Orientierungen zur Gestaltung des Kernbereichs Wirtschaft-Recht-Technik Im Profilbereich

Die Regelschule – eine Schule mit Chancen für alle Arbeitspapiere und Materialien Orientierungen zur Gestaltung des Kernbereichs Wirtschaft-Recht-Te...
Author: Rainer Stein
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Die Regelschule – eine Schule mit Chancen für alle

Arbeitspapiere und Materialien

Orientierungen zur Gestaltung des Kernbereichs Wirtschaft-Recht-Technik Im Profilbereich Auf der Grundlage der Thüringer Lehrpläne (1999) „Wirtschaft und Technik“ sowie „Wirtschaft und Recht“ für die Regelschule und die Förderschule mit dem Bildungsgang der Regelschule 1 Einführung.............................................................................................................. 2 2 Benutzerhinweise .................................................................................................. 2 3 Fachpläne ............................................................................................................... 3 3.1 Wirtschaft .......................................................................................................... 3 3.1.1 Spezifik ....................................................................................................... 3 3.1.2 Verbindliche Lehrplaninhalte....................................................................... 5 3.1.3. Umsetzungshinweise ................................................................................. 7 3.1.4 Anknüpfungspunkte (optional) zu den Wahlpflichtfächern / ...................... 7 Unterrichtsthemen ............................................................................................... 7 3.1.5 Beispiel eines Projektes, das in den Wahlpflichtfächern realisierbar ist...... 8 3.2 Recht................................................................................................................. 9 3.2.1 Spezifik ....................................................................................................... 9 3.2.2 Verbindliche Lehrplaninhalte..................................................................... 10 3.2.3 Umsetzungshinweise ................................................................................ 12 3.2.4 Anknüpfungspunkte (optional) zu den Wahlpflichtfächern / Unterrichtsthemen ............................................................................................. 13 3.2.5 Beispiele für die Anwendung themengebundener Methoden des rechtskundlichen Unterrichts in den Wahlpflichtfächern .................................... 13 3.3 Technik............................................................................................................ 14 3.3.1 Spezifik ..................................................................................................... 14 3.3.2 Verbindliche Lehrplaninhalte..................................................................... 15 3.3.3 Umsetzungshinweise ................................................................................ 16 3.3.4 Anknüpfungspunkte zu den Wahlpflichtfächern / Unterrichtsthemen ...... 18 3.3.5 Beispiele ................................................................................................... 18 4 W-R-T Übersicht................................................................................................... 21

1 Einführung In der bisherigen Stundentafel der Regelschule ist der Unterrichtsbereich ArbeitWirtschaft-Technik im Pflichtbereich durch die Fächer Werken (Kl. 5 und 6), Wirtschaft und Technik (Kurs I) und Wirtschaft und Recht (Kurs II) sowie durch das Wahlpflichtfach Wirtschaft-Umwelt-Europa (Kurs II) repräsentiert. Das bedeutet, dass im Kurs I der Schwerpunkt der Ausbildung der Schüler und Schülerinnen vor allem im Bereich Technik in Form praktischer Tätigkeiten in Verbindung mit ausgewählten wirtschaftlichen und rechtskundlichen Inhalten und dass im Kurs II der Schwerpunkt auf der Vermittlung wirtschaftlicher und rechtskundlicher Inhalte liegt. Praktische, von Technik geprägte Tätigkeiten sind bisher im Kurs II nur den Schülern vorbehalten, die das Wahlpflichtfach Wirtschaft-Umwelt-Europa gewählt haben. Mit der Schaffung des Kernbereiches Wirtschaft-Recht-Technik entsprechend der Anlage 2 „Rahmenstundentafel für die Regelschule“ der achten Verordnung zur Änderung der Thüringer Schulordnung vom 7. April 2004 wird gewährleistet, dass alle Regelschüler eine wirtschaftliche, technische und rechtskundliche Grundbildung erhalten. Die Grundlage für die Ausgestaltung dieses Bereiches bilden die Lehrpläne der beiden Fächer Wirtschaft und Technik (Profilfach für den Haupschulabschluss) und Wirtschaft und Recht (Pflichtfach für den Realschulabschluss). Darüber hinaus muss das im letzten Jahr von einer gemeinsamen Arbeitsgruppe der WMK, KMK, der BDA, des BDI, DIHK, ZDH und DGB vorgelegte „Eckpapier zu Empfehlungen für ein Kerncurriculum Wirtschaft“ (mit einem Zeitbudget von 200 Stunden in der Sek. I) sowie die gemeinsam vom Thüringer Justizministerium und Kultusministerium im September 2000 verfassten „Hinweise zum rechtskundlichen Unterricht an Thüringer Schulen“ berücksichtigt werden. W-R-T ist Schwerpunkt für die berufliche Orientierung und nimmt damit eine Schlüsselrolle ein.

2 Benutzerhinweise Die „Orientierung zur Gestaltung des Kernbereichs“ richtet sich in erster Linie an die Fachlehrer die ein Kernfach unterrichten. Sie erhalten hiermit einen Überblick über die Ausrichtung aller Kernfächer sowie Anregungen zu Verknüpfungsmöglichkeiten. Die Fachlehrer im Wahlpflichtbereich erhalten in einer gesonderten fachspezifischen Orientierung detaillierte „Hinweise“ zu Inhalten bzw. der Unterrichtsgestaltung.

