Newsletter Nr. 7 Juli 2009

Vorwort

Liebe Paten, Freunde und Förderer von Bulungi e. V., lange hat es gedauert, bis wir es geschafft haben, wieder einen Newsletter herauszubringen. Meist sind wir einfach mit unserem üblichen „Tagesgeschäft“, das wir neben unseren normalen Vollzeitjobs betreiben, schon so gut beschäftigt, dass darüber hinaus oft nur begrenzt Zeit für weitere Aktivitäten bleibt. Inzwischen haben wir über 100 Patenschaften auf den Sektoren Schule und Ausbildung vermitteln können, die alle betreut und verwaltet werden müssen und daher auch umfangreiche Korrespondenz mit Uganda und vermehrte Absprachen untereinander im Team erfordern. Wer uns schon länger kennt, weiß, dass wir die Betreuung sehr ernst nehmen, indem wir auf Patenanliegen meist schnell reagieren und Fragen möglichst umfassend klären. Umgekehrt bemühen wir uns aber natürlich auch im Interesse der Paten, über jedes individuelle Patenkind und seine Situation so gut wie möglich Bescheid zu wissen und es bestmöglich zu unterstützen. Dazu kam, dass wir im Lauf des letzten Jahres immer wieder kleinere Projekte für einzelne Heime erfolgreich finanziert und uns um deren Realisierung gekümmert haben. Was sich in der Rubrik „Erfolge“, die es seit kurzem auf unserer Homepage gibt, so locker liest, ist jedes Mal mit viel Vorarbeit, Besprechungen im Team und Korrespondenz nach Uganda verbunden und muss natürlich auch nachbetreut werden. Nun bekommt ihr, nachdem euch viele, viele Pixum Fotos einstweilen ein wenig vertröstet haben, aber endlich den Reisebericht von der Teamreise 2009 zu lesen. Daneben haben wir Informationen übers Boarding in Uganda zusammen gestellt und berichten von einer Ausbildungspatenschaft.

Viel Spaß beim Lesen wünscht euch

euer Bulungi-Team

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Teambesuch in Uganda im April 2009 (von Kerstin Reuter) Liebe Bulungi-Paten und Leser des Bulungi-Newsletters,

einen Reisebericht über eine zweiwöchige Reise zu schreiben, die angefüllt war mit Terminen und schönen, ergreifenden, zu Herzen gehenden Ereignissen aber auch schlechten Nachrichten, ist sehr schwer. Könnte ich euch von Angesicht zu Angesicht von Gabis und meiner Reise nach Uganda im April erzählen, so würde ich wahrscheinlich ohne Schwierigkeiten zwei Stunden lang ohne Punkt und Komma reden können. Da ihr, liebe Paten, aber schon lange auf einen Reisebericht wartet, werde ich es trotzdem versuchen.

Wir starteten am 3. April und flogen am 16. April wieder zurück nach Deutschland.

03.04.2009 In Entebbe gelandet, wurden wir von einem Auto des Hotels abgeholt. Da Gabi und ich je zwei Gepäckstücke à 23 kg dabei hatten, hatte ich die Befürchtung, dass das "saloon car", welches man uns schicken wollte, nicht ausreichen würde. Doch nach zwei Stunden Autofahrt kamen wir um 23 Uhr im Hotel an. Dort klopften wir noch an die Zimmertür von Laura Vogt, die sich mit ihren Eltern und ihrem Bruder, die aus der Schweiz zu Besuch waren, ebenfalls im Hotel „Paradise on the Nile“ aufhielt. Die Begrüßung war sehr herzlich, die Familie hatte schon auf uns gewartet, weil Laura wusste, dass wir ankommen würden. Leider konnten wir am nächsten Morgen nicht zusammen frühstücken, weil Laura schon früh mit ihrer Familie zu einer Safari aufbrechen wollte.

04.04. 2009 Zum Frühstück hatten wir dann aber trotzdem einen Gast, nämlich Adonia Muwaya, den Projektleiter von Bethesda International, der uns in den zwei Wochen unseres Aufenthalts die meiste Zeit begleiten würde. Er freute sich sehr, uns wieder zu sehen. Wir besprachen nach dem Frühstück unsere Reiseplanung mit Adonia und übergaben ihm ein paar kleine Geschenke. Wir hatten unseren Aufenthalt mit dem Besuch aller Schulen, Heime und Kinder in Deutschland zwar geplant, doch wussten wir aufgrund einiger Schulwechsel der Kinder nicht, wo und in welcher Entfernung die Schulen liegen. Wir mussten daher unsere Planung gleich zu Beginn unseres Besuches mit Adonia zusammen überarbeiten und ändern.

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Nach dem Frühstück fuhren wir erst auf Motorrad-Taxis zu einer Bank, um Euros in Uganda Schillinge zu tauschen, dann ging es weiter zum Pilkington College. Die Secondary Schüler dort freuten sich sehr, uns wieder zu sehen. Erst mussten wir aber im Head Office der Schule

vorsprechen,

Besucher

um

anzumelden.

uns

Nach

als der

Anmeldung erfolgte die obligatorische Eintragung im Gästebuch der Schule. Diese Prozedur durchliefen wir bei jedem Besuch einer Schule. Anschließend setzen wir uns mit den Jugendlichen zusammen und übergaben ihnen die mitgebrachten Briefe und kleinen Geschenke. Die Freude war groß und die Briefe und Geschenke wurden herumgezeigt (s. Bild). Lediglich Eva trafen wir nicht in der Schule an, weil sie gerade Malaria hatte und in einem kleinen Hospital behandelt wurde. Nach unserem Besuch fuhren wir gleich zu einer anderen Schule, die ganz in der Nähe liegt, um Amon zu besuchen. Dort trafen wir ihn allerdings nicht an, weil er mit Freunden für ein Fußballspiel gegen eine andere Mannschaft die Schule am Samstag Nachmittag verlassen hatte. Für die Fahrt zu Amons Schule benutzten wir wieder Motorrad-Taxis. Mein Fahrer war an einer Stelle der unbefestigten Straße der Meinung, dass die Straße für unser Motorrad und einen großen LKW breit genug wäre. Er hielt deshalb nicht an, um den LKW passieren zu lassen. Prompt rutschten wir von der Straße ab in einen Straßengraben, der glücklicherweise nur einen halben Meter tiefer lag. Ich zog mir eine Prellung am Schienbein zu. Nach diesem Ereignis setzte sich mein Fahrer seinen Sturzhelm auf, was mich nicht unbedingt beruhigte.

05.04.2009 Am nächsten Tag, es war Sonntag, fuhren Gabi und ich mit dem Sammelbus zum Stadtteil Bugembe (ca. 15 Minuten). Solch ein Sammelbus ist für 14 Personen zugelassen, meistens fahren aber ca. 20 bis 24 Personen mit. Unterwegs wird angehalten, um Leute aus- oder einsteigen zu lassen. Im El Shadai Home trafen wir, als wir dort ankamen, nicht viele Kinder an, weil einige in der Kirche, einige bei Freunden und viele auch im Boarding waren. Als Stephen Wante, der Leiter des El Shadai Home, aus der Kirche zurück kam, setzten wir uns mit ihm zusammen, um Neuigkeiten auszutauschen und schon einmal

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verschiedene Kleinigkeiten anzusprechen. Einige der anwesenden Kinder sangen etwas für uns (s. Bild). Wir sollten noch zum Mittagessen bleiben, was dazu führte, dass wir wieder einmal zu spät im Called to Care Home eintrafen. Wenn man als Europäer in Uganda ist, hat man ständig das Gefühl, zu spät zu kommen, weil alles immer länger dauert, als man einplant.

