MONTAGEANLEITUNG KUNSTSTOFFFENSTER

MONTAGEANLEITUNG KUNSTSTOFFFENSTER Stand: 26.07.2016 Dieses Dokument ist Eigentum der Firma Oknoplast Sp. z o.o. und wurde für den internen Gebrauch...
Author: Harry Geiger
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MONTAGEANLEITUNG KUNSTSTOFFFENSTER

Stand: 26.07.2016

Dieses Dokument ist Eigentum der Firma Oknoplast Sp. z o.o. und wurde für den internen Gebrauch konzipiert. Alle inhaltlichen Änderungen, die Vervielfältigung und die Weitergabe dieses Dokuments an unbefugte Dritte Personen sind ohne Zustimmung des Datenschutzbeauftragten ausdrücklich untersagt.

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I.

WARTUNG UND NUTZUNG

Die Firma Oknoplast Sp. z o.o. empfiehlt für die Wartung ihrer Produkte die Anwendung von professionellen Pflege- und Reinigungsmitteln (erhältlich bei Ihrem Fachhandelspartner). A.

FENSTER UND TÜREN AUS PVC

1.

Für die Reinigung der PVC-Profile von Fenstern und Türen ausschließlich

Reinigungsmittel verwenden, in denen weder Lösungs- noch Abreibemittel enthalten sind. 2.

Dichtungen mindestens einmal jährlich mit Silikonschmiermitteln oder technischer

Vaseline einreiben. 3.

Die Fenster sind zu schützen vor:

- Kontakt mit heißen Gegenständen, Imprägniermitteln, Klebstoffen, Farben, Lösungsmitteln usw. - Verschmutzung mit Mörtel, Polyurethanschaum, Staub usw. 4

B.

UMLAUFENDE BESCHLÄGE

Abbildung 1. Der Bolzen des oberen Scharniers lässt sich herausschieben, um den Flügel zu demontieren. Die Herausnahme und das Einsetzen des Bolzens sind bei geschlossenem Flügel vorzunehmen. Das Herausschlagen sowie das vollständige Herausziehen des Bolzens sollten vermieden werden, da es zu einer Beschädigung der oberen Scharniere führen kann. Abbildung 2. Das untere Scharnier kann in drei Ebenen reguliert werden: Höheneinstellung (Sechskantschlüssel 4 mm) um 2 mm, Einstellung der Seiten „L“ und „R“ (Sechskantschlüssel 4 mm) um 2,3 mm, Einstellung des Andrucks des Flügels an den Rahmen (Sechskantschlüssel vom Typ T 15) um 0,75 mm. Abbildung 3. Das obere Scharnier kann mit einem Sechskantschlüssel nach links und rechts sowie in Bezug auf den Andruck um 4 mm verstellt werden. Abbildung 4. Die Zapfen der umlaufenden Bänder ermöglichen eine Regulierung des Andruckgrades des Flügels an den Rahmen (Sechskantschlüssel vom Typ T15) um 0,75 mm. Abbildung 5. In der Drehsperre des Griffes (Flügelheber) kann die Höheneinstellung um bis zu 3 mm geändert werden (Sechskantschlüssel vom Typ T15). Abbildung 6. Bei den gekennzeichneten Flächen handelt es sich um die Schmierstellen der Fensterbänder. Die Schmierung der Beschläge an den gekennzeichneten Stellen ist mit Silikonschmiermittel oder technischer Vaseline mindestens einmal jährlich vorzunehmen. Abbildung 7. Die Steuerung der Fensterfunktionen mit dem Griff ist bei geschlossenem Flügel vorzunehmen (Bei geöffnetem Flügel sollte der Griff nur zur Steuerung benutzt werden, um die Bremsfunktion beim Wechsel von der Position „Öffnen” in die Position von 45° zu lösen).

