SEPTEMBER 2009

AUGUST/SEPTEMBER 2009 BDKJ/BJA ROTTENBURG-STUTTGART FOKUS Q 8/09 FOKUS Q 8/09 Fokus Mach´ mal Pause S. 1 Halt mal Frederick sammelt Sonne...
Author: Dagmar Winter
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AUGUST/SEPTEMBER 2009

BDKJ/BJA ROTTENBURG-STUTTGART

FOKUS

Q 8/09

FOKUS

Q 8/09

Fokus Mach´ mal Pause

S. 1

Halt mal Frederick sammelt Sonnenstrahlen – Du auch?

S. 10

Berichte ...des BDKJ/BJA BDKJ-Jugendaktion zum Thema Wasser beendet FAIRgabe statt Geiz ist geil! Freiwilligendienste: Neue Flyer und webauftritt Weltkirchliche Missionare in Übersee Kurs „Und plötzlich riecht´s nach Himmel“ beendet Studie zur Kinderarmut 60 Jahre Bundesrepublik – Bundestagswahl Jugendsonntag 2009: Gegenfrage Kirchengemeinderatswahl 2010

S. 12 S. 12 S. 13 S. 13 S. 14 S. 16 S. 17 S. 18 S. 20 S. 20

Jugendarbeit & Schule S. 21 Integrationsmentorenprogramm der KSJ S. 21 ... der Mitgliedsverbände S. 22 DPSG: Die Kurse steigen S. 22 KSJ: Männer- und Frauenwochenende S. 23 Kolpingjugend: Mehr als 150...und kein Ende in Sicht S. 23 Kolpingjugend: Eine-Welt-Arbeit hautnah erleben S. 24 Kolpingjugend: Jubiläumsfestival S. 25 PSG: Caravelles- und Wichtel-Tag S. 26 Nachdenken

S. 27

Termine

S. 28

Forum

S. 33

Buchtipp

S. 38

Leute

S. 39

Impressum

S. 40

Leserin, lieber Leser, seit einiger Zeit begegne ich in unregelmäßigen Abständen einem alten verhutzelten Mann, der mit tief gebeugtem Rücken, kleinen aber zielstrebigen Schritten, hinter seinem Gehwagen des Weges zieht. Auf seinem Gesicht liegt ein konzentrierter etwas nach innen gekehrter Ausdruck und sein geöffneter Mund lässt darauf schließen, dass ihn das gebückte Gehen doch erheblich anstrengt. Jedes Mal, wenn ich ihn sehe, entlockt er mir ein Lächeln und das Gefühl tiefster Bewunderung angesichts so viel unnachgiebigem Lebensmut – oder ist es eher trotziger Altersstarrsinn? Wie dem auch sei, er ist für mich ein Alltagsheld. Einer der vielen, denen man, hat man mal einen Blick dafür entwickelt, überall begegnen kann: Die Kassiererin im Supermarkt, die trotz nörgelnder Kunden, höflich bleibt; der Nachbar, der trotz Arbeitslosigkeit für seine kleinen Reparaturdienste im Haus und Garten kein Geld annimmt; die Passantin, die einem vom Fahrrad gefallenen Kind, wieder auf die Beine hilft, tröstende Worte findet und mit ihrem Handy Hilfe holt; der Jugendliche, der jede Woche einer Horde von Gruppenkindern zwei schöne Stunden beschert... Es sind diese Alltagshelden, die einem immer wieder klar machen, dass der Mensch dazu da ist Großartiges zu leisten – das manchmal sogar mit einem Ehrenamtspreis oder einer besonderen Auszeichnung belohnt wird. Viel öfter erhalten sie ein Lächeln oder aufmunterndes Kopfnicken von ihrem Gegenüber und vielleicht auch bald von Ihnen? Der Urlaub ist ein guter Zeitpunkt auf solche Alltagshelden aufmerksam zu werden.

Elke Dischinger Fachstelle Öffentlichkeitsarbeit BDKJ/BJA

Machen wir einfach mal das Experiment

Pausen sind wie Gott: Zum Glück „unbrauchbar“ Hoppla! Gott unbrauchbar? Pausen unbrauchbar? Zum Glück? Zugegeben: Es klingt etwas verwirrend. Aber wenn wir verstehen, dass Gott selbst „unbrauchbar“ ist, dann sehen wir auch Pausen in einem ganz anderen Licht. Dann können Pausen auf einmal heilige Zeiten sein. Zeiten ohne Sinn und Zweck und trotzdem zutiefst religiös und spirituell. Gott unbrauchbar, das klingt als wäre es eine Beleidigung - ist es aber nicht. Dass wir bei diesem Gedanken ein bisschen erschrecken, verrät mehr über uns selbst als über Gott. Anscheinend teilen wir die Welt in zwei Hälften. Auf der einen Seite das Gute: Das ist das Brauchbare. Auf der anderen Seite alles Unbrauchbare: Das ist der Schrott, der zu nichts mehr zu gebrauchen ist. Abfall, Müll, nutzloses Zeugs. Oder anders formuliert: Anscheinend ticken wir Menschen nach folgendem Schema: „Dinge, von denen man nicht sagen kann, wozu sie gut sind, sind auch nicht gut!“ Klingt zuerst mal logisch. Aber dieses Denken ist falsch! Ist denn nur das, was „etwas bringt“ etwas wert? Nein. Denn gerade die unbrauchbaren Dinge sind heilig. Gerade das, was wir weder kaufen, noch produzieren können, gerade das, was sich nicht in ein bloßes Nützlichkeitsdenken einordnen lässt: Ein Lächeln, ein liebes Wort, die besondere Atmosphäre eines Augenblicks – das sind alles Dinge, die ich im klassisch materiellen Sinn nicht verwerten und aufbrauchen kann.

Stellen wir uns vor, wir hätten uns von der guten Fee gewünscht, sie solle alle unnützlichen Dinge aus dieser Welt entsorgen. Natürlich haben wir dabei an Müll und Schrott gedacht, und all das Zeug, das niemand wirklich braucht. Aber dann schauen wir uns um und stellen fest: Das kleine schöne Häuschen auf der anderen Straßenseite ist weg. Betonbunker sind praktischer, billiger, nützlicher. Statt „Ich hab dich lieb!“ sagen sich die Leute: „Wir sind ein gutes Arbeitsteam!“. Alles, was einfach „nur“ schön war: weg! Alle Spiele: weg. Viele Leute sind ganz verschwunden. Ein schlauer Mensch erklärte mir mal: Wirtschaftlich gesehen könnte von heute auf morgen der gesamte afrikanische Kontinent versinken, ohne dass das für die Handelsbeziehungen der Welt große Auswirkungen hätte. Und was ist mit meiner Oma? Was ist mit kranken Menschen? „Die kosten doch nur!“ sagt die Fee. Wäre das nicht furchtbar? Aber das eigentlich Erschreckende ist doch, dass ich nicht sofort zustimme, wenn jemand sagt:

© Stefanie Hofschläger / PIXELIO

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FOKUS

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Der Siebte Tag – Gott segnet die Pause

„Gott und Religion, das ist doch nutzlos!“ Denn, wenn man genau überlegt, könnte man eigentlich jubeln: „Ja! Zum Glück! Gott lässt sich nicht einordnen in brauchbar und nutzlos! Der ist eben wie er ist. Und der ist mir wichtig, ohne dass ich sagen kann und will, wie viel er mir jetzt in Euro wert ist. Ich brauche ihn... ich brauche ihn, ohne „damit“ ohne „wozu“. Ich brauche ihn, weil ich ihn liebe. Das ist alles!

Nicht die Arbeit und nicht der Erfolg sind heilig. Gott hat den siebten Tag als heiligen Tag bestimmt. Und das ist gerade der zweckfreie, der unproduktive Tag, der Tag, der wirtschaftlich gesehen zu nichts zu gebrauchen ist. Und trotzdem ist dieser Tag nicht nutzlos. Wir brauchen auch einen Urlaub der heilig ist, das heißt einen Urlaub, der noch nicht voll verplant ist, der nicht dazu herhalten muss, all das zu erledigen, was sonst unerledigt bleibt. Wir brauchen einen Urlaub, der nicht den Arbeitsstress in den Freizeitstress verlagert. Wir brauchen einen Urlaub, der unbrauchbare Lücken hat, in denen Gott eine Chance hat, uns zu gebrauchen. Wir brauchen eine Zeit, die uns regiert und nicht wir sie. Wir brauchen wirklich freie Zeit. Und nicht sie steht uns zur Verfügung, sondern wir ihr.

Und was ist nun mit den Pausen? Pausen sind doch nicht unbrauchbar. Die brauchen wir, um uns erholen zu können, damit Körper und Seele wieder Kraft schöpfen. Wir brauchen Pausen! Oder? Ja und nein. Wenn wir eine Pause verzwecken, wenn wir sie verplanen, dann ist es eigentlich keine Pause mehr, sondern einfach ein weiterer Termin. Dann steht in unseren Kalendern, wann wir Pause machen müssen und vielleicht noch schlimmer: WAS wir mit dieser Pause machen müssen. Was wir aber an der Pause wirklich brauchen, ist das Unbrauchbare an ihr. Um Mensch zu sein, brauchen wir unverplante Zeit. Zeit, der wir uns einfach überlassen. Zeit zum loslassen, Zeit uns treiben zu lassen, und zuzusehen, was passiert. So steht es auch in der Bibel.

Pause Ich schenkte mich der Zeit Und als ich mich von ihr treiben ließ Ohne vorzugeben wozu und wohin Küsste mich Gott und flüsterte Ich liebe dich Sebastian Schmied Ministrantenreferent

FOKUS

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Prioritätenwechsel und neue Sehnsüchte

einzustellen und mir für diese „neue“ Zeit Gedanken und Pläne zu machen hatte ich jedoch nicht. Nachdem Jakob ein halbes Jahr alt war und meine Frau wieder als Lehrerin zurück an ihre Schule ging, kam der familiäre Rollentausch zwar wie geplant, jedoch ohne große „Einarbeitungszeit“. Lange Spaziergänge mit dem Kinderwagen an der Donau entlang, Kaffee trinken in der Innenstadt mit dem „Kicker“ in der Hand – das war die Pause, die ich lange ersehnt hatte. Die ersten Monate waren dementsprechend gut planbar, Programm und Aufgaben meiner Rolle als Hausmann konnte ich so gestalten, wie ich es wollte. Je älter unser Sohn jedoch wurde, desto mehr war ich auch gefordert, desto mehr bestimmte er den Tagesablauf. Spätestens mit dem Beginn des eigenständigen Laufens hieß es von nun an konsequent ihn und das Haus im Blick zu haben und darauf zu achten, was von ihm als nächste Aktion geplant war. Die Zeit, wieder gemütlich ein Buch zu lesen oder einfach nur Pause zu machen, war von nun an stark eingeschränkt – meistens auf die Zeit, in der Jakob seinen Mittagschlaf hielt, und in der ich eigentlich auch noch Einiges erledigen wollte. Die Realität jedoch war, dass auch ich so geschafft war, dass ich selbst auf dem Sofa lag und hoffte, dass er heute vielleicht doch noch eine halbe Stunde länger schlafen könnte – und ich mich immer wieder gewundert habe, warum ich gerade jetzt so platt war.

Als sehr angenehm und bereichernd empfand ich es tagtäglich miterleben zu dürfen, wie Jakob größer und reifer wurde, ich unzählige, immer wieder faszinierende kleine Schritte vom Säugling zum Kleinkind beobachten durfte und ihn in dieser von mir selbstgewählten beruflichen „Pause“ begleiten konnte – was im Berufsalltag so sicher nicht möglich gewesen wäre. Meine Schwerpunkte lagen nun nicht mehr vordergründig bei Verbänden und Kirchengemeinden, bei Haushaltsplänen oder Zuschussfristen – im Vordergrund stand von nun an dieser kleine Mensch, der in meinem Leben jetzt eine derart wichtige Stelle einnimmt, die ich mir im Vorfeld in dieser Dimension gar nicht vorstellen konnte. Im Laufe der zwei Jahre Elternzeit, nach unzähligen Runden mit dem Kinderwagen, nach gefühlten 1000 Stunden auf Spielplätzen und regelmäßigen Besuchen in „meinem Jugendreferat“ in Biberach wuchs in mir jedoch das Verlangen, wieder ins Berufleben zurück zu kehren. Nachbarn, die mich zwischenzeitlich auf eine vermutete „Arbeitslosigkeit“ ansprachen, reagierten überrascht, wenn ich Ihnen von meiner Elternzeit erzählt habe. Als sie mir wiederum von Ihrer Arbeitslosigkeit und ihrer unfreiwilligen Pause im Arbeitsleben berichteten, wurde mir wieder bewusst, was für ein Privileg meine Art der „Pause“ war. Die Zeit mit meiner Familie und speziell mit meinem Sohn war für mich einzigartig, unbezahlbar und damit eine wunderbare Pause vom Alltag eines Jugendreferenten. Und dennoch war ich auch wieder froh ins Jugendreferat zurück zu kehren. So angenehm, spannend und lebensbereichernd diese Pause vom Arbeitsleben war – erst ihr absehbares Ende ermöglicht es einem danach mit neuen Kräften und neuer Motivation frisch durchzustarten.