Die Regelschule – eine Schule mit Chancen für alle - Arbeitspapiere und Materialien Teil 2, Stand: Juni 2004

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3 Fachpläne 3.1 Wirtschaft 3.1.1 Spezifik Ziel: Die Schüler erwerben Lern- und Handlungskompetenzen, die es ihnen ermöglichen, wesentlich wirtschaftlich determinierte individuelle und gesellschaftliche Situationen zu verstehen und zu beurteilen sowie umwelt- und sozialverträglich verantwortlich mitzubestimmen. Sie entwickeln ein Verständnis dafür, dass sich das Wirtschaftssystem auf die materiellen Grundlagen der gesamten Gesellschaft richtet und es in diesem Sinne zu organisieren und weiterzuentwickeln gilt. Die Schüler eignen sich grundlegende theoretische und praktische wirtschaftliche Kenntnisse und Methoden an, die zum Verstehen ökonomischer Entwicklungen, Strukturen und Prozesse notwendig sind. Sie erwerben die Fähigkeit, ökonomisch bestimmte Entscheidungssituationen, Ereignisse, Probleme und Lösungsansätze selbstständig und begründet zu beurteilen. Sie lernen die Modellbildung als zentrale Erkenntnismethode der Ökonomik verstehen und stärken und entwickeln systematisches Denken. Ökonomische Bildung unterstützt die Schüler beim Erwerb von Lern- und Handlungskompetenzen, die einen erfolgreichen Übergang von der Schule in die Berufsausbildung ermöglichen und die zur Entwicklung der Fähigkeit und Bereitschaft zum lebenslangen Lernen beitragen. Ökonomische Bildung trägt dazu bei, dass die Schüler ihren beruflichen und privaten Lebensweg aktiv und eigenverantwortlich gestalten können und ihr außerberufliches und berufliches Handeln auch im Kontext des Wirtschaftssystems beurteilen und kritisch reflektieren. Inhalte / Handlungsfelder: (Quelle: „Eckpapier zu Empfehlungen für ein Kerncurriculum Wirtschaft“, vgl. 1.) Die Auswahl und Strukturierung der Inhaltsbereiche setzt am Individuum, dessen beruflichen Lebensentwürfen, Wertvorstellungen, Interessen, Einstellungen und Erwartungen an die Arbeits- und Wirtschaftswelt an. Aus dieser Perspektive sind die für das Individuum besonders relevanten Funktionszusammenhänge und Entwicklungen in der Erwerbstätigkeit, im Unternehmen, in der Selbstständigkeit, im Wirtschaftsund Beschäftigungssystem und in den internationalen Wirtschaftsbezie-hungen als Inhaltsbereiche des Teilbereiches Wirtschaft zu bestimmen. Die nachfolgend aufgeführten Inhalte in den vier Handlungsfeldern wurden vom o. g. „Eckpapier“ vollständig übernommen und sind für 200 Stunden in der Sekundarstufe 1 ausgelegt: I. Ordnungs-/Wirtschafts- und Beschäftigungssystem soziale Marktwirtschaft im Modell und in der Realität Funktionen von Markt und Wettbewerb in der Marktwirtschaft Staatsaufgaben/wirtschaftspolitische Steuerung internationale und nationale wirtschaftlich relevante Normen öffentliche Finanzen, Steuern und Abgaben Infrastrukturleistungen Arbeitsmarkt und Beschäftigung Preisniveau, Geldpolitik, Wachstum Tarifpolitik und Arbeitsbeziehungen Gewerkschaften und Arbeitnehmerinteressen Einkommensentstehung, -verwendung, -verteilung und soziale Sicherung Die Regelschule – eine Schule mit Chancen für alle - Arbeitspapiere und Materialien Teil 2, Stand: Juni 2004

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Bedeutung von Eigenarbeit und ehrenamtlicher Arbeit das Unternehmen als regionaler Wirtschaftsfaktor und Arbeitgeber

II. Individuum und privater Haushalt Konsum und Konsumverhalten, auch von Kindern und Jugendlichen Geldanlagen, Vermögensbildung und private Vorsorge Bedeutung von Eigeninitiative und Eigenverantwortung unternehmerisches Denken und Handeln, unternehmerische Selbstständigkeit soziales Handeln, kollektive Interessen Wandel von Berufen, Erwerbsstrukturen, beruflichen Qualifikationsanforderungen und Arbeitsorientierungen Berufsorientierung, Berufswahl, berufliche Aus- und Weiterbildung, lebenslanges Lernen Bedeutung von Erwerbsarbeit und Hausarbeit sowie ehrenamtlicher Arbeit für das Individuum und die Gesellschaft III. Unternehmen Unternehmensgründung und Selbstständigkeit Ziele von Unternehmen betriebliche Funktionsbereiche Unternehmensethik Funktion von Gewinnen, Innovationen und Investitionen Unternehmen und Strukturwandel Interessenunterschiede, -gegensätze und –gemeinsamkeiten in Unternehmen Rechte und Pflichten der Mitarbeiter, Betriebsverfassung, Mitbestimmung Leistungsbewertung und Entlohnung Arbeitsbeziehungen, Arbeitsorganisation, Arbeitsbedingungen, Arbeitssicherheit betriebliche Umweltpolitik Insolvenz Auswirkungen der Globalisierung, Liberalisierung und Informatisierung auf die Unternehmen IV. Internationale Wirtschaftsbeziehungen internationale Wirtschaftsbeziehungen einschließlich Globalisierung europäische Integration: von der EWG zur EU EURO supranationale Institutionen (WTO, IWF, ILO usw.) internationale Grundsätze für Arbeit und Arbeitnehmerrechte

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3.1.2 Verbindliche Lehrplaninhalte (Quelle: Lehrplan Wirtschaft und Recht, 1999) Klassenstufe 8 Wirtschaftliches Handeln in privaten Haushalten (S. 13 – 14) Einkommen Einkommensarten (Erwerbseinkommen, Vermögens- und Unterstützungseinkommen) und ihre Verwendung Notwendigkeit des wirtschaftlichen Handelns und verantwortungsbewusstes Verbraucherverhalten Grundüberlegungen beim Kauf von Gütern und der Inanspruchnahme von Dienstleistungen Bestimmungen und Einrichtungen zum Verbraucherschutz Abhängigkeiten wirtschaftlichen Handelns Bedürfnisse und Bedarf Güter Ökonomisches Prinzip Geld und Zahlungsverkehr Entstehung, Arten und Funktion des Geldes, Kaufkraft Zahlungsverkehr Abhängigkeiten und Zusammenwirken im Wirtschaftskreislauf (S. 15 – 16) Modell des einfachen Wirtschaftskreislaufs Zusammenwirken von Unternehmen und privaten Haushalten Der Markt als Treffpunkt von Angebot und Nachfrage Marktbegriff, Marktarten Preisbildung auf dem Markt (Gleichgewichtspreis, Veränderung von Angebot und Nachfrage) Kreditinstitute im Wirtschaftskreislauf Bedeutung und Aufgaben der Kreditinstitute wichtige Bankgeschäfte (Einlagegeschäft, Kreditgeschäft und Dienstleistungsgeschäft) Klassenstufe 9 Arbeit – Arbeitmarkt – Beruf Berufliche Orientierung Bedeutung der Arbeit, Arbeitsmotive Berufswahl als persönlicher Entscheidungsprozess Berufsbilder und ihre Anforderungen Entwicklungstendenzen, Strukturwandel am Arbeitsmarkt (regional, europaweit), Mobilität Bewerbungsverfahren Arbeitsrecht Berufsausbildungsvertrag Jugendarbeitsschutzgesetz Arbeitsvertrag Sozialpartner und Tarifvertragsrecht Arbeitgeber- und Arbeitnehmervereinigungen Tarifautonomie, Tarifvertrag, Tarifkonflikt

