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Zeitschrift für Sportpsychologie, 15 (4), 134Ð140 ” Hogrefe Verlag, Göttingen 2008 Nachrichten aus der asp Mitglieder Neue Mitglieder Lena Kluge (Mün...
Author: Kirsten Beyer
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Zeitschrift für Sportpsychologie, 15 (4), 134Ð140 ” Hogrefe Verlag, Göttingen 2008

Nachrichten aus der asp Mitglieder Neue Mitglieder Lena Kluge (München) Inga Wolframm (Erkerode)

Im Rahmen der Tagung werden der Studien- sowie der Karl-Feige-Preis für die beste Promotion verliehen. Zudem wird wieder der Posterpreis des Veranstalters für die beste Posterpräsentation vergeben. Im Vorfeld der Jahrestagung findet der 13. asp Nachwuchsworkshop statt (19.Ð21. 05. 2009).

Stefan Kindermann (Wettenberg)

Hauptvorträge Als Hauptvortragende haben bereits zugesagt:

Glückwünsche

Prof. Dr. Adrian Taylor, University of Exeter, UK „The role of physical activity in multiple health behaviour change: From theory and evidence to practice“

Im vierten Quartal des Jahres 2008 feiert PD. Dr. Jörg Knobloch seinen 70. Geburtstag. Die asp gratuliert von ganzem Herzen und wünscht dem Jubilar alles Gute und weiterhin viel Schaffenskraft!

Prof. Dr. Astrid Schütz, Technische Universität Chemnitz „Positives Denken“

Ankündigungen

Deadline für Abstracteinreichung: 28. Februar 2009; Download der Formatvorlage unter www.asp2009.de

Menschen in Bewegung Ð Sportpsychologie zwischen Tradition und Zukunft 41. Jahrestagung der asp vom 21. bis 23. Mai 2009 in Leipzig Die Tagung in Leipzig wird 2009 vor dem Hintergrund verschiedener Festlichkeiten stattfinden. Dazu gehört das 600-jährige Jubiläum der Universität Leipzig, der 130. Jahrestag der Gründung des ersten psychologischen Instituts durch W. Wundt in Leipzig sowie der 40. Jahrestag der Gründung der Arbeitsgemeinschaft für Sportpsychologie. Die Tagung soll in diesem Zusammenhang sowohl etablierte Forschungsfelder aufgreifen als auch zukünftige Richtungen der Sportpsychologie aufzeigen. Wissenschaftliches Programm Das wissenschaftliche Programm besteht aus Hauptvorträgen, Vorträgen in Arbeitskreisen, Symposien, Podiumsdiskussionen und Postersessions. Teilnehmer/innen können Arbeitskreise, Einzelbeiträge sowie Poster anmelden. Eingereichte Abstracts werden durch ein Gutachtergremium gereviewed. DOI: 10.1026/1612-5010.15.4.134

Prof. Dr. Henning Plessner, Universität Leipzig „Die Bewertung sportlicher Leistungen aus sozialkognitiver Perspektive“

Weitere Informationen: Im Internet unter www.asp2009.de; ermäßigte Tagungsgebühr bei Anmeldung bis zum 31. 12. 2008 Tagungsleitung: Prof. Dr. D. Alfermann Tagungssekretariat: Frau Petra Raabe Universität Leipzig Sportwissenschaftliche Fakultät Institut für Sportpsychologie und Sportpädagogik Jahnallee 59 04109 Leipzig Tel.: 0341 / 97 31 630; Fax: 0341 / 97 31 639; E-Mail: [email protected]

Karl-Feige-Preis 2009 Mit dem Karl-Feige-Preis sollen hervorragende Leistungen des wissenschaftlichen Nachwuchses ausgezeichnet werden. Der Preis wird alle zwei Jahre von der Arbeitsgemeinschaft für Sportpsychologie (asp) vergeben. Die Preisverleihung erfolgt auf der Grund-

