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Predigt zu Epheser 4,11-16 11

Und Christus hat einige als Apostel eingesetzt, einige als Propheten, einige als Evangelisten, einige als Hirten und Lehrer, 12 damit die Heiligen zugerüstet werden zum Werk des Dienstes. Dadurch soll der Leib Christi erbaut werden, 13 bis wir alle hingelangen zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes, zum vollendeten Mann, zum vollen Maß der Fülle Christi, 14 damit wir nicht mehr unmündig seien und uns von jedem Wind einer Lehre bewegen und umtreiben lassen durch trügerisches Spiel der Menschen, mit dem sie uns arglistig verführen. 15 Lasst uns aber wahrhaftig sein in der Liebe und wachsen in allen Stücken zu dem hin, der das Haupt ist, Christus, 16 von dem aus der ganze Leib zusammengefügt ist und ein Glied am andern hängt durch alle Gelenke, wodurch jedes Glied das andere unterstützt nach dem Maß seiner Kraft und macht, dass der Leib wächst und sich selbst aufbaut in der Liebe. Liebe Pfingstfestgemeinde! Wir sind hier zum zentralen Gottesdienst für unseren Distrikt zusammengekommen. Das für heute vorgesehene Predigtwort will unseren Glauben vertiefen. Im Einzelnen geht es um die folgenden Aussagen: Mit Hilfe verschiedener Ämter erbaut Christus seine Kirche (I.). Dieser Aufbau führt zu einer Profilierung des Glaubens (II.). In einem bestimmten Umfeld geschieht es, dass Kirche wächst (III.). Auf den ersten Blick sind das nicht eben unsere Themen, die der Epheserbrief hier behandelt. Wir leben nicht mehr in der Zeit der Gründung der Kirche, sondern wohl eher in der Zeit ihres Niedergangs (zu I.). Heute ist weit weniger die Profilierung des Glaubens gefragt als vielmehr seine Offenheit (zu II.). Und dass

Predigt beim Distriktgottesdienst am Pfingstmontag 2012 in Westgartshausen

Kirche wächst, scheint uns so fern, wie der Predigttext alt ist; wir müssen stattdessen die Kürzung von Pfarrstellen beklagen (zu III.). Aber vielleicht tut uns die Sperrigkeit dieses Predigtwortes gut. Denn das, was wir schon immer wissen, können wir uns auch so sagen. Es führt uns aber nicht weiter. Unser Predigtwort dagegen ist eine Herausforderung. Wir hören, wie sich die Kirche in ihrer Ursprungszeit verstanden hat – genauer: in der dritten urchristlichen Generation im Ausgang des ersten Jahrhunderts n.Chr.. Vielleicht ergeben sich ja von hier aus Impulse, die unser Bild von Kirche zurechtrücken. Es könnte sich daher lohnen, dass wir uns darauf einlassen. Packen wir also die Herausforderung an.

I. Mit Hilfe verschiedener Ämter erbaut Christus seine Kirche Vielleicht haben Sie gestern Abend die Nachrichten gesehen. Es wurde von einem großen Kirchenfest berichtet. Gefeiert wurde die Vereinigung der nordelbischen, der mecklenburgischen und der pommerschen Kirche zur Nordkirche. Die nordelbische Kirche war einst aus der Not heraus entstanden, weil die Kirche Hamburgs finanziell nicht mehr überlebensfähig war. Jetzt ist es so, dass die beiden östlichen Kirchen ihre Finanzlast nicht mehr tragen können. Aus dem Schwund der Kirchenmitglieder und der Verringerung der Kirchensteuer gerieten diese Kirchen in eine Notlage. Die Notlage war der eigentliche Anlass für das fröhliche Kirchenfest im Beisein des Bundespräsidenten. Auch dieses Fest kann den Eindruck nicht verwischen: Wir leben offenbar in einer Zeit des Niedergangs der Volkskirche. Daran konnte übrigens auch das "Institut zur Erforschung von Evangelisation und Gemeindeentwicklung (IEEG)" an der Universität Greifswald nichts ändern. Dieses Institut sollte die Bedingungen erforschen, unter denen Menschen zum Glauben kommen. Kluge Pfr. Dr. Thomas Knöppler

