MIBA. Spezial 42. INHALT MIBA Spezial 42. Thema : Modellbahn digital

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Author: Carl Diefenbach
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MIBA Spezial 42

ENDE INDEX HILFE

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I N H A LT M I B A S p e z i a l 4 2 Thema : Modellbahn digital

3 6 18 20 28 32 40 46 50 52 56 60 66 72 76 84 90 96

Zur Sache Digitaler Pluralismus Digitalbetrieb von Anfang an Konsequent digital Vorfahrt für Vielfalt CV – Configuration Variable Einfacher Selbstblock Der Decoder – das unbekannte Ding Preiswert und klein Ältere „Schätzchen“ mit Decoder Noch mehr Wege zur Digitalisierung PIC-Decoder selbst gebaut Fahrzeugdecoder Preiswert schalten und melden Digital und mobil Fahrbetrieb im Fahrplantakt LocoNet von Digitrax Schnappschuß

42

J 10525 F DM/sFr 19,80 · S 150,- · Lit 24 000 · hfl 24,50 · lfr 480,http://www.miba.de

S P E Z I A L 42

SPEZIAL

42

MODELLBAHN DIGITAL

MIBA-Spezial 42 • November 1999

Modellbahn digital Systeme und Produkte Tips und Ideen

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Aktuelle Marktübersichten

Systeme und Produkte Ein- und Selbstbauten

Fahrzeugdecoder Anlagen digital gesteuert

Wir machen Betrieb

ZUR SACHE

Tips und Kniffe zu Digital-Themen enthält dieses Spezial in Hülle und Fülle. Es ist aber nicht zu befürchten, daß „Tippen“ und „Kneifen“ so wörtlich zu nehmen ist, wie Lutz Kuhl dies in seinem Cartoon dargestellt hat …

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42

MIBA-Spezial 42 • November 1999 J 10525 F · DM/sFr 19,80 · S 150,- · Lit 24 000 · hfl 24,50 · lfr 480,http://www.miba.de

S P E Z I A L 42

SPEZIAL

MODELLBAHN DIGITAL

42

Einer der ersten Schritte zum automatisierten Betrieb ist die Einrichtung eines Selbstblocksystems, wie es auch auf der Trix-Messeanlage „Schiefe Ebene“ für Betrieb sorgt. Für die komfortable Modellbahnsteuerung werden immer häufiger Computer eingesetzt. Der Screenshot zeigt die Software STP, deren Darstellung dem Dr60-Stellpult nachempfunden ist und viele Möglichkeiten bietet, Betriebsabläufe zu steuern. Foto: gp

Modellbahn digital Systeme und Produkte Tips und Ideen

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MIBA-Spezial 42

E

insteigern wird eine Übersicht über Startpackungen gegeben. Sowohl Komplettstartsets mit Steuergerät, Gleisen und Zügen, wie auch Systemstartsets nur mit digitalen Steuergeräten werden mit den Betriebs- und Ausbaumöglichkeiten vorgestellt. Die digitale Vielfalt bietet dem Modellbahner eine Fülle an digitalen Steuergeräten. Für welches System und welche Zentrale man sich entscheidet, hängt nicht zuletzt von der Nenngröße und dem bevorzugten Gleissystem ab. Funktionalität und Zukunftssicherheit sind wichtige Entscheidungskriterien.

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em Motto „Ich mache Betrieb ...“ folgen immer mehr Modellbahner, besonders im Hinblick auf die Möglichkeiten, die moderne Modellbahnsteuerungen bieten. Auch Modellbahner, die nach langer Zeit der Abstinenz wieder ins Hobby einsteigen, entscheiden sich in sehr vielen Fällen für eine künftige Digitalisierung der Modellbahn. Züge in der Vitrine betrachten ist schön, doch Betrieb machen ist schöner. Ob die Züge manuell gesteuert werden oder im Automatikbetrieb für Verkehr sorgen, ist nicht so entscheidend. Die Betriebsmöglichkeiten mit einer digitalen Steuerung sind jedenfalls so vielfältig, daß jeder seinen Traum verwirklichen kann.

Aktuelle Marktübersichten

Systeme und Produkte Ein- und Selbstbauten

Fahrzeugdecoder Anlagen digital gesteuert

Wir machen Betrieb

it Blick auf den Modellbahnbetrieb stehen natürlich Fahrzeugdecoder und deren Einbau immer wieder im Rampenlicht. Beiträge über den Ein- und Selbstbau von Lokdecodern und eine

aktuelle Übersicht schaffen Klarheit. Durchblick braucht man auch beim Einstellen von DCC-Decodern mit Hilfe der CVs (Configuration Variable). Ein Beitrag klärt die Zusammenhänge.

D

em Sinne unseres Mottos folgen die vorgestellten Anlagen, die mit ihren Möglichkeiten Betriebvielfalt garantieren. Vom einfachen Selbstblockbetrieb bis zum computergesteuerten Fahrplanverkehr ist alles drin.

Wir machen Betrieb ... D

as alte Sprichwort „Probieren geht über Studieren“ trifft auf dieses Spezial in besonderem Maße zu. Statt Software mit vielen Worten zu beschreiben, sollte man sie ausprobieren. So finden Sie auf der beigeklebten Heft-CD neben Bildschirmschonern und Planungssoftware auch Programme für das Modellbahnarchiv und solche für die Steuerung von Modellbahnen für viele Systeme. Auch auf das vergriffene MIBA-Spezial 37 „Digital planen, fahren, steuern“ kann per Computer zugegriffen werden. Gerhard Peter 3

GRUNDLAGEN

I

m Mittelpunkt der in der Einleitung genannten Diskussionen steht oft die Frage nach der Zukunftssicherheit eines Digitalsystems, die durch den verständlichen Wunsch nach einem „Schutz der Investitionen“ getrieben ist. Die Zukunftssicherheit eines Systems hängt von vielerlei Faktoren ab: Beispielsweise tragen eine Ausbaufähigkeit des Systems, die Verwendung genormter oder standardisierter Schnittstellen und Protokolle (Kompatibilität), die Breite des Angebotes und das Image der Anbieter sowie eine Herstellerunabhängigkeit zum Aspekt Zukunftssicherheit bei. Die einzelnen Punkte werden im folgenden genauer betrachtet.

Normen ... Normen erleichtern in vielen Fällen den Austausch bzw. den gemeinsamen Einsatz von Komponenten – falls der Standard mit hinreichend kleinen Toleranzen definiert ist. Ist ein Standard jedoch zu restriktiv, behindert er die Weiterentwicklung und somit auch die Zukunftssicherheit eines Systems. In solchen Fällen werden mehr oder minder aufwendige (und damit teure) Updates erforderlich. Bei den sogenannten DCC-Digitalsystemen, die nach der NMRA-Norm (Verband der nordamerikanischen Modellbahner) entwickelt wurden, ist das elektrische Signal an den Gleisen genormt und somit verbindlich: Alle mobilen und stationären Decoder nach dieser Norm lassen sich von allen Zentraleinheiten nach ebendieser Norm ansprechen. Die Einhaltung der NMRA-Norm wird von einer unabhängigen Zertifizierungsstelle geprüft, die auch entsprechende Prüfsiegel vergibt.

... und Standards Die weiteren Digitalformate wie das weitverbreitete „Märklin-MotorolaFormat“ oder das FMZ-, Selectrix-, oder Zimo-Format u.a. sind nicht genormt, sondern stellen „IndustrieStandards“ dar – sind also quasi eine herstellereigene Norm. 6

Leistungsumfang und Ausbaufähigkeit

Digitaler Pluralismus Verfolgt man die Diskussionen anläßlich von „Digital-InfoTagen“ in Modellbahnfachgeschäften, so kristallisieren sich in vielen Fällen drei zentrale Fragenkomplexe heraus: Ausbaufähigkeit, Zukunftssicherheit und Preis/Leistungsverhältnis. Hinzu kommen noch eine ganze Reihe speziellerer Fragen nach Detailproblemen oder individuellen Lösungsansätzen. Im folgenden Beitrag versuchen Gerhard Peter und Bernd Schneider den miteinander verwandten Fragen nach Ausbaufähigkeit und Zukunftssicherheit nachzugehen. Zwangsläufig stoßen sie dabei auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Digitalsysteme. Bild rechts oben: Wer heute seine Modellbahn digital betreiben möchte, findet eine große Auswahl verschiedenster Gerätschaften. Vor der Investition gilt es jedoch zu klären, welches System die gewünschten Betriebsmöglichkeiten zur Verfügung stellt. Fotos: gp Für die etablierten Digitalsysteme gibt es Zentralen von verschiedenen Anbietern. Nicht jede multiprotokollfähige Zentrale stellt auch für das Schalten die erforderlichen, systemtypischen Steckersystem zur Verfügung. *1 = mit externem Steuergerät *2 = mit externem Steuergerät *3 = mit Keyboard *4 = nur Adressen über die Lokmaus *5 = Loco-Net *6 = s88-Bus

Hersteller

Zentrale

Fahradressen

Weichen*1

Arnold

Central Control 86202

119



Digitrax

DCS 100/DCS 200

100 9999*2

999

Lenz

LZ100

256

LGB

MZS-Zentrale

8



Roco

Digital-Zentrale 10751

8

512

Trix

Central-Control 2000

9/64*2



Intellibox

999

1024*5 256*6

MX1

10239*2

999

Uhlenbrock Zimo

Hersteller

Zentrale

Fahradressen

Weichen*1

Arnold

Central Control 86202

80

Märklin

Control Unit 6021

80

256 256*3

Intellibox

256

Zentrale „DS 16“

16 von 256



MX1

256?

256

Weichen*1

Uhlenbrock Völkner Zimo

Hersteller

1024*5 256*6

Zentrale

Fahradressen

MÜT

Multi-Control 2004

100

1600

Trix

Central-Control 2000

9 (100*2)

Intellibox

100

832*2 1024*5

Uhlenbrock

256*6

MIBA-Spezial 42

Wird dieser Standard offengelegt und anderen erlaubt, ihn zu nutzen, so entwickeln sich „Quasi-Standards“ (wer kennt nicht den Begriff der „IBMkompatiblen PCs“?). Solche Quasi-Standards gibt es viele, beispielsweise die diversen BusSysteme und Netzwerke zur Verbindung der Handregler mit der Zentrale, spezielle Rückmelde-Busse etc. Eine Übersicht zeigen die Tabellen in diesem Beitrag. Auch beim genormten NMRA-DCC ist nicht alles genormt, sondern nur das Signal am Gleis. Alles weitere liegt in der Verantwortung der Hersteller.

Schnittstellen und Wandler Mit der Wahl eines Digitalsystems ist man auch an das dort verwendete BusSystem oder Netzwerk gebunden. Um so wichtiger sind Adapter oder Wandler, die zwischen verschiedenen BusSystemen, Netzwerken oder einzelnen

Digitale Steuerzentralen (DCC-Format) Bussystem

Steuergeräte int.

Steuergeräte ext.

X-Bus, I2C-Bus

1 Fahrregler

31 Steuergeräte, 6 Steuergeräte I2C-Bus





3A

470,–

> 1000

ja

ja

5 A/8 A

500,–/550,–





380,– 500,–

Loco-Net

Programmer

Interface

Booster

Preis

X-Bus, RS-Bus



31 Steuergeräte

Maus-Bus



8 Lokmäuse

ja ja*4



5A

8 Lokmäuse

ja*4



2,5 A

230,–

ca. 200

ja



2,5 A

270,–

ja ( I2C-Bus,

ja

ja

2A

700,–

ca. 20 Steuergeräte

ja

ja

8A

1048,–

Maus-Bus –

1 Fahrregler

Loco-Net, „Maus-Bus“

2 Fahrregler

s88, I2C-Bus CAN-Bus

Loco-Net, Maus-Bus) –

Digitale Steuerzentralen (Motorola-Format) Bussystem

Steuergeräte int.

Steuergeräte ext.

Programmer

Interface

Booster

Preis

I2C-Bus, XBus

1 Steuergerät

31 Steuergeräte, 6 Steuergeräte I2C-Bus





3A

470,–

I2C-Bus

1 Steuergerät

16 Keyboards

ja



3A

420,–

Loco-Net, „Maus-Bus“

2 Steuergeräte

ja ( I2C-Bus,

ja

ja

2A

700,–





16 mobile Steuergeräte







149,-

CAN-Bus



ca. 20 Steuergeräte

ja

ja

8A

1048,–

s88, I2C-Bus

Loco-Net, Maus-Bus)

Digitale Steuerzentralen (Selectrix-Format) Bussystem

Steuergeräte int.

Steuergeräte ext.

Programmer

Interface

Booster

Preis

Sx-Bus

1 Fahrregler

ca. 200

ja

ja

2,8 A

480,–

Sx-Bus

1 Fahrregler

ca. 200

ja



2,5 A

270,–

Loco-Net, „Maus-Bus“

2 Fahrregler

ja ( I2C-Bus,

ja

ja

2A

700,–

s88, I2C-Bus

MIBA-Spezial 42

Loco-Net, Maus-Bus)

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Komponenten eine Verbindung herstellen können. Bei einem Wechsel der Zentrale als Herz des Digitalsystems reduzieren solche Adapter, oder Zentralen mit verschiedenen Schnittstellen den Aufwand für Ersatzbeschaffungen zugunsten einer Weiterverwendung vorhandener „Peripherie-Komponenten“ wie beispielsweise Rückmeldedecoder.

Connection

Marktverbreitung Exakte Zahlen zu den Verbreitungen der einzelnen Systeme lassen sich kaum ermitteln. Der Marktführer Märklin dürfte jedoch mit seinem System die größte Verbreitung gefunden haben. Das Motorola-System findet auch immer mehr Freunde unter den DCC-Fahrern. Preiswerte Schaltdecoder für Weichen, fertig oder als Bausatz, und Rückmeldemodule sorgen für weitere Verbreitung. An zweiter Stelle steht wohl das DCCSystem durch die Normung in der NMRA. Dabei spielt natürlich auch das vorwiegende Einsatzgebiet im Bereich der H0-Gleichstrom- und Großbahnen wie der Spurweiten 0, I und II (G wie Gartenbahn mit dem Hauptanbieter LGB) eine gewichtige Rolle.

Bus-/ Netzwerk-System

Verwendungszweck

Topologie

Anbieter

CAB-Bus

Handregler-Anschluß

Bus

Wangrow, Ramtraxx, North Coast Engineering

Can-Bus

Steuer- und Rückmeldebus

Netz

Zimo

I2C-Bus

Steuer- und Rückmeldebus

Bus

Arnold, Märklin, Uhlenbrock

LocoNet

Steuer- und Rückmeldebus

Netz

Digitrax, Uhlenbrock

Steuerbus

Stern

LGB, Roco, Uhlenbrock

Px-Bus

Booster-Steuerbus

Netz

Selextrix, MTTM, MÜT, Rautenhaus

RS-Bus

Rückmeldebus

Bus

Lenz

Sx-Bus

Steuer- und Rückmeldebus

Netz

Selextrix, MTTM, MÜT, Rautenhaus

s88-Bus

Rückmeldebus

Bus

Märklin, Uhlenbrock

Steuerbus

Bus

Lenz, Arnold, ZTC

Maus-Bus (X-Bus Light)

X-Bus

Die Systeme bzw. Digitalformate FMZ und Zimo sind herstellerspezifische Insellösungen und fanden bisher nicht die nötige Verbreitung. Zimo schwenkte schon vor ein paar Jahren mit seiner digitalen Hardware auf das

Datenformate Datenformate: Hersteller/ Anbieter von Zentralen

DCC

FMZ

Arnold

X



CVP (USA)

X

Digitrax

X X*1

X







Lenz

X









LGB

X









Fleischmann

Motorola Selectrix

X















X*3





Märklin





X





MRC (USA)

X









MÜT







X



North Coast Engineering

X









Roco

X









Trix

X*2





X



X

X*2



Uhlenbrock Wangrow/Ramtraxx Zimo ZTC (USA)

X



X









X*2



X*2



X

X









*1 = voraussichtlich ab 2000 *2 = Datenformat steht nur über den Gleisanschluß zur Verfügung *3 = nur „Chief“

8

Zimo

DCC- und Motorola-Format um, behielten aber für ihre Kundschaft das firmeneigene „Zimo-Format“ bei. Auch bei Fleischmann mit dem FMZ-Format findet ein Umbruch statt. Das FMZSystem wird zwar weiterhin erhältlich sein, doch setzt man auch hier auf das DCC-System. Beispielsweise versteht der neue Fahrzeugdecoder das FMZund auch das DCC-Format. Die digitale Mehrzugsteuerung Selectrix aus dem Hause Trix spielt die dritte Geige im Reigen der Digitalsysteme. Durch das technische Knowhow, insbesondere durch sehr kleine Fahrzeugdecoder mit Motorregelung, erlangte das System bei den N- und einigen H0-Bahnern einen guten Ruf. Anbieter wie MÜT, Rautenhaus und MTTM ergänzen das System um interessante Baugruppen.

Anbieterunabhängigkeit Wird ein System nur von einem Anbieter vertrieben, so ist man diesem auf „Gedeih und Verderb“ ausgeliefert. Stellt er den Vertrieb des Systems ein, so befindet man sich auch auf dem Abstellgleis ... Offensichtlich scheint es also im Sinne einer Zukunftssicherheit besser zu sein, ein System zu wählen, das von mehreren Anbietern vertrieben wird. Ob man einem großen Hersteller in dieser Hinsicht weniger vertrauen sollte als mehreren kleinen Anbietern, sei dahingestellt und ist im Einzelfall MIBA-Spezial 42

Steuergeräte Stationär Mobil Hersteller

Topologie

Drahtlos

Modus

Funktionen/ Weichen

Preis ca.

Steuergerät

Arnold

Control 86210

X



I2C-Bus, X-Bus



F

5/–

300,–

Arnold

Keyboard 86220

X



I2C-Bus, X-Bus



S

–/256

300,–

Digitrax

UT1



X

LocoNet



F

9/–

170,–

Digitrax

DT100IR



X

LocoNet

X

F

9/–

270,–

LH100

X



X-Bus



F/S

9/256

290,–

Märklin

Control80f

X



I2C-Bus



F

4

290,–

Märklin

Keyboard

X



I2C-Bus



S

4

260,–

HC01





SX-Bus



F

2

105,–







Cab-Bus









Roco

Lok-Maus



X

Maus-Bus



F

8

130,–

Roco

Weichen-Keyboard



X

Maus-Bus, X-Bus



S

256



Control-Handy



X

SX-Bus



F/S

2/99

270,–

Fred



X

Loco-Net



F

2

135;–

WCT 11

X



Cab-Bus









Zimo

MX2



X

CAN-Bus



F/S

9/

500,–

Zimo

MX2IF



X

CAN-Bus

X

F/S

9/

700,–

Lenz

MÜT North Coast Engineering

Trix Uhlenbrock Wangrow

F = Fahren, S = Schalten, – = keine Angaben

von den Marktverhältnissen und anderen Aspekten abhängig. Oft wird durch die Konkurrenz auch ein entsprechender Preisdruck ausgelöst, der insgesamt zu sinkenden Kosten für den Anwender führen kann. Hier lohnt sich manchmal auch ein Blick in die USA und Kanada, wo insbesondere Digitalsysteme nach NMRANorm weit verbreitet sind. Bei Sammelbestellungen von Lokdecodern o.ä. lassen sich schnell ein paar Mark einsparen ...

Make or buy? Die Frage nach dem Kaufen oder Selbermachen ist nicht nur eine Frage der Anschaffungskosten und des eigenen handwerklichen Know-how, sondern auch ein Aspekt der Zukunftssicherheit des Systems: Selbst dann, wenn der oder die Hersteller die Produktion einstellen, kann das System weiter ausgebaut werden – Verfügbarkeit von Systemdokumentation etc. vorausgesetzt. Auch der Erstellung von Komponenten für spezielle Aufgaben steht weniger im Wege, wenn die technischen Merkmale eines Systems „öffentlich“ sind. MIBA-Spezial 42

Ausbaufähigkeit Gerade bei einem Wechsel der Anforderungen des Benutzers ist die Ausbaufähigkeit eines Systems entscheidend für den Schutz der getätigten Investitionen. Hierbei sind im allgemeinen solche Digital-Systeme von Vorteil, die mehrere Schnittstellen, Protokolle usw. unterstützen. Konkrete Entscheidungen sind natürlich von den vorhandenen Stückzahlen an Komponenten und den jeweiligen Wünschen des Anwenders abhängig. Im folgenden wird anhand von drei fiktiven Fallstudien eine mögliche Entscheidung erarbeitet.

Fallstudie 1 Ein Anwender des alten Arnold-Digitalsystems betreibt eine größere Anlage und möchte diese um portable Handregler (Walk-around Controls, WAC) ergänzen. Ihm stehen hierbei mehrere Möglichkeiten zur Verfügung: • Anschaffung eines IR-Controls von Märklin. Dieses läßt sich über den I2CGerätebus, den beide Hersteller verwenden, wie ein normales Fahrgerät

mit der Arnold-Zentrale verbinden. Über das IR-Control lassen sich bis zu vier „Infrarot-Fernbedienungen“ von Märklin betreiben. Kommt der Anwender damit aus, so ist dies sicherlich eine preiswerte Möglichkeit. • Austausch der alten Arnold-Zentrale gegen eine Zentrale des neuen Arnold-Digitalsystems. Die neue Zentrale bietet einen X-Bus-Anschluß, an den u.a. Handregler der Firma Lenz angesteckt werden können. Somit ergibt sich eine flexible Lösung, da generell alle Geräte mit X-Bus daran angeschlossen werden können. Außerdem bietet die neue Zentrale auch gleich noch einen Fahrregler. Eine Verträglichkeit sollte jedoch zuvor mit dem Anbieter überprüft werden. • Austausch der alten Arnold-Zentrale gegen eine Intellibox von Uhlenbrock. Diese erlaubt den Anschluß von bis zu acht Lokmäusen (die per Adapter übrigens auch an den X-Bus gehängt werden können) und unterstützt außerdem das LocoNet (siehe Beitrag auf den Seiten 92 ff in diesem Spezial). An das LocoNet lassen sich Handregler der Firma Digitrax und auch der „FRED“ (Selbstbau oder von Uhlenbrock) anschließen. Auch andere 9

Die neue Zentrale Multi-Control 2004 von MÜT ist das Multitalent der Selectrix-Gemeinde und bietet neben dem SX- und PXBus den erweiterten Funktions-Bus „EX“.

Komponenten wie Modellzeituhren, Weichen- und Rückmeldedecoder oder Computer-Interfaces etc. lassen sich an das LocoNet anschließen.

Fallstudie 2 Ein NMRA-DCC-Fahrer hat bisher nur den Fahrbetrieb digitalisiert, stellt die Weichen aber noch konventionell. Erst als er die Möglichkeit bekommt, preisgünstig eine größere Stückzahl gebrauchter Weichendecoder für das Märklin-Motorola-Format zu erwerben, plant er die Umstellung. Er möchte zukünftig seine Weichen per PC-basiertem Gleisbildstellpult steuern. Auch hier ergeben sich wieder eine Reihe von Möglichkeiten: • Austausch der Zentrale gegen eine Multiprotokoll-Zentrale für NMRA-DCC und Märklin-Motorola (Arnold neu, Digitrax Chief, Intellibox). Setzt der hier betrachtete Anwender das alte Arnold-System ein, so kann er seine weiteren Eingabegeräte sowohl am neuen Arnold-Digital als auch an der Intellibox weiterverwenden. Verwendet er eine Digitrax-Zentrale (bspw. den DT200 mit einem Booster), so können die Eingabegeräte und Handregler über das LocoNet sowohl am Chief als auch an der Intellibox eingesetzt werden.

Gute „Connections“ waren schon immer gut! Eine der positiven Eigenschaften der Intellibox sind die vielen Möglichkeiten, systemübergreifend Decoder, Rückmeldebausteine und Booster anschließen zu können.

• Einsatz eines getrennten MärklinMotorola-Digitalsystems aus Zentrale und Interface für die Weichensteuerung. Soll mit der Weichensteuerung per PC auch (später) eine Steuerung der Fahrzeuge erfolgen, ist dann neben einem zweiten Interface für das NMRADCC-System auch eine multiportfähige Software (z.B. Railroad & Co.) erforderlich. Diese kann über zwei oder mehr Schnittstellen je ein Digitalsystem ansprechen. • Einsatz eines DirectDrive-Systems (z.B. Booster, DirectDrive, DirectTrain, LOK, XDT u.v.a.), bei dem die DigitalSignale direkt durch den PC erzeugt werden. An Hardware wird dann nur ein Booster benötigt. Dabei ergibt sich

Die Zimo-Zentrale bietet bis zu drei Datenfromate: DCC, MM und Zimo. Nur über den CAN-Bus läßt sich die hohe Funktionalität der Zentrale MX1 ausnutzen.

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für das Gleisbildstellpult die Einschränkung, das viele der DirectDriveSysteme nur unter DOS laufen und auf die Vorzüge einer Windows-Oberfläche verzichten müssen. Bei einer Steuerung der Fahrzeuge ergibt sich das Problem, das auch bei der vorhergehenden Alternative diskutiert wurde.

Fallstudie 3 Der Betreiber (oder sein Sohn/Tochter) einer digitalisierten Modellbahn hat sein Herz für computergesteuerte Abläufe auf der Modellbahn entdeckt. Nach einigen Versuchen stößt er jedoch an die Grenzen des Systems: Das Interface scheint einfach zu langsam zu sein ... Die meisten Digitalsysteme (z. B. Arnold, FMZ, Lenz, Märklin und Zimo) erlauben nur ein Interface zum Anschluß eines Computers an das Digitalsystem; Selectrix erlaubt pro Sx-Bus ein Interface. Bei Verwendung des Märklin-Interface ist man durch die „gemächliche“ Übertragungsrate und den mitunter etwas trägen s88-Bus zum Auslesen der Rückmeldedecoder gebremst. Verteilt man einen Teil der MIBA-Spezial 42

Topologien ... ... bezeichnen die Strukturen derVerbindungen von Komponenten untereinander, die einfachste Topologie ist der Stern. Hierbei hängen alle Komponenten direkt an der Zentrale – die entsprechend stark belastet wird. Ein Vorteil ist jedoch die einfache Erweiterbarkeit duch simples Anstecken einer zusätzlichen Verbindung an die Zentrale. Die Identifikation der Komponenten erfolgt entweder durch die Übertragung einer eigenen, in der Komponente vorhandenen Identität oder auf der Basis des Anschlusses an die Zentrale. Eine solche Topologie findet sich beispielsweise beim Anschluß von Weichen an einen Weichendecoder. Der Weichendecoder hat hierbei die Funktion der Zentrale, die angeschlossenen Komponenten werden auf der Basis der Anschlusses an der Zentrale identifiziert bzw. adressiert. Der Bus ist eine lineare Struktur ohne Verzweigungen. Die Zentrale kann an bliebiger Stelle im Bus eingereiht sein. Bei Erweiterungen

Steuerungsintelligenz in das MärklinFahrstraßenstellpult Memory, so müssen unter Umständen doppelte Rückmeldedecoder – je eines für das Memory und das Interface – eingesetzt werden. Der Betreiber kann • ein schnelleres Interface wählen (falls eines existiert) oder • eine neue Zentrale beschaffen, die ein schnelleres Interface unterstützt (z.B. Intellibox statt Arnold/Märklin). Zusätzlich besteht die Möglichkeit, die für die Steuerung erforderliche „Intelligenz“ zu verteilen. Dies kann so geschehen: • Aufteilen der Anlage in verschiedene logische Bereiche, zum Beispiel Schalten und Fahren oder Schattenbahnhof und Blockstellensicherung. Je Bereich ist dann ein eigenes Digitalsystem erforderlich, die Steuerungssoftware muß multiportfähig sein. • Verwendung eines oder mehrerer Interfaces und/oder eines schnelleren Rückmeldebusses. Hier stellen beispielsweise der Rückmeldebus (RSBus) von Lenz oder das LocoNet entsprechende Alternativen dar. Beide bieten verhältnismäßig flotte Rückmeldungen und mehrere Interfaces an. MIBA-Spezial 42

kann der Bus aufgebrochen und die neue Komponente eingeschleift werden. Die Identifikation der Komponenten erfolgt entweder auf der Basis einer eigenen Identität oder aufgrund ihrer Position im Bus. Bus-Topologien sind recht verbreitet, bspw. I2C-Bus (Märklin, Arnold, Uhlenbrock), X-Bus (Lenz), CAN-Bus

Stern

Ring

Netz

Bus

(Zimo), Cab-Bus (Wangrow, NCE, Ramtraxx) etc., bei denen die Komponenten eine eigene Identität besitzen oder der s88-Rückmeldebus (Märklin, Uhlenbrock), bei dem die Komponenten aufgrund ihrer Position im Bus identifiziert werden. Die Ring-Topologie ist quasi ein

Beim LocoNet können zusätzlich noch bestimmte Funktionen über die Kaskadierung der Digitrax DS54-Decoder realisiert werden. An jedes Interface kann je ein Computer angeschlossen werden. Problematisch kann unter Umständen die Aufgabenverteilung zwischen mehreren angeschlossenen Computern werden ... • Reicht ein schnelleres Interface nicht aus, sondern liegt das Problem der mangelhaften Performance auf der Seite des Computers, so ist der Umstieg auf ein leistungsfähigeres Modell oder eine effizientere Software möglich. Selbst die Möglichkeit, ein ganzes Netz von Computern über ein Interface mit der Modellbahn zu verbinden, existiert bei KAM (http://www.kamind.com).