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lage der Dissertation, deren Fertigstellung nicht länger als 2 Jahre zurückliegen sollte. Hervorragende sportpsychologische Dissertationen können bis 30. 11. 08 eingereicht werden. Die eingereichten Arbeiten werden von jeweils zwei GutachterInnen bewertet. Ein Mitglied des asp-Vorstandes wird mit der Auswahl der GutachterInnen und mit dem Einholen der Gutachten betraut. Der asp-Vorstand beschließt auf dem Hintergrund der Gutachterempfehlungen über den/die Preisträger/in. Der Karl-Feige Preis zur Förderung des sportpsychologischen Nachwuchses ist mit € 500 dotiert. Der/ die PreisträgerIn erhält eine Einladung die prämierte Dissertation in einem Festvortrag auf der asp-Jahrestagung in Leipzig 2009 vorzustellen. Damit ist eine Übernahme der Reise- und Aufenthaltskosten nach dem Bundesreisekostengesetz verbunden. Unterlagen Die Bewerber werden aufgefordert, folgende Unterlagen ihrer Bewerbung in dreifacher Ausführung beizulegen: 1. Curriculum vitae 2. Dissertation 3. Gutachten zur Dissertation Bewerbungen werden erbeten bis 30. 11. 2008 an Prof. Dr. Jürgen Beckmann Fakultät für Sportwissenschaft der Technischen Universität München Connollystr. 32 80809 München E-Mail: [email protected]. Info: www.asp-sportpsychologie.org.

Studienpreis 2009 der asp Seit dem Jahr 2001 vergibt die Arbeitsgemeinschaft für Sportpsychologie einen Förderpreis für die besten Abschlussarbeiten von Studierenden. Diese Auszeichnung soll nicht nur die geleistete Arbeit entsprechend würdigen, sondern sie soll auch helfen, junge WissenschaftlerInnen für die sportpsychologische Forschung zu begeistern. Die asp möchte damit ein Zeichen für die frühere Förderung ihres wissenschaftlichen Nachwuchs’ setzen. Für den Studienpreis 2009 können sich bis zum 01. Dezember 2008 Studierende und Absolventen bewerben, die im Jahr 2008 (01. 12. 07Ð30. 11. 08) eine sehr gute Examens-, Magister-, Master- oder Diplomarbeit abgegeben haben, die sich mit einem Thema an der Schnittstelle von Psychologie, Sport und Sportwissenschaft auseinandergesetzt hat. Der Studienpreis ist mit einem Preisgeld in Höhe von 150 € verbunden. Die Preisträgerin/ der Preisträ-

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ger wird außerdem eingeladen, die Arbeit als Poster auf der Jahrestagung 2009 der asp in Leipzig (21.Ð 23. Mai 2009) zu präsentieren. Unterlagen (einzureichen bis 01. 12. 2008) 1. Lebenslauf 2. Expose´ zum Interesse an sportpsychologischer Forschung 3. 1-seitiges Abstract der Arbeit 4. Zwei Exemplare der Abschlussarbeit 5. Gutachten des/der betreuenden Professors/in Zu richten an: Dr. Felix Ehrlenspiel TU München Connollystr. 32 80809 München [email protected]

Berichte Bielefelder Sportwissenschaftler in der Exzellenz-Initiative des Bundes erfolgreich! Für die Bielefelder Sportwissenschaftler um Thomas Schack gab es Ende 2007 viel zu feiern. Zuerst eröffnete die Universität das „Forschungsinstitut für Kognition und Robotik Ð CoR-Lab“, das nun über die weltweit modernsten humanoiden Roboter (ASIMO) verfügt. Danach übermittelte die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) Ende Oktober die gute Nachricht, dass die Bielefelder mit ihrem Cluster-Antrag erfolgreich in der Exzellenz-Initiative des Bundes waren. Im Rahmen des neu-gegründeten ExzellenzClusters „Cognitive Interaction Technology“ werden in Zukunft Informatiker, Biologen, Linguisten, Physiker, Psychologen und Sportwissenschaftler der Universität gemeinsam die Interaktion zwischen Mensch und Maschine (beispielsweise Robotern) erforschen. Ziel ist es, die Grundlagen von Handlungs- und Bewegungsintelligenz bei Menschen und Robotern zu ermitteln und die Kommunikation mit technischen Systemen zu optimieren. Dafür wollen die Wissenschaftler Maschinen und Roboter mit den erforderlichen kognitiven Fähigkeiten ausstatten. Das Cluster wird in vier Themenfelder (Bewegungsintelligenz, Systeme mit Aufmerksamkeit, Situierte Kommunikation, Gedächtnis und Lernen) strukturiert sein. Über die nächsten 5 Jahre stellt die DFG nun insgesamt 32,5 Millionen Euro für die Realisierung der angestrebten Projekte zur Verfügung. Davon profitieren auch die Bielefelder Sportwissenschaftler des Arbeitsbereiches Neurokognition und Bewegung Ð Biomechanik. Thomas Schack gehört dem Direktorium

