Sichtweisen. Corporate Social Responsibility

Sichtweisen Corporate Social Responsibility Inhalt Vorwort 2 2 Wirtschaftlich, umweltfreundlich, sozial – drei starke Säulen 6 Ökonomie: Mehr...
Author: Elly Hase
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Sichtweisen Corporate Social Responsibility

Inhalt

Vorwort

2 2

Wirtschaftlich, umweltfreundlich, sozial – drei starke Säulen

6

Ökonomie: Mehr wert durch Mehrwert

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Ökologie: Weniger verbrauchen. Effizienter nutzen. Alternativen finden 13

Gewusst wie: Heizen, Lüften und Stromsparen

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Biomasse und Kraft-Wärme-Kopplung

22

Soziales: Die Zukunft fest im Blick

24 18



Die Mieter von heute und morgen

28



„Was können wir für Sie tun?“ –



Hilfen für ältere und eingeschränkte Mieter

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„Dobryj djen“ und „Merhaba“ heißt „Guten Tag“

32



Kleine Lebensretter mit großer Wirkung

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Wohnen bei der GEWOBA – aber sicher!

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Auf gute Nachbarschaft

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Mehr Platz für die „Sonnenblümchen“

37



Alle für OTe

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Eine Kapitänsinsel für Kleine und Große

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Mitgestalten

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„Vahr 2020 – Zukunft gemeinsam entwickeln“

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MahlZeit und mehr

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Räume für Gemeinschaft und Begegnung

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Ein Haus für die Nachbarschaft

49



Buntes Treiben im Familienstadtteil

52



Förderung Sport und Bildung

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Beim Weser-Boxring geht es um mehr als Sport

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China ganz nah

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Die GEWOBA als Arbeitgeber

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Schlusswort

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2

SICHTWEISEN

VORWORT

VORWORT

SICHTWEISEN

Vorwort Haben Sie sich schon einmal vorgestellt, wie das Bundesland Bremen ohne die GEWOBA aussähe? Wie das Wohnungsangebot beschaffen wäre? Gäbe es attraktiven Wohnraum auch für einkommensschwächere Haushalte, für ältere Menschen, für Singles oder Studenten? Welche Infrastruktur fänden Neubürger in den Stadtteilen vor? Wie reizvoll wäre es, dort zu leben? Gäbe es ausreichend Grün- und Spielflächen? Wie sähe das Bildungs- und Freizeitangebot in den Quartieren aus? Wie nah würde Bremen an seine Klimaziele herankommen? Und welche kontinuierlichen Einnahmen würden dem Haushalt der Freien Hansestadt Bremen fehlen? Die GEWOBA Aktiengesellschaft Wohnen und Bauen ist das größte kommunale Wohnungsunternehmen im Land Bremen und in der Metropolregion Bremen-Oldenburg. Über 40.000 Haushalten bieten wir im Land Bremen und rund 1.300 Haushalten in Oldenburg ein Zuhause. Jeder siebte Bremer wohnt bei der GEWOBA, was bedeutet, dass sich alle gesellschaftlichen Entwicklungen in unserer Mieterstruktur abbilden und in unserem unternehmerischen Handeln Berücksichtigung finden. Wir sind uns der ökonomischen, ökologischen und sozialen Verantwortung, die aus unserer Marktführerschaft erwächst, bewusst. Und dies nicht erst seit heute. Nachhaltige Unternehmensführung ist für uns keine Modeerscheinung, sondern seit Jahrzehnten eine Selbstverständlichkeit. In unserem nachhaltigen Geschäftsmodell bedingen sich ökonomischer Erfolg und ökologisch wie sozial verantwortliches Handeln gegenseitig. Wir verstehen uns als moderner Dienstleister für unsere Mieter und als starker Partner für die Politik, die Wirtschaft sowie für die vielen sozialen und kulturellen Einrichtungen in unseren Quartieren. Im Netzwerk mit vielen Kooperationspartnern

In diesem Bericht möchten wir Ihnen zeigen, wie wir verantwortungsvolles unternehmerisches

leisten wir einen aktiven Beitrag zur wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung der Städte

Handeln verstehen und wie wir es mit Leben füllen.

Bremen und Bremerhaven. Die GEWOBA ist wirtschaftlich kerngesund. Sie kann ihr ökologisches und soziales Engagement auf einem derart hohen Niveau nur leisten, wenn sie auch in Zukunft wirtschaftlich erfolgreich bleibt. Die Leistung des Managements besteht darin, die Balance zwischen den ökonomischen, ökologischen und sozialen Leistungen zu finden und diese drei Säulen gezielt zu steuern. Weil wir dies beherrschen, können wir auch in Zukunft Verantwortung für die Menschen und die Natur im Land Bremen übernehmen.

Dr. Volker Riebel

Manfred Sydow

3

Da ist für alle was Schönes drin. Durch nachhaltige Investitionen sorgen wir für die kontinuierliche Wertsteigerung unseres Portfolios.

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SICHTWEISEN

D rei starke S ä ulen

Wirtschaftlich, umweltfreundlich, sozial – drei starke Säulen

D rei starke S ä ulen

SICHTWEISEN

Alles zusammen ergibt die Unternehmensleistung der GEWOBA:

Umwelt Unternehmensleistung der GEWOBA

Die Basis unseres erfolgreichen Geschäftsmodells ist die langfristige und auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Bewirtschaftung unseres Wohnungsbestands. Da sich dieser vorwiegend in großen Quartieren befindet, ist dabei immer der Blick aufs Ganze gefragt. Unsere Geschäftsfelder Wohnimmobilien, Immobilienvertrieb, Eigentumsverwaltung sowie

Ökonomische Leistung

Ökologische Leistung

Soziale Leistung

Stadt- und Projektentwicklung richten wir im Rahmen unserer Unternehmensstrategie kontinuierlich auf eine Steigerung des Unternehmenswerts aus. Dies geschieht durch eine gezielte Nutzung

Gesellschaftliche Verantwortung

der Chancen, die sich auf unseren Absatzmärkten ergeben. Zur Umsetzung unserer Strategien setzen wir moderne Führungsinstrumente ein, wie beispielsweise eine unternehmensspezifisch entwickelte Balanced Scorecard. Im Mittelpunkt steht dabei die systematische Analyse des

Die ökologische Leistung der GEWOBA folgt dem Leitgedanken, Ressourcen und Umwelt zu

Wohnungsbestands, des Wohnumfelds sowie der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Mit

schonen. Sie ist stark geprägt von der kontinuierlichen energetischen Modernisierung unserer

welchen demografischen Entwicklungen haben wir es zu tun? Was wünschen sich zufriedene

Wohnungsbestände mit einem hohen Investitionsvolumen. Darüber hinaus setzen wir uns auf

Mieter heute und morgen?

Basis neuer Technologien mit der Umstellung der Wärmeversorgung unserer Wohnungsbestände auf regenerative Energieträger auseinander. In Summe stellt die GEWOBA für das Land Bremen

Wohnimmobilien sind und bleiben das Kerngeschäftsfeld der GEWOBA. Unsere Kompetenzen in

mittlerweile einen festen Kooperationspartner dar, wenn es darum geht, die klimapolitischen

diesem Bereich nutzen wir gezielt, um unsere Wettbewerbsvorteile auszubauen. In Bezug auf

Ziele zu erreichen.

unseren Wohnungsbestand umfasst Wachstum deshalb nicht nur die Zunahme in der Metropolregion Bremen-Oldenburg durch Akquisitionen, sondern auch die qualitative Anpassung des vor-

Die sozialen Leistungen der GEWOBA gehen Hand in Hand mit der fortlaufenden Stabilisierung

handenen Immobilienportfolios durch Modernisierungen. Fortlaufend stimmen wir unser Dienst-

und der Entwicklung unserer Quartiere. So bestimmen wir maßgeblich die Entwicklung der Städte

leistungsspektrum auf die sich verändernden Bedürfnisse unserer Mieter ab. So schaffen wir die

Bremen und Bremerhaven und ihr Erscheinungsbild mit. Die Bandbreite der sozialen Leistungen,

Grundlage für den Erfolg der Zukunft!

die von der GEWOBA erbracht werden, reicht von der schnellen Unterstützung einer in Not geratenen Familie über die regelmäßige Unterstützung von Vereinen, Initiativen und Verbänden bis

Erfolg und Verantwortung bedingen sich gegenseitig Ein wesentlicher Bestandteil der strategischen Ausrichtung der GEWOBA ist die Wahrnehmung

hin zum Rückbau von Gebäuden und der Gestaltung von Freiflächen im Rahmen von mehrjährigen Quartiersentwicklungsmaßnahmen. Häufig sind wir es, die initiativ tätig werden und so immer wieder vermitteln: „So fühlt sich zu Hause an!“

ihrer gesellschaftlichen Verantwortung, der Corporate Social Responsibility (CSR), für das Land Bremen und für die Menschen, die hier leben.

Das soziale Engagement der GEWOBA endet natürlich nicht bei unseren Kunden. Nur zufriedene Mitarbeiter, die zum Unternehmen stehen, sich mit ihrer Arbeit und dem Arbeitgeber identifizieren,

„Das bedeutet, dass nicht nur die Schaffung ökonomischer Werte eine strategische Zielsetzung

engagieren sich überdurchschnittlich und setzen sich für die Belange ihres Unternehmens ein.

in unserer Balanced Scorecard darstellt, sondern auch die Generierung ökologischer und sozialer

Deshalb wird bei uns soziales Verhalten auch in Bezug auf die eigenen Mitarbeiter großgeschrieben.

Mehrwerte, die neben unseren Shareholdern allen anderen Stakeholdern unseres Unternehmens

Unser Ziel ist es, stets einen Interessenausgleich zwischen den Shareholdern beziehungsweise den

zugutekommen“, erklärt Dr. Rainer Fuchs, Leiter Unternehmensentwicklung/Controlling bei der

Stakeholdern und dem Unternehmen zu schaffen. Diese Balance zwischen den drei Säulen

GEWOBA.

Ökonomie, Ökologie und Soziales zu halten und immer wieder neu zu justieren, ist Aufgabe des GEWOBA-Managements.

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SICHTWEISEN

D rei starke S ä ulen

D rei starke S ä ulen

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SICHTWEISEN

Aufteilung des Wohnungsbestands nach Stadtteilen Gesamtbestand Bremen, Bremerhaven, Oldenburg und Hannover: 42.411

Gesamtbestand pro Stadtteil

Prozentualer Anteil

Bloherfelde Ohmstede 96 54 7,3 % 4,1 % Nadorst 46 3,5 %

Bremerhaven-Mitte 840 9,6 %

Blumenthal 558 1,7 % Burglesum 1.729 5,4 %

Gröpelingen 1.640 Walle 5,1 % 1.454 4,5 %

Lehe 1.299 14,8 % Findorff 602 1,9 % Schwachhausen 185 0,6 % Horn-Lehe 1.052 3,3 %

Vegesack 169 0,5 %

Leherheide 3.613 41,2 %

Oberneuland 177 0,6 %

Eversten 546 41,7 %

Bürgerfelde 436 33,3 %

Osternburg 130 9,9 %

Oldenburg Gesamtbestand: 1.308

Stöcken 72 78,3 %

Huchting 4.110 12,8 % Woltmershausen 453 Neustadt 1,4 % 1.949 6,1 % Bremen-Mitte 29 0,1 %

Bremen Gesamtbestand: 32.235

List 10 10,9 %

Osterholz 5.472 17,0 % Wulsdorf 113 1,3 %

Vahr 9.432 29,3 %

Hemelingen 1.715 Östliche Vorstadt 5,3 % 69 0,2 % Obervieland 1.440 4,5 %

Geestemünde 2.911 33,2 %

Bremerhaven

Hannover

Gesamtbestand: 8.776

Gesamtbestand: 92

Südstadt 10 10,9 %

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SICHTWEISEN

Ö K O nomie

Ö K O nomie

Ökonomie: Mehr wert durch Mehrwert

SICHTWEISEN

Um das Budget optimal finanzieren zu können, nutzen wir als einer der größten Kreditnehmer die zinsgünstigen Mittel aus den verschiedenen Förderprogrammen der KfW. Mit diesen kontinuierlichen Investitionen steigern wir nicht nur die Attraktivität unseres Wohnungsbestands, was sich positiv auf die Vermarktbarkeit unserer Wohnungen auswirkt, sondern

Die GEWOBA hat in den vergangenen fünf Jahren einen durchschnittlichen

erhöhen gleichzeitig den Unternehmenswert. Außerdem ist die GEWOBA damit einer der großen

Jahresüberschuss in Höhe von 24,1 Millionen Euro erwirtschaftet. Die operative

Auftraggeber des Baugewerbes und stellt somit einen entscheidenden Wirtschaftsfaktor in Bremen

Ertragskraft des Unternehmens spiegelt sich wider in einem durchschnittlichen

und Bremerhaven dar. Rund 80 Prozent der Investitionen werden im Land Bremen getätigt, wodurch

EBITDA von 84,2 Millionen Euro und einer durchschnittlichen EBITDA-Marge

hier circa 1.600 Arbeitsplätze gesichert werden. Das ist uns wichtig.

von 36,4 Prozent. Die Kennzahl Funds from Operations (FFO) mit einem Durchschnittswert von 56,2 Millionen Euro führt die finanzielle Stärke der GEWOBA

Wir sind deshalb so erfolgreich in der Vermarktung unseres Wohnungsbestands, weil wir unsere

deutlich vor Augen. Folglich waren wir jederzeit in der Lage, die Anforderungen

Prozesse und Dienstleistungen ganzheitlich auf die Wünsche und Bedürfnisse der Mieter ausrich-

unserer Anteilseigner zu erfüllen und an diese jährlich eine Dividende in Höhe

ten. Im Rahmen unserer wertorientierten Unternehmensführung bedeutet dies, fortlaufend die

von rund 11 Millionen Euro auszuschütten – das entspricht 13 Prozent auf das

gesellschaftlichen Entwicklungen im Blick zu behalten.

