PREDIGT ZU 1KOR 11,23-26 Kanzelgruß: Gnade sei mit Euch und Friede von Gott unserem Vater und unserem Herrn Jesus Christus!

1. HINFÜHRUNG Liebe Gemeinde, heute erinnern wir uns an die Mahlfeier Jesu und seiner Jünger. Kurz bevor Jesus den Weg ans Kreuz geht, versammelt er nochmals alle. Ein letztes Mal haben sie Gemeinschaft miteinander, denn sie werden so wie sie gerade beisammen sind, nie wieder zusammen kommen. Der Verräter wird den Kreis verlassen. Jesus wird sterben und auferstehen und sich dadurch verändern. All das wissen die Jünger natürlich nicht. Aber eine gewisse Fraglichkeit wird sich bei ihnen eingestellt haben. Die Ereignisse der letzten Zeit waren aufregend. Wie sollte das weitergehen? Wohin sollte das führen? Ein letztes Mal also haben Jesus und die 12 Tischgemeinschaft. Und Tischgemeinschaft ist im alten Orient allgemein ein Zeichen besonderer Vertrautheit. In dieser Atmosphäre von Vertrauen und Ungewissheit hinein spricht Jesus über das gesamte Mahl hinweg die Worte, die uns als Einsetzungsworte für das Abendmahl bekannt sind. Der Predigttext für den heutigen Gründonnerstag enthält darum die Abendmahlsworte nach dem 11. Kapitel des ersten Korintherbriefes. Paulus schreibt: 23

Denn ich habe von dem Herrn empfangen, was ich euch weitergegeben habe: Der Herr Jesus, in der

Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot,

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dankte und brach's und sprach: Das ist mein Leib,

der für euch gegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis.

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Desgleichen nahm er auch den Kelch

nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut; das tut, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis.

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Denn sooft ihr von diesem Brot eßt und aus dem Kelch trinkt,

verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er kommt. (LUT) Stellen wir uns den Ablauf dieses Abends noch genauer vor: Jesus und die Jünger versammeln sich, der Tisch ist gedeckt, alles ist vorbereitet. Wie bei jedem jüdischen Essen, bei dem es Wein gibt, wird zur Zeit Jesu ein Ritus zu Beginn und am Ende des Mahles vollzogen. Am Anfang spricht der Hausvater mit einem Brotfladen in der Hand den Lobspruch: „Gepriesen seist du, Herr, unser Gott, König der Welt, der Brot aus der Erde hervorgehen lässt.“ Die Tischgenossen stimmen mit „Amen“ ein. Dann wird das Brot gebrochen und ausgeteilt und die Mahlzeit beginnt. Am Ende des Mahles nimmt der Hausvater den Segensbecher, der mit Wein gefüllt ist, erhebt ihn und spricht das Tischdankgebet: „Gepriesen seist du, Herr, unser Gott, König der Welt, der du die ganze Erde ernährst mit Güte, Gnade und Barmherzigkeit.“ Auch das Tischgebet machen sich die Tischgenossen durch ein gemeinsames „Amen“ zueigen. Danach trinken alle aus dem Segensbecher.

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Mit dieser Erwartung begeben sich die Jünger zu Tisch. Die Atmosphäre ist sowohl vertraut als auch ungewiss. Die Zukunft scheint im Dunkeln zu liegen. Das letzte gemeinsame Mahl der Jünger beginnt nun mit einem besonderen Anfangswort: „Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis.“ Und es endet mit einem besonderen Schlusswort: „Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut; das tut sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis.“ Wie haben die Jünger sich gefühlt, was haben sie gedacht? Konnten sie noch wie selbstverständlich die Mahlzeit zwischen den Riten einnehmen? Blieb ihnen manches im Hals stecken? Waren sie gesprächig und platzten mit tausend Fragen heraus, oder schwiegen sie beklommen? Haben sie die Worte Jesu zunächst einmal beiseite gelegt, weil sie ohnehin schwer verständlich waren, wie so vieles, das er sagte?