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des Clusters an und hat weiterhin die Leitung der Graduierten Schule im Cluster übernommen. Er wird damit die Forschung und Ausbildung von über 40 Doktoranden- und Postdoktorandenstellen koordinieren. Weiterhin steht er dem Themenfeld „Systeme der Aufmerksamkeit“ als sog. Principal Investigator vor. Diesem Themenfeld ist auch Matthias Weigelt zugeordnet, der zukünftig als sog. Responsible Investigator einzelne Teilprojekte im Cluster betreuen wird. Weiterhin wird Bettina Bläsing als Vertreterin des akademischen Mittelbaus dem Direktorium des Clusters angehören und als Responsible Investigator einzelne Teilprojekte im Themenfeld „Bewegungsintelligenz“ begleiten. Bettina Bläsing ist ebenso wie Thomas Schack außerdem als Wissenschaftlerin in leitender Funktion mit dem CoR-Lab assoziiert. Auch im CoR-Lab wurden bereits 15 Promotionsstipendien vergeben. In den Promotions-Projekten werden u. a. innovative Themen der Bewegungs- und Sportwissenschaft bearbeitet. Damit verbunden ist das Bestreben die Bewegungswissenschaft zukünftig auch in Schlüsseltechnologien der Mensch-Maschine-Interaktion zu verorten. Seit Genehmigung des Excellenzclusters durch die DFG ist es der Bielefelder Arbeitsgruppe um Thomas Schack gelungen, 6 Projekte zu den Themenfeldern Bewegungsintelligenz und Systeme mit Aufmerksamkeit im Excellenzcluster (u. a. 4 volle Mitarbeiterstellen; 2 Doktorandenstipendien) und ein Projekt im CoR-Lab (u. a. 1 Doktorandenstipendium, 1 Postdoc-Stelle) einzuwerben. Zusätzlich zu diesen eingeworbenen Personalmittel in Höhe von ca. 1 000 000 Euro wurden aus dem Excellenzcluster 450 000 Euro zum weiteren Ausbau des Biomechaniklabors zur Verfügung gestellt. Matthias Weigelt (Universität Bielefeld)

Intelligenz und Bewegung Ð Tanz im Fokus der Kognitionswissenschaft Tanzplan Essen 2010 widmet sich innerhalb des Projektes Tanzplan Deutschland (Kulturstiftung des Bundes) der Erforschung und Erprobung von Lehrmodellen für den Tanz. In diesem Rahmen organisierten Martin Puttke, Direktor des aalto ballett theater essen, Bettina Bläsing und Thomas Schack vom Institut für Sportwissenschaft (Arbeitsbereich Neurokognition und Bewegung Ð Biomechanik) der Universität Bielefeld eine Werkwoche zum Thema Intelligenz und Bewegung Tanz im Fokus der Kognitionswissenschaft. Vom 29.Ð31. Oktober 2007 trafen sich in Bielefeld im Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) international anerkannte WissenschaftlerInnen aus den Bereichen Kognitions-, Neuro- und Bewegungswissenschaften und ExpertInnen für Tanz, Choreographie und Tanzpädagogik. Dieses Treffen von