Grundkapital. Dies stellt eine ökonomische Leistung dar, die viele kommunale Wohnungsunternehmen nicht erbringen.

Die Zufriedenheit unserer Mieter steht für uns im Mittelpunkt, denn zufriedene Mieter wohnen lange und gern in ihren Wohnungen, und sie empfehlen die GEWOBA weiter. Das Angebot attraktiven Wohnraums mit einer hohen Lebensqualität stellt somit den wesentlichen Faktor

34,1

88,6

28,8

86,8

23,5

Dieser wirtschaftliche Erfolg ermöglicht es uns, genügend Cashflow zu generieren, um diesen

18,6

83,5

wiederum zur zukunftsfähigen Erneuerung unseres Wohnungsbestands einsetzen zu können.

15,6

81,8 80,5

2005 2006 2007 2008 2009 Jahresüberschuss 2005-2009 in Millionen Euro

60,3

52,5

52,5

2005 2006 2007 2008 2009 EBITDA 2005-2009 in Millionen Euro

62,0

53,8

67,4 64,2 63,1

62,3 60,9

2005 2006 2007 2008 2009 FFO 2005-2009 in Millionen Euro

unseres Erfolgs dar.

2005 2006 2007 2008 2009 Bestandsinvestitionen 2005-2009 in Millionen Euro

Die Basis dieses ökonomischen Erfolgs ist der Wohnungsbestand der GEWOBA, in den jährlich rund 64 Millionen Euro investiert werden. Diese Investitionen dienen einerseits der Werterhaltung durch Instandhaltung und Instandsetzung unserer Wohnungen, Gebäude und Außenanlagen. Andererseits erhöhen wir den Wert unseres Portfolios durch Modernisierungen, insbesondere energetische Dämmmaßnahmen, Erneuerungen unserer Heizanlagen sowie Badmodernisierungen.

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SICHTWEISEN

Ö K O nomie

ÖKOLOGIE

Unser Grundsatz lautet: Jeder Euro, den wir in unsere Gebäude und Quartiere beziehungsweise in ökologische oder soziale Projekte investieren, muss langfristig einen Mehrwert für mindestens einen, am besten aber für mehrere unserer Stakeholder generieren.

SICHTWEISEN

Ökologie: Weniger verbrauchen. Effizienter nutzen. Alternativen finden

Wohnungsbestand

Cashflow

Vermietungserfolg Zertifizierung der Abteilung Garten-/Landschaftspflege nach DIN-Norm EN ISO 14001/2005

Wohnungsunternehmen bewegen sich heute in einem starken Spannungsfeld zwischen Erwartungen der Politik auf Bundes- und Landesebene, gestiegenem Kostendruck und steigenden Ansprüchen der Mieter bei begrenzter Zahlungsfähigkeit. Gerade unter diesen Vorzeichen ist und bleibt unser Ziel, heute und in Zukunft bezahlbaren, attraktiven Wohnraum anzubieten. Das Thema Auch wenn die GEWOBA nicht börsennotiert ist, verhält sie sich so: Freiwillig unterwerfen wir

„Energie“ stellt die Wohnungswirtschaft vor besondere Herausforderungen. Mehr als 30 Prozent

uns den Regeln des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK). Im Sinne einer verantwor-

des gesamten Energiebedarfs und 13 Prozent der Treibhausemissionen in Deutschland gehen auf

tungsvollen Unternehmensführung wollen wir Transparenz schaffen und dem Vertrauen unserer

das Klimakonto von Privathaushalten. Als größter Vermieter im Land Bremen leisten wir mit

Stakeholder gerecht werden. In diesem Zusammenhang betreiben wir nicht nur ein modernes

energetischen Modernisierungsmaßnahmen einen wesentlichen Beitrag dazu, dass die gesetzten

Risikomanagement, sondern neuerdings auch ein Compliance-Management. So stellen wir zum

Klimaziele des Bundeslandes erreicht werden können. Und dies nicht erst seit heute.

Schutz unserer Mitarbeiter und unseres Unternehmensimages sicher, dass in der GEWOBA stets sämtliche unternehmensinternen Regelungen und gesetzlichen Bestimmungen eingehalten werden.

Es ist vor allem der Anteil der Heiz- und Energiekosten, den wir durch Modernisierung und innovative Technologien beeinflussen und angesichts weiter steigender Energiepreise für unsere

Die wirtschaftliche Stärke als Ergebnis unserer wertorientierten Unternehmensführung ver-

Mieter stabil halten wollen.

schafft uns erst die Fähigkeit, unserer gesellschaftlichen Verantwortung dauerhaft gerecht werden zu können.

Darüber hinaus gilt es, alternative Szenarien für die Zukunft zu entwerfen, um die Versorgungssicherheit unseres Bestands mit kostengünstiger Wärme und Energie gewährleisten zu können. Unser Grundsatz bei allen energetischen Maßnahmen lautet: Auch wenn sie ökologisch erzeugt werden, müssen die Kosten für Wärme und Energie für unsere Mieter angemessen und bezahlbar bleiben.

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SICHTWEISEN

ÖKOLOGIE

ÖKOLOGIE

SICHTWEISEN

Mit einem differenzierten Maßnahmen-Mix bereiten wir unser Unternehmen und unsere Liegen-

Mietern in „ihren“ Quartieren sind diese die idealen Ansprechpartner. „Die Hauswarte der GEWOBA

schaften strategisch auf die Energieversorgungswende vor:

sind wichtige Schlüsselfiguren“, bestätigt Dr. Cornelis Rasmussen, Geschäftsführer der Bremer

• Durch energetische Modernisierung (Wärmedämmung der Fassaden und Dächer sowie

Energie-Konsens, und setzt auf deren Multiplikatorfunktion. Die Klimaschutzagentur beteiligte



Optimierung der Heizanlagen) senken wir die Heizkosten der Mieter und steigern gleichzeitig

sich sowohl an der Konzeption als auch an den Kosten der Schulung.



den Wert der Bestände.

• Ein differenziertes Verbrauchsmanagement soll unsere Mieter aktiv dabei unterstützen, ihren

Zusammen mit der gemeinnützigen Klimaschutzagentur Energie-Konsens wollen wir das



Unterstützungsangebot künftig noch aktiver gestalten. Wenn vom Mieter gewünscht, werden

eigenen Energieverbrauch und die damit verbundenen Kosten weiter zu senken.

• Über neue dezentrale Versorgungsstrategien soll der Energiebedarf unserer Mieter regenerativ

künftig eigens geschulte Energiesparhelfer ausführliche und für den Mieter kostenlose Energie-



und klimaschonend gedeckt werden. Gleichzeitig machen wir uns unabhängig in der Wahl

sparchecks im Haushalt durchführen. Dabei kombinieren die Helfer praktische Sofortmaßnah-



unserer Energielieferanten. In zwei Pilotprojekten erproben wir derzeit Alternativen zur rein

men, wie beispielsweise das Einsetzen von Energiesparlampen, mit der Verbrauchsanalyse der



fossilen Erzeugung von Wärme und Strom für ganze Quartiere.

vorhandenen Elektrogeräte. Die Erfahrungen der Bremer Energie-Konsens zeigen, dass Haushalte durch den Stromsparcheck bis zu zehn Prozent Energie und CO2 einsparen können. „Mit der

Verbrauchsmanagement zahlt sich aus

18,8

GEWOBA haben wir den optimalen Partner, um möglichst viele Haushalte zu erreichen und zum

Wir beginnen damit, vorhandene Einsparpotenziale im

Mitmachen anzuregen“, sagt Dr. Rasmussen. Die langjährige Zusammenarbeit mit der Klima-

Gebäudebestand zu sondieren und zu erschließen. Dank

schutzagentur erstreckt sich auch auf weitere Bereiche, energieeffizientes Bauen und Entwicklung

unseres Energieinformationssystems können wir per Mausklick sofort diejenigen Gebäude identifizieren, in denen noch Einsparmöglichkeiten realisiert werden können. Bereits seit 1980 investieren wir jährlich hohe zweistellige Millionenbeträge in die Modernisierung, Instandhaltung und -setzung unseres Wohnungsbestands. Insbesondere die energetischen

12,6 9,1

13,0

8,0

innovativer Produkte beispielsweise. Es besteht ein reger Austausch zwischen den Experten der Bremer Energie-Konsens und der GEWOBA.

2005 2006 2007 2008 2009 Investitionen energetische Modernisierung in Millionen Euro

Modernisierungsmaßnahmen bilden hier einen Ausgabenschwerpunkt. 2009 investierte die GEWOBA 18,8 Millionen Euro in diesem Bereich, 2010 werden es weitere 20,6 Millionen Euro sein. Allein dadurch entlasten wir das Klima um 1.500 bis 2.000 Tonnen CO2 jährlich. Auch die positiven wirtschaftlichen Effekte des Modernisierungsprogramms für die Region sind nicht von der Hand zu weisen: Rund 80 Prozent unserer Aufträge vergeben wir an heimische Betriebe. Energiesparen für Mieter leicht gemacht Annähernd 100 Prozent unserer Wohnungen haben wir 2009 mit hochmodernen Heizmessgeräten ausgestattet. Die neuen Messgeräte können per Funk abgelesen werden und erübrigen so die jährliche, manuelle Ablesung. Für die Mieter ist das neue System nicht nur bequem, sondern auch transparenter als zuvor – sie können ihren Verbrauch besser nachvollziehen. Ein weiterer Vorteil: Heizkostenabrechnungen können ohne großen Aufwand zeitnah erstellt werden und liegen den Mietern nach fünf anstatt nach den gesetzlich vorgeschriebenen zwölf Monaten vor. So können sich die Mieter vor hohen Nachzahlungen schützen und frühzeitig ihre Vorauszahlungen an die Preisentwicklung anpassen. erstes Passivhaus im Land Bremen

Wenn unsere Bestände für eine klimafreundliche Zukunft gerüstet sind, sollen es auch unsere Mieter sein. Gemeinsam mit der Klimaschutzagentur Bremer Energie-Konsens haben wir Konzepte entwickelt, um die Mieter zu motivieren, ihren eigenen Energieverbrauch zu reduzieren. Wir haben unsere Hauswarte 2009 schulen lassen, damit sie den Mietern mit praktischen Tipps und Tricks Hilfestellung beim Energiesparen geben können. Durch den engen Kontakt zu den

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Damit sparen wir Strom! Unsere Hauswarte geben EnergiesparTipps an die Mieter weiter – einer von vielen Beiträgen, die wir zur Erreichung des landesweiten Klimaziels leisten.

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SICHTWEISEN

ÖKOLOGIE

ÖKOLOGIE

SICHTWEISEN

Gewusst wie: Heizen, Lüften und Stromsparen Hauswarte bekommen während ihrer Arbeit eine Menge zu sehen: Probleme mit feuchten Wänden oder gar Schimmel in den Wohnungen gehören leider auch dazu. Aus unserer Erfahrung wissen wir, dass hierzu Informationsbedarf bei den Mietern besteht. Jens Pohlmann ist einer von rund 76 Hauswarten, die 2008 an einer ausführlichen Energieberatungsschulung teilnahmen. Für die Schulung hat sich die GEWOBA sachverständige Unterstützung bei der Bremer Energie-Konsens und der Bremer Umweltberatung geholt. Seit dem vergangenen

Auch wir legen den Schalter um

Jahr können jetzt Jens Pohlmann und seine Kollegen „ihren“ Mietern bei Fragen rund ums

In unserem eigenen Haus gehen wir mit gutem Beispiel voran: Seit 2009 beziehen wir für das

Energiesparen noch besser mit Rat und Tat zur Seite stehen als bisher.

Verwaltungsgebäude am Rembertiring Ökostrom. Gleichzeitig haben wir den größten Energieverbrauchern bei uns im Haus den Stecker gezogen und die gesamte IT-Infrastruktur auf „grün“

Denn die Hauswarte sind wichtige Multiplikatoren: Sie haben regelmäßig unmittelbaren Kontakt

gestellt: energieeffiziente Monitore und Hardware, weniger Server, weniger Klimatisierung im

zu den Mietern und können gleich in der Wohnung erklären, wie man lüftet und heizt oder wo

Rechenzentrum. Allein durch den Austausch der alten gegen neue IT-Geräte sparen wir gut 170

die versteckten Stromfresser sitzen, etwa bei Stand-by-Schaltern. Auch beim Kauf von energieef-

Tonnen CO2 pro Jahr. Auch unseren Fuhrpark reduzieren wir, anstelle eigener Firmenwagen nutzen

fizienten Elektrogroßgeräten wie Kühlschränken oder Waschmaschinen können die geschulten

unsere Mitarbeiter ein Carsharing. Für den Arbeitsweg erhalten Mitarbeiter ein Firmenticket für

Hauswarte jetzt mit Informationen weiterhelfen.

den öffentlichen Personennahverkehr.

Von der Fortbildung der Hauswarte profitieren alle: Die Mieter sparen nicht nur Heizkosten, sondern sorgen auch für ein besseres Raumklima. Die Hauswarte sind noch vielfältiger qualifiziert. Und wir fördern ein umweltfreundliches Nutzerverhalten in unseren Wohnungen.

Hauswart Jens Pohlmann

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SICHTWEISEN

ÖKOLOGIE

ÖKOLOGIE

SICHTWEISEN

Energieversorgung neu denken

Als Anbieter zusammenhängender Quartiere beschränken sich unsere Überlegungen für zukunfts-

Wussten Sie, dass man bei der GEWOBA auch Dächer mieten kann? Zumindest wer ein sonniges

fähige Lösungen zur Energieversorgung nicht nur auf einzelne Gebäude. Auf dem Feld der Wärme-

Plätzchen für die Installation von Photovoltaik sucht, kann bei uns sicher fündig werden. Neben

versorgung ganzer Quartiere ist visionäres Denken erforderlich, um einen sinnvollen und bezahl-

dem eigenen Invest in diese umweltfreundliche Stromversorgung nutzt die GEWOBA auch die

baren Energiemix für die Zukunft zu finden. Wir wollen Lösungen in großem Maßstab anbieten.

