Kastrationszentrum eröffnet, um für die Straßenhunde und unzähligen frei lebenden Katzen in der 6WDGWPHGL]LQLVFKH9HUVRUJXQJXQG3ÀHJHELHWHQ zu können. Mit dem erfolgreichen Konzept „Fangen, Kastrieren, Freilassen“ konnte die Tötung der Straßentiere in Odessa zwischenzeitlich beendet werden. Der Kreislauf der ständigen Vermehrung wurde durchbrochen. Das Tierschutzzentrum Odessa hat 0RGHOOFKDUDNWHUíDXFKIUDQGHUH5HJLRQHQ6G und Osteuropas, in denen Tiere zu einem Leben auf der Straße verdammt sind.

Mit großem Engagement nehmen sich die Mitarbeiter des Tierschutzzentrums der Tiere an.

Anholter Bärenwald Gemeinsam mit der International Bear Federation (IBF) betreibt der Deutsche Tierschutzbund seit 2000 auf einem zweieinhalb Hektar großen Gelände im Biotopwildpark Anholter Schweiz (nahe EmPHULFK GHQ$QKROWHU%lUHQZDOG2I¿]LHOOHU|IIQHW wurde die Anlage 2003. Auf 25.000 Quadratmetern naturnaher Landschaft, mit Teichen, Bäumen und Klettergeräten, erhalten die Bären viel Beschäftigung, Bewegung und artgerechtes Futter sowie IDFKJHUHFKWH%HWUHXXQJXQG3ÀHJHGXUFK7LHUlU]WH XQG7LHUSÀHJHU

82 • 83

Zusammenarbeit mit anderen Organisationen Gemeinsam ist man stärker. Um die Interessen der Tiere noch besser durchsetzen zu können, arbeitet der Deutsche Tierschutzbund sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene mit vielen Partnern zusammen.

AgrarBündnis

KAT

Das AgrarBündnis setzt sich für die umwelt- und sozialverträgliche bäuerliche Landwirtschaft mit artgerechter Tierhaltung, für die Produktion gesunder Lebensmittel und für einen funktionsfähigen ländlichen Raum ein. Unter anderem veröffentlicht das AgrarBündnis seit 1993 alljährlich den „Kritischen Agrarbericht“ mit Daten und Hintergrundinformationen zu aktuellen Diskursen im Agrarbereich, die vielfach völlig andere Einsichten zulassen als etwa der Agrarbericht der Bundesregierung. Die Redaktion des Kapitels „Tierhaltung und Tierschutz“ liegt in der Hand des Deutschen Tierschutzbundes.

Der Verein für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen (KAT) wurde 1995 gegründet und überprüft die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften und darüber hinausgehender KAT-Vorgaben für Eier aus der Bio-, Freiland- und Bodenhaltung. In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Tierschutzbund, dem Bund gegen den Missbrauch der Tiere und dem Bundesverband Tierschutz hat KAT noch strengere Kriterien für die Hennenhaltung entwickelt. Die nach diesen Kriterien kontrollierten Eier sind mit dem Siegel „Tierschutz geprüft“ im Handel erhältlich.

Agrar-Verbändeplattform AG Welpenhandel Durch den richtigen Einsatz deutscher und europäischer Fördergelder will die Agrar-Verbändeplattform eine natur- und sozialverträgliche Landwirtschaft in Europa schaffen. Um die dafür notwendigen Reformen politisch durchzusetzen, begleitet und bewertet sie die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Union und entwickelt konkrete Vorschläge zu ihrer Neuausrichtung. Der Plattform sind zurzeit 29 Verbände aus Umwelt- und Naturschutz, Landwirtschaftspolitik, Entwicklungspolitik sowie Tier- und Verbraucherschutz angeschlossen.

In der AG Welpenhandel (Wühltischwelpen) engagiert der Deutsche Tierschutzbund sich seit März 2015 gemeinsam mit dem Bund gegen Missbrauch der Tiere (bmt), der Gesellschaft für Tierverhaltensmedizin und –therapie, TASSO, der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz (TVT), dem Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) und Vier Pfoten, um den zahlreichen Tierschutzproblemen zu begegnen, die mit dem illegalen Hundehandel verbunden sind.

NEULAND

Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz (TVT)

Gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) und dem Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) ist der Deutsche Tierschutzbund seit 1988 Träger des NEULAND-Vereins für tiergerechte und umweltschonende Nutztierhaltung.

Mit der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz arbeitet der Deutsche Tierschutzbund in verschiedenen Projekten zusammen, zum Beispiel beim Tierheimsymposium, in der AG Welpenhandel und der jährlichen Tierschutztagung der Evangelischen Akademie Bad Boll.