2 Arbeiten sind bislang daraus hervorgegangen. Leider aber wird es von westdeutschen Theologen dominiert und in der pommerschen Kirche von vielen als Fremdkörper empfunden. Seine akademische Arbeit führte weder zu einer Erweckung noch auch sonst zu einer Vermehrung der Kirchenmitglieder. Es ist schließlich immer noch der Heilige Geist, der zum Glauben erweckt und in die Kirche beruft. An dieser Einsicht kommt auch akademische Forschung nicht vorbei. Ein neues Kirchenmagazin soll es nun richten. Mit großem Aufwand und viel Geld hat man es eingeführt. Es nennt sich "3E". Dieser Name steht für "echt. evangelisch. engagiert." Merkwürdig ist nur: Dieses Magazin ist in der Passionszeit herausgekommen, aber es verzichtet auf eine Darstellung des Gekreuzigten. Jesus bleibt insgesamt Freund und Bruder. Als Gottessohn und Heiland wird er nicht vorgestellt. Ein zu oberflächliches Jesusbild! Es ist sicher anzuerkennen, dass die Macher dieses Kirchenmagazins "engagiert" zu Werke gegangen sind. Aber es bleiben Fragen: Ist dieser Jesus noch "evangelisch"? Und: Ist die hier werbewirksam vorgestellte Kirche noch "echt"? Die Antwort auf die Frage nach der "echten", der wahren Kirche kann ein Blick in unser Predigtwort befördern. Dort ist zu Beginn davon die Rede, dass Christus selbst seine Kirche mit Hilfe verschiedener Ämter erbaut hat. Apostel, Propheten, Evangelisten, Hirten und Lehrer werden hier genannt. Bei kritischer Lektüre ist man freilich geneigt, dem Verfasser des Epheserbriefes über den Mund zu fahren: "Warum vergisst du hier die Bischöfe und Diakone? Die hat es in deiner Kirche doch gewiss auch gegeben!" Einige Ausleger üben diese Kritik. Wir wollen es nicht tun. Denn es geht nicht um menschliche Ehre. Auch die Wertschätzung gegenüber den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in unseren Kirchengemeinden und im Kirchenbezirk ist nicht das Thema. Es geht vielmehr darum, dass Christus durch ausgewählte Mitarbeiter die Erbauung der Kirche vorantreibt. Nicht jeder hat diese Aufgabe. Und wir kommen auch nicht umhin festzustellen, dass sich seit den Tagen des Epheserbriefes Vieles geändert hat: Unter uns gibt es keine Apostel mehr, nur noch ganz Predigt beim Distriktgottesdienst am Pfingstmontag 2012 in Westgartshausen

wenige Propheten und vereinzelte, zumeist überregional tätige Evangelisten. Einen der Evangelisten haben wir in Westgartshausen kennengelernt, als wir einen Glaubenskurs veranstaltet haben. Immerhin sind die Pfarrerinnen und Pfarrer in unseren Gemeinden als Hirten und Lehrer tätig. Wenn sie sonntags mit der Gemeinde feiern, soll deutlich werden: Der Gottesdienst ist nicht die Veranstaltung des Pfarrers, sondern er geschieht "Im Namen Gottes des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes". Im Gottesdienst dient Gott uns: Er spricht zu uns und schenkt uns seinen Segen. Und umgekehrt dienen auch wir Gott, indem wir ihm mit Gebet und Lied und dem Bekenntnis unseres Glaubens antworten. In solcher Dienstgemeinschaft stehen auch viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unseren Kirchengemeinden: die Mesnerinnen und Organisten, die Mitglieder des Kirchengemeinderats und die Gruppenleiterinnen, die Kirchenpfleger und die Hausmeister, der Posaunenchor und die Gospelgruppe, die Erzieherinnen und die Gemeindeschwestern. Auf der Ebene des Kirchenbezirks treten diejenigen hinzu, die im Haus der Diakonie, im Jugendwerk, in der Familienbildungsstätte und in der kirchlichen Verwaltung mitarbeiten. Ihrer aller Arbeit soll letztlich dazu dienen, dass die Kirche Jesu Christi erbaut wird. Dabei ist der Gottesdienst gleichsam das Fitnessstudio der Kirchengemeinde. Dort erhalten wir die Kräfte, die wir im Alltag brauchen.