II. MONTAGE A. EMPFOHLENE MONTAGE 1. Allgemeine Hinweise zur Fenstermontage Die Montage von Fensterelementen ist einer professionellen und spezialisierten Firma zu übertragen. In der vorgestellten Montageanleitung sind die Vorgehensweisen und Arbeitsschritte der Montage angegeben, die beim Einbau der Standardprodukte (Fenster, Balkontüren usw.) auszuführen sind. Für die Montage komplizierter Elemente (wie 5

beispielsweise bei Vorhängewänden, Wintergärten, Innenwänden und anderen) ist die individuelle Montageweise der Elemente zu berücksichtigen. Während der Montage der Fenster, Türen und Schaufenster (im Folgenden „Konstruktionen” genannt) erfolgt die Verbindung der montierten Konstruktion mit dem Gebäude. Diese Verbindung erfüllt folgende Funktionen: - sie sichert die Übertragung der Belastungen von der Konstruktion auf das Gebäude. - sie bildet eine Dehnungsfuge für mögliche Verformungen von Konstruktion und Gebäude. - sie stellt eine Abdichtung des Gebäudes dar und garantiert Wasser- und Luftdichtheit, sowie eine entsprechende Schall- und Wärmedämmung.

2.

ARTEN DER BEFESTIGUNG DER KONSTRUKTIONEN

Die Befestigung muss über den gesamten Umfang des Fensters ausgeführt werden. Für die Befestigung der Konstruktion gibt es zwei Befestigungsarten: a) Direkte Befestigung Bei der direkten Befestigung werden die Befestigungselemente (Dübel) durch die Öffnungen im Rahmen, im Unterboden befestigt (Abbildung 8). Diese Befestigung garantiert eine korrekte Übertragung großer Belastungen und sollte daher bei der Montage aller größeren Konstruktionen angewendet werden. Die direkte Befestigung mit Hilfe von Dübeln kann im unteren, horizontalen Teil des Rahmens eingesetzt werden, wenn eine entsprechende Sicherung gegen das Eindringen von Niederschlagswasser in den Schwellteil verwendet wird. Die direkte Befestigung wird bei der Montage von weiß-farbigen oder beidseitig farbigen, sowie Holzfenstern empfohlen. Die Auswahl der Befestigungsart hängt von den Bedingungen und dem technischen Zustand des Gebäudes (der Wände) ab. Die Bewertung und Entscheidung über die Befestigungsart trifft die Montagefirma während der Ausführung der Montagearbeiten. b) Indirekte Befestigung Bei der indirekten Befestigung werden sogenannte Zwischenelemente (Anker) im Rahmen angeschraubt und anschließend im Unterboden befestigt. In den meisten Fällen sind beide beschriebenen Befestigungsarten anwendbar. In einigen Fällen wird jedoch (wenn möglich) nur eine der vorgestellten Befestigungsarten empfohlen:

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-

Bei Befestigung der Konstruktion in der Nähe der Stirnseite der Wand wird eine

indirekte Befestigung empfohlen (bei direkter Befestigung befindet sich die Öffnung des Dübels zu nah am Rand der Wand, was zu einer Verringerung der Tragfähigkeit führt. Es wird empfohlen, die Bohröffnungen nicht näher als 100 mm vom Rand der Wand zu erstellen). -

Bei Befestigung von Konstruktionen an sogenannten Blindzargen und bei Befestigung

eines Türrahmens ohne Schwelle wird die direkte Befestigung empfohlen (bei indirekter Befestigung bewirken die durch den geöffneten Flügel entstehenden Kräfte ein Verbiegen der Anker und damit eine unzulässige Bewegung des Rahmens). 3.

LAGE DER KONSTRUKTION IN BEZUG AUF DIE STIRNSEITE DER WAND

Die Lage der Konstruktion in Bezug auf die Stirnseite der Wand muss aus der Gebäudedokumentation folgen oder mit einem Vertreter des Bauherrn abgestimmt werden. Sie ist hinsichtlich der Ästhetik sowie der Wärmedämmung von Bedeutung. Von der Position der Fenster in der Mauer hängt sowohl die Mauertemperatur in der Nähe des Rahmens, als auch die Temperatur des Rahmens selbst ab. Aufgrund der großen Vielfalt der Wandkonstruktionen werden an dieser Stelle keine detaillierten technischen Lösungen erläutert. 4.