Meine Landwirtschaft Interidisziplinäre AG Animal Hoarding Dem Kampf für eine grünere, gerechtere und tierschutzkonformere EU-Agrarreform hat sich das Kampagnenbündnis „Meine Landwirtschaft“ verschrieben. Trägerverbände des Bündnisses sind der BUND, die AbL und der Deutsche Tierschutzbund. Insgesamt gehören dem Bündnis 43 Trägerverbände an. Meine Landwirtschaft organisiert u. a. die jährliche Großdemo „Wir haben es satt“ zur Grünen Woche in Berlin.

Tierärzte und Rechtanwälte des Deutschen Tierschutzbundes erarbeiten hier gemeinsam mit Psychologen und Amtstierärzten Lösungsansätze für die spezielle Problematik der Tiersammelsucht.

Anhang

Deutscher Naturschutzring (DNR)

ICAPO und ICAPPP

Im Deutschen Naturschutzring (DNR), der Dachorganisation der Naturschutzverbände in Deutschland, engagiert sich der Deutsche Tierschutzbund als Mitglied, um Tierschutzanliegen auch in der Umweltbewegung mehr Gewicht zu geben. Damit kann der Einsatz gegen die tierquälerische industrielle Intensivtierhaltung, die Bedrohung einheimischer Wildtiere oder das Engagement für eine strengere Naturschutzgesetzgebung auf eine breitere Basis gestellt werden.

International Council on Animal Protection in OECD Programmes, ICAPO (Internationaler Rat für Tierschutz in OECD-Programmen) International Council on Animal Protection in Pharmaceutical Programmes, ICAPPP (Internationaler Rat für Tierschutz in Pharmazeutischen Programmen)

Fur Free Alliance

Um die vielfältigen Tierschutzprobleme in Europa gemeinsam lösen zu können, engagiert sich der Deutsche Tierschutzbund seit deren Gründung in der Eurogroup for Animals. Die Eurogroup koordiniert den Kontakt zwischen den nationalen Tierschutzorganisationen und den Institutionen der Europäischen Union. Ziel ist es, in ganz Europa verbindliche Vorschriften für einen besseren Schutz aller Tiere durchzusetzen.

2014 ist der Deutsche Tierschutzbund der „Fur Free Alliance“ beigetreten. Das weltweite Bündnis verschiedener Tierschutzorganisationen setzt sich dafür ein, dass Tiere nicht allein ihres Fells wegen getötet werden. Hier engagiert sich der Deutsche Tierschutzbund auch in zwei Arbeitsgruppen: Die Fur Farming Working Group will ein weltweites Verbot von Pelzfarmen erreichen. Die Fur Free Retailer Working Group arbeitet daran, die Bekanntheit des Programms zu steigern und weitere Händler davon zu überzeugen, ihr Sortiment pelzfrei zu gestalten.

Stiftung Mondo Animale

„Bauernhöfe statt Agrarfabriken“

Seit 2001 arbeitet die von Dorothea Friz gemeinsam mit dem Deutschen Tierschutzbund gegründete deutsch-italienische Stiftung für Tierschutz, Fondazione Mondo Animale an ihren Ziel, den Tierschutz in Italien voran zu bringen - insbesondere durch Ausbildung und Aufklärung. Seit 2012 gehört Ehrenpräsident Wolfgang Apel dem Stiftungsrat an.

Im bundesweiten Netzwerk „Bauernhöfe statt Agrarfabriken“ haben sich Bürgerinitiativen, die sich gegen industrialisierte Tierhaltungsanlagen wenden, mit Umwelt- und Tierschutzverbänden, Vertretern aus dem kirchlichen Bereich und der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) zusammengeschlossen.

Eurogroup for Animals

Klima-Allianz Transparency International Deutschland e.V. Als Mitglied im Beirat von Transparency Deutschland setzt der Deutsche Tierschutzbund sich für eine effektive und nachhaltige Bekämpfung von Korruption ein. Darüber hinaus unterstützt der Deutsche Tierschutzbund die von Tansparency ins Leben gerufene Initiative Transparente Zivilgesellschaft (ITZ) und erfüllt deren Standards.

European Coalition to End Animal Experiments (ECEAE) In der European Coalition to End Animal Experiments (ECEAE) setzt sich der Deutsche Tierschutzbund gemeinsam mit seinen europäischen Partnern für ein Ende von Tierversuchen ein.

Die Klima- Allianz ist ein Bündnis aus über 100 Mitgliedsorganisationen. Wichtige Anliegen, die der Deutsche Tierschutzbund hier verfolgt, sind zum einen klimaschonende, tiergerechte und nachhaltige Alternativen zur konventionellen tierischen Landwirtschaft zu fördern und zu unterstützen. Zum anderen sollen gemeinsam mit anderen Organisationen im Verbund Anreize gegeben werden, den Fleischverzehr zu verringern und die Vorteile einer vegetarischen und veganen Lebensweise für den Klimaschutz aufzuzeigen.

Ad hoc-Bündnisse Bei speziellen Themen und Protestaktionen vor Ort schließt der Deutsche Tierschutzbund darüber hinaus immer wieder auch kurzfristig Bündnisse mit überregionalen und lokalen Tier- und Naturschutzgruppen oder Initiativen.