II. Der Aufbau der Kirche führt zu einer Profilierung des Glaubens Wie aber geschieht das, dass die Kirche erbaut wird? Nach Auskunft unseres Predigtwortes vollzieht sich der Aufbau der Kirche in dreifacher Weise: (1.) durch die Einheit des Glaubens, (2.) durch die Erkenntnis des Sohnes Gottes und (3.) durch die Mündigkeit eines in

Pfr. Dr. Thomas Knöppler

3 rechter Lehre gegründeten Glaubens. Ich will das im Folgenden näher erläutern. 1. Als erstes wird die Einheit des Glaubens genannt. Sie wird am gemeinsam gesprochenen Glaubensbekenntnis kenntlich. Das Bekenntnis verbindet uns mit der ganzen Christenheit auf Erden. Für uns Evangelische tritt die Botschaft von der Rechtfertigung des Gottlosen hinzu. Nach reformatorischer Überzeugung ist dies der Artikel, mit dem die Kirche steht und fällt.

dass der Sohn Gottes in ihr zugegen ist. Und dass sich die Kirche nach ihm ausrichtet. Allein auf diese Weise sind wir Kirche Jesu Christi, seine Gemeinde. Die Rede von der Erkenntnis des Sohnes Gottes beinhaltet nach ihrem biblischen Hintergrund die persönliche Beziehung zu ihm. Ganz gleich also, an welcher Stelle wir in der Kirche tätig sind: All unser Engagement soll letztlich dazu dienen, dass die Christusgemeinschaft vertieft wird.

Wir befinden uns an ganz unterschiedlichen Stellen der Mitarbeit in unseren Kirchengemeinden. Und wir sind auch recht verschiedene Menschen. Unsere Sicht auf die Kirche und weitere Ansichten mögen uns voneinander trennen. Nicht wenige Gemeinden verlangen von ihren Pfarrern, dass sie offen und aufgeschlossen sind: Sie sollen die Vielfalt der vorhandenen Frömmigkeitsformen respektieren. Es gibt freilich noch eine wichtigere Aufgabe, an die uns unser Predigtwort erinnert: Die Einheit des Glaubens soll gefördert werden. Nicht umsonst hat unser Bundespräsident bei der gottesdienstlichen Feier zur Gründung der Nordkirche auf das hingewiesen, was trotz aller Unterschiedenheit gilt: "Wir haben einen Herrn, ein Wort Gottes und ein gemeinsames Ziel." Das, liebe Distriktgemeinde, sollten wir bei allen kritischen Anfragen, die wir gegenüber der Landeskirche und unseren Gemeinden haben, nicht aus den Augen verlieren.

3. Als drittes ist für den Aufbau der Kirche wichtig: die Mündigkeit eines in rechter Lehre gegründeten Glaubens. Dies ist nicht gerade ein Gesichtspunkt, der uns gegenwärtig besonders interessiert. Das Achthaben auf rechte Lehre, so hört man, führt doch nur zu Streitereien und Spaltungen. Heute ist nicht die Profilierung des Glaubens gefragt als vielmehr seine Aufgeschlossenheit. Und so verzichtet man gern auf die geistige Mühe, sich der Inhalte des christlichen Glaubens zu vergewissern. Das gilt schon für den Konfirmandenunterricht. Die Landessynode hat mit guten Gründen einen Beschluss über den Umfang des Memorierstoffes gefasst. Aber die Konfirmandinnen und Konfirmanden lernen höchst ungern Texte auswendig. Deswegen versuchen sie – verständlicherweise – die Last des Lernens zu reduzieren. Die Pfarrerinnen und Pfarrer stehen aber hier in der Pflicht. So kommt es zum Kampf zwischen Pfarrer und Konfirmandengruppe um den Umfang des Memorierstoffes. Wenn ich es richtig sehe, verlieren die Pfarrer diesen Kampf: Sie geben dem Druck der Gruppe nach. Und so wird das Ziel der Mündigkeit eines in rechter Lehre gegründeten Glaubens verfehlt. Ein anderes Beispiel: Einer Andacht in einem kirchlichen Mitarbeiterkreis werden Leitsätze von Mahatma Gandhi zugrunde gelegt. Diese Leitsätze stoßen auf großes Interesse. Das geschieht durchaus zu Recht: Man kann von Gandhi etwas lernen. Aber diese Leitsätze sollten mit Überzeugungen des christlichen Glaubens