Solardachbörse NordWest, um geeignete Gebäudedächer anzubieten. So tragen wir dazu bei, dass

Für unsere zukunftsweisenden Konzepte für die Vahr in Bremen sind wir vom Bundesministerium

der Anteil regenerativ erzeugter Energie auch im öffentlichen Stromnetz steigt. Die Solarmodule

für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung mit einer Silbermedaille ausgezeichnet und mit 75.000

erzeugen völlig CO2-frei Strom aus der Kraft der Sonne. Auf über 6.000 Quadratmetern Dachfläche

Euro prämiert worden. Die Projektskizze verbindet effektiven Klimaschutz durch energetische

sind heute bereits Solarmodule auf GEWOBA-Dächern montiert. Und für alle Mieter, die ihren

Modernisierung mit weitergehenden Verbesserungen im Quartier. Beispielsweise ist vorgesehen,

Energiebedarf ökologisch decken wollen, bieten wir seit Februar 2010 günstigen Ökostrom an.

den gesamten Warmwasserbedarf der knapp 8.000 GEWOBA-Haushalte in der Vahr weitgehend von der Warmwasserbereitung über Strom auf Warmwasserbereitung aus Fernwärme und gegebenenfalls zusätzliche regenerative Energiequellen umzustellen.

Seit 30 Jahren erprobt: Einsatz für Gebäude um Umwelt

seit 1980: energetische Gebäudemodernisierung und Optimierung der Heizanlagen

Pilot-Anwendung von transparenter Wärmedämmung und Photovoltaik in den Balkonbrüstungen in Gebäuden in der Vahr und Utbremen

Montage der ersten Photovoltaikanlage in der Vahr

erste Niedrigenergiehäuser in Walle und Huchting

erstes Passivhaus (Im Hollergrund) im Land Bremen

verbrauchsorientierte Energieausweise für den gesamten Bestand

Schulung aller Hauswarte zur Energieeinsparung; Green-IT im Bürogebäude Rembertiring

Ökostrom im Bürogebäude Rembertiring; Vertragsabschluss für Biomasse-Anlage, Im Ellener Feld

Bau des Blockheizkraftwerks in Kattenturm

1980

1998

2001

2005

2006

2007

2008

2009

2010

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SICHTWEISEN

ÖKOLOGIE

Biomasse und Kraft-Wärme-Kopplung

ÖKOLOGIE

SICHTWEISEN

Untersuchungen: Ein BHKW kann den Bedarf im Bremer Ortsteil Kattenturm am effizientesten decken.

2009 begannen die ersten beiden Leuchtturm-Projekte in Bremen, mit denen wir die dezentrale Versorgung einer einzelnen Wohnanlage (Im Ellener Feld) und eines ganzen Quartiers (Kattenturm)

Blockheizkraftwerke nutzen Kraft-Wärme-Kopplung: Bei der Verbrennung eines Energierohstoffs

erproben. Damit gehen wir den ersten Schritt in Richtung unseres langfristigen Ziels, unsere

erzeugen sie nicht nur Wärme, sondern zugleich auch Strom. Eine umweltfreundliche Lösung, weil

Bestände mit ressourcenschonenden Heizanlagen auszustatten, die an den Bedarf vor Ort

dieses Kraftwerk einen höheren Wirkungsgrad hat als reine Gasheizwerke.

angepasst sind. Derartige Projekte dienen dem Klimaschutz einerseits, andererseits können unsere Mieter sicher sein, dass ihre Heizkosten auf lange Sicht stabil bleiben. „Wir sind ökologischen

Umso erfreulicher, dass die Lösung auch ökonomisch für unsere umweltbewussten Mieter

Maßnahmen gegenüber generell aufgeschlossen, jedoch achten wir im Sinne unserer Mieter auch

interessant ist. „Die Kosten für die Energie dürfen grundsätzlich nicht steigen, nur weil sie

auf ökonomische Aspekte. Ausschlaggebend sind die Wirtschaftlichkeit der Anlage und Preis-

ökologisch produziert wird“, beschreibt Fölsch den Grundsatz aller ökologischen Modernisierungs-

stabilität für die Mieter“, betont Marco Hahn, Leiter der GEWOBA-Immobilienwirtschaft.

maßnahmen der GEWOBA.

Im Juli 2009 wurde für die 230 Wohnungen Im Ellener Feld der Contractingvertrag über die

Und was bringt die Zukunft? Kleine und größere BHKW könnten langfristig einmal Standard

Versorgung mit Biomasse abgeschlossen. Die Anlage wird ab Anfang 2010 Wärme aus Holzpellets

bei der GEWOBA werden. Im Zuge einer Potenzialstudie untersuchen wir, welche vorhandenen

erzeugen. Damit können 70 Prozent des Wärmebedarfs mit einem nachwachsenden Rohstoff

Anlagen sich dafür eignen. Diese in Kooperation mit dem Bremer Senator für Umwelt, Bau,

gedeckt werden. Die restlichen 30 Prozent werden noch konventionell mit Gas erzeugt.

Verkehr und Europa durchgeführte Studie untersucht über 50 Standorte, an denen herkömmliche Heizanlagen im GEWOBA-Bestand durch BHKW ergänzt oder ersetzt werden können. Die gute

Auch Alternativen zur Biomasse-Heizung wurden von unseren Spezialisten in Betracht gezogen.

Nachricht: In den untersuchten Wohnungsbeständen sind sie prinzipiell, unter entsprechenden

Wegen der geringen Größe und der begrenzten Laufzeit hätten sich Alternativen wie etwa ein

Rahmenbedingungen, überall wirtschaftlich zu betreiben.

Blockheizkraftwerk (BHKW) nicht wirtschaftlich betreiben lassen. Hinter der Entscheidung für Biomasse stehen aber auch ganz pragmatische Gründe: „Im Ellener Feld haben wir den nötigen Platz für die Lagerung der Pellets“, sagt Stefan Fölsch, Leiter des Technischen Bestandsmanagements bei der GEWOBA. Zudem konnten wir auf Vorhandenes zurückgreifen: Das bestehende Heizhaus bietet ausreichend Platz für den zusätzlichen Einbau der Pelletanlage. Anders gestalten sich unsere Pläne für die Wärmeversorgung in größerem Maßstab. In Kattenturm arbeitet unser größtes Heizwerk im Bestand künftig als BHKW. Die Gasheizanlage aus den 70er Jahren versorgt rund 1.400 Haushalte mit Wärme und bedurfte einer Runderneuerung. „Auch hier denken wir zukunftsorientiert“, sagt Stefan Fölsch. Das Ergebnis der sich anschließenden

Biomasse-Heizanlage Im Ellener Feld

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SICHTWEISEN

S oziales

S oziales

SICHTWEISEN

Soziales: Die Zukunft fest im Blick Nachhaltig planen und wirtschaften heißt für uns, die Herausforderungen der Zukunft bei jedem Schritt mitzudenken. Die demografische Entwicklung verändert das Gesicht unserer Gesellschaft: sie wird älter, sie wird multikultureller, sie wird heterogener. Die GEWOBA ist mit rund 20 Prozent Marktanteil der größte Vermieter im Bundesland Bremen: Über 40.000 Haushalten bieten wir ein Zuhause. Jeder siebte Bremer wohnt in einer unserer Wohnungen, in Bremerhaven ist es sogar jeder fünfte. Aufgrund dieser Größe ist die Mieterstruktur der GEWOBA ein Resonanzkörper für gesellschaftlichen Wandel, demografische Trends spiegeln sich bei uns bereits heute deutlich wider. Ein Drittel unserer Mieter ist über 60 Jahre alt. Ein Drittel unserer Mieter hat seine Wurzeln in anderen Kulturen und Ländern. Auf der Suche nach kreativen Lösungen für die damit verbundenen Wohnbedürfnisse blickt die GEWOBA über den Tellerrand. stehen in engem Kontakt mit den jeweiligen Ortsamtsleitern. In 2010 werden außerdem drei Unser Ansatz geht bereits heute weit über die Frage nach einer modernisierten Wohnung hinaus,

weitere Nachbarschaftsmanager ihre Arbeit aufnehmen. Die dann insgesamt acht Nachbar-

denn die Ansprüche rund um das Wohnen steigen. Die Ausstattung einer Wohnung reicht längst

schaftsmanager sind mit den Befindlichkeiten der Menschen vor Ort bestens vertraut. Auf

nicht mehr als alleiniges Vermietungsargument aus. Wir sind überzeugt, dass integrierte, soziale

Augenhöhe vermitteln sie bei Unstimmigkeiten oder Missverständnissen und haben ein offenes

Konzepte und der persönliche, individuelle Service unsere entscheidenden Wettbewerbsvorteile

Ohr für Fragen und Probleme der Bewohner.

sind. Unser Ziel hinter allen Maßnahmen ist, bestehende Mieter langfristig an uns zu binden und neue Mieter für die GEWOBA zu gewinnen.

Außerdem bauen wir unseren Kundenservice in den Quartieren mit neuen Servicebüros konsequent aus. Unsere Vermieter können so auch kurzfristig Besichtigungen arrangieren und sind für die Mieter häufiger persönlich anzutreffen. Unsere 76 Hauswarte sind die ersten Ansprechpartner, wenn es um kleinere Reparaturen oder Energiespartipps geht. Die kurzen Wege, der direkte Draht, mehr Service und Nähe führen nachweislich zu einer höheren Mieterzufriedenheit, wie unsere Mieterbefragung 2009 wieder bestätigt hat: 66 Prozent unserer Mieter sind mit der GEWOBA zufrieden bis sehr zufrieden.

GEWOBA-Servicebüros in Bremen-OTe und in der Vahr

Netzwerkarchitekt für unsere Mieter Obwohl wir unser Leistungsspektrum erweitern, ist und bleibt die Vermietung unsere Kernkompetenz. Für die vielen, über den Wohnbereich hinausgehenden Angebote knüpfen wir deshalb Netzwerke mit kompetenten Partnern, die uns mit ihrem Expertenwissen unterstützen. Im Umkehrschluss geben unsere Mitarbeiter ihr Fachwissen, das sie in Pilotprojekten gewinnen, zum Beispiel in Podiumsdiskussionen und auf Fachkongressen weiter. Passgenaue Lösungen findet nur, wer ganz nah an den Bedürfnissen der Mieter und Bewohner ist. Unsere Mitarbeiter bringen sich aktiv in Netzwerken ein, nehmen an Beiratssitzungen teil und

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Ist ja wohl klar, wer hier gewinnt! Unsere älteren Mieter profitieren von den vielfältigen Angeboten unseres Servicemanagements.

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Die Mieter von heute und morgen „So fühlt sich zu Hause an!“ Nach diesem Leitsatz beschäftigt sich die GEWOBA besonders intensiv mit folgenden Fragestellungen: • Selbstbestimmt leben im Alter: Wie gehen wir auf die altersbedingten Wohnbedürfnisse

unserer Mieter ein? Mit welchen Angeboten können wir die Lebensqualität älterer und



gesundheitlich eingeschränkter Mieter erhöhen?

• Auf gute Nachbarschaft: Wie können wir helfen, das harmonische Zusammenleben

verschiedener Kulturen in unseren Quartieren zu unterstützen und das gegenseitige

Serviceangebote speziell für unsere älteren Mieter entwickelt: Das Angebot reicht von bedarfsge-



Verständnis zu fördern?

rechter Alltagsunterstützung durch renommierte Pflegedienste zu günstigen Konditionen bis zu

• Sicher in der Wohnung, sicher im Quartier: Wie können wir die tatsächliche und die gefühlte

geselligen Veranstaltungen und Ausflügen.

Sicherheit in unseren Wohnanlagen weiter verbessern? Ende 2008 haben wir die Abteilung Servicemanagement ins Leben gerufen. Fünf Mitarbeiter

Im Alter in vertrauter Umgebung leben

beraten ältere Mieter sowie deren Angehörige kostenlos. Sie planen mit den Mietern gemeinsam,

In den kommenden zehn Jahren soll die Zahl der über 80-Jährigen im Land Bremen um 30 Prozent

wie sie sicher und komfortabel ihre Wohnung noch lange genießen können, helfen bei der

steigen – so die Prognosen des Senats der Freien Hansestadt. Für uns sind diese Prognosen längst

Umsetzung von Umbauten und bei Behördengängen. Die Abteilung ist eingebettet in ein Netzwerk

Grund zum Handeln. Denn schon jetzt schlägt sich der demografische Trend in der Altersstruktur

aus kompetenten Partnern, an die die Serviceberater bei Bedarf vermitteln und die den GEWOBA-

unserer Mieter nieder: Ein Drittel der GEWOBA-Mieter ist über 60 Jahre, gut 20 Prozent sind

Mietern Leistungen zu vergünstigten Preisen anbieten. In Bremen unterstützen der Bremer Pflege-

bereits über 70 Jahre alt. Viele dieser Senioren sind langjährige Mieter mit hoher Zahlungsmoral

dienst, die Arbeiterwohlfahrt (AWO), der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), die Johanniter und der

und wünschen sich, so lange wie möglich selbstbestimmt in ihrer vertrauten Umgebung zu leben.

Pflege- und Sozialdienst vacances unsere Serviceberater. In Bremerhaven sind es das Betreuungs-

Diesen Wunsch wollen wir erfüllen und die Lebensqualität dieser Mietergruppe steigern.

und Erholungswerk (BEW), der Pflegedienst Unterweser, das Deutsche Rote Kreuz (DRK) und der Fahrdienst Lorenz.

