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s u p e r p a p e r   i s s u e 5 6  s u p e r p a p e r m k o Kolumne Juni 14 – Skandal Nr. 6 PreMIere 20. Juni 2014 Manos Tsangaris/ Marcel...
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Kolumne Juni 14 – Skandal Nr. 6

PreMIere

20. Juni 2014

Manos Tsangaris/ Marcel Beyer mko2

Ganz wichtig, für Super Paper, Radio München, Kraut & Drastik ...  ein Werk, welches es zweifellos verdient, gehört zu werden: „Helldunkel“ von PROTEIN. 12'' Vinyl LP | 33RPM | Schamoni Musik, 2014

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Die neue LP von PROTEIN (VÖ: 30.06.2014) ist das erste reguläre Studioalbum seit dem Album „Süss“, das im Jahr 2000 bei Gomma Records erschien. Tobias Laemmert alias Protein, Einigen auch durch seine Arbeit mit PARASYTE WOMAN wohlbekannt, hat sich also etwas Zeit gelassen. Mit Erfolg: Auf der komplex krautigen Instrumentalmusik „Helldunkel“ hat der Künstler sich nun selbst übertroffen. Nana Dix steuerte das Cover Artwork bei. Dazu zunächst eine kleine Pressekonferenz und Listening-Session für interessierte Musikfreunde:

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programm14+15

Mo. 02. Juni 21 Uhr FAVORIT BAR Damenstiftstr.11

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Hören wir konzentriert die Testpressung zu diesem neuen Werk in einer Listening-Session in Anwesenheit des Künstlers. Es wird Bestuhlung geben, sowie die Möglichkeit, die Platte zum Erstverkaufspreis von 10 Euro zu erwerben. Wir beginnen pünktlich um 21 Uhr bei freiem Eintritt.

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www.schamoni.de/musik/demnaechst www.schamonimusik.de protein.bandcamp.com

Chefredaktion Hubertus Becker Mirko Hecktor Quentin Lichtblau Art Direction Mirko Borsche Bureau Mirko Borsche Grafik Bureau Mirko Borsche Gian Gisiger Martin Major Annika Reiter Moritz Wiegand Illustration Tim Lahan www.timlahan.com CVD Noémie Stegmüller Redaktion Quentin Lichtblau Mirko Hecktor Moritz Butschek Angelika Schwarz Martin Peter Andreas Hünnekes Lili Ruge FX Karl Oliver Liebig Juno Meinecke Dana Weschke Anna Meinecke Andreas Schmidt Gina Pieper Federico Sanchez

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UfführUng

KarL May, r auM Der WaHrHeiT

Te x t c h e f Marvena Siegelmann Te x t : F e d e r i c o S a n c h e z v i a M i r k o H e c k t o r

Herausgeber Hubertus Becker [email protected]



Julia Bornefeld SuBlime 5.5. - 2.8.

Super Paper erscheint monatlich in einer Auflage von 15.000 Exemplaren. Kostenlos

AUfführUngen

20., 23., 25., 26., 28., 30. Juni & 4., 5. Juli 2014

SYMPOSIUM

Vom 19. bis 21. Juni 2014 findet ein Symposium der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden und der Semperoper Dresden zum Thema »Manos Tsangaris und sein Musiktheater« statt. Leitung und Konzept: Jörn Peter Hiekel.

Informationen & Karten 0351 4911 705 / semperoper.de

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Unabhängige Kunsträume in München – Spreez, Prince of Wales und Mars!

nern aus dem Bereich Kunst, Kunstwissenschaft und Design geführt und befindet sich genau in ebenjener Situation der Infragestellung. Seit 2012 präsentieren sie ein sehr stetiges und ausgearbeitetes Ausstellungsprogramm, das von Einzelausstellungen, zu Projektkooperationen und ortsspezifischen Arbeiten führt. Nachdem sie im letzten Jahr eine geringfügige Unterstützung der Stadt bekommen haben, sind sie momentan dabei, andere, höhere Förderungen zu beantragen. Anlass sind vor allem die steigenden Kosten für Ausstellung, Transport, Werbungskosten, usw. Der Kompromiss, Künstlern den Raum zur Verfügung zu stellen, diese aber Transportkosten und Anreise selbst übernehmen zu lassen funktioniert anfangs sicherlich in einem kleineren Rahmen. Für ein punktiertes und stringentes Konzept, das sich von einem legeren „Freunde stellen Freunde aus“ abhebt, ergeben sich allerdings Fixkosten, die bei noch so viel Improvisation und low-Budget Lösungen auf Dauer nicht mehr nur aus dem privaten Geldbeutel gezahlt werden können. Wenn man sich die Künstler ansieht, die an diesen Orten ausgestellt werden, ergibt sich ein ambitionierter Mix von weniger bekannten und bekannteren Namen aus Wien, Berlin über Stockholm oder London hinweg. Gezeigt werden Künstler, die sonst keine andere Plattform in München hätten, deren Präsenz aber einen grundlegenden Beitrag zum Austausch innerhalb der Szene leistet und für das Publikum einen besonderen Mehrwert bietet. Gerade auch im Hinblick darauf, dass es Öffnungszeiten oft nur nach Absprache gibt (an den finanziellen Aufwand einer ständigen Aufsicht ist in diesem Bereich gar nicht zu denken), kommt den Eröffnungen der jeweiligen Ausstellungen besondere Aufmerksamkeit zu und unterstreicht den sozialen Charakter der Kunst. Im Mittelpunkt steht trotz allem Biertrinken vor der Tür, jedoch stets das inhaltliche Programm, das so gut es geht auch mit Lesungen, Künstlergesprächen oder Präsentationen vertieft werden soll. Damit übernehmen Offspaces eine wichtige Rolle in der Vermittlung von aktueller Gegenwartskunst, die im kommerziellen Galeriebetrieb oft zwischen Messen, Ausstellungen und Sammlerdinner im Hintergrund bleiben. Bei „Mars!“ stellte zuletzt die in Wien lebende Künstlerin Nora Kapfer  drei ihrer filigranen, minimalistischen Skulpturen aus. Die sehr konzentrierte Auswahl, die der kleine Raum zulässt, gibt einen punktuellen Einblick, der auf die jungen Positionen aufmerksam macht, von denen uns einige sicherlich in wenigen Jahren auch im institutionellen Kontext begegnen.

Abseits der Galerien und den großen Institutionen prangte lange eine klaffende Lücke in der Münchner Kunstszene. Während in anderen europäischen Metropolen unabhängige Kunsträume und temporäre Ausstellungsorte wild wuchern, ist unsere Landeshauptstadt etwas behäbiger unterwegs. Man könnte an dieser Stelle mal wieder das Lied der Gentrifizierung und den zu hohen Mieten anstimmen – oder über drei Orte in München schreiben, die diese Lücke versuchen zu schließen. In der Au, im Westend und im Univiertel wurden in den letzten drei Jahren Kunsträume gegründet, die ohne feste Budgets oder Förderungen, sehr unbürokratisch, junge, künstlerische Positionen zeigen. Alle drei Räume werden hauptsächlich von jungen Künstlern betrieben, die in Eigenregie ein sehr dichtes Ausstellungsprogramm auf die Beine stellen. In kurzen Abständen von vier bis sechs Wochen werden kleinere Einzel- oder Gruppenschauen veranstaltet, die einer groben Programmleitlinie folgen. Grundsätzlich verbindet sie alle das Bedürfnis nach mehr  Austausch und Dialog zwischen Künstlern, Galerien, Akademien und anderen Offspaces, das Verlangen nach mehr Orten, in denen sowohl Künstler als auch Kuratoren verschiedene Formate unmittelbar erproben können, ohne langwierige Prozesse durchlaufen zu müssen. Das neueste Format dieser Gattung eröffnete erst Ende April im Westend. „Spreez“ heißt das Projekt fünf junger Künstler, die sich vor allem dem Thema Ausstellungsdisplay widmen. In acht Schauen pro Jahr sollen internationale Künstler eingeladen werden, in einem freieren Duktus die Grenzen und Übergänge zwischen Kunstwerk und Ausstellungsraum auszuloten. Wie auch bei den anderen beiden Kunsträumen – „Prince of Wales“ in der Au und „Mars!“ in der Adalbertstraße, werden die Kosten zum größten Teil aus der eigenen Tasche bezahlt – womit sie sich von Erwartungshaltungen und institutionellen Ansprüchen lösen. Alle drei beschäftigen sich trotzdem auch selbstreflexiv mit Fragen ihrer Positionierung und ihrer Form. Der besondere Freiraum, den sie selbst kreieren, nimmt eine wichtige Rolle innerhalb des Kunstschaffens ein. Die Fragen wie sich die jeweiligen Orte im Laufe der Zeit entwickeln können oder auch sollten, und was passiert wenn es doch gelingt auf langfristige Förderungen Zugriff zu haben und abseits von Improvisation und Spontaneität planen zu müssen, sind immanent. Das „Prince of Wales“, ein kleines Häuschen im Hinterhof der Ohlmüllerstraße 17 wird von vier Münch-

WO: Spreez, Schwanthalerstraße 147 WEB: spreez.de WO: Prince of Wales, Ohlmüllerstr. 17 WEB: princeofwales.de WO: Mars! Projektraum, Adalbertstr. 19 WEB: mars-contemporary.com