ExpertInnen aus Theorie und Praxis hatte das Ziel, eigene Perspektiven zu erweitern und wissenschaftliche Erkenntnisse in die Lehre des Tanzes zu integrieren. Drei Tage lang diskutierten die TeilnehmerInnen über die Bedeutung kognitiver Strukturen beim Erlernen von Tanzelementen und der Implementierung mentalen Trainings in die Lehrpraxis. Als geschäftsführender Direktor des ZiF eröffnete Ipke Wachsmuth (Universität Bielefeld) die Vortragsreihe mit einem lebhaften Beitrag über die Rhythmik in Sprache und Gestik biologischer und technischer Systeme. Bettina Bläsing und Thomas Schack machten in ihren Vorträgen auf die kognitiven Strukturen im Langzeitgedächtnis als zentrales Element der Bewegungsregulation aufmerksam, Bettina Bläsing thematisierte zudem die Spezifika verschiedener Tanzbewegungen unter diesem Aspekt. David Rosenbaum (Pennsylvania State University) und Holk Cruse (Universität Bielefeld) referierten aus unterschiedlicher Perspektive über Planungs- und Kontrollprozesse bei der Bewegungssteuerung. David Rosenbaum eröffnete den TeilnehmerInnen Einsichten aus kognitionspsychologischer Sicht, Holk Cruse spannte den Bogen von biokybernetischer Forschung zu philosophischen Betrachtungen über Körper und Bewusstsein. Patrick Haggard (University College London) komplettierte den interdisziplinären Themenkreis mit neurowissenschaftlichen Studien zu erfahrungsabhängiger Wahrnehmung und ästhetischer Bewertung von Tanzbewegungen. Anschauliche Vorträge des Chefchoreographen des Tanztheaters Bielefeld Gregor Zöllig und des renommierten Tanzpädagogen Martin Puttke erlaubten auch den „tanzfremden“ ForscherInnen inspirierende Einblicke in die praktische Arbeit mit Tänzern und in die Gestaltung und Lehre ästhetisch-künstlerischer Bewegung. Die Wissenschaftlerinnen Beatriz CalvoMerino (University College London), Corinne Jola (Laban Trinity College, London) und Emily Cross (Dartmouth College, Newhampshire), die im Bereich des Tanzes experimentell arbeiten und ihre Ergebnisse zu Wahrnehmungs- und Gedächtnisprozessen bei der Planung, Initiierung und Ausführung von Tanzbewegungen vorstellten, bildeten eine Brücke zwischen wissenschaftlichen Erkenntnissen und praktischer Anwendung. Galeet BenZion stellte schließlich in einem Workshop ihre kinästhetische Lehrmethode vor, mit der sie Kindern mittels tänzerischer Bewegung Grundfertigkeiten wie Lesen, Schreiben und Rechnen beibringt. Auch die sechs Beiträge umfassende Postersession weckte reges Interesse beim fachkundigen Publikum und wurde kritisch diskutiert. Das Fazit der Veranstaltung war gänzlich positiv. Die TeilnehmerInnen sind sich einig, dass noch viel Verbesserungsbedarf in der Lehrmethodik des Tanzes

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besteht und hierfür wissenschaftliche Erkenntnisse genutzt werden sollten. Der Austausch zwischen Theoretikern und Praktikern soll im kommenden Jahr ausgebaut und intensiviert werden. Puttke resümierte: „Eigentlich unterrichten wir mittelalterlich.“ Er ist hoch motiviert, wissenschaftliche Methoden in seinen Unterricht zu integrieren, um die Lehre des klassischen und modernen Tanzes zu verbessern. In diesem Sinne freuen wir uns auf die Weiterführung dieser Veranstaltungsreihe im nächsten Jahr.

Mittelpunkt seines Vortrags stand das Problem der Unzulässigkeit des naiven statistischen Ansatzes, bei Unterschiedsprüfungen die Beibehaltung der Nullhypothese als Vorliegen der Gleichheit (Äquivalenz) der getesteten Mittelwerte zu interpretieren. Anhand anschaulicher Beispiele wurde verdeutlicht, dass man sich der Lösung dieser Problematik mit Hilfe von Äquivalenztests annähern kann, die über die Schätzung von Konfidenzintervallen der Effektgrößen pragmatische Entscheidungshilfen geben.

Iris Güldenpenning und Heiko Lex (Universität Bielefeld)

Unter dem Titel „Sport und Selbstkonzept. Forschungsstand, methodische Fragen und Perspektiven“ hielt Prof. Dr. Ulrike Burrmann den letzten Vortrag des Nachwuchsworkshops. Als einen vorsichtig formulierten Befund stellte sie unter anderem fest, dass die Entwicklung eines positiven sozialen Selbstkonzeptes eher vom organisatorischen und sozialen Rahmen, in dem die Sportaktivitäten stattfinden, abzuhängen scheint, als von der Häufigkeit des Sporttreibens.