Einerseits bauen wir unser barrierereduziertes Wohnungsangebot in den dafür geeigneten Lagen und Objekten stetig weiter aus und stellen dafür in 2010 erstmalig ein gesondertes Budget zur

Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Servicemanagements ist die aktivierende Komponente,

Verfügung. So machen wir unseren Wohnungsbestand fit für die Gesellschaft von heute und morgen.

denn viele ältere Menschen leiden unter Einsamkeit. Wir möchten erreichen, dass unsere Mieter ihre Nachbarn kennenlernen und sich im Quartier engagieren. Daher bietet das Servicemanage-

Andererseits sind wir auch überzeugt, dass die Lebensqualität im Alter nicht allein von Wohnraum

ment viele gesellige Aktivitäten und informiert darüber im Info-Magazin GEWOBA MITTENDRIN.

mit weniger Barrieren abhängt, sondern vor allem von sozialen Mehrwerten. Daher haben wir

Die gemeinsamen Veranstaltungen sind bei den älteren Mietern besonders beliebt: Im August 2009 luden die Serviceberater Bremer Mieter zu einem Grillfest ein. Der Zuspruch war so hoch, dass zwei weitere Termine angesetzt wurden. Auf der Weihnachtsfeier im Bürgerzentrum Vahr kamen mehr als 150 Mieter bei Kaffee, Gebäck und Unterhaltung zusammen. Bisher ist das Servicemanagement in Bremen und Bremerhaven aktiv, das Angebot soll künftig auf die Bestände in Oldenburg ausgeweitet und dort etabliert werden. Alternative Wohnformen bei der GEWOBA Mit dem Ziel, die Lebensqualität Älterer weiter zu verbessern, initiieren wir gemeinsam mit Partnern aus dem sozialen Bereich Pilotprojekte. Mit vacances beispielsweise schließen wir die ambulante Versorgungslücke. Im Bremer Stadtteil Huchting haben wir gemeinsam eine Wohnung mit drei Plätzen für die Kurzzeitpflege hergerichtet. Die GEWOBA übernahm hier die Renovie-

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rungskosten und die Reduzierung von Barrieren. Die Pflegehilfsmittel lieferte das Bremer Reha Team, examinierte Pflegekräfte von vacances versorgen die Kurzzeit-Mieter während des Aufenthalts. Von der Nutzung als Appartement bis hin zur Rundumpflege ist hier alles möglich – nicht

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„Was können wir für Sie tun?“: Hilfen für ältere und eingeschränkte Mieter

nur für GEWOBA-Mieter. Günstig unterwegs Auch für alternative Wohn- und Versorgungsformen schaffen wir Raum und Möglichkeiten. Mit

Werner Schnicke freut sich über die neu gewonnene Mobilität dank des Fahrdienstes: „Meine Frau

der Bremer Heimstiftung haben wir in Osterholz-Tenever (OTe) das Stadtteilhaus eröffnet. Ein

Ingrid und ich fahren wieder gern auf die Parzelle. Ich verabrede einfach einen Termin mit dem

halbes Jahr haben wir das Gebäude für das Projekt umgebaut und vorbereitet. In den oberen

Fahrdienst und wir verbringen einen schönen Tag im Grünen.“ Und weil die Schnickes GEWOBA-

Geschossen bietet die Bremer Heimstiftung als Generalmieter jetzt günstige Service-Wohnungen

Mieter sind, fahren sie zu Sonderkonditionen.

für Ältere an, im Bedarfsfall können die Mieter zusätzlich Pflegeleistungen in Anspruch nehmen. Wer mehr Unterstützung bedarf, kann sich der Pflegewohngemeinschaft in der unteren Etage anschließen. Zehn Pflegebedürftige leben hier in familiärer Atmosphäre und professionell betreut unter einem Dach. Menschliche Nähe, individuelle Distanz – im Stadtteilhaus ist das möglich. Das Angebot zum gemeinschaftlichen Wohnen wollen wir künftig weiter ausbauen, denn die Nachfrage ist besonders in Bremen sehr hoch. In Bremen-Hastedt entsteht 2010 ein erster barrierearmer Neubau mit 46 Mietwohnungen. Dabei handelt es sich um ein generationenübergreifendes Wohnprojekt, das genau auf die Bedürfnisse von Hausgemeinschaften zugeschnitten ist.

Servicemanagement – Fazit erstes Jahr

Altersstruktur der Mieter Alter in Jahren



Anteil in Prozent

Beratungsgespräche

627

Umbaumaßnahmen

229

Hausnotrufe

117

Unterstützung im Alltag

< 20

0,7

20 – 29 Jahre

15,2

30 – 39 Jahre

16,4

40 – 49 Jahre

18,3

50 – 59 Jahre

16,1

60 – 69 Jahre

12,8

sie findet eine Lösung. Zweitens Frau Bober vom Pflegedienst, die jeden Mittwoch ‚Hallo‘ sagt.

70 – 79 Jahre

14,3

Frau Bober macht das so nett, dass sie mir direkt ans Herz gewachsen ist.“

> = 80

6,2

regelmäßige Dienstleistungen der Partner

65

Umzüge

40

Wilhelm Lange hat das Komfort-Paket gebucht, eine Auswahl hilfreicher Leistungen für 9,90 Euro im Monat. Weil er Probleme mit dem Hören hat, schreibt er sich mit Serviceberaterin Daniela Beier lieber E-Mails als zu telefonieren. „Durch das Komfort-Paket habe ich zwei reizende Menschen kennengelernt. Erstens Frau Beier: Wenn ich Hilfe brauche, melde ich mich bei ihr und

Sicher im Wohnraum In ihre alte Badewanne konnte Elfriede Schnaars nicht mehr wie früher steigen: Serviceberaterin Heike Baarhs sorgte für den Badumbau durch die GEWOBA. „Jetzt habe ich eine neue, niedrige Duschkabine. Ein Sitz wurde auch in die Dusche eingebaut. Endlich kann ich mein Bad wieder richtig nutzen.“ Besser gemeinsam Albert Hoffknecht hat im Veranstaltungskalender der GEWOBA MITTENDRIN das Spargelessen in Bremerhaven entdeckt: „Ich lebe alleine und spreche an manchen Tagen kein Wort. In der Gemeinschaft schmeckt das Essen dann gleich viel besser. Die Serviceberater haben sogar an rohen und gekochten Schinken gedacht. Ich komme gerne wieder.“

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Hilfe im Haushalt und im Notfall

Während wir Deutsche zu einem Termin um zehn Uhr möglichst pünktlich auf die Minute

Die 58-Jährige Ursula Koschel ist chronisch krank und auf eine Gehhilfe angewiesen. Der Alltag

erscheinen, gilt es in anderen Kulturen als unhöflich, zur verabredeten Zeit zu kommen. Da gehört

geht ihr nicht mehr so leicht von der Hand. Mit dem Hausnotruf und einer Haushaltshilfe ließ sich

es sich, eine halbe Stunde später einzutreffen.“

ihre Situation mit wenig Aufwand verbessern: „Ich traue mir wieder mehr zu, fühle mich wie von tausend Mann beschützt“, sagt Ursula Koschel. Auf die Unterstützung im Haushalt will sie nicht

Auch für unsere Mitarbeiter, die etwa als Hauswarte oder in der Vermietung jeden Tag mit

mehr verzichten, der Hausnotruf vermittelt ihr ein sicheres Gefühl. Mit ihrer maßgeschneiderten

verschiedenen Menschen zu tun haben, sind solche oder andere Verhaltensformen zunächst

Lösung sei sie nicht nur zufrieden, lacht Ursula Koschel. Sondern richtig glücklich!

ungewohnt und auch manchmal fremd. Da es uns am Herzen liegt, dass unsere Mieter und unsere Mitarbeiter verständnisvoll miteinander umgehen, haben wir uns Unterstützung gesucht: Mit der

Ausflüge mit Freunden

VHS als kompetentem Partner haben wir im Jahr 2009 eine erste Schulung „Interkulturelle

„Ich kann doch nicht den ganzen Tag zu Hause

Kompetenz“ organisiert. Dr. Witthaus hat sich über unsere Initiative sehr gefreut. Gemeinsam

sitzen!“, sagt Waltraud Lick. Die unterneh-

mit zwei Fachbereichsleitern und für interkulturelle Schulungen ausgebildeten Trainern wurde in

mungslustige Bremerhavenerin ist gern unter

einem Planungsworkshop zusammen mit GEWOBA-Mitarbeitern das Seminarkonzept entwickelt.

Menschen. Gemeinsam mit Serviceberaterin Ilka Sawatzki und ihren Freundinnen machte

In dem anderthalbtägigen Seminar waren die Schulungsteilnehmer aufgefordert, über konkrete

sie einen Ausflug in den Bremer Stadtteil Vahr.

Probleme und Missverständnisse im Alltag zu berichten. Es ging darum, zu verstehen, warum

„Vom Aalto-Hochhaus hat man einen großarti-

welche Mieter mit welchem kulturellen Hintergrund wie reagieren. Wenn man beispielsweise erst

gen Blick über Bremen“, schwärmt die 75-Jäh-

einmal weiß, dass in anderen Kulturen ein Vertragsabschluss, also auch das Unterschreiben eines

rige. Beeindruckt haben sie auch die Aufent-

Mietvertrags, ein bedeutsamer Gemeinschaftsakt ist, dann wundert es nicht mehr, wenn der neue

haltsräume: „Wenn man dort sitzt und Karten

Mieter zur Vertragsunterzeichnung auch Familienangehörige und Freunde mitbringt. „Wenn ich

spielt, bekommt man ganz flott Gesellschaft.“

erst einmal verstanden habe, warum ein Kunde wie reagiert, dann kann ich mich beim nächsten

Das Fazit des Ausflugstages: „Frau Sawatzki hat alles so toll organisiert. Ein wunderschöner Tag!“

Mal gleich ganz anders verhalten oder besser auf ihn eingehen“, sagt auch Natascha Janssen aus der Immobilienwirtschaft. Neben dem Austausch unter Kollegen gehörte auch eine kleine Sprachlerneinheit zum Programm:

„Dobryj djen'“ und „Merhaba“ heißt „Guten Tag“

beispielsweise können die GEWOBA-Mitarbeiter russischsprachige Mieter jetzt in ihrer Muttersprache begrüßen und verabschieden. Schließlich stammen viele unserer Mieter aus Osteuropa.

Unsere Mieter kommen in der ersten, zweiten oder dritten Generation aus über 100 verschiedenen

Jetzt planen wir diese interkulturelle Fortbildung für das Jahr 2010 zum zweiten Mal. Die

Nationen und bringen viele verschiedene Bräuche, Religionen und Traditionen mit nach Deutschland.

GEWOBA-Teams haben das Training gern angenommen.

Da kann es schon einmal vorkommen, dass Menschen Tür an Tür wohnen, die unterschiedliche Vorstellungen und Lebensweisen haben. Ein Beispiel beschreibt Dr. Udo Witthaus, Direktor der Bremer

Sonstige 14,2 %

Russisch 34,3 %

Westeuropäische Sprachen 2,9 %

Bereich eine hohe Sensibilität“ hat. Bal'schoje sspassiba! („Danke“ auf Russisch)

Afrikanische Sprachen 2,9 % Arabisch 5,7 %

Volkshochschule (VHS), der um die vielen interkulturellen Verständigungsschwierigkeiten weiß: „In verschiedenen Kulturen gibt es sehr unterschiedliche Zeitvorstellungen:

VHS-Chef Dr. Witthaus bescheinigt uns, dass „die Unternehmensleitung der GEWOBA in dem

Türkisch 20,0 %

Polnisch 20,0 %

Mieterstruktur der GEWOBA

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Kleine Lebensretter mit großer Wirkung

Die Polizei – ein starker Partner

Die Sicherheit unserer Mieter hat für uns einen hohen Stellenwert. Als Vermieter können wir

gerne nach Hause kommen, daher haben wir unsere Wohnanlagen gemeinsam mit Experten der

das Sicherheitsempfinden unserer Mieter nur mittelbar positiv beeinflussen, indem wir unsere

Polizei auf problematische Ecken hin untersucht. Mehr Licht, ansprechendere Eingänge und

Gebäude und das Wohnumfeld sicher gestalten. Über individuelle Beratungsangebote hinaus

einsehbare Grünanlagen sorgen dafür, dass unsere Mieter mit sicherem Gefühl zur Haustür

profitieren alle unsere Mieter von vielfältigen Sicherheitsmaßnahmen.

gelangen. Eine gemeinsame Arbeitsgruppe von GEWOBA und Polizei nimmt im Frühjahr 2010 die

Dunkle Ecken und unübersichtliche Eingänge können bedrohlich wirken. Unsere Mieter sollen

Arbeit auf, um in einem weiteren Schritt Checklisten für die Gebäude- und Wohnumfeld-Sicher2009 sind in unsere gut 40.000 Mietwohnungen in Bremen und Bremerhaven knapp 150.000

heit zu entwickeln. In den Treffen geht es aber auch um die Frage, welche Sicherheitsmaßnahmen

Lebensretter eingezogen. Sukzessive haben wir alle Mietwohnungen mit hochwertigen akusti-

die soziale Stabilität einer Nachbarschaft fördern können. Als Referenzgebiet wurde zunächst

schen Rauchwarnmeldern ausgestattet und bieten diese zum Vorzugspreis auch unseren Eigentü-

Bremen-Kattenturm ausgewählt. Die entwickelten Leitfäden sollen auf alle Quartiere übertragbar

mern an. Dieser Sicherheitsvorteil soll allen Mietern zugutekommen, daher haben wir für unsere

sein und künftig bei Modernisierungen und Neubauten zum Einsatz kommen. So könnte am Ende

hörgeschädigten Mieter gemeinsam mit dem Landesverband der Gehörlosen eine individuelle

des Prozesses beispielsweise festgelegt sein, wie die Müllunterstände künftig in allen GEWOBA-

Lösung gefunden. Der „Deafguard“ warnt im Brandfall mit Blitzlicht und Vibration vor der Gefahr.