ABDICHTUNG DER VERBINDUNG ZWISCHEN FENSTER UND GEBÄUDE

In den meisten Fällen erfüllt eine Schicht dekomprimierten Polyurethanschaums die Funktion der Schall- und Wärmedämmung und garantiert gleichzeitig eine elastische Verbindung zwischen Wand und Rahmen. Die Elastizität dieser Schicht ist zur Befreiung des Fensters von den Belastungen des Gebäudes notwendig. Damit die Schaumschicht ihre Funktion als Wärmedämmung erfüllen kann, muss sie vor Feuchtigkeit geschützt werden. Die Isolierung gegen Feuchtigkeit muss vom Rauminneren dichter sein als vom Raumäußeren. Deshalb ist die vorteilhafteste Art der Abdichtung der Einsatz von Silikonmasse oder Dampfschutzfolie von innen und z. B. die Abdichtung mit Kompriband oder anderen, dampfdurchlässigen und wasserdichten Material von außen – wie auf den Abbildungen 11 – 13 dargestellt. Aufgrund der Wärmedämmung wird die Erstellung eines äußeren Anschlags der Stärke von 3 – 4 cm aus Isoliermaterial empfohlen. Detaillierte Informationen über die Montage sind fachlichen Handbüchern des Monteurs zu entnehmen.

5.

ABSTÜTZUNG DER KONSTRUKTION

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Das untere Rahmenprofil muss so abgestützt werden, dass gleichzeitig seine waagerechte Lage sichergestellt wird. Dazu können Klötze/Keile aus Kunststoff oder ähnlichen Materialien verwendet werden. Die Klötze/Keile müssen an der Konstruktion verbleiben und dürfen nicht entfernt werden (Abbildung 15).

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6.

SCHLUSSBEMERKUNGEN

Die detaillierten Lösungen der Verbindung der Konstruktion mit der Wand können sich stark unterscheiden, ebenso wie die Wandkonstruktionen und die Anforderungen der Architekten. Deshalb existiert keine allgemeingültige Musterlösung, die für alle Situationen anwendbar ist. In der Regel existieren mehrere korrekte Lösungen, selbst für einen konkreten Fall. Deshalb empfehlen wir die Absprache der Montageart mit dem Vertreter des Bauherren. Die Montage von Türen und Fenstern bei einer Temperatur unter 5°C in nicht beheizten Räumen (Gebäude im Rohbauzustand) wird nicht empfohlen. Die Montage kann bei Frosttemperaturen durchgeführt werden, wenn die zur Montage verwendeten Materialien einen Einsatz unter derartigen Bedingungen zulassen.

B. TRANSPORT UND LAGERUNG Türen und Fenster müssen auf einer Fensterbrettleiste in vertikaler Position mit einer Neigung von 0 – 10 Grad unter Verwendung von schützenden Zwischenlagen transportiert und gelagert werden.

Sie

müssen

vor

Witterungsbedingungen

wie

Feuchtigkeit

und

direkter

Sonneneinstrahlung geschützt werden. Aufgrund des großen Gewichts der Produkte ist der Einsatz von Ständern mit stabiler Konstruktion, sowie von Spanngurten und Verschlüssen mit entsprechender Festigkeit notwendig.

C. Kurzanleitung zur Montage von Fenstern 1.

Zunächst sollte geprüft werden, ob die Maße der zu montierenden Fensterelemente

den Maßen der Fensteröffnung entsprechen (insbesondere beim Austausch alter Fenster in bewohnten Gebäuden). 2.

Den Fensterflügel abnehmen, indem der Bolzen des oberen Scharniers (bei

geschlossenem

Flügel)

mit

Hilfe

der

Montageklinke

herausgeschoben

wird.

Das

Herausschlagen sowie das vollständige Herausziehen des Bolzens sollten vermieden werden, da es zu einer Beschädigung der oberen Scharniere führen kann (Abbildung 1). 3.

Bei der Montage des Fensters auf der Fensterbrettleiste wird eine Montage des unteren

Rahmens gemäß Abbildung 16 empfohlen. Der Montageanker muss in die Verstärkung des Rahmens eingeschraubt werden.

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4.

Bei Befestigung mit Ankern sind diese am Rahmen zu befestigen und einzuschrauben,

bei Befestigung mit Dübeln sind die Rahmen in Abständen zu durchbohren, wie in Abbildung 10 dargestellt. 5.

Wenn in der Öffnung ein Fenstersatz montiert werden soll, ist deren Verbindung mit

Hilfe entsprechender Verbinder und Verschraubungen zu erstellen. Die am häufigsten verwendeten Verbindungsarten sind in den Abbildungen 17 und 18 dargestellt. 6.