Jahre, die schwerpunktmäßig der Familie und unserem Sohn gehörten, die nicht diktiert wurden von Konferenzen, Abendterminen oder Wochenendveranstaltungen waren für mich eine tolle Zeit, die ich nie bereut habe. Allzu viel Zeit mich darauf

Zwei Jahre Elternzeit verändern die Perspektive Zugegeben – die Aussicht, im Rahmen meiner Elternzeit nach der Geburt unseres Sohnes Jakob eine geplante Pause im Arbeitsleben zu haben war verlockend. Zwei 2

Chris Schlecht Jugendreferent im Dekanat Biberach © S.Hainz / PIXELIO

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Ein Pastoraljahr in Uganda

Aufbau der YCWM begleiten. Ein zweiter Schwerpunkt war, die Kirche in Afrika, am Beispiel Uganda wahrzunehmen, um mit diesen Erfahrungen wiederum die „Eine Welt Arbeit“ der Kirche in Deutschland zu reflektieren und mit zu gestalten.

Bei meinem Verabschiedungsgottesdienst am 24. Juli 2008 in Rottenburg-Dettingen nach neun Jahren Tätigkeit als CAJ-Kaplan der Diözese und als Pfarrvikar der Seelsorgeeinheit Eichenberg, hatte sich auch die Jugendband mit Namen „Stromausfall“ musikalisch beteiligt. Und so seltsam es klingen mag, nach dem Einzugslied viel für wenige Minuten wirklich der Strom aus und die Band konnte nicht mehr weiter spielen. Das animierte mich zu sagen: „Wir sind jetzt schon in Uganda angekommen!“ Stromausfall ist in Uganda und dem Ort Kalungu im Südwesten Ugandas die Regel. Die Menschen haben gelernt damit umzugehen. Auch ich habe mich damit arrangiert aber nicht abgefunden, da es auch ein Machtspiel des Strommonopolisten und des Staates hier in Uganda ist. Menschen sollen abhängig und unterversorgt gehalten werden. Gleichzeitig wird Strom von Uganda nach Kenia verkauft, um daran zu verdienen.

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durch AIDS hinweggerafft worden sind. Die Sorge sind die Kosten für Schulgeld, Kleidung, Nahrung und Medizinkosten, die viele Familien in große Not stürzen lassen. Das Thema Sicherheit war ebenso im Vorfeld eine große Frage. Wie werde ich sicher von A nach B kommen? Werde ich mich mit den Hausbewohnern des Pfarrhauses und einer ganz anderen Kultur verständigen können? Doch es war wie schon bei den zwei Reisen zuvor: Schon nach wenigen Stunden nach meiner Ankunft am Flughafen Entebbe wusste ich, hier bin ich willkommen und zuhause.

einiges anders und besser laufen könnte. Ich werde wütend, wenn ich erlebe, wie eine Krankenschwester und Erzieherin im Kindergarten mangelhaft ausgerüstet ist und eine offene Wunde nicht säubern und verpflegen kann oder wenn wieder einmal SchülerInnen regelmäßig von der Schule heimgeschickt werden, da das Schulgeld noch nicht ganz bezahlt werden konnte. Eine Unzahl von Bittbriefen sind in meinem Ordner gelandet. Die KAB, Catholic Workers Movement (CWM) mit ihrem Sitz in Masaka ist dann die Instanz, die die Anliegen der Menschen besser verstehen und beurteilen kann und die Auswahl trifft, wem und wie geholfen werden kann.

Auszeit schärft Blick für Wesentliches

Meine Motivation,

Meine Erwartungen an diese abenteuerliche Reise

für ein Jahr nach Uganda zu gehen, hat sich ganz organisch ergeben, nachdem ich zweimal dieses Land besuchen und erleben konnte. Die CAJ hatte 2007 eine Partnerschaft mit der YCWM (CAJ) der Diözese Masaka begonnen und war daher für meine Mitarbeit und mein „Sehen – Urteilen – Handeln“ sehr aufgeschlossen. Mein Stellenwechsel bei der CAJ und in der Seelsorgeeinheit Eichenberg stand bevor, so hatte ich die einmalige Gelegenheit wahrgenommen, „zwischen den Zeiten“ für ein Jahr in Uganda in der Diözese Masaka mit der YCWM zu arbeiten. Ich wollte die Situation und das Leben der Jugendlichen vor Ort intensiv s e h e n und erleben und die weiteren Schritte im

Ich war offen für alles Neue. Die größte Frage für mich war, die Frage der Kommunikation. Werde ich mit meinem alten Realschulenglisch auskommen? Werde ich die neue Sprache „Luganda“ lernen und mich verständigen können? Wie werde ich das Jahr gesundheitlich überstehen, das tropische Äquatorklima, die ärztliche Unterversorgung? Malaria und die Sorge von Moskitos infiziert zu werden ist allerorts. Das Krankenhaus in Kalungu ist sehr einfach, das Katholische Krankenhaus in Kitovu besser ausgestattet. Kranken-, Arbeitslosen- oder Sozialversicherung gibt es hier nicht. Die Absicherung ist die Familie, soweit sie intakt ist und die Eltern nicht 4

Kirche in Afrika

Ob mein Pastoraljahr in Uganda tatsächlich als eine „Auszeit“ beschrieben werden kann, bezweifle ich, da ich hier in Uganda permanent mit dem Unterschied der Kulturen und der Lebensbedingungen konfrontiert werde. Mir wird bewusst, welch hohen Lebensstandard ich in Deutschland erfahren habe und um welche Grundsatzprobleme hier und dort gekämpft wird. In Uganda sind Strom, Wasser, Gesundheit, Bildung, Transport und tägliche Ernährung die großen Probleme, die angegangen werden müssen. In Deutschland sorgen sich die Menschen oftmals um eine gute Figur, bezahlen viel Geld für Fitness und können wöchentlich ins Schwimmbad gehen. In Uganda wird das Huhn oder Schwein am Morgen geschlachtet, das dann am Abend verspeist wird. In Deutschland wird das Huhn tiefgekühlt im Supermarkt gekauft und die Leberwurst in Dosen haltbar gemacht. Das Leben in Uganda ist mehr vom Tag geprägt. Langfristige Planungen sind weniger praktisch. „Money is the problem!“ höre ich, wenn ich meine, dass

In den vergangenen zehn Monaten habe ich die Arbeit von drei Priestern, 14 Katecheten und Kirchengemeinderatsvorsitzenden und die Arbeit der Gemeindeschwestern kennengelernt. Zur Pfarrei gehören weitere 13 „subparishes“ mit insgesamt etwa 15 bis 20.000 Katholiken. Taufen, Hochzeiten, Erstkommunion, Firmung, Beerdigungen habe ich erlebt und die Unterschiede zur organisierten Kirche in Deutschland mit anderen Schwerpunkten und Problemen. An Weihnachten und Os-

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FOKUS

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Projekte heute und für die Zukunft

tern finden Gottesdienste statt, die bis zu drei Stunden lang dauern können und die mit Taufen mit bis zu 75 Kindern „gesegnet“ sind. Drei Schülergottesdienste mit jeweils mehr als 200 SchülerInnen finden in Kalungu wöchentlich statt. Ein Kindergarten, eine Gemeindehalle und eine autonome Solaranlage sind die großen Zukunftswünsche der Kirchengemeinde St. Charles Lwanga, die in diesem Jahr ihr 50-jähriges Jubiläum feiert. Die YCWM in der Diözese Masaka ist im Aufbau und hat mit Ben Mugula Mutebi, der in Freiburg Sozialarbeit studierte und bei der CAJ RottenburgStuttgart sein Praktikum absolvierte, eine gute Stütze und den Weitblick, den es hier in Uganda braucht. Die neu gewählten Leitungen der YCWM sind eine Form der Demokratisierung, die dem politischen System des Landes gut tut. Die hier in der Diözese zeitgleich durchgeführte 72-Stunden Aktion war eine große Bereicherung und Motivation für die Gruppen der YCWM. Viele Selbsthilfeprojekte konnte ich Dank großzügiger Spenden und Unterstützung mit Jugendlichen der YCWM und Jugendlichen in Kalungu auf die Beine stellen und hautnah miterleben, feiern aber auch gemeinsam bangen.

Kaffeepflanzprojekte, Schweinezucht, Weberei, Wassertanks für Schule und Kindergarten. Ein Barbershop (Friseur) ein Internet und Computer Training Center (ICTC), der Aufbau einer Musikschule, ein Weihnachtskartenprojekt waren intensive Familien- und Selbsthilfeprojekte in Kalungu und Umgebung, deren Freude, Hoffnungen und Schwierigkeiten ich bis ins Detail miterlebt habe. Vielleicht bietet der Weltjugendtag in Madrid 2011 die Gelegenheit Jugendliche der YCWM aus Uganda nach Deutschland einzuladen und gemeinsam zum Weltjugendtag zu fahren. Ich bin neugierig und möchte gerne nach zwei Jahren wieder nach Uganda reisen, um die Früchte meiner Arbeit sehen zu können. Mit den Erfahrungen dieser „Auszeit“ werde ich im September meine neue Aufgabe als Pfarrer der Seelsorgeeinheit Trossingen angehen und auch dort dem Dreischritt der CAJ treu bleiben: zu sehen – zu urteilen und zu handeln. Thomas Schmollinger zur Zeit in Kalungu/Uganda

Schon bei der Definition des Wortes Pause wird deutlich, wie viele Formen der Pause es gibt: Ruhepause, Arbeitspause, Unterrichtspause, Atempause, Mittagspause, Sendepause, Spielpause, Sommerpause, Winterpause, Regenpause, Sprechpause, Beziehungspause, Kaffeepause und viele mehr. Gemeinsam haben alle diese Pausenformen, dass sie – ganz gemäß der eigentlichen Bedeutung des Wortes Pause - die zeitliche Unterbrechung eines Vorgangs beschreiben. Es gibt eine Fülle von Möglichkeiten, wie diese Unterbrechung aussehen kann.

Alles begann in Wien... Eine besondere Form der Pausengestaltung entwickelte sich Ende des 17. Jahrhunderts in Wien und verbreitete sich schnell in Westeuropa: die Kaffeehauskultur. Neben der bis heute beliebten und verbreiteten Nutzung von Cafés zum Ausspannen und Kaffee genießen, entwickelte sich das Kaffeehaus schnell zum Treffpunkt und Ort des Austauschs. Geschäftsleute und Spekulanten nutzten die Kaffeehäuser für ihre Geschäfte, ebenso gab es Stammcafés für Literaten, für Gelehrte, Juristen und Spie6

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ler. Kennzeichnend für Kaffeehausgesellschaften war die Überwindung von Standesdünkel – hier saßen einfache Leute und Adelige am selben Tisch zusammen und redeten über die Weltlage im Allgemeinen und ihre Geschäfte im Besonderen. So gehen auch viele Errungenschaften der Neuzeit auf die Kaffeehauskultur zurück. Der Ursprung des Postwesens liegt beispielsweise in der Kaffeehauskultur, denn die ersten Postfächer richtete man sich in seinem Stammcafé ein. Auch die erste Versicherung entstand aus eine Geschäftsidee des Londoner Kaffeehauses Lloyd`s. Ebenso bedeutend sind die Cafés für die Entwicklung der Zeitung. Die Redaktionen vieler Gazetten Anfang des 18. Jahrhunderts saßen in Kaffeehäusern. Den Kaffeehäusern ist als besonderer Verdienst anzurechnen, dass sie das Wissen popularisierten und Gastlichkeit mit aufklärerischem Nutzen verbanden. Durch die Erfindung der Zeitung sowie die Etablierung der Post sind sie nicht zuletzt die Wiege der heutigen Printmedien.

higkeit, seine Motivation und seine Leistungsfähigkeit. Auch das Bischöfliche Jugendamt möchte gemäß dieser Erkenntnis neue Wege gehen und seine Räume öffnen, um so einen Beitrag für eine aktive Pausengestaltung zu leisten und wird noch in diesem Jahr solche Kaffee- und © Lichtbild-Austria / PIXELIO Informationsecken einrichten. In diesem Sinne: Mach’ mal Pause! Quellen: www.wikipedia.de; Personalmagazin 04/09; „Wissensmanagement“ 2. Auflage, Pocket Power

Info Wer tiefer in die Kaffeehauskultur einsteigen mag Fachgruppe Wien der Kaffeehäuser: www.wiener-kaffeehaus.at Wissenswertes rund um die Geschichte der Kaffeehäuser, Rezepte, Veranstaltungen

Mit Pausen besser arbeiten Die Schaffung neutraler öffentlicher Orte, die als Treffpunkt fungieren und für den informellen Austausch genutzt werden können, ist auch heute wieder als Trend vieler Firmen im Profit- wie auch Non-Profit-Bereich zu beobachten. Es werden spezielle Kaffeeecken oder Inforäume eingerichtet, um auf der einen Seite Gespräche und Vernetzung zwischen den MitarbeiterInnen zu fördern, und auf der anderen Seite das Signal zu senden, dass Pausen wichtig und gewünscht sind. Auch wenn „regelmäßig Pausen machen“ nicht so schick klingt wie „Work-Life-Balance“, so meinen beide Begriffe das gleiche: Menschen, die jeden Tag „pausen-los“ arbeiten, lassen in ihrer Leistung und Motivation nach, machen Fehler, werden unzufrieden und krank. Wer Pausen macht, ist nicht etwa faul, sondern steigert seine Konzentrationsfä-

Buchtipps

7 „Das Café. Vom Reichtum europäischer

Kaffeehauskultur“, Walter Vogel, Verlag: Brandstätter

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„Europäische Kaffeehauskultur“, Klaus Thiele-Dohrmann, Verlag: Piper