Im Called to Care Home wurden wir mit großer Freude begrüßt. Rose Kivunike lud uns ebenfalls zum Mittagessen ein, welches noch lauwarm auf dem Tisch stand. Wir verteilten unsere mitgebrachten

Geschenke an die anwesenden Patenkinder. Ich

hatte meinem Patenkind Brenda drei T-Shirts mitgebracht. Sie freute sich so sehr, dass sie gleich alle drei T-Shirts übereinander zog. Auch die anderen Patenkinder freuten sich riesig, etwas von ihren Paten zu bekommen. Nachdem wir uns mit Rose und James noch etwas unterhalten hatten, fuhren wir zunächst zusammen zur St. Florence Secondary School, um dort weitere Patenkinder aus der Called to Care Family zu treffen. Als wir gerade schon wieder in´s Auto steigen wollten, um zusammen mit Mabel Wesonga, der Heimmutter des Hope Home, und den Kivunikes zur Wanyange Girls’ School zu fahren, um Margret zu besuchen, kam noch Sarah aus dem El Shadai Home angerannt. Sie hätte uns fast verpasst, weil sie sich vorher noch für uns schön machen wollte. In der Wanyange Girls’ School war Besuchsnachmittag, der einmal im Monat für die Boarding Schülerinnen und ihre Familien stattfindet. Bei diesem Besuch können die Eltern auch mit dem Lehrer sprechen und die Schülerinnen und Eltern können sich die Zensuren zeigen lassen. Solch ein Familienbesuch in einer Boarding Schule gestaltet sich wie ein Picknick, weil die Familien gekochte Speisen mitbringen und man sich auf Matten zum Essen zusammensetzt.

Bevor wir zum Hotel zurück fuhren, gingen wir noch mit Mabel in´s Hope Home, das sich ganz in der Nähe der Busstation befindet. Dort begrüßten wir Dickson, Joel und Jethro Wesonga und Jaclyn. Wie immer, wenn wir auf kleinere Kinder trafen, holten wir auch hier Luftballons aus unserem Rucksack. Die Kinder freuten sich sehr und waren sogleich von Nachbarskindern umringt.

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06.04.2009 Am Montag Morgen holten uns Stephen Wante und seine Mitarbeiterin Mary Twamulala im Hotel ab, um die Betten für Deborah´s Home zu kaufen, die wir über die

Spendenplattform

Betterplace

finanzieren

konnten.

Auf

dem

Weg

zum

Bettenhändler trafen wir einen Freund von

Stephen

Wante,

der

für

die

Wassergesellschaft arbeitet. Wir gaben ihm das Geld für die Verlegung der Wasserleitung für das Mwebaza Home. Er

sicherte

uns

Wasseranschluss

am

zu,

dass

Mwebaza

der Home

innerhalb von drei Tagen fertig gestellt werden sollte. Die Betten für Deborah´s Home beim Hersteller an der Straße (s. Bild) waren noch nicht fertig, deshalb gingen wir in der Zwischenzeit zu einem Matratzengeschäft, um dort die neuen Matratzen und Kopfkissen auszuwählen und zu bezahlen. Dann ging es zum Jinja Market, um dort Decken, Bettwäsche und Plastiksandalen zu kaufen. In einem anderen kleinen Geschäft kaufte Stephen Zahnbürsten, Zahnpasta, Kämme, Schuhcreme und einiges mehr, bis das gesamte Geld, welches wir als Spenden über Betterplace bekommen hatten, verbraucht war. Nach dem Mittagessen holten wir mit einem

LKW

die

Betten

und

übrigen

Sachen ab und fuhren zu Deborah´s Home. Dort angekommen wurden die Betten und übrigen Dinge abgeladen und an die Kinder verteilt (s. Bild). Die

bisher

vermittelten

Patenkinder

bekamen natürlich auch die Briefe und Geschenke ihrer Paten überreicht. Für zwei von ihnen war es der erste Brief ihrer Patin und Gabi schaute sich die Briefe zusammen mit den Kindern an.

07.04.2009 Am nächsten Tag wurden wir von Sarah Wakadala, Heimmutter des Charity Home, im Hotel abgeholt. Wir kauften noch einmal Betten und Zubehör, wobei wir im Matratzengeschäft aufgrund unseres vorherigen Kaufes einen günstigeren Preis bekamen. Der Transport der Betten in Sarahs Wohnung gestaltete sich nicht so einfach, weil die sperrigen Betten durch’s Treppenhaus hoch getragen werden

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mussten. Sie wurden schließlich in der Wohnung platziert, die Decken bezogen und Sarah und die Kinder probierten die Betten gleich aus (s. Bild). Auch hier war die

Freude

riesengroß.

Als

die

etwas

älteren Kinder aus der Schule nach Hause kamen, verteilten wir die mitgebrachten Geschenke. Weil wir am Nachmittag noch etwas Zeit hatten, fuhren wir noch zur Joy Dominion Secondary School, um Zaina zu besuchen. Als wir dort ankamen, sagte uns der Mann im Pförtnerhäuschen, dass heute schon geschlossen wäre und wir morgen wiederkommen sollten. Ich schaute ihn entgeistert an und sagte, dass wir aus Deutschland kämen und nicht morgen wiederkommen könnten. Da fing er an zu grinsen. Er hatte nur einen Scherz mit uns gemacht. Außer Zaina trafen wir in der Schule auch auf zwei andere Mädchen, die von Bethesda International betreut werden. Nachdem wir einige Zeit in der Schule verbracht und geredet hatten, geleiteten uns die Mädchen zurück zur Pforte. Das Mädchen, welches ich an der Hand hielt, dankte mir mit Tränen in den Augen, dass es so gute Menschen wie uns auf der Welt gibt, die anderen helfen, ohne sie zu kennen. Eines der Mädchen erzählte uns beim Abschied, dass sie Blut im Urin und Schmerzen hätte. Wir gaben ihr Geld, damit sie am nächsten Morgen zu uns in´s Hotel kommen könnte.

08.04.2009 Nach einem Frühstück, bei dem auch Adonia Muwaya anwesend war, fuhren wir mit dem Mädchen in eine kleine Klinik, um den dortigen Arzt aufzusuchen. Gabi und ich wurden

neugierig

angeschaut.

Nach

einer

kurzen

Wartezeit

und

nach

der

Untersuchung wurden Gabi und ich zum Arzt hinein gerufen. Ich war darüber sehr verwundert, da wir ja nicht zu ihrer Familie gehören. Der Arzt erklärte uns anhand einer Grafik ganz genau, dass das Mädchen eine Bakterieninfektion in der Gebärmutter hätte und dort irgendwelche Bakterien gegeneinander kämpfen würden. Mir hat der Arzt sehr gut gefallen. Das Mädchen war sehr froh, dass wir ihr geholfen hatten und sie wieder gesund werden würde. Nachdem Gabi Medikamente und den Arztbesuch bezahlt hatte (lediglich 16 Euro), verabschiedeten wir das Mädchen, drückten sie noch einmal ganz fest und fuhren dann zur Rapha Farm. Wieder einmal viel später, als wir eigentlich geplant hatten!