Wohnanlagen gestaltet werden. Auf diese Weise verankern wir den Sicherheitsaspekt fest in alle Investitionsvorhaben. Darauf können sich unsere Mieter verlassen.

„Es ist jemand für mich da.“ Für dieses beruhigende Gefühl sorgen unsere 14 Concierges in elf Bremer und vier Bremerhavener

Für mehr Sicherheit sorgt auch dieses Engagement: Die GEWOBA fördert ein bundesweit einmali-

Hochhäusern. Sie halten ungebetene Gäste fern und sorgen drinnen wie draußen für ein freundli-

ges Pilotprojekt der Polizei Bremen zum Schutz vor Eigentumsdelikten. Mit unserer finanziellen

ches Erscheinungsbild. Auch kleine Nachbarschaftsdienste übernehmen die Concierges gerne.

Unterstützung konnten in 2009 bereits insgesamt 1.000 Haushalte in der Bremer Neustadt,

Vom Concierge-Projekt profitieren aber mehr als nur unsere Mieter: Die neuen Mitarbeiter sind

darunter auch unsere GEWOBA-Mieter, kostenlos mit Markierungssets ausgestattet werden. Die

ehemalige Langzeitarbeitslose, denen wir mit dem Förderwerk in Bremen und dem Betreuungs-

Wertgegenstände werden mit einem farblosen, unsichtbaren Lack – der sogenannten „künstlichen

und Erholungswerk in Bremerhaven eine Rückkehr in den Arbeitsmarkt ermöglicht haben. Ein

DNA“ – vor Diebstahl geschützt. Wie bei der menschlichen DNA unterscheiden sich auch die

freundliches Gesicht zur Begrüßung, ein Gruß zum Abschied – so fühlt sich zu Hause an!

verschiedenen Chargen des Lacks voneinander, sodass Diebesgut zweifelsfrei einem Besitzer zugeordnet werden kann.

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Wohnen bei der GEWOBA – aber sicher! „Man denkt immer, sowas passiert einem nicht, dass man den Topf auf dem Herd vergisst oder solche Sachen“, sagt GEWOBA-Mieterin Irma Pollock. Sie erholt sich allmählich von dem Schrecken, der ihr im vergangenen September in die Glieder fuhr: Bei der fast 70-Jährigen schrillte einer der erst drei Monate zuvor eingebauten Rauchwarnmelder los. Aber es war diesmal kein vergessener Topf: Ihr Fernseher war implodiert, qualmte giftig und stank. „Gottseidank war

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Auf gute Nachbarschaft Die GEWOBA ist viel mehr als nur Vermieter von Wohnraum – sie ist verlässlicher Partner und aktiver Unterstützer der Ortspolitik, lokaler Initiativen und Vereine. Sie ist Impulsgeber und Initiator zahlreicher Entwicklungen in den Quartieren und darüber hinaus. Sie schafft funktionierende Nachbarschaften und Netzwerkstrukturen, alles mit dem Ziel, die Lebensqualität der Bewohner zu erhöhen.

gerade mein Sohn da“, erinnert sich Irma Pollock. Der handelte schnell und schob das Gerät auf den Balkon. Auch den schrillen Ton konnte er schnell wieder abschalten. So musste noch nicht einmal die Feuerwehr kommen. Die langjährige GEWOBA-Mieterin kannte Rauchwarnmelder schon seit den 70er Jahren aus den USA: „Ich hab immer gesagt, sowas einzubauen wäre ideal.“ Im Rahmen der flächendeckenden Ausstattung, die die GEWOBA im Jahr 2009 durchgeführt hat, sind nun auch bei ihr drei Rauchwarnmelder installiert worden. Die Feuerwehr Bremen freut sich ebenfalls darüber, dass die GEWOBA fast alle Wohnungen freiwillig mit Rauchwarnmeldern ausgestattet hat. Jürgen Hannuß, Sachgebietsleiter für den vorbeugenden Brandschutz, erklärt, dass durchschnittlich in Bremen pro Jahr fünf Menschen bei Bränden ums Leben kommen. „Sie ersticken am Rauch, bevor die Flammen sie erreichen. Im Schlaf riecht man keinen Rauch und keine giftigen Gase. Dann weckt einen der Rauchwarnmelder.“

Mehr Platz für die „Sonnenblümchen“ Mucksmäuschenstill ist es in der Wohnung in der Hans-Böckler-Straße 75 in Bremerhaven-Leherheide. Konzentriert schauen Mädchen und Jungen auf die Hefte vor sich – jetzt werden Hausaufgaben gemacht. Kommen sie einmal nicht weiter, helfen ihnen die Betreuer wie Artur, Irina oder Katharina. Später wollen sie mit den Kindern spielen, doch jetzt ruft erst einmal die Pflicht. Seit Herbst 2007 gibt es die Kinderwohnung des Vereins „Sonnenblume e. V.“ Rund 30 Leherheider Kinder im Alter von sechs bis 14 Jahren haben hier eine Art zweites Zuhause gefunden und es kommen immer neue hinzu. Initiatorin Cornelia Rönnefahrt hatte das komplett kostenfreie Angebot in einer Drei-Zimmer-Wohnung der GEWOBA gestartet. „Doch das war ganz schnell zu eng“, berichtet sie. Die GEWOBA stimmte zu, dass im Frühjahr 2009 eine Wand zur Nachbarwohnung durchgebrochen wurde. Die Brandschutztür, die Bodenbeläge und die damit verbundenen Arbeiten wurden von Bremerhavener Firmen gespendet.

Mieterin Irma Pollock

Statt knapp 70 haben die „Sonnenblümchen“ nun 140 Quadratmeter Platz. Hier lernen sie mit 17 jugendlichen Helfern. Sie spielen, reden, musizieren, basteln und messen sich regelmäßig bei Kicker-Turnieren. Manchmal unternehmen sie auch Ausflüge, natürlich kommt der Weihnachts

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mann und zu Ostern bemalen sie ausgepustete Eier. Es gibt täglich frisch zubereitetes Mittagessen

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Mietverzichte/unentgeltliche Überlassung und finanzielle/materielle Unterstützung

und mindestens einmal pro Woche wird gebacken. 27 Begegnungsstätten/Bewohner- und Nachbarschaftstreffs Für die Kinderwohnung zahlt der Verein nur eine geringe Miete – denn die GEWOBA ist froh



über den Ideenreichtum Cornelia Rönnefahrts für den Nachwuchs in dem weniger begünstigten

21 Beratungsstellen

Stadtteil. Das Unternehmen unterstützt das Projekt darum zusätzlich mit Sachspenden. Zum



Beispiel mit den Tischen, an denen die Kinder spielen, malen und essen.

21 Kindertagesstätten

„Die Kinderwohnung ist auch ein Baby der GEWOBA. Sie hat immer hinter dem Projekt gestan-

16 Büros

den“, freut sich Cornelia Rönnefahrt. Ein weiteres ist die Kleiderbörse, die die frühere Stadtverordnete im Gebäude gegenüber der Kinderwohnung einrichtete - in einem ehemaligen Hauswartbüro.

15 Altentagesstätten/Seniorenberatungsstellen

Die Miete ist gering und die Mitarbeitenden freuen sich riesig über den dazugehörigen Lagerraum,



den die GEWOBA kostenlos zur Verfügung stellt. Hier wird die Bekleidung gut sortiert gelagert.

10 Vereine

Dank der vielen Kontakte der engagierten Bremerhavenerin landen dort Berge gut erhaltener Kleidung. Babystrampler gibt es ab 50 Cent, ein Designerkostüm für maximal sieben Euro. Die Nachfrage ist angesichts solch symbolischer Preise groß. Mit dem Erlös finanziert der Verein die

8 Secondhand-Einrichtungen/Nahversorgung

Summe: rund 450.000 Euro

Angebote der Kinderwohnung – von den Ausflügen bis zur warmen Mahlzeit.

Die strategisch ausgerichtete Quartiersentwicklung ist das Herzstück unserer sozialen Verantwortung. Dabei beziehen wir auf der Basis gründlicher Analysen und Befragungen wirtschaftliche, ökologische, soziale und kulturelle Aspekte mit ein. Denn wir sind der Auffassung, dass nur ganzheitliche Ansätze das Leben im Quartier nachhaltig verbessern können. Gerade in strukturell benachteiligten Stadtteilen ist die GEWOBA ein starker Partner für die Menschen vor Ort.

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Alle für OTe Vom ehemaligen Bremer Problemquartier Osterholz-Tenever ist kaum noch etwas zu erkennen. In nur acht Jahren hat das Quartier sein Gesicht völlig verändert. Aus Osterholz-Tenever wurde OTe. OTe ist heute beispielgebend dafür, dass sich auch innerhalb kurzer Zeit eine Metamorphose erreichen lässt. Voraussetzung: Alle werden einbezogen, alle sind dabei, alle packen mit an. 2002: Osterholz-Tenever, ein Demonstrativbauvorhaben der 70er Jahre, war ein hoch verdichtet gebautes Quartier mit rund 2.600 Wohnungen, zwar mit guten Verkehrsanbindungen, aber am Stadtrand gelegen. Verschiedene Umstände hatten den Standort baulich und sozial immer weiter absteigen lassen. Rund 1.400 Wohnungen waren aufgrund eines in Not geratenen Investors dem Verfall ausgesetzt. Zahlreiche Bewohner hatten Tenever seit Mitte der 90er Jahre verlassen. Die

OTe ist eine Erfolgsgeschichte des Forschungsfelds „Stadtumbau West“ im Rahmen des Experi-

Bevölkerung hatte entschieden: Hier wollen wir nicht mehr leben.

mentellen Wohnungs- und Städtebaus (ExWoSt). Die gesellschaftspolitische Aufgabe des Stadtumbaus konnte nur in guter Partnerschaft zwischen Politik, Verwaltung, Bürgern, Trägern der Infrastruktur und der GEWOBA erfolgreich sein.

2010: Voller Stolz sprechen die Bewohner von ihrem Ortsteil OTe. Das gesamte Quartier zeigt sich heller, moderner, grüner und frischer. Durch den Rückbau von rund 930 Wohnungen öffneten sich Sichtachsen, entstand Platz für Grünanlagen und Spielplätze. Der Wohnungsbestand ist modernisiert. Die Gebäude mit ihrer hellen Außenhaut reflektieren das Sonnenlicht. Alle Wege und Plätze sind gut ausgeleuchtet. Mit ihren großzügig dimensionierten, verglasten Eingangsbereichen öffnen sich die Häuser hell und einladend. Concierges sorgen in jeder Straße für eine persönliche Betreuung und für Sicherheit. OTe ist heute Bremens jüngster Ortsteil. Und das kommt nicht von ungefähr, denn OTe bietet alles, was sich junge Familien wünschen: ein Mütterzentrum für Rat und Austausch, Einkaufsmöglichkeiten, Spiel- und Bolzplätze, Krippen, Kindergärten und Kindertagesstätten, ein Spielhaus, Grundschulen, Sportvereine und ein Schulzentrum, in dem auch die weltberühmte Deutsche Kammerphilharmonie Bremen zu Hause ist. 2009 brachten mehr als 500 Beteiligte aus OTe auf Initiative des Orchesters Goethes Faust II als Sprechoper auf die Straße. Ein Erlebnis, von dem in OTe heute noch geschwärmt wird.

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Städtebauliche Verantwortung für zeitgemäßen Wohnraum

Rund 45 Millionen Euro wurden seit 2001 in den Rückbau für die Marktbereinigung in den

Was braucht der Mensch, um sich in seinem Quartier wohlzufühlen? Mancherorts braucht es

Quartieren investiert:

den Mut, städtebauliche Fehlplanungen der Vergangenheit zu korrigieren und neu zu denken.



So entsteht durch Rückbau Platz für mehr Grün, Spielorte und Luft zum Atmen. Die GEWOBA hat



Wohneinheiten circa

sich auf diesem Feld im Rahmen von Public Private Partnerships als verlässlicher Partner für die Bewohner wie für die Politik profiliert, wie zum Beispiel in Bremen-OTe. Oder in städtebaulicher

Bremen-OTe



270

Eigenverantwortung, wie in Bremerhaven-Grünhöfe. Farbig, luftig, freundlich: Das ist das Gesicht des Stadtteils Grünhöfe heute. Maßgeblich dafür ist unser integriertes Konzept zur Quartiersent-

Bremen-Lüssum



320

wicklung verbunden mit einem gerade abgeschlossenen Rückbauprogramm. Bei einer Leerstandsquote von 20 Prozent stellte sich die Frage: Wie können wir mehr Lebensqualität schaffen? Für

Bremerhaven-Leherheide

630

Bremerhaven-Grünhöfe

360

Bremerhaven-Bürgerpark Süd

180

diese wie für jede andere Rückbaumaßnahme stufte die GEWOBA den Wohnungsbestand mit einem systematischen Bewertungsschlüssel nach drei Kriterien ein: Vermietbarkeit, Qualität der Wohnungen, Attraktivität des Gebäudestandorts. Ergebnis: In Grünhöfe wurden 363 Wohnungen abgerissen, deren 50er-Jahre-Grundrisse nicht mehr dem zeitgemäßen Mieterbedürfnis entsprachen. Über 200 Mieter zogen mit der GEWOBA an einem Strang und in gleichwertige Wohnungen innerhalb des Quartiers um. Wichtiger Schlüssel zum Erfolg des Projekts war, die Wünsche der

Bremerhaven-Lehe

30

Mieter so weit wie möglich zu erfüllen. Vielen älteren Mietern beispielsweise richteten wir die neue Wohnung so her, wie sie es bisher gewohnt waren. Grünhöfe verlassen wollte kaum jemand, der es nicht aus privaten Gründen musste. 95 Prozent der Mieter sind im Quartier geblieben – eine schöne Bestätigung und ein Bekenntnis

GEWOBA Land Bremen gesamt

1.790

zusätzlich in OTe durch die Tochtergesellschaft Osterholz-Tenever-Grundstücksgesellschaft mbH & Co. KG 660

zur GEWOBA.

