Otto-Hahn-Gymnasium Umbau und Sanierung NWT-Bereich

Otto-Hahn-Gymnasium Umbau und Sanierung NWT-Bereich DOKUMENTATION MEHRFACHBEAUFTRAGUNG Stadt Karlsruhe INHALT VORWORT 05 AUSLOBUNG 07 Auslobung...
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Otto-Hahn-Gymnasium Umbau und Sanierung NWT-Bereich DOKUMENTATION MEHRFACHBEAUFTRAGUNG

Stadt Karlsruhe

INHALT

VORWORT

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AUSLOBUNG

07 Auslobungstext

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Raumprogramm

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Jurymitglieder

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Teilnehmer der Mehrfachbeauftragung

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BEITRÄGE

13 Michael Weindel + Junior Architekten

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Feigenbutz-Architekten

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Rossmann + Partner

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Scholl-Architekten

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AUSzUG AUS dEm pROTOKOLL dER jURy

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VORWORT

Als im März 1974 der naturwissenschaftliche Neubau am Otto-Hahn-Gymnasium eingeweiht werden konnte, war die Freude bei Schülern und Lehrern sehr groß, entsprach er doch damals den modernsten Gesichspunkten. Vor allem der innen liegende Vorbereitungsund Sammlungsraum, von dem aus man direkt in alle Fachräume gelangen kann, erwies sich zunächst als großer Vorteil für die Lehrer. Im Lauf der Jahre stellten sich dann allerdings auch einige Schwachpunkte des Flachbaus heraus: z.B. muss überwiegend bei Kunstlicht unterrichtet werden, z.B. übertönt bei stärkerem Regen das Trommeln der Regentropfen auf den Lichtkuppeln alle Stimmen. Am negativsten jedoch macht sich seit einigen Jahren die unzureichende Lüftung bemerkbar, die in den Sommermonaten häufig zu unzumutbaren Temperaturanstiegen in den Fachräumen führt. Darüber hinaus hat sich in den letzten fünfzehn Jahren die Situation des naturwissenschaftlichen Unterrichts gravierend verändert. Vor allem durch die Einführung der Fächer Naturphänomene und NwT hat der Bedarf an Praktikumsräumen erheblich zugenommen, er kann z. Zt. durch die vier vorhandenen Praktikumsräume nicht mehr gedeckt werden. Die vier außerdem vorhandenen Hörsäle können sowohl von der Größe als auch vom Zuschnitt her nicht in Praktikumsräume umgewandelt werden.

Luftbild

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Nicht nur das Kollegium, sondern auch die Schüler- und Elternschaft freuen sich, dass durch den geplanten Umbau des naturwissenschaftlichen Traktes die genannten Probleme beseitigt und optimale Bedingungen für den naturwissenschaftlichen Unterricht geschaffen werden.

Wir wollen uns deshalb ganz herzlich bei unserem Schulträger, der Stadt Karlsruhe, und insbesondere beim Amt für Hochbau- und Gebäudewirtschaft und seiner Amtsleiterin Frau Sick bedanken. Wir fühlten uns in die Planungen und Entscheidungen immer gut eingebunden.