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Als

wir

auf

der

Rapha

Farm

ankamen, wartete man schon auf uns. Wie immer! Auch hier gingen wir erst einmal in das Büro der Direktorin, Juliet

Nantege, und

besprachen

einige Dinge. Teilweise waren die Kinder

in

der

Rapha

Community

School

gerade

dabei,

ihre

"term

exams" zu schreiben, weshalb wir manche

nicht

persönlich

treffen

konnten, sondern sie nur aus der Ferne sahen. Juliet führte uns anschließend auf der Farm herum und zeigte uns einige Veränderungen. Amerikanische Freunde hatten eine

neue

Handpumpe

für

die

Wasserstelle

installiert

und

ein

Feld

mit

Ananasfrüchten bepflanzt. Diese Früchte sollen für den eigenen Verzehr auf der Farm dienen, zum Großteil aber verkauft werden, um etwas Geld für andere wichtige Nahrungsmittel zu verdienen. Auch besichtigten wir die kleine Solaranlage, die mit Hilfe des Gymnasiums Hittfeld (bei Hamburg) auf dem Dach des Schulgebäudes installiert wurde. Durch diese Anlage wird ein Klassenraum in der Rapha Schule mit elektrischem Licht versorgt. Das Licht wurde extra für uns angeschaltet, damit wir uns von dem Funktionieren der Beleuchtung überzeugen konnten. Wie überall, wo wir hinkamen, freuten sich die Kinder auch hier, uns zu sehen und nahmen ihre Briefe und Geschenke entgegen (s. Bild). Wir machten Fotos und stellten auch hier fest, dass die Kinder uns gegenüber schon richtig vertraut sind, weil wir die Rapha School und Farm schon zum wiederholten Male besuchten. Briefe, Fotos und kleine Geschenke wurden herum gezeigt. Zwei Kinder mussten etwas getröstet werden, weil sie keinen Brief erhalten hatten. Ein besonderes Erlebnis hatte ich mit einem der Mädchen: Zaina. Ich kenne sie schon seit 2006. Bisher war sie ein sehr schüchternes und zurückhaltendes Kind, dem es schwer fiel, von Herzen zu lächeln. Stattdessen verzog sie, wenn man sie bat für ein Foto zu lächeln immer nur die Mundwinkel zu dem, was sie sich unter einem Lächeln vorstellte. Dieses Mal flog sie mir bei unserer Ankunft gleich in die Arme und ich sah sie zum ersten Mal richtig lächeln. Für mich war es, als wenn die Sonne aufginge und ich war zu Tränen gerührt. Heute ist sie mein Patenkind. Auf dem Rückweg gingen wir noch beim Victory Home vorbei, wo uns drei neue Kinder zur Vermittlung vorgestellt wurden. Anschließend gingen wir zur Hauptstraße zurück und schauten uns dort den kleinen Laden an, den Martin Okoth, der Heimvater des Mukisa Home jetzt betreibt. Man kann in dem Laden etwas Gemüse

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und diverse Dinge für den Haushalt kaufen (s. Bild). Nach und nach, je nachdem, wie viel Geld vorhanden ist, soll

das

Sortiment

noch

aufgestockt

werden. Plötzlich stand ein Motorrad neben mir. Ich sollte damit alleine zur Schule von Slivia

fahren,

benötigen

weil

würden,

wir auf

zu

ein

lange anderes

Fahrzeug für uns alle zu warten. Es dämmerte bereits. Ich ließ also Gabi und Adonia beim Laden zurück und setzte mich hinter den Fahrer. Erst, als der Fahrer bei der Schule den Helm abnahm, erkannte ich Anthony Woira, den Heimvater des Victory Home. Slivia war nicht in der Schule, wurde aber umgehend geholt. Sie freute sich sehr, mich zu sehen. Wir unterhielten uns eine Weile, ich gab ihr den Brief ihrer Patin und gab ihr Gelegenheit und ein Blatt Papier, damit sie gleich ein paar Zeilen zurück schreiben konnte. Als wir wieder bei Gabi und Adonia ankamen, dauerte es noch einige Zeit, bis ein Kleinbus in unsere Richtung kam. Es

war

mal

geworden,

wieder

bevor

wir

sehr unser

dunkel Hotel

erreichten.

09.04.2009 Am nächsten Vormittag fuhren wir zum St.

Judge

Institute, um meinen Patenjungen Abel dort zu besuchen. Er absolviert einen Catering Kurs (vergleichbar mit der Ausbildung zum Hotel- und Restaurantfachmann), der ihm sehr viel Spaß macht. Dieser Kurs dauert gut eineinhalb Jahre. Nach erfolgreichem Abschluss hat er die Möglichkeit, in einem Hotel oder Restaurant zu arbeiten. einen

großen,

reich

mit

Zuckerguss

Er hatte verzierten

Bananenkuchen für mich gebacken. Abel und sein Freund John, der ihm etwas geholfen hatte, präsentierten den Kuchen stolz (s. Bild).

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Anschließend fuhren wir zum Office von Bethesda International, wo wir zum Mittagessen eingeladen wurden. Hinterher schnitten wir meinen Kuchen an, der sehr, sehr süß war. Im Office trafen wir Adonia, die Sozialarbeiterin Merida, die erst vor kurzem zum ugandischen Team gestoßen ist, die Buchhalterin Rose, eine weitere Mitarbeiterin und Annet, die Reinigungskraft und Köchin für Bethesda zugleich ist. Nach einem „geschäftlichen“ Gespräch mit Adonia und Merida fuhren wir zur Lord’s Mead Vocational School, wo wir Emmanuel besuchten, der mich auch in seiner Schule herum führte. Seine Mitschüler schauten neugierig und drei Freunde von ihm schlossen sich uns gleich interessiert an. Er zeigte mir auch ein Gebäude mit zwei größeren Räumen mit Einzelbetten, das als Krankenstation genutzt wird (nach Mädchen und Jungen getrennt). Dort gibt es sogar eine Krankenschwester, die sich um kranke Schüler kümmert. Das hat den Vorteil, dass die Kinder nicht nach Hause geschickt werden, wenn sie krank sind, was an anderen Schulen der Regelfall ist.

Dann fuhren wir zur Jinja Girls’ School, um Susan, ein neues Mädchen, zu besuchen, das bisher nur

Sylvia

bei

ihrem

letzten

Besuch kennen gelernt hatte. Sie freute sich so sehr über unseren Besuch, umarmte.

dass Wir

sie

uns

gaben

ihr

gleich ihren

Patenbrief und unterhielten uns noch eine ganze Weile. Sie erzählte, dass sie einen ziemlich weiten Schulweg hätte, und sie deshalb gerne in´s Boarding (Internatsteil, s. Bild) der Schule gehen würde. Adonia, der uns bei unseren Besuchen immer begleitete, nickte und sagte, dass vorgesehen wäre, Susan im zweiten Term in´s Boarding zu geben, aber dass bisher nicht das Geld für die für´s Boarding nötigen „Requirements“ vorhanden gewesen wäre. Wenn die Kinder in´s Boarding einer Schule gehen, ist es vorgeschrieben, dass sie verschiedene Dinge wie eine Matratze, Decke, Bettzeug, eine Waschschüssel, eine metallene Aufgewahrungsbox und einiges mehr mitbringen. Susan freute sich sehr, als sie hörte, dass sie bald nicht mehr den täglichen langen Heimweg antreten muss, sondern auch abends noch bei elektrischem Licht lernen oder abendliche Lernhilfen besuchen kann. Zum Abschied drückten wir uns noch einmal ganz fest.