Te x t : D a n a We s c h k e

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Kunst im Juni

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Galerie Van De Loo Projekte Julia Bornefeld „Sublime“ Julia Bornefeld häutet sich. Und zwar ziemlich genau alle sieben Jahre. Da könne man die Uhr nach stellen, davon ist die Künstlerin überzeugt. Seit Marie-José van de Loo vor 16 Jahren zur Eröffnung ihrer ersten Galerie in der Maximilianstrasse Arbeiten von Bornefeld zeigte, hat sich deren Werk tatsächlich schon mehrfach verändert. Doch ob abstrakt oder figürlich – erhalten blieb ihrer Kunst stets die klare Weiblichkeit. Konstant blieb auch Bornefelds Arbeitsweise. Die kreist nämlich immer um einen speziellen Gegenstand. Das kann ein Fußball sein oder ein Männeranzug. Auf ihr jeweiliges Motiv bezieht sich die Künstlerin dann in verschiedenen Arbeiten mittels unterschiedlicher Medien. Ab Donnerstag, den 5. Juni, dreht sich bei Van De Loo Projekte mit „Sublime“ alles ums Edle. Neu ist die musikalische Komponente, die die Bornefeldsche Sinnverschiebung von Ort, Zeit und Raum in ihren neuen Arbeiten bereichert. Eine Installation mit Konzertflügel lockt: „Alter ego komm tanz mit mir“. WO: Galerie Van De Loo Projekte, Gabelsbergerstrasse 19 WANN: Donnerstag, 5. Juni 2014, ab 18 Uhr WEB: galerievandeloo-projekte.de

Eres-Stiftung „Megapolis“ Höher, weiter, mehr. Seitdem mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung in Städten lebt, entfaltet sich urbane Dynamik rasanter denn je. Tokyo, Delhi oder New York dominieren als politische, ökonomische wie kulturelle Akteure den Prozess der Globalisierung. Dass Millionenstädte mit ihren unterschiedlichen Bewohnern nicht nur Innovation bringen, sondern auch alarmierend den Klimawandel beschleunigen, fiel erst auf, als sie bereits 85 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen in die Atmosphäre pumpten. Mit der Ausstellung „Megapolis – Megastädte in Kunst und Klimaforschung“ untersucht die Eres-Stiftung Megastädte als treibende Faktoren im globalen Klimageschehen. Wie Ballungsräume nicht kollabieren, sondern als Zentren einer nachhaltigeren Welt bestehen können, dem gehen Künstler und Naturwissenschaftlern gemeinsam nach. Auch deswegen wird die Ausstellung von Vorträgen und Symposien begleitet. WO: Eres-Stiftung, Römerstrasse 15 WANN: Noch bis Samstag, 26. Juli 2014 WEB: eres-stiftung.de  

Rumford-Labor „Heat is a form of motion“ Ohne Sir Benjamin Thompson gäbe es keinen Englischen Garten, keine Kartoffel auf dem Teller und die Öfen wären auch weniger warm – als Sir Rumford schrieb der Reformer Münchner Stadtgeschichte, in diesem Jahr ist er schon 200 Jahre tot. Das interdisziplinäre Kunstprojekt „Heat is a form of motion – das Rumford-Labor” beleuchtet mit Ausstellungen, Performances und Workshops die Person Rumfords und seine Reformansätze. Bühne der Würdigung ist öffentlicher Raum. Anhand der “Rund um Rumford-Tafel” von Rita Hensen im Englischen Garten kann von Station zu Station navigiert werden. Beteiligt haben sich die üblichen Münchner Verdächtigen diverser Disziplinen. Die Kartoffelskulptur von Alix Stadtbäumer steht vor dem Rumfordschlösschen, bei der Gruppenausstellung in der Orangerie hatten unter anderem Martin Fengel und Ayzit Bostan ihre Finger mit im Spiel und jeden Sonntag startet am Diana-Tempel um 14 Uhr eine Stadtführung. WO: An verschiedenen Spielstätten in der Stadt WANN: Noch bis Sonntag, den 22. Juni 2014 WEB: rumfordlabor.de

Haus der Kunst – Stan Douglas „Mise en scène“ „Luanda-Kinshasa“ erzählt über den abwesenden Kultsänger Miles Davis. Es ist eine Musik-Video-Installation des kanadischen Künstlers Stan Douglas. Der hat mit seinen jüngsten Arbeiten maximal viele Medien miteinander verwoben: Musik, Film, Theater, Fotografie, digitale Formate. Den frischen Mix zeigt das Haus der Kunst ab Freitag, den 20. Juni, unter dem Titel „Mise en scène“. Der verrät bereits: alles große Inszenierung. Douglas’ jüngste fotografische Werkserien sind vorwiegend großformatig. Einzelne Arbeiten zeigen Schwarzmarkt, Hippies oder Discokultur – alles auf ihre Weise historische Momente der Zeit zwischen Kriegsende und Mitte der 70er Jahre. Fragmentarisch erzählt der Künstler damit die Geschichte der Modernität. Zeitgleich zur Ausstellung läuft in den Kammerspielen Douglas’ Theaterstück „Helen Lawrence“. In computergeneriertem Setting sucht eine junge Witwe ihren Ex-Liebhaber, der ihren Ehemann ermordet hat – technische Illusion im Vancouver der Nachkriegszeit. WO: Haus der Kunst, Prinzregentenstrasse 1 WANN: Eröffnung Donnerstag, 19. Juni ab 17 Uhr WEB: hausderkunst.de

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06.06. 07.06. 08.06. 13.06. 14.06. 18.06. 20.06. 21.06. 27.06. 28.06.

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2014

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The foxes are In ToWn... GreGorYthMe (lIVe) & MarKuS Lindner

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Back

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p a r t y „Ve r s u c h e n u n d s c h e i t e r n h a l t “ – G e t t h o g e t h e r, e i n I n t e r v i e w

Ich treffe Marco, Jakub und Jakob aka 100 Black Dolphins am Freitagabend in ihrem Stamm-Restaurant in der Nähe des Sendlinger Tors. Wir haben alle eine lange Nacht vor uns, für die wir uns mit Tomatensuppe, frischem Brot, Limo und Bier stärken. Nebenbei quetsche ich die Jungs über ihre Crux-Partyreihe „Ghettogether“ aus.

Glückskekse, mit dem Unterschied, dass da keine blöden Glückssprüche drin sind, die du einmal liest, darüber lachst und sie dann weg wirfst, sondern Rap-Zitate und clevere Sprüche von uns. Man kann aber auch wirklich Glück haben. In manchen Keksen sind Rabatt-Gutscheine von unseren Partnern Beastin’, dem Upper Club, Cray Hats und der Spezlwirtschaft und man kann Gutscheine für Gästelistenplätze und Drinks in den Keksen finden.  L i l i   Im Internet kann man über euch, Marco und Jakob lesen, dass ihr zwei Vertriebene der Werbeindustrie seid. Ist eure Arbeit mit Ghettogether und 100 Black Dolphins euer Weg raus aus der Werbeindustrie, die es schon gibt und rein in eure eigene?  M a r c o  Voll! J a k o b   Ja, also erstens ist Marco gar kein Werber, sondern Designer und Jakub ist Filmer und Regisseur. Ich bin Werber, das stimmt, aber für mich ist es einfach super ätzend, ständig geile Ideen für Firmen oder Marken haben zu müssen, die ich eigentlich super langweilig und scheiße finde. Denen helfe ich dann, cool zu werden, wo man doch einfach Sachen machen könnte, die nur cool sind, ohne dass sie mit irgendeiner bescheuerten Marke zu tun haben.  L i l i   Was war eigentlich bisher das Irreste, was ihr als Crew zusammen erlebt habt?  J a k u b   Das war, als wir das letzte Zombie-Video für die Schlachthofbronx gedreht haben. Wir wollten die Verwandlung eines Menschen in einen Zombie darstellen. Dafür haben wir jede Menge widerwärtiges Zeug beim Metzger geholt und dann hat Jakob Tusche auf ein echtes Schweineherz getropft, während der Marco unterm Tisch lag und mit einem Luftballon versucht hat, dieses Herz zum Pulsieren zu bringen und ich an der Kamera damit beschäftigt war, dass keiner ins Licht geht und, dass der Schärfepunkt stimmt.  Wir haben einfach experimentiert und am Ende sah es geil aus.  M a r c o   ... und das allen Widrigkeiten zum Trotz. Für das Video haben wir mehrere Oldtimer-Mustangs kaputtgemacht. Wir haben auch eine Szene bei einem Steinmetz gedreht und ich habe den Hintergrund mit rosa Pyro-Nebel eingenebelt. Als sich der Nebel verzogen hatte, war der ganze Marmor, der dort rumstand, rosa. Ich weiß noch, wie ich mit tauben Händen dastand und mir schlecht war vor Angst, während die anderen mit einer Viertelflasche Volvic versucht haben, das wegzuwischen.  J a k u b   ...und da waren wir schon 30% über dem Budget.  J a k o b   ... und an dem Abend hatten wir Ghettogether.  M a r c o   Das war die Hölle!