2. UNSER HEUTIGER STANDPUNKT Entscheidend für das Verständnis dieses Mahles ist der Standpunkt. Und unser Standpunkt ist der, den sowohl Paulus als auch die neutestamentlichen Autoren hatten. Wir – im Gegensatz zu den Jüngern – erinnern uns in dieser Wochen an die Passion, aber wir haben auch schon Ostern vor Augen. Wir erinnern uns an das Abendmahl und den Weg ans Kreuz, wir wissen aber um die Auferstehung. Wir gedenken des Leidens, sehen aber auch schon die Verherrlichung. Insofern verstehen wir den Sinn der Abendmahlsworte besser als die Jünger in besagter Nacht. Wir wissen deshalb auch, dass die Abendmahlsworte oder auch die Worte am Kreuz nicht unbedingt letzte Worte eines Sterbenden sind. GOETHE sagte auf seinem Sterbebett: „Mehr Licht!“ Und er hat uns ziemlich viel Literatur hinterlassen. Doch diese Literatur verdanken wir einem Sterblichen. Goethe und sein Zeitalter ist vergangen. Er hat uns zwar mehr oder weniger geprägt, aber seine Zeit ist vorbei. Die Worte Jesu hingegen sind Worte des Lebendigen. Sie gehören auch nicht einem vergangenen Zeitalter an, sondern sie gehören ins Hier und Heute, in die Gegenwart. Denn sein Reich oder das Zeitalter, das er begründet hat, ist nicht von dieser Welt und doch in der Welt. Von diesem Standpunkt aus hören wir heute die Worte des Abendmahls: vom Standpunkt der ganzen Geschichte und vom Standpunkt des lebendigen Wortes Gottes.

3. DIE EINSETZUNGSWORTE DES ABENDMAHLS 3.1. UNTERBROCHENE UND NEUE GEMEINSCHAFT In Brotwort und Kelchwort hören wir darum den lebendigen Herrn ganz aktuell. Er sagt: „für euch gegeben“ und „der neue Bund in meinem Blut“. Gaben diese Worte den Jüngern Grund zur Hoffnung? Jesus wandte sich an sie und kündigte sich selbst als Opfer für sie an. Er sagt: Mein Leben für das Eurige. Ich zerbreche und euch entsteht daraus der neue, der verheißene Bund zwischen Gott und Menschen. Ihr erhaltet durch mich eine neue Verbindung, einen neuen Zugang, einen neuen Umgang mit Gott.