Hanns jürgen morath, Schulleiter

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UMBAU+SANIERUNG

Auszug aus dem AUSLOBUNGSTExT

Anlass und zweck Das Otto-Hahn-Gymnasium im Stadtteil Waldstadt ist eine fünfzügige Schule mit derzeit ca. 1200 Schülerinnen und Schülern. Die Schule wurde im Jahr 1975 in baujahrestypischer massiver Konstruktionsweise (Stahlbetonskelett, Flachdächer, Fensterbänder) fertig gestellt. Die seit langem bestehenden raumklimatischen Probleme in den naturwissenschaftlichen Fachräumen des Flachbaus, die vor allem durch den hohen sommerlichen Wärmeeintrag über die zahlreichen Oberlichter und innen liegende Räume verursacht werden, müssen durch eine Neukonzeption der Sonderklassen gelöst werden. Für das Projekt ist eine haushaltsreife Planung (Entwurf mit Kostenberechnung) für den Doppelhaushalt 2013/ 2014 vorgesehen. Auftraggeber Stadt Karlsruhe, vertreten durch das Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft Vorprüfung Die Vorprüfung erfolgt durch Vertreter der städtischen Ämter. Beurteilungskriterien - Qualität und Eignung des Entwurfes unter funktionalen Gesichtspunkten - Erfüllung des Raumprogramms - Qualität und Eignung des Entwurfes unter gestalterischen und architektonischen Gesichtspunkten - Einbindung des Sanierungs-/Umbaubereichs in den baulichen Gesamtkontext - Wirtschaftlichkeit (anhand der Wirtschaftlichkeitskenndaten) und Nachhaltigkeit - Energiekonzept

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Allgemein Das Schulgebäude (Bauzeit 1972 - 1975) gliedert sich im Wesentlichen in zwei Bereiche - einen mehrgeschossigen Gebäudeteil mit Klassenzimmern und Verwaltungsflächen und einen eingeschossigen Flachbau (teilunterkellert) mit Aula und naturwissenschaftlichen Fachräumen (NWT-Bereich). Hierfür wird ein neues Raumprogramm zu Grunde gelegt, das anstelle der getrennten Praktikumsräume und Hörsäle auf Unterrichtsvermittlung in einheitlichen Multifunktions-/ Universalräumen ausgerichtet ist. Die Umsetzung des Raumprogramms muss innerhalb der vorhandenen Gebäudehülle des Flachbaus erfolgen. Größere Tragwerkseingriffe sind möglichst zu vermeiden. Das pädagogische Konzept der Schule sieht eine Neukonzeption der Sonderklassen mit acht gleichwertigen Multifunktions-/Universalräumen à 75 m² vor. Die Medienversorgung erfolgt vorzugsweise von oben. Unterrichtsräume und Vorbereitungs-/Sammlungsräume sollen nach Möglichkeit natürlich belichtet und belüftet werden können. An den NWT-Bereich schließen die großzügigen und leistungsfähigen Veranstaltungs- und Bühnenräume der Schule an. Der Standort der Bühne ist aufgrund der baukonstruktiven Gegebenheiten nicht veränderbar. Im Zuge der Neustrukturierung der naturwissenschaftlichen Räume müssen auch die angrenzenden Fassaden und Flachdächer der Aula erneuert werden. Flachdächer sind zu begrünen. Es wird Wert auf eine alltagstaugliche und funktionale Gestaltung gelegt. Unter anderem sind die Schulbaurichtlinien und die geltenden Regeln und Normen des „Barrierefreien Bauens“ zu beachten.

Im Sinne der Nachhaltigkeit wird besonderer Wert auf niedrige Folge- und Betriebskosten über den gesamten Lebenszyklus des Gebäudes gelegt (Bauunterhaltung, Reinigungs- und Pflegeaufwand, Wartungs- und Betriebskosten, Gebäudetechnik, Energieverbrauch). Besonderer Wert wird auf die Einhaltung des sommerlichen Wärmeschutzes gelegt. Der natürliche Luftaustausch sollte außerhalb der Heizperiode auch bei Ausführung einer mechanischen Lüftung möglich sein. Für den Winterfall ist der hygienische Luftwechsel zugfrei sicherzustellen. Bei Einsatz einer kontrollierten mechanischen Lüftung ist Wert auf eine effektive Einzelraumregelung zu legen.