84 • 85

Vorträge und Veranstaltungen 'HU'HXWVFKH7LHUVFKXW]EXQGZLUGKlX¿JHLQJHODGHQEHLWLHUVFKXW]UHOHYDQWHQ9HUDQVWDOWXQJHQ]XUHIHULHUHQ Vertreter des Deutschen Tierschutzbundes waren 2015 an folgenden Veranstaltungen beteiligt: DATUM ORT

VERANSTALTUNG

VORTRAGS-/DISKUSSIONSTHEMA

22.01.

Linstow

Konrad-Adenauer-Stiftung

Tiere lieben, Tiere nutzen, Tiere schützen

Berlin

Internationale Grüne Woche „ASG Bühne“

19.01. 20.01. 21.01.

Berlin

Internationale Grüne Woche „Thementag Verbraucher“

Vortrag: Tierschutzlabel – Ein Beitrag zu mehr Tierschutz in der Schweinemast Vortrag: Tierschutzlabel – Ein Beitrag zu mehr Tierschutz in der Hühnermast Tierschutz im Einkaufskorb Der vernünftige Grund im Tierschutzgesetz

07.03.

Bad Boll

Tierschutztagung der Evangelischen Akademie

Leitung des Stationsgesprächs: Tötung sogenannter surplus animals in der Versuchstierzucht Leitung des Stationsgesprächs: Schlachtung trächtiger Rinder

01.04.

Hamburg

„Sondersitzung Ebermast“ der EDEKA Zentralhandelsgesellschaft mbH

Vortrag: Alternativen zur betäubungslosen Ferkelkastration – Aus Sicht des Tierschutzes

15.04.

Saarbrücken

Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz

Symposium Kennzeichnung und Registrierung von Hunden und Katzen auf tierschutzrechtlicher Grundlage

22.04.

Saarbrücken

NanoBioNet

Animals matter – Warum wir mehr Tierschutz in der Nanotechnologie brauchen

10.06.

Verden

16. Bauerntag der VzF GmbH

Tierschutz und Landwirtschaft: Herausforderungen und Lösungsansätze

24.06.

München

Tierschutzbeirat Bayern

Das Tierschutzlabel des Deutschen Tierschutzbundes

30.06.

Stuttgart

Bündnis 90/Die Grünen BadenWürttemberg

Anforderungen an die heutige Zootierhaltung

03.07.

München

Sitzung BUND Landesarbeitskreis Landwirtschaft Bayern

Tierschutz und Landwirtschaft – Herausforderungen und Lösungsansätze

11.07.

Köln

Hundsgemein

Kundgebung: Hund ist Hund – gegen Hunderassen-Diskriminierung

06.08.

München

Treffen mit McDonald’s

Das Label des Deutschen Tierschutzbundes

17.09.

Ibbenbüren

Generalversammlung der RaiffeisenWestfalen-Nord e.G.

Vortrag: Wertewandel in der Gesellschaft – Die Tierhaltung in der Landwirtschaft %HJU‰XQJXQG9RUWUDJ.RQÀLNWSRWHQWLDOYRQ7LHUschutzfällen in der Praxis – juristische Bewertung

08.10. – 11.10.

München

bpt-Kongress

Unterstützung von Tierhaltern bei der Planung der Neuanschaffung eines Hundes Tierschutzgerechte Unterbringung stationär aufgenommener Tiere in der Tierarztpraxis

15.10.

Berlin

Expertengespräch im Bundesministerium für Bildung und Forschung

Alternativen zu Tierversuchen und unser aktiver Beitrag

19. – 21.10.

Kappeln

VerwaltungsberufsgenossenschaftSeminar

Sicherer Umgang mit Tieren

05.11.

Bad Sassendorf (NRW)

Workshop zum NRW-Plan „Nachhaltige Nutztierhaltung”

Das Label des Deutschen Tierschutzbundes

11.11.

Berlin

9. Sitzung des Kompetenzkreises Tierwohl im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

Vortrag: Tierschutzaspekte bei der Schlachtung

Anhang

DATUM ORT

VERANSTALTUNG

VORTRAGS-/DISKUSSIONSTHEMA Welpenaufzucht im Tierheim – Grenzen und Möglichkeiten

21.11

Nürnberg

2. Tierheimsymposium TVT und Deutscher Tierschutzbund

Euthanasie im Tierheim – Richtlinien und Notwendigkeit für Ethikkommissionen Hygieneabläufe im Tierheim – praktische Tipps und Hinweise

18.12.