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(S. 21 – 23)

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Die Unternehmen im Wirtschaftsgeschehen (S. 24 – 25) Vom Unternehmenskonzept zur Unternehmensgründung Gründungsmotive, persönliche und sachliche Voraussetzungen Rechtsformen von Unternehmen Einzelunternehmung, Personengesellschaft (OHG, KG), KapitalGesellschaft (GmbH, AG), Genossenschaft Beschaffung, Produktion, Absatz Das Wesen der Unternehmensbilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung Kennziffern der Bilanz, z. B. Barliquidität, Finanzierung, Eigenkapitalrentabilität Die soziale Marktwirtschaft als Wirtschaftsordnung (S. 26) Überblick über die Wirtschaftsordnungen freie Marktwirtschaft Zentralverwaltungswirtschaft soziale Marktwirtschaft Die soziale Marktwirtschaft als Wirtschaftsordnung gesellschaftliche und wirtschaftliche Ziele der sozialen Marktwirtschaft Notwendigkeit und Grenzen staatlichen Handelns in der sozialen Marktwirtschaft Klassenstufe 10 Erfassen und Darstellen gesamtwirtschaftlicher Vorgänge, Wirtschaftspolitik Modell des erweiterten Wirtschaftskreislaufs Einbeziehung von Staat und Ausland Sozialprodukt Maßnahmen der Wirtschaftspolitik Phasen des Konjunkturverlaufs Möglichkeiten des Staates zur Beeinflussung des Konjunkturverlaufs wichtige Aufgaben und Möglichkeiten der Zentralbank (Europäisches Währungsinstitut bzw. Europäische Zentralbank) der europäische Wirtschaftsraum Pflichtabgaben aus dem Arbeitnehmereinkommen Einkommensteuer Grundbegriffe des Einkommensteuerrechts Sozialversicherung Zweige, Träger, Leistungen private Vorsorge

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(S. 29 – 30)

(S. 31)

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3.1.3. Umsetzungshinweise Die unter Punkt 3.1.2 benannten Inhaltsbereiche sollten gemäß den Zielen des Ökonomieunterrichts klassenstufenspezifisch und altersangemessen berücksichtigt werden. Der Unterricht sollte kontinuierlich und systematisch aufbauend angelegt werden, damit er sich bildungswirksam realisieren lässt. Methoden des entdeckenden und forschenden Lernens fördern die Selbstständigkeit in der Analyse und Beurteilung wirtschaftlicher Zusammenhänge. Praxisbegegnungen stellen den Unterricht auf eine anschaulichere Basis, vermitteln individuelle nachhaltige Erfahrungen im Umgang mit der Arbeits-, Berufs- und Wirtschaftswelt, unterstützen frühzeitig den Klärungsprozess der Berufswegchancen und stärken die Lernmotivation. Im Unterricht des Teilbereiches Wirtschaft kommt bestimmten Unterrichtsmethoden eine fachspezifisch herausgehobene Bedeutung zu: -

Fallstudien, Projekte, Planspiele, Simulationen, Realaufträge, Schülerfirmen erfassen wirtschaftliche, soziale und politische Sachverhalte und tragen ihrer Komplexität, ihrer Wert- und Interessenbezogenheit angemessen Rechnung. Sie fördern auch selbstständiges Lernen und tragen damit zur Befähigung zu lebenslangem selbstorganisierten Lernen bei.

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Lernkooperationen, wie z. B. Betriebspraktika und Betriebserkundungen in Verbindung mit Erkundungs- oder Forschungsaufträgen, Kooperationsprojekte zwischen Schülern und Auszubildenden, Verlagerung schulischer Lerneinheiten in betriebliche Ausbildungsbereiche, aber auch Diskussionen mit Praktikern aus der Arbeits- und Wirtschaftswelt in der Schule oder gemeinsam von Schule und Betrieb organisierten Veranstaltungen ermöglichen unmittelbare Begegnungen mit der Arbeits- und Wirtschaftswelt.

3.1.4 Anknüpfungspunkte (optional) zu den Wahlpflichtfächern / Unterrichtsthemen Die im Punkt 3.1.1 unter Inhalte / Handlungsfelder aufgeführten Themen, die nicht bei den verbindlichen Lehrplaninhalten aufgeführt sind, können in den Wahlpflichtfächern als Ergänzungsthemen behandelt werden z. B. Bedeutung von Eigeninitiative und Eigenverantwortung unternehmerisches Denken und Handeln, unternehmerische Selbstständigkeit Verbraucherinsolvenz Unternehmensethik betriebliche Umweltpolitik Verhältnis von Investitionen und Subventionen im Bereich Bildung und Kultur Auswirkungen der Globalisierung, Liberalisierung und Informatisierung auf die Unternehmen supranationale Institutionen (z. B. WTO, IWF, ILO) internationale Grundsätze für Arbeit und Arbeitnehmerrechte