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RAUmpROGRAmm

Umbau

jURymITGLIEdER



1.1 8 NWT-Räume à 75 m²

600 m²

1.2 1 Chemie-Praktikumsraum

75 m²

1.3 1 Chemie-Vorbereitung/Sammlung

84 m²

1.4 1 Physik-Vorbereitung/Sammlung

84 m²

extern

prof. Christopf Kuhn KIT, Institut Entwerfen und Bautechnik Herr Thilo Kupsch Dipl.-Ing., freier Architekt

1.5 1 Biologie-Vorbereitung/Sammlung 120 m² intern

1.6 1 Geographieraum

60 m²

1.7 1 Kartenraum

15 m²

2.1 Toilettenanlagen Schüler (9 Sitze, 14 Urinale)

Frau Anne Sick Leiterin Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft (HGW) Herr joachim Frisch Leiter Schul- und Sportamt

2.2 Toilettenanlagen Schülerinnen (10 Sitze)

Frau petra Kracht HGW Abteilungsleiterin Projektmanagement

2.3 Putzraum 2.4 Bühnennebenraum 2.5 Abstell- und Lagerräume

mind. 125 m²

beratend

Frau Ulrike Schlenker Leiterin Stabstelle Projektcontrolling Herr jürgen morath Schulleitung Otto-Hahn-Gymnasium Herr dieter jürges Fachbereichsleiter HGW für Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik

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TEILNEHmER dER mEHRFACHBEAUFTRAGUNG

AULA

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T +49 721 98 88 0 [email protected] www.rossmannundpartner.de

BÜHNENRÄUME

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Feigenbutz Architekten Bunsenstraße 14 76135 Karlsruhe

scholl architekten gmbh Stöckachstraße 16 70190 Stuttgart

T +49 721 82 83 80 [email protected] www.feigenbutz-architekten.de

T +49 711 28 20 25 [email protected] www.scholl-architekten.de

KLASSENRÄUME

TERRASSE

KLASSENRÄUME

VORBEREITUNG SAMMLUNG

KLASSENRÄUME

V/S

VORBEREITUNG SAMMLUNG

T +49 7243 56 75 0 [email protected] www.weindel.com

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KLASSENRAUM V/S KLASSENRAUM

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KLASSENRAUM

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KLASSENRAUM V/S

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rossmann+partner Architekten Nürnberger Str. 5 76199 Karlsruhe

V/S KLASSENRAUM

V/S

KLASSENRÄUME

michael Weindel & junior Architekten Im Ermlisgrund 16 76337 Waldbronn/Karlsruhe

VORBEREITUNG/SAMMLUNG

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VORBEREITUNG SAMMLUNG

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KLASSENRAUM

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01 michael Weindel & junior Architekten 1. preis Die ideale Raumzuordnung wird durch die Erweiterung des NWT-Bereichs um eine Achse erreicht. Das neue Erschließungssystem macht die natürliche Belichtung und Belüftung des gesamten Unterrichtsbereichs möglich. Zusätzlich werden die beiden Gänge durch einen zentralen Innenhof für einen attraktiven Kommunikationsbereich aufgewertet. Die gesamte neue Fassade wird außen vor der Rohbaukonstruktion angeordnet. Gliederung und Farbgebung machen die Inhalte und UnRaumschema

terrichtsbereiche ablesbar und integrieren den großen eingeschossigen „Fuß“ des Aula- und NWT-Traktes in das Gesamtensemble. Die photovoltaiken Isoliergläser der AulaOberlichter und aller Fassaden-Brüstungen reduzieren der Sonneneinstrahlung und schaffen gleichzeitig eine interessante Belichtung. Die drei neuen Raumspangen begünstigen eine hohe Flexibilität der Raumgrößenveränderung.

detailschnitt und Ansicht

Auszug aus den ERLÄUTERUNGEN

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Ansicht OST

Schnitt A-A

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Lageplan

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Grundriss Erdgeschoss

Ansicht SÜd

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02 Feigenbutz Architekten 2. platz