L i l i   Wem gehört eigentlich die Nacht in einer Stadt, die immer schläft?  J a k u b   Na, den Mädchen mit den Katzenaugen!  M a r c o   ... Den paar Tropfen Blut, die versuchen, durch einen toten Kreislauf weiter zu laufen!  J a k o b   Die Nacht gehört wieder dir! Der Punkt ist ja, dass man nachts mal alle Leute zusammenbringt, die man sonst nicht mehr zu Gesicht bekommt, weil alle so viel machen. Arbeiten Schule, Ausbildung, Studium. Die Nacht ist der Zeitpunkt, wo alle wieder zusammenkommen können, und die Stadt wieder dir und deinem Freundeskreis gehört. Das war eigentlich der Grundgedanke, als wir Ghettogether gegründet haben.  L i l i   Im Urban Dictionary steht unter dem Begriff Ghettogether: „When you and all your wigga-friends get together in suburbia to get high and listen to quality hip hop.“ ...  M a r c o   Das trifft es eigentlich ziemlich gut (Gelächter).  J a k o b   Wir haben einfach nach einem guten Namen gesucht, der geil ist und gut im Kopf bleibt. Wir hatten einen endlos langen WhatsApp-Chat, in dem wir uns Ideen hin und her geschickt haben und dann haben Marco und ich gleichzeitig „Ghettogether“ in diesen Chat gepostet – und dann war klar, dass wir das machen müssen.  L i l i   Stichwort „Wigga“: fühlt es sich für euch manchmal ein bisschen komisch an, im reichen München eine Party mit so einer Ghetto-Attitüde zu machen?  J a k o b   Ehrlich gesagt machen wir uns darüber keinen Kopf, ob es jetzt schlimm ist, in München was Ghetto zu nennen oder nicht.  M a r c o   Es ist auf jeden Fall nicht so, dass wir versuchen, mit der Party unsere brutale Kindheit aufzuarbeiten.  J a k o b   Das „Ghetto“ ist auch drin, um den HipHop –Bezug zu machen. Das ist eben die einzige Musikrichtung, zu der wir eine Party machen wollen.  L i l i   Ihr werbt für Ghettogether auch mit Shirts und Energy Drinks...  J a k u b   ... ja, es gab zwei Shirts, wir haben einen eigenen Energy-Drink „designed“ (lacht) und fürs nächste Mal gibt es etwas ganz anderes ...  J a k o b   ... Hoodkekse! Die sind wie

Das nächste Ghettogether ist am 21.Juni im Crux

GEtThO

1 sonntag

Amsterdam), BENNA, TOBIAS FELBERMAYR

Kammerspiele: Premiere Niemandsland

Cafe am Hochhaus: HOCHHOUSE feat. Julian

Konzept & Regie Dries Verhoeven 17h

Kong: PEVERELIST & KOWTON (Hessle, Uk), ZEN-

& Kevin Weber (Inkorrekt, Barcelona) Goldene Bar: Sundday sundowner mit Dirty Daddy Soundsystem (Borsche & Imbery) Kammerspiele: POP CONCERTS: Neutral Milk Hotel 20h Pimpernel: SCHLEICHFAHRT

KER BROTHERS (Ilian Tape, Muc) Marstall: Münchner Premiere Phosphoros von Nis-Momme Stockmann 19h MMa: Lossless Pimpernel: HERZTON RELOADED: POENITSCH & JAKOPIC (Disco Art Rec., Blauephase Prod.) Rote Sonne: NÔZE live! (Circus Company, Get Physical, Paris), ANETTE PARTY, MACCHINA NERA Yip Yab: FRED & GINGER: CASPAR (Nest Music) & CONSCIOUS (Swing Thing)

2 montag Cafe am Hochhaus: Mista Miller Pimpernel: HARD KNOCK MONDAY: ANDRÈ

DANCEKOWSKI (Ich hab Bock, Magazin)

7 samstag

3 dienstag

Bobbeaman: Bamba plays Hip Hop Cafe am Hochhaus: Acie & Friends Crux: DOIN’IT: SWEAP & PFUND (Golden Ligue Zü-

Cafe am Hochhaus: DIE ELEKTRO-WG: Dion GoethestraSSe 74: Audioabend mit Martin

Fengel, Martin Wöhrl, Andreas Neumeister kunstraum: WOMEN WITH TALENTS 19h Pimpernel: MICHAEL NOWAK

rich), TOMMY MONTANA Harry Klein: pitchbar records Labelnight: JEREMY P. CAULFIELD (Dumb Unit, Vakant, Berlin), DOPPELGÄNGER live, FLORIAN WILLICH b2b STAN NEE, LENNI kong: CLUB AUTONOMICA: UONE (Heinz/Beef, Melbourne), SIMON EY (Familia Autonomica, Gießen) MMa: Locked Groove Pimpernel: ALEX MALLIOS & ACHILLES Rote Sonne: TOBI NEUMANN, JULIETTA, ANA Spreez: Eröffnung POWER OF CHI ab 18h Yip Yab: HOKUS POKUs: BUSON (Yip Yab) & MIRROR (MunichOpenMinded)

4 mittwoch cafe am hochhaus: DECKS 2.0 feat. DJane ArTa Crux: Mixwoch Harry Klein: Garry Klein SUPAMARIO (pink

monkeys club, Nürnberg), BOBabachtzehnuhr

Maximiliansforum: Im Rahmen der Plat-

form: Lied der Täuschungen von Carl Oesterhelt 19h Pimpernel: MARTIN MATISKE (Stilleben Rec., Gigolo Rec.)

8 sonntag

5 donnerstag

Bobbeaman: Stock5: Jus-Ed, Dj qu, Jay Dani-

cafe am hochhaus: PENG! PENG! PENG! feat.

el, Leo Küchler

Cafe am Hochhaus: HOCHHOUSE feat. p.p.F Goldene Bar: Turtur & Stremmel harry klein: CAPSOLE: FREDDY KLEIN, JOOLZ,

BOB & AL (#1 Pistola)

Galerie van de Loo Projekte: Ausstellungs-

eröffnung: Julia Bornefeld – Sublime 18h

Goldene Bar: Ralf Zimmermann (Knuggles Rec,

form: How to Start a Revolution: The Musical by Anna McCarthy 19h Galerie der Künstler: Eröffung der Ausstellung „DIOSKUREN“ Kuratiert von Anke Doberauer 19 -22h Pimpernel: STAYHOODED TARAN FRISCH Residenztheater: Premiere 18.30h Faust von Johann Wolfgang Goethe Rote Sonne: GRENZFREQUENZ pres. CLICK , CLICK (Katermukke, Kassette Records, Berlin), CURTIS NEWTON, CASIMIR, SUPERSUB

ELIAS JAKIEN, SKHN, STEFAN WIMMER, SEBASTIAN DIETLMEIER Kong: 2 JAHRE PAUL AND THE HUNGRY WOLF: JOYCE MUNIZ (2020 Vision, Exploited Rec.), BEN BARTEL (Local Motors, Wildes Rumgetanze), FLO SCHEUER (Downstairs), PAUL AND THE HUNGRY WOLF mma: MMA_Open Pimpernel: CHANEL (Diskoko) Rote Sonne: THE DRUM AND BASS ISSUE #25: DIE2ELASTISCHEN3, LA LOAKAII, TIGRA, ROB, KIT CURSE, ZEBSTER, CYKLOS, MC MICOMASSIVE Villa FlorA: Circoloco: Davide Squillace, Matthias Tanzmann, Tania Vulcano, Cirillo, Rene', Sossa, u.v.m. Yip Yab: RAMBA ZAMBA w, DJ EXPLIZIT (Main Concept, EgoTrippin’, Munich)

6 freitag

10 dienstag

Bobbeaman: Marceo Plex Cafe am Hochhaus: Palacio (Starmelt Club) Crux: NICE! DJ SIDEKICKZ, NOTFX, TOMMY

cafe am hochhaus: DIE ELEKTRO-WG feat.

MONTANA

lun „notizzurperson“ von Judith Neunhaeuserer

Netto Houz)

Harry Klein: Münchner Kindl: LEONIE,

CHARLY & MOSES, MELLOWFLEX

Maximiliansforum: Im Rahmen der Plat-

Konrad Kuschel & Tigerdruck (Ampere)

Akademiegalerie: Eröffnung der Ausstel-

Harry Klein: BART SKILS (Drumcode, 100% Pure,

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Interview: Lili Ruge

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sp juni

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Meadows In The Mountains 13.–15. Juni Eine der abenteuerlichsten Reisen erwartet einen bei dem Meadows in the Mountains-Festival. Den Betreibern geht es weder um den großen Profit oder ein Line-Up, das mit bekannten Namen lockt, sondern um eine unvergessliche Atmosphäre im kleinen Kreis. Mit einer Gruppe, die auf den ersten Blick aussieht, als hätte sie den Großteil ihrer Zeit in der Bar 25 verbracht, geht es durch die unberührten Landschaften Bulgariens bis in den Ort Polkovnik Serafimovo. Der Blick in die umliegenden Täler und Berge entfaltet besonders bei Sonnenaufgang seine Magie und deswegen ist auch der Großteil des Programms zu dieser Tageszeit geplant.  Die familiäre Atmosphäre erlaubt ein Festival ohne lange Schlangen oder nervige Ordnungshüter. Ob das für immer so bleiben wird, ist fraglich, denn Meadows In The Mountains findet dieses Jahr zum vierten Mal statt und wird natürlich jedes Mal bekannter. Die Chance in einer kleinen Feier-Familie zu bleiben, sollte man also bei diesem Festival, so schnell es geht, noch nutzen! Beim Line-Up tummeln sich eine Menge spannender Künstler wie Maayan Nidam, Moomin, Jazzanova oder auch unser Münchner Vertreter Mirko Hecktor, der schon seit dem ersten Mal dabei ist.  WEB: meadowsinthemountains.com   