2. Als zweites Merkmal wird für den Aufbau der Kirche genannt: die Erkenntnis des Sohnes Gottes. Wir messen die Attraktivität von Kirche oft am Zustand des Gebäudes im Ort oder am Verhalten der Institution. Auch fordern wir, dass die Kirche offen sein müsse oder die Gemeinde lebendig. Das ist dann das Maß, nach dem unsere Kirche positiv oder negativ bewertet wird. Das Kriterium der Offenheit der Kirche oder der Lebendigkeit der Gemeinde ist freilich nicht unproblematisch. Denn es nimmt unser menschliches Tun als Maßstab in den Blick. Kirche aber ist ein Geschöpf des Wortes Gottes. Entscheidendes Kriterium ist für sie, Predigt beim Distriktgottesdienst am Pfingstmontag 2012 in Westgartshausen

Pfr. Dr. Thomas Knöppler

4 verbunden werden. Ein geistliches Wort dient der Besinnung auf eben diesen Glauben. In ihm sollen wir fest gegründet werden. Ein drittes Beispiel: In der Erwachsenenbildung wird ein Abend über die erste Bitte des Vaterunsers angekündigt mit dem Zitat: "Unser täglich Brot gib uns heute". Nach christlicher Lehre aber lautet die erste Bitte des Vaterunsers: "Geheiligt werde dein Name." Erst kommen Gottes Anliegen, dann die unsrigen. Es wird nur zu leicht übersehen, dass auch Gott mit seinen Vorhaben bei uns Menschen zum Zuge kommen soll. Schließlich sehe ich auch in meinem Beruf als Pfarrer hier eine Gefahr. Ich ertappe mich nicht selten dabei, dass ich der Arbeit in der Pfarrei und im Kirchenbezirk mehr Bedeutung zumesse als dem Inhalt des Glaubens. Die Sitzungen vermehren sich auf Kosten der Seelsorge und des Bibellesens. Es wäre fatal, wenn ausgerechnet uns Pfarrerinnen und Pfarrern nur noch wenig Zeit bliebe zur Besinnung auf den Grund und Inhalt des Glaubens. Vernachlässigen wir die christliche Lehre, so kann das nur zu unserem Schaden sein. Auf diese Weise wird unser Glaube immer beliebiger. Und sollten einmal schwere Zeiten auf uns zukommen, dann wissen wir nicht mehr, was trägt. Die entschiedene Ausrichtung auf Jesus Christus und sein Evangelium stärkt den Glauben und schützt vor Verirrung.

III. In einem bestimmten Umfeld geschieht es, dass Kirche wächst Am Ende unseres Predigtwortes ist vom Wachstum der Kirche die Rede. Dass Kirche wächst, erscheint uns aber so fern, wie der Predigttext alt ist. Ganz im Gegensatz zum Wort vom Wachsen der Kirche müssen wir die Kürzung von Pfarrstellen beklagen. Nach dem Beschluss der Bezirkssynode geschieht dies bis zum Jahr 2018 allein in unserem Distrikt. Goldbach und Westgartshausen werden Predigt beim Distriktgottesdienst am Pfingstmontag 2012 in Westgartshausen