Fazit Der Versuch, die Zukunftssicherheit eines Digitalsystems möglichst objektiv zu bewerten, gelingt nicht vollständig: Zu unterschiedlich sind die individuellen Gewichtungen der einzelnen Aspekte beim Anwender. Ändern sich seine Anforderungen oder Bedürfnisse, so wird dies in vielen Fällen eine

geschlossener Bus. Eine Anwendung in dieser Reinform findet sich beim Stellpultsystem MCS120 von Roco und beim Rückmeldesystem „Loop“ von TBI, nicht aber bei den eigentlichen Digitalsystemen. Beim Netz handelt es sich um die allgemeinste mögliche Topologie. Alle anderen Topologien lassen sich aus dem Netz ableiten. In der Praxis besitzt das Netz eine Reihe von Vorteilen, die von einer einfachen Erweiterbarkeit (eine neue Komponente kann an beliebiger Stelle mit anderen Komponenten verbunden werden) bis zu einer hohen Leistungsfähigkeit reichen. Um die Leistungsfähigkeit auszunutzen, bedarf es auf der einen Seite einer gewissen Intelligenz in den Komponenten und auf der anderen Seite des Ziehens zusätzlicher Verbindungen. Beides bewirkt, daß es sich beim Netz um eine vergleichsweise teure Topologie handelt. Wegen der verhältnismäßig kurzen Distanzen, die auf der Modellbahn zu überbrücken sind, und des einfachen 6adrigen Flachkabels relativiert sich dies. Die Topologie „Netz“ findet sich z.B. beim LocoNet (siehe auch S. 90 ff)

Zusatz- und/oder Ersatzbeschaffung nach sich ziehen. Wie die – mitunter bewußt „etwas“ überzogenen – Fallstudien zeigen, bietet sich dabei oft eine breite Spanne an Ansätzen an. Die günstigste Lösung wird dabei – wie so oft – nicht die beste Lösung sein. Ein weiteres Problem wird sich dem Modellbahner, der sein System auf seine speziellen Bedürfnisse erweitern oder umrüsten möchte, stellen. Wo bekommt er umfassende Informationen oder gar Lösungsvorschläge für seine speziellen Probleme her. Nur wenige „Spezialisten“ haben den Durchblick und können objektive Hilfestellung leisten. Im allgemeinen stellen sich modulare Systeme beim Umbau kostengünstiger dar, können aber dafür in der Anschaffung teurer sein. An einer Kalkulation wird man nicht vorbei kommen. Intelligente und herstellerübergreifende (Quasi-)Standards können hierbei für mehr Flexibilität, eine breitere Basis an Komponenten unterschiedlicher Anbieter und somit für (subjektiv?) mehr Sicherheit der Investition sorgen. Bernd Schneider/gp 11

MARKTÜBERSICHT

Digitaler Einstieg bei Märklin: Das DeltaICE-Set enthält neben dem Schnelltriebzug auch das Delta-Control und einen Regeltrafo.

Was bieten Startsets mit Digitalsteuerung?

Digitalbetrieb von Anfang an In vielen Fällen erfolgen die ersten Schritte ins Modellbahnhobby mit Hilfe einer Startpackung. Neben den traditionellen Startpackungen (Zuggarnitur, Gleisoval, Regeltrafo) tauchen in den letzten Jahren immer mehr Digitalstartsets in den Sortimenten der führenden Hersteller auf. Modellbahneinsteiger, die sich hierfür entscheiden, treffen eine zukunftssichere Wahl – wenn sie im Dschungel der Systeme, Hersteller und Angebote nicht die Orientierung verloren haben. Eine Übersicht von Rainer Ippen und Thomas Hilge.

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ogisch: Wer mit dem Hobby Modellbahn beginnt, fängt meist bei „Null“ an. Er/sie benötigt Gleise, zumindest eine Lokomotive und ein paar Wagen sowie ein Steuergerät. Was liegt näher, als auf besonders praktische Angebote der Hersteller zurückzugreifen: Startsets enthalten nicht nur alles, um sofort „loslegen“ zu können, sondern sind auch recht preisgünstig. Erwirbt man eine klassische Startpackung mit Fahrgerät, so sind schon beim Einsatz eines zweiten Zuges isolierte Gleisabschnitte, Schalter oder „denkende“ Weichen einzubauen, damit die Züge abwechselnd fahren können. Einfacher gestaltet sich der weitere Ausbau, wenn die erworbene Startpackung eine digitale Grundausstattung enthält. Denn schon mit dieser lassen sich mehrere Züge auf einem Gleis steuern, ohne daß irgendwelche Umbaumaßnahmen an Gleis oder Elektrik erforderlich wären. Jede hinzugekaufte Lok mit Decoder läßt sich also ohne weitere Umstände unabhängig von der vorhandenen betreiben. Zudem können oft noch Funktionen an der Lokomotive – z.B. Beleuchtung oder Signalhorn – geschaltet werden. Alle bekannten Modellbahnhersteller haben digitale Startsets im Programm, manche Anbieter sogar mehrere. Für die Kaufentscheidung wird

neben dem Preis vor allem der aus den Bestandteilen der jeweiligen Packung resultierende „Spielspaß“ ein Rolle spielen. Bereits bei dieser Grundinvestition in den Hobbyeinstieg ist zudem an mögliche Erweiterungen zu denken. Grundsätzlich sind alle Startsysteme ausbaufähig. Manche lassen sich jedoch nur mit Komponenten des jeweiligen Herstellers erweitern, andere gestatten hingegen den herstellerübergreifenden Ausbau und Austausch von Komponenten. Entscheidendes Merkmal dieser Kompatibilität ist das Datenübertragungsformat. Vereinfacht gesagt: Verstehen Senderbausteine und Decoder die gleiche „Sprache“, so können sie von verschiedenen Herstellern stammen.

Märklin H0 Beim Modellbahn-Marktführer gibt es die digitale Modellbahn in zwei Ausführungen: Mit dem Delta-Mehrzugsystem lassen sich maximal fünf Loks unabhängig voneinander auf einem Stromkreis steuern, die „Profiversion“ Märklin Digital gestattet den gleichzeitigen Betrieb von bis zu 80 Triebfahrzeugen. Beide Varianten sind ansonsten voll kompatibel, weshalb die meisten Märklin-Loks bereits ab Werk standardmäßig mit einem Delta-DecoMIBA-Spezial 42

Das Premium-Startset von Märklin bietet den besten Einstieg in die digitalisierte Modellbahn des Mittelleiter-WechselstromSystems. Sie enthält zwei Züge in Epoche3-Ausführung, Weichen und Gleismaterial (leider nicht ausreichend, denn das Überholgleis ist zu kurz für den Schnellzug) und mit Digital-Zentraleinheit und -transformator eine ausbaufähige Basisausstattung des Märklin-Digitalsystems.

der ausgestattet sind. Dies gilt auch für die Loks in den „konventionellen“ Startsets von Märklin, von denen sich vier Stück im aktuellen Programm befinden (drei mit C-Gleis, eines mit KGleis). Darüber hinaus werden aber zwei attraktive digitale Startpackungen angeboten, die uns hier interessieren. MIBA-Tip 1. Eine Neuheit des Jahres 1999, die vor kurzem ausgeliefert wurde, ist das Delta-Startset mit ICE (Art.-Nr. 29785). Es wird vor allem den jugendlichen Modellbahnnachwuchs ansprechen. Enthalten sind ein ICE-2Triebzug (bestehend aus Triebkopf, Steuerwagen sowie einem Zwischenwagen), ein C-Gleisoval mit zwei Bogenweichen und Überholgleis (Größe 184 x 84 cm) sowie Delta-Control und 32-VA-Regeltrafo. Diverse beigefügte Informationsschriften geben erschöpfend über Aufbau und Erweiterungsmöglichkeiten Auskunft. Angesichts des Inhalts ist der Preis von ca. DM 470,– als günstig einzustufen. MIBA-Tip 2. Das im vergangenen Jahr erschienene Premium-Startset (Art.Nr. 29845) trägt seinen Namen zu Recht: Zwei Züge und ein Gleisoval (CGleis) mit zwei Weichen und Überholgleis sowie die Digital-Zentraleinheit 6021 und der Transformator 6002 gehören zum Lieferumfang. Bei der Ausstattung mit Rollmaterial hat MärkMIBA-Spezial 42

Eine Basisausrüstung, die auch für größere Anlagen noch ausreicht, bilden die Control Unit und der zugehörige Transformator. Mit der Zentraleinheit lassen sich 80 Lokadressen und maximal 256 Magnetartikel ansteuern.

lin nicht gespart: Dampflok der Baureihe 03, Diesellok der Baureihe 216, drei Schnellzugwagen und vier verschiedene Güterwagen, allesamt in beliebter Epoche-3-Ausführung – damit läßt sich’s gut spielen. Nebenbei: So mancher Sammler hat sich dieses Startset schon wegen der beiden Züge, deren Fahrzeuge es in dieser Ausführung sonst nicht gibt, geholt. Dank der beiden Züge kann das Steuerungssystem gut zeigen, was es zu leisten vermag. Dazu tragen auch die separat per Zentraleinheit schaltbaren Zusatzfunktionen bei: Bei der Diesellok läßt sich per Knopfdruck die Druckluftpfeife auslösen, bei der 03 sind Fahrwerksbeleuchtung und der bereits eingebaute Raucheinsatz digital zuschaltbar. Bei einem Ladenpreis von zumeist knapp unter DM 1000,– ist

das digitale Premium-Startset für ambitionierte Märklin-Einsteiger auf jeden Fall die erste Wahl. Weiterer Ausbau. Das Delta-System, welches im ICE-Startset enthalten ist, ist nur begrenzt ausbaufähig und eignet sich für kleine und mittlere Anlagen. Mit dem Delta-Control können maximal vier Triebfahrzeuge unabhängig voneinander gesteuert werden, kommt noch der Handregler DeltaPilot (Art.-Nr. 6605) hinzu, kann zusätzlich eine fünfte Lok angewählt werden. Das digitale Schalten von Magnetartikeln (Weichen und Signalen) ist mit dem Delta-System nicht und das Auslösen von Zusatzfunktionen nur eingeschränkt möglich. Werden diese Kapazitäten überschritten, muß auf Märklin Digital umgestiegen und in neue Komponenten investiert werden. 13

Das Digital-Control-Startset von Fleischmann wird in nahezu gleicher Ausstattung sowohl für die Baugröße N (hier im Bild) als auch für H0 angeboten.

Die Control Unit des Premium-Startsets ermöglicht dagegen alle Ausbauoptionen des Märklin-Digital-Systems. 80 zu vergebende Lokadressen, 256 schaltbare Magnetartikel, maximal fünf schaltbare Lokfunktionen: das bedeutet genug Potential auch für größere Anlagen. Ärgerlich: Wer die vollen Zuglängen nutzen will, kommt um die sofortige Anschaffung zusätzlicher Gleise nicht herum, denn das Überholgleis ist zu kurz – das MärklinVerkaufsmarketing wird dies für eine gute Idee halten, mancher Kunde fühlt sich vermutlich verschaukelt. Zusammengefaßt. Märklin macht den digitalen Start ins Mittelleiter-Wechselstrom-System leicht. Vor allem das Premium-Set ist sinnvoll zusammengestellt, gut erweiterbar und äußerst preisattraktiv. Das von Märklin gewählte Motorola-Format ist nicht kompatibel mit den Datenformaten anderer Digitalsysteme. Inwischen gibt es jedoch auch andere Anbieter, die Komponenten für das Motorola-Format anbieten.

Fleischmann H0 und N Der Traditionshersteller aus Nürnberg hat (auch schon traditionell) viele Startpackungen im Sortiment. Unter zwölf H0-Startpackungen und sechs NStartsets findet sich auch jeweils eines mit der hauseigenen FMZ-Digitalsteuerung (FMZ=Fleischmann-Mehrzugsteuerung). Zusammensetzung und 14

Inhalt in den beiden Baugrößen unterscheiden sich kaum, so daß wir im folgenden nur das H0-Set näher betrachten wollen. Hingewiesen sei jedoch darauf, daß das digitale N-Startset sowohl in einer Variante mit Ellok der Reihe 140 (Art.-Nr. 69370, ca. DM 530,–) als auch mit Diesellok der Reihe 218 (Art.-Nr. 69371, ca. DM 490,–) erhältlich ist. MIBA-TIP. Das FMZ-Startset 66374 enthält eine Dampflok der Baureihe 94, drei Güterwagen, ein Gleisoval mit zwei Entkupplungsgleisen, zwei Bogenweichen und Überholgleis (Größe 145 x 81 cm) sowie Trafo und Digital Control, das gleichzeitig als Fahrregler dient. Das Digital Control 6803 C ist de facto die kleine Zentraleinheit des FMZ-Systems. Sie kann insgesamt 119 Adresse vergeben; bis zu vier Triebfahrzeuge aus diesem Adressvorrat können gleichzeitig gesteuert werden, ein fünftes kann mit dem separat anzuschließenden Handregler 6820 bedient werden. Schon diese kleine Zentrale verfügt über einige nützliche Extras: die Lokbeleuchtung kann ein- und ausgeschaltet werden, Maximal- und Minimalgeschwindigkeit sind ebenso definierbar wie die Steuerkennlinie sowie Anfahrbeschleunigung und Bremsverzögerung. Auch Doppeltraktionsbetrieb ist einstellbar. Mit einem Ladenpreis von ungefähr DM 550,- bietet auch dieses Startset einen günstigen Einstieg ins digitale Modellbahnhobby. Weiterer Ausbau. Wächst die Anlage und damit die Zahl der Loks und Magnetartikel, so ist der Umstieg vom Digital Control 6803 C auf die FMZZentrale 6800 unvermeidbar. Mit ihr

können maximal 32 Triebfahrzeuge gesteuert werden, aber auch Magnetartikel, Weichenstraßen und vieles mehr. Insgesamt kann die FMZ-Zentrale bis zu 119 Decoder ansteuern. Zusammengefaßt. Fleischmanns digitales Startset ist flugs aufgebaut und in Betrieb genommen. Dies gilt auch für das Steuergerät Digital Control mit seiner nicht eben modern wirkenden, aber funktionellen und tatsächlich kinderleicht zu bedienenden ZweiknopfSteuerung. Das FMZ-Format ist inkompatibel zu anderen Digitalformaten, weshalb es nur zusammen mit FMZDecodern eingesetzt werden kann.

Roco H0 Rocos Digitalsystem nennt sich „Digital is cool“, womit schon signalisiert ist, daß es vor allem den jugendlichen Modellbahnnachwuchs ansprechen soll. Rein äußerlich zeigt sich dies auch in der pfiffig gestylten „Lokmaus“, dem digitalen Steuergerät. Klar, daß sich auch im Roco-Programm mehrere Startpackungen anfinden, von denen zwei den digitalen Modellbahneinstieg ermöglichen. Das „Digi-Startset“ 41101 enthält einen von einer 215 bespannten Güterzug, ein Gleisoval mit Handweiche und Abstellgleis sowie Trafo, Digitalzentrale und Lokmaus. MIBA-TIP. Noch mehr zu bieten hat das Digital-Startset 41210. Es enthält eine kleine Dampflok der Baureihe 80, drei Güterwagen, zwei Personenwagen, ein Gleisoval mit Weiche und Abstellgleis (Größe 235 x 100 mm), einen kleinen Bahnübergang und ein Handsignal sowie Trafo, Digitalzentrale und Lokmaus. Zum Clou wird das MIBA-Spezial 42

Gut ausgestattet ist das Roco-Digital-Startset 41210. Neben einer kleinen Dampflok der Baureihe 80 enthält es zwei Personenund einen Güterwagen sowie eine Digitalweiche (rechts unten) nebst Abstellgleis. Zubehör wie handgestelltes Signal und kleiner Bahnübergang ist ebenfalls dabei. Die digitale Grundausstattung besteht aus Trafo, Zentraleinheit und der sogenannten „Lokmaus“. Sie reicht auch aus, um mittlere Anlagen zu steuern, denn über den Wahlschalter an der Lokmaus können bis zu acht Triebfahrzeuge oder 16 Weichen bedient werden.

Startset durch zwei Extras: Zum einen ist in die Dampflok ein Dampfgenerator eingebaut, der als Sonderfunktion zuschaltbar ist. Zum anderen ist die Weiche mit Elektroantrieb und Decoder ausgestattet und kann ohne weitere Umstände per Lokmaus ferngesteuert werden. Mit ihr können übrigens maximal noch weitere sieben Lokomotiven gesteuert werden, wenn diese mit DCC-Decoder ausgestattet sind. Mit einem Ladenpreis von um die DM 400,– ist dieses Startset ein attraktives Angebot, das die Entscheidung für den digitalen Einstieg in die Modellbahnerei leichtmacht. Weiterer Ausbau. „Digital is cool“ eignet sich vornehmlich für kleinere Anlagen. Mehr als acht Fahrzeuge lassen sich nicht ansteuern, selbst wenn man eine zweite Lokmaus an die Zentrale anschließt – aber dann können immerhin zwei „Lokführer“ mitspielen. Anstelle von Triebfahrzeugen kann die Lokmaus auch Weichen schalten: Pro Lokadresse lassen sich alternativ auch MIBA-Spezial 42

zwei Digitalweichen fernbedienen. So lassen sich mit einer Lokmaus also z.B. fünf Loks und sechs Weichen fernsteuern. Bis zu 128 Digitalweichen kann das neue Weichen-Keyboard 10770 ansteuern, das parallel zur Lokmaus an die Digitalzentrale angeschlossen wird. Wer mehr als acht Triebfahrzeuge betreiben will, muß auf Produkte von Lenz digital plus zurückgreifen, die wie „Digital is cool“ das DCC-Format verstehen.

Zusammengefaßt. Rocos Digital-Startset 40210 bildet eine sehr sinnvolle, unterhaltsame und zudem preiswerte Erstausstattung für den ModellbahnAnfänger. Es läßt sich rasch und mit wenig Aufwand ausbauen: mit weiteren Roco-Line-Gleisen, digitalisierten Weichen und Loks mit DCC-Decodern. Hierbei lassen sich auch jene Produkte anderer Hersteller einsetzen, die das DCC-Format einsetzen – Kompatibilität ist also ein Pluspunkt. 15

Minitrix N Trix läßt Modellbahn-Einsteiger, die sich der Spur N verschrieben haben, nicht im Regen stehen: Sieben Startsets befinden sich zur Zeit im Sortiment, davon zwei mit digitaler Selectrix-Ausstattung. Kernstück beider Sets ist das Central-Control 2000, eine Zentraleinheit mit integriertem Fahrregler. Hiermit lassen sich bis zu neun Triebfahrzeuge programmieren und steuern. Das Digitalstartset 11106 enthält neben der Zentraleinheit nebst Trafo eine V 60 mit drei Güterwagen sowie ein Gleisoval (Größe 93 x 42 cm) mit zwei Weichen und Überholgleis. Wir haben dieses Startset bereits in MIBASpezial 37 ausführlich vorgestellt. MIBA-TIP. Ein echter Kracher ist das Selectrix-Superset 11107, eine 1999er Neuheit, die in diesen Tagen in den Handel kommen soll. Es ist quasi das N-Pendant zum digitalen PremiumStartset von Märklin: enthalten sind zwei Züge, ausreichend Gleis- und Weichenmaterial für ein Gleisoval mit Überholgleis (Größe 114 x 42 cm) sowie Central-Control 2000 und Trafo. Die Rollmaterial-Ausstattung ist opu-

lent: Dampflok der Baureihe 03.10, Diesellok vom Typ V 160 (die bekannte „Lollo“), vier Schnellzugwagen der Bauartgruppe 1928 und vier verschiedenen Güterwagen – allesamt in der beliebten Epoche-3-Ausführung. Schon vom Start weg kann also die Selectrix-Steuerung zeigen, ob sie ihrem guten Ruf gerecht wird. Angesichts dessen, was die Einzelteile normalerweise kosten, kann die Preisgestaltung für das Set nur als äußerst kundenfreundlich bezeichnet werden: Für um die DM 750,– soll die Zusammenstellung über den Ladentisch gehen. Weiterer Ausbau. Mit dem CentralControl 2000 befindet sich das Basisgerät für den weiteren Ausbau des Selectrix-Systems in den beiden Digital-Startpackungen. Wer mehr als neun Loks ansteuern, Funktionsdecoder nutzen, Magnetartikel schalten und zudem den hohen Komfort des Selectrix-Systems komplett nutzen will, muß sich lediglich noch das Lok-Control 2000 oder ein Control-Handy zulegen – schon stehen insgesamt 100 Adressen fürs Fahren und Schalten zur Verfügung. Zusätzlicher Pluspunkt: Inzwi-

schen verstehen Selectrix-Geräte nicht mehr nur das hauseigene Datenformat, sondern auch das genormte und herstellerübergreifend verwendete DCCFormat. Zusammengefaßt. Das SelectrixSuperset 11107 ist unter den DigitalStartpackungen absolut die erste Wahl. Es verbindet eine sehr attraktive Ausstattung mit allen Vorteilen des Selectrix-Systems – und das bei einem PreisLeistungs-Verhältnis, welches die Modellbahn-Einsteiger scharenweise anlocken müßte. Vorbildlich: Alle Digitalkomponenten des Startsets können bei einem späteren Systemausbau mit voller Funktionalität weiterverwendet werden. Weniger vorbildlich: Auch hier ist das Überholgleis zu kurz – wer die volle Zuglänge von Beginn an nutzen will, muß sich mit der Startpackung weitere Gleise zulegen.

Arnold N Im Sortiment des N-Pioniers fanden sich bis vor kurzem zwar insgesamt fünf Startsets, aber keines davon fußte auf dem hauseigenen Digitalsystem (dessen neueste Version zugegebener-

Rechts das Selectrix-Startset 11106 für die Baugröße N (Minitrix). Herzstück der beiden digitalen Minitrix-Startpackungen ist das Central Control 2000, eine Zentraleinheit mit integriertem Fahrregler. Mit ihr können bis neun Lokomotiven unabhängig voneinander gesteuert werden, zwei Funktionstasten sind ebenfalls vorhanden. Bei einer späteren Hochrüstung mit weiteren Selectrix-Komponenten kann das Digital Control 2000 mit uneingeschränkter Leistung und Funktionalität weiterverwendet werden. Weiterer Pluspunkt: Das Gerät verarbeitet nicht nur das Selectrix-Format, sondern auch das genormte DCC-Format. Das neue Selectrix-Superstartset enthält neben Gleisen, Weichen und der Digitalsteuerung diese beiden attraktiven Zuggarnituren nach Epoche-3-Vorbild.

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maßen auch noch nicht lange im Handel ist). Daß dies ein Manko ist, haben auch die Arnold-Marketingstrategen erkannt und für Spätherbst die Auslieferung einer großen Digital-Startpackung angekündigt. MIBA-TIP. Das Digital-Startset 80360 enthält zwei Zuggarnituren: eine Ellok der Baureihe 103 mit zwei InterCityWagen 1. Klasse und eine Diesellok der Baureihe 212 im DB-Cargo-Rot mit zwei offenen Güterwagen des Typs Eaos. Außerdem beinhaltet die Packung ein Gleisoval (94 x 40 cm) mit zwei Weichen und Überholgleis sowie – als Herzstück der Steuerung – den Commander 9 samt Trafo. Der Commander 9 ist das Einsteigergerät in das Arnold-Digitalsystem; es vereinigt die Funktionen von Zentrale, Fahrpult für maximal neun Triebfahrzeuge und Stellpult für bis zu acht Magnetartikel. Es verfügt zudem über zwei Funktionstasten (etwa für Spitzenlicht, Lokpfeife oder Dampfgenerator) und dient zum Programmieren der Lokdecoder. Für ca. DM 850,– soll diese Zusammenstellung in den Handel kommen. Weiterer Ausbau. Überschreiten der Fahrzeugpark und die Zahl der Magnetartikel die Kapazität des Commander 9, so kann auf leistungsfähigere Komponenten des Arnold-Digitalsystems zurückgegriffen werden: das Central Control als Zentraleinheit steuert bis zu 119 Loks, über das digitale Keyboard können bis zu 256 Magnetartikel bedient werden. Leider kann der Commander 9 dann nicht mehr in seiner ursprünglichen Funktion weiterverwendet werden und dient nur noch als Bremsbaustein. Das ArnoldDigitalsystems bedient sich des DCCFormats und ist daher in hohem Maße kompatibel zu den Digitalerzeugnissen anderer Hersteller, die ebenfalls dieses Datenformat einsetzen (z.B. Lenz, Roco, Digitrax). Zusammengefaßt. Dank der Ausstattung mit zwei kleinen Zuggarnituren lassen sich mit dem Arnold-Startset die Vorteile einer digitalen Steuerung von Beginn an ausschöpfen. Weitere Pluspunkte: Kompatibilität durch Nutzung des DCC-Formats und einfacher Umstieg auf leistungsfähigere Digitalkomponenten. Abzüge gibt es für die lieblose Fahrzeugzusammenstellung des Startsets und den zu hohen Preis.

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Der N-Pionier Arnold will noch im Spätherbst 1999 dieses digitale Startset ausliefern. Es enthält neben zwei Zuggarnituren mit dem Commander 9 gewissermaßen die kleine Zentraleinheit des Arnold-Digitalsystems.

Und sonst? Nach den „Ready to run“-Startpackungen, die neben den Komponenten der Digitalsteuerung gleich auch Fahrzeuge und Gleise enthalten, jetzt noch ein kurzer Blick auf Sets, die nicht den Komplettstart ermöglichen sollen, sondern eher den Umstieg von konventioneller analoger Steuerung auf ein Digitalsystem. Enthalten sind in derartigen Startsets lediglich die Digitalkomponenten der jeweiligen Hersteller, nicht jedoch Gleis und Fahrzeuge. LGB-Lenz-Mehrzugsteuerung. Die „Lokmaus“ findet sich auch beim Gartenbahn-Spezialisten LGB wieder – zusammen mit einer Digitalzentrale, einem Trafo und Decodern, die speziell auf die Bedürfnisse des Großbahnbetriebes abgestimmt sind. Obwohl LGB ein Komplettanbieter ist, gibt es im Sortiment keine digitale Startpackung im üblichen Sinne. Das LGB-Starterset 55100 enthält eine Zentraleinheit, eine Lokmaus und eine bereits mit Decoder ausgerüstete Schöma-Diesellok (mit zuschaltbarem Signalhorn als Zusatzfunktion); das Set ist für ca. DM 900,– zu haben. Das Grundset 55000 enthält statt der Lok lediglich einen Decoder und ist mit ca. DM 600,– dementsprechend günstiger.