The Garden Festival 9.–14. Juli Die Auswahl an Festivals, die sich an der Adriaküste in Kroatien abspielen, scheint schier unendlich. Möchte man gleich eine Woche bleiben und sich dabei von House und Disco beschallen lassen, ist das Garden Festival in Tisno eine gute Option. Es zählt zu einem der ersten Festivals der Region, das nicht von den dort ansässigen Einheimischen ins Leben gerufen wurde. Dass der Großteil des Publikums aus Großbritannien stammt liegt deswegen vielleicht an den britischen Veranstaltern oder einfach an der Tatsache, dass die meisten kroatischen Festivals beliebte Urlaubsziele der Briten sind. Die Liste der gebuchten DJs ist wie gewohnt lang und umfasst Namen wie Axel Boman, Detroit Swindle, Prosumer, Levon Vincent oder Midland. Besonders beliebt sind die Boat Parties, die die Tanzfläche einfach auf ein Schiff verlegen und das seine Runden in der türkisblauen Bucht dreht. WEB: thegardenfestival.eu   

Fresh Island Festival 23.–25. Juli Elektronische Festivals stehen bei unseren Empfehlungen in der Überzahl, aber wenn das Crux, der beste Hip Hop-Club der Stadt, die Koffer packt, sind wir natürlich alles andere als abgeneigt. Letztes Jahr reiste die gesamte Crux-Crew im Juli nach Kroatien, um ein kleines Mini-Festival zu veranstalten. Eine Woche lang feierte die gesamte Mannschaft mit Freunden und Fans des Hauses während ihrer „Juicy Bay Week“ im schönen Hvar. Dieses Jahr findet der Spaß zwar leider nicht mehr statt, aber auch 2014 machen sich die Jungs auf eine kleine Reise nach Kroatien. Neuer Zielort: Der Strand von Zrce Beach auf der Insel Pag. Dort findet bereits zum dritten Mal das Fresh Island Festival statt. Method Man, Redman, Rick Ross oder DMT sind hier die Headliner, doch auch unsere Münchner Fraktion mischt an vorderster Front mit. Das Crux Soundsystem besteht aus Dan Gerous, Not.FX, Pretty Boy D-Nice und Tommy Montana, allesamt mit ihrer Mischung aus Hip Hop, Dancehall und Trap seit den ersten Tagen des Clubs dabei. Diverse Workshops sowie Beachund Boatparties sind ebenfalls im Programm des Fresh Island Festivals vorgesehen. WEB: fresh-island.org    

Sinstruct 7.–10. August Den wohlklingenden Namen „Unsere Liebe Frau im Walde“ trägt der idyllische Ort in Bozen, wo das Sinstruct Festival zum dritten Mal stattfindet. Vor der einzigartigen Kulisse der Südtiroler Alpen, ereignet sich ein Wochenende lang ein Kulturfest der besonderen Art. Hier treffen sich Künstler jeder Couleur, die im Zusammenspiel mit Publikum und Natur das Herzstück des Festivals ausmachen. Konzerte und DJ-Sets gibt es natürlich jeden Tag zu hören, dazu kann man sich selber sein Programm aus Lesungen, Theaterstücken, Kunst-Installationen, Performances und Workshops zusammensuchen. Da das Sinstruct ein interaktives Festival ist, kann man sich selbst im Vorfeld mit seiner künstlerischen Begabung und einem geeigneten Konzept bewerben um dieses vor Ort zur Schau zu stellen. Aus Erfahrung können wir sagen, dass es in luftigen 1500 Höhenmetern in der Nacht auch recht frostig werden kann. Wer sich den Temperaturschwankungen nicht auf dem Zeltplatz aussetzen möchte, kann auf die Zimmer im nah gelegenen Gasthof Gampenpass ausweichen. WEB: sinstruct.com   

Utopia Island 22.–23. August Wer für sein Festival nicht so weit reisen will, kann sich das 45 Kilometer von München entfernte Utopia Island in Moosburg an der Isar vormerken.  Dort spielt sich alles im Aquapark Moosburg ab, in dem sich über 80 Bands und DJ auf 5 Bühnen rund um den angrenzenden Badesee verteilen. Das Line-Up ist eine Mischung aus härterem Electro (Haezer, Crookers, Dumme Jungs), aktuellem Deep House (Adana Twins, Monkey Safari, Animal Trainer) und einigen jungen Bands (Claire, Milky Chance, Exclusive). Aufgrund der optimalen Lage für die Münchner sind auch äußerst viele bekannte Gesichter aus der Landeshauptstadt gebucht. Unser Duo Moe & Joe spielt dort zusammen mit Muallem, Roland Appel, Leo Küchler oder den Jungs von IWW. WEB: utopia-island.de

GUIDE

Te x t : A n g e l i k a S c h w a r z – t w o i n a r o w. c o m

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sp juni

Pimpernel: THE RED TUESDAY: PHILIPP KROTH Volkstheater: Premiere: Ludwig II - Eine

Pimpernel: MARIAN HERZOG & FRIEND (Augsburg) Rote Sonne: CANDY CLUB: MARY MAUDE (Candy

musikalische Utopie, 20h

Club, Muc), SHEILA CHIPPERFIELD (Elastica, Berlin) yip yab: HOKUS POKUS x MIAMI SCHWARZ: KEVIN SCHRAMM (Puls), CASPAR (Yip Yab) & CONSCIOUS (MunichOpenMinded)

11 mittwoch cafe am hochhaus: DECKS 2.0 feat. VETO (Ego Fm) Crux: Mixwoch harry klein: garry klein ALKALINO Pimpernel: MIRKO HEKTOR (Mjunik Disco, Knug-

gles Rec, Superpaper)

min Nispel (Techno Transport Theater, Lovesquad) mn Recordings)

21 samstag

BOB & AL (#1 Pistola)

17 dienstag

MEADE – SURFACES & DEPTHS, 20h Goldene Bar: Peabird (Breaks’ r’ Uz, Playagrande) harry klein: FREIRAUM ZUM TANZEN: RUMPELSTILZCHEN, ZENSI, esploSpirit & Mr. Trace, MEIN ANWALT, ALEX TRONIQUE Pimpernel: MARKUS WINTER Rote Sonne: FREIRAUM KOLLEKTIV pres. CLAPTONE (Exploited), GRETA LIEBT PAUL, ÅREL & SCHAEFER

cafe am hochhaus: DIE ELEKTRO-WG: Dion Kammerspiele: Premiere: Die Neger von Jean

Bobbeaman: Magda Cafe am Hochhaus: Dr. Getdown & Prof.

Galerie Ingo Seufert: Eröffnung ALEXA

13 freitag Bobbeaman: Sweerest Pain: Legowelt live,

Roland Appel

Cafe am Hochhaus: Kapono (MunichOpenMinded) Crux: NICE! ITSNICETOMITJA, THE PRETTY BOY Halle der Platfrom: SPLITTERwochen von

Stephanie Müller und Klaus Erich Dietl Eröffnung 18-22h harry klein: iww: ANDREA DI ROCCO, MÂXAGE, FABIAN KRANZ, SEBASTIAN GALAVANI Kammerspiele/Werkraum: Uraufführung: Laboratorium 4 - Polen ist mein Italien von Sascha Hargesheimer kong: CLUB EUROPA: Live KASSEM MOSSE (Workshop, Leipzig), OLIVER HAFENBAUER (Robert Johnson, FFM), CANDY POLLARD (Stay, Heilbronn) mma: if this is house i want my money back: the drifter & permanent vacation djs Pimpernel: TOP TYPEN SHOW CASE: ANTONIO BARRIENTOS & JULIAN WINSTEL (Platform B, D-Edge) Rote Sonne: CAB DRIVERS live! (Cabinet, Berlin), MATZE CRAMER, KAREEM EL MOOR yip yab: SO WHAT pres. FULL CLIP Hosted by SO WHAT SOUNDSYSTEM 14 samstag

D I T S A B

Montag - Freitag 10.00 bis 20.00 Uhr

Blüten- Ecke Barerstrasse

WWW.WALDMEISTEREI.COM

Bobbeaman: Ryan Crosson pres. Wire to

wire: Ryan Crosson all night long

Cafe am Hochhaus: Alex d'Espace (Starmelt Club) Crux: WORST BEHAVIOUR! DJ HOTSAUCE (As the

World Spins), DJ SILENCE (K1X Tracks) harry klein: ADRIATIQUE (Diynamic, Zürich), SUZA (Electronic Monster, female:pressure), MELLOWFLEX kong: ON THE DROP: THE RAW PHENOMENA (Whothefuck), VELI X VIWO, LILI TRALALA mma: Alex niggemann & schow-b

JUNI

01&/"*

3

Dj Rec., Paris), TILLS (Kill the Tills, Muc) mma: all night long...spencer parker Pimpernel: FØRGundLÆCHNER (Ramba Zamba) Rote Sonne: TILL VON SEIN (Suol, Dirt Crew Recordings, Berlin), DAVID MAYER (Keinemusik, Berlin), MAXIM VON TERENTIEFF yip yab: BOOMBLAST - Hosted by LAZY BASSTERDS & BASS BUAM

Pimpernel: YANIV TAL & G-HOOD (Hadshoot Rec.)

Cafe am Hochhaus: PENG! PENG! PENG! feat.