Bericht über die 12. asp-Forschungswerkstatt für den sportwissenschaftlichen Nachwuchs in Bern Im Vorfeld der 40. Jahrestagung der asp in Bern fand vom 29. bis 31. Mai 2008 die asp-Forschungswerkstatt für den sportwissenschaftlichen Nachwuchs statt. Am Sportinstitut der Schweizer Hauptstadt wurden wir von Prof. Dr. Achim Conzelmann und Katrin Lehnert sehr herzlich begrüßt. Als Experten und Leiter der Tutorien fungierten Prof. Dr. Claudia Roebers (Bern) und Prof. Dr. Oliver Höner (Tübingen), sowie Prof. Dr. Ulrike Burrmann (Dortmund) und Prof. Dr. Frank Hänsel (Darmstadt), die im Verlauf des Workshops den Vortragenden mit konstruktiven Anmerkungen wichtige Ratschläge zu teil werden ließen und das Auditorium zu kontroversen Diskussionen ermutigten. Nach einer kurzen Einführung von Prof. Dr. Achim Conzelmann begann der Workshop mit dem Vortrag von Prof. Dr. Claudia Roebers zum Thema „Methodische Probleme der experimentell orientierten Trainings-/Interventionsforschung“, der den Auftakt von insgesamt vier Vorträgen der Tutoren darstellte. Frau Prof. Roebers gelang es mit Ihrem anschaulichen Vortrag, für Probleme in der Trainingsund Interventionsforschung zu sensibilisieren und Ð soweit möglich Ð Lösungsansätze vorzustellen. Im zweiten Vortrag des Tages stellte Prof. Dr. Oliver Höner am frühen Abend allgemeine Grundlagen der Theorienbildung im Spannungsfeld von Theorieund Anwendungsorientierung vor. Hiermit gelang es ihm, eine Vielzahl von Denkanstößen in Bezug auf die metatheoretischen Anforderungen an die Sportpsychologie zu geben, die für die Teilnehmer im Laufe ihrer wissenschaftlichen Karrieren von großer Relevanz sein sollten. Zu Beginn des zweiten Tages referierte Prof. Dr. Frank Hänsel zu dem Thema „Äquivalenztests“. Im

Neben den Vorträgen der etablierten Wissenschaftler standen auf der Nachwuchstagung die verschiedenen Tutorien im Mittelpunkt, in denen den 30 Nachwuchswissenschaftlern die Gelegenheit geboten wurde, ihre aktuellen Arbeiten vorzustellen. Die große inhaltliche Bandbreite der Sportpsychologie spiegelte sich im kleinen Rahmen in den einzelnen Vorträgen wider. Sie reichte von der Gesundheitsförderung in der Schule und bei Menschen in der zweiten Lebenshälfte über Konzepte der Selbstführung und Ðwahrnehmung, mentalem Training in der Rehabilitation, Sozialangst bei Kindern, Schreckreaktionen sowie Motivation im Zusammenhang mit Doping bis hin zur Untersuchung von Zielen und Interessen von Sportorganisationen, dem Linkshändervorteil im Tennis, Adipositastherapien und der Prävention von Essstörungen im Leistungssport, der motorischen Entwicklung im interkulturellen Kontext und der Geschichte der Sportpsychologie. Ergänzt wurde der offizielle Teil des Workshops durch eine Informationsveranstaltung für den sportwissenschaftlichen Nachwuchs. Diese wurde von Dr. Erin Gerlach, dem 2. Vorsitzenden des Vereins zur Förderung des sportwissenschaftlichen Nachwuchses und Dr. Felix Ehrlenspiel, dem Nachwuchssprecher der asp, durchgeführt. Hier wurden zum einen generelle Informationen über die Arbeit des Vereins für den sportwissenschaftlichen Nachwuchs gegeben, sowie Vorschläge für die Verbesserung dessen Arbeit erörtert. Für den Erfolg einer Tagung sind neben den fachlichen Inhalten auch das Rahmen- und Abendprogramm von Bedeutung. Das Rahmenprogramm war durch zwei sportliche Highlights geprägt: Am Nachmittag des zweiten Tages bestand die Möglichkeit,