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„Das Wiener Kaffeehaus: Legende Kultur – Atmosphäre“, Birgit Schwaner, Kurt-Michael Westermann, Verlag: Pichler Daniela Lindfeld Fachstelle Qualifizierung & Entwicklung

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Im Schwäbischen gab es den Spruch: Wer im Dorf einen Spaziergang machen will, muss wenigstens einen Rechen auf dem Buckel mitnehmen. So ging es mir gelegentlich, als ich mir vor 15 Jahren ein Sabbatjahr „leistete“: ein Jahr Pause im Berufsleben. Na du Frührentner, wird´s Dir nicht langweilig? So schön möchte ich es auch mal haben! Ein Jahr aussetzen, das könnte ich auch dringend gebrauchen. Weißt du schon, was du nach deinem Sabbatjahr machst? Mit solchen teilweise neidischen Kommentaren und Fragen musste ich mich auseinandersetzen, als ich meine BerufsPause einlegte. Sie stellte mich auch vor eine Identitätsfrage: Wer bin ich als „Sabbatier“? Zehn Jahre in einem herausgehobenen und spannenden Leitungsamt in der kirchlichen Jugendarbeit mit Konferenzen und Dienstbesprechungen, mit Konflikten innerhalb der Institution und der Kirche, mit Beziehungsarbeit mit Ehrenamtlichen und Hauptberuflichen hatten ganz schön an meiner Energie-Substanz gezehrt. Die Arbeit war herausfordernd und machte Spaß. Meinem Sabbatjahr sah ich mit gemischten Gefühlen entgegen. Was wird sein, wenn die Anerkennung durch den Beruf fehlt, wenn der Tag nicht mehr durch Erwerbsarbeit strukturiert ist? Ich wollte das Jahr genau planen und möglichst vorher bereits wissen, was nach diesem Jahr ansteht. Dann war das Sabbatjahr plötzlich da, ohne dass ich es noch hätte vorbereiten können. Der Termin für das Aufbaustudium, das ich mir halbherzig überlegt hatte, war verstrichen, andere Ziele, wie etwa eine große Reise, wollte ich nicht alleine verwirklichen. Sie scheiterten, weil in meinem Umfeld niemand soviel Zeit dafür hatte. Am Anfang des Sabbatjahrs fühlte ich mich noch unter Druck, die gewonnene Zeit auch richtig zu nutzen. Ich be-

legte Sprach- und Computerkurse an der Volkshochschule, besuchte Freunde von früher und arbeitete auf dem Bauernhof der Eltern. Ich war weiterhin beschäftigt. Doch allmählich wurde mein Leben langsamer: Ich hatte mehr Zeit, mit meiner Frau zu frühstücken und zum Zeitunglesen, für Haushaltstätigkeiten ohne Zeitdruck. Im Kino schlief ich nun nicht mehr vor Müdigkeit ein. Ich hatte Zeit und konnte anderen, die mich - beispielsweise beim Umzug brauchen konnten, helfen. Bei einem Bibliodramakurs merkte ich etwas irritiert, dass ich der einzige war, den gerade nichts belastete. Am Ende meines Sabbatjahrs stellte ich erstaunt fest, dass ich nicht, wie befürchtet, in „ein Loch“ gefallen war. Die Bilanz dieses Jahres ist sehr positiv, obwohl ich in messbaren Kategorien nichts besonderes vorweisen kann: Schließlich habe ich „nur“ privaten Kram sortiert, die Wohnung renoviert - und war zwei Wochen in Israel und Palästina. Dieser Reise folgte ein Engagement, das mich bis heute mit dem Konflikt und den Menschen dort verbindet. Vor Ende des Sabbatjahres bin ich ehrenamtlich bei Pax Christi eingestiegen, nachdem ich auch ein parteipolitisches Engagement erwogen hatte.

Der Deal mit dem Arbeitgeber Entstanden war das Sabbatjahr aus einer Solidaritätsaktion zusammen mit sechs anderen PastoralreferentInnen, um für eine/n Kollegin/en eine Anstellung zu ermöglichen. Wir hatten damals mit dem Arbeitgeber, der Diözese Rottenburg-Stuttgart, vereinbart, sieben Jahre auf ein Siebtel unseres Bruttoeinkommens zu verzichten, sechs Jahre voll zu arbeiten und im Anschluss daran ein freies Jahr zu bekommen. Mit diesem Deal konnte ein Theologe zusätzlich eingestellt werden. Ein Tropfen auf 8

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den heißen Stein? Ein Mensch, dem ermöglicht wurde, nicht nur seinen Lebensunterhalt zu sichern, sondern seine Fähigkeiten einzubringen und sich durch eigene Arbeit Bestätigung und gesellschaftliche Anerkennung zu verschaffen. Ein Verzicht? Gewiss eine finanzielle Einschränkung, aber auch ein Gewinn, nämlich ein Jahr verfügbare freie Zeit. Dass diese Zeit mir selbst so gut tun würde, hatte ich damals noch kaum im Blick. War mir einerseits die weitere Anstellung nach dem Sabbatjahr sicher, so musste ich doch in der ersten Hälfte mit der Unsicherheit leben, ob ich innerhalb der diözesanen Einrichtungen eine interessante Stelle finden würde. Für viele in meinem Umfeld war ich mit meinem Sabbatjahr eine Provokation. „Ich hätte auch gern mal ein Jahr frei“ war die häufigste Aussage, oft relativiert durch ein „leider geht das bei mir nicht.“ Meistens waren es die Einkommenshöhe, die Ansprüche der Familie oder der interessante Beruf, die als Gründe dagegen angeführt wurden. Diese Bedenken sind auch für mich nicht vom Tisch. Man muss es sich genau durchrechnen. Bei einem Siebtel weniger Brutto-Einkommen werden jedoch auch die Lohnnebenkosten niedriger und der finanzielle Nettoverlust geringer als man denkt. Andere sahen die einjährige Befreiung von der Erwerbsarbeit eher neidvoll und bedauerten, nicht selbst daran gedacht zu haben. 15 Jahre später bin ich etwas zornig, dass diese Möglichkeit sich in unserer Gesellschaft und Arbeitswelt nicht mehr durchgesetzt hat und nicht mehr gefördert wurde. Als Hochschulseelsorger erlebe ich bei Studierenden den Druck: Was kommt nach dem Studium? Wo werde ich eine Arbeitsstelle finden? Es ist bedrückend, wenn auf eine große Zahl von Bewerbungen nur Absagen folgen, wenn nach

viel härteren Lernsituationen, als nach meinem eigenen Studium, die Alternative bleibt, sich auf Praktika einzulassen oder durch Promotion den Berufseinstieg aufzuschieben. Auch gut ausgebildete junge Menschen haben oft schlechte Chancen, in die Arbeitswelt einzusteigen. Zumal in der Finanzkrise werden die zuerst entlassen, die als Letzte eingestellt wurden. Wenn zukünftig nicht große Teile der Bevölkerung von der Möglichkeit ausgeschlossen bleiben sollen, für sich selbst zu sorgen und sich an der gesellschaftlichen Wertschöpfung zu beteiligen, müssen wir Arbeit teilen. Es muss sich etwas in unseren Köpfen ändern. Nach meinem Pausenjahr haben ich mich mit anderen PastoralreferentInnen wieder zu einer neuen Sabbatjahr-Gruppe zusammen gefunden. Aber die Diözese war nicht bereit, dafür jemand Neuen zusätzlich anzustellen. Schließlich, so argumentierte die Diözesanverwaltung, mussten sie den Kollegen aus dem ersten Projekt weiter finanzieren. Obwohl ich nicht einem weiteren Kollegen zu einer Arbeitsstelle verhelfen konnte, habe ich mit der Diözese ein weiteres Sabbatjahr vereinbart, das ich noch nicht genommen habe. Es ist nicht leicht, einen Aufgabenbereich, in dem sich viele andere auf mich einlassen und verlassen, einfach ein Jahr „im Stich“ zu lassen. Andererseits freue ich mich, dass ich nochmals so ein Jahr Pause in Anspruch nehmen darf. Odilo Metzler Odilo Metzler ist Hochschulseelsorger an der Universität Hohenheim und Pastoralreferent in der Kirchengemeinde St.Antonius in Hohenheim. Vor seinem Sabbatjahr war er Diözesanleiter des BDKJ und des Bischöflichen Jugendamtes. Er ist Vorsitzender der katholischen Friedensbewegung Pax Christi in der Diözese.

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Sonnenstrahlen, Farben, Wörter für den „grauen“ Alltag

Als Kind war eines meiner Lieblingsbilderbücher das Buch „Frederick“ von Leo Lionni. Gerade jetzt vor der Sommerpause finde ich es immer wieder schön diese zu hören oder zu lesen. Das Buch erzählt die Geschichte von Frederick, einer kleinen Maus, die zusammen mit vielen anderen Mäusen in einer Feldmauer wohnt. Weil der Herbst vor der Tür steht, beginnen alle kleinen Feldmäuse, Körner, Nüsse, Weizen und Stroh zu sammeln. Alle Mäuse arbeiten Tag und Nacht. Alle - bis auf Frederick. Während seine Mäusefreunde um ihn herum schuften, sitzt Frederick in der Sonne und lässt sich das Fellchen wärmen. Natürlich macht das die anderen Mäuse wütend! „Frederick, warum arbeitest du nicht?“, fragten sie. „Ich arbeite doch“, sagte Frederick, „ich sammle Sonnenstrahlen für die kalten, dunklen Wintertage.“ Die Mäuse schütteln nur die Köpfe. So etwas Verrücktes! Sonnenstrahlen kann man doch nicht essen! Aber Frederick lässt sich nicht beirren und tut weiter - scheinbar – nichts. Und als sie Frederick so dasitzen sahen, wie er auf die Wiese starrte, sagten sie: Und nun, Frederick, was machst du jetzt?“ - „Ich sammle Farben“, sagte er nur, „ denn der Winter ist grau.“ Und einmal sah es so aus, als sei Frederick halb eingeschlafen. „Träumst du, Frederick?“, fragten sie vorwurfsvoll. „Aber nein“, sagte er, „ich sammle Wörter. Es gibt viele lange Wintertage – und dann wissen wir nicht mehr, worüber wir sprechen sollen.“

Als der Winter schließlich kommt, verschwinden die Feldmäuse in ihr Versteck. Zuerst geht es ihnen allen gut, denn sie haben viele Vorräte und auch viele Geschichten zu erzählen. Sie sind lustig und vergnügt. Aber irgendwann sind die Vorräte aufgeknabbert und die Mäuse werden immer stiller und trauriger. Da fiel ihnen plötzlich ein, wie Frederick von Sonnenstrahlen, Farben und Wörtern gesprochen hatte. „Frederick“, riefen sie, „was machen deine Vorräte?“ - „Macht die Augen zu“, sagte Frederick und kletterte auf einen großen Stein. „Jetzt schicke ich euch die Sonnenstrahlen. Fühlt ihr schon, wie warm sie sind? Warm, schön und golden?“ Und während Frederick so von der Sonne erzählte, wurde den kleinen Mäusen schon viel wärmer. „Und was ist mit den Farben Frederick?“, fragten sie aufgeregt. „Macht wieder eure Augen zu“, sagte Frederick. Und als er von blauen Kornblumen und roten Mohnblumen im gelben Kornfeld und von grünen Blättern am Beerenbusch erzählte, da sahen sie die Farben so klar und deutlich vor sich, als wären sie aufgemalt in ihren kleinen Mäuseköpfen. Und als Frederick zum Schluss noch ein Mäusegedicht vorträgt - denn Wörter hat er ja auch noch genügend gesammelt! -, da klatschen alle kleinen Feldmäuse und begreifen, warum Nüsse und Weizen und Körner allein für einen langen, kalten Winter nicht reichen.

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HALT MAL

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Eine bezaubernde Geschichte, die uns einladen will, alles andere stehen und liegen zu lassen und Sonnenstrahlen, Farben und Wörter für den „grauen“ Alltag zu sammeln. Sonnenstrahlen, Farben, Wörter... ich nehme mir Zeit für Dinge, die im Alltag zu kurz kommen

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ich lege einfach mal meine Hände in den Schoß und genieße das Nichtstun

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ich tauche ein in die bunte Natur und freue mich an der Schöpfung

7 ich tanke Licht und Wärme und sammle, was ich zutiefst zum Leben brauche

7 ich nehme mir Zeit, um Gottes Nähe zu spüren

... ich weiß, dass ich sie im Winter gut werde brauchen können.... Gabriele Denner Geistliche Diözesanleiterin BDKJ/BJA Leo Lionni „Fredrick“ © 1967, 2003 Beltz & Gelberg in der Verlagsgruppe Beltz, Weinheim und Basel

7 ich genieße das gute Essen und das Gespräch mit Freunden

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ich entdecke fremde Länder, Kulturen und lerne neue Menschen kennen

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ich hole ein Buch aus dem Regal, das ich schon lange lesen wollte

7 ich lege meine Uhr in den Schrank und warte ab, was kommt

7 ich höre hin, was mich in meinem Innersten bewegt

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BERICHTE

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BDKJ-Jugendaktion 2009: informativ, kreativ und kurzweilig mit Wasserkarawane und Workshops

Von März bis Juli haben in der Diözese insgesamt zwölf Workshops an unterschiedlichen Orten stattgefunden: Bei der 72-Stunden Aktion, bei Verbandskonferenzen, auf den Jugendtagen der Klöster oder auf den Seminaren der FSJ- und FÖJKurse. Dabei haben die Teilnehmenden darüber diskutiert, wie viel Trinkwasser Deutsche im Vergleich zu den Menschen auf Haiti täglich verbrauchen oder haben sich kreativ damit auseinandergesetzt, wie viel virtuelles Wasser wohl in einer Tasse Kaffee steckt und warum es Konflikte um Wasser auf der ganzen Welt gibt.