Wegen der Lokmaus sind die Grenzen des Mehrzugbetriebs bei acht Lokomotiven erreicht; dann muß auf Komponenten von Lenz digital plus umgestiegen werden. Lokmaus und Zentraleinheit dienen dann als Eingabegeräte, die Komponenten des Lenzschen Systems müssen komplett erworben werden. Digitrax. Das Unternehmen aus den USA bietet drei Einstiegssets seines Systems an. „Genesis“ enthält die Kommandostation DB150, einen Handregler UT2, einen PremiumDecoder und eine Decoder-Testhilfe (ca. DM 500,–). „Empire Builder“ beinhaltet gleichfalls die Kommandostation DB150 und einen Premium-Decoder sowie den Infrarot-Handfahrregler DT100 (ca. DM 590,–). „Chief“ schließlich – nomen est omen – bezeichnet das Digitrax-Premium-Startset: Es enthält die Kommandostationen DCS100 oder DCS200, den Digital-Handfahrregler DT100, Premium-Decoder und Decoder-Testhilfe, Digitrax-Video und -Handbücher (ca. DM 815,–). Beim Umstieg untereinander sind die einzelnen Digitrax-Komponenten kompatibel. Mit Digitrax lassen sich sämtliche Decoder steuern, die das NMRA-DCCFormat unterstützen. Der „Chief“ kann 17

Das Set02 von Lenz digital plus soll vornehmlich jene ansprechen, die sich mit dem Gedanken tragen, eine vorhandene Anlage umzurüsten. Neben dem abgebildeten Booster LV101 und dem Handregler LH200, der hier quasi als Digitalzentrale fungiert, enthält dieses Set auch einen Decoder LE103XF. Mit dem LH200 lassen sich zunächst bis zu 25 Lokomotiven unabhängig voneinander steuern, der weitere Ausbau erfolgt mit Komponenten des Lenz-digital-plusSystems. Fotos: Rainer Ippen, gp, Werk

wahlweise sogar Decoder mit dem Motorola-Format steuern. Infos zu Leistungs- und Funktionsumfang sowie zu den konkreten Liefermöglichkeiten gibt’s beim deutschen Digitrax-Importeur Case Hobbies, Dorfstr. 28, 33739 Bielefeld, Tel. 05206/915221, Fax 05206/915220. Lenz digital plus. Der Pionier des NMRA-DCC-Datenformats will mit dem Set02 den Digitalein- und -umsteigern die Entscheidung erleichtern. Es enthält den Verstärker LV101, der an

einen vorhandenen Trafo angeschlossen wird, sowie den Handregler LH200 (der hier quasi auch als Digitalzentrale fungiert) und einen Lokdecoder LE103XF. Mit dem LH200 lassen sich bis zu 25 Lokomotiven steuern, wobei die Auswahl der Adressen beliebig aus dem Vorrat von 0001 bis 9999 erfolgen kann. Das Set läßt sich bei Erreichen der Belastungsgrenze einfach mit weiteren Lenz-Komponenten erweitern und ausbauen, etwa mit weiteren Handreglern, weiteren Verstärkern

LV101 oder der Zentrale LZ100. Das Set02 schlägt mit ca. DM 400,– zu Buche. Infos und Vertriebsnachweis bei Lenz Elektronik GmbH, Hüttenbergstr. 29, 35398 Gießen, Tel. 06403/900133, Fax 06403/5332. MÜT. Bei Insidern macht sich MÜT schon seit einiger Zeit einen guten Namen als Lieferant von SelectrixKomponenten; jetzt kommt das DigitalStartset mit allen Schikanen. Für DM 699,– gibt’s die Zentraleinheit multi control 2004, den Handregler HC01

Digitale Komplett-Startsets im Überblick Hersteller System Datenformat Baugröße Artikelnummer Bezeichnung Steuerungskomponenten Fahrzeuge Anlagengröße

Zahl der Lokadressen Sonderfunktionen Schaltbare Magnetartikel Erweiterbar mit

Ungefährer Ladenpreis

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Märklin Delta Märklin-Motorola H0 29785 Delta-Startpackung mit ICE Delta-Control 6604, Regeltrafo 6647 ICE 2, dreiteilig Gleisoval, 2 Weichen, Überholgleis (184 x 84 cm) 4, 5 mit Delta-Pilot 0 0 Delta-Pilot, Märklin-Digital-Komponenten, Motorola-kompatible Komponenten anderer Hersteller DM 470,–

Märklin Märklin Digital Märklin-Motorola H0 29845 Premium-Startset

Fleischmann FMZ FMZ H0 6 6374 Digital-Control-Startset

Fleischmann FMZ FMZ N 6 9370 Digital-Control-Startset

Control Unit 6021, Transformator 6002 2 Loks, 3 Schnellzugwagen, 4 Güterwagen Gleisoval, 2 Weichen, Überholgleis (184 x 76 cm) 80 5 256 Märklin-Digital-Komponenten, Motorola-kompatible Komponenten anderer Hersteller DM 980,–

Digital Control 6803 C, Digital-Control-Trafo 1 Lok, 3 Güterwagen

Digital Control 6803 C, Digital-Control-Trafo 1 Lok, 3 Güterwagen

Gleisoval, 2 Weichen, Überholgleis (145 x 81 cm) 4, 5 mit FMZ-Handregler 1 (Licht), Doppeltraktion 0 FMZ-Handregler, FMZKomponenten (FMZZentrale 6800)

Gleisoval, 2 Weichen, Überholgleis (85 x 45 cm) 4, 5 mit FMZ-Handregler 1 (Licht), Doppeltraktion 0 FMZ-Handregler, FMZKomponenten (FMZ-Zentrale 6800)

DM 550,–

DM 530,–

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Zimo gehört zu den Pionieren des digitalen Modellbahn-Zeitalters. Neuerdings verstehen die Geräte nicht nur das hauseigene Format, sondern sind „multiprotokollfähig“. Rechts ein Blick auf die Zentrale MX1 und das Fahrpult MX2, die zusammen mit zwei Decodern den Inhalt des Anfangssets StartK bilden. Unten das große Display der Digitasalzentrale multi control 2004 von MÜT, eine Gesamtansicht findet sich auf S. 10.

und zwei Selectrix-Decoder 66832. Das multi control 2004 ist ein wahrer Tausendsassa: Es ist Zentrale, Fahrregler, Schaltpult, Interface, Programmer und Booster in einem und kann jeweils bis zu 100 Adressen fürs Fahren und Schalten ansteuern – leider nur für das Selectrix-Datenformat. Weitere Infos direkt bei MÜT GmbH, Neufeldstr. 17, 85232 Bergkirchen, Tel. 08131/71045, Fax 08131/80760. Zimo. Lange Zeit hat das Zimo-System nur das hauseigene Datenformat

unterstützt. Inzwischen ist es jedoch multiprotokollfähig und erlaubt auch das Ansteuern von Decodern des Motorola- und des NMRA-DCC-Formats. Zimo bietet zwei Startsets an, die sich in der Leistung des Empfängers unterscheiden und wahlweise für die großen (StartG) oder die kleinen Nenngrößen (StartK) eignen. Sie enthalten die Zentraleinheit MX1 (zum Anschluß an einen vorhandenen Trafo), das Fahrpult MX2, Kabel und Betriebshandbuch sowie ein (bei StartG) oder

Roco Digital is cool NMRA-DCC H0 41101 Digi-Startset

Roco Digital is cool NMRA-DCC H0 41210 Digital-Startset

Digitalzentrale, Trafo, Lokmaus 1 Lok, 3 Güterwagen

Digitalzentrale, Trafo, Lokmaus 1 Lok, 3 Güterwagen, 2 Personenwagen Gleisoval, 1 Digitalweiche, Abstellgleis (235 x 100 cm) 8 2 16 zweite Lokmaus, Weichen-Keyboard 10770, DCC-kompatible Komponenten anderer Hersteller DM 400,–

Gleisoval, 1 Weiche, Abstellgleis (235 x 100 cm) 8 2 16 zweite Lokmaus, Weichen-Keyboard 10770, DCC-kompatible Komponenten anderer Hersteller DM 480,–

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zwei Empfängerbausteine. Mit dem Fahrpult lassen sich Züge, Weichen, Signale, Drehscheiben usw. steuern. Der Preis dieser Startsets liegt bei DM DM 1600,–. Komfort, Leistungsvermögen und Funktionalität des ZimoSystems können hier nicht gewürdigt werden; Interessenten sei die direkte Kontaktaufnahme empfohlen: Zimo Elektronik, Schönbrunner Str. 188A, A-1120 Wien, Österreich, Tel./Fax 0043-1-8131007. Rainer Ippen/Thomas Hilge

Minitrix Selectrix Selectrix, NMRA-DCC N 11107 Selectrix-Superset

Arnold Arnold Digital NMRA-DCC N 80360 Digital-Startset Commander 9, Trafo

Gleisoval, 2 Weichen, Überholgleis (93 x 42 cm) 9 2 0 Selectrix-Komponenten

Central Control 2000, Trafo 2 Loks, 4 Schnellzugwagen, 4 Güterwagen Gleisoval, 2 Weichen, Überholgleis (114 x 42 cm) 9 2 0 Selectrix-Komponenten

DM 450,–

DM 750,–

Minitrix Selectrix Selectrix, NMRA-DCC N 11106 Güterzugpackung mit digitaler Steuerung Central Control 2000, Trafo 1 Lok, 3 Güterwagen

2 Loks, 2 Schnellzugwagen, 2 Güterwagen Gleisoval, 2 Weichen, Überholgleis (94 x 40 cm) 9 2 8 Arnold-Digital-Komponenten, DCC-kompatible Komponenten anderer Hersteller DM 850,–

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MODELLBAHN-ANLAGE

Schematische Darstellung und Zuordnung der Bahnhöfe. Ungewöhnlich ist die Anordnung des Schattenbahnhofs. Dieser ist über Zufahrten vom unteren Hauptbahnhof aus zu erreichen. Zeichnungen: Karl Schernhammer Ein Traum wurde Wirklichkeit. Der große Bahnhof gliedert sich in den „Hauptbahnhof“ auf der unteren Ebenen und den „Bahnhof Mitte“ eine Etage höher auf. Der Rangierbahnhof befindet sich hinter dem Reiterstellwerk. Fotos: gp Das Bildschirmstellwerk vermittelt zwar nicht die Abmessungen der Anlage, gibt aber Aufschluß über den Gleisplan.

A

ls es darum ging, das gemeinsame Hobby in Form einer großen H0Anlage zu verwirklichen, stand auch die Frage nach einer geeigneten Steuerung im Raum. Mit Blick in die Zukunft entschied man sich für die digitale Steuerung, da sie die Möglichkeiten zu realisieren versprach, von denen man träumte. Zur Steuerung der Modellbahnanlage entschied man sich für die Digitalkomponenten der Firma Zimo, und zwar in der aktuellen, NMRA-DCCkompatiblen Ausführung. Da sowohl im manuellen als auch im AutomatikBetrieb (auch gemischt) gefahren werden sollte, wurde die Anlage vollständig digitalisiert, d.h. sowohl Fahr- als auch Schaltfunktionen werden über entsprechende Decoder gesteuert. Neben der MX1-Digitalzentrale kommen zwei Handregler MX2, fünf Weichenmodule MX8 (für je 16 Weichen), ein Drehscheibenmodul MXDS und derzeit vier Gleisabschnittsmodule MX9 (für je 16 Gleisabschnitte) zum Einsatz. Die Module wurden direkt unter der Anlage verdrahtet, um die Verkabelung einfach und überschaubar zu halten. Als Verbindung zwischen den Modulen wird im ZimoSystem der CAN-Bus verwendet, ein auch in der Automobilindustrie häufig MIBA-Spezial 42

Automatisch oder individuell

Konsequent digital Wenn einer eine Anlage baut, dann hat er was zu tun. Allerdings teilt sich der Spaß, wenn drei Generationen gemeinsam an einem Strang ziehen. Familie Schernhammer ging dann konsequent vor. Der Großvater zeichnet für den Unterbau verantwortlich, der Vater für Gleis- und Landschaftsbau und der Sohn für die digitale Steuerung. Das Ergebnis: Betrieb auf 11 x 7 m im U. verwendetes dium.

Kommunikationsme-

Das Steuerungsprinzip Während die Funktionsmodule der Ansteuerung und Positionsrückmeldung der Weichen dienen, steuern die Gleisabschnittsmodule einseitig getrennte Gleisstücke an. Die Gleistrennung ist einerseits zur Erkennung von besetzten und freien Abschnitten notwendig – es wird dabei der Stromverbrauch von Loks bzw. mit entsprechenden Achsen ausgerüsteten oder beleuchteten Waggons gemessen –,

andererseits kann jedem Gleisabschnitt vom Digitalsystem dadurch eine bestimmte Maximalgeschwindigkeit zugeordnet werden. Dieses Verfahren nennt Zimo die signalabhängige Zugbeeinflussung. Über das Fahrpult oder einfacher natürlich über einen am CAN-Bus angeschlossenen Computer wird dabei jedem Abschnitt je nach Betriebserfordernis vor dem Befahren durch den Zug die für ihn gültige Maximalgeschwindigkeit zugeordnet. Fährt der Zug nun laut Reglerstellung schneller als für diesen Gleisabschnitt vorgesehen, wird er, durch im Lokdecoder 21

Der Triebwagen Rh 4010 wartet im Hauptbahnhof auf seine Ausfahrt. Die Fahrstraße für die Ausfahrt ist auf dem Gleisbildstellpult gerade gestellt.

einstellbare Bremswerte, auf diese Maximalgeschwindigkeit heruntergebremst. Mittels der „MAN“-Taste am Fahrpult kann diese Beschränkung jedoch jederzeit wieder aufgehoben werden – z.B. für freizügigen Rangierbetrieb. Fährt die Lok langsamer als die vorgegebene Maximalgeschwindigkeit tritt, keine Änderung ein. Gerade diese Freizügigkeit in der Bedienung war ein wichtiges Entscheidungskriterium für die Auswahl des Digitalsystems und der Steuerungssoftware. Die Anlage kann auch komplett ohne Computer, rein über das Fahrpult gefahren werden. Manuelle Eingriffe wie das Aufgleisen einer neuen Lok erfordern keinerlei Eingriffe oder Eingaben am Computer. Auch nach dem Starten der Anlage müssen keine Daten erfaßt oder alte Zustände der Anlage (die sich in der Zwischenzeit geändert haben könnten) geladen werden Alle notwendigen Informationen werden direkt von der Anlage eingelesen.

Das Computerstellpult Zur optimalen Steuerung der Anlage werden ein Computer und die Stellpultsoftware „STP“ eingesetzt. Ein „echter“ Stelltisch schied wegen des Platzbedarfs und der mangelnden Flexibilität von vornherein aus. Folgende Aufgaben werden über den Computer durchgeführt: • Darstellung eines Drucktastenstellwerkes nach SpDrD60-Norm • Anzeige von Weichenstellungen und Besetztzuständen

• Zugnummeranzeigen • Manuelles Schalten von Weichen und Signalen • Stellen von Fahr- und Rangierstraßen mit allen Sicherungsfunktionen • automatischer Blockbetrieb zwischen den Bahnhöfen

• Getrennt zu- und abschaltbarer Automatikbetrieb für alle Bahnhöfe der Anlage Die Steuersoftware „STP“ orientiert sich in Aufbau und Bedienung stark an Drucktastenstellwerken, wie sie in den letzten Jahrzehnten bei uns üblich waren und auch heute noch in vielen Bahnhöfen im Einsatz sind. Durch die direkte Einbindung des Computers in den Zimo-CAN-Bus sind alle Änderungen auf der Anlage auch sofort am Bildschirm sichtbar. Da alle Module im Zimo-System eigene „Intelligenz“ besitzen, muß der Computer diese nicht ständig nach Änderungen abfragen, sondern die Daten werden ereignisorientiert übertragen. Zimo-Lokdecoder besitzen außerdem die Möglichkeit, ihre eigene Adresse auszusenden, welche durch Prinzipieller Aufbau der Zimo-Steuerung. Der CAN-Bus verbindet alle erforderlichen Digitalbausteine. Der PC ist mit der Schnittstelle der MX1-Zentrale verbunden.

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MIBA-Spezial 42

Der Triebwagen Rh 4010 überfährt das Blocksignal in Richtung Bergbahnhof. Im Bahnhof „Mitte“ wurde für den Erzzug und den Rh 1014 die Ausfahrt gezogen.

Einsatz einer kleinen Empfängerplatine in ein Gleisabschnittsmodul an einen Computer gemeldet werden kann. Sobald ein Fahrzeug auf einen solchen Gleisabschnitt gestellt wird, erscheint auch schon die Decoderadresse am Stellpult. Durch eine Fahrzeugzuordnungsliste in „STP“ kann statt der Decoderadresse auch eine bis zu sechsstellige Langbezeichnung, oder – wie beim Vorbild – die Zugnummer z.B. „R10453“ für den Regionalzug mit der Kursbuchnummer 10453 dargestellt werden. Für diese Anzeige ist keine zusätzliche Verdrahtung an der Anlage oder im Fahrzeug notwendig. Besonders praktisch hat sich diese Anzeige für den Schattenbahnhof erwiesen, da auf einen Blick die Standorte der einzelnen Züge erkannt werden können. Prinzipdarstellung der signalabhängigen Zugbeeinflussung, wie sie das ZIMO-System ermöglicht. So ist auch der manuelle Betrieb durch den PC gesichert. MIBA-Spezial 42

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Unser Triebwagen Rh 4010 nähert sich dem Bergbahnhof. Dort hat die Selbststellautomatik, wie auf dem Gleisbild zu erkennen, die Einfahrtstraße aktiviert. Der Erzzug nähert sich aus der Gegenrichtung dem Bergbahnhof.

Integrierte Fahrstraßenlogik Die Bedienung des Stellpultes erfolgt mittels Maus, obwohl eine Fahrstraßenaktivierung auch mittels Tastatur möglich ist. Durch Anklicken der (roten) Fahrstraßentaster in der Reihenfolge Startpunkt–Zielpunkt läuft die entsprechende Fahrstraße ein. Dabei stellt der Computer nach Überprüfung der Sicherheitsbedingungen – zu befahrene Abschnitte sind frei, keine kreuzenden Fahrstraßen sind vorhanden usw. – alle Weichen, Schutzweichen und Signale und schaltet die betroffenen Gleisabschnitte auf die jeweils gültigen Maximalgeschwindigkeiten. Die Fahrstraße wird weiß im Stellpult ausgeleuchtet, bei den Weichen leuchten die Verschlußmelder aus, und die Zugbewegung wird durch eine rote Besetztmeldung entlang der Fahrstraße dargestellt. Hat der Zug die Fahrstraße durchfahren, wird diese selbsttätig aufgelöst, d.h., die Weichenverschlüsse werden aufgehoben, und die Ausleuchtung verschwindet. Neben Fahrstraßen, welche über die roten Taster im Stellpult aktiviert werden, sind auch Rangierstraßen stellbar. Diese sind durch graue Taster gekennzeichnet und weisen neben dem Stel24

len anderer Signale auch unterschiedliche Sicherungsüberprüfungen auf. So kann in ein besetztes Gleis keine Fahr-, sehr wohl aber eine Rangierstraße gestellt werden. Aus Platzgründen sind im Stellpult noch nicht alle notwendigen Rangiertaster plaziert, dies wird jedoch in naher Zukunft nachgeholt.

Von Automatik bis Manuell Da das Stellen der Fahrstraßen für einen umfangreichen Betrieb recht arbeitsreich sein kann, sollten Teile der

Anlage auch vollautomatisch betrieben werden können. Hier kommt die Selbststellfunktion von „STP“ zum Tragen. Dieses auch vom Vorbild übernommene Verfahren bedeutet, daß die Software bei der Annäherung eines Zuges an einen Bahnhof selbsttätig versucht, eine Fahrstraße aus einer vorgegebenen Liste zu stellen. Diese Suche läuft, bis eine gültige Fahrstraße gestellt werden kann. Sind alle Gleise im Bahnhof besetzt, wird der Zug am Einfahrtsignal angehalten, bis ein Gleis frei wird. MIBA-Spezial 42

Nach der Einfahrt in den Bahnhof kann eine minimale Haltezeit vorgegeben werden, nach der im selben Schema versucht wird, eine Ausfahrtstraße zu stellen. Auch Abhängigkeiten, ein einfahrender Zug schickt automatisch den am Nachbargleis wartenden Gegenzug auf die Reise, sind damit machbar. Alle Bahnhöfe sind mit Selbststellautomatiken für bestimmte Gleise ausgestattet. Je nach Lust und Laune können so auf einen Mausklick hin die Fahrdienstleitertätigkeiten an den Computer delegiert werden. MIBA-Spezial 42

Durch die unterschiedlichen Gleislängen in den Bahnhöfen tritt dabei das Problem auf, daß nicht jeder Zug in jedes Gleis einfahren darf. Beim Vorbild wird dies über den sogenannten Zuglenkbetrieb gesteuert. Im Prinzip ist es ein Selbststellbetrieb, bei dem die Zugnummer bei der automatischen Gleisauswahl mit berücksichtigt wird. Dieselbe Funktionalität ist auch in „STP“ verwirklicht, wobei die Zugnummernerkennung des Zimo-Systems natürlich die optimale Basis liefert. Dabei werden die Decoder-

Aufgrund der kurzen vierstelligen Zugnummernanzeige im Bergbahnhof wird die Durchfahrt des Triebwagens nur mit seiner Fahrzeugadresse angezeigt.

adressen zu sogenannten Fahrzeuggruppen zusammengefaßt und können dann in den Fahrstraßen ein- oder ausgeschlossen werden: Elloks dürfen z.B. nur in Gleise mit Oberleitung, lange Züge nicht in kurze Gleise usw. Während des Betriebs kann die Zuordnung eines Fahrzeuges zu einer Fahrzeuggruppe geändert werden. 25

Unser Zug nähert sich Bahnhof „Mitte“. Die eingestellte Selbststellautomatik hat schon die Einfahrtstraße gezogen. Die „Rollende Landstraße“ ist mit Ausfahrt aus Gleis 10 in Richtung Bergbahnhof unterwegs. Das Streckengleis verfügt noch nicht über eine Zugnummernanzeige.

„Tage später“ begegnen sich die „ROLA“ und unser Triebwagen Rh 4010 nicht auf freier Strecke, sondern im Bahnhof „Mitte“. Auf dem Gleisbild erkennt man, daß die „ROLA“ gerade von einem „brandeiligen“ Kesselzug überholt wird.

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MIBA-Spezial 42

Eine Ringleitung mit dickem Querschnitt speist alle paar Meter den digitalen Fahrstrom, abhängig von den Überwachungsabschnitten, neu ein. Anschluß eines 16fach-Weichenmoduls.

Zukünftige Erweiterungen Die von der Software und dem ZimoSystem bereitgestellten Möglichkeiten sind auf unserer Anlage bei weitem noch nicht ausgeschöpft. Folgende Funktionen sollen in der weiteren Zukunft noch realisiert werden: • Weiterer Ausbau der Rangierstraßen

• Ansteuerung der Drehscheibe über den Computer • Einbindung von Geräuschdateien zur Simulation von Einfahrtsweckern, Bahnsteigsdurchsagen, Abfahrtspfiffen usw. • Bedienung des Nebenbahnhofes über ein externes, am Computer angeschlossenes Drucktastenstellwerk

Eine Schmalspurbahn darf nicht fehlen. Diese wird erst später auf digitalen Betrieb umgestellt. Jetzt herrscht noch gemütliche Beschaulichkeit.

• Anschluß eines zweiten Computers zum Betrieb mit zwei Fahrdienstleitern Mit der Entscheidung Pro Digital fahren wir mit unserer Anlage auf dem richtigen Gleis. Hätten wir uns damals für eine herkömmliche analoge Steuerung mit Gleichstrom entschieden, wären wir noch nicht mit der Verkabelung fertig, die Gedanken an fahrende Züge und Fahrstraßensteuerungen wären noch reine Visionen. Es gibt aber trotz allem noch viel zu tun. Aber was wäre das Hobby Modelleisenbahn, wenn ein fertiges Stadium erreicht würde ...? Karl Schernhammer

Zugbegegnung zwischen Burgromantik und Großstadthektik. „In ein paar Minuten“fährt der Triebwagen unter der im Vordergrund sichtbaren Oberleitung her.

MIBA-Spezial 42

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GRUNDLAGEN

Gleisplanung bei digitalem Automatikbetrieb In diesen rechten Bahnhofskopf eines Kleinstadtbahnhofs mündet eine Nebenbahn ein. Die Verbindungen zwischen den beiden Gleisen der Hauptstrecke müßten bei konventionellen Gleissystemen ohne Mittelleiter gegeneinander isoliert werden, um gleichzeitig Betrieb nach links und rechts zu ermöglichen. Die Nebenbahn, deren Anschluß die Zufahrt in sämtliche Bahnhofsgleise erlaubt, erhöht diesen Aufwand an Isolierstellen beträchtlich. Bei Digitalbetrieb können sämtliche Isolierstellen entfallen.

I

n MIBA-Spezial 37 hatte ich 1998 in meinem Artikel „Faszination Fahrbetrieb“ ausführlich die Grundlagen der Digitaltechnik erläutert und die neuen Steuerungsmöglichkeiten mit vielen Beispielen aus dem Fahrbetrieb meiner H0-Modellbahnanlage beschrieben. Den faszinierenden Fahrbetrieb wird nur derjenige realisieren und auf seiner Anlage erleben können, der mehr als nur die digitale Mehrzugsteuerung und die vereinfachte Schalttechnik nutzen will. Er sollte auch seinen PC und leistungsstarke Steuerungssoftware mit einbeziehen. Dies gibt ihm viel mehr Möglichkeiten und ist insgesamt auch viel preiswerter, was ich in o.g. Artikel an mehreren Anlagenbeispielen nachgewiesen habe. Auch die Auswirkungen der neuen Technik auf die Gleisplanung sind vielen Modellbahnfreunden nicht bewußt. Das betrifft sowohl Gleissysteme mit

Vorfahrt für Vielfalt Wer auf seiner Anlage abwechslungsreichen Betrieb realisieren möchte, muß die notwendigen Gleisformationen sorgfältig bedenken. Rüdiger Eschmann verrät uns, mit welchen Tricks man auch nicht von vornherein absehbare Betriebssituationen schon bei der Planung von Schattenbahnhof und sichtbarem Anlagenteil berücksichtigen kann. als auch ohne Mittelleiter. In Kenntnis der neuen digitalen Fahr- und Steuerungsmöglichkeiten ist es natürlich leichter, komplexe Gleispläne zu entwerfen, ohne vorher sämtliche Isolierstellen berücksichtigen zu müssen. Weitere Voraussetzung ist aber auch, daß man sich vom stromkreisgebundenen, analogen Denken in „Ovalformen“ befreit. Wegen der Gefahr kollidierender Züge vermied man bisher kreuzende Fahrstraßen und Zweirichtungsverkehr auf eingleisigen Strecken. Aber gerade das ist anzustreben, da der Fahrbetrieb damit recht beeindrukkend wird und ein solcher Verkehr bei geeigneter Steuerungssoftware (z.B. Softlok) gefahrlos möglich ist. Fünf, acht oder mehr gleichzeitig fahrende Züge, umfangreiche Rangierfahrten mit An- und Abkuppeln und mit Fahrten über die Drehscheibe, Lokwechsel im Bahnhof, Zugkreuzun-

Selbst bei einer wesentlich einfacheren Einmündung bzw. Durchführung einer eingleisigen in eine zweigleisige Strecke muß bei Gleissystemen ohne Mittelleiter der gesamte Bereich zu den jeweiligen Streckengleisen hin isoliert werden, will man nicht auf wesentliche Betriebsabläufe verzichten. Zudem erfordern die isolierten Abschnitte jeweils eine separate, polrichtig zuschaltbare Stromversorgung. Der hieraus resultierende Verkabelungsaufwand ist nicht nur immens, sondern muß die später erfolgenden Betriebsabläufe auch genau vorhersehen. Nachträgliche Änderungen sind nur mit erhöhtem Aufwand möglich.

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gen auf Bergstrecken usw. sind im digitalen Automatikbetrieb leichter realisierbar, sofern die hierfür notwendigen Gleise, Gleisverbindungen und Magnetartikel gleich bei der Planung mit berücksichtigt werden. Drei Tips vorab: 1.Planen Sie maßstäblich und nicht nur mit groben Handskizzen! PCProgramme unterstützen Sie dabei. Aber auch diese können nicht Erfahrung, Phantasie und gute Ideen für den Fahrbetrieb ersetzen. 2.Planen Sie ganzheitlich! Das heißt, planen Sie Ihre gesamte Modellbahnanlage mit allen Gleisen und Brücken und auch schon mit Straßen und Wegen. Machen Sie nicht den weitverbreiteten Fehler, erst einmal nur einen Schattenbahnhof aufzubauen, in der Hoffnung, alles andere werde sich schon irgendwie ergeben. Das muß zu unbefriedigenden Ergebnissen und Enttäuschungen führen. Ein Totalabriß ist meist die Folge. Schade um die viele Arbeit! 3.Gute Planung benötigt Zeit! Es sind ja möglichst alle Betriebswünsche zu berücksichtigen, und alles muß auch landschaftsgerecht passen. Diese Zeit ist gut investiert. Fangen Sie bitte nicht vorher mit dem Gleisbau an. Denn später Änderungen vorzunehmen ist meist nicht oder nur noch mit großem Aufwand möglich, vor allem dann, wenn schon mit der Landschaftsgestaltung begonnen wurde. MIBA-Spezial 42

Planung ohne Mittelleiter Im Zweileiter-Gleichstromsystem wird ein Fahrtrichtungswechsel einer Lokomotive – wie bekannt – durch das Umpolen des zugeführten Gleichstroms erreicht. Die Fahrtrichtung einer digitalen Lok wird dagegen durch einen Stromimpuls an den eingebauten Decoder gesteuert. Dies ermöglicht viele neue und interessante Zugfahrten im Bahnhofsbereich und auf der freien Strecke. Man muß bei der Planung nur darauf achten, daß der jeweilige Pol des Fahrstroms (ein relativ hochfrequenter Wechselstrom) stets auf der gleichen Seite der Gleisführung bleibt. Unabhängig von der Stromzuführung und seiner Polarität sind nun Fahrten quer über eine Weichenstraße einer Bahnhofseinfahrt und Kreuzungen einer Nebenstrecke über eine zweigleisige Hauptbahn problemlos möglich. Dabei kann auf jedwede Isolierung zwischen den Gleisabschnitten verzichtet werden. Es sind nicht einmal isolierte Halteabschnitte an Signalen erforderlich. Bei PC-gesteuertem Betrieb brauchen die Signale keinerlei Schaltfunktionen zu haben, man kann daher auf die preiswerten Lichtsignale ohne Zugbeeinflussung zurückgreifen. Bahnhofsgleise, die laut der Bahnhofsfahrordnung in beiden Richtungen befahren werden, benötigen auch in beiden Fahrtrichtungen Signale. Das belebt den Fahrbetrieb erheblich. Der PC gewährleistet auch in diesem Fall einen kollisionsfreien Betrieb. Die oft gemiedenen Kehrschleifen, aus optischen Gründen höchstens im Schattenbereich der Anlage eingeplant, sind heute durch Schaltrelais (z.B. Viessmann 5552) leicht realisierbar. Die Relais werden von den Loks selbst angesteuert, was die Handhabung wesentlich erleichtert. Da die Umpolung des Fahrstroms am Fahrverhalten der Loks nicht erkennbar ist, können Kehrschleifen auch im sichtbaren oder – aus optischen Gründen – teilweise sichtbaren Bereich eingeplant werden.

Schattenbahnhof als Basis Oft sieht man, daß ein Parallelgleis über eine Wendel in einen Schattenbahnhof führt und der Zug nach einiger Zeit über die gleiche Wendel wieder nach oben kommt. Was auch sinnvoll sein kann, denn ein Zug, der nach einer Himmelsrichtung abgefahren ist, MIBA-Spezial 42

Eine Gleiswendel ermöglicht neben dem Gewinn an Streckenhöhe auch die Verteilung auf diverse Strecken. Die normalerweise starre Kreisform der Gleiswendel ist hier aufgelöst. Man kann so die Züge auf einer Steigungsstrecke mit Weichen und auf einer weit ausladenden Brückenrampe fahren sehen. Zusammen mit den Tunnelportalen im Berg und den Stützpfeilern der Brücke ist dies ein herrlicher Anblick. Beim Gleissystem ohne Mittelleiter ist die Kehrschleife elektrisch zu isolieren (Markierung mit Dreiecken) und an einen Fahrstromumschalter anzuschließen. Wegen des symmetrischen Aufbaus des Mittelleiter-Systems kann diese besondere Schaltung entfallen – ein wesentlicher Vorteil dieses Systems.