Duisburg

Landwirtschaftsministerium NRW: Fachtagung „Nutztierhaltung im Dialog: Tierschutzvereinbarungen und ihre Erfolge“

Vortrag: Mehr Tierschutz in der landwirtschaftlichen Tierhaltung: Probleme und machbare Lösungen

Gremienarbeit 2015 :LFKWLJH*UXQGODJHQIUSROLWLVFKH(QWVFKHLGXQJHQZHUGHQKlX¿JXQEHPHUNWYRQGHUgIIHQWOLFKNHLW durch hartnäckige Diskussionen in verschiedenen Fachgremien erarbeitet. Vertreter des Deutschen Tierschutzbundes waren 2015 in folgenden Gremien aktiv: International • Wissenschaftlicher Beirat der Zeitschrift TIERethik • Redaktioneller Beirat der Zeitschrift ALTEX Bundesebene • Tierschutzkommission beim Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) • Preiskuratorium für den BMEL Tierschutz-Forschungspreis zur Förderung methodischer Arbeiten zur Einschränkung und Ersatz von Tierversuchen • Vorsitz der Kommission der Zentralstelle zur Erfassung und Bewertung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden zum Tierversuch (ZEBET) • Stiftungsrat der Stiftung zur Förderung der Erforschung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden zur Einschränkung von Tierversuchen, u.a. Vorsitz • Kompetenzkreis Tierwohl-Initiative des Bundesministers für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) • Beirat des DAFA-Fachforums Nutztiere • Vorstand des Vereins für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen (KAT) • Kuratorium der Toennies Forschung • Fachbeirat Tierschutz der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) • Forum Heimtiere • Beirat Transparency International Deutschland e.V. Landesebene • Tierschutzbeiräte der Länder: Über seine Landesverbände ist der Deutsche Tierschutzbund in den Tierschutzbeiräten der meisten Bundesländer vertreten. Darüber hinaus ist der Bundesverband in Bayern und Niedersachsen , ergänzend zum betreffenden Landesverband, auch selbst Mitglied des Tierschutzbeirates

• Bayern: • Runder Tisch Tiergerechte Haltung von Nutztieren des Staatsministeriums für Ernährung. Landwirtschaft und Forsten (Deutscher Tierschutzbund als Gast) • Jury Bayerischer Nutztierwohlpreis • Baden-Württemberg • Landesbeirat Jagd und Wildtiermanagement (stellvertretendes Mitglied) • Niedersachsen • Fachgremien im Rahmen des Tierschutzplans: - Lenkungsausschuss - Arbeitsgruppe Schwein - Arbeitsgruppe Rind - Arbeitsgruppe Legehennen - Arbeitsgruppe Enten/Gänse - Arbeitsgruppe Puten - Arbeitsgruppe Masthühner - Arbeitsgruppe Indikatoren - Arbeitsgruppe Pferde - Arbeitsgruppe Tierbörsen, einberufen durch das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz - Arbeitskreis Wolf beim Niedersächsischen Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz • Schleswig-Holstein • Arbeitskreis Seehunde (Beobachterstatus) • Tiereinsatzgruppe Rettung verölter Seevögel in Zusammenarbeit mit dem Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN.SH) und dem Technischen Hilfswerk (THW)

86 • 87

Werbung und Fundraising Damit der Deutsche Tierschutzbund seine Arbeit erfolgreich umsetzen kann, benötigt er Unterstützer und Förderer. Um diese zu erreichen und die Öffentlichkeit für seine Ziele und Positionen zu sensibilisieren betreibt der Verband eine intensive Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Zum Wesen dieser Kommunikationsformen gehört zum 7HLOGDVVGHUHLJHQH(LQÀXVVDXIGLH3ODW]LHUXQJGHU jeweiligen Botschaften begrenzt ist. Damit Kampagnen erfolgreich sein können, ist es daher notwendig zusätzlich Werbung zu betreiben. Typische vom Deutschen Tierschutzbund eingesetzte Instrumente sind: • Anzeigen (in der Regel Frei-Anzeigen) • Plakate, Poster, Postkarten • Online-Marketing

Ein weiterer Bereich der Werbung betrifft die Spendenwerbung oder Fundraising. Als Verband, der sich EHUZLHJHQGSULYDW¿QDQ]LHUWLVWHVYRQHQWVFKHLGHQder Bedeutung Unterstützung bei der Finanzierung von Projekten zu erhalten sowie neue Unterstützer zu ¿QGHQ'HU'HXWVFKH7LHUVFKXW]EXQGHUUHLFKWGLHV indem er sich regelmäßig an bestehende und potenzielle Unterstützer wendet. Typische Spendenwerbeformen hierbei sind: • • • •

Mailings Telefonate Anzeigen Online-Fundraising

Zusammenarbeit mit Dienstleistern Brandt GmbH Druck und Medien • Druckabwicklung von Publikationen Süddeutscher Verlag onpact GmbH • Verlag des Mitgliedermagazins DU UND DAS TIER dworak & kornmesser • *UD¿NXQG/LWKRLP$XIWUDJGHV6GGHXWVFKHQ Verlages onpact GmbH pva, Druck und Medien-Dienstleistungen GmbH • Druck von DU UND DAS TIER Frese & Wolff Werbeagentur GmbH • Konzeption, Erstellung von Kampagnenmaterialien GFS Fundraising Solutions GmbH • Mailings • Telefon-Dienstleistungen