Bei der diesjährigen BDKJ-Jugendaktion haben die Jugendlichen der Diözese gezeigt, dass für sie, frei nach dem Aktionsmotto, Wasser kein trockenes Thema ist. Die Eine-Welt-Engagierten haben auch in diesem Jahr eine informative, kreative und kurzweilige Jugendaktion auf die Beine gestellt. Beim Auftakt in Stuttgart im Rahmen der Eröffnung der Misereor Fastenaktion machten die Jugendlichen mit einer Wasserkarawane aus rund 100 blau gekleideten Trommlern, Jongleuren, Stelzenläufern und Großpuppenträgern und mit einem lauten „Wasser ist Leben – Wasser ist Menschenrecht!“ auf das Thema „Wasserkonsum“ aufmerksam.

Weitere Informationen und Workshopmaterialien gibt es in der Fachstelle Globales Lernen bei Jessica Ortmeyer, [email protected] info oder auf der Website www. kein-trockenes-thema.de

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Eine-Welt Engagierte unterstützen die Kampagne „Keine Ausbeutung mit Steuergeldern“ der Christlichen Initiative Romero

dem Steueraufkommen und werden von der öffentlichen Hand gelenkt.

Was kann man tun?

Wäre es nicht klasse, wenn in allen deutschen Rathäusern fairer Bio-Kaffee ausgeschenkt würde? Das Superwahljahr 2009 macht es möglich, sich für solche und weitere konkreten Ziele des Eine-WeltGedankens in der Politik einsetzen. Die Postkarten-Aktion „Keine Ausbeutung mit Steuergeldern“ der Christlichen Initiative Romero fordert dazu auf, BundestagskandidatInnen direkt auf das Thema „soziale und ökologische Beschaffung“ anzusprechen. Das heißt etwa: Die Pflastersteine auf dem Dorfplatz dürfen nicht aus Kinderarbeit stammen; die Schreibwaren der Abgeordnetenbüros sollen umweltverträglich sein. Denn, die Gelder für diese Ausgaben stammen aus

BDKJ-Freiwilligendienste tieren sich neu

Protestpostkarten bis zur Bundestagswahl im September an die lokalen DirektkandidatInnen schicken - Erfahrungen haben gezeigt, dass Aufforderungen von potentiellen WählerInnen des direkten Wahlkreises eine große Wirkung entfalten können! Außerdem mit weiteren Postkarten Freunde, Familie, Klassenkameraden, Kirchengemeindemitglieder mobilisieren, dass sie ebenfalls eine Protestkarte abschicken. Postkarten gibt es bei der Fachstelle Globales Lernen, [email protected] oder einfach direkt bestellen auf www.ci-romero.de/material

informieren. Dort finden sich Erfahrungsberichte, mögliche Einsatzstellen, organisatorische Hinweise oder gesetzliche Regelungen. Das Neue: Erstmals ist es möglich, sich online für einen der Dienste zu bewerben. Zu den einzelnen Diensten gibt es auch direkte Zugänge über beispielsweise: www.ich-will-fsj.de

präsen-

Eine neue Website und neue Flyer bilden den Anfang: Die Servicematerialien der BDKJ-Freiwilligendienste werden derzeit komplett überarbeitet. Der Anspruch: Interessierte Jugendliche, Eltern, LehrerInnen, Einsatzstellen und die HonorarmitarbeiterInnen des BDKJ bekommen Informationen noch schneller und ansprechender. Über FÖJ, FSJ oder den Weltkirchlichen Friedensdienst kann man sich ab sofort unter www.bdkj-freiwilligendienste.de 12

Der Slogan: „Ich will“ Das neue Material stellt die in den Mittelpunkt, um die es geht: Die Freiwilligen 13

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engagieren sich ein Jahr lang im sozialen oder ökologischen Bereich oder im Ausland. Dabei lernen sie viel Neues kennen: Ein neues Betätigungsfeld, neue Leute, eine andere Kultur. Sie lernen aber auch viel über sich selbst. Dazu ist Offenheit notwendig und die Entscheidung am Anfang: „Ich will!“ Freiwilligendienste sind eine große Chance für junge Menschen mit vielen Möglichkeiten. Wer sich darauf einlässt, wird nicht nur viel lernen, sondern auch viel Spaß haben. Auch das drücken die neuen Materialien aus. Die Flyer zum Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ), Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ) und Weltkirchlichem Friedensdienst (WFD) gibt es kostenlos bei:

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in ihrem Dienst vor großen Fragen ständen oder das Heimweh plage, über allem stehe die Zusage Gottes, „weil er uns liebt“. Mit ihrer tatkräftigen Hilfe in den Projekten, mit ihrem Mitleben und Mitbeten, sollen die jungen Leute zum Segen werden für andere. Der Dienst der jungen Leute bedeute für sie selbst „einen Aufbruch ins Ungewisse, ein Wagnis“. Gabriele Denner machte den jungen Menschen Mut, indem sie sie als „ein lebendiges Zeichen der Solidarität unter den Menschen“ bezeichnete und ihnen ein Kreuz und eine Bibel als Rüstzeug mit auf dem Weg gab. Der Weltkirchliche Friedensdienst in der Diözese Rottenburg-Stuttgart entstand 1986 nach der damaligen Diözesansynode als bundesweit einzigartige Initiative. Damals hieß er noch „Laien im Dienst der Evangelisierung und des Friedens“. Vor vier Jahren erhielt er seinen heutigen Namen. Seit seiner Gründung leisteten weit über 200 junge Leute den Weltkirchlichen Friedensdienst.

BDKJ-Freiwilligendienste, Antoniusstr. 3 73249 Wernau, Fon 07153 3001 109,E-Mail: [email protected]

Info Über die Servicestelle Weltkirchlicher Freiwilligendienste reisen in diesem Jahr 26 weitere Freiwillige in Länder des Südens. Träger dieser Freiwilligendienste sind Kirchengemeinden, Orden und kirchliche Organisationen der Diözese. Die Freiwilligen wurden bei einem Gottesdienst in Rot an der Rot in deren Partnerschaftsprojekte in Afrika, Lateinamerika und Asien entsendet und tragen so zur lebendigen Partnerschaft bei. Mit viel Engagement und Mut, aber auch Ungewissheit im Gepäck brechen Sie demnächst in ihren Freiwilligendienst auf. Info und Kontakt:

Melanie Lorenz 07153 3001 195 [email protected]

Bewerbungsschluss für die Ausreise im Sommer 2010 ist der 20. November 2009!! Bewerbungsunterlagen und mehr Infos gibt es auf www.bdkj.info/wfd Hauptabteilung Weltkirche und BDKJ Rottenburg-Stuttgart entsenden 20 junge Menschen für 13 Monate in den Weltkirchlichen Friedensdienst

der württembergischen Diözese unter dem Leitwort „Mitleben, Mitbeten, Mitarbeiten“ in kirchlichen Projekten eingesetzt. Seit Januar bereiten sich die Freiwilligen auf ihren Einsatz in Übersee vor. Neben interkultureller Kommunikation behandelten sie auch Themen wie „Weltkirche“ oder „Koffer packen“ in den Seminaren. An ihrer Aussendungsfeier in Rot an der Rot nahmen sowohl Familienangehörige als auch ehemalige Freiwillige der Diözese teil. Eine davon machte in der Predigt deutlich, dass „Gott uns bereit macht, seinen Auftrag zu empfangen, zum Dienst an den Menschen - auch in schwierigen Situationen.“ Auch wenn die Freiwilligen

Zu einem 13monatigen Weltkirchlichen Friedensdienst (WFD) in Afrika, Asien und Lateinamerika hat Gabriele Denner, geistliche Diözesanleiterin des BDKJ, 20 junge Frauen und Männer entsandt. Die jungen Menschen aus der Diözese RottenburgStuttgart, die meisten frischgebackene Abiturienten, starten ab August nach Argentinien, Brasilien, Indien, Mexiko, Thailand und Uganda. Dort werden sie bei Partnergemeinden und –organisationen 14

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Mit zwölf TeilnehmerInnen aus allen Himmelsrichtungen der Diözese endete Mitte Juli der nunmehr neunte Ausbildungskurs für ehrenamtliche Geistliche Verbandsleitungen des BDKJ. Unter dem Titel „Und plötzlich riecht’s nach Himmel“ wurde der Ausbildungskurs 2009 auch für junge Erwachsene geöffnet, die an Glaubensfragen interessiert sind, jedoch kein geistliches Leitungsamt anstreben. Über ein halbes Jahr hinweg konnten sich die TeilnehmerInnen mit theologischen und religionspädagogischen Inhalten, der Rolle von Geistlicher Leitung, sowie der spirituellen Praxis auseinander setzen. Theologisch geschult, für die praktische Arbeit gestärkt und hochmotiviert wurden die sieben Frauen und fünf Männer in ihre jeweiligen Einsatzorte und Verbände verabschiedet.

Ausbildungskurs mit Zertifikat abgeschlossen: Uwe Abele, DPSG, Friedrichshafen, Anna Asteriadis, DPSG, Baltmannsweiler, Barbara Becker, Kolping, Augsburg, Fabian Buck, Ministranten, Laupheim, Gertrud Maria Frauenstein, DPSG, Deggingen, Lydia Hageloch, Rottweil, Johannes Leichtle, DPSG, Salach, Julia Mayer, DPSG, Ehingen/Donau, Franziska Minnich, DPSG, Heidenheim, Michael Neuhauser, KJG, Bartholomä, Annemarie Vogt, KJG, Würzburg, Karl-Heinz Wächter, DPSG, Reutlingen. Die Beauftragungsfeier für die gewählten Geistlichen LeiterInnen findet am 13. November 2009 um 19.00 Uhr in Rot an der Rot statt. Der nächste Ausbildungskurs 2010 startet am 19./20. März in Wernau; weitere Termine sind: 15. - 18.04/ 18. - 20.06. /16. - 18.07. Weitere Informationen gibt es bei der Fachstelle Jugendspiritualität, Fon 07153 3001 146, E-Mail: [email protected] info Judith Gaab Fachstelle Jugendspiritualität

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Die Wissenschaftler bringen ihre Erkenntnisse analog zu den Entwicklungsdimensionen so auf den Punkt: 1. Armut macht krank 2. Armut macht perspektivlos 3. Armut grenzt aus 4. Armut engt ein 5. Armut ist entwertend Der BDKJ Rottenburg-Stuttgart sieht sich durch die Ergebnisse der Studie in seiner Bewertung der Kinderarmut in Deutschland bestätigt. Die Mitgliedsverbände, BDKJ-Dekanate und Aktionspartner sind weiter aktiv für die Rechte armer Kinder und Jugendlicher. Dazu gehören das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit und auf Selbstbestimmung, auf einen angemessenen Lebensstandard einschließlich angemessener Nahrung, das Recht auf Bildung und Teilhabe am kulturellen Leben sowie auf den besten erreichbaren Gesundheitszustand. Die Initiative: www.das-ist-ungerecht.info Die Caritas: www.dicv-rottenburg-stuttgart. caritas.de

Caritas-Studie „Die Menschen hinter den Zahlen“ Im wohlhabenden Land Baden-Württemberg leiden viele Kinder unter Armut: Etwa jedes achte Kind (12 Prozent) unter sieben Jahren lebt von Sozialgeld in so genannten SGB II-Bedarfsgemeinschaften. Diese Kinder gelten als akut armutsgefährdet, wie eine von Caritasverband und Diözesanrat der Diözese Rottenburg-Stuttgart in Kooperation mit der Caritas Freiburg in Auftrag gegebene Studie zeigt. Sie belegt, dass Kinder kaum Möglichkeiten haben, ihre Lage zu verändern und lebenslang in ihren Entwicklungs- und Teilhabechancen extrem eingeschränkt sind. So sei bereits mit sechs Jahren „das Leben für viele gelaufen“. Die Studie benennt fünf Dimensionen für die kindliche Entfaltung: 1. Körperliche Entwicklung und Gesundheit 2. Kognitive Entwicklung, Bildung und Lernen 3. Soziale Entwicklung, soziale Kompetenzen und soziale Netzwerke 4. Kulturelle Entwicklung und Freizeitgestaltung 5. Persönlichkeitsentwicklung, Selbstachtung und Selbstwert

Irene Fink Fachstelle Politik & Verband

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So still wie das sechzigste hat Deutschland noch kein rundes Jubiläum gefeiert. Fast wäre es auch am Querschnitt spurlos vorüber gegangen. Am 23. Mai war Verfassungstag und am 3. Oktober ist Nationalfeiertag, der an 20 Jahre deutsche Einheit erinnert.

Papst Johannes Paul II., der als Pole das internationale Prestige seines geistlichen Amtes für Aktionen und Akzente der Entspannung nutzte. Michail Gorbatschow, der als letzter Präsident der Sowjet-Union die Hardliner dort in Schach gehalten hat, und so dafür sorgte, dass Ungarn 1988 den Grenzzaun öffnen konnte.