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Beispiel für einen einfachen Verteilerkreisel in Mittenlage. Er bildet zwei Kehrschleifen und ermöglicht die Weiterfahrt der Züge in jede gewünschte Richtung. Die Gleisführung ist allerdings nur im Mittelleitersystem …

… ohne zusätzlichen Aufwand machbar. Bei Gleissystemen ohne Mittelleiter würden die Gleisdreiecke (elektrisch gleichartig mit Kehrschleifen) jeweils eine eigene Kehrschleifenschaltung erfordern.

kommt nach dem Wenden im Zielbahnhof aus derselben Himmelsrichtung wieder zurück. Je nach Anlagengröße empfehle ich aber, im automatisierten Digitalbetrieb statt eines großen Wende-Schattenbahnhofs zwei oder drei kleinere Durchgangs-Schattenbahnhöfe anzulegen und diese sinnvoll miteinander zu verbinden. Damit hält man sich die Möglichkeit offen, daß der gleiche Zug nicht immer wieder aus der gleichen Tunnelöffnung herauskommen muß, sondern – je nach Lust und Laune – auch andere Strecken befahren kann. Übrigens ist es sinnvoll, die Ausfahrweichen eines Schattenbahnhofes nicht aufschneiden zu lassen, sondern mit einem Antrieb zu versehen. In der Praxis erweist es sich immer wieder als vorteilhaft, in diesem Bereich einen Zug problemlos und gezielt zurücksetzen zu können. Weiterhin finde ich es wesentlich interessanter, die starre Kreisform von Gleiswendeln aufzulösen und die Züge auf Steigungs-/Gefällestrecken mit schönen Tunnelportalen fahren zu sehen oder gar attraktive Brücken mit einzubauen. Diese Chance, die Anlage optisch aufzuwerten, wird leider nur selten genutzt.

Planung im Mittelleitersystem Bei diesem Gleissystem sind natürlich viel gewagtere Gleisführungen möglich, da beide Außenschienen elek30

trisch Masse sind und der Mittelleiter den Fahrstrom führt. Durch diese Symmetrie sind Fehlpolungen nicht möglich. Auch die Fahrstromübertragung ist durch die größere Anzahl von RadSchiene-Kontakten viel sicherer, was sich gerade bei langsamen Rangierfahrten als besonders vorteilhaft erweist. Diese Vorteile werden durch den realitätsfremden Mittelleiter und durch die Geräusche der Mittelschleifer erkauft. Für Puristen ein Unding! Trotzdem sind die praktischen Vorteile enorm.

nung haben unterschiedliche Längen, weil auch Züge in der Regel unterschiedlich lang sind. Durch die Harfenform des anderen Schattenbahnhofs ergeben sich optimal lange Gleise für die langen Zuggarnituren. In Kombination mit Verteilerkreisel und Gleiswendel können in unserem Beispiels-Schattenbahnhof bis zu vier Züge gleichzeitig starten. Denkbar sind auch viele andere Fahrkombinationen, denn von jedem Schattenbahnhofsgleis aus kann in jedes sichtbare Strekkengleis ein- und ausgefahren werden. Durch die kurzen Fahrwege zwischen Abstellgleis und Tunnelöffnung erscheinen die Züge außerdem schneller im sichtbaren Bereich der Anlage und sind auch in kürzerer Zeit wieder auf ihrem Platz im Schattenbahnhof. Das gestaltet den gesamten Fahrbetrieb sehr viel zügiger. Lange Wartezeiten bis zum Erscheinen eines Zuges im sichtbaren Bereich entfallen für den Betrachter. Innerhalb der Kreisel und auch an sonstigen größeren Flächen, die nicht von Gleisen bedeckt sind, sollte man Eingriffsöffnungen in der Grundplatte vorsehen. Die herausgesägten Stücke werden mittels Klavierband als nach unten absenkbare und verriegelbare Klappen wieder eingebaut. Ebenso

Beispiel mit Kreisel Die beim Mittelleitersystem mögliche gewagtere Gleisführung kommt vor allem in den von mir bevorzugten „Verteilerkreiseln“ zum Ausdruck. Diese erfreuen sich zunehmender Beliebtheit, weil sie und ihre zahlreichen Varianten sehr viele Fahrmöglichkeiten erlauben. Aus den Gleisplanausschnitten als Beispiele für den Mittel- und Eckbereich einer Anlage ist dies leicht nachzuvollziehen. Auch Zu- und Abfahrten innerhalb einer Gleiswendel erlauben interessante Fahrvarianten. Mit etwas baulichem Geschick wird das in Kombination mit der zuvor beschriebenen Auflösung der Gleiswendel vorteilhaft gelingen. Die Abstellgleise des einen Schattenbahnhofs in der rechts gezeigten Zeich-

Zug A

MIBA-Spezial 42

verschließen Klappen den Bereich zwischen der oberen und unteren Ebene. Der Zugriff ist also gewährleistet, und die Züge sind trotzdem wesentlich sicherer aufgehoben und auch besser gegen Staub geschützt als bei der oft bevorzugten offenen Rahmen- und Trassenbauweise.

Der PC paßt auf Eine solche Streckenführung im verdeckten Bereich erscheint auf den ersten Blick etwas verwirrend. Die Vielzahl der Fahrmöglichkeiten scheint auch eine Vielzahl von Unfallschwerpunkten in sich zu bergen. Doch hier besteht keinerlei Gefahr, da ja der PC jede Zugfahrt regelt. Die Einteilung der Modellbahngleise in Blöcke und Blockstrecken erfolgt derart, daß, wenn der PC einem Zug einen von diesem angeforderten Fahrweg mit Weichen und Kreuzungen, zur freien Fahrt zugeteilt hat, ein anderer Zug diesen Fahrweg nicht eher befahren oder kreuzen kann, bis der erste Zug die einzelnen Fahrweg-Bereiche freigegeben hat und diese dem nächsten Zug vom PC wieder zugeteilt worden sind. Und da der erste Zug diese Bereiche erst dann dem PC freimeldet, wenn er sie vollständig verlassen hat,

besteht selbst bei der gewagtesten Gleisführung keinerlei Kollisionsgefahr, vorausgesetzt: Digitalorganisation und Blockstreckeneinteilung stimmen. Dieser Vorgang von Anfordern und Freigeben (über eingebaute Gleiskontakte und Rückmeldemodule !) wiederholt sich dann immerfort. Die Züge regeln somit über den PC ihre Fahrt gegenseitig. Eigentlich ein ganz schlüssiges und einfaches Prinzip. Man muß sich nur richtig hineindenken und es konsequent umsetzen. Auf zusätzliche, elektronische Schaltungen und Geräte, wie Gleisbesetztmelder, Fahrstraßensteller, Langsamfahrtregler, Widerstände für stromlose Gleisabschnitte usw. kann komplett verzichtet werden. Das vereinfacht die Anlagenplanung wie den späteren Bau ganz erheblich. Hat man diese Fahrmöglichkeiten von Anfang an berücksichtigt, kann der Fahrbetrieb darüber hinaus jederzeit über die Software des PC frei verändert, erweitert oder – bei entsprechendem Ehrgeiz – raffinierter gestaltet werden, ohne Gleisführung oder Verkabelung der Anlagen verändern zu müssen. Sie werden sicherlich längst erkannt haben, daß der abgebildete Gleisplan

des Schattenbahnhofs sehr leicht variiert und den eigenen räumlichen Gegebenheiten und Wünschen angepaßt werden kann. Lassen Sie also Ihrer Phantasie freien Lauf. Wenn Sie den abwechslungsreichen Fahrbetrieb mögen, erschließen Sie sich durch unkonventionelle Gleisführungen und digitalen Automatikbetrieb viele neue Möglichkeiten, die mit Sicherheit begeistern werden.

Fazit: Die Digitaltechnik hat nicht nur erhebliche Auswirkungen auf die Verkabelung der Gleisanlage, sondern gibt auch zusätzlichen Verteilerstrecken im verdeckten Anlagenbereich neuen Sinn. Die scheinbar gewagten Gleisverbindungen, der kreuzende Gegenverkehr und eine automatisierte PCZugsteuerung mit sinnvoller Digitalorganisation machen den Fahrbetrieb lebendiger und vielseitiger. Vor allem bringt der Fahrbetrieb so dauerhaften Spielspaß, ohne Langeweile aufkommen zu lassen. Und der ist zur Eigenmotivation wichtig, weil es normalerweise Jahre braucht, bis eine Anlage einen vorzeigbaren Bauzustand erreicht. Und den wünschen wir uns doch alle. Rüdiger Eschmann

Zug B

Beispiel für die vielfältigen Fahrmöglichkeiten im verdeckten Anlagenbereich, wenn man Gleiswendel und Verteilerkreisel miteinander kombiniert. Zwischen Verteilerkreisel und Gleiswendel liegen gleich zwei, betrieblich unabhängige Schattenbahnhöfe. Jeweils ein Gleis der Schattenbahnhöfe ist als Durchfahrgleis reserviert. Durch die Verbindungen kann von jedem Gleis aus jede Tunnelöffnung erreicht werden. Bis zu vier Züge können dabei gleichzeitig starten und ohne große Umwege den sichtbaren Bereich der Anlage erreichen. Zeichnungen: Rüdiger Eschmann MIBA-Spezial 42

Zug C

Zug D

31

GRUNDLAGEN

W

enn Sie einen fabrikneuen NMRA-konformen Decoder in ein Fahrzeug eingebaut haben, werden Sie wahrscheinlich nur hin und wieder mit den Fahreigenschaften zufrieden sein. Ursache dafür sind werksseitige Standardeinstellungen, die zunächst dafür sorgen, daß sich ein Fahrzeug überhaupt bewegt. Ihnen bleibt es überlassen, die Decoder nach dem Einbau auf Ihre Wunschvorstellungen hin zu trimmen. Dieser Vorgang wird landläufig als Decoderprogrammierung bezeichnet. Das ist etwas irreführend, denn die eigentliche Ablaufsteuerung ist vom Hersteller fest vorgegeben, und daran ist nichts zu rütteln. Sie können jedoch mit der „Programmierung“, besser ist Einstellung, eine ganze Reihe von Parametern verändern, die das Verhalten des Decoders beeinflussen. Letztlich beschreiben Sie das Umfeld bzw. die Konfiguration, auf die sich der Decoder einstellen soll. Folgerichtig werden diese Parameter als Konfigurationsvariable bezeichnet, abgekürzt CV (engl. Configuration Variable). Damit nun nicht jeder Hersteller sein eigenes Süppchen kocht und neue Variablen erfinden muß, hat die NMRA in den Recommended Practices 9.2.2 eine ganze Reihe von Konfigurationsvariablen samt Inhalt dokumentiert. Und wer seine Decoder NMRA-konform nennen möchte, muß sich defacto an diese Standards halten. Das bedeutet nicht, daß ein Decoder alle Konfigurationsvariablen unterstützen muß, ein paar CVs sind jedoch Pflicht. Dazu gehören: • CV#1 enthält die Decoderadresse • CV#7 Decoder Versionskennzeichnung (nicht veränderbar) • CV#8 Herstelleridentifikation (nicht veränderbar) • CV#29 Decoderbasiskonfiguration Nicht gerade überwältigend, die meisten Decoder unterstützen jedoch weitaus mehr Variablen. Und weil es hier viel Konfusion gibt, welche CV wofür zuständig ist, und wie die CVs sich gegenseitig beeinflussen, wurde versucht, etwas Klarheit in diese teilweise doch komplexe Materie zu bringen. Alle Konfigurationsvariablen bestehen aus 8 Bits, die je nach Variablentyp unterschiedlich interpretiert werden. Im CV#1 steht die Adresse des Decoders, alle 8 Bits repräsentieren hier einen numerischen Wert. CV#29 32

Decoder optimal einstellen

CV – Configuration Variable In den seltensten Fällen ist man nach Einbau des Fahrzeugdecoders mit den Fahreigenschaften oder sonstigen Optionen zufrieden. DCC-Decoder bieten eine Fülle von Einstellmöglichkeiten, damit Lokomotiven vorbildgetreu gefahren werden können. Die Liste der einstellbaren Möglichkeiten ist recht groß. Was sich hinter den CVs verbirgt, zeigt Wolfgang Körner auf.

enthält Konfigurationsschalter, in diesem Fall ist jedem einzelnen Bit eine spezielle Bedeutung zugeordnet. Damit die Konfigurationsvariablen auch nach Abschalten der Anlage beliebig lange erhalten bleiben, dürfen sie nicht in einen normalen Arbeitsspeicher geschrieben werden. In den Decodern sind für diesen Zweck nichtflüchtige Speicherbereiche vorgesehen, in denen die einmal eingegebenen Werte bis zur nächsten Änderung sicher aufgehoben sind. Für den Zugriff auf diese Speicherbereiche stehen mehrere Programmiermethoden zur Auswahl. Bevor Sie an das Ändern

von Konfigurationsvariablen gehen, lesen Sie bitte in der Decoderbeschreibung, welche Programmierungsvarianten vom Hersteller unterstützt werden! Die aufgeführten CV-Wertebereiche sind Empfehlungen! Bei älteren Decodern können diese Bereiche eingeschränkt sein. Konsultieren Sie deshalb in jedem Fall die zugehörige Decoderbeschreibung! Normalerweise müssen sich Werte, die das Steuerprogramm des Decoders nicht verarbeiten kann, auch wieder zurücksetzen lassen. Eine gesunde Skepsis scheint jedoch angebracht zu sein.

CVs lassen sich komfortabel mit einer geeigneten Software einstellen. MIBA-Spezial 42

Lokdecoder Konfigurationsvariable mit NMRA-Konvention In diesem Abschnitt werden die von der NMRA abgesegneten Konfigurationsvariablen für Lokdecoder vorgestellt. Daneben gibt es einen freien Bereich, den die Hersteller nach eigenem Gusto belegen können. Soweit bekannt, werden die betroffenen CVs im Anschluß behandelt.

Die gepunktete Linie entspricht der Standardtabelle des Decoders DH140 von Digitrax. Die durchgezogene Linie gibt die benutzerdefinierte Kurve wieder. Die Anfahrspannung mußte etwas höher gewählt werden, weil die Lok nicht mehr so ganz neu war, normalerweise genügen für die CV#67 Werte um 10. Zeichnung: Wolfgang Körner

CV#1, Primäre Decoder Adresse Die Bits 0-6 der CV#1 enthalten die Decoderadresse im Bereich von 1 bis 127. Vorsicht: Ältere Decoder der Fa. Lenz lassen nur Werte von 1-99 zu. Mit den neuen XF-Decodern gibt es diese Einschränkung nicht mehr. Bei manchen Decodern können Sie die Primäradresse auf 0 setzen, damit ist der Decoder nicht mehr mit den digitalen NMRA-Befehlen steuerbar. Gleichzeitig wird in CV#12 die gewünschte Steuerungsmethode angegeben. Die meisten Decoder kennen allerdings als Alternative nur den analogen Betrieb (Gleichspannung), oder verfügen über einen Autodetectmode und erkennen ein anderes Datenformat selbsttätig.

CV#2, Anfahrspannung Der Wert in CV#2 muß so angepaßt werden, daß die Lok bei Fahrstufe 1 gerade anfährt. Der Wertebereich geht von 0-255, wird jedoch von den meisten Herstellern eingeschänkt, siehe CV-Tabelle. Wenn Sie eigene Geschwindigkeitstabellen benutzen, wird je nach Hersteller der CV#2-Wert mit einbezogen, bitte nachlesen!

CV#3, Beschleunigungswert Der numerische Wert in CV#3 legt fest, wie schnell der Decoder intern von einer Fahrstufe zur nächsten weiterschaltet. Der Wertebereich geht meist von 0 bis 31, wobei höhere Werte für einen langsameren Beschleunigungsvorgang stehen. Wenn Sie Null angeben, wird die Fahrstufenveränderung sofort wirksam, und der Motor reagiert ruckartig. Die Weiterschaltung zur nächsten Stufe soll mit einer Rate von ca. 0,9 x CV#3-Wert/Fahrstufenanzahl geschehen. Beispiel: Bei CV#3 = 6 wird im 28Fahrstufenmodus alle 0,2 Sekunden auf die nächste Stufe umgeschaltet. Die Lok erreicht nach ca. fünf Sekunden ihre Höchstgeschwindigkeit. MIBA-Spezial 42

CV#4, Bremsverzögerung Der numerische Wert in CV#4 legt fest, wie schnell der Decoder beim Bremsvorgang von einer Fahrstufe zur nächsten zurückschaltet. Wertebereich und Funktionsweise wie bei CV#3.

CV#5, Maximale Motorspannung Mit CV#5 können Sie die Maximalgeschwindigkeit bei der höchsten Fahrstufe herabsetzen. Der Wert wird in Schritten von 1/255 angegeben. Ein dezimaler Wert von 255 legt bei der höchsten Fahrstufe die volle Spannung an den Motor, ein Wert von 192 begrenzt die Spannung auf 3/4, die übrigen Fahrstufen werden vom Decoder angepaßt. Die Funktion wird mit Werten von 0 oder 1 abgeschaltet.

CV#6, Motorspannung für mittlere Fahrstufe Mit CV#6 können Sie die Motorspannung für die mittlere Fahrstufe festlegen. Wie bei CV#5 geben Sie die Spannung in Schritten von 1/255 an. Zusammen mit CV#2 und 5 können Sie die vom Hersteller festgelegte Geschwindigkeitskennlinie zurechtbiegen. Eine individuelle Anpassung können Sie mit einer eigenen Tabelle vornehmen (siehe CV#67–94), die CVs #5 und 6 sind in diesem Fall unwirksam. In dem folgenden Beispiel wurde die Anfahrspannung mit CV#2 auf 20% gesetzt. CV#5 enthält den Wert 255 für

die maximale Fahrspannung. Die CV#6 enthält zur Demonstration den Wert 204. Dadurch wird die Geschwindigkeitskennlinie bis zur mittleren Fahrstufe 14 steiler. In der Praxis werden Sie für die CV#6 einen Wert kleiner 128 wählen, damit erzielen Sie eine feinere Abstufung bei den niedrigen Fahrstufen.

CV#7 Versionsnummer des Decoder CV#7 enthält die Decoder-VersionsNummer des Herstellers, sie kann nicht verändert werden.

CV#8 Herstelleridentifikation CV#8 enthält die Herstelleridenitikation, sie kann ebenfalls nicht verändert werden.

CV#9 Dauer der PWM-Periode Mit CV#9 läßt sich die Dauer der Periode für die Pulsweiten-Modulation (PWM) einstellen. Die Drehzahl der Lokmotoren wird geregelt, indem man in festgelegten Abständen den Motor kürzer oder länger an die volle Versorgungsspannung schaltet. Bei kurzen Einschaltimpulsen dreht der Motor langsam; wenn die Impulsdauer gleich der Periodenlänge ist, läuft der Motor mit Maximalgeschwindigkeit. Auf diese Art der Drehzahlregelung reagieren jedoch die verschiedenen Motorentypen unterschiedlich. Die meisten drei- und fünfpoligen Aus33

Unterstützte Konfigurationsvariablen mit den zulässigen Wertebereichen Unterstützte Konfigurationsvariablen mit den zulässigen Wertebereichen CV# Bedeutung

Lenz

Lenz

Digitrax

Arnold

ESU

LE130

LE103XF

DH140

81200

Loksound

1

Adresse

1–99

1–127

1–127

1–119

1–127

2

Anfahrspannung

1–15

1–15

0–255

0–255

0–255

3

Beschleunigung

1–15

1–31

0–31

0–255

0–64

4

Bremsverzögerung

1–15

1–31

0–31

0–255

0–64

5

Motorspann. max

1–10



0–255

0–255

0–255

6

Motorspann. Mitte





0–255



0–255

7

Version

51

4

106



5

8

Hersteller

99

99

129



151

9

PWM-Periode

0–15







0–204

13 Funktionen analog





0–255



17 Erweiterte Adressierung 0,192–231

0,192–231

0,192–231



18 0–255

0–255

0–255



0–255

19 Consist Adresse

0–255

0–255

0–255





0–255







24 Korrektur Bremsverzögerung –

0–255





– *

23 Korrektur Beschleunigung

0,192–231 0–255

29 Konfiguration

*

*

*

*

30 Fehlerinformation

*









33–40 Funktionszuordnung









*



Lichteffekte

Konfig. II

Konfig. II

Konfig II

Lichteffekte

0–255

Fahrsound

49



50 51



Lichteffekte Lichteffekte





Lichteffekte Lichteffekte

52





Dampfstoß

53–56





Lichteffekte



Geräusche

57–59









Regelung

60

Konfig. II







Dimmer

61





Konfig. II



Volume

64









Märklinadr.

65 Kick-Start





1–255





66 Korrektur vorwärts





0–255





Anm. 1

0–255

0–255

0–255

Anm. 2





0–255







*

*





67–94 Geschwind.-Tabelle 95 Korrektur rückwärts 105–106 Benutzer-Id

Ein * bedeutet, daß die betreffende CV einzelne Bitschalter enthält. Anmerkungen: 1. Die Geschwindigkeitstabelle hat nur 14 Einträge CV#67–80, der Wertebereich geht von 0 bis 63 2. Die ESU-Geschwindigkeitstabelle hat 14 Einträge (CV#67–80), der Wertebereich geht von 0 –255

führungen sind mit Wiederholraten der Impulse von ca. 70 Hertz zufrieden. Für den optimalen Lauf von Glockenankermotoren sind jedoch höhere Frequenzen (ab ca. 300 Hz) notwendig. Aus diesem Grund läßt sich bei einigen Decoderfabrikaten (Wangrow benutzt CV#95 statt CV#9!!) die Periodendauer (der reziproke Wert der Frequenz) mit der CV#9 einstellen.

CV#10 Abschaltung der Lastregelung Mit einem Wert von 1–128 kann bei Decodern mit automatischer Lastregelung (EMF) spezifiziert werden, ab welcher Fahrstufe die Lastregelung abgeschaltet werden soll. 34

CV#11 Paket Time-out Normalerweise werden Pakete für Lokdecoder vom Steuergerät so oft wie möglich wiederholt, auch wenn bei gleichbleibender Fahrstufe nur identische Pakete geschickt werden. Mit dem Wert in CV#11 kann festgelegt werden, wann der Decoder abschalten soll, wenn er aufgrund einer Fehlerbedingung (im Steuergerät) keine an ihn gerichteten Pakete mehr empfängt.

CV#12 Alternative Decoderansteuerung CV#12 wird in Verbindung mit CV#1 benutzt. Wenn Sie die Adresse des Decoders auf 0 setzen, ist er mit

Die nachfolgende Tabelle soll einen Überblick über die bei einigen Dekodern unterstützten Konfigurationsvariablen und deren zulässigen Wertebereich geben. Für die Programmierung sollten Sie aber ausschließlich die aktuellste Beschreibung des Dekoderherstellers benutzen!

NMRA-Befehlen nicht mehr steuerbar. In der CV#12 können Sie jedoch alternative Protokolle angeben. Im einfachsten Fall können Sie den Analogmodus spezifizieren, dann fährt die Lok mit Gleichstrom. Daneben gibt es andere Werte, mit denen z.B. das SelectrixProtokoll aktiviert werden kann. CV#12 hat nur noch historische Bedeutung, die meisten Decoder schalten heute automatisch auf Analogbetrieb um (CV#29 Bit 2). Einige Decoder (Arnold, ESU) passen sich selbständig an das gelieferte Protokoll an, die CV#12 ist hier überflüssig.

CV#13 Funktionsstatus im Analogmodus CV#13 steuert die Funktionen F1–F8, wenn der Decoder mit Gleichstrom betrieben wird (Analogmodus). Bit 0 der CV#13 steht für Funktion 1, Bit 7 für Funktion 8. Der Bitwert 0 schaltet die entsprechende Funktion aus, eine 1 schaltet die Funktion ein.

CV#17 und 18 Erweiterte Adressierung Mit dem Wert in CV#1 kann ein Decoder nur im Bereich von 1–127 adressiert werden. Die zwei Byte lange Adresse in CV#17 und 18 erweitert den Bereich auf über 10 000. Die Bits 0–5 in CV#17 enthalten den höherwertigen Teil der Adresse, die Bits 6 und 7 müssen auf den Wert 1 gesetzt sein (Erweitertes Adressierungschema für Fahrzeugdecoder). CV#18 enthält den niederwertigen Teil der Adresse. Vergessen Sie nicht, Bit 5 in CV#29 auf 1 zu setzen, sonst wird die erweiterte Adresse ignoriert!

CV#19 Consist-Adresse für Mehrfachtraktion Neueren Decodern kann für Mehrfachtraktionen eine zusätzliche Steueradresse verpaßt werden. Die Kopplung von mehreren Basis- oder erweiterten Adressen im Steuergerät (per Software) sowie die damit verbundene Beschränkung auf 4–8 Fahrzeuge entfällt. Beim Zusammenstellen der MehrMIBA-Spezial 42

bereich entsprechen den Angaben unter CV#23.

CV#25 Auswahl der Geschwindigkeitstabelle Die CV#25 dient der Auswahl von Geschwindigkeitstabellen bzw. der Zuordnung der mittleren Motorspannung zu einer bestimmten Fahrstufe (ähnlich CV#6). Werte zwischen 2 und 126 wählen eine aus 125 vom Hersteller vordefinierten Geschwindigkeitstabellen aus. Werte von 128 bis 154 legen fest, bei welcher Fahrstufe der Motor mit halber Kraft laufen soll. Derzeit ist kein Decoder bekannt, der diese CV unterstützt. Mit der STP-Software P.F.u.Sch. (Weissenberg 23, A-4053 Haid) lassen sich alle CVs und auch die Geschwindigkeitskennlinie in den DCC-Decodern komfortabel einstellen und verwalten.

fachtraktion werden den betroffenen Decodern eine 7 Bit lange ConsistAdresse und die relative Fahrtrichtung zugewiesen. Danach wird der Lokverband nur noch mit dieser Adresse gefahren. Die Consist-Adresse wird in den Bits 0–6 der CV#19 abgespeichert, Bit 7 enthält die Fahrtrichtung. Aus diesem Grund können Sie nur ConsistAdressen im Bereich 1–127 verwenden. Wenn der Decoder auf seine ursprüngliche Adreßeinstellung (primäre oder erweiterte Adresse) reagieren soll, muß die CV#19 den Wert 0 enthalten. Mit brandneuen Steuergeräten können Sie Mehrfachtraktionen während des Betriebs bilden, der Ausflug auf das „Programmiergleis“ entfällt!

CV#21 und 22 Funktionssteuerung bei Mehrfachtraktion Wenn Sie eine Mehrfachtraktion mit der Consist-Adresse betreiben, können Sie die Funktionen der Decoder weiterhin über die Basisadressen bedienen. Falls jedoch die Funktionen ebenfalls von der Consist Adresse gesteuert werden sollen, müssen Sie das in CV#21 und 22 angeben. Das kann sinnvoll sein, wenn Sie z.B. mit einem Befehl den Schornstein der ziehenden und der schiebenden Lok rauchen lassen möchten. Sollen die Funktion 1–8 von der Consist-Adresse bedient werden, müssen Sie in der CV#21 die Bits 0–7 auf 1 setzen. Bits mit dem Wert Null bedeuten, daß die korrespondierende Funktion nur über die Basisadresse gesteuert wird. Die Reaktion von Funktion Null wird MIBA-Spezial 42

mit den Bits 0 und 1 in CV#22 festgelegt. Wenn Bit 0 auf 1 steht, dann kann Funktion Null geschaltet werden, wenn die Lok vorwärts fährt, Bit 1 ist für die Rückwärtsfahrt zuständig. Der automatische Lichtwechsel bei Richtungsumschaltung ist davon nicht betroffen!

CV#23 Beschleunigungsanpassung Den Beschleunigungswert für eine Lok haben Sie individuell in der CV#3 festgelegt. Wenn Sie ausnahmsweise an diese Lok einen gewaltigen Zug anhängen oder eine Mehrfachtraktion fahren, wird die eingestellte Beschleunigung mit der Realität nichts mehr zu tun haben. Mit der CV#23 können Sie jedoch solche Situationen in den Griff bekommen, in dem Sie einen Wert zwischen 0 und 255 spezifizieren. Der Decoder rechnet sich aus den Bits 0–6 eine Korrekturgröße aus, die je nach dem Vorzeichen in Bit 7 den Beschleunigungswert aus CV#3 verändert. Werte größer 128 erhöhen die Beschleunigung, Werte kleiner 128 sorgen für eine gemächlichere Beschleunigung. CV#23 = 0 oder CV#23 = 128 lassen die Beschleunigung in CV#3 unverändert. Bei Lenz FX-Decodern müssen Sie zusätzlich Bit 1 in der CV#50 einschalten, damit CV#23 (und CV#24) wirksam werden!