Fundango GmbH • Mailings • Anzeigen Köllen Druck + Verlag GmbH • Druckabwicklung von Publikationen 0DULDQQH6WHLQHU*UD¿N'HVLJQ%UR • *UD¿VFKH$UEHLWHQXD-DKUHVEHULFKW Die Medialen GmbH • Umsetzung von Website-Projekten 0RUH¿UHPHGLD*PE+ • Suchmaschinenmarketing Ruhmesmeile GmbH • Umsetzung von Website-Projekten

Anhang

Mit Ihrer Spende helfen Sie Tieren. Damit kann der Deutsche Tierschutzbund • Tieren in Notsituationen helfen und sie medi]LQLVFKYHUVRUJHQXQWHUEULQJHQXQGSÀHJHQ • Tierschutzvereinen Hilfestellung bei der praktischen Tierschutzarbeit vor Ort anbieten • Öffentlichkeitsarbeit im Namen der Tiere betreiben und weitere Unterstützer gewinnen • mit Aktionen und Kampagnen auf Missstände aufmerksam machen • durch Gremienarbeit die Gesetzgebung EHHLQÀXVVHQXQGYLHOHV:HLWHUHPHKU Spendenkonto: Sparkasse KölnBonn BLZ 370 501 98 · Konto Nr. 40 444 IBAN: DE 88 37050198 0000040444 BIC: COLS DE 33 Online-Spenden: www.tierschutzbund-spenden.de Kontakt: [email protected]

Dank an Sponsoren Eine wichtige Stütze für die Arbeit des Deutschen Tierschutzbundes ist neben dem Engagement vonMitgliedern, Spendern und Paten auch die Hilfedurch Unternehmen. An dieser Stelle gilt ein besonderer Dank den langjährigen Partnern Pedigree undWhiskas sowie Fressnapf. Diese Partner unterstützenuns seit vielen Jahren durch verschiedene Aktionen. Sie sorgen dafür, dass der praktische Tierschutz mehr Aufmerksamkeit erfährt und gleichzeitig mit Geld- und Sachleistungen unterstützt wird. Wir danken allen, die unsere Tierschutzarbeit unterstützt haben, insbesondere den folgenden Unternehmen: • AKL – Altkleider Entsorgungs GmbH • Altkleidersammlungen mit Lizenz zur Namensnutzung • Dirk Rossmann GmbH • Aktion „Jeder Kauf hilft“ • Fressnapf Tierhandels GmbH • Futterspenden • Spendenaktion „Tierisch engagiert“

So können Sie helfen Der Deutsche Tierschutzbund steht seit 135 Jahren für kompetenten und engagierten Tierschutz. Während dieses langen Zeitraums konnten wir zahlreiche Verbesserungen für die Tiere erreichen. Doch neue Herausforderungen kamen hinzu und es gilt, noch viele Missstände zu beseitigen. Bei der Bewältigung unserer umfangreichen Aufgaben sind wir auf die Unterstützung durch Mitgliedsbeiträge, Spenden und Nachlässe angewiesen.

• Pedigree • Aktion „Hunde bewegen“ • Sponsoring von Tierhilfewagen • Deutscher Tierschutzpreis 2015 • Futterspenden • Whiskas • Aktion „Jeder Kauf hilft“ • Aktion „Welttierwoche“ • Sponsoring von Tierhilfewagen • Deutscher Tierschutzpreis 2015 • Futterspenden Dank an Medienpartner • FUNK UHR und Super TV • Deutscher Tierschutzpreis 2015

Wenn auch Ihr Unternehmen den Tierschutz unterstützen und von einer starken Marke SUR¿WLHUHQP|FKWHVSUHFKHQ6LHXQVDQ Ihr Kontakt: Wilfried Britz Leiter Unternehmenskooperationen Tel.: 0228-60496-39 E-Mail: [email protected]