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Jesus als der, der auferstehen wird, tritt hinein in diesen Kreis der Sterblichen. Unter Sterblichen und als Sterbender spricht er erstmals die Worte des Abendmahls. Unter Menschen und als Mensch redet Jesus von einem Neuanfang zwischen Gott und Menschen. Mitten in der Nacht, wo die Entwicklung unaufhaltsam ihrem Ende entgegen strebt, wo alles kommt, wie es kommen muss, kurz vor der Katastrophe redet er solche im Volk der Juden lang ersehnte Worte: er redet vom neuen Bund. Seine Einsamkeit spitzt sich zu: der Verrat steht unmittelbar bevor, die übrigen Jünger werden ihren Herrn verlassen und auch verleugnen, keiner will Jesus kennen in dieser Nacht. Die Einsamkeit Jesu spitzt sich unaufhaltsam zu und zielt auf das Kreuz hin. Am Kreuz wird er rufen: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Auf dem Weg in diese letzte Einsamkeit – die Gottverlassenheit – diese Worte: Mein Leib – für euch gegeben. Der neue Bund in meinem Blut. Zu beidem – das tut zu meinem Gedächtnis. Auf seinem Weg in die Einsamkeit hinein stiftet Jesus ein Mahl oder einen Brauch, der den Jüngern damals in dieser Situation zutiefst befremdlich erscheinen musste. Auf dem Weg in den Tod, in die Gottverlassenheit, spricht Jesus von einem „für euch“. Für euch gebe ich mich. Für euch setze ich den neuen Bund. Euch ist heute der Heiland gegeben! Der Weg Jesu in die Einsamkeit, in die tiefste und letzte Verlassenheit, ist eigentlich der Weg eines jeden Menschen. Jeder Mensch müsste diesen Weg in die Einsamkeit gehen. Der ganze Erdkreis müsste sich in dieser Einsamkeit versammeln und den Weg in die Gottverlassenheit ausschreiten. Jeder und jede müsste sich selbst in den endgültigen Tod verlieren. Dieser unausweichliche, unabänderliche, schicksalshafte Menschenweg wird von Jesus gegangen. Schon als er Mensch wird, beginnt er diesen menschlichen Weg zu gehen. Denn jeder menschliche Weg mündet in den Tod, mit der Notwendigkeit, mit der jeder Bach und jeder Fluss seinen Weg ins Meer findet. Die Sünde führt den Menschen ins Grab. Sie hat einen Graben zwischen Gott und Mensch ausgehoben, den kein Mensch überwinden kann. Jeder von uns steht ihretwegen vor dem Tod unbeholfen – hilflos. Keiner durchbricht ihn, keiner handelt mit ihm und keiner kauft ihm auch nur eine Sekunde seines Lebens ab. Keiner begegnet dem Tod und kommt lebendig davon. Es gibt kein Hinaus. Wir sind eingesperrt in einen Kreislauf von gottloser Einsamkeit. Keiner kann sich entziehen – Außer in Jesus Christus. Christus allein geht diesen Weg und kann ihn gehen ohne Sünde durch den Tod hindurch. Christus überwindet diesen Graben und durchbricht den unseligen Kreis der Gottlosigkeit. Er bringt uns das Leben. Gottes Sohn selbst hält sich nicht zurück. „Er kommt, er kommt mit Willen, ist voller Lieb und Lust, all

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Angst und Not zu stillen, die ihm an uns bewusst.“ (PAUL GERHARDT) Er kommt sich hinzugeben und uns zu vergeben.

3.2. GEMEINSCHAFT MIT CHRISTUS Und indem er sich hingibt, indem er einsam wird, verlassen von Mensch und Gott, indem er das durchsteht, gibt er uns Anteil an seiner Gemeinschaft. Er, der Einsame, eröffnet Menschen neues Leben und wahre Gemeinschaft. Er gibt uns Anteil an sich, teilt sich uns mit. Gerade das macht das Abendmahl aus, wie Paulus selbst einige Verse zuvor die Korinther wissen lässt in Kapitel 10,16f: 16

Der gesegnete Kelch, den wir segnen, ist der nicht die Gemeinschaft des Blutes Christi? Das Brot,

das wir brechen, ist das nicht die Gemeinschaft des Leibes Christi?

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Denn ein Brot ist's: So sind wir