Raumschema

Zwei Spangen von Unterrichtsräumen mit zwischenliegenden Sammlungs- und Vorbereitungsräumen werden an Ost- und Westseite angeordnet und bilden den eigentlichen NWTBereich. Die vortretenden Sammlungs- und Vorbereitungsräume zonieren den Erschließungsbereich und werden zentrales Entwurfsthema. Über die neue Fassadengestaltung beginnt der naturwissenschaftliche Bereich der Schule nun mit seinen angrenzenden Außenbereichen zu kommunizieren. Die Themenbereiche Biologie,

pespektive SOpHIENSTRASSE

Physik und Chemie verteilen sich auf insgesamt vier Sammlungs- und Vorbereitungsräume, die zwischen den Unterrichtsräumen angeordnet sind. Die Grenzen der Themenbereiche sind teilweise fließend, was Vergrößerungen oder Verkleinerungen der Sammlungen ohne Platzverluste ermöglicht. Die Reduzierung der Lichtkuppeln ermöglicht die Dachflächen für die Aufstellung von Fotovoltaikanlagen zu vermieten.

detailansicht und Innenraumperspektive

Auszug aus den ERLÄUTERUNGEN

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Ansicht OST

Schnitt A-A

Lageplan

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Grundriss Erdgeschoss

Ansicht SÜd

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03 rossmann+partner Architekten 3. platz Die Neukonzeption des NWT-Bereiches sieht eine fassadenseitige Anordnung aller Fachklassen vor. Dadurch erhält das Otto-Hahn-Gymnasium tagesbelichtete Unterrichtsräume die sich über die Fenster natürlich belüften lassen. Um die Flexibilität der Unterrichtsräume zu erhöhen erfolgt die Medienversorgung von oben über ein System, welches im Bedarfsfall abgesenkt werden kann. Damit sind die Voraussetzungen für eine multifunktionale Nutzung gegeben. Der NWT-Bereich ist dreizonig organisiert. Raumschema

An den Fassaden sind die Fachklassen angeordnet. Der große Vorbereitungs- und Sammlungsraum und der WC-Bereich befinden sich in der Mittelzone. Die Verbindung von der Aula in den NWT-Bereich erfolgt über eine großzügige Glastüranlage. Der große Sammlungsraum wird hauptsächlich mit Tageslicht von oben belichtet. Am Ende des Sammlungsbereichs befindet sich die gemeinsame Vorbereitungszone. Hier erhält man über ein Schaufenster Ausblick in den Grünzug. detailschnitt und Ansicht Auszug aus den ERLÄUTERUNGEN

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Ansicht WEST

Schnitt A-A

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Lageplan

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Grundriss Erdgeschoss

Ansicht SÜd

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04 scholl architekten 4. platz Im Bestandsbau werden alle NWT-Räume über zwei entlang der West- und Ostfassade verlaufende Gänge erschlossen. Dazwischen ergeben sich daraus für die Fächer Biologie, Chemie und Physik fließend ineinander übergehende Räume für Vorbereitung und Sammlung, Lehre und Übung, entlang dem östlichen Erschließungsgang die Hörsäle. Zwischen den Fach- und NWT-Räumen erhebt sich wie das Mittelschiff einer Basilika eine gr0ßzügige und lichtdurchströmte Halle, welche NWT-Räume mit Bühnen und SanitärRaumschema

bereich verbindet. Ein hohes Maß an Funktionalität implizierend steht der architektonische Raum mit hochwertigen und authentischen Oberflächen und einer dezidierten Lichtführung im Vordergrund. Die Grundstruktur des Gebäudes gliedert klar und sinnfällig die Masse des Gebäudes und schafft durch ihre Übersichtlichkeit und Prägnanz ihrer einzelnen Bestandteile einfache Orientierung. Die Gestaltung der Fassade konzentriert sich auf die Materialien Glas, Metall und Faserzement.

detailschnitt und Ansicht

Auszug aus den ERLÄUTERUNGEN

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Ansicht WEST

Schnitt A-A

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Lageplan

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Grundriss Erdgeschoss

Ansicht SÜd

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AUSzUG AUS dEm pROTOKOLL dER jURy EINzELBEWERTUNGEN mICHAEL WEINdEL & jUNIOR ARCHITEKTEN