Bin im Laden

cafe am hochhaus: HOCHHOUSE feat. BenjaGoldene Bar: Jhonny O The Wolf (Global Ryth-

12 donnerstag

t h c a b O

15 sonntag

Cafe am Hochhaus: Mr. AM to PM (Holy Møly) Crux: NICE! SKRATCH BASTID (Toronto), DAN GEROUS harry klein: FIEDEL, STEPHAN KAUSSNER kong: TILLS KILL KONG: IVAN SMAGGHE (Kill the

Genet

Pimpernel: THE USUAL TUESDAY MADNESS:

GENJI YOSHIDA a.k.a. GÈYO (Love Harder Rec.) 18 mittwoch Bobbeaman: Henrik Schwarz, Jesse Rose Cafe am Hochhaus: Palacio (Starmelt Club) Crux: Mixwoch harry klein: garry klein mit NOÉ, ppF, Vivi-

enne Villain, bobabachtzehnuhr Kammerspiele: Premiere Helen Lawrence Konzept und Regie  Stan Douglas in der Spielhalle kong: FARBE AM MORGEN: PSYCHEMAGIK (Crosstown, London), DAMNITSDISCO (Fam, Muc) mma: mma_open Pimpernel: D.I.S.K.O.S.T.O.F.F. prsents, DoppelHerz Exclusiv (Love Harder Rec.) Rote Sonne: Filmvorführung 22h WILLKOMMEN ZUHAUSE – 20 JAHRE CLUBGESCHICHTE - DISTILLERY CLUB TOUR - DANIEL STEFANIK (Cocoon, Kann, Distillery, Leipzig), FILBURT (O*rs, Permanent Vacation, Distillery, Leipzig), DILIVIUS LENNI yip yab: TURNSTUNDe: egoFM SOUNDSYSTEM aka DOMINIK KOLLMANN & MC FROST

Feinstein (Feelgood Selection) crux: GHETTOGETHER harry klein: PLATTENKONFERENZ: CHRIS ZEITLMEYER, MONTY, SCHMITT & KINATEDER Kong: RHODE & BROWN ALL NIGHT LONG... mma: gregorythme live 6 markus lindner Pimpernel: FELIX BASQUÈ, ZOOBART, KARLSON (Dressed.Like.Machines, PitchLabor, Regensburg) Rote Sonne: SASCHIENNE live! (Kompakt), SASCHA FUNKE (Kompakt), DEEP DOWN DAVE yip yab: HOKUS POKUS: CASPAR (Yip Yab) & SNATCHATEC (Gold Diggers) 22 sonntag Cafe am Hochhaus: QUEER SUNDAY feat. Al-

kalino (Much Love, Lissabon)

Goldene Bar: Sunday Sundowner Pimpernel: SUNDAY DELIGHT: DANIEL LEVAZ 24 dienstag cafe am hochhaus : DIE ELEKTRO-WG feat.

BOB & AL (#1 Pistola)

Goldene Bar: Jojo Hofmockel (Discoamore) harry klein: JOOLZ, ESSIKA, ARTA NARINI Pimpernel: GILBERT MARTINI (Platform B, Gain Rec.) Rote Sonne: KONTRASTWERK pres.:PHILIPP

ERNST (Century Rolls, Muc), ALIOUNE, SIMON D

Schwere Reiter: Uraufführung: ALL

ABOUT NOTHING, Tanzperformance von Zufit Simon um 20.30h 27 freitag Bobbeaman: In, Out & Down: Tale of Us, Sa-

scha Sibler

Cafe am Hochhaus: Tobias Kirmayer (Tramp Rec.) Cuvilliéstheater: Premiere FaustIn and

out von Elfriede Jelinek 20h Crux: NICE! TOMMY MONTANA, PRETTY BOY Filmfest München: Eröffnung Filmfest 2014 Dauer: 27.6.-5.7. Programm unter filmfest-muenchen.de Galerie der Künstler: Eröffung der Ausstellung „Tacker“ 19-22h harry klein: OSKAR OFFERMANN (White, Berlin), kid.chic, PAUL TIEDJE Kammerspiele/Werkraum: Premiere: Trunkener Prozess von Bernard-Marie Koltès kong: Live LOIS LANE (Prawneg&Wolf, Bozen), DAVID SILVER (TIAS, Wien), REDDEY (TIAS, Wien) mma: brett johnson + amber (aka Ambivalent) Pimpernel: NINO MARIO & FRIENDS Rote Sonne: ADANA TWINS (Exploited, Jeudi, Hamburg), BOBBLE (Mähtrasher, Crux Records, Muc) Schwere Reiter: ALL ABOUT NOTHING, Tanzperformance von Zufit Simon um 20.30h yip yab: INSIDE THE HAZE pres. FRIENDSHIP IS...100BLACKDOLPHINS & SHOGUN 28 samstag

Konrad Kuschel & Tigerdruck (Ampere)

Bobbeaman: Keep It Simple Muallem und

KNIGHTZ

Cafe am Hochhaus: Tomahawk (Munich Hero) Cuvilliéstheater: Lola Montez Crux: MASSIVE DISCO! DJ 5.TON (Massive Töne), JU

Pimpernel: LOVE HARDER REC. PRESENTS MIDReithalle: Opernfestspiele 2014: Premiere:

Kabaret Warszawski (Warschauer Kabarett) Gastspiel des Nowy Teatr Warschau

Oskar Melzer

BOB & AL (#1 Pistola)

cafe am hochhaus: DECKS 2.0 feat. Kahjo Crux: Mixwoch Halle der Platform: Aus den Ateliers der

lung „Stan Douglas – Mise en scène“ ab 17h harry klein: DJ SNIGGLES (Altes Wettbüro, Dresden), MIRKO SCHILK, JONAS FRIEDLICH Pimpernel: ALKALINO A.K.A. LINO RODRIGUES Rote Sonne: HAENGIN`: ADAM KLOSOWSKI (Manege8, CC, Augsburg), DOMÉ (Machine Vibes, CC, Augsburg), FRIKO EINSTWEILEN (Manege8, CC)A, BEOWULF TOMEK

PLATFORM - Lesung Jess Walther und Nikolai Vogel -Katalogpräsentation PANGAEA – Künstlerischer Austausch München- Quito (Ecuador) 19h harry klein: garry klein: FLORIAN REITH, SHIRLEY GOLDBERG, BOBABACHTZEHNUHR Pimpernel: DON FLOSSO & THE WOLF

aka MR.SANTOS (Massive Töne) harry klein: KONTA pres. JONAS WOEHL live (Get Physical, Dresden), ANDI LEHNER (Konta, München), TILL HENNIG kong: KONGLOMERAT: STAAB & BRANE (Ritournelle, Kong, Organic) + SPECIAL GUEST mma: ian pooley & schow-b Pimpernel: PACHANGA STORM, HORDIAK Schwere Reiter: ALL ABOUT NOTHING, Tanzperformance von Zufit Simon um 20.30h Villa Flora: Desolat: Loco Dice, Tini, Radio Slave, Robert Dietz, hector, u.a. yip yab: HOKUS POKUS mit GUTTA (BTYCL, Köln) Hosted by BUSON & CASPAR

26 donnerstag

29 Sonntag

Bobbeaman: Cocolores pres. B3B: Cocolores, Maurice Paloni Cafe am Hochhaus: PENG! PENG! PENG! feat.

Cafe am Hochhaus: Poenitsch & Jakopic Goldene Bar: Benjamin Röder (Charlie) Pimpernel: MAX DU BOWY

19 donnerstag Cafe am Hochhaus: PENG! PENG! PENG! feat. Goldene Bar: Tilman (Carribean Funk) Haus der Kunst: Eröffnung der Ausstel-

20 freitag Bobbeaman: Correspondant Label Night:

Jennifer Cardini, Andre Bratten

25 mittwoch

Heat is a form of motion — Das Rumford-Labor

JOHA N TOBIA NA REINH SUZA S FELBER OLD · CHA M ELIAS A L K A L I N O AYR · MÂ RLY & MO S X D J S N J A K I E N · S · F LO R I A A G E · J E E S · M E L R L N ALEX IGGLE S · R KHN · STE W I LL I C H bE2bMY P. OWFLE X · C T U M I R K RONIQUE MPELSTI FAN WIMM STA N N AULFIE BART S L K · O L E CHRIS S C H I L K ANDREA ZCHEN · Z ER · MEIN E · L E N N D · D O P P ILS · BE N · I E E S SIK ZEITLMEY S E B A ST I ADI ROCCOENSI · esp ANWALT · · N O É · F LG Ä N G E R liNveA lo S R N A N D I A · A R TA NER · MONT G A L AVA · FA B I A N Spirit & M EBASTIA E D DY K L ND NI · KR EIN Y· LE AR r. Golde H N E R · L E I N I · O S PAUL TIE p p F · ST E A N Z · J O N Trace · AD IETLMEIE KAR DJ E · R nCut PHAN AS FR ONIE R I A T · T CoCo O · · Airc Nicolas Ve F I E D E L F F E R M ILL HENN K AU S S N E I E D L I C H · IQUE ode V IG R ANN JO FX · H g a s · O p t o · k id . · S C H M I T · FLORIAN OLZ eilige c h ic REITH T&K nblut Pussies · · I J N O A · Kaun li NAS TEDE down cht+spiel W O E H L liRve ·P · Blink and R roximal · mo · emov T e · Vit al Ele PS Nostro c t ro n ica mo