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3.1.5 Beispiel eines Projektes, das in den Wahlpflichtfächern realisierbar ist Projekt: Schülerunternehmen Schülerunternehmen tragen entscheidend dazu bei, Eigeninitiative und Selbstständigkeit der Schülerinnen und Schüler zu fördern und gleichzeitig in der Schule mehr Realitätsnähe zu schaffen. Schülerunternehmen sind nicht als reale Unternehmen zu verstehen sondern als schulische Projekte. Eine Gruppe von Schülerinnen und Schüler entwickelt eine Geschäftsidee, gründet ein Miniunternehmen (das kann ein Schülerbistro, Schülercomputerservice, Nachhilfeunterricht oder vieles mehr sein) und versucht, wie in der richtigen Marktwirtschaft, das Produkt gewinnbringend zu verkaufen. Schülerunternehmen sollten möglichst nicht in Konkurrenz zu anderen Unternehmen stehen sondern in Nischen tätig werden. Wichtig ist die rechtliche Absicherung und die Einhaltung dementsprechender Normen bzw. Vorgaben. Im Vordergrund eines Schülerunternehmens steht nicht der Umsatz. Ziel sollte sein, Schüler durch selbstständiges, praktisches Arbeiten erste Einblicke in die Welt der Wirtschaft zu vermitteln. Insbesondere kann ein Schüler in einem Schülerunternehmen anwendungsorientierte Arbeiten und somit eine Motivation für schulisches Lernen erhalten. Neben den praktischen Erfahrungen prägen sich auch soziale Kompetenzen aus. Literatur: „Schülerfirmen - Wenn Schüler zu Unternehmern werden“, Hrsg. Landesarbeitsgemeinschaft SCHULEWIRTSCHAFT Thüringen; Download: www.schulewirtschaft-thueringen.de

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3.2 Recht 3.2.1 Spezifik Ziel: Die weit reichenden strukturellen Wandlungen in allen Lebensbereichen, die zunehmenden internationalen Verflechtungen und ökologischen Problemlagen führen zu immer komplexeren, schwer durchschaubaren, ökonomischen und juristischen Entscheidungsprozessen mit unmittelbaren Auswirkungen auf die beruflichen und privaten Lebensperspektiven der Schüler. Deshalb gehört es zum unverzichtbaren Bestandteil einer fundierten Grundbildung, die Gesellschaft in ihrer ökonomischen und rechtlichen Ausprägung und Gestaltbarkeit zu erkennen und anhand exemplarischer Problemstellungen sachlich zu beurteilen. In diesem Zusammenhang muss der rechtskundliche Unterricht mit seinen Lernzielen und –inhalten einen wirksamen Beitrag zur geistigen Bewältigung der komplexen Realität der gesellschaftlichen Veränderungsprozesse, zur Wahrnehmung von Rechten und Pflichten in Staat und Gesellschaft, zur Vorbereitung auf die Arbeitsund Berufswelt und zur zukunftsorientierten Auseinandersetzung mit den Grundproblemen der Informations- und Wissensgesellschaft auf der Basis der Wertvorstellungen des Grundgesetzes durch die Schüler leisten. Die rechtskundliche Bildung muss den Schülern auch eine Orientierung für das tägliche Handeln in rechtlich relevanten Lebenssituationen im Privat-, Arbeits- und Wirtschaftsleben sowie im öffentlich-rechtlichen Bereich geben. Es soll Vertrauen in den Rechtsstaat geweckt und erhalten werden. Grundwerte und Grundprinzipien der Rechtsordnung sollen im Bewusstsein der Schüler verankert werden. Den Schülern soll vermittelt werden, dass die Normen und Institutionen der Rechtsordnung sinnvolle und grundsätzlich geeignete Mittel der Regelung von Interessenskonflikten sind. Schließlich soll der Schüler erkennen, dass diese Rechtsordnung Ergebnis eines demokratischen Willensprozesses ist, auf den er auch selbst Einfluss nehmen kann und soll. Die positive Bedeutung des Rechts soll erkannt werden. Erhaltung des Rechts durch Überzeugung und nicht durch Unterwerfung ist dabei das Ziel. Es ist aber auch ein Anliegen der rechtskundlichen Bildung, den Blick auf die rechtlichen Gegebenheiten in der Europäischen Union zu richten und damit Interesse und Bereitschaft für die Gestaltung eines gemeinsamen Europa zu wecken (EU-Recht). Inhalte / Handlungsfelder: Die nachfolgend aufgeführten Sachgebiete bzw. Lernbereiche für den rechtskundlichen Unterricht wurden aus o. g. „Hinweise zum rechtskundlichen Unterricht an Thüringer Schulen“ übernommen und gehen über die im Lehrplan des Faches Wirtschaft und Recht verbindlich vorgegebenen Inhalten hinaus: Grundlagen des Rechts: Gewaltenteilung, Entwicklung des Rechts, Rechtsquellen, Bedeutung, Aufgaben und Funktionen des Rechts, Rechtssubjekte und Rechtsobjekte – Recht und Lebensalter, Rechtsordnung, Rechtsnormen, Privatrecht und öffentliches Recht; Aufbau und Zuständigkeit der Gerichtsbarkeit Grundlagen des Vertragsrechts (Schuldrecht): Vertragsfreiheit, Vertragsarten, Kaufvertrag, Rechtsansprüche bei Sachmängeln, gerichtliche Durchsetzung von Ansprüchen, Zivilprozess Die Regelschule – eine Schule mit Chancen für alle - Arbeitspapiere und Materialien Teil 2, Stand: Juni 2004

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Rechtsbeziehungen in der Familie (Familienrecht): die Familie als Rechtsgemeinschaft, Verlöbnis, Eheschließung und Rechtsfolgen der Ehe, Ehescheidung, Sorge- und Unterhaltsrecht, nichteheliche Lebensgemeinschaften Grundzüge des Erbrechts: Verwandtschaftsordnungen und Erbfolge, gesetzliche und gewillkürte Erbfolge Arbeitsrecht: Freiheit der Berufswahl (Art.12 GG), Berufsausbildungsvertrag, Jugendarbeitsschutzgesetz, Arbeitsvertrag, Rechte und Pflichten des Arbeitnehmers und Arbeitgebers, Tarifverträge Eigentumsrecht (Sachenrecht): Eigentum nach BGB und GG, Eigentumsordnung, Besitz und Eigentum, Erwerb des Eigentums an beweglichen und unbeweglichen Sachen, Inhalt, Grenzen und Fortentwicklung des Eigentumsrechts Strafrecht: Funktionen des Strafrechts und Zweck der Strafe, Schuldfähigkeit und Strafmündigkeit, Voraussetzungen der Strafbarkeit einer Handlung, Folgen strafbarer Handlungen, Straftheorien, Strafprozess – Strafverfahren und wichtige Prinzipien des Strafverfahrensrechts, Besonderheiten des Jugendstrafrechts, Rechtsfolgesystem