Die Arbeit schlägt ein klar strukturiertes Konzept vor. Das Programm wird in einer dreibündigen Struktur organisiert. Die Fachklassenräume werden gut proportioniert an den Außenfassaden angeordnet, die Vorbereitungs- und Sammlungsflächen in der Mittelzone. Diese Mittelzone mit den beiden Erschließungsfluren wird durch einen neu eingefügten Innenhof in ihrer Raum- und Lichtwirkung aufgewertet. Der Hof ermöglicht die natürliche Belichtung und Belüftung des nördlichen V/S-Bereiches, der innenliegenden Flure und kann gleichzeitig als Warte- und Pausenzone genutzt werden. Durch die geschickte Anordnung und Proportionierung der Räume und Erschließungsflächen in Verbindung mit dem Innenhof gelingt es alle Aufenthaltsräume natürlich zu belüften und zu belichten. Die problematischen Oberlichter können somit komplett entfallen. Die Innen-/Außenbeziehung wird für alle Bereiche verbessert. Der Zugang aus dem AulaBereich bleibt in seiner Klarheit erhalten und wird stimmig in den Umbaubereich weitergeführt. Der Bühnenbereich wird unwesentlich verkleinert, behält aber seine ursprünglichen Proportionen. Die WC-Anlagen werden unauffällig aber für den Ablauf richtig integriert. Die Abwasserführung im nicht unterkellerten Bereich führt allerdings zu einem konstruktiv erhöhten Aufwand. Lage und Größe des Stuhllagers könnten überdacht werden und dadurch zu einer weiteren Verbesserung der Zugangssituation führen. Die neuen Fassaden werden im Sinne des Bestandes entwickelt und bilden einen angemessen Vorschlag im Sinne einer energetischen Verbesserung und einer behutsamen gestalterischen Erneuerung. Die Öffnungsflügel müssen zur Fluchtwegsicherung

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überarbeitet werden. Der vorgehängte Sonnenschutz fällt gestalterisch aus dem Rahmen und sollte besser in das Gesamtfassadenbild integriert werden. Das energetische Konzept nutzt das Potential des Gebäudes, in dem es den Kriechkeller zu einem großen Wärmetauscher umwandelt, der insbesondere eine Verbesserung der Kühlsituation im Sommer erwarten lässt. Die Trennung der Lüftungssysteme für die Klassen und V/S-Bereiche erscheint sinnvoll und schlüssig durchdacht. Sie findet nebenbei gestalterischen Ausdruck in einem neuen zentralen Dachaufbau, der die Dachlandschaft des Flachbaus bereichert und als zurückhaltendes Signal der Erneuerung in Erscheinung tritt. Insgesamt ein überzeugendes Gesamtkonzept, das mit einfachen angemessen Eingriffen und Ergänzungen, einer sensiblen Neuorganisation der Funktionsabläufe und geschickter Integration des energetischen Potentials des Bestandes hohe Raumqualitäten erzeugt. FEIGENBUTz ARCHITEKTEN

Die Anordnung der Fach- und Vorbereitungsräume an einem Mittelflur ermöglicht die zentrale natürliche Belichtung und z.T. natürliche Belüftung aller Unterrichts- und Vorbereitungsräume. Durch die Aufweitung der Flurzonen im Eingangsbereich der Klassenräume entstehen kleine Vorräume und eine angenehme Zonierung der gesamten Erschließung. Nicht gelungen erscheint der Zuschnitt der Unterrichtsräume. Die Querausrichtung der Räume eignet sich für den Unterricht nur mit Einschränkungen. Die klare Gliederung der Grundrissfigur wird in der Fassade fortgesetzt. Während die Fassade der Unterrichtsräume zurückspringt, erhalten die Vorbereitungsräume boxenartige Erweite-