CV#24 Anpassung der Bremsverzögerung CV#24 dient zur Korrektur des CV#4Wertes. Die Funktion und der Werte-

CV#29 Decoder-Konfiguration Mit den Bits der CV#29 werden grundlegende Verhaltensweisen des Decoders spezifiziert. • Bit 0 kehrt die normale Fahrtrichtung einer Lok um. Auch die richtungsabhängige Beleuchtung wird mit umgeschaltet. Sie können dieses Bit auf 1 setzen, wenn Sie z.B. die Motoranschlüsse vertauscht haben. • Bit 1 gibt an, wo die Information für die Steuerung von Funktion 0 zu finden ist. Wenn Bit 1 auf 0 steht, wird die Funktion 0 mit Bit 4 des Fahrbefehls geschaltet, das ist die richtige Einstellung für Decoder mit 14 oder 27 Fahrstufen. Bei 28 Fahrstufen und mehr müssen Sie dieses Bit auf 1 setzen, dann wird die Funktion 0 mit Befehlen aus der Funktionsgruppe 0 bedient. • Bit 2 legt fest, ob der Decoder außer dem digitalen NMRA-Format auch andere Signale akzeptiert. Das können andere Protokolle (einstellbar mit CV#12) oder schlichter Gleichstrom sein. Normalerweise ist diese Konvertierungsfunktion eingeschaltet. Wenn Sie Bremsgleisabschnitte mit Gleichstrombetrieb benutzen, müssen Sie das Bit auf 0 setzen, sonst fährt die Lok gemütlich weiter! Bei Lenz XF-Decodern auch CV#50 Bit 2 beachten! • Bit 3 definiert, auf welche Weise ein Decoder Befehle quittieren soll. Zur Zeit ist nur das „basic acknowledgement“ beschrieben (Bit 3 = 0). Im Fahrbetrieb gibt es seitens des Decoders keine Bestätigung von Befehlen. Anders sieht es bei der Decoderprogrammierung aus. Speziell beim Auslesen von Speicherinhalten ist eine Reaktion des Decoders gefragt. Der Begriff „Auslesen“ ist etwas übertrieben. Bei dieser Aufgabe wirft das Steu35

Herstellerspezifische Konfigurationsvariable Außer den von NMRA festgeschriebenen Variablen gibt es den freien Bereich von CV#49 bis 64, über den die Hersteller verfügen können, um spezielle Eigenschaften in die Decoder einzubinden. Nachfolgend sind einige Beispiele für die aktuelle Bedeutung dieser CV-Gruppe nach Herstellern aufgelistet. Bits, für die es keine Beschreibung gibt, sollten auf 0 verbleiben!

Lenz XF-Decoder Lenz benutzt für seine XF-Decoder die CV-Nummern 50–52, um eigene Funktionen zu implementieren.

CV#50 Erweiterte Decoder Konfiguration • Bit 0 wird nicht benutzt. • Bit 1 regelt die Verwendung der Variablen CV#23 und 24. Sie sind für die temporäre Modifikation von Beschleunigung und Bremsverzöge-

ergerät dem Decoder Befehle mit wechselnden CV-Werten vor, die dieser mit seinem Speicherinhalt vergleicht. Ein positives Vergleichsresultat quittiert der Decoder mit erhöhter Stromaufnahme. Ein Stromsensor im Steuergerät registriert den Stromanstieg und bricht die Aussendung weiterer Befehle ab, denn jetzt ist klar, daß das Datenbyte des letzten Befehls den gesuchten CV-Wert enthält. Zukünftig soll es ein „advanced acknowledgement“ geben, das universell auch bei der Programmierung auf dem normalen Schienennetz funktioniert. Dann dürfen Sie das Bit 3 auf 1 setzen. • Bit 4: Wenn Bit 4 den Wert „0“ hat, wird für die Zuordnung der Motorspannung zu den Fahrstufen die vom Hersteller vorbereitete Geschwindigkeitstabelle benutzt. In vielen Decodern können Sie eine eigene Tabelle (mit CV#67 bis 94) definieren. Für ihre Aktivierung muß Bit 4 den Wert 1 enthalten. • Bit 5 spezifiert den Adressierungmodus. Wenn Bit 5 auf „0“ steht, zieht der Decoder für den Adressenvergleich den Wert in CV#1 heran, im anderen Fall wird die erweiterte Adresse in CV#17 und 18 benutzt • Bit 6: Die Bedeutung von Bit 6 ist zur 36

rung z.B. bei Doppeltraktionen zuständig. Der Bitwert „0“ ignoriert die beiden CVs, mit Bitwert „1“ werden sie in die Berechnung einbezogen. Wenn Sie die Doppeltraktion wieder auflösen, brauchen Sie nicht die CV#23 und 24 zurückzusetzen, um die ursprünglichen Fahreigenschaften einer Lok wiederherzustellen. Es genügt, wenn Sie das Bit 1 auf 0 setzen. • Bit 2 ist für die Decodersteuerung auf Bremsgleisabschnitten vorgesehen. Wenn eine Lok vor einem Haltsignal automatisch abbremsen soll, muß der betreffende Gleisabschnitt normalerweise mit digitalen Bremspaketen (Rundrufpakete mit Fahrstufe 0) beschickt werden. Bei XF-Decodern können Sie auf die Bremspakete verzichten (dazu ist ein extra Generator und ein Booster fällig), der Bremsgleisabschnitt darf aus einer vergleichsweise billigen Gleichspannungsquelle gespeist werden. Ein vom Signal gesteuertes Umschaltrelais ist natürlich auch hier für das Umschalten not-

Zeit nicht festgelegt. • Bit 7 identifiziert den Decodertyp. Der Bitwert „0“ ist für Lok-, der Wert „1“ für Schaltdecoder vergeben.

CV#30, Fehlerinformation In der CV#30 kann der Decoder Informationen über Fehler ablegen, die er z.B. beim Selbsttest festgestellt hat. Die Bedeutung der Fehlercodes ist herstellerspezifisch. Fa. Lenz benutzt die CV#30, um Verdrahtungsfehler beim Decodereinbau zu signalisieren.

CV#33–42, Zuordnung von Decoderausgängen zu Funktionen Mit CV#33–42 kann nach Einbau des Decoders die Zuordnung der Funktionsausgänge zu den Funktionen 0–8 variiert werden. Auch die Steuerung mehrerer Ausgänge mit einer Funktion ist möglich. Details entnehmen Sie bitte der Decoderbeschreibung.

CV#65 Zusätzliche Anfahrspannung Mit dem Wert in der CV#65 kann die

wendig. Damit der Decoder mit Gleichstrom nicht weiterfährt, sondern sanft abbremst, müssen Sie in CV#29 das Bit 2 auf 0 setzen. Anschließend stellen Sie Bit 2 der CV#50 auf 1, um die Bremsfunktion mit Gleichstrom zu aktivieren. Dieses Verfahren wird derzeit nur von wenigen Decodern (z.B. XF-Serie von Lenz und Digitrax) unterstützt!

CV#51 Lichteffekte Mit der CV#51 kann die Funktion von Stirn- und Rückbeleuchtung verändert werden. • Wenn Bit 0 den Wert 0 hat, werden Stirn- und Rücklicht richtungsabhängig umgeschaltet, das ist die Standardeinstellung. Wenn Sie Bit 0 auf 1 setzen, dann steuert Funktion 0 die Stirnbeleuchtung und die Funktion 1 das Rücklicht. • Mit Bit 1 wird festgelegt, ob die Helligkeit von Front- oder Rücklicht abgesenkt werden soll. • Mit den Bits 2 und 3 kann noch ausgewählt werden, ob die Absenkung der Helligkeit mit der Funktion 4 gesteuert werden kann.

Anfahrspannung beim Wechsel von Fahrstufe 0 nach 1 erhöht werden. CV#65 wird in Verbindung mit selbstdefinierten Geschwindigkeitstabellen benutzt. Die Anwendung ist allerdings nicht klar geregelt, einige Decoderversionen ziehen für diesen Zweck die bekannte CV#2 heran, andere nehmen die CV#65, deshalb bitte die Beschreibung durchlesen!

CV#66 Geschwindigkeitsanpassung Fahrtrichtung vorwärts Die CV#66 wird verwendet, um benutzerdefinierte Geschwindigkeitskennlinien zu verbiegen, wenn der Decoder keinen automatischen Lastausgleich vorsieht. Wenn Sie eine Lok stark belasten, wird sie nicht die Geschwindigkeit erreichen, die Sie einer Fahrstufe zugeordnet haben. Mit der CV#66 können Sie eine lastabhängige Korrektur einführen, indem Sie einen Wert zwischen 1 und 255 definieren. Diesen Wert dividiert der Decoder durch 128, das Resultat wird mit dem entsprechenden Eintrag der Geschwindigkeitstabelle multipliziert und für die Motoransteuerung verwendet. Wenn Sie in der CV#66 einen Wert von 128 angeben, entspricht das einem MIBA-Spezial 42

CV#52 Helligkeitssteuerung Mit dem numerischen Wert in CV#52 wird die Helligkeitsabsenkung steuern. Ein Wert von 0 läßt den Scheinwerfer dunkel, 255 steht für maximale Helligkeit.

CV#53–56 Lichteffekte Mit den CVs 53–56 lassen sich Lichteffekte für die vorbildgerechte Beleuchtung amerikanischer Lokomotiven realisieren.

Arnold 821xx Decoder Arnold verwendet für die erweiterte Konfiguration die CV#49. • Bit 0 schaltet die automatische Lastregelung ein oder aus. • Bit 1 legt fest, wann der Kurzschlußtest aktiviert ist. • Mit Bit 3 läßt sich der Analogbetrieb des Decoders abschalten. • Bit 4 spezifiziert, ob der Decoder auch das Motorola-Format verarbeiten soll Die CV#50 enthält Werte für die Puls-

weite bei Analogbetrieb bzw. Parameter für die Lastregelung.

ESU Loksound–Decoder Der Hersteller ESU belegt fast den gesamten für Hersteller reservierten CV-Bereich (CV#49–64) mit vielfältigen Einstellmöglichkeiten für die Geräuscherzeugung. Die Steuerung der Lichteffekte und der Funktionszuordnungen übernehmen bei diesen Decodern die Standard-CVs 33–40. • CV#49 enthält Angaben für die Decoderkonfiguration. Damit kann die Lastregelung ein- oder ausgeschaltet werden, außerdem kann ein Funktionsausgang statt mit Dauerstrom mit Impulsen (ca. 87 Hz) betrieben werden • Mit CVs 50 und 51 läßt sich die Lautstärke der Fahrgeräusche bei niedriger und bei maximaler Geschwindigkeit beeinflussen • Mit CV#52 und 53 wird die zeitliche Abfolge der Dampfstöße eingestellt • CV#54 und 55 bestimmen die Zeitabstände für einen Zufallsgenerator, mit dem einzelne Geräusche aktiviert werden können.

• Mit CV#56 bis CV59 werden Parameter für die automatische Lastregelung eingestellt. • CV#60 steuert eine Dimmerfunktion für Lichtausgänge. • Mit CV#61 wird die Lautstärke der Geräuschwiedergabe eingestellt. • CV#64 enthält die Decoder Adresse beim Betrieb mit MotorolaProtokoll.

Digitrax FX Decoder Digitrax FX-Decoder benutzen die CVs 49 bis 56 für spezielle Lichteffekte bei den Funktionsausgängen F0 bis F6. Die Werte für die einzelnen CVs setzen sich aus zwei Teilen zusammen. Die niederwertigen vier Bits bestimmen die Effektvariante. Das Angebot reicht vom einfachen Blinklicht bis zur Leuchtfeuersimulation. Die höherwertigen 4 Bits legen fest, ob und wie die gewünschte Effektbeleuchtung mit der Fahrtrichtung verkoppelt wird. Einzelheiten hierzu entnehmen Sie zweckmäßigerweise der Decoderbeschreibung.

Korrekturfaktor von 1, die Einträge aus der Tabelle werden demnach unverändert übernommen. Bei CV#66 = 255 werden alle Tabelleneinträge mit 2 multipliziert, die Geschwindigkeitskurve wird steiler, und der Motor erhält bei jeder Fahrstufe doppelt soviel Saft. Voraussetzung ist natürlich, daß die ursprüngliche Geschwindigkeitstabelle nicht bereits 100% Motorspannung vorsah. Die CV#66 ist nur für die Anpassung bei Vorwärtsfahrt zuständig, die Rückwärtsfahrt wird mit der CV#95 getrimmt. Anmerkung: Bei Digitrax-Decodern DH140 Version x„6A“ ergibt ein Wert von 128 einen Korrekturfaktor von 1/2! Die Einstellung der CV-Werte mit dem Lenz-Handreglers LH 100. Foto: gp

CV#67–94 Benutzerdefinierte Geschwindigkeitstabelle Jeder Decoder enthält für die Geschwindigkeitssteuerung eine Standardtabelle, die meist eine lineare Zuordnung von Motorspannung zu Fahrstufe enthält. Mit CV#2 wird die Anfahrspannung definiert, das führt zu einer Anhebung der Spannung bei niedrigen Fahrstufen. Bei manchen Decodern haben Sie die Möglichkeit, auch die Höchstgeschwindigkeit mit MIBA-Spezial 42

der CV#5 und die Geschwindigkeit bei der mittleren Fahrstufe mit CV#6 zu beeinflussen. Wenn nach diesen Maßnahmen das Fahrverhalten immer noch zu wünschen übrigläßt, müssen Sie sich wohl eine eigene Tabelle „schnitzen“, die individuell an das entsprechende Fahrzeug angepaßt wird. Der erste Versuch ist meist etwas mühsam, aber die Mühe lohnt! Aus den Erläuterungen zu CV#9 wissen Sie, daß die Drehzahlregelung des

Motors mit einer Pulsweitenmodulation vorgenommen wird. Je kürzer der Einschaltimpuls pro Periode ist, desto langsamer dreht der Motor und umgekehrt. Die Geschwindigkeit wird also durch das Verhältnis von Impuls- zu Periodendauer bestimmt. Die Periodendauer selbst spielt dabei keine Rolle. Wenn Sie eine eigene Geschwindigkeitstabelle definieren wollen, besteht Ihre Aufgabe darin, jeder Fahrstufe das gewünschte Impuls-/Peri37

odendauer-Verhältnis zuzuordnen. Nun müssen Sie nicht mit unhandlichen Brüchen umgehen, die PWMTechnik kommt Ihnen da zu Hilfe. Zunächst wird hier eine Periode in eine feste Anzahl von Zeitabschnitten aufgeteilt, dieser Wert wird auch als (interne) Auflösung der PWM-Steuerung bezeichnet. Für die Erzeugung der variablen Impulslängen brauchen Sie dann nur noch die Anzahl der Zeitabschnitte anzugeben, während der der Motor eingeschaltet sein soll. Bei den meisten Decodern beträgt die Anzahl der Zeitabschnitte 255, bei älteren Decodern ist sie teilweise auf 63 begrenzt. Der Maximalwert ergibt sich aus dem zugelassenen Wertebereich für die Variablen CV#67–94. • Beispiel: Wenn der Wertebereich von 0 bis 255 zugelassen ist, ergibt ein Wert von 128 das Impuls-/Periodenverhältnis von 1:2. Die Impulsdauer ist also gleich der Pausendauer, und der Motor wird mit 50% der Versorgungsspannung betrieben. Beim Wert 255 sind Impuls- und Periodendauer gleich, es gibt keine Pausen mehr, der Motor läuft mit Maximalgeschwindigkeit. Soweit die Theorie, die Geschwindigkeitskennlinie und die zugehörigen Definitionen in der Tabelle sollen Sie bei Ihren praktischen Versuchen unterstützen. Die Geschwindigkeitskurve

wurde für eine Rangierlokomotive (BR 160/DR) entworfen, besonderer Wert wurde auf eine feinfühlige Steuerung bei niedrigen Fahrstufen gelegt. Wenn Sie für die Berechnung der CVWerte lieber die prozentuale Motorspannung heranziehen möchten, brauchen Sie nur die Prozentzahl mit 2,55 zu multiplizieren und das gerundete Resultat in die entsprechende Variable eintragen. Benutzerdefinierte Tabellen sind natürlich auch beim Betrieb der Decoder mit 14 oder 128 Fahrstufen verwendbar. Der Decoder interpoliert aus den 28 Tabelleneinträgen die entsprechenden Zwischenwerte. Wem die gegebenenfalls wiederholte Programmierung von 28 Tabellenwerten mit dem Handregler zu langweilig ist, sollte sich die Anschaffung eines Programmiergeräts mit PC-Unterstützung überlegen. Entsprechende Programme und Utilities (siehe CD-ROM) erlauben eine komfortable Einstellung der CVs und auch eine übersichtlichere Einstellung der Geschwindigkeitskennlinie. Software mit benutzerfreundlicher Oberfläche bieten z.B. Busch, Viessmann, Digitrax, ESU etc. an. ESU bietet für seine Loksound-Decoder ebenfalls eine komfortable Software und einen Programmieradapter an. In der derzeitigen Version ist

jedoch die Geschwindigkeitstabelle leider auf 14 Einträge begrenzt.

Konfigurationsvariable für Schaltdecoder

CV#514 Aktivierung von Decoderausgängen über zusätzliche Eingänge

zum automatischen Abschalten, mit Werten von 33–47 können Sie ein Blinklicht am Bahnübergang realisieren. Der Wert 32 unterdrückt die automatische Abschaltung.

Nicht so bekannt ist die Tatsache, daß für Schaltdecoder ebenfalls Konfigurationsvariable spezifiziert sind. Mit ihnen können spezielle Eigenschaften der Ausgänge festgelegt werden. Für sie ist der Bereich von 513 bis 1024 reserviert. Tatsächlich benutzt werden nur 10 CVs.

CV#513 SchaltdecoderAdresse Die Schaltdecoderadresse belegt insgesamt 9 Bits. CV#513 soll die niederwertigen 6 Bits der Decoderadresse enthalten, der Rest wird in CV#521 in invertierter Form untergebracht. Beim Lenz LS100 kann die CV#513 Adressen von 0–255 aufnehmen, das erspart Ihnen das Aufdröseln und das Invertieren der Bits für die CV#521.

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Wenn der Decoder zusätzliche Eingänge zum Schalten von Ausgängen besitzt, kann mit CV#514 festgelegt werden, welche Ausgänge davon betroffen sein sollen. Die Ausgänge können dann sowohl mit einem digitalen Befehl als auch über den zugehörigen Hilfseingang gesteuert werden.

CV#515–518 Schaltzeiten für die Ausgänge 1 bis 4 Mit den CVs 515–518 läßt sich das Schaltverhalten für die Ausgänge festlegen. Werte größer null bestimmen die Einschaltzeit nach einem Aktivierungsbefehl; wenn sie abgelaufen ist, wird der Ausgang automatisch wieder abgeschaltet. Beim Wert null ist zum Abschalten ein extra Befehl nötig. Beim Lenz LS100 dienen Werte von 0–15

CV#95 Geschwindigkeitsanpassung Fahrtrichtung rückwärts Mit CV#95 kann die Geschwindigkeitstabelle für die Rückwärtsfahrt angepaßt werden. Die Funktionsweise ist bei CV#66 beschrieben. Bei Fa. Wangrow wird mit CV#95 die Wiederholfrequenz der PRM-Perioden spezifiziert (entspricht CV#9).

CV#105 und 106, Benutzerfelder Die CV#105 und 106 sind für den Benutzer vorgesehen, Sie können diese CVs für eigene Zwecke (z.B. Dokumentation etc.) verwenden. Atmen Sie tief durch, Sie haben die letzte CV-Hürde eben hinter sich gelassen. Gönnen Sie sich erst eine Pause, bevor Sie alle CVs in Ihren Decodern beharken. Denken Sie daran, Ihre Änderungen zu dokumentieren! Nach einem Jahr erinnert man sich nur schwerlich an Einzelheiten. Wenn man dann die CVs aus dem Decoder erneut auslesen muß, kommt nicht gerade Freude auf. Und wenn etwas nicht auf Anhieb funktioniert, sollten Sie sicherheitshalber noch mal im Handbuch nachschlagen. Wolfgang Körner

CV#519–520, Herstelleridentifikation CV#519 enthält die Versionsnummer, CV#520 die Herstelleridentifikation.

CV#521, SchaltdecoderAdresse Sie enthält die höherwertigen drei Adreßbits in invertierter Form.

CV#541, SchaltdecoderKonfiguration Die CV#541 entspricht der CV#29 bei Lokdecodern. Nur das Bit 7 hat eine Bedeutung. Es zeigt an, daß es sich um einen Schaltdecoder handelt.

MIBA-Spezial 42

den Bahnhof Neuenmarkt erstreckt. In Neuenmarkt zweigt noch eine eingleisige Nebenstrecke ab, die im Pendelzugbetrieb befahren wird.

MODELLBAHN-ANLAGE

Simple und wirkungsvolle Blocksteuerung mit Selectrix

Einfacher Selbstblock Ein erster Schritt bei größeren Anlagen in Richtung Mehrzugbetrieb bzw. Automatisierung ist der Selbstblockbetrieb. Bei Gleich- und Wechselstrombahnen verwendet man Schaltgleise, über Relais abschaltbare Gleisabschnitte vor dem jeweiligen Blocksignal oder auch spezielle Blockbausteine mit integrierten Anfahr- und Bremsregelungen. Das digitale Mehrzugsystem Selectrix ermöglicht einen einfachen vorbildorientierten Blockbetrieb.

E

ine auf Messen und Ausstellungen vielbesuchte Anlage ist die „Schiefe Ebene“ auf dem Märklin/Trix-Stand. Die Züge fahren im Blockabstand durch die N-Landschaft der Fränkischen Schweiz. Groß und klein bestaunen, wie die kleinen Züge vor haltzeigenden Signalen sanft abbremsen, um dann, wenn der vorhergehende Block frei ist, wieder sanft zu beschleunigen. Daß für den vorbildorientierten Betriebsablauf nur ein geringer elektronischer Aufwand betrieben wurde,

wird dem interessierten Beobachter nicht bewußt. Messe- und Ausstellungsanlagen unterliegen stärkeren Belastungen als Heimanlagen. Alles muß für den robusten Auf- und Abbau, für die Lagerung in kalten, feuchten oder heißen Räumen und für den reibungslosen Dauerbetrieb ausgelegt sein. So verfügt die N-Anlage „Schiefe Ebene“ nicht über einen Schattenbahnhof. Die Züge fahren auf der zweigleisigen Strecke im Selbstblockbetrieb, der sich auch auf

Sechs Blöcke für fünf Züge Die zweigleisige Hauptstrecke ist in jede Richtung in sechs Blockabschnitte unterteilt. Damit die Züge in einer Richtung fahren können, muß ein Zug einen freien Block voraus haben. Daraus ergibt sich bei sechs Blockabschnitten der Einsatz von maximal fünf Zügen. Gesteuert wird die Anlage mit dem digitalen Mehrzugsystem Selectrix. Alle Lokomotiven sind mit einem Decoder ausgestattet. Als zentrale Steuereinheit dient das Central-Control 2000. Mit ihm wäre die Steuerung von 9 Lokomotiven möglich. Um aber die zehn Züge auf der zwei-, und die zwei Züge auf der eingleisigen Strecke in Betrieb nehmen zu können, sowie Signale und Weichen schalten zu können, ist noch das multifunktionale Steuergerät Lok-Control erforderlich. Mit ihm lassen sich auch die Adressen, das Anfahr- und Bremsverhalten usw. der Lokdecoder ändern und einstellen. Die gesamte Anlage ist in drei Stromkreise für den digitalen Fahrstrom eingeteilt. Ein Stromkreis wird von der Central-Control versorgt, zwei weitere über Power-Packs (Booster); jeweils ein Richtungsgleis der zweigleisigen Hauptstrecke, sowie die Nebenbahn und das Bw des Bhf. Neuenmarkt. Das Stromlosschalten der Halteabschnitte vor den Blocksignalen und Signalen in den Bahnhöfen übernehmen zugbeeinflussende Signale und im verdeckten Bereich Relais. Die Blockfreigabe und auch das AufHalt-Schalten des vorhergehenden Blocksignals geschieht über Reedkontakte. Diese sind über das Eingabegerät „Encoder A“ mit der Central-Control verbunden. Auf diesem Weg gelangen die Schaltimpulse von den Reedkontakten zu den Funktionsdecodern. Bild links: Wo viele Züge fahren, ist immer ein gewisser elektronischer Aufwand nötig, damit alles reibungslos läuft. Ein Schnellzug fährt aus dem Bahnhof Neuenmarkt aus. Bild rechts: Die Trix-Ausstellungsanlage „Schiefe Ebene“ in N wird im Selbstblocksystem mit der digitalen Mehrzugsteuerung Selectrix gesteuert. Der Aufwand ist dabei recht gering. Fotos: MK/gp

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MIBA-Spezial 42

Reedkontakte

Sx-Bus Anschlüsse des Funktionsdecoders

Anschlüsse des Encoder A

Prinzipdarstellung der Blocksteuerung einer Richtung. Die Bahnhofsgleise sind nicht mit einbezogen. Manuell können die Züge bei der Einfahrt auf andere Gleise geleitet und wieder in den Blockbetrieb zurückgeführt werden.

Der Sx-Bus verbindet bis auf die Booster alle Selectrix-Komponenten und ist für die Übertragung der Steuer- und Rückmeldeinformationen verantwortlich. Zeichnung: Wolfgang Hauff

Einer der Vorteile des Selectrixsystems ist der Sx-Bus. Über diese Leitung werden sowohl die Steuerimpulse zum Schalten wie auch die Rückmeldeimpulse von Belegtmeldern und Funktionsdecodern geschickt. Die Leitung darf dabei nach Lust und Laune verzweigt werden, was bei anderen Systemen nicht immer der Fall ist. Über den Sx-Bus werden also alle Steuergeräte, Funktionsdecoder, Eingabebausteine und Belegtmelder angeschlossen. Das Eingabegerät „Encoder A“ muß auf die gleiche Adresse wie der anzu-

sprechende Funktionsdecoder eingestellt sein. Die Weiche am ersten Ausgang des Funktionsdecoders reagiert, wenn am ersten Eingang des „Encoders A“ eine Taste betätigt wird. Unabhängig davon können aber auch z.B. die Weichen am ersten Decoderausgang von dem Steuergerät Lok-Control oder Control-Handy angesprochen werden. So läßt sich manuell auch ein Blocksignal auf Halt stellen, um einen Zug gewollt anzuhalten. Die nachfolgenden fahren natürlich nicht auf, da keine Freigabe des Blockabschnitts erfolgt.

Abschnitt zum Bremsen und Halten

Einteiliger Signalhalteabschnitt

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Geräteanschluß

Signalhalteabschnitte Eine besondere Eigenschaft des Selectrix-Systems ist Einrichtung der Signalhalteabschnitte. Bei Gleich- oder Wechselstromanlagen wird der Gleisabschnitt vor einem Signal bei „Halt“ zeigendem Signal stromlos geschaltet. Auf diese Weise würde man auch eine Lok mit Decoder jeden Systems abrupt zum Stehen bekommen; kein weiches Halten oder Wiederanfahren. Um Züge im Gleichstrombetrieb vor „Halt“ zeigenden Signale sanft abzubremsen und anzuhalten, sind Elek-

Selectrix erlaubt den problemlosen Aufbau eines Selbstblocksystems. Dazu werden die aus dem analogen Betrieb bekannten Halteabschnitte verlängert und wie in den links abgebildeten Zeichnungen verschaltet. Für den einteiligen Halteabschnitt kann der Schaltkontakt der Zugbeeinflussung des Signals ausgenutzt werden. Beim zweiteiligen Abschnitt ist ein Relais mit zwei Kontakten erforderlich, das parallel an den Funktionsdecoder angeschlossen wird.

Einteiliger Signalhalteabschnitt

Bremsabschnitt

Adresse

Halteabschnitt

Die Steuerung erledigt der Decoder, wenn er wie dargestellt angeschlossen wird. Zeichnungen: gp

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Freie Fahrt! Der nächste Blockabschnitt ist frei. Mit Schub geht es weiter die Rampe hinauf. Auch der Zug aus der Gegenrichtung hat frei. Der Gegenzug entpuppt sich als Güterzug, der kurz vor der oberen Aufnahme die Blockstelle erreicht.

Weiter geht es mit Schub die Rampe hinauf. Der gesamte Zugverkehr läuft im Selbstblockbetrieb. Damit es nicht langweilig wird, muß die Schublok per manueller Steuerung den Schnellzug über die Schiefe Ebene nachschieben.

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tronikbausteine einzubauen, ebenso um die Züge wieder vorbildgerecht zu beschleunigen. Bei Lokomotiven mit Decodern funktionieren diese Bausteine nicht in der gewünschten Weise. Die Entwickler von Selectrix waren jedoch findig. Das Abbremsen und Beschleunigen der Fahrzeuge ist sowieso als einstellbare Größe in den Decoder eingebaut. Um eine Lok mit Selectrix-Decoder vor einem haltzeigenden Signal zum Bremsen zu zwingen, wird der Schaltkontakt des Signals oder eines Relais mit einer Diode überbrückt. Der Lokdecoider bekommt nur ein Hälfte des Digitalfahrstroms. Dadurch wird im Decoder der Bremsvorgang eingeleitet. Je nach eingestelltem Bremsverhalten bremst der Zug kräftiger oder sanfter ab und bleibt vor dem Signal stehen. Bedingungen für das punktgenaue Halten vor dem Signal sind: Alle Signalhalteabschnitte müssen gleich lang und das Bremsverhalten im Decoder muß auf die Geschwindigkeit des Zuges und die Länge des Halteabschnitts abgestimmt sein. Um auch bei widrigen Betriebsbedingungen gewappnet zu sein, läßt sich im Decoder, so wie die Adresse oder die Höchstgeschwindigkeit, der oben beschriebene einteilige Signalhaltabschnitt einstellen, und auch ein zweiteiliger Signalhalteabschnitt. Der zweiteilige Signalhalteabschnitt besteht aus einem Bremsabschnitt, der über die Diode gespeist wird, und einen Halteabschnitt, der ganz herkömmlich einen ungefähr fahrzeuglangen Abschnitt stromlos schaltet. Ist der Decoder auf den zweiteiligen Halteabschnitt eingestellt, bremst der Zug mit den im Decoder eingestellten Verzögerungswerten bis auf Schleichfahrt ab und bleibt kaum merklich im Halteabschnitt stehen. Bekommt der Zug wieder freie Fahrt, wird die Diode überbrückt, und der Halteabschnitt bekommt wieder digitalen Fahrstrom. Wie gesagt funktioniert das nur mit Selectrix-Decodern. Noch ein kleiner Wermutstropfen: Werden beleuchtete Reisewagen im Zug mitgeführt, verlängern sie den Bremsweg des Zuges. Das liegt daran, daß die Räder mit den Stromabnehmern die Bremsdiode zeitweise überbrücken und unwirksam machen.