EU-Recht: Umweltrecht, Steuerrecht 3.2.2 Verbindliche Lehrplaninhalte (Quelle: Lehrplan Wirtschaft und Recht, 1999) Klassenstufe 8 Rechtliche Beziehungen Besitz und Eigentum bewegliche und unbewegliche Sachen Gewährleistung des Eigentums positive und negative Wirkung des Eigentumsrechts Sozialpflichtigkeit des Eigentums Beschränkungen des Eigentumsrechts Funktionen des Rechts Ordnungs-, Schutz- und Friedensfunktion Recht und Lebensalter Rechtsfähigkeit Geschäftsfähigkeit Deliktsfähigkeit Strafmündigkeit wichtige Bestimmungen des Jugendschutzgesetzes

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(S. 17 – 18)

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Klassenstufe 9 Grundlagen des Vertragsrechts rechtliche Struktur einer Kaufhandlung Zustandekommen eines Kaufvertrages Pflichten aus dem Kaufvertrag Grundsatz der Vertragsfreiheit wichtige Vertragsarten, z. B. Mietvertrag Leihvertrag Werkvertrag Werkliefervertrag Kreditvertrag (Darlehen) Rechte aus Leistungsstörungen Sachmängel Lieferverzug Annahmeverzug Zahlungsverzug gerichtliche Durchsetzung von Ansprüchen Mahn- und Vollstreckungsverfahren, Überblick über Zivilprozess Einblick in das Strafrecht Abgrenzung von Öffentlichem Recht und Privatrecht unerlaubte und strafbare Handlung Deliktsfähigkeit und Strafmündigkeit Funktion des Strafrechts staatliches Strafmonopol Ordnungs- und Schutzfunktion Sinn staatlichen Strafens Voraussetzungen für die Strafbarkeit einer Handlung Tatbestandsmäßigkeit, Rechtswidrigkeit und Schuld Folgen strafbarer Handlungen Strafen, Maßnahmen und Maßregeln Besonderheiten des Jugendstrafrechts Erziehungsgedanke Maßnahmen nach dem Jugendgerichtsgesetz Klassenstufe 10 Die Familie als Rechtsgemeinschaft Eheschließung und Rechtsfolgen der Ehe eheliche Lebensgemeinschaft Namensrecht Verpflichtung zum Familienunterhalt Güterrecht Ehescheidung Voraussetzungen und Folgen Grundzüge des Erbrechts Erbfolge Verwandtschaftsordnungen und gesetzliche Erbfolge Testament Errichtung, Formvorschriften, Inhalte Die Regelschule – eine Schule mit Chancen für alle - Arbeitspapiere und Materialien Teil 2, Stand: Juni 2004

(S. 19 – 20)

(S. 27 – 28)

(S. 32)

(S. 33)

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3.2.3 Umsetzungshinweise Für den rechtskundlichen Unterricht sind insbesondere folgende Methoden geeignet: -

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die Fallstudie (auch Fallmethode genannt) zur Bearbeitung bzw. Lösung einfacher und komplexer Rechtsfälle unter Anwendung rechtlicher Arbeitstechniken, wie z. B. Subsumtions- und Zitiertechnik, Abstraktionsprinzip das Rollenspiel, z. B. zum Thema „Kaufhausdiebstahl“ oder zu einer Drogenproblematik das Planspiel (Simulationsprozess), z. B. bei der Behandlung des Themas „Zivilprozess“ (Gerichtsverhandlung) das Projekt, z. B. zum Thema „Jugendstrafrecht“ die Betriebs- und Aspekterkundung, z. B. beim Strafvollzug.

Neben einem in dieser Form regelmäßig stattfindenden rechtskundlichen Unterricht stellen insbesondere fächerübergreifende Projekttage eine gute Möglichkeit dar, den Zielen des rechtskundlichen Unterrichts gerecht zu werden. Solche Projekttage – im Block abgehalten – ermöglichen den Schülern einen vertieften und sicherlich auch beeindruckenden Einblick in das Funktionieren eines Rechtsstaats. Der Aufbau solcher Projekttage könnte sich zum Beispiel am Gang eines Strafverfahrens orientieren, zunächst mit einem Besuch bei der Polizei, dann ggf. der Staatsanwaltschaft, einem Gerichtsbesuch und schließlich in Einzelfällen in dem Besuch in einer JVA enden. Auch im Bereich des Zivilrechts ließe sich ein vergleichbarer, didaktisch sinnvoller Aufbau bewerkstelligen. Für die Schüler der Klassenstufen 8 bis 10 ist auch die Möglichkeit gegeben, entsprechend ihren Interessen und Neigungen im Rahmen des Schülerbetriebspraktikums ein ein- bis zweiwöchiges Praktikum in einem Gericht zu absolvieren (vgl. „Betriebspraktikum für Schüler der allgemeinbildenden Schulen in Thüringen“ Verwaltungsvorschrift des Thüringer Kultusministeriums vom 8. April 1997, in der jeweils gültigen Fassung). Nach wie vor sollte der Schwerpunkt bei der Einbeziehung von Juristen in den rechtskundlichen Unterricht auf dem Besuch einer Gerichtsverhandlung mit Vor- und Nachbereitung liegen. Hierbei hat es sich besonders positiv auf die Schüler ausgewirkt, wenn vor allem an der Phase der unmittelbaren Nachbereitung der an der Verhandlung beteiligte Richter oder Staatsanwalt teilnimmt. Darüber hinaus besteht jetzt verstärkt die Möglichkeit, dass Praktiker aus der Justiz zu ausgewählten Themen in den Unterricht der o. g. Fächer eingebunden werden bzw. den Unterricht übernehmen. Dies setzt aber im Vorfeld klare Absprachen zwischen beiden Seiten voraus. Der rechtskundliche Unterricht sollte deshalb so angelegt werden, dass die Lehrer im Unterricht das jeweilige theoretische Fundament legen und die Grundlagen vermitteln. Den Richtern und Staatsanwälten obliegt es dann, dieses Wissen praktisch zu untermauern, beispielhaft darzustellen und zu ergänzen. Die Aufgabe der Richter und Staatsanwälte bei der Erteilung rechtskundlichen Unterrichts besteht also weniger in der Vermittlung theoretischer Kenntnisse, sondern vielmehr darin, Zugangshemmnisse zu den Gerichten abzubauen und die Umsetzung des Rechts praktisch darzustellen, mittels Durchführung einer Verhandlung unter Darstellung der prozessualen Abläufe, Streitschlichtung und Streitbeilegung sowie unter Vertiefung und Erläuterung der bereits durch den Lehrer vermittelten theoretischen Kenntnisse. Die Regelschule – eine Schule mit Chancen für alle - Arbeitspapiere und Materialien Teil 2, Stand: Juni 2004