2014

22. Mai — 22. Juni 2014

Ein Kunstprojekt im öffentlichen Raum zum 200. Todestag von Sir Benjamin Thompson, in München bekannt als »Graf Rumford«

von Alix Stadtbäumer und Yvonne Leinfelder FREITAG 20. JUNI 2014 NICE LIKE SKRATCH BASTID SKRATCH BASTID (KANADA) DAN GEROUS + NOTFX Dieses Projekt wird gefördert von der VVK: WORLDLEAGUE.DE Sponsored by:

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Malerei: René Birkner Models: J. Jensen & Fares Gabriel Hadid Fotografie: Neda Rajabi Art Direction & Design: Abc&D, München Veranstalter: Internationale Münchner Filmwochen GmbH

G A S T E I G F E S T I VA L C E N T E R ARRI KINO CITY KINOS FILMMUSEUM F I L M T H E AT E R S E N D L I N G E R T O R HFF MÜNCHEN KINOS MÜNCHNER FREIHEIT R I O F I L M PA L AS T P R O G R A M M O N L I N E A B 10 . J U N I T I C K E T S A B 16 . J U N I

filmfest-muenchen.de

f i l m FILMFEST MÜNCHEN

in einer Gang zusammengefunden haben. Sie führen ein Leben, in dem die Schere zwischen Überlebenskampf, täglicher Gewalt und dem Drang ein Kind zu sein immer größer wird bis Daniel, der jüngste der Gruppe, seine Stiefmutter tötet und die drei Freunde sich auf die Reise zurück in ihre Heimatdörfer machen. Trotz der Brutalität und den kaum vorstellbaren Lebensumständen mit denen der Zuschauer konfrontiert wird, gelingt es dem Film immer wieder, in kleinen Zwischentönen das Leben zu feiern. THE WILD YEARS auf jeden Fall sehenswert. Natürlich stehen im diesen Jahr nicht nur harte Themen im Programm. Gefeiert wird natürlich auch, bzw. feiert das Filmfest ein umtriebiges Multitalent, das nun schon seit über fünf Jahrzehnten als Filmemacher agiert. Im „TRIBUTE TO WILLY BOGNER“ wird in einer weltweit ersten Werkschau ein Überblick über dessen filmisches Schaffen gegeben. Dazu gehört natürlich auch ein Gala-Abend und ein Publikumsgespräch. Fans des Ski-Filmemachers dürfen sich auf Werke wie FEUER UND EIS, WHITE MAGIC und selbstverständlich die James-BondFilme, an denen Bogner mitgewirkt hat, freuen. Seit Jahren in das Filmfest involviert ist das Kinderfilmfest München. Neben einem tollen Programm mit Produktionen aus Brasilien (DER JUNGE UND DIE WELT), Norwegen (DOKTOR PROKTORS PUPSPULVER) und Tschechien (DAS MEER SEHEN) werden erneut Workshops angeboten und den jüngeren Zuschauer das Medium Film vermittelt. Das offizielle Programm wird am 10. Juni unter www.filmfest-muenchen.de veröffentlicht. Der Kartenvorverkauf beginnt online am 16. Juni und am 19. Juni öffnen die Kassen im Gasteig. Es lohnt sich auf jeden Fall  rechtzeitig Karten zu sichern. Angesichts des vielfältigen und qualitativ hochwertigen Angebotes werden viele Filme mit Sicherheit sehr schnell ausverkauft sein. SUPERPAPER HILFT! SUPER! Wir verlosen 3 × 2 Karten bei freier Filmwahl. Mehr dazu über unsere Internetseite SUPERPAPER.de

Der Sommer steht vor der Tür und wie in jedem Jahr heißt das in München nicht nur Biergarten, Flaucher, See sondern immer auch Filmfest – in diesem Jahr zum 32. Mal! Zwischen dem 27. Juni und 5. Juli wird die Stadt in fester Hand begeisterter Cineasten sein. Publikum wie Filmschaffende dürfen sich auf dem diesjährigen Internationalen Filmfest darüber freuen, dass die Macher des Festivals zwei alte Bekannte mit ins Boot geholt haben. Zum einen wird das City Kino mit von der Partie sein zum anderen – und hier gab es schon Szenenapplaus auf der Pressekonferenz – das Filmtheater Sendlinger Tor. Das heißt, dass nicht nur die Filmmeile zwischen Gasteig und Isartor zu rauschenden Abenden einlädt sondern  auch im Stadtzentrum ein Raum für Begegnungen geschaffen wird. Begegnungen dafür sind Festivals gemacht. Nicht nur, dass  der berühmte Regisseur oder Schauspieler für ein Gespräch zu haben ist, vielmehr begegnet man Ländern, die  so noch gar nicht auf dem sprichwörtlichen Bildschirm in Erscheinung getreten sind, oder im regulären Kinobetrieb einfach nicht die Chance bekommen, in das Programm mit aufgenommen zu werden. So finden sich zum Beispiel in diesem Jahr Filme in der Auswahl aus Ländern wie der Mongolei (REMOTE CONTROL), Marokko (SALVATION ARMY) oder Äthiopien (THE WILD YEARS). Handelt es sich bei den Beiträgen aus der Mongolei und Marokko um Spielfilme, die dem Zuschauer einen neuen Blick auf die Lebensumstände in den jeweiligen Ländern mit einer ungewohnten Themenauswahl vermitteln, hier sei vor allem SALVATION ARMY genannt, der sich offen mit Homosexualität in der arabischen Welt auseinandersetzt, bedient sich der äthiopische Beitrag mit den Mitteln des dokumentarischen Films und zeigt eine ebenso faszinierende wie verstörende Welt der Straßen der Hauptstadt Addis Abeba. Hier leben über 270000 Straßenkinder vergessen vom Rest der Gesellschaft in einer Parallelwelt mit eigenen Regeln und Gesetzen. Der Film begleitet drei Kinder im Alter von neun und zwölf Jahren, die sich

FEST Te x t : A n d r e a s H ü n n e k e s

18

fashion theatre Männersache: Hannibal

Es sind nur noch vier Wochen bis zu den nächsten Messen in Paris und Berlin. Das Atelier steht Kopf, damit die Frühjahr / Sommer Kollektion 2015 rechtzeitig fertig wird. Trotzdem haben die beiden noch Zeit für ein paar Fragen: G i n a   Nachhaltigkeit und soziale Verträglichkeit sind euch wichtig, was genau bedeutet eurer „made to order“ Konzept?  Y v o n n e   Das bedeutet, dass wir auf den Messen und im Showroom Vororders schreiben und letztlich ausschließlich das produziert wird, was tatsächlich bestellt wurde. Zum einen findet auf diesem Weg zum einen weder Massenproduktion noch Ressourcenverschwendung statt , und zum anderen schaffen wir so auch eine gewisse Exklusivität des Produkts. Außerdem lassen wir den Großteil unserer Produkte in Deutschland produzieren, die Ware ist im Etikett mit „handmade in Germany“ gekennzeichnet. Ein paar Produktgruppen mussten wir aus Kapazitätsgründen zu Familienbetrieben nach Polen und Tschechien auslagern. Für uns ist es wichtig mit Betrieben zu arbeiten die wir kennen, um so den Produktionsweg jedes einzelnen Produkts selbst zu bestimmen und gut nachzuvollziehen.  G i n a   „Mia san Mia – fashion made in bavaria“ Bist du auch stolz darauf oder würdest du dein Atelier lieber irgendwo in Paris, London oder New York sehen?  S i m o n   Ich mag es wahnsinnig gern in München zu sein. Natürlich könnte ich mir auch vorstellen mal ein paar Jahre in Paris zu leben, jedoch nicht für immer, und  ich bin auch Stolz darauf und finde es faszinierend, dass man aus einer gemütlichen Stadt wie München, coole Designs in die Welt werfen kann.   Es ist auf jeden Fall den Besuch in der Holzstrasse 11 wert. Und da bei Frauen der Boyfriend Look sowieso angesagt ist und Pullover und Tanktops momentan nicht locker genug sitzen können, ist Hannibal vielleicht gar nicht nur Männersache.