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10.04.2009 Am nächsten Tag besuchten wir Gabis Patenmädchen Rebecca und deren Freundin Joy in der Kiira High School. Gabi hatte für Rebecca ein kleines Dame/Mühle-Spiel mitgebracht. Da Rebecca diese Spiele nicht kannte, bekam sie erst einmal eine Einweisung. Joy nutzte die Zeit, sich mit uns zu unterhalten und gleich einen Brief an ihre Patin zu schreiben. Nachdem Rebecca und Joy sich umgezogen und beim Head Office der Schule abgemeldet hatten, fuhren sie mit uns auf Motorrädern zu Olivia und ihrer Familie. Nachdem sie lange Zeit auf der Rapha Farm lebte, hat ihre Mutter sie mittlerweile wieder zu sich in ihr Heimatdorf geholt. Wir trafen im „village“ nicht nur Olivia, ihre Mutter und Geschwister, sondern auch Peninah, Mama Florence (= die Mutter von Florence, einem unserer Ausbildungspatenkinder) mit Florences Baby Favour und, zu meiner Freude, die Tante von „meinem“ Abel. Olivia bekam auch gleich ihr Patengeschenk und verzog sich dann mit Papier und Stift bewaffnet in´s Haus, um einen Brief an ihre Patin zu schreiben. Derweil standen wir vor dem Haus von Mama Florence und sahen, dass einige der Kinder (auch Peninah) etwas Fettiges von einem Teller und aus Plastiktüten aßen. Sie boten uns auch etwas davon an und ich traute meinen Augen nicht, als ich erkannte,

was

dort

wurde:

fliegende

gegessen Ameisen

geröstet (s. Bild). Als die Umstehenden Gabis und mein verzogenes Gesicht sahen, lachten sie alle. Ich dachte bei mir, wenn die anderen alle noch leben, dann kann die Sache nicht schädlich sein. Ich nahm also eine Ameise und steckte sie mir in den Mund. Sie schmeckte einfach nur salzig. Gabi probierte ebenfalls. Für sie schmeckte die Ameise auch einfach nur nach Salz. Nachdem wir uns mit zahlreichen Umarmungen verabschiedet und noch ein Foto von Olivias Bruder Jackson aufgenommen hatten, um auch für ihn einen Paten zu suchen (Anm.: inzwischen hat er schon eine Patin!), fuhren wir weiter zum Haus von Dorothys Eltern (ein weiteres Patenmädchen von Gabi). Es donnerte gerade und dunkle Wolken waren am Himmel. Es fing bereits an zu regnen und zu gewittern, als wir bei Dorothy ankamen. Sie bekam ein Mikado Spiel und so nutze Gabi das Gewitter, um mit Dorothy und ihren Geschwistern Mikado zu spielen.

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Nachdem das Gewitter vorüber war, fuhren wir, d. h. Gabi, Adonia und ich, zur Familie Samanya. Es war wieder einmal ziemlich spät geworden und wir trafen wieder einmal viel später ein, als wir verabredet hatten. Es dämmerte nun bereits und deshalb machten wir erst schnell ein paar Fotos von Gloria, Mercy und Mark Samanya und der „großen“ Gloria, die die Samanyas neu bei sich aufgenommen hatten, bevor wir auch hier unsere Geschenke verteilten. Wir halfen den Kindern die Briefe zu lesen und gaben ein paar Erklärungen zum Inhalt ab. Evalyn und Dennis Samanya freuten sich sehr über unseren Besuch. Ich kenne die beiden schon seit 2006, als sie noch die Heimeltern vom Shalom Home waren. Evalyn umarmte mich ganz fest, weil sie so dankbar für unsere Unterstützung ist. Die Kinder begutachteten ihre Geschenke und fingen an, Briefe zu schreiben, während mir Evalyn das Innere des Rohbaus zeigte, in dem die Samanyas wohnen. Das Haus gehört ihnen nicht selbst, sondern sie sind dort als eine Art Aufpasser für den Eigentümer eingesetzt, zahlen aber für die Nutzung ihrer zwei Räume auch Miete. Im Haus war es sehr dunkel. Die Holzfensterläden waren geschlossen, weil die Fensterausschnitte noch keine richtigen Fenster haben. Auch der Fußboden und die Wände sind roh und unverputzt. Die Samanyas bewohnen zwei Räume in dem Rohbau, einige Matratzen liegen auf der Erde. Obwohl die Familie kaum Geld hat, boten auch sie uns ein paar Bananen an. Ich finde die Gastfreundschaft in Uganda immer beeindruckend.

11.04.2009 Am nächsten Tag besuchten wir erst eine Bekannte auf dem Jinja Market, die

dort

gebrauchte

Kleidung

verkauft, bevor wir mit dem Bus nach Wairaka fuhren, um auf dem Weg in´s Guardian Home auch im Mwebaza Home vorbei zu schauen. Wir wollten nach dem Werdegang der Wasserleitung schauen und bei dieser Gelegenheit gleich die Geschenke für die Mwebaza Kinder mitnehmen. Rose Namukose, die Heimmutter des Mwebaza Home, war leider unterwegs, um Lebensmittel zu besorgen, wie uns die Kinder sagten. Mit Deborah,

Allan und

einigen nicht mehr ganz so kleinen Kindern konnten wir uns ganz gut auf Englisch unterhalten. Deborah zeigte uns die Stelle, wo der Wasseranschluss einmal sein soll. Bisher waren aber noch keine Bauarbeiten zu erkennen. Auch hier im Mwebaza

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Home verteilten wir die Geschenke und Luftballons und machten Fotos. Einige Kinder trafen wir leider nicht an, weil sie Rose begleiteten. Wir gingen weiter zum Guardian Home, obwohl wir wussten, dass Rebecca und Peter Kimbugwe nicht da waren. Sie besuchten Freunde. Wir wollten uns am folgenden Montag mit ihnen treffen. Wir hatten aber die Hoffnung, Irene und Moses dort anzutreffen, die gerade die Klasse S4 abgeschlossen hatten, um mit ihnen über ihre weitere Ausbildung zu sprechen. Auf dem Weg zum Guardian Home fing es an zu donnern und zu regnen. Gerade, als wir im Heim ankamen, brach das Gewitter los. Es wurde ziemlich dunkel im Guardian Home, weil auch die elektrische Beleuchtung nicht wirklich hell ist. Wir trafen nur wenige Patenkinder an: Annet, den kleinen Moses und Patricia (ehemals Shalifa). Weitere Patenkinder waren zum Spielen in der Nachbarschaft und konnten wegen des Gewitters nicht geholt werden. Wir übergaben unsere Geschenke, unterhielten uns mit den Kindern und beantworteten Fragen, die sie über Deutschland und unser Leben stellten. Draußen regnete es in Strömen. Nach zwei Stunden hatte der Regen etwas nachgelassen und Gabi und ich gingen zurück zur Straße, um in´s Called to Care Home zu fahren. Wir würden ja am Montag

das

Guardian Home noch einmal besuchen. Mit den Kivunikes zusammen besuchten wir Cissy, die eine Ausbildung zur Krankenschwester absolviert, zu Hause. Sie freute sich sehr über die gebrauchte Kleidung, die Gabi von Cissys Patin mitgebracht hatte. Stolz erzählte sie uns, dass sie auch schon Spritzen setzen könnte.