Die idyllische Nebenbahn kann entweder im automatischen Pendelbetrieb für den nötigen Betrieb sorgen oder aber auch manuell betrieben werden.

V 60 hat umgesetzt und macht sich mit ihrem PmG fahrplanmäßig auf den Rückweg.

Ein Schnellzug ist von Marktschorgast in Richtung Neuenmarkt unterwegs.

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Ein Markenzeichen der Ausstellungsanlage „Schiefe Ebene“ ist die Weitläufigkeit des Geländes. Hinter dem Bahnhofsgebäude von Marktschorgast führt die Gegenstrecke zur „Schiefen Ebene“ wieder hinab.

Es gibt noch eine dritte Variante, den Zug vorbildgerecht und sicher vor einem Signal zum Stehen zu bekommen. Das Gleis wird im Bereich des Signals als zweiteiliger Halteabschnitt eingerichtet, die Lok aber auf den einteiligen Halteabschnitt eingestellt. Dabei fungiert der Halteabschnitt als Sicherheitsbereich für den Fall, daß die Länge des Bremswegs trotz aller Maßnahmen nicht ausreicht. Hält die Lok nicht im Bremsabschnitt vor dem Signal, wird sie im stromlosen Abschnitt im Bereich des Signals gebremst. Der Selbstblockbetrieb des Selectrixsystems ermöglicht auf der einen Seite einen automatischen Verkehr, auf der anderen Seite läßt er bequem manuelle Eingriffe zu. So kann per Handregler ein Zug über die Rampe nachgeschoben oder ein Güterzug aus dem Blockbetrieb auf ein Gütergleis herausgezogen werden. Ebenso läßt sich auch ein Lokwechsel durchführen. Der Zug läßt sich danach wieder problemlos in den Blockbetrieb einreihen. gp Im Bw macht sich natürlich die Freizügigkeit der digitalen Steuerung im manuellen Betrieb besonders bemerkbar. MIBA-Spezial 42

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Modellbahnern herumgesprochen und ist auch für die nachfolgenden Ausführungen und den Einbau nicht entscheidend.

GRUNDLAGEN

Digitalsystem

Anschlußvielfalt der Fahrzeugdecoder

Der Decoder – das unbekannte Ding Obwohl schon die meisten der neuen Lokomotiven mit einer Schnittstelle zum schnellen Einbau eines Decoder vorgesehen sind, oder einige schon generell mit einem Decoders ausgeliefert werden, müssen zumeist die älteren „von Hand“ nachgerüstet werden. Mangelnde Kenntnisse über Decoder stellen manchen Modellbahner beim Umrüsten der Loks vor große Probleme. Wir wollen die verschiedenen Decoder und Einsatzgebiete und auch einige Grundregeln für den Einbau durchleuchten.

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chön wäre es – zumindest für recht viele Modellbahner –, wenn die Hersteller serienmäßig in die Loks Decoder einbauen würden. Die genormte Digitalschnittstelle erleichtert wenigstens den Einbau. Leider verfügen aber nicht alle Loks – schon gar nicht die älteren – über eine Schnittstelle. Wer nun eine Lok ohne Schnittstelle hat, aber einen Decoder des Her-

F3

F2

3 Schaltausgänge

Schwarz Rot

4 8

Gleichrichter

Decoder

Braun

6

Lila

2

7

Grün

F0

Weiß

Blau Gelb

F1

Nur die Licht- und eine Sonderfunktion sind über die Anschlüsse des Schnittstellensteckers geführt.

stellers „X“ in eine Lok des Herstellers „Y“ einbauen möchte, steht häufig auf dem Schlauch „Z“ wie „ziemlich“ ... Versuchen wir einmal den Decoder, ohne große wissenschaftliche Abhandlung, verständlich darzustellen. Daß der Decoder – auch als Fahrzeugempfänger bezeichnet – auf eine Adresse eingestellt werden muß, hat sich mittlerweile wohl unter den interessierten

Das blaue Kabel führt „Plus-Potential“ und versorgt alle Verbraucher der Sonderfunktionen. Die Funktionen ab „F 2“ müssen extra verkabelt werden.

1

Orange

5

Grau

Fahrregler

Blockschaltbild und Anschlüsse eines Decoders mit Schnittstellenstecker. Die runden Kreise mit den Zahlen kennzeichnen den Stecker mit der entsprechenden Pinbelegung. Der Anschluß gilt prinzipiell für alle Decoder, egal ob DCC, Motorola oder Selectrix. Illustration: gp

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Die für einen erfolgreichen Decodereinbau nötigen Spielregeln gelten für alle Digitalsysteme. Mit einem Gleichstromfahrpult steuert man eine Lok mit Gleichstrommotor, mit einem Wechselstromfahrpult eine Lok mit Wechselstrommotor. Bei Einsatz eines Digitalsystems stimmt diese Regel nicht mehr. So kann man mit dem Märklin/ Motorola-System Loks fahren, die sowohl mit einem Wechsel- wie auch mit einem Gleichstrommotor ausgerüstet sind. Gleiches gilt für das DCC- wie auch für das Selectrix-System. Bei der Wahl des Decoders muß also darauf geachtet werden, welches Datenformat er versteht und welche Art von Motor er betreiben kann.

Die Blackbox Der Decoder ist für den Modellbahner eine elektronische Blackbox. Wir bedienen ja auch unseren Videorecorder, ohne zu wissen, wie das Gerät funktioniert. Im konventionellen Betrieb, egal ob Gleich- oder Wechselstrom, ob mit oder ohne Mittelleiter, gelangt der Fahrstrom über Gleise, Räder und Radschleifer zum Motor und wird dort in Bewegungsenergie umgesetzt. Die Lok fährt. Bei den digitalen Mehrzugsteuerungen ist es kaum anders.  Der digitale Fahrstrom nimmt den gleichen Weg mit dem kleinen Unterschied, daß zwischen Radschleifer und Motor unser Decoder als Blackbox hängt. Der digitale Fahrstrom gelangt also in diesem Fall über Gleise, Räder und Radstromabnehmer zum Decoder, und nicht zum Motor. Das ist übrigens unabhängig vom verwendeten Digitalsystem, von der Art der Stromabnahme – Mittelleiter- bzw. Zweileitersystem – und vom Motor. Beim Einbau sollte man darauf achten, daß die Kabel von den Stromabnehmern nur mit den entsprechenden Anschlüssen des Decoders verbunden sind.

Motoranschluß Im Decoder wird aus dem „digitalen Fahrstrom“ der Strom für den Motor bereitgestellt. Je nach eingestellter MIBA-Spezial 42

Umschaltrelais, Umschaltelektronik

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Feldspulen

Decoder

blau = Lokchassis, gemeinsamer Pol für alle Verbraucher wie Motor, Stirnbeleuchtung usw.

Das Kabel vom Mittelschleifer führt nur bis zum Decoder.

Wechselstrom

Digitaler Fahrstrom

F3

F2

F1

Decoder

Braun

Grün

Weiß

Gelb

Blau

Lila

Grün

Weiß

Gelb

Blau

Weiß

Braun

F0

F0

Decoder

F3

F1 F0

F2

Verkabelung einer älteren Wechselstromlok mit einem Lokdecoder. Wird der Motor weiterhin mit Feldspulen betrieben, kommen als Decoder z.B. der 6080 von Märklin in Frage. Das Lokchassis dient als gemeinsamer Rückleiter (Masse). Illustrationen: lk/gp

Verkabelung einer Wechselstromlok mit Umschaltrelais. Das Lokchassis dient als gemeinsamer Rückleiter (Masse). Nicht berücksichtigt ist der Relaiskontakt für die fahrtrichtungsabhängige Beleuchtung.

Lila

Skischleifer

Gelb

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Feldspulen

Decoder

Orange

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Grün

Blau

Grün

Blau

Grau

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Standardanschluß eines Motorola-Decoders, wie z.B. der 6080 von Märklin, in eine Lok mit Feldspulenmotor.

Anschluß eines Decoders, wie z.B. der LokSound von ESU, in eine Lok mit Feldspulenmotor.

Anschluß eines Decoders für Gleichstrommotoren an einen Feldspulenmotor mit Dioden für die Drehrichtung.

Fahrtrichtung und Geschwindigkeit am Steuergerät bekommt der Motor vom Decoder den nötigen Motorstrom. Damit es aber nicht zu Fehlfunktionen kommt, darf zwischen den Anschlußklemmen der Stromabnehmer und denen der Motoranschlüsse keine elektrische Verbindung bestehen. Eine mögliche Verbindung eines Motorausganges mit den Stromabnehmern hätte zur Folge, daß digitaler Fahrstrom an den Motorausgang gelangt. Die relativ hohe Spannung kann zum schnellen Ableben der Motorelektronik führen. Häufig werden beim Aktivieren der Funktionen weitere Teile des Decoders zerstört. Es ist ganz besonders wichtig, darauf zu achten, daß kein Motoranschluß mit dem Lokchassis eine elektrische Verbindung hat. Löten Sie mögliche

Kabel bzw. ziehen Sie entsprechende Steckkontakte von den Motoranschlüssen ab. Mit einem Multimeter im niederohmigen Bereich prüfen, ob nicht doch noch über eine versteckte Leitung oder einen versteckten Kontakt einer der Motoranschlüsse Kontakt zum Chassis oder zu den rechten oder linken Radschleifern hat. Notfalls muß die Lok weiter zerlegt werden, um sämtliche Verbindungen aufzutrennen. Um auf der einen Seite eine einwandfreie Funktion des Decoders zu gewährleisten und auf der anderen Seite einer Zerstörung vorzubeugen, kommt man um den Einsatz eines Multimeters nicht umhin. Dieses ist neben geeigneten Schraubendrehern und Lötkolben das wichtigste Utensil und sollte auf alle Fälle in den Investitionsplan aufgenommen werden.

Power für den Motor

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Moderne Autos verfügen über ein elektronische Motormanagement, zum Senken des Treibstoffverbrauchs und des Schattstoffausstoßes. Fahrzeugdecoder verfügen ebenfalls über ein Motormanagement. Dieses bestimmt, welche Art von Motor der Decoder betreiben kann. Moderne Decoder bieten die Möglichkeit, das Motormanagement an die Beschaffenheit des Motors anzupassen. So können Glockenanker- sowie drei- oder mehrpolige Motoren mit gerade- oder schräggenuteten Ankern angeschlossen und optimal betrieben werden. Welcher Motor im speziellen mit welchem Decoder betrieben werden kann, entnehmen Sie am besten den Betriebs- bzw. Einbauanleitungen. 47

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Oberhalb des Motors der BR 216 von Röwa wurde Platz für den Decoder geschaffen. Die grünen Kabel kommen jeweils von den rechten und linken Radschleifern. Die elektrische Verbindungen zum Motor sind gekappt.

Gleichstrom

Verdrahtungsbeispiel einer Gleichstromlok. Das Lokchassis dient als Rückleiter für alle Verbraucher und ist mit den in Vorwärtsfahrtrichtung rechten Rädern verbunden. Illustrationen: lk/gp

Die grünen Kabel von den rechten und linken Radschleifern führen zum Decoder. Die drei Kabel für die Beleuchtung führen zum „Lichtkasten“ der BR 216. Das graue und orange Kabel führen nur zu den Motoranschlüssen.

Beleuchtung und sonstiges Ein weiteres heikles Kapitel ist die Verkabelung der Stirnbeleuchtungen und sonstigen Zubehörs wie Rauchentwickler, Sound usw. Diese elektrischen Verbraucher benötigen wie der Motor auch zwei Leitungen; eine Hin- und eine Rückleitung. Wie aus den Illustrationen zu erkennen ist, dient das Lokchassis als gemeinsamer elektrischer Pol für die Rückleitung. Das Chassis dient aber häufig nicht nur der Beleuchtung als Rückmeldung, sondern auch dem Motor. Dieser darf, wie schon eingangs erwähnt, nicht mit dem Lokchassis verbunden sein. Auf eine strikte Trennung ist zu achten. Einen generellen Tip für den Anschluß der Beleuchtung kann man nicht geben. Dieser ist von Decoder zu 48

Decoder verschieden. Wer sichergehen möchte, verdrahtet die Lämpchen mit den Decoderanschlüssen neu. Bei einigen Lokomotiven geht es allerdings nicht, da ein Pol der Lampenfassung mit dem Lokchassis identisch ist. In diesem Fall geht man wie folgt vor: Das Lokchassis darf weder zu den Stromabnehmern noch zu den Motoranschlüssen eine elektrische Verbindung haben. In dem einen oder andern Fall darf bzw. muß, wie beim SelectrixDecoder, eine Seite der Stromabnehmer mit dem entsprechenden Decoderanschluß verbunden sein. DCC-Decoder verfügen in der Regel über ein blaues Anschlußkabel. Dieses wird mit dem Lokchassis an geeigneter Stelle verbunden. Die geeignete Stelle kann ein Schraubanschluß oder eine Verbindung über ein Lötpad einer

Lokplatine sein. Nun brauchen nur noch die Lampen mit dem gelben bzw. weißen Kabel verbunden zu werden. Mit dem Anschluß von Rauchentwicklern oder anderen Sonderfunktionen verhält es sich ebenso. Für die Ansteuerung von Soundbausteinen kann keine allgemeingültige Aussage getroffen werden. In dem einen Fall können die Ausgänge des Decoders direkt mit entsprechenden Anschlüssen des Soundmoduls verbunden werden, in einem anderen ist es zweckmäßig, Relais zur galvanischen Entkopplung zwischenzuschalten. Kleinrelais können aber auch nötig sein, wenn die Schaltleistung eines Decoderausgangs nicht ausreicht, eine Sonderfunktion mit höherer Stromaufnahme zu schalten.

Dioden, Kondensatoren und anderer „Kram“ Einige Hersteller bauen für die Beleuchtung statt Glühlämpchen LEDs in die Fahrzeuge. Sollten die LEDs trotz korrektem Anschluß nicht leuchten, sind diese falsch herum angeschlossen. Sie verhalten sich wie Dioden für den Lichtwechsel im herkömmlichen Gleichstrombetrieb. Sie lassen den Strom nur in eine Richtung durch. In diesem Fall in die falsche. Tauschen Sie die Anschlüsse der Beleuchtungsplatine, da sich die winzigen LEDs meist nicht ohne Defekt umlöten lassen. MIBA-Spezial 42

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M

Decoder

Decoder

Decoder

Digitaler Fahrstrom

Digitaler Fahrstrom

Digitaler Fahrstrom

Einbau eines Decoders in eine Lok, deren in Fahrtrichtung rechte Räder eine konstruktiv bedingte feste elektrische Verbindung mit dem Lokchassis haben. Das blaue Kabel des Decoders wird nicht angeschlossen.

Sitzen die Lokräder beider Seiten isoliert auf der Achse, können die Anschlüsse der Radschleifer direkt am Decoder angeschlossen werden. Vorsicht vor versteckten Verbindungen zwischen Chassis und Schleiferplatine.

Das Lokchassis hat keine leitende Funktion. Stromabnahme, Stirnbeleuchtung und Motor sind nur mit den entsprechenden Anschlüssen des Decoders verbunden (z.B. BR 58/Roco, BR 216/Röwa).

Dioden für die fahrtrichtungsabhängige Beleuchtung bei herkömmlichen Glühlampen können entfernt werden. Ähnlich verhält es sich mit den Bauteilen zur Funkentstörung. Diese sind in den älteren Loks auf den Betrieb ohne

Decoder abgestimmt. Läßt man die Bauteile drin, kann es eine erhöhte Leistungsabgabe des Decoders zur Folge haben. Es kann auch sein, daß beim Einstellen des Decoders (Programmieren) oder auch beim Betrieb Funkti-

onsstörungen auftreten können. Sollte sich der Nachbar über einen gestörten Fernseh- oder Rundfunkempfang beschweren, ist in diesem Fall der Fachmann bzw. der Hersteller der Lokomotive gefragt. gp

Einige Einbau-Tips

Einbau des Selectrix-Decoders 66832 in den Triebwagen VT 62. Ein dünner Plastikstreifen isoliert den Motoranschluß gegen das Chassis. Das Kabel vom Decoder ist direkt an den Motoranschluß angelötet. Fotos: gp Anschlußschaltbild des Selectrix-Decoders 66832. Die Stromversorgung der Funktionen wird über die Chassismasse sichergestellt. Illustration: gp

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Chassismasse

• Lok muß im herkömmlichen Gleichoder Wechselstrombetrieb ohne Probleme fahren. • Stromaufnahme der Lokomotive im Leerlauf und unter Vollast – also bei schleudernden Rädern – messen. Nach dem Ergebnis richtet sich die Wahl des Decoders. Liegt die Stromaufnahme deutlich über dem Durchschnitt – für z.B. N mehr als 300 mA und für H0 mehr als 500 mA –, den Motor prüfen. Im Einzelfall können höhere Ströme fließen. • Verkabelung soweit wie möglich entfernen. Bleiben sollte die Verkabelung zu den Stromabnehmern an den Rädern bzw. bei Märklin zum Mittelschleifer. • Mit einem Multimeter prüfen, ob die richtige Seite der Radschleifer eine Verbindung zum Lokchassis hat. • Keine Verbindung zwischen Motoranschlüssen und Lokchassis. • Nach dem Einbau des Decoders erst die Werte einlesen und bei Bedarf neu einstellen. Lassen sie sich nicht einlesen, liegt meistens ein Fehler in Form einer falschen elektrischen Verbindung vor.

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WERKSTATT

Auch in kleinere Lokomotiven läßt sich der DCC-Decoder T 120 aus der Werkstatt von Thorsten Kühn problemlos einbauen.

Neuer Anbieter von Decodern für das DCC-Format

Preiswert und klein Auf der Suche nach einem geeigneten Lokdecoder stießen Uwe Kempkens und Rolf Knipper auf den „T 120“ aus der Werkstatt von Torsten Kühn. Eine preiswerte Alternative – absolut einbaufreundlich, wie unsere Autoren zu berichten wissen.

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er Decoder T 120 von Thorsten Kühn ist ein leistungsfähiger, äußerst preiswerter Lok-Decoder. Er ist kompatibel zum NMRA-Standard (z.B. Lenz, Uhlenbrock, Arnold, Märklin=, Digitrax oder Zimo). Durch seine geringe Baugröße (13,9 x 21,9 x 5,1 mm) paßt er in fast jede H0-Lok. Der maximale Motorstrom beträgt 1,0 Ampere, ist also auch für gößere Maschinen vollkommen ausreichend. Die beiden Funktionsausgänge sind mit je 0,125 Ampere belastbar. Nutzbar wären sie für richtungsabhängige Beleuchtung oder eine Zusatzfunktion. Die Motor- und Funktionsausgänge sind kurzschlußfest. Man kann den Decoder sehr flexibel auf 14, 28 oder gar 128 Fahrstufen programmieren. Zudem ist er ohne Änderungen auch im Analogbetrieb einsetzbar. Dabei verringert sich aber die Geschwindigkeit recht deutlich. Bei vielen, eigentlich zu schnellen Fahrzeugen dürfte dieser Umstand aber recht willkommen sein. Vor dem Einbau der Decoder sind alle elektrischen Verbindungen zwi50

schen den Motoranschlüssen und den Radschleifern zu entfernen. Bei einigen Fleischmann-Loks muß auf dem Motorschild eine Leiterbahn getrennt werden. Bei Maschinen mit separaten Stromverteilungsplatinen sind einige Leiterbahnen aufzutrennen. Die Beleuchtung darf nicht mit der Masse des Fahrgestells verbunden sein. Andernfalls muß man die Birne durch eine isolierte Glühbirne ersetzen (z.B. Faller Micro-Kabelbirne Nr. 671). Der ideale Platz für den Baustein liegt bei unserer Beispielslok, einer BR 55 von Fleischmann, im Bereich des Stehkessels. Da Motor, ein Teil der Stromabnehmer und die rückwärtige Beleuchtung im Tender liegen, müssen sechs Drähte zur notwendigen Stromversorgung dorthin verlegt werden. Diese lassen sich bequem durch die Kupplungsdeichsel zwischen Tender und Lok führen, welche im Hinblick auf die FMZ-Version dieses Modells hierzu bereits vorbereitet ist. Kabelfarben und Verdrahtungsschema entsprechen der NMRA-Norm. Zu den Eigenschaften des Kühn-

Decoders zählen neben hervorragenden Fahreigenschaften besonders die Beleuchtungseffekte. Im Falle der BR 55 wurde der übliche, fahrtrichtungsabhängige Lichtwechsel realisiert. Aber der Kühn-Decoder unterstützt entsprechend der nicht zwingenden DCC-Empfehlungen auch eine Dimmung per CV-Programmierung. Zu grelle Beleuchtungskörper können auf diese Weise nach persönlichem Geschmack eingestellt werden. Daneben hat man zwei Formen des Blinkens realisiert (Phase A und B). Gerade für schweizerische Rangierfahrzeuge ist dies als Sonderfunktion ideal. Die Zykluszeiten der Effekte lassen sich über CV#55 von 0,5 (Wert 0) bis 2,4 Sekunden (Wert 7) einstellen. Wechselstrommotoren mit Feldspulen lassen sich im DCC-Format ebenfalls ansprechen. Dazu sind zwei Dioden (z.B. 1N4007) erforderlich. Im beiliegenden Einbauheft ist dieser Einbau im Detail beschrieben. Doch zurück zu unserer 55er! Nachdem nun der Einbau des Decoders abgeschlossen und alle Verbindungen auf ihre Richtigkeit überprüft waren, konnten die Einstellungen vorgenommen werden. Da dem Decoder eine sehr ausführliche Beschreibung beilag, gelang die Einstellung der einzelnen CVs relativ leicht. Die Menüstruktur der „Intelli-Box“ von Uhlenbrock wurde dazu auf den Programmiermodus eingestellt. Über die DCC gelangt man in die Option „CVProg.-byteweise“. Im Display erscheint CV Prog: CV...1=- - MIBA-Spezial 42

Bei Fleischmann-Loks muß die Masseverbindung des linken Motoranschlusses durch Wegkratzen der Leiterbahn unterbrochen werden.

Bei unserer Beispielslokomotive, die es werkseitig auch in FMZ-Ausführung gibt, ist der Decoderplatz im Stehkessel bereits vorgesehen.

Um die Beleuchtung beim T 120 massefrei anschließen zu können, werden Kabelbirnchen von Faller eingebaut. Die Lok-TenderDeichsel kann sechs Kabel aufnehmen.

Dieses bedeutet: CV 1 (Basisadresse) = 1 - 127 (Decoderadresse) Nach Eingabe der Decoderadresse kann nun unter CV 2 bis CV 6 Anfangsspannung, Beschleunigung, Verzögerung, Maximal- und Mittelspannung eingestellt werden und zwar ganz nach eigenem Geschmack. Die optimalen Fahreigenschaften lassen sich aber nur durch Versuche ermitteln. In CV 29 wird die Nutzung der 28 bzw. 128 Fahrstufen, sowie der Analogmodus mit einem Wert von „6“ eingestellt. Die fahrtrichtungsabhängige Beleuchtung hat in CV 49 und CV 50 einen entsprechenden Wert von 128. Ist nun alles eingegeben und willig von der Zentrale bestätigt, kann unsere gute alte 55er mit neuester Technik auf große Fahrt gehen. Uwe Kempkens

Bezugsquellen und Preise • Direktbezug des T 120 bei: Thorsten Kühn, Floßweg 61a, 53604 Bad Honnef, Tel.: 0 22 24/7 99 53 Völkner: Art.-Nr.: 061-582-2 Conrad: Art.-Nr.: 212 164 • Einzelpreis: DM 44,90 • Sechserpack: je DM 39,90 • T 120 mit Schnittstellenstecker (erhältlich nur direkt bei Kühn) • als T 121 mit zwei, als T 140 mit vier frei programmierbaren Funktionsausgängen • als N 020 mit den Abmessungen 15,0 x 10,0 x 3,8 mm, Motorstrom: 500 mA

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Das Anleitungsheft ist sehr ausführlich und läßt auch beim gerade eingestiegenen Digital-Umbauer keine Fragen offen. Größenvergleich des T 120 mit und ohne NEM-Stecker mit einem Preiserlein. Ein Beispiel für enge Platzverhältnisse: In der V 60 von Roco sind dank der geringen Abmessungen praktisch keine Änderungen am Ballastgewicht notwendig, um den T 120 im Führerhaus unterzubringen. Fotos: Rolf Knipper

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Unsere beiden „Kandidaten“ für den Decodereinbau stammen bereits aus älterer Produktion – für jeden Sammler sind die beiden Märklinmodelle begehrte „Schätzchen“. Doch auch sie eignen sich nicht nur zum Digitalisieren, sie gewinnen sogar noch an Fahrkultur!

Fotos: Dieter Ruhland, Helmut Probst

Decodereinbau in Märklin-Loks

Ältere „Schätzchen“ mit Decoder In Dieter Ruhlands bisherigen Ausführungen über den Digitalumbau von Lokomotiven (MIBA-Spezial 37, MIBA 6/99) gab er überwiegend Tips für den Gleichstrombahner. Der Digitalvirus hat aber – dank Märklin als Vorreiter mit der entsprechenden Reklame – den Wechselstrombereich schon sehr stark befallen. Hier daher zunächst einige Hinweise zum Decodereinbau in Märklin-Wechselstromloks.

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eit 1984 können „Wechselstrombahner“ ihre Lokomotiven digitalisiert betreiben, was im übrigen auch für die Spur 1 gilt. Z-Bahnern blieb bisher – trotz Minidecoder von Selectrix – der Eintritt ins Digitalzeitalter verwehrt. Nur Spezialisten wagten sich hier an den Einbau. Ganz anders sieht es bei den H0Lokomotiven aus: Ein Schlaraffenland für den geübten Umbauer, denn Platz gibt es meistens massenhaft, um die Decoder richtig plazieren zu können, so daß der Fräser schon mal in die Ecke gestellt werden kann. 52

Beginnen wollen wir mit einem Zitat aus dem Märklin-Katalog: „Es gibt immer mehr Modelle mit immer mehr Funktionen“. Übertragen kann man das natürlich auch auf die Decoder, denn ohne die gibt es keine Funktionen. Man kann mit bestimmten Märklin-Decodern mittlerweile bis zu fünf Funktionen auslösen. Dazu wurden in letzter Zeit ein neues „Delta-Modul“ (Best.-Nr. 66031) und eine neue „Hochleistungs-Elektronik“ (Best.-Nr. 60902) auf den Markt gebracht. Bevor wir uns jedoch mit dem Einbau näher beschäftigen, muß ich leider

noch einen Wermutstropfen vergießen. Märklin gibt nur dann eine Garantie auf seine Decoder, wenn diese durch einen autorisierten Fachhandel eingebaut wurden. Wenn Sie also meine Anregungen in die Tat umsetzen wollen, gehen Sie ein gewisses Risiko ein. Dies gilt es auf alle Fälle abzuwägen. Ich kann Ihnen leider auch keine Garantie anbieten. Da ich aber aus Erfahrung weiß, daß viele Hobbyisten trotzdem Decoder von Märklin selbst einbauen wollen, schreiten wir nun endlich zur Tat. Zuerst erscheint es mir wieder sehr wichtig zu erwähnen, daß Sie nicht vergessen dürfen, sich zu erden. Wenn kein potentialfreier Arbeitsplatz zur Verfügung steht, nutzen Sie die blanke Stelle der Heizung, um sich von elektrischen Aufladungen zu befreien. Erst dann sollten Sie die Decoder aus der Verpackung nehmen, wobei Sie bitte immer darauf achten, daß Berührungen von Metallteilen des Decoders unbedingt zu vermeiden sind. Für den Umbau habe ich eine der bekanntesten Loks von Märklin, die Güterzuglokomotive Be 6/8 „Krokodil“ der SBB ausgesucht. Wie wohl allgemein bekannt ist, haben die Schweizer Loks das rechte untere Licht als Schlußlicht geschaltet. Ein oft nicht einfaches Unterfangen, diese Schaltung bei einer digitalisierten Lok zu verwirklichen! Dies sollte MIBA-Spezial 42

man beim Umbau von Anfang an mit berücksichtigen. In unserer Lok soll die Hochleistungs-Elektronik 6090 von Märklin eingebaut werden. Dabei handelt es sich um einen Decoder, der für Märklin-Loks mit Trommelkollektor-Motoren vorgesehen ist. Bei diesem Decoder kann man durch zwei Schrauben die Anfahr- und Bremsverzögerung sowie die Höchstgeschwindigkeit einstellen. Zu diesem Zweck hat der Decoder eine lastabhängige Drehzahlregelung. Zum Einbau des Decoders müssen einige Umbauten am Motor vorgenommen werden. Dazu bauen Sie als erstes den mechanischen oder elektronischen Umschalter samt seiner Verkabelung aus. Ich entferne in der Regel immer sämtliche Drähte, weil zum einen alles viel übersichtlicher wird und man zum anderen nicht Gefahr läuft, einen Draht zu verwechseln und so leichtfertig einen Kurzschluß zu produzieren. Dazu entfernt man auch sämtliche Verdrahtungen an den Lampen. Bei dieser Gelegenheit kann man auch gleich prüfen, ob sich die Birnen für den Digitalbetrieb mit 16 Volt eignen. Dann beginnt der eigentliche Motorumbau. Dazu werden zuerst die Kohlen entfernt, um dann das Motorschild abzuschrauben. Außer dem Motorschild werden dann auch noch der Anker und die Feldspule ausgebaut. Aus dem Bausatz 6090 werden der Permanentmagnet und der 5polige Anker eingesetzt. Sollten Sie bereits in der Lok einen 5poligen Anker gehabt haben, müssen Sie diesen trotzdem austauschen, da man im Digitalbetrieb mit 6090 einen anderen 5poligen Anker benötigt. Dann wird ein neues Motorschild angesetzt und mit den alten Schrauben fixiert. Bei näherem Betrachten sehen Sie, daß das neue Motorschild etwas dünner ist als das alte – letztlich der Grund für die Austauschaktion. Vor dem Zusammenschrauben sollten Sie an den Anker und das Motorschild einen Tropfen Öl geben, bei völliger „Dürre“ sollten auch die Zahnräder nicht vergessen werden. Nun werden noch seitlich die in der Packung beiliegenden Kohlen eingesetzt. Fertig ist der Motorumbau. Eigentlich haben wir ja jetzt einen Gleichstrommotor. Der 6090-Decoder ist somit ein Gleichstromdecoder, jedoch nur im Märklin-Digitalsystem verwendbar. Vor dem Einbau des Decoders haben wir außerdem noch ein großes ProMIBA-Spezial 42

blem zu lösen. Wenn die Lok fertig ist und Sie diese testen, werden Sie in der Regel feststellen, daß das Licht leicht flackert bzw. pulsiert. Dieser Effekt tritt erst seit kurzem auf und liegt wohl an den neueren Decodern in Verbindung mit der neuen Gerätegeneration. Stört Sie solch ein Flackerlicht nicht (mich in der Regel schon), können Sie mit dem Einbau des Decoders beginnen. Die Unzufriedenen können Abhilfe schaffen. Dies ist allerdings nur für Fortgeschrittene geeignet, denn es gilt am Decoder einen Draht anzulöten. Sie müssen wissen, daß Lötarbeiten am Decoder nur mit entsprechenden Lötkolben, am besten mit Hilfe einer Lötstation mit regelbarer Wärme-Einstellung, durchgeführt werden sollten. Überhaupt sind Lötungen am Decoder immer ein großes Risiko, da Sie, wenn nicht vollkommen exakt gearbeitet wird, diesen schnell völlig zerstören können. Und die Garantie, siehe oben, ist ja praktisch schon beim Auspacken verwirkt.