88 • 89

Ausblick auf das Jahr 2016 „Tierschutz mit Herz und Verstand. Gemeinsam sind wir stark“: So lautete das Motto unserer Mitgliederversammlung 2015 in Stuttgart. Es war ein guter Tag für den Deutschen Tierschutzbund, denn er bestätigte die Geschlossenheit und Stärke des Verbandes. Neben der Wiederwahl des Präsidiums stimmten die Delegierten zwei Resolutionen zu, die auch ins Jahr 2016 hineinstrahlen: Zum einen verabschiedete das Plenum die Resolution „Stoppt den illegalen Welpenhandel“. Zudem verabschiedete die Mitgliederversammlung eine Resolution anlässlich der „Halbzeit“ der Großen Koalition in Berlin. Die Tierschützer forderten die Bundesregierung damit auf, weitere Tierschutzmaßnahmen einzusetzen. Kritisch und konstruktiv wird der Deutsche Tierschutzbund die Aktivitäten und Initiativen der Bundesregierung daher auch 2016 begleiten. So wird er auch weiter in dem von Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt einberufenen „Kompetenzkreis Tierwohl“ mitarbeiten. „Gemeinsam sind wir stark“, dieser Grundsatz steht auch für die Solidargemeinschaft Deutscher Tierschutzbund mit seinen mehr als 740 angeschlossenen Tierschutzvereinen und über 500 Tierheimen. Tierheime leisten Großartiges und sind ein wichtiger Bestandteil unserer Gesellschaft – und das, obwohl sie vom Staat keine ausreichende, kostendeckende Unterstützung bekommen. Das Jahr 2016 wird daher im Zeichen der Tierheime stehen. Das Motto des Welttierschutztages im Oktober wird „Tierheime helfen. Helft Tierheimen!“ sein. Auch wenn es inzwischen mit viel Aufwand gelungen ist, einzelne Tierheime wirtschaftlich zu stabilisieren: Die Lage der Tierheime in Deutschland bleibt angespannt. Mit Kampagnenmotiven, Aktionen, unserem im politischen Berlin festinstallierten „Parlamentarischen Tierschutzfrühstück“ machen wir auf die Lage der Tierheime bundesweit aufmerksam. Nachdem wir 2015 das 10jährige Jubiläum unseres Tierschutzzentrums in Odessa (Ukraine) feiern durften, haben wir auch 2016 Grund zum Feiern: Die Akademie für Tierschutz des Deutschen Tierschutzbundes in Neubiberg bei München begeht ihr 30-jähriges Bestehen. Seit 1986 ist die Akademie ein Ort, an dem wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aktuelle Tierschutzprobleme dokumentieren, bewerten und fachliche Lösungsansätze erarbeiten. Auch 2016 werden wir aktuelle Schwerpunkte unter dem Motto „Tierschutz mit Herz und Verstand“ setzen, die Politik zum Handeln auffordern, die Öffentlichkeit für Tierschutzthemen sensibilisieren und mit Kampagnen und Aktionen für die Tiere kämpfen. Mal laut mal leise, aber immer mit der Maxime auch mit kleinen

Schritten zum Erfolg kommen zu wollen, wenn der große Durchbruch nicht sofort gelingt. Basierend auf den praktischen Erfahrungen der Tierschutzvereine vor Ort und dem wissenschaftlichen Fundament der Fachexperten in unserer Akademie für Tierschutz wird 2016 der Katzenschutz einer der Schwerpunkte sein. Gleichzeitig fordern wir die Politik DXIQHEHQHLQHUEXQGHVZHLWHQ.DVWUDWLRQVSÀLFKWDXFK HLQH.HQQ]HLFKQXQJVXQG5HJLVWULHUSÀLFKWHLQ]XIKUHQ Wesentliche Chancen und Risiken In den letzten Jahren hat sich die Einnahmensituation des Deutschen Tierschutzbundes positiv entwickelt. Parallel zur verbesserten Einnahmensituation und der dadurch ermöglichten Erhöhung der Ausgaben wuchsen die Anforderungen und Aufgaben. Ein Prozess, der sich voraussichtlich auch in den kommenden Jahren fortsetzen und weitere Ausgaben erfordern wird. 'LH$XVJDEHQ¿QDQ]LHUXQJGHV'HXWVFKHQ7LHUVFKXW]bundes erfolgt überwiegend aus privaten Mitteln, die jährlich insbesondere in Form von Spenden und Nachlässen neu eingeworben werden müssen. Diese freiwilligen Zuwendungen unterliegen naturgemäß größeren Schwankungen. Um Einnahmenschwankungen ausgleichen und seinen vielfältigen Tierschutzaufgaben auch in Jahren niedrigerer Einnahmen nachkommen zu können, hat der Deutsche Tierschutzbund eine Vermögensrücklage gebildet, die bei Bedarf zur Finanzierung seiner Aufgaben und Ausgaben verwendet werden kann. Damit der Deutsche Tierschutzbund seine satzungsmäßigen Aufgaben auch weiterhin im vollen Umfang erfüllen kann, ist es u.a. sein Ziel, bestehende Spender zu binden und neue Spender zu gewinnen. Ausgehend von den Erfahrungen und Entwicklungen der letzten Jahre und der positiven Grundlage des aktuellen Berichtsjahres werden derzeit auch im kommenden Jahr keine wesentlichen Einbrüche der Einnahmen des Deutschen Tierschutzbundes erwartet. Eine Ausnahme von dieser Prognose bilden jedoch die nur schwer vorhersehbaren Einnahmen aus Nachlässen. Insgesamt wird angenommen, dass sich die positive Entwicklung des Bereichs Tierschutz am Spendenmarkt fortsetzt und dass der Deutsche Tierschutzbund als starker Akteur mit seinen Aktivitäten YRQGLHVHU(QWZLFNOXQJSUR¿WLHUHQNDQQ Mehr zu den aktuellen Themen und Schwerpunkten des Deutschen Tierschutzbundes unter www.tierschutzbund.de sowie bei Facebook: www.facebook. com/tierschutzbund.