Die Rahmen werden auf die tragenden Klötze positioniert, wie in Abbildung 15

dargestellt, und mit Hilfe von Montagekeilen fixiert. Die Stellung des Rahmens mit Hilfe einer Wasserwaage prüfen: Senkrechte und Waagerechte sowie Aufstellung in Bezug auf die Stirnseite der Wand (die letztendliche Prüfung erfolgt durch Messung der Diagonalen der einzelnen Öffnungen des Rahmens). Prüfen, ob der Rahmen nicht aus der Montagelinie der Fenster gedrückt wurde, insbesondere an der Verbindungsstelle zweier Rahmen. 7.

Rahmen mit Hilfe von Ankern oder Dübeln am Unterboden befestigen (Abbildungen 8

und 9). 8.

Flügel einsetzen und deren Funktion prüfen sowie eventuelle Einstellungen

vornehmen, bevor der Freiraum zwischen Fensteröffnung und Rahmen mit Schaum gefüllt wird. 9.

Freiraum zwischen Fensteröffnung und Rahmen mit Polyurethanschaum füllen. Flügel

bis zum vollständigen Abbinden des Schaums nicht öffnen. 10.

Nach dem Abbinden des Schaums Montagekeile entfernen und verbliebene Öffnungen

mit Schaum füllen. 11.

Überflüssigen Schaum mit einem Messer abschneiden und Bearbeitung des Fensters

durchführen. Insbesondere soll dabei auf die Abdichtung der Verbindung zwischen Rahmen und Mörtel geachtet werden, um das Eindringen von Wasserdampf zu verhindern. 12.

Es wird empfohlen, die äußeren Fensterbretter direkt an der Fensterbrettleiste

anzubringen (Abbildung 16). Besteht keine Möglichkeit der Montage der äußeren Fensterbretter direkt an der Fensterbrettleiste, muss das Fensterbrett so montiert werden, dass die Abflussöffnungen nicht verstopft werden. Die Verbindung der Fensterbretter an Stellen, die dem Einwirken von Niederschlagswasser ausgesetzt sind, ist mit Butylband und Silikon abzudichten. 13.

Schutzfolie spätestens 3 Monate nach Abnahme der Fenster (unabhängig vom

Zeitpunkt der Montage) von den Fenstern abnehmen. Werden die Ausbauarbeiten zu einem 11

späteren Zeitpunkt weitergeführt, sind die Fenster erneut vor Staub, Mörtel und anderen Faktoren zu schützen, die ihre Beschädigung bewirken können. 14.

Nach Abschluss der Montagearbeiten die Sauberkeit der Beschläge prüfen und diese

bei Verschmutzung reinigen und nach der Betriebsanleitung schmieren. Diese Kurzanleitung enthält grundlegende Informationen und Hinweise zur Ausführung der Montage. Sie ersetzt jedoch nicht die professionelle Montage eines Spezialisten. Neben den angegebenen Empfehlungen ist die Montage der Fenster nach den Regeln der Baukunst und den geltenden Arbeitsschutzvorschriften auszuführen. 15.

Fenster und Balkontüren aus PVC zeichnen sich durch hohe Dichtheit aus, die durch

eine Luftinfiltrationsrate von a < 0.3 m3 (m*h*daPa2/3) gekennzeichnet ist. Dies bedeutet, dass sie – entsprechend ausgeführt – zum Einsatz in Räumen mit Lüftungsgeräten geeignet sind, die einen Austausch der verbrauchten Luft entsprechend der Lüftungsbedürfnisse garantieren. Fenster für Räume ohne Lüftungsanlagen müssen mit Zuluftgeräten ausgestattet sein, um die für Lüftungszwecke notwendige Frischluftmenge sicherzustellen. BEISPIELE DER AM HÄUFIGSTEN EINGESETZTEN VERBINDUNGEN Mini-Verbinder (Artikelnummer: 116.217) Abbildung 17: Einsatz bei einer Maueröffnung mit einer Breite von bis zu 3500 mm und einer Höhe von bis zu 1800 mm. Pass-Verbinder (Artikelnummer: 116.201) Abbildung 18: Einsatz bei einer Maueröffnung mit einer Breite von 3500 mm und einer Höhe von 2000 mm. Detaillierte Informationen über den Einsatz der Verbinder können im Fachgeschäft nachgefragt werden. Informationen zum Thema Wartung und Regulierung der Beschläge MACO und WINKHAUS befinden sich auf der Internetseite www.oknoplast.de/garantie.

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