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Dabei ist anzumerken, dass der Unterrichtsbesuch eines Richters oder Staatsanwaltes als Ausnahmeveranstaltung für die Schüler einen höheren Neuigkeits- und Erlebniswert besitzt, der sich auch auf den didaktischen Effekt positiv auswirkt. Im Rahmen der Projektarbeitsprüfung können von den Schülern auch Themen aus dem Recht gewählt werden. Dabei kann sich zwangsläufig eine intensive Zusammenarbeit der Schüler mit Richtern und Staatsanwälten, die dann als Außenbetreuer tätig sind, entwickeln. 3.2.4

Anknüpfungspunkte (optional) zu den Wahlpflichtfächern / Unterrichtsthemen

Die im Punkt 3.2.1 unter Inhalte / Handlungsfelder aufgeführten Themen, die nicht zu den verbindlichen Lehrplaninhalten gehören, können in den Wahlpflichtfächern als Ergänzungsthemen behandelt werden, z. B. nichteheliche Lebensgemeinschaften EU-Recht Unterschied zwischen Besitz und Eigentum anhand einfacher Fallbeispiele Zusammenhang zwischen Recht und Gerechtigkeit anhand einfacher Fallbeispiele Anwenden der Begriffe Rechtsfähigkeit, Geschäftsfähigkeit, Deliktsfähigkeit und Strafmündigkeit Anwenden der wichtigsten Vertragsarten: Mietvertrag, Leihvertrag, Werkvertrag, Werkliefervertrag und Kreditvertrag (lebensnahe Beispiele) Untersuchen der Folgen von Pflichtverletzungen durch die Vertragspartner anhand geeigneter Fallbeispiele unter Einbeziehung der Gesetzestexte Anwenden spezieller Vertragsarten im öffentlichen kulturellen Leben (Urheberrecht, Tantiemen, Aufführungsrecht) Ableiten zivil- und strafrechtlicher Folgen einer Straftat anhand einfacher Fallbeispiele Unterschied von Recht und Gerechtigkeit Auswerten von Fallbeispielen, z. B. Medienberichte über Gerichtsurteile unter Einbeziehung des Strafgesetzbuches Besuch einer Gerichtsverhandlung Arbeiten mit dem Jugendgerichtsgesetz bei der Auswertung von Zeitungsberichten Expertengespräch, z. B. mit einem Familienrichter, Jugendstrafrichter, Jugendstaatsanwalt Anwenden der gesetzlichen Regelungen zur Erbfolge anhand von Fallbeispielen 3.2.5 Beispiele für die Anwendung themengebundener Methoden des rechtskundlichen Unterrichts in den Wahlpflichtfächern Planspiel:

Gerichtsverhandlung (z. B. Jugendstrafgericht, Zivilgericht, Verwaltungsgericht, Sozialgericht) Fallstudie: zur Bearbeitung bzw. Lösung von Rechtsfällen (z. B. aus dem Familienrecht, Vertragsrecht, Strafrecht, Erbrecht) unter Anwendung rechtlicher Arbeitstechniken Rollenspiel: zum Thema „Ladendiebstahl“

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3.3 Technik 3.3.1 Spezifik Der Teilbereich Technik zielt darauf ab, mehr Interesse der Schülerinnen und Schüler an Phänomenen und Entwicklungsprozessen in Natur und Technik zu wecken. Gleichzeitig sollen die Schülerinnen und Schüler in die Lage versetzt werden und bereit sein, mit diesem Wissen technische Handlungen auszuführen. Dabei erkennen die Schülerinnen und Schüler den Vorteil der zielgerichteten und systematischen Nutzung von Strategien und Methoden des technischen Problemerkennens und – lösens. Die Schülerinnen und Schüler erleben durch das eigene Entwickeln von Technik, dass es kausale Zusammenhänge und Abhängigkeiten von technischem Handeln und ökologischen Auswirkungen gibt und lernen darauf zu reagieren. Hierdurch wird es ihnen möglich, sich als selbst - und sozialverantwortliche Menschen in der Komplexität ihrer Umwelt zurechtzufinden. Gegenstand des Aneignungsprozesses im Unterricht ist das Entwickeln, Gestalten, Fertigen, Testen und Bewerten realer Lösungen technischer Aufgaben. Die Schülerinnen und Schüler reflektieren Chancen und Gefahren der Anwendung von Technik aus ihrem Lebensumfeld. Sie erfahren, dass technische Entwicklungen und Technikfolgen die Lebensbedingungen der Menschen verbessern oder beeinträchtigen können. Im Mittelpunkt steht dabei die Erörterung des Zwecks und die Bewertung technischer Sachverhalte. Die Schülerinnen und Schüler erkennen, dass im Fertigungsprozess mit Hilfe technischer Handlungen gezielte Veränderungen an technischen Gegenständen vorgenommen werden. Die inhaltlichen Bezüge ergeben sich aus: • Kernprobleme Sachebene: Strukturwissen der Technik - Systeme der Technik, Stoff, Energie, Information; Grundfunktionen technischer Systeme, Wandlung, Transport, Speicherung; Gesetzmäßigkeiten der Technik Wertungsebene: Bedingungen und Folgen der Technik – technikimmanenter, ökologischer, sozio-humaner, ökonomischer Art Methodenebene: Denk- und Handlungsweisen der Technik – Darstellen, Konzipieren und Optimieren, Herstellen und Verwenden, Bewerten • Handlungsfelder Arbeit und Produktion z.B.: Technologische Verfahren, Maschinen, Werkzeuge, Werkstoffe, Arbeitsgestaltung, Technisches Zeichnen Versorgung und Entsorgung z.B.: Energieversorgung, Energieverwendung, Wasserversorgung, Wasserentsorgung, Recycling Bauen und Wohnen z.B.: Bauwerke, Tragsysteme, Bauplanung, Einrichtungsgegenstände Transport und Verkehr z.B.: Verkehrsanlagen und -konzepte, Hebezeuge, Fahrzeuge, Güterfernverkehr, Personenfernverkehr Information und Kommunikation z.B.: Systeme zur Steuerung und Regelung, Automatisierung von Vorgängen, Nachrichtenübertragung, Datenübertragung • Themen Lebensbereiche - privat, beruflich, öffentlich Die Regelschule – eine Schule mit Chancen für alle - Arbeitspapiere und Materialien Teil 2, Stand: Juni 2004