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sich an einem Kurs im Unihockey zu beteiligen. Das ebenso lustige wie schweißtreibende Training fand unter der Anleitung von Christian Moesch, einem ehemaligen Schweizer Nationalspieler, statt. Das Ende des Nachwuchsworkshops am Donnerstagvormittag war gleichzeitig der Auftakt zur Haupttagung der asp: eine Mountainbike-Tour in der nahen Umgebung von Bern. Obwohl wir am frühen Morgen mit Wolken und Regen begrüßt wurden, verbesserte sich die Wetterlage pünktlich zu Beginn der Tour und wir konnten aktiv einen wunderschönen Vormittag im Berner Umland verbringen. Die Qual des Anstiegs wurde am Ziel durch die beeindruckende Aussicht auf Bern und seine Umgebung wieder wettgemacht! Das Abendprogramm wurde am ersten Tag mit einem Besuch in der Pizzeria „Da Bucolo“ in der Berner Altstadt eingeläutet, von wo aus einige Teilnehmer im Anschluss noch in die Bar „Turnhalle“ weiterzogen. Zum Abschluss des zweiten Abends gab es eine „deutsche“ Variante des Schweizer Raclettes, das in der traditionellen Form eigentlich nur aus Käse besteht. In diesem Rahmen konnten sich die Teilnehmer intensiver kennenlernen, angeregt diskutieren und detaillierte Rückmeldungen über die jeweiligen Arbeiten austauschen. Der Abend war sehr gelungen, gut geplant und durch eine sehr angenehme Atmosphäre geprägt. Zum Abschluss des Nachwuchsworkshops fand eine allgemeine Diskussion bzw. Evaluation, in der Teilnehmer wie auch Tutoren Wünsche, Anregungen, Lob, Kritik und Möglichkeiten für die zukünftige Gestaltung solcher Veranstaltungen austauschten. Die Teilnehmer des Workshops waren sehr zufrieden mit der Organisation und äußerten dieses mehrmals. Besonders die Betreuung im Vorfeld der Tagung und die schnelle Reaktion auf Anfragen wurden stark gelobt. Einige Wünsche bzw. Anmerkungen wurden jedoch geäußert, die in Zukunft weiterhin zur Verbesserung solcher Nachwuchsworkshops beitragen könnten. Beispielsweise wäre zu Beginn des Workshops eine Vorstellungsrunde erwünscht gewesen, um einen Überblick über die Anwesenden Kollegen gewinnen zu können. Weiterhin wurde betont, dass der Workshop aus einem sehr intensiven Programm bestand und dass die sozialen und sportlichen Aktivitäten leider erst am Ende des Workshops stattfanden. Wünschenswert wäre, diese in Zukunft zeitlich eher in der Mitte der Veranstaltung zu verorten, um somit die Kontakte und den Austausch zwischen den Nachwuchswissenschaftlern bereits früher zu fördern. Hier muss jedoch noch erwähnt werden, dass dieses in Bern aus organisatorischen Gründen nicht zu realisieren war. Ein weiterer Diskussionspunkt betraf den Ablauf der Tutorien. Es wurde die Frage bzw. der Wunsch geäußert, die Vorträge nicht nur inhaltlich sondern auch in Bezug auf die Präsentation mit Hilfe

eines Punktesystems zu bewerten. Dies wurde kontrovers diskutiert und von den Tutoren eher abgelehnt. Sie betonten, dass das Ziel nicht primär in der Präsentation eines guten Vortrags liege, sondern vielmehr auf die Diskussion und die Klärung offener Fragen abziele. An dieser Stelle möchten wir uns im Namen aller Teilnehmer nochmals herzlich beim gesamten Organisationsteam für diesen gelungen Workshop bedanken. Ein besonderes Dankeschön geht an Katrin Lehnert, die die organisatorische Hauptverantwortung trug! Florian Schultz und Yolanda Demetriou (Tübingen)

Mit der Präzision eines Schweizer Uhrwerks: Die 40. Jahrestagung der asp in Bern Zur Jubiläumstagung der asp hatten die Schweizer Kolleginnen und Kollegen nach Bern geladen, um unter dem Tagungsthema „Differentielle Sportpsychologie Ð Sportwissenschaftliche Persönlichkeitsforschung“ aktuelle Ansätze in Forschung und Lehre zu diskutieren. Das „Haus des Sports“ der Swiss Olympic Association in Ittigen bei Bern bot dafür einen idealen Rahmen. In gleichermaßen funktionalem wie stilvollem Ambiente begrüßte der Ausrichter der Tagung, Prof. Dr. Achim Conzelmann, zahlreiche Kolleginnen und Kollegen zum fachlichen Diskurs. Insgesamt 22 Arbeitskreise und zwei Postersessions boten Einblick in die rege Forschungsaktivität an den einzelnen Instituten. Besonderes Interesse weckte der Arbeitskreis zu sportpsychologischen Master-Studiengängen in Deutschland. In der Einrichtung solcher Studiengänge spiegelt sich der Bedarf an fundierter, praxisorientierter sportpsychologischer Ausbildung wider. Rege diskutiert wurde dabei die Umsetzung an den einzelnen Standorten sowie die Frage der Qualitätssicherung und Vernetzung der Ausbildung mit der asp als Fachverband. Insgesamt wurde in den Arbeitskreisen und Postersessions eine breit ausgerichtete Forschungstätigkeit sichtbar, die von gesundheitsorienterten Themen über Diagnostik und Intervention im Leistungssport bis hin zu sozialpsychologischen Fragestellungen reichte. Vier Hauptvorträge rundeten das qualitativ hochwertige und ausgewogene wissenschaftliche Programm ab. Prof. Dr. Gunnar Breivik aus Norwegen gab in seiner Keynote einen Einblick in „Personality, sensation seeking and risk taking in elite sport“ und eröffnete damit die Diskussion verschiedener Ansätze differentieller Sportpsychologie