WERKSTATT

Nun, was gibt es zu tun? Das Problem ist die Masseleitung der Birnen. Es nützt nichts, diese mit der Masseverbindung der Lok zu verkabeln. Wir benötigen eine eigene Masseverbindung zum Decoder. Dazu löten wir einen Massedraht an den Decoder an, mit dem dann alle Lampen ihren Masseanschluß erhalten. In diesem Fall können also nur Lampen verwendet werden, die natürlich nicht auf Masse mit dem Chassis verbunden sind. Lampen mit Masseverbindungen, z.B. Schraubbirnen, müßten dann durch Abisolieren massefrei gemacht werden. Am besten eignen sich somit Birnen, die zwei Anschlußdrähte haben, wobei einer als Masseleitung und der andere für die Lichtleitung zum Decoder verwendet werden kann.

Bei abgenommenem Gehäuse erkennt man die notwendigen Umbaumaßnahmen beim Märklin-„Krokodil“. Mit Hilfe des Bausatzes 6090 wird zunächst der Motor auf das Digitalsystem umgestellt (Permanentmagnet, 5poliger Anker, neues Motorschild).

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Decoder 6090

Masseanschluß für Beleuchtung

Der Decoder sitzt an der Stelle, wo sich ursprünglich der Umschalter befand. Die Kabel müssen so geführt (ggf. gekürzt) werden, daß sie den Ausschlag von Drehgestellen etc. nicht behindern.

Prinzipdarstellung eines Decoders 6090: Um eine eigene Masseverbindung zu den Birnchen zu bekommen, wird an der Rückseite des Decoders ein Draht angelötet.

Der Draht wird an der Rückseite (siehe die Skizze oben) des Decoders, der vorher aus seiner Plastikschutzhülle genommen wird, angelötet. Dazu den Draht – nehmen Sie am besten eine Farbe, die am Decoder noch nicht vertreten ist, z.B. Orange – mittels Lötfett und Lötzinn verzinnen und dann vorsichtig anlöten. Ist der Draht zugfest, wird der Decoder wieder vorsichtig in die Plastikschutzhülle zurückgeführt. Nun wird der Decoder an der Stelle in der Lok plaziert, wo sich ehemals der Umschalter befand. Am besten befestigt man ihn mit einem Doppelklebeband. Leider lassen sich, im Gegensatz zu den Deltadecodern, weder der C80-Decoder noch der 6090-Decoder festschrauben. Also kleben Sie ihn fest! Nun beginnt die Verkabelung. Dazu betrachten wir zuerst die Farbbelegung der Kabel. Die grünen und blauen Kabel werden an die Bürstenführungen des Motorschildes angelötet. Zwischen den beiden Kabeln und dem Motorschild muß jeweils eine der beiden beiliegenden Entstördrosseln eingelötet werden. Dies kann direkt am Motorschild geschehen oder, wenn der Platz zu klein ist und Gefahr besteht, daß das Drehgestell durch die „Drosseln“ verkanten kann, bauen Sie diese an eine freie Stelle im Lokgehäuse und 54

führen den Draht dann weiter zum Motorschild. Beim Einbau können die Drähte der „Drosseln“ entsprechend gekürzt werden und dann mit einer der beiliegenden Plastikschutzhüllen oder mit entsprechendem Schrumpfschlauch gegen Kurzschluß gesichert werden. Die blauen und grünen Drähte sollten immer genügend Länge am Motorschild haben, so daß sich die Drehgestelle ungezwungen bewegen können. Enge „Zügel“ bewirken sonst gewisse ungewollte Geradeausfahrten mit „neuer Trassenführung“ in Kurven. Als nächstes verbinden Sie den roten Draht entweder direkt mit dem Schleifer oder über den Umschalter zum Pantographen. Im übrigen empfiehlt es sich immer, die Drähte auf die benötigte Länge zu kürzen, um die Übersicht zu bewahren und Schädigungen während des Fahrbetriebs zu vermeiden. Das braune Kabel wird an eine Masseverbindung der Lok angelötet. Am besten ist es, wenn Sie an eine der Schrauben am Motorschild eine kleine Lötfahne anbringen und an diese dann das Kabel anlöten. Was bleibt, ist das Licht. Wie oben schon erwähnt, ist das Schlußlicht unten rechts. Bei dieser Lok haben wir dazu eine eigene Birne. Diese Birne muß also bei der Vorwärts- und Rückwärtsfahrt brennen. In diesem Fall

habe ich die Lampe konstant geschaltet, das heißt einen Draht mit dem masseführenden Lokchassis verbunden und den anderen direkt mit dem Schleifer. Brennt diese eine Lampe im Betrieb zu hell, könnten Sie sich mit einem entsprechenden Vorwiderstand, den Sie zwischen der Birne und dem Schleiferanschluß einlöten, behelfen. Die zweite Birne, die das obere und untere linke Licht beleuchtet, muß dann mit dem Decoder verbunden werden. Dazu löten Sie an den einen Draht der Lampenbirnchen jeweils das gelbe und das weiße Kabel an. Der zweite Draht der Birnen wird dann jeweils mit dem von Ihnen neu am Decoder angelöteten Draht verbunden. Ob die Anschlüsse der gelben und weißen Drähte richtig sind, sehen Sie erst bei der Testfahrt, ansonsten müssen Sie die Drähte gegeneinander austauschen. Nun wird noch die richtige Adresse – Sie kennen ja mein Nummernschema, hier also die Nr. 68 – eingestellt. Wir sind nun fertig und stellen die Lok auf das Gleis. Am besten zuerst ohne eingeschaltete Lichtfunktion, denn wenn irgendwo ein Kurzschluß entsteht, könnte das eingeschaltete Licht den Lichtausgang zerstören. Gelingt die Probefahrt ohne Probleme, können Sie auch das Licht dazu einMIBA-Spezial 42

schalten. Nun noch das Lokgehäuse aufgesetzt und schon geht es digitalisiert durch die Schweizer PappmachéAlpen. Als nächstes wollen wir uns eine etwas ältere Dampflok der BR 75 von Märklin betrachten. Sie hat schon ein paar Jahre hinter sich, und doch eignet auch sie sich für einen Digitalumbau. Gerade bei den älteren Lokomotiven empfiehlt es sich, vor dem Umbau, diese auf ihre Funktionsfähigkeit zu testen. Vergessen Sie dabei nicht, auf die Lampen zu achten. Beginnen wir damit, daß wir den alten mechanischen Umschalter ausbauen. Als Besonderheit hatte dieses Modell eine Elektronik, insbesondere für den Lichtwechsel, die wir jetzt auch nicht mehr benötigen und deshalb ebenso entfernen. Normalerweise würde es sich anbieten, einen Märklin-Decoder C80 einzubauen. Hier ergibt sich aber ein kleines Platzproblem. Ob Sie ihn nun auf den Kopf stellen oder die Plastikummantelung (in diesem Fall müßte das Gehäuse zum Decoder abisoliert werden) entfernen – ohne Fräsen paßt er einfach nicht in das Gehäuse. Doch wir haben ja Alternativen! Hier bietet sich der Einbau eines Uhlenbrock-Decoders DAL 770 an; er läßt sich sehr einfach an der Stelle, wo sich ehemals der Umschalter befand, mit einem Doppelklebeband einkleben. Dank seiner kleinen Abmessungen ist dies kein Problem. Die rote Leitung des Decoders wird direkt mit dem Schleifer verbunden, die braune Leitung wird an die Masse angeschlossen. Dazu wird an eine der Motorbefestigungsschrauben eine kleine Lötfahne angebracht. Die grüne und blaue Leitung des Decoders wird an die beiden Feldspulenanschlüsse angelötet. Achten Sie bei dieser Lötarbeit darauf, daß Sie nicht zu lange löten, sonst wird Ihnen die Plastikhalterung der Feldspule wegschmelzen. Die an einer Seite am Kollektoranschluß des Motors befindliche Entstördrossel verbleibt an ihrer Stelle und wird mit der schwarzen Leitung verbunden. Sollte die Entstördrossel am Motorschild „stören“, können Sie sie an einer anderen Stelle plazieren und mit Hilfe eines Kabels mit dem Motorschild verbinden. Die gelbe Leitung des Decoders ist für das hintere Licht und die graue Leitung für die vordere Beleuchtung vorgesehen. Sollten die Lampen nicht in der jeweiligen Fahrtrichtung leuchten, vertauschen Sie nur die grüne und blaue Leitung an der MIBA-Spezial 42

Um etwaigen Kurzschlüssen vorzubeugen, sollte man an besonders gefährdeten Stellen entsprechende Isolierungen vorsehen. Zum Schluß kommt die Verkabelung für die Beleuchtung, wobei das SBB-Schlußlicht (rechts unten) besondere Maßnahmen erfordert.

Feldspule, denn dadurch ändert sich die Fahrtrichtung. Der zweite Pol der Lampen wird mit dem Masseanschluß (Lötfahne) am Motor verbunden. Die Besonderheit des Decoders, nämlich die zweite Sonderfunktion z.B. für Telexkupplung oder Rauchgenerator, wird bei diesem Umbau nicht benötigt. Deshalb wird das orange Kabel vom Decoder abgezwickt. Bitte achten Sie auch bei diesem Umbau darauf, daß die Kabel nur so lang sind, wie sie benötigt werden, und daß alle gelöteten Kabelverbindungen mit einem Schrumpfschlauch abgesichert sind. Nur diese Schrumpfschläuche gewähren eine dauerhafte Abisolierung. Bei den Isolierbändern besteht immer die Gefahr, daß sie z.B. durch

Erwärmung abgehen und blanke Stellen zutage treten. Jetzt ist es an der Zeit, die Lok für eine Testfahrt auf das Gleis zu stellen und dabei auch die Beleuchtung zu überprüfen. Ist alles in Ordnung, können Sie die Lok wieder vorsichtig verschließen. Sie sehen also, daß sich auch etwas ältere Märklin-Lokomotiven zum Digitalisieren eignen, ohne daß sie etwas von ihrer Qualität einbüßen. Ich bin sogar der Meinung, sie gewinnen an Fahrkultur. Dieter Ruhland

Unser zweiter „Umbau-Kandidat“, die Märklin-75, erhält einen Uhlenbrock-Decoder.

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WERKSTATT

Neben dem Triebzug „Pendolino“ von Fleischmann sind in dieser Folge auch zwei etwas ältere Roco-Modelle zur Umrüstung auf Digitalbetrieb an der Reihe.

Fotos: Dieter Ruhland, Helmut Probst

Umbaumöglichkeiten bei Gleichstromloks

Noch mehr Wege zur Digitalisierung Viele Leser haben, wie uns zahlreichen Zuschriften zeigen, die beiden vorangegangenen Artikel von Dieter Ruhland zum Umbau von Gleichstromloks (in MIBA-Spezial 37 und MIBA 6/99) mit großem Interesse aufgenommen. Dort ging es um Digitalumbauten von gängigen und neueren Lokmodellen. Der folgende Artikel bietet weitere Beispiele, um für Elektronik-Freaks den Weg zum perfekten Digital-Umbauer noch weiter zu ebnen.

B

evor wir uns mit etwas älteren Maschinen beschäftigen, möchte ich ein Thema behandeln, das in der Praxis immer wieder große Probleme aufwirft: Wie digitalisiere ich einen Triebzug? Triebzüge (z.B. VT 628, alle Arten von ICE), gleichgültig ob zwei- oder mehrgliedrig, sind in der Regel nicht schwer umzubauen, haben sie doch meist genügend Platz, um einen Decoder im Innenraum des Fahrzeugs plazieren zu können. Doch sie konfrontieren einen stets mit einem nicht unerheblichen Problem: Wie verwirklicht man den perfekten Lichtwechsel zwischen den oftmals weit auseinanderliegenden Triebköpfen?

Lichtwechsel bei Triebzügen Dazu gibt es aus meiner Sicht folgende drei Lösungsmöglichkeiten: 1. Wenn Sie immer in eine Richtung fahren, dann bauen Sie am Schluß des Zuges das weiße Licht, durch Entfernen der Glühbirne oder Auslöten der Leuchtdiode, aus und schalten das rote 56

Licht auf Dauerbeleuchtung. Beachten Sie dabei, daß Ihre Lampen den Dauerstrom von 16 Volt aushalten müssen. 2. Sie führen quer durch den ganzen Zug ein entsprechendes Lichtkabel, denn Sie müssen ja die Glühbirnen miteinander verbinden, um so den Lichtwechsel zu ermöglichen. Der größte Nachteil dabei ist aber, daß der Zug anschließend nicht mehr getrennt werden kann, sofern Sie nicht zwischen den Zügen mit Steckverbindungen arbeiten, die sich aber meistens aus Platzgründen gar nicht anbringen lassen. Wenn Sie nun z.B. einen mehrgliedrigen ICE, sagen wir, mit 6 Zwischenwagen haben, können Sie diesen nie mehr vom Gleis heben, außer Sie wollen den Familienrat einberufen und allesamt beschäftigen. Ein weiterer wesentlicher Nachteil bei dieser Lösung sind die Kabel selbst. Damit man gut um die Kurven kommt, brauchen die Kabel zwischen den Wagen ein gewisses Spiel. Sie werden dann in den besagten Kurven gespannt. Je enger die Radien in ihrer Anlage sind, um so mehr müssen sie in

den Kurven Spiel geben und um so mehr hängen die Kabel daher in den geraden Gleisabschnitten durch. Dies bedeutet wiederum, daß der Zug andauernd, z.B. bei Weichen, über seine „eigenen Füße“ stolpern kann, was gleichbedeutend mit Entgleisung ist. Damit ist dies zwar eine Lösungsmöglichkeit für den Lichtwechsel, nur leider keine allzu glückliche. 3. Die aus meiner Sicht einzig vernünftige – wenn auch teuerste – aller drei Lösungen ist die Digitalisierung mit zwei Decodern, wobei der 2. Decoder nur für den Lichtwechsel im nichtmotorisierten Teil des Zuges zuständig ist. Anhand eines „Pendolinos“ von Fleischmann möchte ich die praktische Durchführung der dritten Lösung Schritt für Schritt vorstellen.

Beispiel Fleischmann-Pendolino Als erstes digitalisieren wir den motorisierten Teil des zweigliedrigen Zuges. Dazu entfernen wir das mit zwei Schrauben befestigte Gehäuse des Zuges und löten anschließend alle Drähte vom Motorschild ab. Die Entstördrossel und der winzige Kondensator werden dabei auch gleich entfernt. Mit dem bereits geübten Blick des Lesers der vorangegangenen Artikel stellen Sie schnell fest, daß das Motorschild massefrei ist, wenn man den Verbindungssteg unten links, bei der Motorbefestigungsschraube, mit einem scharfen Messer durchtrennt. Denn nur ein massefreies Motorschild gewährleistet einen Digitalbetrieb (Sie haben den Hinweis doch sicher schon vermißt: Rauchgefahr am Decoder!!). Massefrei bedeutet hier, daß die Motoranschlüsse keine Verbindung zu den Stromanschlüssen haben. Dabei gilt zu berücksichtigen, daß das Lokgehäuse oft selbst als Stromleitung verwendet wird. Deshalb wird der oben genannte „Steg“ durchtrennt. MIBA-Spezial 42

Als nächstes bereiten wir den Lichtwechsel vor. Dazu werden an der kleinen Platine, die mit einer Schraube an der Unterseite des Lokgehäuses befestigt ist und mit deren Hilfe die Glühlampen gehalten werden, alle Drähte abgelötet. Der kleine Metallstift, der in eine der Leiterbahnen eingelötet ist, wird sicherheitshalber auch gleich mit entfernt. Anschließend schrauben wir die Platine von der Lok und biegen vorsichtig die Laschen der Halter der Siliziumscheiben auf. Vorsichtig deshalb, weil diese kleinen Metallklammern die schlechte Angewohnheit haben, leicht abzubrechen. Die Siliziumscheiben werden entfernt und die Klammern wieder in ihre ursprüngliche Lage zurückgebogen. Jetzt ist es an der Zeit, die Platine wieder am Lokgehäuse anzuschrauben. So gut vorbereitet, können wir mit dem Decodereinbau beginnen. Wir müssen uns nur noch überlegen, wo der Decoder plaziert werden soll. Da wir kein geschlossenes Lokgehäuse haben, sollte er zumindest so eingebaut werden, daß er nicht auf den ersten Blick von außen erkennbar ist. In Höhe des hinteren Toilettenfensters wäre so ein Platz. Dagegen spricht allerdings, daß Sie somit sämtliche Leitungen, und das sind hier immerhin 7 Stück, nach vorne zum Motor verlegen müssen. Da aber die Länge der Decoderkabel dafür nicht ausreichend ist, müßten diese auch noch mit Hilfe eines Schrumpfschlauches verlängert werden. Bedingt durch die Konstruktion des Unterteils des Zuges lassen sich diese Kabel dort nicht verstecken. Deshalb empfehle ich, den Decoder an der Rückseite des Führerstandes zu befestigen. Nur ein scharfes Auge wird ihn dort entdecken, und die Kabel haben dabei eine Länge, die uns das Arbeiten sehr erleichtert. Nun geben die Kabelfarben des Decoders den Ton an, und somit komMIBA-Spezial 42

men an die Motoranschlüsse das graue und das orange Kabel. Das schwarze Kabel wird mit dem vorderen Radschleifer auf dem Motorschild und mit dem Stromkabel (hier blau) des hinteren Drehgestells verbunden. Das rote Kabel und das 2. Stromkabel des hinteren Drehgestells (hier schwarz) treffen sich bei der besagten linken Motorbefestigungsschraube. Schon ist der Motor digitalisiert. Nun aber ran an das Licht! Dazu führen wir das gelbe und weiße Lichtkabel nach vorne zu unserer Platine. Angelötet werden die Kabel jeweils auf die Metallhalterungen. Würden sie, wie ursprünglich, an die Leiterbahnen angelötet werden, würde das Licht in der Regel seinen Dienst versagen, da durch die entfernten Siliziumscheiben kein Kontakt mehr bestünde. Um die Masseleitung sicherzustellen, wird daher das blaue Decoderkabel auch nach vorne geführt und angelötet. Die Länge der Drähte sollte immer entsprechend gekürzt werden. Achten Sie allerdings darauf, daß die Kabel nicht zu kurz sind, denn dann nehmen Sie den Pendolino „an die Zügel“, und es ist aus mit dem Pendeln in der Kurve. Wenn Sie Pech haben, pendelt er sogar in der Kurve geradeaus. Sind sie zu lang, stolpert der Pendolino, wie

oben schon mal erwähnt, vielleicht über die eigenen Füße, was auch wiederum dem Geradeauspendeln gleichkommt. Etwas zu lange Drähte lassen sich kürzen, indem sie mit Hilfe einer Pinzette eingedreht werden. Nur nicht zu stark eindrehen, sonst reißen sie ab! Mehrere Kabel binde ich oft mit Kabelresten und 2 Knoten zusammen. Der Knoten kann bei Bedarf noch mit Sekundenkleber gesichert werden. Jetzt stellen Sie den Zug auf das Programmiergleis, testen ihn und geben die gewünschte Decoderadresse (Vorschlag von mir: Nr. 61) ein. Nun gleich testen und feststellen, daß das Licht verkehrt herum leuchtet (Erfahrungswert). In diesem Fall werden die beiden Lichtkabel gegeneinander ausgetauscht, und schon sind wir fertig – zumindest mit dem 1. Teil des Zuges. Wir öffnen nun den nicht motorisierten Teil des Pendolinos und löten von der schon besagten kleinen Platine die beiden Drähte und den Metallstift ab. Die Siliziumscheiben wandern den ersten hinterher, und die Platine kehrt zurück zum Untergestell. Ja, und jetzt wohin mit dem 2. Decoder? Ich meine, hier muß man mal etwas anderes machen, und deshalb wird der Decoder auf dem vorderen Drehgestell plaziert. „Flach“ geht übri-

Oben: Die Verteilung der beiden Decoder – wegen des optimalen Lichtwechsels! – im motorisierten und (rechts daneben) im nichtmotorisierten Teil des Pendolinos von Fleischmann. Die beiden Decoder werden unauffällig plaziert. Die Inneneinrichtung wird nicht beeinträchtigt.

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gens nicht, da er zu breit ist und deshalb in Kurven an den Rahmen stoßen würde, also bleibt nur „hochkant“. Befestigt wird er mit einer Heißklebepistole. Aber vorsichtig, denn der Klebstoff kommt mit ca. 170° Celsius aus der Pistole und könnte Elektronikteile des Decoders zerstören. Nun verbinden wir, wenn der Decoder unverrückbar auf dem Drehgestell thront, das rote und schwarze Decoderkabel mit den jeweiligen Stromkabeln des hinteren Drehgestells. Vorne wird leider kein Strom abgenommen. Geübte können auch die Stromkabel, wie hier gezeigt, gleich direkt an den Decoder anlöten. Das weiße, gelbe und blaue Kabel werden wie bei dem motorisierten Teil auf die Platine angelötet. Das graue und orange Kabel werden nicht benötigt und vom Decoder entfernt. Jetzt auch den „Steuerwagen“ aufs Programmiergleis stellen, testen und auch hier die Decoderadresse des motorisierten Teiles des Zuges, Nr. 61, eingeben. Als hoffentlich letzten Arbeitsgang stellen wir beide Teile des Triebzuges aufs Gleis und testen, ob bei Fahrt der Lichtwechsel richtig funktioniert (Erfahrungswert sagt uns: meistens nicht). Funktioniert er nicht so, wie es sein sollte, müssen Sie lediglich die beiden Lichtkabel im nichtmotorisierten Teil vertauschen. So gewährleisten die beiden parallel geschalteten Decoder einen einwandfreien und perfekten Lichtwechsel, denn durch das Aufrufen der Decoderadresse werden beide Decoder angesprochen. Um das Licht zu schalten, empfiehlt es sich, einen kostengünstigen Decoder, z.B. von Roco, zu verwenden. Sie können dafür natürlich auch einen reinen Funktionsdecoder kaufen, der aber oftmals mehr kostet, ohne dafür einen wesentlichen Vorteil zu bieten.

Beispiel Roco 150 Als nächstes wollen wir eine etwas ältere Lokomotive der BR 150 betrachten. Ein oftgehörtes Argument gegen den Umstieg auf digital ist der Besitz von vielen älteren Loks. Doch in der Regel lassen sich mit etwas Einfallsreichtum und Geschick auch diese Loks mit einem Digitalbaustein versehen. Der erste Blick auf den Motor, nachdem das Gehäuse durch Spreizen und das Ballastgewicht durch Abschrauben abgenommen wurden, sagt uns, daß diese Art von Motor potentialfrei ist. Somit steht einem sofortigen Umbau nichts mehr im Wege. Zuerst werden sämtliche Drähte zu den Lampen entfernt und dann die Lampenhalterungen ausgebaut. Diese werden durch eine Schraube, die allerdings etwas schwer zugänglich ist, am Lokchassis fixiert. Nach dem Ausschrauben entfernen wir die schwarze Plastikhalterung, in der sich die kleinen runden Siliziumscheiben befinden. Diese werden nur für den Lichtwechsel im Analogbereich benötigt. Diese Siliziumscheiben bauen wir aus und biegen das Metallteil in der Plastikhalterung so, daß nur noch eine Lampe davon berührt wird. Als nächstes wird aus der Motorplatine die Entstördrossel ausgebaut und der Motor mittels Durchtrennen der Leiterbahn von dem Stromanschluß abgetrennt. Achten Sie darauf, daß die Stromkabel der beiden Drehgestelle verbunden sind, notfalls müssen Sie sie mit einem zusätzlichen Kabel verbinden. Jetzt können Sie schon die Motor- und Stromanschlüsse des Decoders anlöten. Aufmerksam sollten Sie bei dieser Arbeit die Metallzungen zum Motor beäugen, damit diese auch wirklich anliegen. Hier entstehen oft Fehlerquellen, die einen bei der Fehlersuche verzweifeln lassen können. Denn häufig sind es die „mechanischen“ Fehler,

die eine umgebaute Lok nicht funktionieren lassen. An den noch ausgebauten Lampen werden die Lichtanschlüsse, zusammen mit jeweils einem langen Kabel für die rückwärtigen Lampen, angelötet. Dazu wird das jeweilige Lampenkabel abisoliert, mit einem 2. Draht zusammengelötet und die Lötstelle auf entsprechende Länge gekürzt. Ein „Drahtpaar“ lötet man an das Metallteil an, das zweite „Drahtpaar“ wird direkt an die Lampe angelötet, die nicht von dem Metallteil berührt wird. Doch Vorsicht beim Anlöten an der Lampe, damit ihnen diese nicht durch zu langes Löten wegschmilzt. Hier sind Eile und präzises Arbeiten geboten! Der zweite Draht wird nach hinten geführt, entsprechend gekürzt und an den Lampen auf der gleichen Seite angebracht. Jetzt können Sie die beiden Lampenhalterungen wieder einschrauben. Sollte später der Lichtwechsel nicht in der richtigen Richtung funktionieren, brauchen Sie nichts an den Lichtkabeln zu verändern, sondern nur die Motoranschlußkabel gegeneinander auszutauschen. Die nicht benötigten blauen und grünen Kabel werden am Decoder abgeschnitten. Wir kommen nun zum üblichen Test und Programmiervorgang. Ist alles in Ordnung, folgt der schwierigste Teil – der Zusammenbau der Lok. Dazu bringen wir zuerst das Ballastgewicht wieder an die vorgesehene Stelle, indem wir es vorsichtig zwischen den Kabeln hindurchführen und mit den zwei Schrauben fixieren. Der Decoder wird nun auf das Ballastgewicht gelegt; er soll in der Dachhaube des Gehäuses seinen Platz finden. Dazu wird die metallene Verbindung zwischen den Pantographen, die ja im Digitalbereich zur Stromaufnahme gar nicht benötigt wird, ausgeschraubt.

Ein Blick ins „Innenleben“ der umgerüsteten Roco-150. Die Stromkabel der beiden Drehgestelle müssen verbunden sein.

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MIBA-Spezial 42

Jetzt wird ungefähr die Lage für den Decoder austaxiert und die Kabel links und rechts vom Ballastgewicht hinabgeführt. Überdies bietet es sich an, die Kabel zu den Lampen vorsichtig mit der Heißklebepistole zu fixieren. So vermeidet man, daß das Drehgestell in seiner Funktion behindert wird. Nun klipsen wir das Lokgehäuse vorsichtig auf das Chassis. Achten Sie dabei auf die richtige Richtung. Der Metallstreifen für die Oberleitung darf in keinem der Fenster sichtbar sein. Zusätzlich können Sie natürlich den Decoder mit einem Doppelklebeband auf das Ballastgewicht kleben. Sperrt sich das Lokgehäuse, klemmen meistens die Drähte. Ordnen Sie diese neu, und in der Regel funktioniert es dann. Im übrigen zeigt sich auch hier wieder, daß es bei den neuen Lenz-Decodern, hervorgerufen durch den Kabelstecker, immer wieder Platzprobleme gibt. Würden Sie den flachen Arnold-Decoder nehmen, wäre das Aufklipsen des Lokgehäuses ein Kinderspiel. Aber ich wollte es mir selbst auch nicht ganz so leicht machen und habe bei diesem Einbau einen Lenz LE130 verwendet.