Der durchschnittliche Querschnittsleser kennt vom eigenen Erleben her Deutschland als einen Staat, von Lörrach bis Rügen, von Emden bis Passau. Dass vorher die Grenze des kalten Kriegs von Lübeck bis Hof verlief, bewacht von hochgerüsteten Armeen auf beiden Seiten, das ist für viele was für den Fernseher oder die Schulbücher. Dass die Einheit 1989 kam und Europa zusammen wachsen kann, ist im wesentlichen den mutigen Menschen östlich der damaligen Grenze zu verdanken und drei Männern:

1949 – 1989 Die 50er Jahre waren geprägt vom Wiederaufbau der Städte und der Ansiedlung von Millionen von Flüchtlingen aus Ost- und Südosteuropa. Für die Diözese bedeutete das, dass ein flächendeckendes Netz von Kirchengemeinden in den ehemals protestantischen Gebieten entstand. Die 60iger Jahre waren durch den Schock des Mauerbaus in Berlin geprägt. Über Solidaritätsaktionen und mühsame Kontakte hat der BDKJ versucht die katholische Jugendarbeit in „Mitteldeutschland“ - der damalige im Westen gebräuchliche Name für die DDR - zu unterstützen. Die 70er Jahre brachten dann Entspannungspolitik und Reiseerleichterungen für Ost und West. Allerdings hatten sich Ost und West darauf eingerichtet, dass es auf Dauer zwei deutsche Staaten geben wird, auch wenn das im Westen keiner zugab. In den 80er Jahren brachte die Polnische Gewerkschaftsbewegung Solidarnocz die nötige Dynamik in Osteuropa, dass die verkrusteten Diktaturen im Osten aufbrachen und letztendlich die Grenzen aufgingen. Da half auch viel Beten mit die spezifisch christliche Form der Veränderung.

Dem deutschen Kanzler Willy Brandt, der mit dem Kniefall am Mahnmal des Warschauer Ghettos das Ende der Ost-WestKonfrontation eingeleitet hat. 18

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Info Landesjugendplan Zuschussquoten 2009 Die aktuellen detaillierten Zuschussquoten für 2009 können unter www.jugendarbeitsnetz.de eingesehen und runtergeladen werden. Bei den Lehrgängen und Seminaren ergab sich eine Änderung, hier wurde der Betrag von 8,70 Euro auf 9,20 Euro erhöht. Alle anderen Quoten sind gegenüber dem Vorjahr gleichgeblieben.

1949 – das Grundgesetz – Artikel 1 (1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlicher Gewalt. (2) Das deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt. Das ist das Versprechen: Nie wieder Auschwitz und die Lehre aus dem Nationalsozialismus. Aus diesen beiden Paragraphen folgt die Verpflichtung jedes/jeder Einzelnen für den Erhalt der Grundrechte einzutreten. 60 Jahre Frieden erhalten sich nicht von selbst, da müssen alle mittun! Aus diesem Grund: Wählen gehen am 27. September 2009. Unabhängige und freie Wahlen sind ein Essential der Demokratie.

Kontakt: BDKJ-Diözesanstelle – Zuschüsse Postfach 1229, 73242 Wernau Fon 07153 3001 –138 Fax 07153 3001 -600 E-Mail: [email protected]

Burkhard Hein Fachstelle Politik & Verband

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Das Motto „Gegenfrage“ des diesjährigen Jugendsonntags am 22. November 2009 knüpft an das Evangelium des am gleichen Tag statt findenden Christkönigssonntags an: Jesus steht als Aufwiegler und Volksverhetzer unter Anklage und wird von Pilatus verhört. Doch statt auf Pilatus‘ Fragen zu antworten konfrontiert ihn Jesus mit einer Gegenfrage. Die Frage Jesu führt weg von der Definition über Status, Erfolg, Macht und Anerkennung zu dem, was unser Leben eigentlich ausmacht. „Gegenfrage“ – der Gottesdienstentwurf zum Jugendsonntag inspiriert zum vertieften Fragen nach dem, wer wir sind, woher wir kommen und wohin wir gehen. Diese Fragen haben verändernde Kraft. Der Gottesdienst lädt ein, sich neu auf diese einzulassen. Nach der Sommerpause wird es wie je-

des Jahr eine umfangreiche Arbeitshilfe zum Jugendsonntag mit verschiedenen Gottesdienstbausteinen geben. Sie ist über die katholischen Jugendreferate in den Dekanaten oder über die Fachstelle Jugendspiritualität, Fon 07153 3001–145 erhältlich und steht als download auf www. bdkj.info unter Projekte & Aktionen / Jugendsonntag. Die Hälfte der Kollekteneinnahmen des Jugendsonntags ist wie in den Vorjahren für die katholische Jugendarbeit in den Kirchengemeinden bestimmt. Die andere Hälfte dient dazu, das Stiftungskapital der Jugendstiftung just weiter aufzubauen.

„Meine Kirche? - Meine Wahl!“ ist das Motto der BDKJ-Aktion der Diözese Rottenburg-Stuttgart zur Kirchengemeinderatswahl am 14. März 2010.

Die Postkarten sind zusammen mit den Materialien für den Jugendsonntag Mitte September über die Fachstelle Jugendspiritualität oder die Jugendreferate erhältlich.

Judith Gaab Fachstelle Jugendspiritualität

Nähere Informationen bei der Fachstelle Jugendspiritualität, Fon 07153/ 3001 145, E-Mail: [email protected]

Vier Postkarten mit Aktionsideen sollen junge Menschen motivieren, Kirche vor Ort mitzugestalten:

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Judith Gaab, Fachstelle Jugendspiritualität

mit Kirchengemeinderäten über ihre Themen ins Gespräch zu kommen,

7 KandidatInnen als JugendvertreterInnen zu gewinnen,

7 ihr Wahlrecht wahrzunehmen 7 oder selbst für den KGR zu kandidieren. 20

JUGENDARBEIT UND SCHULE

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gen kann. An das Seminar ist eine einjährige Praxisphase an der Schule geknüpft, in der die neuen Juniorschülermentoren ein oder mehrere Projekte zur gelingenden Integration von betroffenen MitschülerInnen im Alltag durchführen und begleiten werden. Das Juniorschülermentorenprogramm mit Schwerpunkt Integration kann im Rahmen des themenzentrierten Projektes Soziales Engagement, kurz TOP SE, an Realschulen eingesetzt werden. Ein zweiter Durchlauf des Projektes über die Fachstelle Jugendarbeit und Schule des BDKJ ist für den kommenden Herbst geplant. Für weitere Informationen: Fachstelle Jugendarbeit und Schule des BDKJ, Dominik Hillebrand KSJ-Bildungsreferent Fon 07153 3001 –163 E-Mail: [email protected] www.bdkj.info/fachstellen/ jugendarbeit-schule

Das Modellprojekt ‚Juniorschülermentorenprogramm (JSMP) mit Schwerpunkt Integration’ der Fachstelle Jugendarbeit und Schule beim BDKJ hat die erste Runde erfolgreich bestanden. Anfang Juli kamen 16 SchülerInnen der siebten Klasse aus der Realschule Rottenburg in das Katholische Jugend- und Tagungshaus St. Antonius nach Wernau, um das Seminar zu besuchen. Die Inhalte des Seminars waren vielfältig: Themen wie Umgang mit Vorurteilen und (interkulturellen) Konflikten, Kommunikation und Knigge im Alltag sowie die Zusammenarbeit im Team und die Projektarbeit an der Schule hatten ihren Platz. Ziel des Modellprojektes ist es, die Jugendlichen für das ‚Anders-Sein’ von Mitmenschen zu sensibilisieren und mit ihnen gemeinsam Wege zu suchen, wie positive Integration im Alltag gelin21

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Ausbildung bleibt auch im Herbst Thema

Das Thema „Bildung“ insbesondere die Ausbildung der eigenen Leute hat bei der DPSG einen hohen Stellenwert. Das dies tatsächlich so ist, zeigte das erste Halbjahr 2009, das mit jeder Menge kostbaren Ausbildungsveranstaltungen bestückt war.

Insgesamt erreichte der Diözesanverband im Frühjahr 2009 mit den genannten Veranstaltungen über 60 DPSGler. Auch für das zweite Halbjahr 2009 sind die Prognosen günstig. So finden neben den Entwicklungswochenenden der oben genannten WBKs, das sogenannte Moddulleitungstraining sowie das Vorständeseminar vom 29. Oktober bis zum 1. November 2009 auf Schloss Ebersberg statt. All dies beweist, dass in einem wirtschaftlich schwachen Jahr 2009 im Ausbildungsbereich der DPSG weiterhin der Trend nach oben geht.

Während die fünf Teamer der Jungpfadfinderstufe auf ihrem Woodbadgekurs (WBK) unter dem Motto „Blue Wings – There`s no better way to fly“ ihre 21 TeilnehmerInnen vom 10. bis 18. April 2009 auf „Ausbildungskurs“ brachten, ließen es sich die Rover bei Terra-Gymnastik und Saunagang auf ihrem WBK mal so richtig gut gehen. Das interdisziplinäre Leitungsteam des Rover-WBKs vermittelte dabei den 16 TeilnehmerInnen zudem ausbildungsrelevante Themen wie etwa die Projektmethode. Die LeiterInnen der Pfadfinderstufe dagegen wurden auf ihrem WBK Zeugen eines intensiven und reflexionsreichen Gruppenerlebnisses. Unter dem Motto „Ausbildung tut gut“ startete die diözesane Arbeitsgruppe „AG-Ausbildung“ mit ihrem Klausurwochenende im März 2009 in ein vielversprechendes Jahr. Darüber hinaus setzte sich die Diözesanvorsitzende Tanja Leicht mit ihrem Besuch der bundesweiten Ausbildungstagung in Westernohe dafür ein, dass die Ausbildungsthemen der DPSG Rottenburg-Stuttgart auch auf Bundesebene Gehör fanden.

Christina Kraus DPSG-Bildungsreferentin

Ausbilderteam „Blue Wings“

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Die Frauen- und Männerwochenenden der KSJ sind immer etwas Besonderes

Kolpingjugend feierte 150jähriges Diözesanjubiläum am 21. Juni 2009 in der Bischofsstadt Rottenburg in einem Meer aus SchwarzOrange: mit Kolping T-Shirts, Fahnen, Banner, Luftballons und Transparenten.

Gleich vierzehn junge Damen hatten sich für ihr Frauenwochenende in der ersten Juliwoche das Experimentieren mit Farben ausgesucht. ‚Crazy food’, also mit leuchtend schrillen Lebensmittelfarben behandeltes Essen, gab es für die Einen, ebenso buntes Mineralwasser für die Anderen. Zudem stand ‚bodypainting’ mit einer erfahrenen Referentin auf dem Programm. Nach dem eher kreativen Teil, kamen die Damen beim „juggern“ noch einmal richtig ins Schwitzen: Mit Pompfen und Ketten aus Schaumstoff durfte mal so richtig Dampf abgelassen werden. Die Männer waren zeitgleich per Kanu auf dem Bodensee unterwegs und widmeten sich nebenher abenteuerlichen Spielen auf dem Wasser. Die Gruppe, ebenfalls 14 Personen stark, hatte ihr Wochenende unter das Thema ‚Wikinger – Wilde Wasser’ gestellt und dem Motto entsprechend echte Wikingerschilde angefertigt. Nach so viel Action kann man sich schon auf die Wochenenden der Geschlechter im Juli 2010 freuen.

1.400 Kolpingfreunde, darunter auch fast 200 Kinder, Jugendliche und junge Menschen der Kolpingjugend aus allen Teilen der Diözese, kamen an diesem Tag zusammen. Nach einem Festgottesdienst mit Bischof Gebhard Fürst sorgten RiesenMikado, Mega-Yenga, Street Soccer und Überraschungs-Dart dafür, dass bei niemandem Langeweile aufkam. In einer abwechslungsreichen Bühnenshow, zeigten verschiedene Kolpingfamilien ihre Projekte und Initiativen zu den Themen Familie, Arbeitswelt und EineWelt und auch die Kolpingjugendgruppen präsentierten ihr Engagement mit Musik, Witz und Originalität. Zum Abschluss stiegen 150 schwarze und orangefarbene Luftballons über dem Markplatz auf, als lebendiges Zeichen dafür, dass nach 150 Jahren noch lange kein Ende in Sicht ist... Clemens Dietz Geistlicher Begleiter der Kolpingjugend

Dominik Hillebrand KSJ-Bildungsreferent 23

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In einem spektakulären Finale ging vom 19. bis 21. Juni in Ergenzingen das Verbandsspiel „K2009Das Abenteuer beginnt ...“ in die letzte Runde.

erlichsten Bewährungsproben belegte die Kolpingjugend Geislingen nach geglückter Finalrunde den verdienten ersten Platz, der aus einem Gutschein für den Besuch eines Hochseilgartens ihrer Wahl bestand. Den zweiten Platz hatte sich die KJ Leupolz erkämpft, die sich nun über den Gutschein für eine Kanufahrt freut. Dicht gefolgt von der Kolpingjugend Neckarsulm, die sich mit dem dritten Hauptgewinn einen Besuch im Erlebnisbad „erspielt“ hat! Auch die übrigen neun beteiligten Kolpingjugendgruppen gingen dank der Jugendstiftung JUST, die das Verbandsspiel finanziell unterstützt hat, nicht leer aus. Sie konnten jede einzelne Dukate in einer Tauschbörse gegen verschiedenste Spiele eintauschen.