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3.3.2 Verbindliche Lehrplaninhalte (Quelle: Thüringer Lehrplan Wirtschaft und Technik, 1999) Klassenstufe 7 Planung, Herstellung und Verwendung von einfachen Produkten Technisches Zeichnen (Skizze) Technologische Planung (einfache Produkte) Technologische Verfahren (z.B. Umformen) Handhaben von Werkzeugen (Techniken) Umgang mit Werkstoffen Arbeitsverfahren Produktoptimierung Analogiemethode Dual- und/oder Punktbewertung Experimentelle Methode, Produkttest

(S.14-15)

Berufsorientierung als immanenter Bestandteil

(S. 18)

Erkundung einfacher technischer Systeme und ihr Einfluss auf die Umwelt Projektarbeit (Themen aus den Wohnumfeld) Bewertung technischer Systeme Struktur des Handelns: Technik erkennen, erkunden

(S. 19)

Klassenstufe 8 Planung, Herstellung und Verwendung von mehrteiligen Produkten Technisches Zeichnen (Technische Zeichnung) Technologische Planung (mehrteilige Produkte) Technologische Verfahren (z.B. Verbinden) Handhaben von Werkzeugen (Techniken) Umgang mit Werkstoffen Arbeitsverfahren Gebrauchsanweisungen Variationsmethode Berufliche Selbsterkundungs- und Informationsmöglichkeiten

(S. 20-21)

(S. 24)

Erkundung und Entwicklung technischer Systeme und ihr Einfluss auf die Umwelt (S. 25) Ein- und Ausgangsgrößen eines Objektes Funktionsorgane Zusammenwirken der Teilsysteme Pflege- und Wartungsarbeiten Black-Box-Methode Entwicklungslinien eines Objektes Struktur des Handelns: Technik erkennen und entwickeln

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Klassenstufe 9/10 Entwicklung, Herstellung und Verwendung bzw. Veränderung von Produkten (S. 26-27) Stand der Technik Systemanalyse Generationstabelle Kombinationsmethode Technisches Zeichnen (CAD-Programme) Technologische Planung (komplexe Produkte) Technologische Verfahren (z.B. Trennen) Handhaben von Werkzeugen (Techniken) Umgang mit Werkstoffen Arbeitsverfahren Vom Schüler zum Auszubildenden als immanenter Bestandteil

(S. 30)

Erkundung und Entwicklung komplexer technischer Systeme bzw. Kreisläufe und ihr Einfluss auf die Umwelt (S. 31) • Analyse und Synthese komplexer Systeme • Projektarbeit Hinweis: Aus der Beschäftigung mit dem Lerngegenstand heraus werden die Schülerinnen und Schüler ebenfalls mit beruflichen Möglichkeiten des jeweiligen Technikbereiches vertraut gemacht. 3.3.3 Umsetzungshinweise Für den Technikunterricht gelten folgende Hinweise zur methodischen Umsetzung als Orientierung: Handlungserfahrungen. Sachgemäßer Umgang mit verschiedenen Werkstoffen, Werkzeugen und Maschinen. Projektorientierung. Fragen der Ökonomie, der Humanität, der Gesundheit, der Sozial- und Umweltverträglichkeit werden so mit einbezogen und bewältigbar. Problemorientiertes Arbeiten. Wege zum Problemerkennen und -lösen. Technikunterricht erfordert auch die Vermittlung und Aneignung von Strategien und Methoden, um auftretende Schwierigkeiten erfolgreich bewältigen zu können. Solche Methoden und Algorithmen ermöglichen bei gezielter Anwendung ein schnelles Erkennen des Problems und seine effektive Lösung. Der Prozess des Problemlösens verlangt, den Schritt von einem Ausgangszustand zu einem gewünschten Zielzustand, gedanklich zu vollziehen.

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Die typische Schrittfolgen für den technischen Problemlöseprozess sind: a) Problem erkennen 1. Erkennen und Aufbereiten des Problems Begriffsnetz Generationsbetrachtung Black-Box b) Problem lösen 2. Gewinnen von Lösungsideen Analogiemethode Variationsmethode Kombinationsmethode 3. Ermitteln der günstigsten Lösung Dualbewertung Punktebewertung Gestufte Bewertung 4. Gestalten der Lösung Gestaltungsregeln Gestaltungsprinzipe Modellmethode Eine Befähigung zur eigenständigen Handlungskompetenz liegt dann vor, wenn der Schüler entsprechend des Problems selbständig Methoden auswählen kann und sie wie Bausteine zu einem Handlungsplan zusammenfügt. - Methodenvielfalt. Vielfältige Wege zur Erreichung eines Ziels. Z.B.: Fertigungsaufgabe, Konstruktionsaufgabe, Experimentelle Methode, Modellmethode, Produktanalyse, Projekt.