Anhang - Strukturplan

Strukturplan Deutscher Tierschutzbund

Beschwerde- und Schlichtungsausschuss

Mitgliederversammlung Mitgliedsvereine des Deutschen Tierschutzbundes e.V.

Besonderes Aufsichtsorgan Ombudsmann

Beiräte, Komissionen, Ausschüsse

Präsidium [email protected] Tel.: 0228-604960

Stiftung: Die Stiftung ist eine eigenständige Einrichtung unter dem Dach des Deutschen Tierschutzbundes.

Präsident Schatzmeister Ehrenpräsident Vizepräsident- ---------------Ehrenvizeinnen Erweitert: präsidenten bis zu 4 kooptierte Mitglieder

Wissenschaftliche Leitung [email protected] Tel.: 089-6002910

Akademie für Tierschutz

Hauptstadtbüro

Länderrat Präsidiumsmitglieder, Vorsitzende/Präsidenten der Landesverbände Weitere beratende Vertreter

Politische Leitung [email protected] Tel.: 0228-604960

Bundesgeschäftsstelle

Tier-, Natur- und

Tier-, Natur- und Artenschutzzentrum Sylt

[email protected]

[email protected]

[email protected]

Jugendzentrum

Tel.: 089-6002910

Tel.: 030-2345698810

Tel.: 0228-604960

Weidefeld

Der Deutsche Tierschutzbund e.V. unterhält ein Tierschutzzentrum in Odessa und ein Kastrationsprojekt in Kiew. Die Stiftung Deutscher Tierschutzbund unterstützt ausgewählte Tierschutzprojekte. Stiftung,

info@tierschutz-

info@tierschutz-

zentrum-weidefeld.de

zentrum-weidefeld.de

Tel.: 04642-987253

Tel.: 04642-987253

Tierschutzzentrum und Kastrationsprojekt sind über die Bundesgeschäftsstelle des Deutschen Tierschutzbundes erreichbar.

90 • 91

Deutscher Tierschutzbund e.V. Bundesgeschäftsstelle In der Raste 10 53129 Bonn Tel.: 0228-60496-0 Fax: 0228-60496-40 E-Mail: [email protected] www.tierschutzbund.de Kontakt zum Präsidium des Deutschen Tierschutzbundes über die Bundesgeschäftsstelle Urlaubsberatungstelefon: 0228-60496-27 Mai bis September Mo. - Do. 09.00 - 17.00 Uhr Fr. 10.00 - 16.00 Uhr Hauptstadtbüro Reinhardtstraße 47 10117 Berlin Tel.: 030-23456988-0 Fax: 030-23456988-15 E-Mail: [email protected] Akademie für Tierschutz Spechtstraße 1 85579 Neubiberg Tel.: 089-600291-0 Fax: 089-600291-15 E-Mail: [email protected] www.tierschutzakademie.de Tier-, Natur- und Jugendzentrum Weidefeld Weidefelder Weg 14a 24376 Kappeln Tel.: 04642-987253 Fax: 04642-987255 E-Mail: [email protected] www.tierschutzzentrum-weidefeld.de Tier-, Natur- und Artenschutzzentrum Sylt Kontakt über das Tier-, Natur- und Jugendzentrum Weidefeld Deutsches Haustierregister In der Raste 10 53129 Bonn Tel.: 0228-60496-35 (24-Stunden-Service-Telefon) Fax: 0228-60496-42 www.registrier-dein-tier.de Tierschutz- und Kastrationszentrum Odessa Kontakt über die Bundesgeschäftsstelle

Anholter Bärenwald Kontakt über die Bundesgeschäftsstelle Besuchsadresse des Anholter Bärenwaldes: Biotopwildpark Anholter Schweiz Pferderhorster Straße 1 46419 Isselburg-Vehlingen Öffnungszeiten des Parks: 16.03.-01.11.: täglich von 9.00-18:00 Uhr 02.11. - 15.03.: Sa., So. und an Feiertagen von 10.00-17:00 Uhr am 25.12. geschlossen Stiftung Deutscher Tierschutzbund In der Raste 10 53129 Bonn Tel.: 0228-60 496-0 Fax: 0228-60 496-40 E-Mail: [email protected] Landesverbände des Deutschen Tierschutzbundes Deutscher Tierschutzbund Landestierschutzverband Baden-Württemberg e.V. Geschäftsstelle Herbert Lawo Unterfeldstraße 14 B 76149 Karlsruhe Tel.: 0721-704573 Fax: 0721-705388 E-Mail: [email protected] Deutscher Tierschutzbund Landesverband Bayern e.V. Geschäftsstelle Nicole Brühl „Sonnenhof“ Hochkreit 8 82401 Starnberg Tel.: 0172-8337581 E-Mail: [email protected] Deutscher Tierschutzbund e.V. Landesverband Berlin Wolfgang Apel Hausvaterweg 39 13057 Berlin Tel.: 030-76888-112 Fax: 030-76888-150 (0DLOOLVD¿FKWQHU#WLHUVFKXW]EHUOLQGH Deutscher Tierschutzbund Landestierschutzverband Brandenburg e.V. Renate Seidel Berliner Straße 38 13189 Berlin Tel./Fax: 030-4729496 E-Mail: [email protected]