Rund 115 Jugendliche ließen sich das Event nicht entgehen. Das erste Highlight des Wochenendes bestand in einem Asado, dem traditionellen paraguayischen Grillfest. Nach vielen kooperativen Herausforderungen und interkulturellen Spielen anlässlich der diesjährigen deutsch-paraguayischen Jugendbegegnung, wurde die Finalrunde des Verbandsspiels „K2009 – Das Abenteuer beginnt...“ eingeläutet. Ein letztes Mal konnten die einzelnen Spielgruppen ihre Begeisterung als Abenteurer zeigen und letzte Dukaten einstreichen. Inspiriert vom Brettspiel „Die Siedler von Catan“, mussten an verschiedenen Stationen Rohstoffe wie Holz, Eisenerz oder Stoff erspielt – besser gesagt ausgegraben, gesägt oder gepflückt werden. Diese konnten dann gegen Hilfsmittel wie etwa einen Kompass eingetauscht wurden, die das Erreichen der Schatzinsel ermöglichten. Nachdem alle Mannschaften gemäß ihrem Auftrag den geheimen Treffpunkt aller Abenteurer erreicht hatten, wurden die erspielten Schatzkartenteile zur Gesamtkarte vervollständigt und gemeinsam der große Schatz Adolph Kolpings geborgen. Dieser bestand zunächst aus Naschwerk, das den Nachhauseweg versüßte, aber auch aus einer großen Kiste voller Golddukaten, die gemäß dem aktuellen Punktestand an die Spielgrup pen verteilt wurden. Nach einem Jahr Anstrengung, dem Bestehen der abenteu-

Mit „K2009 – Das Abenteuer beginnt ...“ endete ein erfolgreiches Verbandsspiel, das viele Jugendliche über ein Jahr hinweg begeistert und motiviert hat. Obwohl Verbandsspiele bei der Kolpingjugend eine Tradition haben, ist jedes einzigartig. Mit den Verbandsspielen gelingt es immer wieder Verbandsbewusstsein zu fördern und inhaltliche Verbandsthemen, wie das. „Miteinander der Generationen“, oder den „Kritischen Konsum“ an der Basis zu vermitteln und praktisch zu verankern. „Zukunftsvisionen“ werden gesponnen aber auch die Vernetzung von Ortsgruppen und die Regionalisierung der Angebotsstrukturen werden erreicht. Das ganze gelingt, weil Themen ansprechend, kreativ verpackt und möglichst niederschwellig aufgegriffen werden. Martin Merkle Diözesaner Arbeitskreis Robert Klima Bildungsreferent d. Kolpingjugend 24

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gesetzt. Armut in Deutschland und Paraguay, Globalisierung und kritischer Konsum, Bildungschancen und Bildungsgerechtigkeit wurden beispielsweise vor dem Hintergrund der unterschiedlichen kulturellen und persönlichen Erfahrungen kritisch diskutiert.

Jugendbegegnung 2009 – Das Ziel war klar: die Eine-Welt-Arbeit der Kolpingjugend stärker profilieren und der Partnerschaftsarbeit mit „Obra Kolping Paraguay“ ein lebendiges Gesicht geben. Am 31. Mai 2009, nach über einjähriger Planungs- und Vorbereitungszeit standen sie nun da - neun Jugendliche und junge Erwachsene aus Paraguay - etwas erschöpft von der langen Anreise, aber glücklich in Deutschland zu sein und voller Erwartungen, was auf sie zukommen wird. Den Gastfamilien und den 15 Jugendlichen aus der Kolpingfamilie Neresheim ging es ganz genauso. Nachdem das „Beschnuppern“ und die ersten Hemmschwellen überwunden waren, gab es schon bald kein Halten mehr. Lateinamerikanisches Temperament, viel Herzlichkeit und Gastfreundschaft ließen bald alle anfänglichen Zweifel und Vorbehalte schwinden und alle Beteiligten durchlebten in dreieinhalb Wochen eine rasante gruppendynamische Entwicklung.

Geist der Begegnung immer spürbar Die Begegnung hat viele Erwartungen übertroffen und viel Energie für die zukünftige Eine-Welt-Arbeit in der Kolpingjugend freigesetzt. In Neresheim wurde von den Jugendlichen und jungen Erwachsenen der Begegnungsgruppe ein junger Apfelbaum mit vielen Wünschen eingepflanzt, der wachsen wird und hoffentlich bald viele Früchte trägt. Gleichsam hat die Jugendbegegnung viel in Bewegung gesetzt, wo es sich anzuknüpfen lohnt!

Vielseitiges Programm unter dem Motto: „Miteinander und voneinander Lernen“

Robert Klima Bildungsreferent der Kolpingjugend

Ein Sozialprojekt im Samariterstift Neresheim ermöglichte der Besuchsgruppe intensive Berührungspunkte zu Mitmenschen mit Behinderung - sei es im Werkstatt- oder Wohngruppenbereich. Interkulturelle Begegnung und Integration von Menschen mit Behinderung miteinander zu verknüpfen, erwies sich als sehr bereichernd, zumal sich unter den 24 Paraguayos auch ein blinder Teilnehmer befand. In Form von Workshops und verschiedenen Angeboten wurde sich auch mit (entwicklungs-) politischen Themen kreativ auseinander25

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– mit Wasserbeigabe „von oben“

Sieben Caravelles (13 bis16 Jahre) der PSG trafen sich am 4. Juli, um sich in die schwindelnde Höhe des Hochseilgartens in Fellbach-Schmiden zu wagen. Nach der Einteilung in kleine Sicherungsgruppen und den Basics der Sicherung am Boden ging es an der Strickleiter in 4,5 Meter Höhe. Dort hieß es für die Caravelles, über ein Seil zu balancieren, sich in einem Eimer über den Abgrund zu ziehen, mit einem „Snowboard“ auf Seilen zu fahren und ein Kletternetz zu überwinden. Über die „Himmelsleiter“ ging es dann in 10 Meter Höhe, wo weitere Herausforderungen wie die „Affenschaukel“ auf die Caravelles-Mädchen warteten. Alle kamen sicher auf der großen Plattform an, von wo es dann per Seilbahn, der „Flying Fox“, wieder nach unten ging. Trotz zahlreicher anstrengender Momente, konnten alle mit dem guten Gefühl, alle Hindernisse überwunden zu haben, nach Hause fahren.

Am 18. Juli wagten sich 18 PSG-Mädchen zwischen 6 und 10 Jahren zusammen mit ihren Leiterinnen in die Unsicherheit hinaus, was das Wetter an diesem Tag mit ihnen machen würde. In Plochingen, wo Fils und Neckar zusammen fließen, kamen sie aus den Stämmen Mühlacker, Wernau und Stuttgart Hofen zusammen und waren erleichtert, als sie dort ein wettersicheres Zelt stehen sahen. Der Tag begann mit verschiedenen Wasserspielen und einem Wasserquiz, bei dem auch der virtuelle Wasserverbrauch verschiedener Produkte in den Blick genommen wurde – gemessen in den Einheiten „Eimer“ und Badewannen“. Zum Mittagsvesper und dem anschließenden Basteln von kleinen Flößen gab es leichte Regenschauer, so dass die insgesamt 27 Mädchen und junge Frauen doch noch ins Zelt umsiedeln mussten. Später wurden die Flöße auf ihre Schwimmtauglichkeit geprüft und an einer Schnur in den Neckar gelassen. Ein erneuter Regenguss animierte die Gruppe zum Spielen im Nass, wobei das Grillen am Abend wieder ohne Himmelsbeigabe zum Thema stattfinden konnte.

Dorothee Köhl PSG-Referentin

NACHDENKEN

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Einfach mal untätig sein. Hin hocken. Füße hochlegen. Nix tun! Wenn ich ehrlich bin: Ich schaff´s nicht immer! Aber immer öfter... Weil´s mir gut tut! Es ist eine Kunst Pausen und Unterbrechungen als Geschenk zu betrachten als Einladung zur Stille und zum Sein-lassen zur Entspannung und zur Erholung. Und nicht mehr darüber zu grübeln was ich in diesem Augenblick alles verpassen könnte. Wie wär´s mit einer Pause?! Entnommen aus: „Unter freiem Himmel“ – das spirituelle Kartenspiel, Dieter Barth und Tilman Kugler-Weigel

Dorothee Köhl PSG-Referentin

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© sassi / PIXELIO

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VERANSTALTUNGEN

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Wer sind wir und wenn ja warum? Mit dieser Frage und vielen weiteren rund um die CAJ beschäftigt sich das Zukunftsforum. Engagierte, diskussionsfreudige CAJlerInnen aus ganz Deutschland verbringen ein Wochenende mit spannenden Diskussionen und erarbeiten wegweisende Ergebnisse für die Zukunft des Verbandes! Termin: 25. – 27.09.2009 Ort: Montabaur Anmeldeschluss: 28.08.2009

Angebote für junge Erwachsene zwischen 18 und 35 Jahren:

Das Abenteuer Selbsterfahrung

der

Sich treffen; miteinander ins Gespräch kommen; hören und sagen was Sache ist; gemeinsam in die Zukunft blicken; die CAJ mitgestalten und mitbestimmen. Termin: 09. – 10.10.2009 Ort: Katholisches Jugend- und Tagungshaus, Wernau

kreativen

Information und Anmeldung:

Termin: 06. - 11.09.2009 Ort: Michaelsberg, Cleebronn

CAJ-Diözesanstelle Postfach 12 29, 73242 Wernau Fon 07153 3001-144, Fax -614 E-Mail: [email protected] www.caj-rottenburg.de

Spirituelle Auszeit

VERANSTALTUNGEN

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Auf der Tagesordnung stehen zum einen die Wahlen der ehrenamtlichen Diözesanvorsitzenden, zum anderen der Studienteil am Samstag (9.00 bis 16.00 Uhr) zum Thema Behindertenarbeit. Hier wird, in Kooperation mit der Diakonie Heilbronn, die Zusammenarbeit und Integration von Menschen mit Behinderung in den Alltag einer Jugendgruppe beleuchtet und unterschiedliche Möglichkeiten vorgestellt. Termin: 09. – 11.10.2009 Ort: Schloss Ebersberg

Dieser Kurs ist für alle geeignet, die bereits eine Kinder- oder Jugendgruppe leiten oder das in Zukunft vor haben. Auf was muss ich achten? Welche Rolle spielt mein Verhalten als GruppenleiterIn in Gruppenprozessen? Was sind meine persönlichen Ziele? Wie und mit was kann ich eine Gruppe begeistern? Diese und andere Fragen sind Inhalte auf dem dreiteiligen Kurs. Spiel, Spaß und Spannung kommen dabei nicht zu kurz. Termine: 02. - 04.10.2009 (Teil I) 23. - 25.10.2009 (Teil II) 05. - 07.02.2010 (Teil III) Orte: Jugendhaus St. Antonius in Wernau (Teil I), Jugendbildungshaus St. Norbert in Rot a. d. Rot (Teil II), Schwarzhornhaus, Waldstetten (Teil III) Kosten: 115 € für Kolping- und BDKJ-Mitglieder, 148 € für Nicht-Mitglieder

Anmeldeschluss für den Studienteil: 05.10.2009

Die DPSG öffnet für diesen Tag ihre Bildungsstätte, die sonst nur im Rahmen von Schullandheimen, Jugendbildungsmaßnahmen und Pfadfinderveranstaltungen zugängig ist. Auch in diesem Jahr gibt es wieder neu Renoviertes zu bestaunen, Geschichte zu genießen und die Aussicht über die Backnanger Bucht zu bestaunen. Der Tag beginnt mit einem Gottesdienst; anschließend gibt es Führungen und ein kleines Kinderprogramm. Für Verpflegung wird gesorgt. Termin: 13.09.2009 Ort: Schloss Ebersberg

Anmeldeschluss: 18.09.2009 Information und Anmeldung: Kolpingjugend Diözesanverband Rottenburg-Stuttgart Heusteigstr. 66, 70180 Stuttgart Fon 0711 9 60 22 –0 / -55 Fax 0711 6 40 68 99 E-Mail: [email protected] www.kolpingjugend-stuttgart.de

Informationen und Anmeldung:

Termin: 18. - 20.09.2009 Ort: Kloster Reute, Bad Waldsee

DPSG Rottenburg-Stuttgart Postfach 12 29, 73242 Wernau Fon 07153 3001 -154 E-Mail: [email protected] www.dpsg.info

Information und Anmeldung: Projektfachstelle Junge Erwachsene Antoniusstr. 3, 73249 Wernau Fon: 07153 3001 –147 / -149 E-Mail: [email protected] www.bdkj.info/junge-erwachsene

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VERANSTALTUNGEN

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VERANSTALTUNGEN

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Dream Future - Create Future - Go Future

Themen werden unter anderem sein: Wahlen, Schutzauftrag Kindeswohl, ... Termin: 06. – 08.11.2009 Ort: Schloss Ebersberg, bei Backnang

Ein Trend-Wochenende für Interessierte ab 16 Jahren steht vor der Tür:

Anmeldung und Informationen:

Abenteuerlustige Damen und Herren entdecken auf der Ritterburg der KSJ den `Jugger’-Sport. Vom Bau der Juggergeräte über das Regelwerk bis hin zum endlosen Spiel im Burggraben. Das sollte man nicht verpassen. Termin: 04. - 06.09.2009 Ort: Marienburg Niederalfingen