Nachdem in puncto Männermode mittlerweile  alles erlaubt ist, angesagte Hefte uns  Skaterboys in Paradiesvogeloutfits als Fashionvictims verkaufen und dennoch eigentlich das „Weniger ist mehr“ den Männlichkeits-Kodex überschattet, hat  auch Er die Qual der Wahl: „Was ziehe ich an?“. Wir stellen euch heute ein Label vor, das die männliche, coole Mischung hat: Hannibal. Das Label wurde 2008 von Simon Hannibal Fischer und Yvonne Perner gegründet. Nachdem Simon im Juli 2009 mit seiner reinen Männerlinie unter die ausgewählten Finalisten des „Designer for Tomorrow“ Wettbewerbs kam, ist Hannibal seit Januar 2010 auf dem Markt. Mittlerweile ist die Kollektion nicht nur in ausgewählten Shops über ganz Deutschland verteilt erhältlich, sondern unter anderem auch in Paris, Tokyo und der Schweiz. Das Herz schlägt jedoch immer noch in München, Holzstrasse 11 im Glockenbach. Hier verbinden sich Atelier, Showroom und Shop. Betritt man den Laden spiegelt die puristische Stimmung die Zeitlosigkeit des Designs wider. Die Farbskala reicht von schwarz über grau bis in die Braun-Beige-Töne. Schaut man genauer hin, entdeckt man die Raffinesse im Detaildesign. Der Designer Simon Hannibal Fischer mischt die klassischen Grundelemente des englischen Tailorings mit neuen Linienführungen und moderner Passform. Der aktuelle Kollektionsname „dölja“ kommt aus dem Schwedischen und bedeutet „verborgen“, eine treffende Beschreibung für die Designphilosophie. Für unser Potraitfoto der beiden, sucht Yvonne gleich das passende Hemd für Simon heraus: Auf den ersten Blick ein schwarzes Stehkragenhemd – das Auge fällt im zweiten Moment aber sofort auf die halbverdeckte, diagonal verlaufende Knopfleiste. Raffiniert. Während unseres Besuchs betritt auch Kundschaft den Laden, welche sofort die Aufmerksamkeit von beiden bekommt. „Dadurch, dass wir selber hier im Laden anwesend sind, können wir unseren Kunden nicht nur die beste Beratung geben, sondern bekommen auch direkt das beste Feedback zurück, was hilft, uns stetig zu verbessern. Darum geht es uns auch, nicht ausschließlich um den Verkauf, sondern um einen Kunden, der unser Produkt schätzt.“ Außerdem ist es den beiden so möglich, Sonderanfertigungen anzunehmen – und das gilt nicht nur für die beliebten Hochzeitsanzüge, welche Simon gerne in Auftrag nimmt.

Diene dem Rosenschamhaar! – Stefan Puchers Zofen an den Kammerspielen

vermittelten Gefühlserlebens ausgebreitet wird. Mit auf der Bühne sind immer wieder Kameraleute, die zu dem taumelnden Dialog der beiden Zofen Livebilder aus allen Perspektiven erzeugen, und diese wiederum überdimensioniert auf den gesamten Bühnenhintergrund, und zeitgleich auf die Gaze an der Bühnenkante projizieren. Diese filmischen Mittel erzeugen einen affizierenden Sog, der durch die sensationelle Leistung der Schauspielerinnen noch verstärkt wird. Mühelos springen sie zwischen kindlichem Gehabe und mörderischen Wutanfällen hin und her, wechseln Satzweise ihre Rollen und mit diesen ihre Gemütszustände. Das erotisch-groteske Nachahmen überzeugt zwar, lässt einen jedoch auch etwas ratlos zurück. Pucher produziert mit seiner Inszenierung eine ästhetisch und inhaltlich völlig in sich geschlossene Welt, die vom Zuschauer erst selbst auf die (eigene) aktuelle Realität metonymisch übertragen werden muss. Anschaulich wird die visuelle und kompositorische Perfektion beispielsweise, wenn bei lilafarbenem Hintergrund eine Schwester ihr Gesicht im Rosenschamhaar des pinken Kleides der gnädigen Frau vergräbt, diese dazu herrschaftliche rote Schuhe trägt, und beide durch ein intensives gelbes Licht angestrahlt werden. Die Unterdrückungsverhältnisse werden dabei zu einer persönlichen Hölle aus unstillbarem lustvollem Verlangen und unpassierbaren gesellschaftlichen Restriktionen verwoben. Genet gilt als ein Autor, dem das Individuelle wichtiger war als das Kollektiv. Dennoch ist die korsettierte   Dienstleistungsklasse   für wilde Drohgebärden gegen die kapitalistische Realität absolut anschlussfähig. „Es ist so leicht gütig zu sein, wenn man schön und reich ist.“ Seien es Butler, Hausdiener, Pförtner, ja selbst die Polizei. Der kommende Aufstand der bislang unsichtbaren Zofen steht.

Die Kammerspiele haben sich in den letzten Jahren nicht nur durch schauspielerische Höchstleistungen, sondern insbesondere durch wegweisende Inszenierungsästhetiken  als bestes Theater im deutschsprachigen Raum ausgezeichnet. Maßgeblich dazu beigetragen haben die Bühnenbildfeuerwerke, die hier jeweils abgefackelt wurden. Als völlig willkürliche Auswahl zu nennen wären beispielsweise Die Drei Schwestern mit ihrem ohrenbetäubenden Walnußwasserfall, der Körper, die Kerze und die Leiter vor dem grauen eisernen Vorhang in Judas, die Bürokratiemaschine als Drehbühne in der Vertikalen beim Prozeß, oder die flackernde, ebenenschiefe Zentralperspektive des pastellfarbenen Fegefeuers in Ingolstadt. Die Zofen in der Inszenierung von Stefan Pucher führen nun diesen Weg konsequent fort. Ein ovales herrschaftliches Zimmer, mit schwarzem Holz ausgekleidet, stiert wie ein überdimensioniertes Auge in den Theatersaal. Die beiden Schwester-Zofen sind hybride Erscheinungen zwischen grotesker Pierrot-Maske und dem schwarz-weißen-Dienstmädchen-Look der anonymen Kempinski-Etablissements. In dem Stück von Jean Genet zwängen sich die zwei Schwestern in ein pein- und lustvolles Macht-Korsett, indem sie Szenen der täglichen Erniedrigung durch ihre Herrin immer wieder in einem festen Regeln folgenden sado-masochistischen Spiel wiederholen. Dabei wechseln sie zwischen den aufgeführten Rollen, stellen einerseits die jeweils andere Schwester, oder aber die gnädige Frau selbst dar. Gegen Letztere intrigieren sie, indem sie ihren Geliebten bei der Polizei anonym des Diebstahls bezichtigen. Als dies misslingt, planen sie den Mord an der Gebieterin durch Gift im Lindenblütentee. Pucher lässt den Figuren ausgiebig Zeit, ihr Innenleben zu exponieren. Instrumentale rhythmische Sounds bilden einen atmosphärischen Teppich, auf dem die ganze Bandbreite sprachlich

WO: Münchner Kammerspiele - Schauspielhaus WANN: Di. 3.5., Fr. 6.5., Sa. 21.5. & Fr. 27.5.

HANNIBAL Te x t : G i n a P i e p e r

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Te x t : O l i v e r L i e b i g

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Faust von Johann Wolfgang Goethe Regie Martin Kušej Premiere 5. Juni 2014 Residenztheater

FaustIn and out von Elfriede Jelinek Regie Johan Simons Premiere 27. Juni 2014 Cuvilliéstheater Phosphoros Uraufführung von Nis-Momme Stockmann Regie Anne Lenk Münchner Premiere 6. Juni 2014 Koproduktion mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen Marstall

Marstallplan: Faust II Sieben Inszenierungen zu Faust II Premiere 4. + 5. Juli 2014 Marstall

Bayerische staatsoper Münchner Opernfestspiele 21.6.– 31.7.2014   E

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KABARET WARSZAWSKI (WARSCHAUER KABARETT)  Gastspiel des Nowy Teatr Warschau Inszenierung Krzysztof Warlikowski  Di 24.6.14 pREmIERE  mi 25.6.14  Do 26.6.14 € 35,- / € 10,- (Schüler / Studenten) DIE FLUT  Funkoper von Boris Blacher  Inszenierung, Ausstattung, Video Aernout Mik So 6.7.14 pREmIERE  Di 8.7.14  mi 9.7.14 € 28,- / € 10,- (Schüler / Studenten) WWW.

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ZEISLS HIOB Oper nach dem Roman von Joseph Roth Sa 19.7.14 pREmIERE  mo 21.7.14  mi 23.7.14 € 28,- / € 10,- (Schüler / Studenten) JUGEND EINER STADT Ein musikalisch-szenisches mehrgenerationenprojekt von Árpád Schilling Di 29.7.14 pREmIERE  mi 30.7.14  Do 31.7.14 € 18,- / € 10,- (Schüler / Studenten) partner der Festspiele in der Reithalle

Information / Karten www.staatsoper.de T +49.(0)89.21 85 19 20 [email protected]

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G E H D I C H T I N F R I E D E N  …  O D E R F Ü R I M M E R I N E I N A G E N T U R A R S C H

– Ich bin ein Agenturmädchen, nur leider dreht mein Chef am Rädchen

und zwölf ist minus acht ein  Freibier ist noch keine Tracht

Talent soll’s sein … nur unerkannt so ist mein Geist recht oft vakant

acht Zehn sind sechzig halber Fuß weil Motor ist ein Omnibus

aufgemaschelt in das Meeting hauts mir meine Meinung raus. Sowohl der John und auch das Gretchen spielen oft den Joker aus

Kolbenfresser mit der Kerze … … hängt oft so in der Gegend rum weil Durchlaucht und die Scherze göngen dingel böngel bun ...

Event, Event die Bude brennt und selten Reiner Wein einschenkt und weil am Abend im  Gewühle zeigt er gerne Fühle, Fühle....