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im Plenum. Dass diese Ansätze durchaus kontrovers diskutiert und sehr unterschiedlich interpretiert werden können, zeigten die Vorträge von Prof. Dr. Ursula Staudinger aus Bremen („Persönlichkeitsentwicklung im Erwachsenenalter und Alter: Anpassung und/oder Wachstum?“), Prof. Dr. Jens B. Asendorpf aus Berlin („Motorische Entwicklung zwischen 4 und 23 Jahren im Kontext der Persönlichkeitsentwicklung“) und Prof. Dr. Thomas Rammsayer (Bern), der mit der zukunftsweisenden Perspektive „Intelligenz und die Verarbeitung von Zeitinformation: Evidenz für eine höhere neuronale Effizienz bei Hochleistungssportlern?“ den Abschluss der Tagung bildete. Neben dem fachlichen Austausch boten die Veranstalter ein gelungenes soziales Programm, das den malerischen Tagungsort Bern und die landschaftliche Schönheit der Schweiz perfekt mit kulturellen und künstlerischen Elementen mischte. Eine Stadt-Tour am ersten Abend führte zum Alten Tramdepot, wo ein geselliges Beisammensein den ereignisreichen Tag beschließen ließ. Ein weiteres Highlight der Tagung war der offizielle Kongressabend auf dem Gurten, dem Berner Hausberg. Petrus meinte es gut mit den Veranstaltern, und so konnten wir zunächst einen herrlichen Blick auf den Schweizer Jura und das berühmte Dreigestirn Eiger, Mönch und Jungfrau genießen. Der Bieler Künstler Wolfgang Weiss, der u. a. auch das Tagungslogo kreierte, erklärte uns in amüsanter Art und Weise die beeindruckende Schweizer Bergwelt und geleitete uns auch, unterstützt durch hervorragende Künstler/innen aus der Region, durch den gemeinsamen Abend im „Uptown“. Kulinarisch und künstlerisch aufs Beste versorgt und verwöhnt erwarteten wir mit Spannung die Ehrung der diesjährigen Preisträger. Der Studienpreis der asp ging an Dipl.-Psych. Linda Schücker von der Westfälischen Wilhelms Universität Münster für ihre Diplomarbeit mit dem Titel: „Der Einfluss der Aufmerksamkeitsrichtung auf die Laufökonomie leistungsorientierter Läuferinnen und Läufer“. Der Posterpreis verblieb in der Schweiz und wurde Daniel Birrer, Jürg Schmid und Roland Seiler für „Stimmungsveränderungen: ein zuverlässiger Parameter zur Erkennung von disfunktionalem Overreaching“ überreicht. So bleibt am Schluss nur noch der Titel dieses Berichtes zu klären: Die Tagungsorganisation näherte sich einer derartigen Perfektion an Ð begonnen von der Ausgabe der Tickets für die ÖV am Berner Hauptbahnhof, über die freundliche und professionelle Unterstützung in den Arbeitskreisen bis hin zur notfallmedizinischen Versorgung auf dem 864 m hohen Gurten (für die „Kieler Flachländer“ hatte der Veranstalter offenbar sicherheitshalber Sauerstoffgeräte bereit gestellt) Ð dass der Vergleich zur Präzision eines Schweizer Uhrwerks naheliegt. Wir bedanken uns daher ganz herzlich bei unseren Gastgeberinnen

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und Gastgebern für die wunderbaren Tage in Bern, die neben fundiertem fachlichen Input auch einen kleinen Einblick in die „Schweizer Seele“ gewährte. Wir freuen uns auf Leipzig 2009 und Salzburg 2010! Sabine Würth (Universität Wien)