KjG-Diözesanstelle Postfach 12 29, 73242 Wernau Fon 07153 3001 -129, Fax -611 [email protected], www.kjg-drache.de

Gruppenstunden vorbereiten, Liturgie jungen Minis erklären, Ausflüge und Feizeiten organisieren, Spielideen, Religiöses in der Gruppe, Neue Minis gewinnen/einführen, Konfliktmanagement, Recht / Haftung / Pflichten, Aufgaben eines Oberminis. Eingeladen sind Oberminis und GruppenleiterInnen in der Kirchengemeinde, die noch keine oder wenig Erfahrung in der Gruppen- und Miniarbeit haben. Mindestalter 15 Jahre. Termin: 09. - 11.10.2009 Ort: Kath. Jugend- und Tagungshaus St. Antonius, Wernau Kosten: 30 €

Mit mehreren hundert Oberminis aus der ganzen Diözese Zukunft für Minis träumen, planen, gestalten. Wer möchte oder wegen der weiten Anreise muss, kann schon am Freitagabend ab 19 Uhr kommen und in der Turnhalle oder im Zelt übernachten. Termin: 03.10.2009 Ort: Rot an der Rot Anmeldeschluss: 31.08.2009

Anmeldeschluss 17.08.2009

Dieser Tag ist eine Veranstaltung, bei der alle ehrenamtlichen Schul- und Stadtgruppenleitungen, alle ‚Kanzler’ in der KSJ und alle anderen Interessierten die Möglichkeit haben, sich über aktuelle Entwicklungen im Verband zu informieren. Zudem können sie sich in den Themen „Entscheidungen, Konsequenzen“ und „Öffentlichkeitsarbeit“ fortbilden. Termin: 19.09.09 Ort: Ulm

rdp Kongress 2009 In Dornstetten findet in diesem Jahr wieder ein Kongress für die baden-württembergischen Pfadfinder-Ring-Verbände PSG, DPSG, BdP und VCP statt. Begegnung, Workshops und Fortbildung stehen im Mittelpunkt des Wochenendes. Termin: 18. – 20.09.2009 Ort: Dornstetten bei Freudenstadt Information und Anmeldung: Ranger der Diözese Rottenburg- Stuttgart über das PSG-Büro, sonst über

Anmeldeschluss: 24.09.2009

Thema der Herbstversammlung wird die Romwallfahrt 2010 sein. Termin: 04.10.2009 Ort: Jugend- und Bildungshaus St. Norbert, Rot a. d. Rot Kosten: 10 €

Information und Anmeldung: Fachstelle Ministranten und Ministrantinnen Antoniusstraße 3, 73249 Wernau Fon 07153 3001 -134, Fax -611 E-Mail: [email protected] www.fachstelle-minis.de

Anmeldeschluss: 17.09.2009

Anmeldeschluss: 04.09.09 Information und Anmeldung:

www.rdp-kongress.de PSG Diözesanstelle Antoniusstr. 3, 73249 Wernau Fon 07153 3001 -172, Fax -616 E-Mail: [email protected] www.psg-rottenburg-stuttgart.de

KSJ-Diözesanstelle Postfach 1229, 73242 Wernau Fon 07153 3001 -162 E-Mail: [email protected] http://ksj.drs.de

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VERANSTALTUNGEN

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Beratung im Stuttgarter Haus der Katholischen Kirche für alle Fragen rund um soziale und kirchliche Berufe: Termine: 26.09.2009 und 11.11.2009 Um Anmeldung wird gebeten!

Pilgerweg Auf den Spuren der heiligen Elisabeth in Thüringen unterwegs

30 Tage Gebet um Berufungen

für Mädchen und junge Frauen von 14 bis 20 Jahre. Termin: 30.08. – 07.09.2009

Berufungen kann man nicht machen, aber den Boden dafür bereiten, hellhörig sein und werden! Die Gebetsaktion findet in fünf deutschen Diözesen statt - von Privatpersonen, Kirchengemeinden, Gruppen, Ordensgemeinschaften... Termin: 03.10. - 01.11.2009

Franziskusfest anderen Jugendlichen Franziskus entdecken – miteinander Glauben feiern – lebendige Gemeinschaft erfahren... für Jugendliche ab 14 Jahren. Termin: 27.09.2009 Information und Anmeldung: Jugendarbeit, Kloster Sießen Postfach 14 51, 88343 Bad Saulgau Fon 07581 80 –106, Fax 07581 80 -406 E-Mail: [email protected] www.klostersiessen.de

Info und Anmeldung: www.30-tage-gebet.de „Der Mensch in unserer Mitte“ Erlebnistag im Marienhospital Stuttgart Der Tag bietet einen EIN-BLICK in die Alltagswelt eines katholischen Krankenhauses - und die dort tätigen sozialen Berufe. Für alle jungen Frauen und Männer, die vor der Berufswahl stehen und sich für soziale Berufe interessieren. Termin: 10.10.2009 Ort: Marienhospital Stuttgart Anmeldeschluss: 05.10.2009 Information und Anmeldung: Diözesanstelle Berufe der Kirche Collegiumsgasse 5, 72070 Tübingen Fon 07071 569 -162 Fax 07472 169 -8 33 79 E-Mail: [email protected] www.entdeck-den-roten-faden.de

FORUM

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Die Initiative hat den Anspruch, Familien, Kinder und Jugendliche fachkundig zu informieren, zu beraten und zu begleiten, wenn es darum geht, den Anspruch auf Leistungen und die damit verbunden Rechtsansprüche im Rahmen der Jugendhilfe zu verwirklichen. Dies übernehmen ehrenamtliche Fachleute, – so genannte PatInnen – die bei Bedarf helfen Anträge oder Widersprüche zu f o r m u l i e r e n. Die PatInnen bekommen zu Beginn eine z weitägige Schulung angeboten, sowie auch Netzwerktreffen und Fachveranstaltungen. Träger der „Initiative Habakuk“ ist die Caritas in Baden-Württemberg, die es sich zum Ziel gesetzt hat, in der dreijährigen Projektlaufzeit von 2007 bis 2010 ein Netzwerk an regionalen Anlaufstellen auf zu bauen. In der Diözese RottenburgStuttgart beteiligen sich rund 20 Träger von Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen, darunter die Caritas-Regionen OstWürttemberg, Bodensee-Oberschwaben, Schwarzwald-Gäu, Heilbronn-Hohenlohe und Ulm. Alle Anfragen werden über eine Kontaktstelle koordiniert, deren Adressen im Internet unter www.initiative-habakuk.de aufgelistete sind.

Ich habe mich neben Beruf und Familie immer auch sozial engagiert: Hausaufgabenhilfe für Migrantenkinder, Freizeitgestaltung für junge Menschen mit Behinderung, Gründung und langjährige Leitung einer Selbsthilfegruppe sowie Vorstandsarbeit in einem bundesweiten Selbsthilfeverband. Inzwischen im Ruhestand suchte ich eine Aufgabe im sozialen Bereich, die mich weniger belastet, als die arbeitsintensive Verbandsarbeit. Ein Bericht über Habakuk in meiner Tageszeitung hat mich sofort angesprochen, und ich habe mich nach kurzer Bedenkzeit mit der Caritas in Verbindung gesetzt. Können Sie uns Ihre Aufgabe als Patin erklären und an einem Beispiel schildern? Kinder, Jugendliche und Eltern, die im Bereich der Jugendhilfe etwa Verständnisprobleme haben, oder sich vom Jugendamt oder Jugendheim missverstanden fühlen, erhalten von mir Unterstützung bei Gesprächen zwischen den Behörden und dem Betroffenen. Das beginnt mit Informationen sammeln, strukturieren und bewerten, über Vorgehensweisen absprechen, bis hin zu praktischen Ratschlägen – etwa die Vermittlung eines Anwalts bei juristischen Problemen - und endet mit einer Abschlussdokumentation. Ich schließe zu Beginn eine schriftliche Vereinbarung mit dem bzw. der Ratsuchenden ab, lasse mir Vollmachten erteilen, um mit Jugendamt,

Im Folgenden ein Interview mit einer Patin: Frau Fydrich, Sie engagieren sich als Patin der ersten Stunde bei der Initiative Habakuk. Was hat Sie dazu bewogen? 32

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FORUM

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Schule, Einrichtung, ggf. Eltern bzw. zweitem Elternteil Kontakt aufzunehmen. Vieles lässt sich telefonisch, per Mail oder schriftlich erledigen, aber auch die Teilnahme an „Runden Tischen“ kann erforderlich werden. Vor jedem Schritt stelle ich mir die Frage: Was dient dem Wohl des Kindes bzw. Jugendlichen, um das bzw. den es geht?

Was würden sie Personen empfehlen, die sich überlegen, PatIn zu werden? Aus meiner Sicht sind Verständnis für die Ratsuchenden, Kenntnisse über Verwaltungsvorschriften und Verwaltungshandeln Voraussetzung. Man muss bereit sein zuzuhören. Grundkenntnisse in Konfliktmanagement, Gesprächsführung und vielleicht auch Moderation sind von Vorteil. Es ist wichtig, die Aufgabe parteilich, aber nicht parteiisch anzugehen und sich abgrenzen zu können.

Bei welchen Themen können Sie helfen; was raten Sie Jugendlichen, die ein Anliegen haben? Bisher habe ich Elternteile begleitet, die sich im Dschungel der Vorschriften verheddert hatten, die Bescheide nicht verstanden oder bei Sorgerechtsstreitigkeiten das Gefühl hatten, die Behörde würde dem ExPartner mehr Vertrauen schenken. Ich bin jedes Mal verblüfft, wie sich alles klärt, nachdem ich mich in die Probleme vertieft, mit den Beteiligten gesprochen und Lösungsmöglichkeiten mit den Ratsuchenden erarbeitet habe. Habakuk ist selbstverständlich auch für Jugendliche da. Ob sie Probleme mit den Eltern, der Wohngruppe und/oder dem Jugendamt haben, Streitigkeiten wegen Unterhalt und Ausbildungshilfen, Schwierigkeiten in der Schule und, und, und. Wenn eine Anfrage die Aufgabe der Initiative sprengen sollte, vermitteln wir die passenden Ansprechpartner und ebnen auf Wunsch Wege. Ich wünsche mir, dass Jugendliche mit Problemen, die es viel schwerer haben als Erwachsene, ihre Rechte gegenüber Jugendamt, Einrichtung, Arbeitsamt oder Schule zu erkennen und durchzusetzen, auf die Initiative Habakuk aufmerksam werden und uns ihr Vertrauen schenken.

Info Gertraude Fydrich, verheiratet, 2 erwachsene Töchter, Diplom-Verwaltungswirtin, Rentnerin, ehem. Vorsitzende eines Selbsthilfeverbandes, langjähriges Mitglied einer Arbeitsgruppe im Kultusministerium Baden-Württemberg, 15 Jahre Erfahrung als Ansprechpartnerin für Eltern verhaltensauffälliger Kinder und Jugendlicher

FORUM

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Die Diözese Rottenburg-Stuttgart bietet nach dem erfolgreichen Pilotkurs des Dekanates Ludwigsburg für die Region Stuttgart und Umgebung einen zweiten kirchlichen Ausbildungskurs für Erwachsene an, die als JugendbegleiterInnen zu einem guten Schulklima beitragen wollen. Das Jugendbegleiterprogramm ist auf Initiative des Landes Baden-Württemberg entstanden. JugendbegleiterInnen machen an Schulen Angebote in ganz unterschiedlichen Bereichen: Aktivitäten in Sport, Musik, Kunst und Kultur oder werte- und religionsbezogene Angebote der kirchlichen Jugendarbeit. Ihre Formen hängen vom Bedarf der Schule und von den persönlichen Interessen und Kompetenzen ab. Die Ausbildung vermittelt gruppenpädagogische und psychologische Kompetenz, rechtliches Wissen, Erste-Hilfe-Kenntnisse sowie religiös-spirituellen Hintergrund. Die in 68 Unterrichtseinheiten aufgeteilte zertifizierte und kostenlose Ausbildung startet mit dem neuen Schuljahr 2009/2010 und endet im Juni 2010. Alle Veranstaltungsorte sind in der Region Stuttgart und Umgebung. Anmeldeschluss ist jeweils sieben Tage vor der Veranstaltung. Die maximale Teilnehmer-Zahl beträgt 25 Personen. Informationen und Anmeldung: Katholisches Dekanat Ludwigsburg Geschäftsstelle, Alexander Bair Fon 07141 96 18 -10 Fax 07141 96 18 –19 E-Mail: [email protected]

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FORUM

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Projekt „Kirche und Schule in Kontakt“ von August 2010 bis Juli 2012

FORUM

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Teilnahmebedingungen

Das Lebensfeld Schule gewinnt an Bedeutung. Kinder und Jugendliche verbringen dort immer mehr Zeit. Die Veränderungen im Bereich Schule – insbesondere durch die Ausweitung der Ganztagesschule - wirken sich bereits jetzt auf die Freizeit der SchülerInnen aus und betreffen damit auch Angebote der Kirche. Mit der Entwicklung der Schule zur Ganztagesschule ist eine Öffnung der Schulen verbunden. Zur Gestaltung des Schullebens sucht Schule punktuelle und feste Partnerschaften. Kirche ist mitverantwortlich für den Erziehungs- und Bildungsauftrag und will diesen über den Religionsunterricht hinaus wahrnehmen. Dazu will die Diözese Rottenburg-Stuttgart in zehn Seelsorgeeinheiten, unter Berücksichtigung der aktuellen Entwicklungen und bestehenden Möglichkeiten, unterschiedlich geprägter ländlicher und städtischer Räume sowie unterschiedlicher Schularten, Projekte „Kirche und Schule in Kontakt“ zwischen Kirchengemeinden bzw. Seelsorgeeinheiten und Schulen initiieren und dort die Entwicklung und das Erproben von unterschiedlichen Ansätzen und Formen der Zusammenarbeit zwischen Kirche und Schule anregen, unterstützen, begleiten und auswerten.