Die geschaffenen Freiflächen eröffneten zahlreiche neue Nutzungsmöglichkeiten. So wurde in Grünhöfe das Parkraumproblem gelöst, es gibt eine generationenübergreifende Spiel- und Bewegungslandschaft – die Kapitänsinsel – und viel, viel Grün. Doch damit ist das Engagement der GEWOBA für den Standort noch längst nicht zu Ende. Dem neuen Gesicht des Ortsteils verleiht die Kampagne „Grünhöfe – unendlich lebenswert“ Ausdruck. Die rund 9 Millionen Euro, die in den Rückbau flossen, zahlen sich bereits aus: Der durchschnittliche Leerstand in Grünhöfe liegt heute deutlich unter vier Prozent.

Rückbaumaßnahmen und Wohnumfeldgestaltung in OTe – ausgezeichnet mit dem Bauherrenpreis 2008

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Eine Kapitänsinsel für Kleine und Große

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tänsinsel: Zwei Außenraum-Concierges sehen hier jetzt nach dem Rechten. Das Förderwerk bietet den Langzeitarbeitslosen einen Wiedereinstieg ins Berufsleben. Sie pflegen und schützen

Seit 2006 wertet die GEWOBA den Ortsteil Grünhöfe in Bremerhaven systematisch auf. Unendlich

die Kapitänsinsel als deren Hausmeister. Zugleich sorgen sie für ein noch größeres, teils auch

lebenswert – ein neuer Claim, ein verändertes Gesicht, weite Spiel- und Grünflächen, ein eigenes

generationenübergreifendes Spielangebot.

Wahrzeichen – all das macht Grünhöfe heute zu einem attraktiven Lebensort. Auf einem Teil der durch den Abriss entstandenen Freifläche schaffte die GEWOBA 9.000 Quadratmeter Raum für

Besonders in den wärmeren Monaten haben die Außenraum-Concierges nachmittags auch mobile

noch mehr Licht, Luft und Unterhaltung: Auf der neuen Freifläche entstand schon 2007 die

Spiele für die Kapitänsinsel-Besucher im Gepäck. Mal spielen große und kleine Bremerhavener

Kapitänsinsel, eine großzügige, weitläufige Spiel- und Bewegungslandschaft für Jung und Alt. Das

Minigolf, mal erproben einige Mutige das Stelzenlaufen. „Durch diese Aktivitäten hat sich die

Besondere: Die Kapitänsinsel ist nach den Wünschen der Bewohner gestaltet. Wir hatten sie nach

Zahl der Besucher auf der Kapitänsinsel noch erhöht“, freut sich Förderwerk-Geschäftsführer

ihren Ideen gefragt, denn wir wollen, dass sich unsere Mieter bei uns rundum wohlfühlen. Ältere

Günther Kerchner.

legten Wert auf Sitzgelegenheiten, Themengärten und beleuchtete Wege. Kinder und Jugendliche hofften auf ein Piratenschiff, Sandkiste und Wippe.

Zum Erfinden, Begreifen und Organisieren ermuntert die Bewegungsbaustelle. Aus Brettern, Rundhölzern und Baumscheiben können Kinder und Jugendliche ihre ganz eigenen Spielanlagen konstruieren und zusammenbauen. Und auf der fertigen Konstruktion können die kleinen Ingenieure dann nach Herzenslust kippeln, wippen oder kraxeln, balancieren, kriechen oder hangeln.

Gesagt, getan: Nach Entwürfen des GEWOBA-Landschaftsingenieurs Jens Spilker wurde eine bis zu 7,50 Meter hohe Hügellandschaft modelliert. Ein fast zehn Meter hoher Leuchtturm und ein rund 20 Meter langes Schiff ziehen die Kinder aus der Nachbarschaft schon von Weitem an. Im imposanten Holzschiff gibt es viel zu entdecken: acht verschiedene Spielgeräte von der Rutsche bis zur Hängebrücke haben die Ingenieure integriert. Rund 100.000 Euro investierte die GEWOBA allein in die Spiellandschaft. Die Wünsche der älteren Menschen setzten die Landschaftsgestalter mit rund einem Kilometer Spazierwegen, einem überdachten Grillplatz, einem Rosen- und einem Duftgarten um. Die Kapitänsinsel wird von vielen kleinen und großen Bewohnern gern genutzt. Um dem drohenden Vandalismus entgegenzuwirken, holte die GEWOBA Mitte 2009 einen Partner mit ins Boot, das Förderwerk Bremerhaven. Heraus kam Hilfe mit Mehrwert. Die GEWOBA unterstützt das Förderwerk Bremerhaven seitdem finanziell und schaffte außerdem Arbeitsplätze auf der Kapi-

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Mitgestalten

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Die Gruppe zur Bekämpfung der Kinderarmut in der Vahr freut sich über die Eigeninitiative von

Unser ambitioniertes Ziel, funktionierende Nachbarschaften zu schaffen, können wir nur errei-

Hoteldirektor Marc Cantauw, der parallel das Projekt „MahlZeit“ ins Leben gerufen hatte. Cantauw

chen, wenn die Entwicklung von den Menschen im Quartier mitgetragen wird. Das Interesse der

lässt in seiner Hotelküche jeden Sonntag ein warmes Mittagessen kochen. Die rund 60 Kinder aus

Bewohner, eigene Ideen einzubringen und gemeinsam weiterzuentwickeln, ist wichtige Grundvo-

einkommensschwachen Familien und ihre Eltern sind begeistert.

raussetzung, damit unsere Bemühungen Früchte tragen. Mit unserem Ansatz, Interessengruppen, Vereine, politische Akteure, soziale Einrichtungen und nicht zuletzt die Mieter von Beginn an in Planungen einzubeziehen, haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht. Ein Erfolgsrezept, das sich in allen Quartieren bewährt hat. Wir gehen dabei auch neue Wege oder bedienen uns ungewöhnlicher Instrumente, wie beispielsweise der Zukunftskonferenz für die Vahr in Bremen.

„Vahr 2020 – Zukunft gemeinsam entwickeln“

Workshop „Pimp die Vahr"

Uns liegt am Herzen, dass sich unsere Mieter wohlfühlen, nicht nur in ihrer Wohnung, sondern auch im Stadtteil. Deshalb haben wir Unternehmer, Ärzte, Schüler, Stadtplaner, Mitarbeiter verschiedener städtischer Behörden und der Wohnungswirtschaft Anfang 2008 zu einer Zukunftskonferenz eingeladen. Denn wer könnte besser darüber Auskunft geben, was ein Wohnquartier lebenswert macht, und auch, wo es noch hakt, als die Menschen, die dort leben und arbeiten? Unter dem Motto „Vahr 2020 – Zukunft gemeinsam entwickeln“ haben etwa 70 Menschen drei Tage lang Ideen gesammelt und ihre Machbarkeit diskutiert. Moderiert von dem Trainer John Webb haben sich elf Projektgruppen zusammengefunden, beispielsweise zum Thema Jugendarbeit. Im Workshop „Pimp die Vahr“ ging es darum, gemeinsam mit den Jugendlichen Treffpunkte zu finden und zu gestalten, an denen sie sich wohlfühlen. Aus der Aktionsgruppe „ökologische Modernisierung“ heraus ist inzwischen die Schulung der Hauswarte zum Thema Energiesparen entstanden.

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MahlZeit und mehr

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Räume für Gemeinschaft und Begegnung Wasch- und Nachbarschaftshäuser, Mütterzentren und Begegnungsstätten – in unseren Quartieren

Angeregt von den Gedanken der Zukunftskonferenz und dem MahlZeit-Projekt haben Hoteldirektor

gibt es zahlreiche Treffpunkte. Dort finden Bewohner eine große Bandbreite an Unterstützungs-

Marc Cantauw, das Quartiersmanagement, das Sozialressort und die GEWOBA sich zusammenge-

und Beratungsangeboten: Hilfe im Umgang mit Anträgen und Formularen, Schuldnerberatung,

setzt und sich gefragt: „Was können wir noch tun?“ Als Arbeitskreis „MahlZeit und mehr“ hat das

Erfahrungsaustausch in Erziehungsfragen und vieles mehr. Gleichzeitig bieten die Treffpunkte eine

Team im nächsten Schritt Bremer Unternehmer eingeladen und um Unterstützung gebeten.

Plattform, gemeinsam ein harmonisches Zusammenleben im Quartier mitzugestalten. Und viele Bewohner sind hoch engagiert dabei. Das Spektrum der Projekte ist breit gefächert. Schwerpunkte

„Die Ideen sprudelten nur so“, erinnert sich Cantauw. Ein Ergebnis ist das jährlich stattfindende

bilden integrative und interkulturelle, qualifizierende und generationenübergreifende Angebote.

Benefiz-Fußballturnier, der MahlZeit-Cup. Neben Fußball gibt es zum Turnier allerhand Spiel und Spaß sowie Live-Musik von verschiedenen Nachwuchs-Bands. Alle Einnahmen und Spenden gehen

Ein wichtiger Schwerpunkt der Stadtteilarbeit ist es daher, Räume zu schaffen, in denen sich

zugunsten der Aktion MahlZeit. Die erste Praktikums- und Ausbildungsplatzbörse in der Berliner

Mieter begegnen und austauschen können. Zum Beispiel im Nachbarschaftshaus Marßel.

Freiheit, die im November 2009 an den Start ging, ist ebenfalls ein Ergebnis der Zukunftskonferenz. „Die gemeinsame Motivation ist, Jugendlichen Perspektive und Orientierung auf dem Arbeitsmarkt zu geben“, formuliert GEWOBA-Geschäftsbereichsleiter Lars Gomolka. An der Börse haben sich gut 20 Firmen beteiligt, insbesondere Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe und sogar das Bremer Mercedes-Benz-Werk. Die Jugendlichen erhielten Antworten auf ihre Fragen zu Ausbil-

Ein Haus für die Nachbarschaft

dungswegen und Praktikumsplätzen. „Das ist für die jungen Leute und für die beteiligten Firmen eine Win-Win-Situation“, erklärt Gomolka. „Mentoren öffnen den Jugendlichen die Tür in den Betrieb, wo sie das Berufsbild kennenlernen. Die Firmen bekommen einen Eindruck von ihren Praktikanten als mögliche Auszubildende. Wir von der GEWOBA haben natürlich auch unsere eigenen Ausbildungswege vorgestellt. Die Idee geht auf: In Cantauws Hotel beispielsweise lernen Auszubildende aus der Vahr.“ Alle beteiligten Firmen wollen auch an der nächsten Ausbildungsplatzbörse wieder teilnehmen. „Und wenn am Ende des Tages die Jugendlichen einen Ausbildungsvertrag unterschreiben, dann haben wir alles richtig gemacht“, hofft Gomolka. Und auch er ist gespannt, welche Projektideen noch folgen.

Ruhe liegt an diesem Mittag über der Helsingborger Straße in Marßel. Nur selten lassen sich Menschen auf der Straße sehen, wenn sie aus dem Bus oder in ihr Auto steigen. Reger Betrieb herrscht dafür im Eckhaus gegenüber der Bushaltestelle. Hier sitzt hinter großen Glasscheiben im Erdgeschoss ein Paar beim Salat an einem der hellen Holztische, in der Ecke lässt sich eine ältere Dame die Spaghetti Carbonara schmecken. Schon seit mehr als zehn Jahren ist das Stadtteilcafé im Nachbarschaftshaus Marßel ein beliebter Treffpunkt für die Bewohner. Kein Wunder: Eine Tasse Kaffee kostet hier 45 Cent, ein Stück Kuchen 1 Euro. Noch regeren Zuspruch findet das Café, seitdem dort auch ein günstiger Mittagstisch angeboten wird. Zwei Mitarbeiterinnen kochen auf Bestellung Mahlzeiten für Preise ab 2,80 Euro, regelmäßig nutzen bis zu 30 Bewohner das Angebot.

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Schultern können wir die vielen Projekte in den Quartieren nur mit Hilfe unserer zahlreichen Im Stockwerk darüber beraten derweil die Mitarbeiter von Caritas, Arbeiterwohlfahrt und Arbeits-

Kooperationspartner, wie beispielsweise die Trägervereine der Begegnungsstätten. Die Partner vor

losenzentrum die Bewohner. Mal geht es um Schuldner-, dann um Arbeitslosenberatung. In

Ort leisten wichtige Arbeit für das harmonische Zusammenleben und tragen so maßgeblich zur

anderen Räumen finden vormittags und am Nachmittag Gruppenangebote statt: die Volkshoch-

Lebensqualität in den Quartieren bei. Wir unterstützen die Aktivitäten vor Ort, indem wir mietfrei

schule bietet einen Nähkurs an, es gibt Hausaufgabenhilfe insbesondere für Migrantenkinder, eine

Räume zur Verfügung stellen, mit finanziellen Zuschüssen und Sachspenden unter die Arme

Gruppe musiziert, in einer anderen malen und basteln Kinder aus der Nachbarschaft.

greifen oder die Projektmoderation übernehmen. Unsere Mitarbeiter engagieren sich häufig weit über den beruflichen Alltag hinaus für die Realisierung von Projekten.