12.04.2009 Als wir am Ostersonntag Morgen erwachten, regnete es. Eigentlich wollten Gabi und ich zu den Bujagali Falls (in der Nähe gelegenen Nilwasserfällen) fahren und dort einige Zeit verbringen, verwarfen den Plan dann aber aufgrund des Wetters. Als es am Vormittag endlich aufgehört hatte zu regnen, ließen wir uns zur Main Street bringen, um auf der Hauptstraße von Jinja ein wenig zu bummeln. Einige Souvenirläden

hatten

geöffnet.

Während wir uns mittags bei einer Pizza stärkten, stellten wir fest, dass es doch noch mehr „Muzungus“ (Weiße) in Jinja gibt. Am Nachmittag holte uns Rogers aus

dem

Charity

Home

ab.

Wir

verbrachten unseren Osternachmittag

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mit Sarah Wakadala und den Kindern der Familie beim Spielen auf der Wiese vor dem Haus (s. Bild vorige Seite). Jetzt bekam auch Daniel sein Patengeschenk.

13.04.2009 Da wir am Montag in´s Guardian Home fahren wollten, rief ich Rebecca über das Handy an, um zu fragen, ob sie jetzt mit Peter wieder zu Hause sei. Sie meldete sich aus einem Krankenhaus. Rebecca war ca. im dritten oder vierten Monat schwanger und

lag

jetzt

mit

Blutungen

in

diesem

Krankenhaus.

Es

war

ihre

erste

Schwangerschaft, obwohl sie bereits über 35 Jahre alt ist. Rebecca hat ihr Kind leider verloren. Wir mussten also neu für den Tag planen und fuhren dann am Nachmittag mit Mabel Wesonga zur Schule von Joshua (s. Bild), um ihn dort zu besuchen. Die Schule liegt sehr schön an einem Hang mit Blick auf den Victoria See. Wir sprachen, wie immer, erst mit dem Direktor und einigen Lehrern, die uns Dinge über Deutschland fragten. Dann übergaben wir das Patengeschenk an Joshua und setzten uns etwas vom Gebäude entfernt zusammen. Joshua las gleich erst einmal den Brief seiner Patin. Danach stellte er uns Fragen Deutschland betreffend. Die Kinder interessiert z. B. immer sehr, welches Obst, Gemüse oder andere Dinge bei uns wachsen. Er hat sich sehr über unseren Besuch gefreut.

14.04.2009 Am Dienstag Vormittag waren wir mit Stephen Wante, seiner Mitarbeiterin Mary und unserer Laura, deren Familie inzwischen wieder abgereist war, im El Shadai Home zu einem Arbeitsgespräch verabredet. Es gab auch wieder ein leckeres Mittagessen. Es ist immer erstaunlich, wie viele verschiedene Speisen die Ugander auf nur zwei Holzkohleöfen zubereiten. Es gab z. B. Kartoffeln, die in Uganda „Irish Potatoes“ (im Gegensatz zu Süßkartoffeln) heißen, Matoke (Kochbananen), Erdnusssoße und Weißkrautgemüse. Alles sehr lecker! Später gingen wir mit Laura zur Good Heart Secondary School, die zu Fuß zu erreichen war. Dort wollten wir eigentlich Elijah und Raymond aus dem Guardian Home treffen. Es kamen uns viele Schulkinder in ihren Uniformen entgegen. Wir hörten dann in der Schule, dass Raymond und Elijah nicht im Boarding wären (Rebecca erklärte später, dass die beiden Jungen erst im zweiten Terms in´s

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Boarding gehen sollten, weil Rebecca für den ersten Term noch kein Geld für die Requirements gehabt hätte). Raymond und Elijah hatten kurz vor uns die Schule verlassen, um zum Guardian Home zurück zu kehren. Also gingen wir auch wir zurück. Statt aber mit dem Bus ganz zum Hotel zurück zu fahren, gingen wir mit Laura noch zu den Wesongas ins Hope Home, die Laura bis dahin noch nicht kennen gelernt hatte.

15.04.2009 Am Mittwoch, dem vorletzten Tag vor unserer Rückreise, waren wir erst mit Adonia im Bethesda Office verabredet (s. Bild), um noch einige Dinge zu besprechen. Dort gab es dann auch wieder

einmal

ein

schmackhaftes

Mittagessen. Nach dem Essen fuhren wir zusammen mit Adonia und Irene aus dem Guardian Home, die sich im Bethesda Office eingefunden hatte, nach Bugembe, um dann noch einmal zur Good Heart Secondary School zu gehen. Erst einmal mussten wir wieder beim Direktor der Schule vorsprechen. Wir erklärten dann immer, wer wir sind und warum wir in Uganda sind. Als ich dem Direktor und zwei Lehrern, die sich auch im Raum befanden, erzählte, dass unser Vereinsname „Bulungi“ sei, schaute er erst verblüfft und fing dann an zu lachen. Er fragte uns, ob wir wüssten, was das Wort bedeutet und ich sagte ihm, „Bulungi“ würde „Gut“ bedeuten und dass das der richtige Name für unseren Verein wäre. Kurz bevor wir uns von ihm verabschiedeten, erzählte ich ihm noch, dass wir Raymond und Elijah sehen möchten, um ihnen Geschenke von ihren Paten zu überreichen. Er fragte: “Und wo ist mein Geschenk?“. Ich öffnete meinen Rucksack und drückte ihm eine Packung Filzstifte in die Hand. Darüber war er sichtlich erfreut und wir verabschiedeten uns herzlich. Er rief uns noch hinterher, dass er auch einen Sponsor suchen würde. Ich grinste nur. Als Raymond und Elijah uns sahen, freuten sie sich sehr. Sie berichteten uns, dass sie gerne in´s Boarding gehen würden. Sie öffneten ihre Patenbriefe und freuten sich sehr, etwas von ihren Paten aus Deutschland und Österreich zu hören. Wir verließen die Schule und gingen zusammen zum Haus der Schwestern Brenda und Florence (s. Bild nächste Seite). Brenda ist bereits 24 Jahre alt. Dank ihrer Patin kann sie ab Herbst wieder die Schule besuchen, um ihren Secondary

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Schulabschluss nachzuholen. Sie musste wegen einer Schwangerschaft die Schule abbrechen. Ihr 5-jähriger Sohn war auch anwesend. Brenda

Wir und

unterhielten Florence

uns

über

mit ihre

Zukunftspläne. Florence hat ebenfalls eine Patin und ist seit

einem

Jahr

in

unserem

Ausbildungsprogramm. Sie absolviert in diesem Rahmen gerade einen Schneiderkurs, in dem sie nicht nur Nähen, sondern auch das Entwerfen von Kleidung erlernt. Kurz bevor wir in den Bus zurück zum Hotel stiegen, traf noch der „große“ Moses aus dem Guardian Home ein und Gabi konnte sich noch mit ihm über seine weiteren Ausbildungswünsche unterhalten. Welche Ausbildung die Jugendlichen beginnen können, hängt nicht alleine von ihren Wünschen ab, sondern von ihren Noten im Schulabschlusszeugnis. Wenn ein Mädchen z.B. Krankenschwester werden möchte, dann kann sie diesen Beruf nicht erlernen, wenn ihre Biologienote zu schlecht ist.