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Der Kirchengemeinderat bzw. gemeinsame Ausschuss der Seelsorgeinheit, das Pastoralteam und die Schulleitung einer oder mehrerer Schulen in der Kirchengemeinde bzw. Seelsorgeeinheit entschließen sich zur Teilnahme am Projekt.

7 Die Beteiligten haben ein Grundinteresse

an der Intensivierung des Kontaktes und der Zusammenarbeit zwischen Kirche und Schule und sind bereit, (neue) Ansätze und Formen der Zusammenarbeit zwischen Kirche und Schule miteinander zu entwickeln und zu erproben.

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Die Beteiligten sind bereit, einen Ausschuss „Kirche und Schule“ zur Begleitung und Umsetzung des Projektes zu bilden. Dem Ausschuss gehören mindestens eine Person aus dem Kirchengemeinderat bzw. aus dem gemeinsamen Ausschuss der Seelsorgeeinheit oder eine von diesen beauftragte Person, ein Mitglied aus dem Pastoralteam und einE VertreterIn der am Projekt teilnehmenden Schule(n) an. Die Mitglieder des Ausschusses nehmen an der Auftakt- und Abschlussveranstaltung teil und nutzen das Angebot der Beratung vor Ort durch eine/n externe/n BeraterIn. Der Ausschuss benennt aus seinen Reihen eine Person, die mit der Projektsteuerungsgruppe Kontakt hält.

Begleitung und Unterstützung

Bewerbungsschluss ist der 15. 3. 2010

Die unmittelbare Projektbegleitung erfolgt in Form einer zentralen Auftaktveranstaltung, bis zu fünf Beratungsgesprächen vor Ort durch externe BeraterInnen sowie einer zentralen Abschlussveranstaltung. Jede am Projekt teilnehmende Seelsorgeeinheit bzw. Kirchengemeinde erhält auf Antrag einen Betrag von maximal 1000 Euro als Zuschuss für die Organisation und Durchführung des Projektes verteilt auf den Projektzeitraum.

Bischöfliches Ordinariat Hauptabteilung Schulen Helmut Demmelhuber Postfach 9 72101 Rottenburg am Neckar Fon 07472 169 546 Fax 07472 169 562 E-Mail: [email protected] http://schulen.drs.de

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Literaturwettbewerb der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB) der Diözese Rottenburg-Stuttgart zur Foto-Ausstellung „Noch mal leben“

Interaktives Jugendtheaterstück Das Schauspielerduo „Q-rage“ aus Ludwigsburg präsentiert mit „Total vernetzt - und alles klar!?“ ein interaktives Jugendtheaterstück rund um die Neuen Medien und Gefahren im Netz. Die Veranstaltung ist als Präventionstheaterprojekt konzipiert und bietet SchülerInnen sowie pädagogischen Fachkräften Gelegenheit zur kritischen Diskussion dieses aktuellen Themas. Inhalte des Theaterstücks: Handy-Videos, Filmen im Unterricht, Bilder im Netz, Kostenfalle Internet, Chatregeln, Lästern im Chat, Legales Downloaden

Der Wettbewerb ist Teil des Rahmenprogramms, der von den Erwachsenenbildungseinrichtungen der Diözesen und der Landeskirchen in Baden-Württemberg getragenen Foto-Ausstellung „Noch mal leben vor dem Tod“, die am 1. November im Stuttgarter Haus der Katholischen Kirche beginnt. Gezeigt werden dort Fotos von Menschen in ihrer letzten Lebensphase und nach ihrem Tod. Zu gewinnen gibt es als ersten Preis 1.000 Euro, als zweiten Preis 500 Euro sowie ein „All-inclusive“-Arbeitswochenende in einem Bildungshaus als dritten Preis. Verlangt werden Erzählungen mit höchstens fünf Seiten Länge oder bis zu fünf Gedichte. Zehn Texte werden in einer Sondernummer der KEB-Zeitschrift „Stuttgarter Hefte“ veröffentlicht.

Mehr Infos unter: www.q-rage.de/html/praeventionstheater.html

Einsendefrist ist der 6. Oktober 2009 Nähere Informationen und Einsendeadresse: Katholische Erwachsenenbildung (KEB) Dr. Michael Krämer Jahnstraße 30 70597 Stuttgart E-Mail: [email protected] www.dioezesanbildungswerk.de

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BÜCHER

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Erscheint Mitte September:

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bewegen

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Sie beschreiben Alltägliches und Außergewöhnliches und laden ein, den Alltag bewusst zu leben und hinter die Dinge zu schauen. So werde aus dem Holiday Holy Days! Seit Februar 2009 bin ich Referentin für Globales Lernen und die Servicestelle für Weltkirchliche Freiwilligendienste. Seit meinem eigenen Freiwilligendienst in Honduras packen mich globale Themen immer wieder, sei es im Austausch, auf Reisen oder in politischen Diskussionen. Während meines Studiums der Sozialen Arbeit in Weingarten blieb mir Zeit, diese Interessen in internationalen Gruppen oder bei der Rückkehrerarbeit des BDKJ auszuleben. Da ich nicht nur gerne neue Menschen und Kulturen kennen lerne, sondern auch gerne in die Berge reise, war nach dem Studium Bolivien mein nächstes Ziel. Dort habe ich vier Monate gelebt und in einem Landentwicklungsprojekt gearbeitet. Mit vielen neuen Eindrücken ist es zurück in Deutschland spannend, die Herausforderungen internationaler Freiwilligendienste und Globalen Lernens mitzugestalten und ein großes Stück Internationalität in Deutschland zu erleben. Vor allem freue ich mich auf die Begegnungen mit den Freiwilligen und das, was aus ihren Ideen und Erfahrungen entsteht. Besonders spannend und wertvoll ist für mich auch die Zusammenarbeit mit Kirchengemeinden, Orden, Schulen und Vereinen bei der Entwicklung der Freiwilligendienste innerhalb der Partnerschaften mit dem Ausland. Ich freue mich darauf, Menschen zu treffen, die unser Bewusstsein aufrütteln, sei es durch den Austausch weltweit oder durch politische, soziale, globale Aktionen hier.

die Handreichung 2

Gabriele Denner / Alexandra Stork / Eva Sorg / Mechthild Driessen (Hg.) 128 Seiten, 80 Fotos, geb. Schwabenverlag € 14,90 Sie sind selbstbewusst, sie sind katholisch, sie sind erfolgreich und aus unserer Diözese: Frauen aus verschiedenen Generationen treten in den Dialog über was sie bewegt und was sie selbst bewegen. Engagiert und mitreißend lebendig ermutigen diese Frauen dazu, Chancen zu nutzen und sich Herausforderungen zu stellen, statt zu warten, bis Kirche und Gesellschaft sich verändern.

Bischöfliches Ordinariat der Diözese Rottenburg-Stuttgart (Hrsg.) 120 Seiten, 2009 € 5,00 Die zweite Handreichung „Kirche und Schule in Kontakt“ enthält neben einer grundlegenden Auseinandersetzung zu dem Thema auch viele Praxisbeispiele, die Gelegenheiten aufzeigen wollen, informell zu lernen sowie tiefere, prägende Erlebnisse für die Menschen im Lebensraum Schule zu ermöglichen. Als Download im Internet unter http://schulen.drs.de Für Besteller innerhalb der Diözese Rottenburg-Stuttgart kostenlos zu bestellen bei den Herausgebern des Bischöfliches Ordinariats der Diözese Rottenburg-Stuttgart:

7 Anstöße zum Leben

Hauptabteilung III – Jugend, E-Mail: [email protected]

7 Hauptabteilung IV – Pastorale Konzepti-

Peter Kottlorz 128 Seiten, geb., Grünewald Verlag € 12,90 Wer hin und wieder eine Pause macht und mit offenen Augen durch die Welt geht, findet das „Mehr“ im Leben. Peter Kottlorz´Anstöße zum Leben sind authentisch und voller Empathie für die menschlichen Schwächen, aber auch für die Stärken.

on, E-Mail: [email protected]

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Hauptabteilung V – Pastorales Personal, E-Mail: [email protected]

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Hauptabteilung IX – Schulen, E-Mail: [email protected]

Seit Januar 2008 bin ich im Dekanat Allgäu-Oberschwaben als Jugendreferentin mit Sitz im Jugendreferat Ravensburg tätig. Im Dezember 2007 habe ich mein Studium der Sozialen Arbeit in Eichstätt abgeschlossen und bin wieder in meine Heimatstadt Friedrichshafen am schönen Bodensee zurückgekehrt, wo ich geboren und aufgewachsen bin. Dort hatte ich mich viele Jahre bei den Ministranten und in der KJG engagiert. Diese Zeit als Gruppen- und Pfarrjugendleiterin in meiner Heimatgemeinde sowie die Arbeit bei der KJG auf Dekanatsebene und später als jahrelange Kursteamerin möchte nicht missen. Die Jugendarbeit ist für mich also nichts Neues und etwas, das ich seit Jahren gerne und mit Begeisterung tue. Umso mehr freue ich mich nun, als Jugendreferentin mit engagierten Jugendlichen, gemeinsam Ideen und Projekte umzusetzen. Die 72-Stunden-Aktion „Uns schickt der Himmel“ war dabei bisher mein absolutes Highlight.

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Q 8/09 Anstöße zum Leben Peter Kottlorz 128 Seiten, geb., Grünewald Verlag € 12,90

verschiedenen Erfahrungen suchte ich neue Herausforderungen und fand mich unter dem ältesten Fernsehturm der Welt wieder. Ich freue mich über meine vielfältigen Arbeitsfelder als Jugendreferentin und bin gespannt, zwischen Maultaschen und Kehrwoche viele neue, interessante Menschen und Ideen kennen zu lernen. In dieser spannenden Zeit, voller Veränderungen möchte ich Jugendliche begeistern, sich gesellschaftlich zu engagieren und ihre Zukunft mitzugestalten.

Seit Februar diesen Jahres bin ich als Jugendreferentin in der BDKJ-Dekanatsstelle Stuttgart tätig. Wie es meinem Dialekt anzumerken ist, kam ich über Umwege ins Schwabenland: Geboren und aufgewachsen bin ich in Magdeburg, der Hauptstadt Europas zur Zeit der Ottonischen Kaiser. Dort ging ich meine ersten beruflichen Schritte beim Malteser Hilfsdienst e.V., dem ich seit nunmehr 15 Jahren angehöre. Die nächste Hauptstadt auf meiner Route sollte Berlin sein, wo ich Soziale Arbeit und ergänzend Religionspädagogik an der Katholischen Hochschule für Sozialwesen studierte. Nach drei Jahren an der Spree zog es mich an die Themse, wo ich für die größte Gemeinwesenorganisation der Stadt arbeitete. Ausgestattet mit ganz

Frauen bewegen die Welt Gabriele Denner / Alexandra Stork / Eva Sorg / Mechthild Driessen (Hg.) 128 Seiten, 80 Fotos, geb., Schwabenverlag € 14,90

Materialien Jugendsonntag 2009 Christkönigssonntag

Der Querschnitt ist das Mitteilungsorgan für LeiterInnen, SeelsorgerInnen und MitarbeiterInnen der kirchlichen Jugendarbeit in der Diözese Rottenburg-Stuttgart - 61. Jahrgang. Hrsg.: Diözesanleitung BDKJ/BJA Redaktion: Judith Bok, Bernd Dammann, Elke Dischinger, Heike Herrmann, V.i.S.d.P.: Ulrich Müllerschön, Elke Dischinger BDKJ-Diözesanstelle Rottenburg-Stuttgart, Antoniusstr. 3, 73249 Wernau, Fax 07153 3001 -600 E-Mail: [email protected] Layout: Jürgen Häffner Titelfoto: © Samuel. G / PIXELIO

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Druck: Druckerei Krafft, Sindelfingen Vertrieb: Neckartalwerkstätten Bezugspreis: 11,70 € jährlich. Redaktionsschluss für die Oktober/November 09-Ausgabe ist Donnerstag, 24. September 2009, 12:00 Uhr.

Oktober/November 09: Mitten im Leben Dez. 09/ Januar 2010: Was bringt die Zukunft?

Meine Bestellung: Plakat DIN A4 lang (21 x 59 cm)

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Arbeitshilfe Jugendsonntag DIN A5

__ Ex.

Dankeskarten mit Impuls DIN A7

__ Ex.

_______________________________________________ Datum Unterschrift

Bund der Deutschen Katholischen Jugend und Bischöfliches Jugendamt, Antoniusstr. 3, 73249 Wernau, - Deutsche Post AG - Postvertriebsstück - Gebühr bezahlt E 3746 E Absender:

Buchdienst Wernau Antoniusstr. 3 73249 Wernau

Absender:

BDKJ Diözese Rottenburg-Stuttgart Fachstelle Jugendspiritualität Antoniusstraße 3 73249 Wernau