Warz ab mein kleines little Ding ich hau dir vors Gebälk weil Giesssen is ein gschissner Ort so knöz mir Ging vor Ölk

…… Das ja Wahnsinn denkt sich auch die Britt so nehm auch das Freibier mit

Ölkie, Ölkiie for dittliie wööllkie digglie, diigllie mittendreinn weil digglie wöllkie pimmseronns  for dimmslie, dimmslie wimmserös

und sind die Häppchen auch am Start fart fart

hundert Leute warn bestellt und keiner seine Zeche prellt

Der Gernot is der Supervisor selten gut , nur immer leiser Der Kunde ist das beste Pferd weil Georg einen Porsche fährt

weil Wunder alles war for free und Claudia ging auf ihre Knie da Friedhelm Ihr das Zeugnis schrieb sie gerne seinen Pimmel rieb

im Sommer blüht der Beidelmast  und mir zerreissts den Beidl fast 

der Kunde ist das höchste gut und alle tun das Beste Nur Schweineeimer war allein denn er bekommt die Reste

Vergilb, vergös ein Ding, ein Ding …

das Freibiergsicht verlor den Faden ungewollt im Fahradladen und alle klingeln im Gesicht weil Dummkopf ist der Trottel nicht 

die Wand ich mös ... ein Mingading Menschlichkeit Scheide, Scheide ohne Pinselstrich dem Vieh dem Gsicht recht Landsgericht

So Liebchen spar dir dein Geraune  weil alle richtig happy sind dein Schlingern wolln wir alle nicht am Dampfer der guten Laune

Durchlaucht ist kein Gemüse ein Rechteck kocht Kombüse

ROT WEINHUHN WALDMEISTEREI Coq au Vin – Hahn im Wein – ist ein klassisches Rezept der französischen Landhausküche aus dem Burgund. Dort kommt Côte d’Or-Rotwein in den Schmorsud. Als Coq au Riesling wird das Gericht im Elsass serviert. Mit Rosé aus dem Jura heißt es Coq à la Jurassienne.

1000g Hähnchen oder Hähnchenteile 9 kleine Zwiebel(n) etwas Butter 1 EL Mehl ½ Liter Wein, rot 5cl Cognac Kräuter, frische, (auch Kräuter der Provence) 100g Speck, geräuchert 1 Msp. Muskat Salz Pfeffer 150g Champignons

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Das Geheimnis von Coq au Vin: 24 Stunden marinieren und zwei mal schmoren. Der Coq au Vin schmeckt perfekt, wenn das Geflügel 24 bis 36 Stunden in Suppengemüse, Kräutern und Wein mariniert und dann zweimal, mit Abkühlzeit dazwischen, schmort. Für einen Coq au Vin am Samstag also Donnerstags die Marinade ansetzen. Fleisch scharf anbraten, mit Mehl bestäuben. Nach dem Marinieren Fleisch, Gemüse und Marinierflüssigkeit durch ein Sieb trennen und beseite stellen. Das Fleisch scharf anbraten, aus dem Bräter nehmen, den Bratensaft auffangen. Im selben Bräter Schmalz erhitzen und darin das Gemüse anbraten. Dann das Fleisch zurückgeben, mit Mehl bestäuben und anrösten. Letzteres hat zwei Effekte: Das am Fleisch haftende Mehl sorgt für eine schöne Kruste. Das Mehl, das die Flüssigkeit aufnimmt, macht diese schön sämig. Coq au Vin vollenden: erst schmoren.. dann Speck und Pilze dazu. Schließlich kommen Bratensaft und Marinade dazu. Die Geflügelteile schmoren darin eineinhalb Stunden. Dann den Coq au Vin aus dem Ofen nehmen und über Nacht abkühlen lassen. Vor dem Servieren das Geflügel noch einmal eineinhalb Stunden schmoren. Kurz vor Ende der Garzeit Speck und Pilze hineingeben.

FAUST AUFS AUG REGEL: Je besser der Kochwein desto gschmackiger das Geflügel….!

Te x t : M a r t i n P e t e r

26

d

j u n o Der Himmel über der Stadt

Hunderte, Tausende, Millionen und Abermillionen flaumiger Löwenzahnsamen, die vom Asphalt hinauf in den Himmel fliegen. Der Schacht zwischen den grauen harten Betonwänden flimmert. Hier fällt nie Licht hinein und man muss sich schon eine Weile an diesem Ort aufhalten, bis einem in den Sinn kommt, doch irgendwo, eventuell ja da oben, nach dem Himmel zu suchen, denn in diesem düsteren Innenhof, in dem einem die Wände von allen Seiten entgegen kippen, würde man erst einmal sicher von dessen Abwesenheit ausgehen. Legt man dann den Kopf in den Nacken, dann ist da oben ein kleines hellblaues Quadrat. Weit weg. Sechs Stockwerke höher. Getrennt von uns durch ein Taubennetz. Manchmal fliegen die un- und unterbezahlten Mitarbeiter unvermittelt dort hinaus. Sie legen die Arme eng an den Körper an und spreitzen nur die Hände unten an den Oberschenkeln weg: jedoch haben diese gespreitzten Hände nichts von den gestutzten Flügeln einer goldgelben Thanksgiving-Truthahnbrust-Requisite aus einer TV-Serie, sondern vielmehr erinnern sie an die flossenförmigen Flügel an den Seiten einer Rakete und dann rasen sie, diese un- bis unterbezahlten jungen, hoch qualifizierten Mitarbeiter, senkrechterweise nach oben und wenn sie das Taubennetz durchzischen, dann blitzt, einige Bruchteile einer Sekunde lang, der Himmel über der Stadt auf. Eine magische Schnuppe die einen ganz banalen Ursprung hat. Jemandem hat es gereicht. Gestern sah ich zwei auf der Regenrinne im 6. sitzen und nach etwas spähen, das ihnen gerecht würde, da unten. Am besten etwas, in dem man eine Wertschätzung der eigenen Arbeit zum Beispiel durch Bezahlung erführe. Wie schön wäre das denn?   Du kannst nicht in einem Gemüseladen einen Mehrfachstecker erwerben wollen. Und im MediaMarkt eine Paprika. Im Nachhinein, Wochen nach der Premiere schreibt der Autor des Theaterstücks, dass der Schauspieler doch bitte vor diesen Satz: „Der Herr Studienrat sagt immer … “ einbauen solle.

„Eine Lamelle trägt alles in sich, was in mir nicht mehr ist. Dieses kleine körperlose Lamellchen. Ich bin so hohl und leer, so völlig gefüllt vom Mangel, von der Abwesenheit dessen, was da mal in mir war. Oder auch nie da war. Was such ich denn da in mir drin, was wühlt der da herum in mir, lass es uns doch woanders suchen. Einfach nicht da drin, der geht mir so auf die Nerven, mit seinen Scheißbefindlichkeiten. Man weiß, dass da nichts drin ist, aber das Echo davon spricht aus dem Inneren heraus, es sagt: Hallo, hier komme ich in Form von einem Symptom, Schmerz sitzt dir jetzt in den Knochen, ein Kloß im Hals, eng geschnürt ist die Brust. Das kommt hier durch mich, aus mir, in dir aus dir hinaus. Weils mir Laune macht. Ha. Verstehst du?“ „Die da drüben hat behauptet, wenn man mit Schnupfen diese Yogadrehübung macht, dann kommt die Rotze schneller raus. Oh Mann, das nervt.“ „In Barcelona bekommt man in seinen Kaffee zwei Eiswürfel, voll geil.“ „Da drüben auf dem Fahrrad, der mit dem großen Vollbart,“ – „durch den mir ein interessanter Charakter suggeriert werden soll, vielleicht auch Sing a Songwriter Qualitäten“, das hab ich gesagt, das hast du gesagt: „Da drüben auf dem Fahrrad, der mit dem großen Vollbart, auf den stand ich jahrelang, ach ich steh immer noch auf ihn. Ich seh ihn immer hier im Kiez.“ Du trägst diese wunderbaren portugiesischen Altherrenschuhe, und deinen Bart hast du heute, glaube ich, eingecremt wenn ich mich recht erinnere, und du hast ganz zarte Haut und duftest neben mir ganz wunderbar vor dich hin, bevor du zum See fährst mit deiner Tasche in Wassermelonenfarben.   Es ist ja einfach so, sagst du, während wir gemächlich in Richtung Seemitte schwimmen, dass wir für ein künstlerisches Prekariat ausgebildet werden und die Kohle nur in die Ausbildung gepumpt wird weil die repräsentativ ist, und wenn man dann im Apparat ist, dann beschwert man sich nicht, weil man ja so heilfroh ist, immerhin überhaupt schon im Apparat zu sein. Und mit der Zeit vergisst man ganz, dass es einem ja vielleicht auch zustehen könnte, für die Arbeit, die man da macht, angemessen bezahlt zu werden. So nicken wir vor uns hin und über uns paaren sich zwei Vögel in der Luft auf einem Ast. Und der eine Vogel kreischt und der andere Vogel fliegt nach seinem Orgasmus davon, macht einen eleganten Angebermackerseglerflug und dann blitzt auf einmal der Himmel über uns auf, und während wir aus dem tollen weichen violetten Seewasser über spitze Steine in Richtung Moos waten, um Himbeereis zu kaufen, düst über uns ein sich soeben befreiter Arbeiter hinweg, in Supermanpose und dreht eine kleine Angeberrunde über dem See.

An einem anderen Tag an einem anderen Ort: Wie du willst, sagte die unbezahlte Mitarbeiterin und verschwand diesmal ganz allmählich, von den Schuhsohlen angefangen bis hinauf zu dem Grinsen, das noch einige Zeit zurückblieb, nachdem alles andere schon verschwunden war. So etwas, dachte Alice, die das ganze beobachtet hatte: Ich habe zwar schon oft eine unbezahlte Mitarbeiterin ohne Grinsen gesehen, aber ein Grinsen ohne unbezahlte Mitarbeiterin! Das ist doch das allerseltsamste, was ich je erlebt habe!

Te x t : J u n o M e i n e c k e

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