Anhang - Adressen

Deutscher Tierschutzbund e.V. Landesverband Bremen Wolfgang Apel Hemmstraße 491 28357 Bremen Tel.: 0421-352214 Fax: 0421-374957 E-Mail: [email protected]

Deutscher Tierschutzbund Landesverband Rheinland-Pfalz e.V. Andreas Lindig Gotenstraße 39 54293 Trier Tel.: 0651-53798 Fax: 0651-5610261 E-Mail: [email protected]

Deutscher Tierschutzbund e.V. Landesverband Hamburg Sandra Gulla Süderstraße 399 20537 Hamburg Tel.: 040-211106-28 Fax: 040-211106-38 E-Mail: [email protected]

Deutscher Tierschutzbund Landesverband Saarland e.V. Frau Beatrice Speicher-Spengler Geschäftsstelle Diedenhofer Str. 15 66117 Saarbrücken Tel.: 06804-6829 (08:00-10:00 Uhr danach AB) E-Mail: [email protected]

Landestierschutzverband Hessen e.V. Geschäftsstelle Hans-Jürgen Kost-Stenger Cassellapark Frankfurt Cassellastraße 30-32 60386 Frankfurt/Main Tel.: 069-272979-23 Fax: 069-272979-24 E-Mail: [email protected]

Deutscher Tierschutzbund Landestierschutzverband Sachsen e.V. Antje Schmidt Gornauer Straße 71 09125 Chemnitz 0371-6762412 (TH Chemnitz) Tel.: 0160-2037247 Fax: 0371-5430237 E-Mail: [email protected]

Deutscher Tierschutzbund e.V. Landesverband Mecklenburg-Vorpommern Kerstin Lenz Randow 15 17109 Demmin Tel.: 03998-201826 Fax: 03998-201828 E-Mail: [email protected]

Deutscher Tierschutzbund e.V. Landesverband Sachsen-Anhalt Ursula Blumenthal Belziger Chaussee 18 06886 Wittenberg Mobil: 0177-5961366 E-Mail: [email protected]

Deutscher Tierschutzbund Landesverband Niedersachsen e.V. Dieter Ruhnke Im Hagen 3 29559 Wrestedt/OT Niennwohlde Tel.: 05802-3199797 Fax: 05802-3199798 E-Mail: [email protected] Landestierschutzverband Nordrhein-Westfalen e.V. Geschäftsstelle Peer Fiesel Vinckestraße 91 44623 Herne Tel.: 02323-911417 Fax: 02323-1487992 E-Mail: [email protected]

Deutscher Tierschutzbund Landesverband Schleswig-Holstein e.V. Holger Sauerzweig-Strey Osterbünge-Mitte 4 25572 St. Margarethen Tel./Fax: 04858-969 E-Mail: [email protected] Deutscher Tierschutzbund Landestierschutzverband Thüringen e.V. Gerd Fischer Rudolf-Breitscheid-Str. 10 99817 Eisenach Tel.: 03691-880 39 99 Fax: 03691-212221 (0DLO¿VFKHUWLHUVFKXW]#JP[GH

Deutscher Tierschutzbund e. V. In der Raste 10, 53129 Bonn Tel. 0228 60 49 6-0, Fax 0228 60 49 6-40

Unterstützen Sie den Tierschutz, indem Sie Mitglied im örtlichen Tierschutzverein und im Deutschen Tierschutzbund werden!

www.tierschutzbund.de www.jugendtierschutz.de www.tierschutzlabel.info

Überreicht durch:

Deutsches Haustierregister Tel. 0228 60 49 6-35 Tel. 0228 60 49 6-42 www.registrier-dein-tier.de

Spendenrat e.V.

Deutscher

Der Deutsche Tierschutzbund e.V. unterhält zur Erfüllung seiner Aufgaben und Zielsetzungen eine Akademie für Tierschutz.

Sparkasse KölnBonn BLZ 370 501 98, Konto Nr. 40 444 IBAN: DE 88 37050198 0000040444 BIC: COLS DE 33 Spenden sind steuerlich absetzbar. Gemeinnützigkeit anerkannt.

Verbreitung in vollständiger Originalfassung erwünscht. Nachdruck - auch auszugsweise - ohne Genehmigung des Deutschen Tierschutzbundes nicht gestattet.