Bericht zur NASPSPA-Conference 2008 in Niagara Falls (Ontario, Canada) Die diesjährige Jahrestagung der „North American Society for the Psychology of Sport and Physical Activity“ (NASPSPA) fand vom 04.Ð07. Juni in Niagara Falls, einer vom Tourismus geprägten Stadt in der Provinz Ontario, statt. Das Tagungshotel war direkt am Ufer des Niagara River gelegen, sodass sich den Tagungsbesuchern ein eindrucksvoller Ausblick auf die berühmten Fälle bot. In den für die NASPSPA klassischen Themenbereichen „Motor Development“, „Motor Learning & Control“ sowie „Sport & Exercise Psychology“, welche sowohl durch interessante Hauptreferenten als auch durch zahlreiche Arbeitskreise und Symposien vertreten waren, wurde erneut eine breite Palette sportwissenschaftlicher Forschung geboten. Zu Beginn der Tagung wurde im Rahmen eines Preconference Symposiums die wissenschaftliche Leistung von Dan Landers im Bereich „Sport and Exercise Psychology“ gewürdigt. Unter den Hauptreferenten fand sich in diesem Jahr Randy Flanagan (Queen’s University), der im Bereich Motor Learning and Control einen fundierten und gleichsam interessanten Vortrag mit dem Titel „Object Representations Used in Action: A Gripping and Moving Story of Control and Manipulation“ hielt. In der Sparte Sports and Exercise Sportpsychology referierte Mark Connor (University of Leeds) über die Bedeutung und den Zusammenhang von affektiven Einstellungen und Gesundheitsverhalten („Role of Affective Attitudes in Determining Health Behaviors“). Brian Hopkins (Lancaster University) vertrat den Bereich Motor Development mit einem Vortrag zur Händigkeitsentwicklung („Getting a Handle on Handedness: The Origin Problem“). In den diesjährigen Postersitzungen wurden insgesamt 188 Poster präsentiert. Besonders hervorzuheben ist dabei einmal mehr die gelungene Verquickung von wissenschaftlicher Diskussion und geselligem Beisammensein, was die NASPSPA-Postersitzungen stets zu einem atmosphärisch angenehmen und wissenschaftlich stimulierenden Erlebnis werden lässt. So flanierten Alt- und Jungwissenschaftler, bisweilen mit einem Gläschen Wein oder Bier, durch die Poster-

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reihen und vertieften sich in rege Diskussionen über die dargebotenen Forschungsarbeiten.

sen konnte, stets in der Gewissheit, sich im nächsten Jahr in Austin, Texas, wieder zu sehen

Ein besonderes Merkmal der NASPSPA Tagungen ist einerseits die Würdigung der „Altwissenschaftler“ durch die sogenannten „Senior Lectures“ (Jill Whitall, University of Maryland, „Two limbs, four limbs and a brain: Lesson learned across the lifespan“; James H. Cauraugh, University of Florida, „Neural plasticity and stroke recovery: Motor learning applications“; Joan L. Duda, University of Birmingham, „Why the study of motivation (in the physical domain) is still so motivating“, und andererseits die Förderung der Jungwissenschaftler bzw. des wissenschaftlichen Nachwuchses durch einen „Early Career Distinguished Scholar Award“ (Sian L. Beilock, University of Chicago, „Skilled performance: From action to perception to understanding“; Ryan E. Rhodes, University of Victoria, „Intention-behavior discordance: Personality, social cognitive, and environmental explanations in the physical activity domain“).

Mathias Hegele (Universität Dortmund) und Britta Lorey (Universität Gießen)

Ein letztes Highlight war der sehr populäre Abschlussabend, an welchem man mit Livemusik, kulinarischen Genüssen und allerlei angeregten Gesprächen die NASPSPA 2008 angenehm ausklingen las-

In eigener Sache Kontaktadresse für die asp-Nachrichten Dr. Sabine Würth Universität Wien Institut für Sportwissenschaft Abteilung Sportpsychologie Auf der Schmelz 6a 1150 Wien Österreich Tel: +43 1 4277 48820 E-Mail: [email protected] Die Zeitschrift für Sportpsychologie finden Sie im Internet unter http://www.hogrefe.de/Zeitschriften/index Die Internetadresse der asp lautet: http://www.asp-sportpsychologie.org