So ging unser letzter „Arbeitstag“ in Uganda zu Ende.

An einem anderen Abend im Hotel meinte Gabi, sie wolle sich einmal etwas gönnen. Sie bestellte ein Schokoladeneis mit Nüssen und einer Waffel. Es dauerte eine ganze Zeit, bis das Eis serviert wurde. Als es auf dem Tisch stand, schaute ich es erstaunt an, bis ich erkannte, was es war. Gabi hatte ein Frucht-Buttermilch-Eis mit roten Zwiebelringen und einem Salzkräcker obendrauf bekommen. Ich fing laut an zu lachen,

mir

kamen

die

Tränen

und

ich

konnte

mich

kaum

beruhigen.

Gabi meinte, „was willst du eigentlich? Das sind doch auch drei Teile! Das ist Uganda!“

16.04.2009 An unserem letzten Tag in Jinja besuchten uns Stephen Wante und Mary, seine Mitarbeiterin, im Hotel, überreichen.

Anschließend

um uns noch Zeugnisse und Briefe der Kinder zu kamen

dann

Adonia

und

Brenda,

um

uns

zu

verabschieden und um Gabi und mir noch ein ugandisches T-Shirt zu schenken. Mittags wurden wir dann zum Flughafen Entebbe gebracht.

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Alles in allem war es für mich wieder eine sehr schöne, erlebnisreiche und beeindruckende Reise und ich bin sehr dankbar dafür, dass ich die Möglichkeit habe, das ugandische Leben hautnah zu sehen und mitzuerleben - wenn auch leider immer nur für eine kurze Zeit.

Die Teammitglieder von Bulungi e.V. finanzieren diese Reisen nach Uganda aus eigener Tasche. Aus diesem Grund bin ich auch froh, dass wir bisher schon so oft vor Ort waren, um aus eigener Erfahrung berichten zu können. Wir wissen, dass die Ugander nicht mal eben in einen Nebenraum gehen können, um E-mails abzurufen, sondern in ein Internetcafé gehen müssen, was wiederum mit Kosten verbunden ist. Wenn

unsere

Kontaktpersonen

Adonia,

Merida,

Stephen

oder

Mary

unsere

Patenkinder aufsuchen wollen, dann müssen manchmal sogar längere Wege zurückgelegt werden. Meistens sind öffentliche Verkehrsmittel erforderlich, die auch wiederum Kosten verursachen. Das Einsammeln der Schulzeugnisse und Briefe ist ebenfalls mit einem größeren zeitlichen Aufwand verbunden. Dank unserer Besuche in Uganda erfahren wir durch herzliche Begegnungen und Gespräche auch, wie dankbar die Ugander für unsere konstante Unterstützung sind, die sie schon seit mehreren Jahren erfahren. An den Kindern sehen wir, wie ihr Selbstbewusstsein wächst, seitdem wir sie kennen. Und sie haben keine Scheu mehr, uns anzusprechen und Löcher in den Bauch zu fragen über Deutschland. Das größte Geschenk ist aber, wenn wir ein Kind nach Jahren endlich einmal offen lächeln sehen, wie es bei Zaina der Fall war.

Ich hoffe mein Reisebericht hat euch gefallen, obwohl er ziemlich lang ausgefallen ist. Es ist einfach unmöglich, 14 Tage Uganda-Aufenthalt bringen.

Eure Kerstin Reuter vom Bulungi Team

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in nur zwei Seiten unter zu

Internatsbesuch in Uganda – “Boarding” (von Gabi Meenzen) In Uganda gibt es Tagesschulen (Day-Schools) und Internate (Boarding Schools). Viele der normalen Tagesschulen haben aber gleichzeitig auch einen Internatstrakt dabei, für weiter entfernt lebende Schüler oder Schüler der Abschlussklassen. In den Tagesschulen sind die Kinder von morgens 7:00 Uhr bis nachmittags 17:00 Uhr. Dazu kommt dann noch der Heimweg von bis zu einer Stunde. Danach haben die Kinder noch diverse Hausarbeiten in den Familien zu erledigen und erst dann ist Zeit für Hausaufgaben und Lernen. Bedenkt man allerdings, dass es in Uganda gegen 19 Uhr dunkel wird und nicht alle Heime ständig Elektrizität zur Verfügung haben, ist es schon schwer für die Kinder noch zu lernen. Da verwundert es auch nicht, dass die Noten nicht immer so gut sind, wie wir sie in Deutschland unter unseren Bedingungen erwarten würden. Deshalb gibt es auch noch Boarding Schools. In den Klassen P7 (Abschlussklasse der Grundschulen)

und

S4

(Abschlusskasse

der

Secondary

School



Level

Realschulabschluss) legen die Schulen großen Wert darauf, dass die Schüler alle im Boarding sind. Boarding bedeutet, die Schüler wohnen in der Schule und gehen nur in den Ferien oder an besonderen Feiertagen zurück zu ihren Familien / Heimen. Das Boarding hat den Vorteil, dass die langen Schulwege entfallen und die Kinder keine Hausarbeiten (außer die eigene Wäsche waschen oder das eigene Geschirr spülen) zu erledigen haben. Sie können sich also ganz auf den Unterricht, die Hausaufgaben und das Lernen allgemein konzentrieren. Auch haben die Schulen in der Regel abends noch Strom, so dass die Kinder in ihren Sälen lesen und arbeiten können. Gerade bei den Secondary Schülern versuchen die Heimeltern die Kinder schon ab Klasse S1 ins Boarding zu bekommen, um ihnen so bessere Bedingungen zum Lernen zu ermöglichen.

Um in den Genuss des Boardings zu kommen, sind aber einige Voraussetzungen zu erfüllen. Die Schule ist lediglich verpflichtet ein Bett und Verpflegung zur Verfügung zu stellen. Bei dem Bett handelt es sich um ein typisches, dreistöckiges Metallbett. Die Heimeltern müssen dann für eine Matratze, Bettzeug (Laken, Decke, Kopfkissen), Kosmetikartikel (wie Handtücher, Toilettenpapier, Seife) und einiges mehr sorgen. Erst wenn die Schüler alle diese Artikel zur Verfügung haben, können sie ins Boarding aufgenommen werden. Diese einmalig anfallenden sogenannten „Requirements“ kosten insgesamt ca. 40,00-50,00 €. Diese Kosten kommen zusätzlich zu den Schulgebühren auf die Kinder bzw. Heimeltern zu und sind auch nicht in unseren Patenschaftsgebühren

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enthalten. Meist müssen die Heimeltern diese Kosten selbst tragen oder versuchen von Verwandten der Kinder etwas Geld dafür einzutreiben. Oft reicht in den ersten Terms des Schuljahres das Geld dafür noch nicht aus, so dass viele Kinder erst „auf den letzten Drücker“ im dritten Term, in dem die entscheidenden Prüfungen stattfinden, ins Boarding gehen können. Ihnen fehlt dann leider viel wichtige Vorbereitungszeit aus den vorigen beiden Trimestern.