viele ein Leib, weil wir alle an einem Brot teilhaben. Das Brot ist die Gemeinschaft mit dem Leib Christi. D.h. nichts anderes als: Wir bekommen Anteil an Jesus Christus, an seinem Weg durch den Tod hindurch. Wir werden als Christinnen und Christen Teil seines Leibes! Und dieser Leib ist hindurch durch den Tod. Zwar sterben wir noch den Tod mit diesem unserem Leib – aber wir müssen nicht den Tod Jesu sterben und in die Gottverlassenheit gehen. Diese hat Christus alleine erwartet, gefürchtet, erlebt, erduldet, erlitten und überwunden. Im Abendmahl also bekommen wir Anteil am Leib Christi. Dass wir Anteil an Christus bekommen, geschieht durch das Sakrament. Das Wort bzw. das Verheißungswort und das Zeichen zusammen machen ein Sakrament aus. Klassisch ist die Definition von AUGUSTINUS: „Es trete das Wort zu dem Element, so wird daraus ein Sakrament. Denn woher kommt diese gewaltige Kraft des Wasser [CS: und des Brotes und des Weines], daß es den Leib berührt und das Herz rein wäscht, anders als aus der Wirkung des Wortes?“ (Nach JOHANNES CALVIN, Institutio IV,14,4.) Eine Verheißung Christi zusammen mit einem Zeichen ist also nach evangelischen Verständnis ein Sakrament. Und Sakramente geben uns auf geheimnisvolle Weise – Sakrament heißt ja nichts anderes als „Geheimnis“ – Anteil an der Errettung durch Gott. Den Gedanken vom Anteil-Bekommen können Sie sich übrigens auch am Gegenteil verdeutlichen: Genauso können Menschen, wenn sie sündigen, Anteil an der Sünde bekommen. Dazu ein paar Verse aus dem 6. Kapitel: Alles ist mir erlaubt, aber nicht alles dient mir zum Guten. Alles ist mir erlaubt, aber es soll mich nichts gefangen nehmen. (1Kor 6,12) Anteil geben im üblen Sinn umschreibt Paulus hier mit „gefangen nehmen“. Wir Menschen denken oft, dass wir unser Leben im Griff haben. Aber das ist im Hinblick auf Gott und Sünde gerade nicht der Fall. Wir können der Sünde nicht die Hand reichen und sie zurück4

ziehen, wann wir wollen. Wenn sie uns hat, dann gibt es kein Davonkommen. Mit der Sünde ist es wie mit einer Sucht: es scheint zumindest eine Zeit lang so, als machen wir es gern, aber tatsächlich können wir unsere Gedanken, unser Wünschen und Wollen nicht mehr davon lassen. Wir sind so sehr von z.B. Alkohol eingenommen, dass er unser Leben bestimmt. Wenn wir uns auf die Sünde einlassen, befreit uns nur Gottes Vergebung. Da wir nun Gemeinschaft mit Jesus haben durch das Abendmahl – nichts Geringeres geschieht hier – ist das Abendmahl heilig. Wir erhalten Gemeinschaft mit dem heiligen Gott und werden selbst durch Vergebungszuspruch und Vergebung heilig. So gesehen ist das Abendmahl eine Vorwegnahme des Himmels. Die Konsequenz der Sünde, die Gott und Menschen trennt, nimmt Gott durch seinen Sohn weg. Er trägt sie und durch sein Tragen werden wir entlastet, wird uns vergeben und der Tod wird von Gott beseitigt. In Christus sind euch eure Sünden vergeben. Ein entscheidender Unterschied zwischen Gott und Mensch wird aufgehoben. Nun werden auch wir heilig. Auf diesen entscheidenden Unterschied kommt es zwischen Gott und Mensch immer wieder an. Und in Christus sind auch die unter uns Menschen üblichen Unterschiede aufgehoben: da ist weder Jude noch Heide, weder Herr noch Knecht, weder Freier noch Unfreier, wie es in Gal 3,28 heißt. Unterschiede die hier auf unserer Erde wichtig sind, gelten bei Gott nicht. Für Gott ist das Wichtigste, dass wir sein sind. Ob wir nun reich, arm, sportlich, bequem, schwäbisch oder bayerisch, italienisch oder deutsch sind, das interessiert ihn nicht in erster Linie. Für Gott ist das Wichtigste, dass wir ihn kennen, seine Liebe hören und uns an ihm freuen. Für Gott ist das Wichtigste, dass ihr mit ihm Gemeinschaft habt – sowohl am Tisch des Herrn im Abendmahl, als auch in der Ewigkeit.