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rungen nach außen. Dadurch entsteht ein interessantes Fassadenspiel, das jedoch nach Meinung der Jury teuer erkauft wird. Durch die Freistellung der tragenden Stützen entstehen Wärmebrücken, die nur durch zusätzlichen konstruktiven Aufwand bewältigt werden können und die Erweiterung der Vorbereitungsräume nach außen verursacht ebenfalls einigen technischen Mehraufwand, der kritisch hinterfragt werden muss. Die Anordnung und Funktion der Oberlichter stellen bezüglich des Wärmeeintrags keine wesentliche Verbesserung gegenüber dem Bestand dar. Das Lüftungskonzept kann in der dargestellten Form kaum funktionieren, da eine natürliche Querlüftung nur in begrenzen Umfang möglich ist. Bei schlechter Wetterlage können die Lichtkuppeln nicht geöffnet werden, was eine Umstellung auf mechanische Lüftung erfordern würde. Die dezentrale Anordnung der Lüftungsanlage und der damit verbundene Raumbedarf verkleinern die ohnehin knapp bemessenen Schrankzonen der Unterrichtsräume. Insgesamt würdigt die Jury diesen konzeptionell gelungenen Entwurf. Die Idee, die glatte Fassade des Bestands in eine gegliederte und rhythmisierte Fassade des naturwissenschaftlichen Anbaus überzuführen, ist gestalterisch sehr qualitätvoll umgesetzt. ROSSmANN + pARTNER ARCHITEKTEN

Der Verfasser des Entwurfes Nr. 2006 schlägt vor, den zusätzlichen Raumbedarf durch eine eingeschossige, nicht unterkellerte Erweiterung zu realisieren. Wesentliches Merkmal des Entwurfes ist die dreihüftige Organisation der Nutzflächen, wobei die Vorbereitungsflächen als zusammenhängende Fläche im Innenbereich angeordnet sind.

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Die einseitige Erschließung auf der Ostseite der Bühne ist bezogen auf die symmetrische Grundriss-Systematik und im Sinne einer guten Orientierung schwer nachvollziehbar. Die Verkehrsströme werden zu sehr kanalisiert, wodurch es räumlich zu Engpässen kommen kann. Die Anordnung der gut proportionierten Unterrichtsräume erfolgt konsequent an den Außenfassaden. Dadurch wird eine gute natürliche Belichtung und Belüftung ermöglicht. Die durchgehende Zone der Vorbereitungsräume ermöglicht ein hohes Maß an Flexibilität für die Nutzung. Ein direkter Außenraumbezug wird hier leider nicht angeboten. Die Lage des kleinen separaten Vorbereitungsraumes an der Fassade bietet zwar einzelnen Lehrern eine Rückzugsmöglichkeit und einen natürlich belichteten und belüfteten Arbeitsplatz, „verbaut“ aber die Chance der besseren Erschließung des gesamten NWT-Bereiches. Die WC-Anlage ist funktional richtig angeordnet. Die unmittelbar einzusehenden WCZugänge bestimmen den wichtigen zentralen Erschließungsflur jedoch sehr stark. Die einfache Erweiterung und die Fassadengestaltung sind logisch aus dem Bestand heraus entwickelt und ergänzen diesen auf angenehm unspektakuläre Weise. Die Dachaufsicht wird nach wie vor stark von Oberlichtern geprägt. Dies wird vor allem wirtschaftlich und funktional eher kritisch gesehen. Die gewählten Materialien für die Außen- und Innenwände werden trotz höherer Investitionskosten wegen ihrer Langlebigkeit und dem geringeren Pflegeaufwand positiv bewertet. Auch der kompakte Baukörper lässt eine positive wirtschaftliche Bilanz bezogen auf die Investitionskosten und den Energiebedarf erwarten. Das Technik-Konzept ist weitestgehend nachvollziehbar. Innovative Ansätze sind

nicht erkennbar. Obwohl die Anforderungen grundsätzlich erfüllt sind, lässt die Arbeit insbesondere in den Erschließungs- und Mittelzonen innenräumliche Qualitäten vermissen. Die Anordnung der Räume erscheint eher pragmatisch gelöst und bietet keine hervorzuhebenden Raumerlebnisse. SCHOLL ARCHITEKTEN GmBH