Natürlich erhöhen sich auch die Schulgebühren im Boarding im Vergleich zu den Tagesschulen, da Verpflegungskosten mit hinzukommen.

Einen darf

Boarding-Bereich man

unseren

nicht

mit

Internaten

vergleichen. Die Schüler schlafen in Sälen mit bis zu 100 Betten, getrennt nach

Jungen

und

Mädchen. Das

Bild

solchen

zeigt

einen

typischen

Schlafsaal, in dem von der Internatsatmos-phäre, die man in Deutschland aus Büchern und Filmen kennt, wenig zu spüren ist, da es keinerlei Privatsphäre gibt. Den Schülern stehen nur ihre Betten sowie eine Metallkiste, die meistens auch noch mit im Bett aufbewahrt wird, zur Verfügung. Diese Kiste ist die einzige Möglichkeit, ein paar persönliche Sachen und Schulmaterial aufzubewahren. Die Säle werden während der Nacht verschlossen. Das dient dem Schutz der Kinder, damit dort niemand einbrechen kann. Es gibt manchmal Notausgänge für die Kinder, damit diese im Falle eines Feuers aus dem Gebäude gelangen können. Erst im letzten Jahr kam bei solch einem Schlafsaalfeuer die kleine Tochter der Familie Wesonga tragisch ums Leben. Vor wenigen Wochen brannte der Schlafsaal der Schule zweier größerer Jungs aus dem El Shadai Home ab und mit ihm all ihre Habe, vor allem auch die Schulbücher, die sie benötigen, um sich auf die Prüfungen vorzubereiten. Die Jungen waren am Boden zerstört, vor allem, da wegen Geldknappheit keine neue Ausrüstung in Sicht war und sich die Prüfungen in großen Schritten nähern.

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Trotz dieser beengten Bedingungen sind die Kinder ausnahmslos froh in der Schule wohnen zu können, um damit bessere Chancen für ihre Examen zu haben.

Boarding FAQ für Paten (von Susanne Danielzig) Ab wann sollte ein Kind sinnvollerweise das Boarding besuchen? Meist wird es vor allem im den Abschlussklassen P7, S4 und S6 empfohlen bzw. zum Teil von den Schulen vorausgesetzt. Ab Klasse S1 ist durchgängiges Boarding empfehlenswert. Vor Klasse P7 fördern wir den Boarding Besuch nicht, da wir ihn in diesem jungen Alter und ohne sichtbaren Bedarf für Prüfungsvorbereitungen nicht für notwendig erachten.

Welche Kosten verursacht das Boarding? Neben den Requirements in Höhe von ca. 40,00-50,00 € fallen je nach Schule pro Term Schulgebühren von ca. 50-100 € an. Mit den Partnervereinen haben wir abgesprochen, dass wir pro Kind nur einen Maximalbetrag fördern. Sollten Heimeltern Kinder unbedingt auf noch teurere Schulen

schicken

wollen,

müssen

sie

die

Kosten,

die

über

unsere

Höchstförderungsgrenze hinausgehen, selbst aufbringen. Aus unserer Sicht ist es jedoch nicht nötig, Kinder auf übermäßig teure Schulen zu schicken, da es auch für weniger Geld schon qualitativ gute Schulen mit entsprechend gutem Bildungsangebot gibt.

Wie kann man als Pate den Besuch einer Boarding Schule unterstützen? Eine große Hilfe wäre es den Heimeltern, wenn die Paten gegen Ende von Klasse P6 mit einer Sonderspende dazu beitragen könnten, dass die benötigten Kosten für die Requirements zusammen kommen. Aus Sicht von Bulungi e, V. wäre es schön, wenn Paten schon ab dem Beginn der Klasse P7 den Patenschaftsbeitrag auf min. 18,00 € erhöhen könnten. Soviel kostet sonst normalerweise erst eine Secondary School Patenschaft. 3,00 € pro Monat sind für viele Paten sicher entbehrlich und uns ermöglicht zur Zeit schon dieses kleine Extra aufgrund der Altersstruktur der Patenkinder, die P7 Schüler ins Boarding zu schicken. Ab Klasse S1 sollte nach Möglichkeit der empfohlene Beitrag von 18,00 € pro Monat bezahlt werden. Für die neueren Patenschaften gilt dies schon regulär.

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Catering Course - Beispiel für eine Ausbildungspatenschaft (von Kerstin Reuter) Abel ist 21 Jahre alt. Er ist seit 2003 mein Briefpatenkind, seit 2004/2005 mein „richtiges“ d. h. finanziell unterstütztes Patenkind und gehörte zu den ersten Patenkindern unserer privaten Patenschaftsorganisation „Bethesda Schoolkids“. Abel war immer ein durchschnittlicher Schüler. Aus diesem Grund beendete er seine schulische Ausbildung nach Klasse S4 (ähnlich einem Realschulabschluss). Die Schule

für

Schulabgänger

endet

im

Dezember.

Die

Ergebnisse

ihrer

Abschlussprüfungen erhalten sie im März des folgenden Jahres. Erst an Hand dieser Ergebnisse

können

die

Jugendlichen

sich

tatsächlich

für

eine

weitere

Berufsausbildung entscheiden. Abel war meine Meinung zu seiner Ausbildung immer sehr wichtig. Er schrieb immer: „Mummy, was soll ich werden? Sag’ mir, was ich für eine Ausbildung machen soll und ich mache sie.“ Aus der Ferne ist das nicht immer leicht zu entscheiden, deshalb sprach ich schon beim letzten Besuch 2008 intensiv mit Adonia Muwaya, dem Projektleiter von Bethesda International und Abel zusammen über Abels Pläne. Abel wollte gerne eine Ausbildung im Bereich „Agriculture“, d. h. Landwirtschaft anfangen, da seine Interessen in diese Richtung gehen und seine Prüfungsergebnisse in diesem Schulfach recht gut sind. Doch es gibt bisher in Uganda keine schulische Ausbildung hierfür. Zwischenzeitlich überlegte er auch Polizist zu werden. In diesen Beruf kommt man in Uganda nur über Beziehungen und Bestechung ist von Anfang an bekanntermaßen an der Tagesordnung – auch schon um überhaupt einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Der Polizeiberuf schien mir für mein etwas schüchternes und zurückhaltendes Patenkind, das bis dahin wenig Eigeninitiative an den Tag legte, nicht das Geeignete. An einem Beispiel wollte ich ihm das klar machen und sagte daher: „Was machst Du denn, wenn Dir ein Krimineller begegnet und Dich bedroht? Da erschrickst Du sicher und läufst weg!“ Abel musste darüber sehr lachen, sah aber ein, dass ich wahrscheinlich recht behalten würde. Letztendlich, sozusagen „auf den letzten Drücker“

entschied er sich, auch auf

Anraten und Beraten von Adonia für einen Catering Kurs im St. Judge Training Center in Jinja. Der Kurs begann im September/Oktober 2008. Diese Art Ausbildung ist vergleichbar mit der eines Hotel- und Restaurantfachmannes, beinhaltet jedoch auch den Einsatz im Küchenbereich, wie z. B. die Zubereitung von Speisen. Mit einem abgeschlossenen Catering Kurs hat Abel gute Chancen in einem Hotel oder Restaurant zu arbeiten.