3.3. GEMEINSCHAFT UNTEREINANDER Und das genau ist die Pointe für Paulus. Gott achtet nicht auf die menschlichen Unterschiede. Arme und Reiche sind gleichermaßen von ihm geliebt. Da diese Liebe im Abendmahl sichtbar wird, dürfen wir das Abendmahl nicht durch eine Praxis entheiligen, die solche alten Unterschiede festhält. Sie gelten bei Gott nicht mehr. Wir dürfen beim Abendmahl nicht das festigen, was keinen Bestand bei Gott hat. Darum kritisiert Paulus die scharf, die das Abendmahl „unwürdig“ feiern. In Korinth wurden doch noch Unterschiede gemacht. Offensichtlich gab es dort unsichtbare aber sehr wirksame Gräben zwischen verschiedenen Gemeindegliedern. Wir könnten es auch Rudelbildung nennen wie beim Fußball oder Cliquenbildung wie in der Schule. Solche Gruppenbildung schließt andere automatisch aus. Die, die zur Gruppe gehören, lassen andere gerade nicht teilhaben. Ich denke wir haben das alle schon erlebt, wenn in einer Gruppe sich im Kreis aufstellt und jede und jeder darin den Rücken nach außen kehrt. Da kommen wir nicht hinein. Ein abweisender Kreis, eine geschlossene Gesellschaft stellt sich dar. Diese Gruppe bleibt bestehen, ob nun sichtbar durch den Kreis von Rücken oder 5

unsichtbar im Alltag der einzelnen Gruppenmitglieder. Jeder weiß, wer dazugehört und wer nicht. Und solche Gruppen haben Geheimnisse, die sie nicht mitteilen. Sie haben vielleicht auch eine eigene Sprache, die keiner versteht und die andere wieder ausschließt. Vielleicht haben sie auch eine eigene Kleidung oder einen Dresscode, der diejenigen anzeigt die in sind und auch diejenigen, die out sind. Paulus wusste in Korinth von mehreren Gruppenbildungen. Neben den theologischen Gruppen gab es auch soziale. In aller Regel teilen sich die sozialen Gruppen in ihre Milieus, wie wir heute sagen. Denn jeder weiß ja, wo er herkommt und wo er hingehört: die Reichen zu den Reichen, die Armen zu den Armen, Arbeitnehmer zu den Arbeitnehmern, die Arbeitgeber zu den Arbeitgebern und die Sklaven zu den Sklaven. Diese soziale Gruppenbildung zeigte sich wohl insbesondere bei der Feier des Abendmahls. Und dagegen hat Paulus was. Diejenigen, die es sich leisten konnten, haben sich schon früh in den Gemeinderäumen eingefunden. Und wo sie schon mal da waren, haben sie auch mit Essen und Trinken angefangen. Zum Teil waren sie dann schon satt, wenn die übrigen Gemeindeglieder, die noch arbeiten mussten, dazu kamen. Zum Teil waren sie betrunken. Darüberhinaus hatten die tendenziell Reicheren auch ihre delikaten Speisen bereits verzehrt. Die tendenziell Ärmeren hingegen hatten entweder nur das, was sie tagein tagaus zu essen hatten oder gar nichts. Dadurch war der Charakter des Abendmahls zerstört. Eine Vorwegnahme des himmlischen Mahles konnte das gewiss nicht sein. Eine solche Feier ist „unwürdig“, wie es Paulus nennt. Nochmals allerdeutlichst: Paulus kritisiert das unwürdige Feiern. Wenn Gott die Menschen gleichermaßen liebt, dann können wir gerade im Abendmahl nicht wieder anfangen manche zu bevorzugen und andere lieblos beiseite zu schieben. Mit dem Abendmahl gibt Gott uns also Anteil an seiner Vergebung und einen Blick in die himmlische Zukunft. Und er kanns nicht leiden, wenn wir dort wieder Gräben schaufeln, wo er sie gerade zugeschüttet hat. Beim Abendmahl danken wir für die Vergebung, die Gott uns allen unterschiedslos zuteil werden lässt. Und wir alle bekennen in der Beichte unterschiedslos unsere Schuld und erbitten Besserung und Sinneswandel, so dass wir Gottes Liebe mit unserem Leben entsprechen. Aus der Vergebung leben wir die Vergebung. Wir nehmen Gottes Liebe hinein in uns und tragen sie, so gut wir das eben können, hinein in die Welt „bis unser Herr kommt“. Amen.

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