zusammengelegt. Und in Ingersheim wird der Verlust einer viertel Pfarrstelle festgeschrieben. Wir haben allen Anlass, uns darüber zu grämen. Nicht einfach nur deshalb, weil es nun gerade uns getroffen hat. Es geht eher um die Art und Weise, wie diese Kürzungen zustande kamen. Unser Distrikt war der einzige, der auf Bitten des Dekanatamts einen konstruktiven Vorschlag zu möglichen Kürzungen bis 2024 erarbeitet hat. Die übrigen Distrikte haben sich verweigert. Soll man diesem Vorgang nun entnehmen, dass diejenigen gestraft werden, die sich gutwillig einbringen? Eine halbe Stelle im Kirchenbezirk ist gegenwärtig nicht besetzbar. Warum hat man diese nicht gestrichen? Und in der Begründung für den Antrag auf Zusammenlegung von Goldbach und Westgartshausen stand der Hinweis, dass wir "ja sowieso schon hervorragend harmonieren". Werden wir nun also für unser gutes Miteinander bestraft? Diejenigen, die sich in unserem Kirchenbezirk konstruktiv und engagiert einbringen, sind letztlich die Dummen. Es ist eine bittere Lektion, die wir hier zu lernen haben. Ist das wirklich Kirche? Wenn wir von den jüngsten Erfahrungen in unserem Distrikt ausgehen, dann fällt es uns schwer, der Institution Kirche einen positiven Sinn abzugewinnen. Noch unverständlicher dürfte der Gedanke einer wachsenden Kirche sein. Wie können wir entgegen unseren Erfahrungen vor Ort wachsen? Und ist Wachstum nicht eine Gabe, die allein von Gott kommt?! So singen wir ja: "doch Wachstum und Gedeihen steht in des Himmels Hand". Da muss schon der Heilige Geist kommen und an uns arbeiten, damit wir wachsen können. Gleichwohl werden wir in unserem Predigtwort zum Wachsen aufgefordert. Es ist freilich kein quantitatives Wachstum, um das es hier geht. So, als ob wir die Anzahl unserer Gemeindeglieder durch irgendwelche Maßnahmen erhöhen könnten. Das Wachstum, von dem unser Predigtwort spricht, ist vielmehr durch eine qualitative Größe bestimmt: Die Verbindung zu Christus soll bei uns wachsen.

Pfr. Dr. Thomas Knöppler

5 Dabei wird das Bild vom Leib Christi verwendet. Wir haben ja bereits im herzig aufgeführten Anspiel vor der Predigt einen Einblick in diesen Organismus erhalten. Wir haben gehört, wie wichtig es ist, dass die Glieder des Leibes sich gegenseitig achten. Und uns wurde bewusst gemacht, wie notwendig es ist, dass jedes Glied die ihm gestellte Aufgabe ausführt. Dazu kommt, dass die Glieder am Leib Christi sich gegenseitig unterstützen sollen. Dafür aber gibt es eine Voraussetzung und ein Ziel. Woher soll die Kirche wachsen? Als menschliche Voraussetzung wird die Verbindung von Wahrheit und Liebe genannt. Wachstum in der Kirche erfahren wir, wenn wir bei der Wahrheit bleiben. Wir sollten uns nicht irgendeinem schönen Schein hingeben. Für das Wachstum in der Kirche ist auch wichtig, dass wir in der Liebe bleiben. Wir sollten den Nächsten, der uns braucht, nicht aus den Augen verlieren. Zu einem solchen Umfeld verhilft der Heilige Geist. Da gedeiht die Kirche. Ohne ein durch den Geist bestimmtes Klima aber ist Wachstum in der Kirche unmöglich. Wohin soll die Kirche wachsen? Als Ziel des Wachstums wird Jesus Christus genannt. Er ist das Haupt des Leibes. Von ihm her wird der ganze Organismus gesteuert. Nicht die Bischöfe, nicht die Pfarrer, nicht die Kirchengemeinderäte stehen am Steuerrad des Kirchen- und Gemeindeschiffs. An Christus sollen wir uns orientieren. Er selbst will uns leiten. Und dazu gibt er uns seinen Heiligen Geist. Der wirkt. Der lässt uns weiter wachsen. Der vertreibt alle Bitterkeit. Und der schenkt uns eine gute Gemeinschaft. Amen.

Predigt beim Distriktgottesdienst am Pfingstmontag 2012 in Westgartshausen

Pfr. Dr. Thomas Knöppler