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Als Gabi und ich im April 2009 in Uganda waren, besuchten wir Abel in seinem Kurs im St. Judge Center. Er hatte für mich, wie schon im Reisebericht erwähnt, einen Bananenkuchen mit gaaaanz viel Zuckerguss und Zuckerrosen gebacken. Vorher musste ich ihm allerdings Geld für die Zutaten geben, denn die musste er selber für diesen Kuchen besorgen und bezahlen. Er und John, sein Freund, hatten uns in unserem Hotel besucht. Beide überlegten gemeinsam, wie viel die Zutaten kosten würden. Auch diese Kalkulation von Einkäufen gehört zu ihrer Ausbildung. Abel gefällt der Kurs sehr gut. Er muss allerdings noch lernen, selbstbewusster zu werden und mehr aus sich heraus zu gehen, denn diese Eigenschaften wird er in einem Hotel oder Restaurant benötigen. Die Direktorin des St. Judge Center ist eine sehr resolute Frau, die diese Schwäche von Abel erkannt hat und ihn immer wieder auffordert, z.B. lauter und deutlicher zu sprechen. Auch John, Abels Freund, gefällt der Catering Kurs sehr gut. Bulungi e.V. sucht für ihn noch für den Rest des Kurses (bis ca. Juni/Juli 2010) einen Ausbildungspaten, der ihn bei der Finanzierung der Kursgebühren unterstützt, die er bisher versucht hat, selber zu finanzieren. Ob sein erarbeitetes Geld und Ersparnisse allerdings bis zum Ende des Kurses ausreichen, damit er einen Abschluss bekommt, ist nicht gesichert. Der Catering Kurs kostet 240 Euro pro Term (1 Term = 4 Monate). Dieser Betrag beinhaltet die Kursgebühren

und zusätzlichen Kosten (Zutaten für den Koch-

/Backunterricht u.ä.), die während der Ausbildung anfallen. Ich habe in meinem Bekanntenkreis jemanden gefunden, der sich diese Ausbildungspatenschaft für Abel mit mir teilt. Die Ausbildungspatenschaft für John kostet 40 Euro/Monat und deckt damit ca. 60% seiner Kosten. Möglich wären ebenfalls mehrere Paten für John, die sich die 40 Euro oder auch die gesamten Kursgebühren teilen.

Auch für drei weitere Auszubildende suchen wir zur Zeit noch Paten: Irene (Kindergärtnerin) Paul (Sozialarbeiter oder Hotelmanager) Rogers (Grafikdesigner) Mehr Infos dazu gibt es auf unserer Homepage unter: Patenschaften  Auszubildende

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News – Aktuelles – Informatives Nachwuchs Mary Nalubowa, ein Ex-Ausbildungspatenkind, die ihre Ausbildung leider aufgrund ihrer Schwangerschaft abbrechen musste, hat vor ca. vier Monaten ein gesundes Mädchen zur Welt gebracht. Sie hat vor, ihre Ausbildung später wieder aufzunehmen.

Amazon – Einkaufen und Helfen Bisher haben wir immer nur zum Kaufen aufgefordert, heute wollen wir auch mal eine Rückmeldung über den Erfolg geben. Dank des Amazon-Buttons auf unserer Homepage haben wir im letzten Kalenderjahr Einnahmen von 238,25 € verzeichnen können. Diese deckten unsere

Verwaltungskosten

(417,90

€)

zu

knapp

60%.

Die

restlichen

Verwaltungskosten konnten wir durch DVD Verkäufe abdecken. Auch in diesem Jahr haben wir durch Amazon bereits wieder 191,19 € eingenommen. Aufgrund

der

gestiegenen

Patenschaftszahlen

und

damit

auch

höherer

Verwaltungskosten, hoffen wir, dass bis Jahresende noch einiges mehr zusammen kommt und zählen wie immer auf eure Unterstützung!

Betterplace macht seinem Namen Ehre Dank der Internet-Spendenplattform Betterplace (www.betterplace.de), auf der Hilfsprojekte aller Art vorgestellt, transparent dargestellt und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden können, konnten wir mittlerweile schon sieben kleine Projekte für verschiedene Heime finanzieren und somit das Leben vieler Kinder ein klein wenig besser machen. Sehr dabei geholfen haben uns eine ganze Reihe Paten, die fleißig auf Betterplace gespendet haben. Webale!!

Spenden zu besonderen Anlässen Beim „offenen Garten“ ihrer Mitbewohner nahm Bulungi-Teammitglied Sylvia Alpers durch den Verkauf von Kaffee und Kuchen sowie selbst gewebter Seidenschals insgesamt 270,00 € ein, die sie einem Jugendlichen für seine Ausbildung zur Verfügung stellen will.

Die Patentante von Teammitglied Laura Vogt hat bei ihrer Geburtstagsfeier statt um Geschenke um Spenden für Bulungi e. V. gebeten. Es kam die stolze Summe von

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2000 Schweizer Franken (ca. 1320,00 €) zusammen, die nun in sinnvolle kleine Projekte investiert werden sollen.

Ideen und Anregungen Falls ihr, liebe Paten, Ideen und Anregungen für weitere Spendenaktionen habt, berichtet uns bitte davon. Der Bedarf in Uganda ist da! Vor allem für die medizinische Versorgung, für die Unterstützung noch unbepateter Kinder und für Notfälle sind wir bisher noch nicht ausreichend gerüstet und für jede Hilfe dankbar.

Gemeinsam geht alles besser Unter diesem Motto sucht Hanna Specht aus München, die im Jahr 2006/07 selbst einige Monate im El-Shadai Home als Volontärin verbracht hat, noch drei Teilpaten, die bereit sind, vier Jahre lang 10,00 € im Monat zu bezahlen, um damit einer jungen Uganderin, Mwajuma Precious Nandese, ihr Studium zu finanzieren. Für

einen

einzelnen

Paten

sind

die

zum

Teil

erschreckend hohen Kosten eines Studiums (Unterricht, Materialien, Kopiergeld, Unterkunft und Verpflegung) kaum zu bewältigen, daher funktioniert hier nur das Prinzip einer Gruppenpatenschaft, bei der sich mehrere Paten die Kosten teilen. Eine Studentin, Agnes Naigaga, konnte durch eine solche Gruppenpatenschaft schon durch zwei Studienjahre begleitet werden und macht im nächsten Jahr ihren Abschluss. Weitere Informationen zum Ablauf der Gruppenpatenschaft gibt es bei Hanna Specht, die diese Art Patenschaften komplett selbst organisiert und lediglich die Beiträge über Bulungi e. V. laufen lässt. Den Kontakt stellen wir gerne her.

Neue Bethesda und Called to Care Patenkinder Seit Ende Juni vermitteln wir – wie der ein oder andere unter euch auf unserer Homepage schon festgestellt haben dürfte - nun auch einige bedürftige Kinder als Patenkinder, die nicht in einem der Heime, sondern bei ihren Eltern oder anderen Verwandten leben, jedoch von Bethesda International bzw. in manchen Fällen von der Familie Kivunike (Called to Care Home) mit betreut werden. All diese Kinder wurden Gabi und Kerstin bei ihrem Aufenthalt im April auch persönlich vorgestellt. Meist stammen sie aus kinderreichen Familien. Daher sind ihre Eltern nicht in der Lage, Schulgebühren für alle ihre Sprösslinge aufzubringen.

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