Die Regelschule – eine Schule mit Chancen für alle - Arbeitspapiere und Materialien Teil 2, Stand: Juni 2004

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3.3.4 Anknüpfungspunkte zu den Wahlpflichtfächern / Unterrichtsthemen Die folgenden Unterrichtsthemen stellen ein Angebot für mögliche Verknüpfungen zu den Wahlpflichtfächern dar. Neben den geistig geprägten Handlungen spielen die praktischen Handlungen die gleichbedeutende Rolle im Lernprozess wobei anzustreben ist, dass die Handlungen anwendungsorientiert sein sollen. Angebote für Unterrichtsthemen, die Verknüpfungen assoziieren können: z.B.: Entwerfen und handwerkliches Fertigen eines Gebrauchsgegenstandes aus Metall, Holz oder Plast, Planen und Herstellen eines Serienproduktes, Aufbau und Funktion von Werkzeugmaschinen, Technisches Zeichnen, Arbeit mit CAD-Programmen, Planen und Herstellen von Speisen, Aufbau und Funktion von Haushaltsgeräten z.B.: Untersuchen von Bauteilen und Systemen zur Ver- und Entsorgung Entwickeln und Bauen einfacher Anlagen zur Nutzbarmachung von Energien (Wasser, Luft), Projekt: Niedrigenergiehaus z.B.: Experimentieren mit Bauwerkstoffen und Fertigen einfacher Bauteile Planen und Verwirklichen eines realen Bauvorhabens (Schulhof, Parkplatz) z.B.: Untersuchen und Reparieren, Warten und Pflegen Planen und Verwirklichen eines Bühnenbildes Planen, Bauen und Handhaben einfacher mechanischer und elektrischer Bühnentechnik Modellhaftes Lösen von technischen Problemen des Hebens und Förderns Historische Entwicklung von Transportsystemen Erfinden und Bauen von Geräten zum Fahren und Heben Krankentransportsysteme z.B.: Erproben und Vergleichen einfacher Einrichtungen zur Übermittlung von Nachrichten Planen und Bauen einfacher Steuerungs- und Regelungseinrichtungen Anwenden des Computers zur Lösung technischer Aufgabenstellungen 3.3.5 Beispiele Übersicht für ein- und mehrteilige Produkte (gedacht als Anregung für Unterrichtsbeispiele in den Wahlpflichtfächern) Projekt: Fahrradwerkstatt Die Fahrradwerkstatt ist ein mehrstündiges Projekt, das eine Vielzahl von inhaltlichen Bezügen aufzeigt und in der Klassenstufe 10 als Abschluss geeignet ist. Die Inhaltselemente sind dem Lernbereich „Der Schüler als Nutzer von Technik“ entnommen.

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Beispiele für einteilige und mehrteilige Produkte • • •

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Wechselblinker Heißer Draht Sirene

Popkorn Kuchen Snacks

Küche

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Flaschenöffner Kerzenständer Namenschilder

Metall

E-Technik / Elektronik • • • • • •

Kissenhüllen Beutel

Textil

Produkte



Papier

Recyclingpapier Glückwunschkarte

Keramik Holz • • • • • •

Vogelhäuschen Spielzeug Bilderrahmen Briefständer Gehäuse für elektronische Schaltungen CD- Ständer

Garten

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Kräuter Gemüse Pflanzen für Gestaltung des Schulgeländes Frühjahrsblüher

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Becher Vasen Schalen Räucherhäuschen

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Beispiel: Komplexes Projekt „Fahrradwerkstatt“



Umweltfreundlichkeit der Materialien



Verkehrssicherheit

Beurteilungsaspekte

Recycling

Fahrradwerkstatt

Materielltechnische Ausstattung

Stationen zur technischen Erkundung

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Aufbau und Funktion Bremse Beleuchtung Schaltung

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4 W-R-T Übersicht Kl.-st.

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WIRTSCHAFT Wirtschaftliches Handeln - Bedürfnisse - Güter - Einkommen - Ökonomische Prinzipien Privater Haushalt - Haushaltsplan - Verbraucherverhalten Unternehmen - Bedeutung - Aufgaben - Produktionsfaktoren - Überblick zu Rechtsformen Einfacher Wirtschaftskreislauf Geld - Entstehung, Funktion, Zahlungsverkehr Berufsorientierung - Berufsfindung - Berufsbilder und deren Anforderungen - Vorbereitung und Auswertung Praktikum Berufsorientierung - Bewerbungsverfahren (Ausbildungsarten, ... - je nach Abstimmung mit Deutsch) Markt - Marktformen - Marktarten - Preisbildung Überblick zu den Wirtschaftsordnungen - insbes. Soziale Marktwirtschaft - in Europa

Erweiterter Wirtschaftskreislauf 10

Einkommen und Steuern Konjunktur - Verlauf - Indikatoren - Einflussfaktoren Wirtschaftspolitik - Überblick zu den Zielen des Stabilitätsgesetzes

TECHNIK Technisches Zeichnen I - Zeichnungen lesen - Skizzieren - Zeichnungen anfertigen (2 d) Werkstoffkunde (Kl. 7/8) - Arten - Eigenschaften - Besonderheiten etc. Praktische Tätigkeiten (Kl. 7/8) - Planung - Entwicklung - Herstellung einfacher u, mehrteiliger Produkte Technologien (Kl. 8) - Fertigungsverfahren - Fertigungsprinzipien Analyse technischer Systeme (Kl. 8) - Maschinen - Stoff-, Energie- und Informationskreisläufe Technisches Zeichnen II - Design - CAD - Zeichnungen anfertigen (3 d) Praktische Tätigkeiten (Kl.9) - Planung - Entwicklung - Herstellung komplexer Produkte Analyse und Synthese komplexer technischer Systeme (Kl.9/10) - Funktionsmechanismus von Steuerungen und Regelungen - Kreisläufe und ihre Auswirkungen auf die Umwelt (Recycling) - Montage- und Bedienungsanleitungen -bedeutende Persönlichkeiten

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RECHT

Grundlagen des Rechts - Funktionen - Besitz und Eigentum - Recht und Lebensalter

Überblick zu den Rechtsgebieten Grundlagen des Vertragsrechts - Vertragsarten - Kaufhandlung - Leistungsstörungen

Arbeitsrecht - Ausbildungsvertrag - Jugendarbeitsschutzgesetz - Berufsbildungsgesetz Strafrecht - Funktionen - Voraussetzungen für die Strafbarkeit - strafbare Handlungen + Folgen - Besonderheiten des Jugendstrafrechts Familienrecht - Eheschließung/ Lebensgemeinschaft - Ehescheidung Grundzüge des Erbrechts - gesetzliche Erbfolge - Testament EU - Recht - Europäische Verfassung

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