Angebote, die der Verein Nachbarschaftshaus Marßel nur mit Hilfe der GEWOBA machen kann, wie Vereinsvorsitzender Karl-Peter König dankbar erklärt. So verlangt das Unternehmen für den

Identität

Neubau keine Miete und bezuschusst die Personalkosten für die Mitarbeiterinnen im Café. Das

All die Aktivitäten in den Quartieren entfalten erst dann ihre Wirkung, wenn sie von den Menschen

Verhältnis zwischen GEWOBA und Verein sei aber nicht nur darum hervorragend, sagt König.

wahrgenommen werden, wenn die Veränderungen sichtbar werden – im Stadtteil und darüber

Man unterstütze sich gegenseitig. „Wenn die GEWOBA ihr großes Bewohnerfest macht, helfen

hinaus. Deshalb unterstützt die GEWOBA das Quartiersmanagement auch bei der Öffentlich-

wir mit, und umgekehrt“, gibt er ein Beispiel.

keitsarbeit. Mit Beratung, mit Kursangeboten für Vereine, Initiativen und die Unternehmen vor Ort, mit der finanziellen Unterstützung von Stadtteilkampagnen. Damit die Menschen im Stadtteil

Die GEWOBA engagiert sich gern für das Nachbarschaftshaus, weil sie den Ortsteil stärken will,

mit Stolz darauf zeigen können, was sie gemeinsam erreicht haben. Damit Menschen aus anderen

wie Geschäftsbereichsleiter Manfred Corbach erklärt. „Hier trifft man sich, hier redet man, hier

Stadtteilen ihren Blick ändern, sich von der Atmosphäre des Quartiers und seinem neuen Gesicht

kann man auch günstig speisen.“ Das Unternehmen bewirtschaftet in Marßel 1.300 Wohnungen.

begeistern lassen. Damit sich neue Mietergruppen für den Stadtteil interessieren.

Natürlich legt es für seine Mieter Wert auf ein ansprechendes Wohnumfeld. So ist die Unterstützung für den Verein das eine. Zudem finanziert die GEWOBA zur Hälfte eine Caritas-Mitarbeiterin, damit diese sich noch extra Zeit für Anliegen der Mieter nehmen kann. Und: Damit sich die Bewohner stets sicher fühlen, hat das Unternehmen eine Wohnung als Dienstsitz für zwei Kontaktpolizisten bereitgestellt.

oben rechts: Familienfest in OTe

Mieterfest in Bremerhaven-Grünhöfe

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Buntes Treiben im Familienstadtteil

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SICHTWEISEN

Mit unserer kontinuierlichen und gezielten finanziellen Unterstützung tragen wir zu einer Verbesserung des gesellschaftlichen Lebens im Quartier bei. So können viele Institutionen und

Mittlerweile fest mit Huchting verbunden, unterstreicht die AKTIONATA seit 2008 mit überra-

Vereine ihre wichtige Arbeit für den Stadtteil sicherstellen. Neben der AKTIONATA für die Kinder

schenden Aktionen an ausgefallenen Orten die Farbe und Lebendigkeit des Stadtteils. Bei dem

und Jugendlichen ist das zum Beispiel der alljährliche Open-Air-Höhepunkt für die erwachsenen

Kinder- und Jugendkulturfestival arbeiten Hunderte von Kindern mit Künstlern von außerhalb des

Huchtinger, das Sodenmattsee-Fest. Aber auch die wichtige Vereinsarbeit des TuS Huchting

Stadtteils in mehreren Projekten zusammen, die anschließend der Öffentlichkeit präsentiert werden.

fördern wir.

2009 etwa kochten Huchtinger Schüler gemeinsam mit dem Bremer Spitzenkoch Stefan Madaus

„Die GEWOBA ist ein sehr positiver Faktor in Huchting“, sagt Uwe Martin. Die Gesellschaft

und servierten ihr Dinner in einer Werkshalle. Beim „Lesen unter der Haube“ trugen Kinder den

beteilige sich an vielen Aktivitäten im Stadtteil, die auch weit über die eigenen Wohnquartiere

Kunden in einem Friseursalon Selbstgeschriebenes vor. Andere Schüler tanzten und machten

hinaus wirken. Es gebe eine sehr zufriedene Bewohnerschaft, die eine gute Grundlage für viele

Musik in der Wagenhalle der Freiwilligen Feuerwehr.

tolle Projekte und Mitmachaktionen darstelle. Die GEWOBA trage stets Eigenes dazu bei und sei sehr integriert in die Netzwerke vor Ort. „Darum genießt sie hier hohe Anerkennung“, lobt Martin. Darauf sind wir besonders stolz.

GEWOBA-Clowns-Wohnung

Auch in Huchting greift unser Prinzip der Vernetzung mit lokalen Akteuren. Die AKTIONATA ist nur ein Beispiel dafür, wie das Image eines unterschätzten Stadtteils durch gemeinsame Bemühungen aufgewertet werden kann. „Und es ist tatsächlich schon viel besser geworden, auch ‚NichtHuchtinger’ sehen den Stadtteil mittlerweile wieder so, wie das Leben hier auch tatsächlich ist“, freut sich Ortsamtsleiter Uwe Martin. Bereits seit 2006 arbeiten wir mit unterschiedlichen Akteuren systematisch an einer Kampagne für den Stadtteil. Dafür entwarfen Grafiker ein Logo, das Huchting treffend charakterisiert: Es präsentiert sich seither als Familienstadtteil, „denn wir machen hier wirklich viel, besonders für Kinder und Jugendliche, aber ebenso für ganze Familien einschließlich Oma und Opa“, sagt Martin. Huchting ist die drittgrößte GEWOBA-Siedlung in Bremen. Wir engagieren uns intensiv, übernehmen beispielsweise Verantwortung für den Nachwuchs im Quartier. Allein in den letzten beiden Jahren investierten wir rund 50.000 Euro in Spielplätze. Der Kampagnenaussage „Huchting, der Familienstadtteil“ fühlen wir uns verpflichtet und wollen sie mit noch mehr Leben füllen.

Stefan Madaus

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Die Runde geht an mich! Von unserer Sportförderung haben alle was: kleine und große Vereine und Mannschaften.

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Förderung von Sport und Bildung Sport ist wertvoll Disziplin, Fairness, Teamgeist – Sport vermittelt Werte, die heutzutage nicht immer selbstverständlich sind. Für ein friedvolles Zusammenleben und die persönliche Zukunft sind sie jedoch unabdingbar. Im Sportverein um die Ecke lernen Kinder und Jugendliche nicht nur für das nächste Match, sondern auch fürs Leben. Daher unterstützt die GEWOBA vor allem die kleinen Vereine in den Quartieren. Sie berücksichtigt kurz- und längerfristige Projekte, die so direkt oder indirekt den Mietern zugutekommen.

Sport ist attraktiv

Jedes Jahr stattet sie bis zu zehn Kinder- und Jugendteams aus den Quartieren mit Trikots aus,

Hochkarätige Spitzenteams sind attraktive Aushängeschilder für jede Stadt. Spannende Partien

damit alle es sehen: „Wir gehören zusammen“.

ziehen viele Besucher in die Hallen. Profisportler sind Vorbilder und Identifikationsfiguren für Jung und Alt. Die GEWOBA engagiert sich ganz besonders am Standort Bremerhaven: Sie ist nicht nur

Sport ist gesund

Premiumpartner der Eisbären Bremerhaven, den Bundesliga-Basketballern, sondern auch der

Wohnortnahe Sport- und Spielplätze sind der GEWOBA wichtig. Hier können sich Kinder und

Fischtown Pinguins, dem Eishockey-Team der Seestadt. Einmal im Jahr lädt das Unternehmen

Jugendliche sinnvoll austoben, Freundschaften schließen, sich ganz unbeschwert an einer

Schüler zum gemeinsamen Training mit den Profis aufs Eis und auf den Court ein. Hundert kleine

gesunden Nachbarschaft erfreuen. Die DFB-Aktion „1.000 Mini-Felder“ ist eine von zahlreichen

Fans gehen dann auf Tuchfühlung, trainieren mit ihren Idolen.

Initiativen, an denen sich die GEWOBA beteiligt und drei Spielfelder für kleine Kicker angelegt hat. In den Sommerferien planen wir etwas ganz Besonderes für fußballbegeisterte Kinder: das

Sport verbindet Menschen

GEWOBA Trainingscamp 2010. 50 Kinder werden von ehemaligen Bundesligaprofis über vier Tage

Ein gemeinsames Erfolgserlebnis schweißt zusammen, ein faires Kräftemessen spornt zu Höchst-

trainiert. Die jungen Kicker lernen das Spiel nicht nur aus Spielersicht, sondern auch aus Schieds-

leistungen an. Die sportliche und integrative Arbeit der kleinen Vereine unterstützt die GEWOBA

richterperspektive kennen.

zum Beispiel mit Sachspenden. So leistete sie der Box-Sparte des TuS Huchting Starthilfe, spendete Trikots, Sandsäcke sowie Punchingbälle und überlässt dem Verein Räumlichkeiten zur Einrichtung

Für die Großen hat die GEWOBA beispielsweise die GEWOBA-Finnbahn auf dem Vereinsgelände

eines Boxrings. Alle zwei Jahre bringt der GEWOBA-Jugendfußballcup 1.400 Kicker auf den Platz

des ATS Buntentor finanziert. Hier finden regelmäßig Lauftreffs statt. Außerdem ermöglicht sie

und versetzt die Vereine in Bremerhaven und „umzu“ für sechs Tage in den Aus-nahmezustand.

gemeinsam mit weiteren Partnern jedes Jahr den Vahrer Seenlauf, mit mehr als 600 Läufern der zweitgrößte Volkslauf im Land Bremen. Die Erlöse aus dem Vahrer Seenlauf werden an soziale

Auch künftig bleibt die GEWOBA ein langfristiger und verlässlicher Partner für den Breitensport in

Einrichtungen gespendet. Von Sportstätten im Quartier profitieren alle Nachbarn, nicht nur die

ihrem Geschäftsgebiet und unterstützt die lokalen Vereine und Veranstaltungen.

GEWOBA-Mieter.

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SICHTWEISEN

Beim Weser-Boxring geht es um mehr als Sport Mitten im Bremerhavener Ortsteil Bürgerpark-Süd, beim Weser-Boxring (WBR), ein Donnerstagnachmittag: Mehr als 30 Jungs von zehn bis 14 Jahren springen nun schon fünf Minuten Seil, die Anstrengung steht ihnen ins Gesicht geschrieben. Einige Zeit später boxen sie mit Sandsäcken und Punchingbällen. Dann kommt für die Talentgruppe, wie sie im Verein heißt, der Höhepunkt des Tages: das Übungsboxen im Ring. Doch vorher versammelt sich die Gruppe um Albert Fahlbusch – Präsident des Landesboxverbandes, Geschäftsführer, Pressewart, Jugendwart und Kampfrichterobmann in Personalunion.

Verein vermittelt förderungswürdige Werte wie Fairness, Respekt und gutes Miteinander. Fahlbuschs Jungs jedenfalls tragen ab und zu den älteren Herrschaften in der Umgebung die Einkäufe nach Hause. Immer schön höflich, das hat er den Jugendlichen eingeschärft. „Es sind schon einmal zwei ältere Damen zu mir gekommen und haben sich bedankt“, freut sich der Trainer. Mit dem Förderbetrag der GEWOBA bestreiten die Boxer Reisen zu Wettkämpfen, eigene Veranstaltungen, Startgelder. Kinder aus einkommensschwächeren Familien oder kinderreichen Familien können zu einem Vorzugsbeitrag trainieren, Kinder von GEWOBA-Mietern sogar kostenlos. „Ohne Der WBR und Albert Fahlbusch sind Institutionen in Bremerhaven. Zahlreiche Regional- und

die Förderung der GEWOBA müssten wir den Umfang unserer sportlichen Betätigung erheblich

Deutsche Meister, Vizemeister und Nationalstaffelboxer haben sie hervorgebracht. Der WBR

einschränken, unsere soziale Arbeit wäre beendet“, sagt Albert Fahlbusch.

sorgt aber nicht nur wegen seiner sportlichen Erfolge für Schlagzeilen, sondern auch wegen der erfolgreichen sozialen Arbeit. Dieses ehrenamtliche Engagement hat Albert Fahlbusch in Bremerhaven bekannt gemacht: „Es ist ein fantastisches Gefühl, wenn du über die Straße gehst und immer wieder grüßt dich jemand“, freut er sich.

Bildung ist der Schlüssel zur Zukunft Keinem Kind sollte die Chance verwehrt werden, sich zu entfalten und Neues zu entdecken. Vielen

Insgesamt hat der Verein rund 220 Mitglieder aus 17 Nationen, vielen Jugendlichen sind die

öffentlichen Schulen fehlen jedoch heutzutage schlicht Mittel und Ausrüstung, um den Unterricht

Vereinsräume geradezu ein zweites Zuhause geworden. Der integrative Erfolg überzeugt auch

zeitgemäß und praxisnah zu gestalten – veraltete Technik, abgenutzte Sportgeräte, fehlende

andere. 2009 wurde dem WBR eine besondere Ehre zuteil, er wurde in den Kreis der Stützpunkt-

Instrumente für naturwissenschaftliche Experimente sind nicht selten. Und genau hier setzt die

vereine „Integration durch Sport“ aufgenommen, die vom Bundesinnenministerium und dem

Arbeit der GEWOBA-Stiftung an: Seit zehn Jahren unterstützt sie Schulen im Land Bremen mit

Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gefördert werden.

dem Ziel, zu einer hohen Qualität der Bildung und Erziehung sowie Freizeitgestaltung beizutragen. Das Förderspektrum reicht von Musikinstrumenten über Software für den Sprachunterricht bis hin

Untergebracht ist der WBR in der ehemaligen Hochgarage der GEWOBA-Siedlung Bürgerpark-Süd.

zum mobilen Labor für angehende Biologen.