Der Entwurf sieht eine dreibündige Anlage mit an den Längsfassaden liegenden Fachräumen und einer mittleren Zone mit den Vorbereitungs- und Sammlungsräumen (VuS) vor, die nach Süden offen mit der Außenfassade abgeschlossen wird. Die Lagerräume der Bühne sind in dem in der Tiefe reduzierten Bühnennebenraum angeordnet, die WCs liegen in der mittleren Zone. Der Fachraumtrakt wird beidseitig von der Bühne aus erschlossen. Die Gebäudekontur wird sowohl nach Osten und Westen, als auch nach Süden durch einen angedockten Vorbau erweitert. Die mittlere Zone wird durch eine höhergesetzte Dachausbildung mit umlaufendem, senkrechtem Fensterband als Lichthalle ausgebildet, in die die als ein zusammenhängender Raum ausgebildete VuS-Zone als Glasbox eingestellt ist. Die Gebäudeerweiterung an der Fassade ist als aufgeständerte, kistenartige Andockung ausgebildet, die Pfostenriegelfassade mit großflächiger Unterteilung ist als Kastenfenster mit zwischenliegendem Sonnenschutz konstruiert. Das energetische Konzept sieht eine natürliche Belüftung mit Zuluft über Kippfenster im unteren Fensterbereich und Abluft über das Fensterband der Lichthalle vor, in der Lichthalle erfolgt der natürliche Zuluftstrom über den Keller. Zusätzlich ist eine mechanische Belüftung mit Wärmerückgewinnung vorgesehen. Bei der Fassadenausbildung ist die Erneuerung

der Fassaden des Eingangs- und Aulabereichs wie in der Auslobung gefordert nicht dargestellt. Die Kubatur liegt durch die Gebäudeerweiterungen im Bereich der Außenwände und der Lichthalle im Vergleich deutlich über dem bisherigen Bestand. Durch die Raumerweiterungen der Fachräume nach außen stehen die bisher fassadenbündigen Stützen der verbleibenden Tragstruktur ca. 2,50 m von der Fassade nach innen versetzt frei im Raum und schränken die Nutzbarkeit der Fachräume ein. Die Gebäudeerweiterungen sind insgesamt konstruktiv sehr aufwändig ausgebildet. In der Fassade fehlen zusätzliche Belüftungsund Rettungswegflügel. Die Lichthalle bildet einen interessanten Raum, der durch die bis auf normale Flurflächen füllende Box des VuS-Bereichs in seiner Großzügigkeit nicht wahrnehmbar wird. Die Nutzung der Lichthalle als VuS-Bereich entspricht nicht der aufwändigen architektonischen Geste. Die vollständig verglast ausgebildete VuS-Box in der Innenhalle ist brandschutztechnisch nur sehr kostenintensiv zu realisieren. Die architektonische Erscheinung ist sehr eigenständig ausgebildet, weist aber keinen Bezug zum Bestand auf. Die Funktionalität der natürlichen Lüftung ist bei fehlender Thermik und Wind nicht zu erwarten und nur als mögliche Nachtlüftung anzusehen. Der Beitrag ist nach Meinung der Jury insgesamt trotz interessanter einzelner Ideen sehr aufwändig. Er lässt eine wirtschaftliche Umsetzung und einen wirtschaftlichen Betrieb nicht erwarten.

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ImpRESSUm

Stadt Karlsruhe Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft Zähringerstraße 61 76133 Karlsruhe T 0721 133 - 2601 F 0721 133 - 2699 [email protected] www.karlsruhe.de/ hochbau

Juli 2011