Anfängliche Vorbehalte gegenüber dem Standort zerstreuten sich schnell: „Auf die Schulen in der Nähe gehen Schüler aus ganz Bremerhaven. Da wusste ich: Genau hier müssen wir hin.“ Die

Die GEWOBA gründete die GEWOBA-Stiftung zur Förderung der Bildung im öffentlichen Schulwe-

GEWOBA baute die Garage gemeinsam mit der Stadt für den Boxring um, den die Boxer mietfrei

sen 1999 anlässlich des 75-jährigen Unternehmensjubiläums. Mit 1,55 Millionen Euro Stiftungs-

mit Begeisterung nutzen. Auch darüber hinaus unterstützt sie den Verein regelmäßig, denn der

kapital stellte sie die Stiftung auf solide Füße und machte gleichzeitig klar: Bildung ist für uns ein

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SICHTWEISEN

China ganz nah

Analyse der Bakterien-Erbsubstanz mit dem „Blue Genes“-Koffer

wichtiger Aspekt der Quartiersstabilisierung. 2010 bekräftigen wir unser Engagement für die Bildung und stocken das Stiftungskapital um weitere 250.000 Euro auf. Alle Fördermittel speisen sich ausschließlich aus Zinserträgen und privaten Spenden. So ist die Arbeit der Stiftung langfristig gesichert. Zwischenbilanz: In den vergangenen zehn Jahren haben wir mit einer Fördersumme von insgesamt 722.000 Euro 425 Projekte in Bremen und Bremerhaven unterstützt oder sogar erst ermöglicht. In dieser Zeit hat sich die GEWOBA-Stiftung zu einem festen Partner der Bremer und Bremerhavener Schullandschaft entwickelt. Allein 2009 entschied der ehrenamtliche Stiftungsvorstand über 113 Förderwünsche. 61 Projekte wurden ausgewählt und mit insgesamt 99.600 Euro unterstützt. Das engagierte, dreiköpfige Gremium legt bei der Auswahl besonderen Wert darauf, dass die Projekte nicht bereits behördlich gefördert werden, um ergänzend zu wirken. Auch die Nachhaltigkeit der Projekte spielt eine große Rolle. Damit möglichst viele Projekte umgesetzt werden können, wird der jährliche Ausschüttungsbetrag auf viele kleinere Projekte verteilt, die in Summe Großes bewegen. Davon überzeugen sich die Mitglieder des Stiftungsvorstands bei Besuchen häufig persönlich und stehen den Initiatoren auch beratend zur Seite. Für dieses hohe persönliche Engagement danken wir dem Stiftungsvorstand und dem Stiftungsrat herzlich!

„Ich studiere Sinologie und will mich beruflich auf China ausrichten.“ – „Im Bewerbungsgespräch waren meine Chinesischkenntnisse ein Thema und mein Chef war sehr angetan davon.“ – „Ich schreibe nun mein Vordiplom auf Chinesisch.“ Drei Aussagen von ehemaligen Schülern des Gymnasiums an der Hamburger Straße in Bremen-Hastedt über ihre Erfahrungen mit dem Unterricht in der am meisten gesprochenen Sprache der Welt. China gehört zu den am schnellsten wachsenden und den bedeutendsten Wirtschaftsnationen der Erde. Die Muttersprachlerinnen Zhang Jin und Yan Shi sowie Barbara Zenke erteilen 45 Unterrichtsstunden pro Woche. „Schon in der Schulzeit Chinesischkenntnisse zu erwerben, bringt nach unserer Erfahrung deutlich bessere Berufschancen mit sich“, sagt Barbara Zenke, Bremens erste staatsexaminierte Chinesisch-Lehrerin. An der Hamburger Straße wird schon seit 20 Jahren Chinesisch unterrichtet, mittlerweile ab der Mittelstufe. Die Schüler kommen von 16 gymnasialen Oberstufen in ganz Bremen. Eine besondere Hürde beim Spracherwerb stellt im Chinesischen allerdings das Schreiben dar, weiß auch ein früherer Schüler, der in Taiwan jetzt ein Studium der Finanzwissenschaften begann: „Ich bevorzuge darum den Computer.“ Für einen praxisnahen Unterricht bat das Gymnasium schließlich die GEWOBA-Stiftung um eine professionelle chinesische Textverarbeitungssoftware. Praxisrelevante Bildung für Karrierechancen, damit überzeugte das Projekt den Stiftungsvorstand. 2.300 Euro stellte die Stiftung bereit. Davon schaffte die Schule die Profi-Software KEY an, die auch in international tätigen Unternehmen und Institutionen genutzt wird. Mit ihrer Hilfe können die durchschnittlich 250 ChinesischSchüler pro Schuljahr nun einfacher Texte selbst schreiben oder mit Freunden in China E-Mails austauschen.

Therapiepferd „Valentino“

Anschaffung einer Fräsmaschine zur Berufsorientierung

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Weiter machen! Für unsere Mitarbeiter organisieren wir individuelle Arbeitszeitmodelle, die das Familienleben fördern.

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Die GEWOBA als Arbeitgeber

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„Eltern und Pflegende brauchen flexible Strukturen. Sind diese geschaffen, müssen wir nicht länger auf das wertvolle Know-how unserer Mitarbeiter in Eltern- und Pflegezeiten verzichten“, erklärt Maike Scherbaum den Gedanken. Und die Mitarbeiter in Heimarbeit sollen während ihrer Abwesenheit nicht auf Unternehmensneuigkeiten verzichten. Damit sie den Kontakt nicht verlieren, informieren Paten die Kollegen zu Hause darüber, was am Arbeitsplatz passiert.

Unsere Mitarbeiter sind der Motor allen wirtschaftlichen Handelns. Sie bringen Ideen ein, zeigen Eigeninitiative und engagieren sich über das übliche Maß hinaus – das wollen wir weiter fördern. Sie zeichnen nach innen wie außen ein überzeugtes Unternehmensbild und füllen den Nachhaltigkeitsgedanken alltäglich mit Leben. Dafür gebühren ihnen unsere Anerkennung und unser Dank. In diesem Kontext trägt auch das Personalmanagement einen wichtigen Teil zur nachhaltigen

Alle 415 Mitarbeiter profitieren von diesen Maßnahmen. Eine davon ist die zweifache Mutter

Wertorientierung der GEWOBA bei. Wir haben das Prinzip der wertorientierten Personalführung

Bianca Michaelis. Nach der Geburt ihrer Zwillinge stieg sie zunächst von zu Hause mit reduzierter

seit Jahren in unseren Führungsgrundsätzen verankert: „Wenn wir als GEWOBA die weitgesteck-

Stundenzahl in den Arbeitsalltag ein: „Da traut man sich Kinder zu kriegen“, lobt die Leiterin des

ten Ziele erreichen wollen […], sind wir mehr denn je auf informierte und motivierte Mitarbeiter

GEWOBA-KulturSalons. In Ausnahmesituationen können Mitarbeiter ihre Kinder mit an den

angewiesen.“ Seit Mitte 2008 bauen wir die Personalentwicklung gemeinsam mit dem Betriebsrat

Arbeitsplatz bringen – muss längerfristig eine Kinderbetreuung organisiert werden, hilft die

systematisch aus. Der Qualifikation und Motivation unserer Mitarbeiter widmen wir noch mehr

Familienbeauftragte dabei, über „PiB – Pflegekinder in Bremen“ eine professionelle Tagesmutter

Aufmerksamkeit als bisher und räumen ihnen unter dem Schlagwort „Intrapreneurship“ mehr

zu finden. Die GEWOBA zahlt außerdem einen Kinderbetreuungszuschuss und bietet für interne

Spielraum ein, unser gemeinsames Unternehmensziel positiv zu beeinflussen.

Schulungen eine elterngerechte Teilzeitvariante an.

Familie und Beruf – es geht doch! Ganz oben auf unserer Prioritätenliste steht die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Unsere Familienbeauftragte Maike Scherbaum unterstützt die Mitarbeiter dabei, ein gesundes Gleichgewicht zwischen beruflichen und familiären Erfordernissen zu finden. Sie ist Ansprechpartnerin für werdende Mütter, die nach der Elternzeit lieber in Teilzeit zurückkehren möchten, oder für Mitarbeiter, die einen Heimarbeitsplatz wünschen, um einen pflegebedürftigen Elternteil zu betreuen. Ein zusätzlicher Vorteil für die pflegenden Angehörigen: Auch sie können auf die Fachkenntnisse des Servicemanagements zurückgreifen. Kinderlose Mitarbeiter profitieren ebenso von dem Mehr an individuellen Gestaltungsmöglichkeiten der Arbeitszeit – für ein Studium neben dem Beruf beispielsweise können sie ihr Lebensarbeitskonto nutzen und die Stundenzahl in Prüfungsphasen reduzieren.

Festakt zur Zertifikatsverleihung „audit berufundfamilie“ in Berlin

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S chlusswort

Unsere Familienfreundlichkeit wurde uns auch von der „berufundfamilie gGmbH“, einer Initiative der Hertie-Stiftung, bestätigt: Die GEWOBA hat sich dem „audit familieundberuf“ unterzogen

S ichtweisen

Schlusswort

und kann sich seit dem 24. November 2008 als eines der ersten Wohnungsunternehmen über das Zertifikat freuen. Ganz besonders freut uns in diesem Zusammenhang aber auch, dass sich immer

Gehen wir zurück zum Anfangsbild, bei dem wir Ihnen die Frage gestellt haben, wie das Bundes-

mehr Väter entschließen, mindestens zwei Monate Elternzeit zu nehmen.

land Bremen ohne die GEWOBA aussähe. Auf den vorherigen Seiten haben Sie einen Eindruck gewonnen, was die GEWOBA bewegt. Im Sinne unseres nachhaltigen Geschäftsmodells bleiben wir unseren Prinzipien auch in Zukunft treu und richten unser unternehmerisches Handeln systematisch auf die gesetzten Ziele aus: Die GEWOBA investiert und steigert sukzessive den Wert ihres Portfolios. Wir bieten damit attraktiven Wohnraum für alle Menschen in Bremen, Bremerhaven und Oldenburg. Wir schützen aktiv Klima und Umwelt, indem wir auf innovative, umweltfreundliche Technologien setzen. Als modernes Dienstleistungsunternehmen sind wir ein verlässlicher und starker Partner für unsere Mieter und das Land Bremen. Dabei wirtschaftet die GEWOBA nachhaltig und erfolgreich, um

Sichere Aussichten für alle Mitarbeiter

ihren eigenen Wert kontinuierlich zu steigern.

Insgesamt 21 junge Menschen werden bei uns aktuell in vier verschiedenen Berufen ausgebildet. Ihnen allen garantieren wir, dass sie nach der Ausbildung mindestens noch ein Jahr im Unterneh-

All dies könnten wir nicht ohne unsere engagierten Mitarbeiter leisten, die mit viel Herzblut und

men bleiben können, das ist per Betriebsvereinbarung so festgeschrieben. Von der Übernahme-

Leidenschaft die Projekte initiieren und umsetzen. Wir danken unseren Mitarbeitern für ihre

garantie profitieren beide Seiten: Die Auszubildenden erhalten kostbare Berufserfahrung, steigern

hervorragenden Leistungen und Ideen, mit denen sie zum Erfolg der GEWOBA maßgeblich

so ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Wir behalten Mitarbeiter im Unternehmen, in deren Aus-

beitragen. Auch dem Betriebsrat und den Arbeitnehmervertretern im Aufsichtsrat danken wir für

bildung wir viel investiert haben. Darüber hinaus bieten wir regelmäßig Praktikumsplätze zur

eine konstruktive Unterstützung.

Berufsorientierung, für Studierende oder im Rahmen der Wiedereingliederung an. Ähnlich der Ausbildungsquote von sieben Prozent erfüllt die GEWOBA auch für Menschen mit Schwerbehinderung eine Beschäftigungsquote von sieben Prozent und liegt damit über den gesetzlichen Pflichten. Wir beschäftigen aktuell 28 Angestellte mit einer Schwerbehinderung. Dass sich all diese Maßnahmen ausgesprochen positiv auf die Zufriedenheit unserer Mitarbeiter auswirken, leiten wir aus der ungewöhnlich geringen Personalfluktuation und der langen Betriebszugehörigkeit unserer Mitarbeiter ab. Im Schnitt sind sie über 14 Jahre im Unternehmen.

Anzahl der Mitarbeiter nach Alter

Anzahl der Mitarbeiter nach Betriebszugehörigkeit

Über 60 Jahre

10

3

Über 40 Jahre

56 – 60 Jahre

42

12

36 – 40 Jahre

51 – 55 Jahre

60

15

31 – 35 Jahre

46 – 50 Jahre

61

15

26 – 30 Jahre

41 – 45 Jahre

88

43

21 – 25 Jahre

36 – 40 Jahre

56

75

16 – 20 Jahre

31 – 35 Jahre

33

61

11 – 15 Jahre

26 – 30 Jahre

32

82

6 – 10 Jahre

Bis 25 Jahre

33

109

Bis 5 Jahre

415

415

Gesamt

Gesamt

67

S ichtweisen

I mpressum

Impressum GEWOBA Aktiengesellschaft Wohnen und Bauen Rembertiring 27 28195 Bremen Kontakt Telefon 0421 36 72-1 11 Telefax 0421 36 72-1 03 [email protected] www.gewoba.de Konzept/Gestaltung: BERNSTEIN Werbeagentur GmbH, Bremen Text: text+pr, Bremen Lektorat: textwerker24, Erlangen Fotos: Marcus Meyer, Bremen GEWOBA Fotopool Druck: BerlinDruck, Achim Zugunsten der Lesefreundlichkeit vorliegender Texte wurde die Formulierungsform des generischen Maskulinums gewählt – diese schließt weibliche und männliche Personen gleichermaßen ein.

Sichtweisen Corporate Social Responsibility