Beispiel Roco 103 Als nächstes wollen wir in der Konstruktionszeit noch etwas weiter zurückgehen. Wir betrachten eine fast schon ehrwürdige BR 103 von Roco – leicht erkennbar an dem schon etwas „ergrauten“ Motor. Eigentlich hat diese Lok, bedingt durch den Mittelmotor und die beiden angetriebenen Drehgestelle, keinen Platz für einen Decoder. Zur Kunstruktionszeit dachte man sicherlich noch nicht an die Digitalisierung. Auch eine Dachhaube findet sich bei dieser Maschine nicht. Also was tun? Ich habe mir dafür eine kleine Hilfskonstruktion ausgedacht. Dafür be-

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Zum Umrüsten der Roco-103 verwendete der Verfasser einen selbstgefertigten Metallwinkel; unten der mit Hilfe des eingeklebten Winkels im Inneren der Lok plazierte Lenz-Decoder.

nötigen wir einen kleinen Metallwinkel (entweder selber biegen oder im Baumarkt kaufen). Diesen kleben wir, betrachten Sie hierzu die Fotos unten, auf die Platine. Diese haben wir vorher von all den bekannten, nicht benötigten Dingen wie Entstördrossel, Dioden usw. befreit. Die Stromanschlüsse links und rechts der beiden Drehgestelle wurden jeweils miteinander auf entsprechenden Leiterbahnen verbunden. Achten Sie darauf, daß der Motor keinen Kontakt zu den Stromkabeln der Drehgestelle hat, auch hier müssen Sie beim linken Motoranschluß die silberne Leiterbahn durchtrennen, um einen massefreien Motor zu erhalten. Doch zurück zu unserem Metallwinkel. Bevor wir ihn einbauen, wird er mit Hilfe eines Isolierbandes auf der Unterseite abisoliert. Damit verhindert man, daß durch das Metall die Leiterbahnen miteinander verbunden werden und somit ein Kurzschluß (ja, genau, hier ist sie wieder: die Rauchgefahr) eintritt, der – wie Sie ja wissen – den Decoder zerstören kann. Den Winkel können Sie sehr gut mit einer Heißklebepistole einkleben, besonders wenn Sie einen Lochwinkel verwenden, der somit genügend Klebestellen hat, um ihn auch richtig standfest zu machen. Da der Winkel wirklich plan auf der Platine aufliegen sollte, ist es sinnvoll, darauf zu achten, daß kein Lötzinn dies verhindert. Überstehen-

des Lötzinn sollte dann sauber entfernt werden. Die Höhe des Winkels ist dem des Decoders, hier Lenz LE130, anzupassen. Ist unser Kleber in den Zustand der Unverrückbarkeit übergegangen, können wir auch schon den Decoder mit Hilfe eines Doppelklebebandes in den Winkel einbauen. Auch hier gilt natürlich, daß Elektronikteile des Decoders kein Metall berühren dürfen. Eventuell sollten Sie dann noch einmal das Isolierband hervorholen. Die Verkabelung selbst ist dann wiederum sehr einfach und entspricht im großen und ganzen dem der vorangegangenen BR 150. Die Kabel selbst sind dabei so zu verlegen, daß sie die Kardanwellen nicht behindern. Auch hier kann die Heißklebepistole wieder gute Dienste leisten. Hat bei Programmierung und Testlauf alles richtig funktioniert, so haben wir jetzt eine zwar etwas ältere, aber digitalisierte Lok, die technisch durchaus der heutigen Zeit entspricht. Sie sehen also: Auch etwas ältere Loks, von denen man auf den ersten Blick meint, sie gar nicht umbauen zu können, eignen sich zur Digitalisierung. Man braucht nur etwas Phantasie und Einfallsreichtum, und meist findet sich ein Weg. Also gehen Sie ran an Ihre alten Loks und bringen Sie sie auf den neuesten technischen Stand. Ihre Modelleisenbahn dankt es Ihnen. Dieter Ruhland

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WERKSTATT

Das Märklin-Digital-System hat den großen Vorteil, daß man viele Komponenten auf recht einfache Weise selbst bauen kann. Es existieren eine Vielzahl von Umbauanleitungen für kommerzielle Gerätschaften sowie Bauanleitungen für allerlei Decoder, Rückmeldemodule, Steuereinheiten, Booster usw. In Sachen Lokdecoder jedoch sah es bislang recht „duster“ aus.

Eigenschaften des „Wikinger“-Decoders – 255 Adressen – Primäre und sekundäre Adresse – Altes und neues Datenformat des Märklin-Digitalsystems – 14 und 27 Fahrstufen – Interne 128 Fahrstufen – Programmierbare Geschwindigkeitstabelle – Alternative, programmierbare Geschwindigkeitstabelle – Programmierbare Anfahr- und Bremsverzögerung – Programmierbare Höchstgeschwindigkeit – Programmierbare, bidirektionale Sonderfunktion – Optionale programmierbare Lichtfunktion – 4 Extrafunktion, EF3 und EF4 programmierbar – Optionaler, programmierbarer und geschwindigkeitsabhängiger Rauchgenerator-Ausgang – Dauerhafte Speicherung von Geschwindigkeit und Richtung bei Stromausfall – Schnellprogrammier-Modus – PIC kann eingebaut neu bzw. reprogrammiert werden – maximaler Motorstrom: 1,5 A – maximaler Strom der Sonderfunktionsausgänge: 200 mA – maximaler Strom der Extrafunktionsausgänge: 1 A – maximaler Gesamtstrom des Decoders: 1,5 A

Programmierbarer Lokdecoder für Märklin/Motorola

PIC-Decoder selbst gebaut U

m Fahrzeugdecoder bei entsprechender Funktionalität klein zu halten, bedarf es Spezial-ICs oder den heute erhältlichen PICs. Letztere bilden die Basis für kompakte und programmierbare Decoder. Die beiden Dänen Bo Brændstrup und Frankie Frederiksson entwickelten einen sehr leistungsfähigen Lokdecoder, der aufgrund seiner Herkunft in eingeweihten Kreisen als „Wikinger“-Decoder bekannt ist. Im Vergleich mit kommerziellen Produkten braucht er keinen Vergleich zu scheuen.

Eigenschaften Der Decoder ist ausschließlich für den Digitalbetrieb im Motorola-Format (Märklin Digital) entwickelt. Alle Parameter werden über die Zentraleinheit eingestellt (programmiert), ohne daß die Lok vom Gleis genommen werden muß. Darüber hinaus kann der PIC – zentraler Steuerbaustein des Decoders – auch im eingebauten Zustand neu bzw. reprogrammiert (z.B. bei Updates) und hierdurch zusätzliche Ände60

rungen vorgenommen werden. Die Eigenschaften des Decoders können aus der obenstehenden Tabelle entnommen werden. Als Ergänzung zur Tabelle noch einige Erläuterungen. Der Decoder kann unter Ausnutzung aller Kombinationen auf 255 Adressen eingestellt werden. Gegenwärtig sind aber nur die IntelliBox von Uhlenbrock und meine Software „LOK“ in der Lage, die zusätzlichen Adressen über 80/81 anzusteuern. Der „Wikinger“-Decoder kann auf eine primäre und eine sekundäre Adresse eingestellt werden. Dadurch kann die Lok unter zwei Adressen angesprochen werden, was bei z.B. Fahrten mit Doppeltraktion nützlich ist. Will man nur eine Adresse benutzen, so schaltet man die sekundäre Adresse aus oder stellt sie auf die primäre Adresse ein. Der Decoder versteht sowohl das alte wie auch das neue Motorola-Format, und reagiert somit auch auf das absolute Richtungskommando und verfügt über die vier Extrafunktionen EF1 bis EF4 des neuen Formats.

Die recht grobe Geschwindigkeitseinteilung in 14 Fahrstufen wird schon seit langem als nicht zeitgemäß kritisiert. Der „Wikinger“-Decoder verfügt über 13 weitere Fahrtstufen, die „zwischen“ den Fahrtstufen angesiedelt sind und eine wesentliche feinere Geschwindigkeitseinstellung ermöglichen. Gegenwärtig ist aber nur meine Software „LOK“ in der Lage, diese zusätzlichen Fahrtstufen einzustellen. Da die Realisierung sehr einfach ist, wird vielleicht auch z.B. die IntelliBox demnächst diese Zwischenfahrtstufen ansteuern können. Diese zusätzlichen 13 Fahrtstufen können per Programmierung abgeschaltet werden. Die internen 128 Fahrtstufen sorgen für eine feine Abstufung bei Programmierung der Geschwindigkeitstabelle und insbesondere für gleitende Verzögerungen bei Beschleunigung und Abbremsung. Besonders bei ungeregelten Decodern ist eine einstellbare Geschwindigkeitstabelle von Vorteil, weil hierdurch das oftmals wenig befriedigende Verhalten insbesondere der „Wechselstrom“-Motoren von Märklin korrigiert werden kann. Bei optimaler Einstellung läuft der Motor schon bei der ersten Fahrtstufe an und folgt mehr oder weniger linear den Geschwindigkeitskommandos. So kann man z.B. eine logarithmisch verlaufende Kennlinie einstellen, mit der im ersten Drittel des gewünschten Geschwindigkeitsbereichs 3/4 der verfügbaren Fahrtstufen „fein“ gesteuert MIBA-Spezial 42

werden kann und in den höheren Geschwindigkeitsbereichen nur noch wenige Abstufungen zur Verfügung stehen. Den 14 Standard-Fahrtstufen können beliebige Geschwindigkeitswerte von 0–127 zugewiesen werden, wobei die Eingabe aufgrund des nur begrenzten Adreßbereichs der Control Unit von Märklin aber nur mit Werten von 1–63 erfolgen kann; der PIC verdoppelt die eingestellten Werte, so daß die Geschwindigkeitswerte faktisch in 2erSchritten eingegeben werden. Die optionalen 13 weiteren Fahrtstufen werden nicht programmiert, sondern automatisch aus den eingegebenen Werten der 14 Standard-Fahrtstufen errechnet. Über die Extrafunktion EF3, wenn diese entsprechend programmiert ist, kann mit „EF3=an“ in den Rangiergang geschaltet werden. Dabei handelt es sich um eine alternative Geschwindigkeitstabelle, die ein besonders feinfühliges Rangieren ermöglicht. Diese Geschwindigkeitstabelle ist fest einprogrammiert und kann nur im Rahmen einer Neu-/Reprogrammierung des PIC geändert werden und ist nur im neuen Format verfügbar. Wie auch der 6090-Decoder von Märklin oder der 750/755-Decoder von Uhlenbrock kann auch beim „Wikinger“-Decoder eine Anfahr- und Bremsverzögerung eingestellt werden. Diese Verzögerung beträgt je nach Einstellung über alle Fahrstufen 0,5 bis 38 Sekunden. Über die Extrafunktion EF4 kann die Verzögerung aus- bzw. eingeschaltet werden. Dies ist bei größeren Verzögerungswerten zu einem feinfühligen Rangieren vorteilhaft. Das Ausschalten der Verzögerung ist nur im neuen Format möglich. Die Höchstgeschwindigkeit wird durch die Programmierung der Geschwindigkeitstabelle eingestellt. Die Sonderfunktion für das Licht kann so umprogrammiert werden, daß sie entweder ständig oder nur während des Fahrens aktiviert ist. Im neuen Format hat dies den Verlust der Sonderfunktion zur Folge. Die Ansteuerung der Lichter erfolgt wie gewohnt über die Ausgänge der Sonderfunktion. Anders im alten Format: Hier ist die Lichtfunktion eine zusätzliche Funktion, die die Sonderfunktion nicht beeinträchtigt. Die Lichter werden auch hier an den Sonderfunktionsausgängen angeschlossen. Die Sonderfunktion wird dafür über die EF1MIBA-Spezial 42

Der Vergleich zeigt es: Kleiner einstellbarer Fahrzeugdecoder für das Märklin-MotorolaFormat. Baubar auf einseitiger und doppelseitiger Platine. Fotos: gp Den Decoder kann man auch im zusammengebauten Zustand mit einer neuen Software versehen. Einstellen, sprich programmieren, läßt er sich im eingebauten Zustand.

und EF2-Ausgänge geschaltet, die ja im alten Format nutzlos sind. Da die Sonderfunktion weiterhin normal verfügbar ist, kann an EF1 und EF2 z.B. eine Telex-Kupplung angeschlossen werden. Die optionale Lichtfunktion ist richtungsabhängig. Wird der Decoder mit dem neuen Format betrieben, so verfügt er über alle vier neuen Extrafunktionen EF1 bis EF4. Diese können für beliebige Schaltaufgaben verwendet werden. Die Extrafunktionen EF3 und EF4 können aber auch für andere/spezielle Zwecke programmiert werden: EF3 kann so programmiert werden, daß mit „EF3=an“ auf die alternative Geschwindigkeitstabelle umgeschaltet wird, oder aber der Ausgang EF 3 eine spezielle Funktionalität für den anzuschließenden Rauchgenerator aufweist. Der Rauchentwickler kann unabhängig von der gewählten Geschwindigkeit in zwei Stufen eingestellt werden. Im alten Format ist der EF3-Ausgang in diesem Fall entsprechend des ausgewählten Modus ständig aktiviert. EF4 kann so programmiert werden, daß bei „EF4=an“ die Anfahr- und

Bremsverzögerung ausgeschaltet wird (siehe einstellbare Anfahr- und Bremsverzögerung). Der PIC speichert die aktuelle Richtungs- und Geschwindigkeitsinformation in einem internen EEPROM und behält diese Information auch ohne Stromversorgung auf Dauer. Brændstrup und Frederiksson haben dafür gesorgt, daß bei Kontaktproblemen die eingestellten Verzögerungen nicht wirksam werden und die Lok weder ruckelt noch zum Stehen kommt. Nach Wiederherstellung des Kontakts wird mit der zuletzt eingestellten Geschwindigkeit weitergefahren. Eine evtl. eingestellte Verzögerung bleibt ohne Wirkung. Wenn man mehrere Decoder manuell programmieren will, kann dies aufgrund der Vielzahl der Parameter in echte Arbeit ausarten. Daher kann die Programmierung auch unter Verzicht auf Rückmeldungen und Wartezeiten erfolgen. Auch dies wird durch einen bestimmten Parameter eingestellt. Danach kann man die Programmierung z.B. automatisch anhand entsprechender Konfigurationsdaten vornehmen lassen. Die hierfür erforderli61

Obere Layoutseite

Obere Bestückungsseite

Platinenlayout des einseitig bestückten „Wikinger“Decoders

Untere Layoutseite

Untere Bestückungsseite

Bestückungsplan des einseitigen „Wikingers“

che Software müßte man allerdings selbst schreiben.

Schaltung Der Fahrzeugdecoder ist für den Einsatz in Loks mit Wechselstrommotoren fertig. Eine Version mit Lastregelung für AC-Motoren soll folgen. Der Schaltplan des vorgestellten AC-Decoders ohne Lastregelung ist vergleichsweise simpel aufgebaut, was auch daran liegt, daß er nur für den Digitalbetrieb

und nicht auch für den Analogbetrieb geeignet ist. Zentrale Schaltstelle ist der PIC. Er bezieht seine Informationen aus der Digitalspannung am Gleis (J9/Schleifer und J11/Chassis) und steuert über entsprechende Ausgänge die Treibertransistoren für Motor (U3), Licht (Q1) und sonstige Funktionen (Q2 bis Q5). Der Motor wird an J6 bis J8 angeschlossen. An J8 liegt die positive Versorgungsspannung an. An ihr werden auch die Lampen zur Vermeidung des bekann-

ten Flackereffekts angeschlossen, soweit sie aufgrund ihrer Konstruktion nicht mit dem Chassis verbunden sind. Die Sonderfunktion (z.B. Licht) liegen an J1 und J2 an. Die vier Extrafunktionen EF1 bis EF4 sind an J3 bis J5 und J10 herausgeführt. Die Digitalspannung wird durch D1 bis D3 und D6 gleichgerichtet und für den PIC über D7 und Q6 auf 5V stabilisiert. Die Beschaltung um Q7 sorgt für den ordnungsgemäßen Reset des PIC. Mit R7 und C3 wird die Taktfrequenz

Schaltplan des „Wikinger“-Decoders für das Motorola-Format. Der Schaltplan ist für den reinen Digitalbetrieb ausgelegt. Um den PIC „U1“ herum gruppieren sich relativ wenig Bauteile. Zeichnungen: Dr. M. König

62

MIBA-Spezial 42

Stückliste und Bezugsquellen Nr. Menge

Bezeichnung

Wert/Typ/Baugröße

Alternative

1 2 3 4 5 17 18

1 1 1 6 1 1 4

C1 C2 C3 D1 - D6 D7 Q1 Q2 - Q5

330 nF S0805 10 µF/6,3 V S1206 22 pF/1% S0805 BYD17D, auch A/B/C (Philips) 5V6 SOT23 NDC7002 Nat. Semi. NDS351N Fairchild

ggfs auch S1206

19

1

Q6

BC847, SOT23

20 21 22 23 24 25 26 27

1 3 1 1 1 1 1 1

Q7 R1,R3,R6 R2 R4 R5 R7 U1 U3

BC857 SOT23 10 k S0805 270 k S0805 1 k S0805 3k9 S0805 4k7/1% S0805 PIC 16C84 /16F84 SO18 SI9955 Siliconix SO8

22 p/5%/NPO S0805 BYD77A/B/C/D

Aufbau NDS351AN Fairchild, BSH102/Philips BC848, BC849, A-, B,- oder C-Typen

SI9945

Mit Ausnahme der BYD-Dioden sind alle Bauteile bei Farnell erhältlich. Die BYDDioden liefert z.B. Eurodis Texim Electronics, bzw. Farnell, Grünwalder Weg 30, 82041 Deisenhofen

Obere Bestückungsseite

Untere Bestückungsseite

des PIC eingestellt. Diese Bauteile müssen eng toleriert bzw. recht genau und temperaturbeständig sein. Sämtliche Schaltfunktionen werden durch FET vorgenommen, die je nach Typ recht hohe Schaltströme bewältigen. Für die Lichtfunktion wird aus Platzgründen der Doppel-FET NDC 7002 (Q1) verwendet. Die Treibertransistoren für die Extrafunktionen sind FETs vom Typ NDS351 (Q2 bis Q5), die trotz ihrer kleinen Bauform relativ hohe Ströme schalten können. Der Motor wird über den auf vielen kommerziellen Decodern verwendeten leistungsfähigen Doppel-MOSFET SI9945 mit Strom versorgt. Da sämtliche Einstellungen elektronisch über die Control Unit erfolgen,

kann er sehr klein aufgebaut werden. Für den Decoder existieren zwei Platinenlayouts. Die einseitige Platine mißt nur 31,4 x 22 mm, die doppelseitige Platine sogar nur 18,7 x 22 mm. Die geringen Abmessungen werden erst durch den Einsatz von SMD-Bauteilen und durch elektronischen Einstellbarkeit möglich. Für den 4k7/1%-Widerstand kann man auch einen selektierten normalen 5%-Typ nehmen, d.h. aus einem Haufen „normaler“ 5%-Typen mittels Multimeter denjenigen heraus „messen", der höchstens 1% von den 4k7 abweicht (also 4.650 bis 4.750 Ohm). Anstelle des 22p/1% kann auch ein NPO-Kondensator 22p/5% verwendet werden. Der 330-nF-Kondensator

MIBA-Spezial 42

kann auch durch einen größeren Typ ersetzt werden; man muß nur darauf achten, daß er noch auf die Platine paßt und ohne ungewollte Verbindungen angelötet werden kann. Je nach Bezugsquelle und vor allem Bestellmenge kann der Gesamtpreis deutlich unter DM 40,– liegen.

Zuallererst sollten bei der doppelseitigen Platine die fünf Durchkontaktierungen vorgenommen werden. Sofern noch nicht vorhanden bohrt man in den fünf runden Pads (links oberhalb und unterhalb von U1) jeweils ein kleines Loch von 0,5–1 mm. Man steckt jeweils ein passendes Stückchen Draht durch, knickt es um, längt die überstehenden Enden beidseitig auf 0,5–1 mm ab und verlötet sie beidseitig. Will man die Anschlüsse für eine spätere Reprogrammierung des PIC vorsehen, läßt man die entsprechenden Drahtstücke (0,6 mm) ca. 2–3 mm über den Lötpunkt hinaus überstehen. Die Lage der Bauteile selbst ergibt sich aus den Bildern 7 (einseitige Platine) und 5 und 6 (doppelseitige Platine). Sie sind mit den üblichen Kürzeln, wie sie auch aus dem Schaltplan und der Bestückungsliste hervorgehen, gekennzeichnet. Bei Q1 befindet sich auf einer Seite ein Strich; dieser muß in Richtung PIC weisen. Ich persönlich löte zunächst die ICs und Transistoren – hier auch D7 im Gehäuse SOT23 – auf, da es bei deren Anschlußpins etwas enger zugeht und evtl. Fehler leichter korrigiert werden können. Der Dual-FET Q1 ist aufgrund der sehr engen Pinbelegung vorzuziehen. Bei U1 und U3 erkennt man die richtige Lage an der Position der Einkerbung; diese befindet sich „oben“. Außerdem habe ich Pin 1 mit einem Kreis markiert; meist weist das Gehäuse an dieser Stelle eine Markierung auf. Danach sind die anderen Bauteile an der Reihe. Bei den Dioden muß unbedingt auf die korrekte Polung geachtet werden: Der eingezeichnete Strich entspricht der Strichmarkierung auf der Diode und stellt die Kathode der Diode da. Beim Elko C2 hingegen stellt der Strich die Markierung auf der Anodenseite dar. Hinsichtlich des SMD-Lötens darf ich auf die Anleitung zum C-WeichenDecoder in MIBA 4/99, S. 32 ff verweisen. Die Erfahrung lehrt, daß es hilfreich ist, die Lötpads zuvor mit SMD63

Der Decoder wird wie folgt angeschlossen: J9/red: An den Schleifer/rot J11/brown: An das Lok-Chassis/braun J8/black: Hier liegt Decoder-Plus an; hieran werden die Rückleitungen der Lampen oder des Rauchgenerators (sofern nicht bereits fest mit dem Chassis verbunden), von TELEX usw. sowie der Rotor-Anschluß des „Wechselstrom“-Motors (schwarz mit Drosselspule) angeschlossen. J7/green/REV: Motor/rückwärts/grün J6/blue/FWD: Motor/vorwärts/blau Hier werden die beiden Spulen des „Wechselstrom“Motors für rückwärts und vorwärts angeschlossen. J3/F1, J4/F2, J5/F3, J10/F4: Die Ausgänge der ExtraFunktionen EF1, EF2, EF3 und EF4. J1/grey/AUXF: Sonderfunktion (Licht) vorwärts/grau J2/yellow/AUXR: Sonderfunktion (Licht) rückwärts/gelb J1 und J2 sind die richtungsabhängigen Ausgänge der Sonderfunktion bzw. der Lichtfunktion (rückwärts und vorwärts). Üblicherweise werden hier die Lampen angeschlossen.

Lötpaste zu benetzen, daß dies den Lötvorgang beschleunigt und unterstützt. Auf diesen Platinen geht es etwas enger zu als auf der Weichendecoder-Platine. Sorgfältiges Löten ist daher erforderlich. Dies gilt besonders für den Doppel-Transistor Q1, dessen Anschlußpins besonders eng benachbart sind. Das Zusammenlöten dauert je nach Erfahrung, Geschick und Zahl der herunterfallenden Bauteile ein bis zwei Stunden.

Anschlüsse Bei Einbau gibt es keine Besonderheiten zu beachten. Ein Einpacken in Plastik oder Schrumpfschlauch erscheint mir wegen der verschlechterten Wärmeabfuhr wenig geeignet. Ich ziehe es vor, den Decoder an geeigneter Stelle mittels doppelseitigem Klebeband oder 64

Heißkleber zu fixieren – und zwar so, daß er beim Lösen eines der Klebepunkte noch durch andere gehalten wird. Die Wikinger empfehlen, den Decoder mit doppelseitigem Klebeband (Teppichklebeband) auf dem PIC zu befestigen. Konkretere Hinweise sind nicht möglich, da dies vom Einzelfall abhängt. Alle Schaltausgänge schalten aktiv Masse (Decoder-Masse) an. Der andere Anschluß des Verbrauchers sollte am Plus-Anschluß des Decoders liegen. Liegt er am Chassis, wie bei vielen Lampen älterer Loks, hat dies ein Flackern der Beleuchtung bzw. geringere Rauchentwicklung zur Folge. Zwar sind die Gleichrichterdioden bis 1,5 A spezifiert. Wegen der dabei anfallenden nicht unerheblichen Wärmeentwicklung sollte man diesen Grenzbereich aber möglichst meiden und sich bemühen, den Decoder mit nicht mehr als 1 A zu belasten. Dies bedeutet, daß man bei Loks mit besonders stromhungrigen Motoren entweder auf eine sehr gute Kühlung achten oder einen separaten Gleichrichter mit 3-A-Dioden vorsehen sollte; es liegt auf der Hand, daß dieser einigen Platz benötigt.

Programmierung Die oben beschriebenen Eigenschaften bzw. Parameter können entsprechend der Programmierung der UhlenbrockDecoder auf einfache Weise eingestellt werden. Hierfür ist nur eine (alte) Control Unit oder ein ähnliches Steuergerät (z.B. die IntelliBox oder auch LOK) erforderlich. Die Lok kann hierbei auf dem Gleis stehenbleiben, man benötigt also kein spezielles Programmiergleis. Allerdings muß zuvor der Refresh der Control Unit ausgeschaltet werden. Hierzu löst man einen Reset aus. Außerdem sollte möglichst auf das alte Format umgestellt werden. Das Einstellen der Decodereigenschaften erfolgt, indem man den einzustellenden Parameter entsprechend seiner nachfolgend aufgeführten Kennziffer mit der Adreßeinstellung der Control Unit auswählt und den Fahrtrichtungsumschalter einmal betätigt. Der Decoder quittiert dies mit einem Blinken der Lichter entsprechend des Werts der eingestellten Adresse. Sodann stellt man mit dem Adreßeinsteller der Control Unit den gewünschten Wert ein und betätigt erneut den Fahrtrichtungsumschalter.

Der Decoder quittiert auch dies mit einem kurzen Blinken und zeigt dadurch an, daß dieser Parameter erfolgreich eingestellt wurde. War der Wert unzulässig, so reagiert der Decoder mit einem langen Blinken der Lichter. Der Parameter muß erneut eingegeben werden. Mit Ausnahme der Einstellung der Geschwindigkeitstabelle befindet man sich danach wieder im Hauptmenu, von dem aus weitere Parameter ausgewählt und eingestellt werden können.

Einstellmodus starten Zuerst muß der Decoder in den Programmiermodus geschaltet werden. Hierzu stellt man die Control Unit auf die aktuelle primäre Adresse des Decoders ein, betätigt den Fahrtrichtungsumschalter und hält ihn für etwa 8 Sekunden gedrückt, bis der Decoder das Einschalten des ProgrammierModus durch ein zehnmaliges Blinken der Lichter bestätigt. Man beendet das Programmieren übrigens durch Ausschalten des Programmier-Modus, indem man die Adresse 80 an der Control Unit einstellt und einmal kurz den Fahrtrichtungsumschalter betätigt. Auch hier bestätigt der Decoder das Zurückschalten in den normalen Betriebsmodus durch ein zehnmaliges Blinken der Lichter. Ich habe oben bereits erwähnt, daß zuvor ein Reset ausgelöst werden muß, da der PIC die Zahl der Fahrtrichtungsumschaltkommandos des alten Formats, die während der Betätigung des Fahrtrichtungsumschalters gesendet werden, zählt. Der aktive Refresh würde hierbei stören. Für die Programmierung einer Software zum Einstellen des Decoders dürfte von Interesse sein, daß der Decoder eine ununterbrochene Folge von insgesamt 256 Doppelpaketen mit dem Fahrtrichtungsumschaltbefehl erwartet. Wenn die Control Unit durch einen PC simuliert wird, muß der Fahrtrichtungsumschaltbefehl 16mal an die Control Unit gesendet werden, da die Control Unit bei jeder Fahrtrichtungsumschaltung 16 Doppelpakete aussendet. Der Decoder ist nun bereit, die Parameterwerte zu empfangen und zu speichern. Dieser Status stellt das Hauptmenü dar. Aus ihm heraus können alle Parameter adressiert und eingestellt werden. Die einstellbaren Parameter können der nebenstehenden Tabelle entnommen werden. MIBA-Spezial 42

Einstellen des „Wikingers“ 1. Parameter: Primäre Adresse • • • • • •

Adresse „01“ an der Control Unit (CU) einstellen. Fahrtrichtungsumschalter einmal betätigen. Kurzes Blinken abwarten. Gewünschte neue Adresse einstellen. Fahrtrichtungsumschalter einmal betätigen. Kurzes Blinken abwarten.

2. Parameter: Anfahr- und Bremsverzögerung • • • • •

• •

Adresse „02“ an der CU einstellen. Fahrtrichtungsumschalter einmal betätigen. Zweimaliges Blinken abwarten. Gewünschte Verzögerung als Adresse einstellen. Zulässige Werte sind 1 bis 79. Dies entspricht 0,5 bzw. 38 Sekunden von Fahrtstufe 0 bis Fahrtstufe 127. Wert (Adresse) 80 hat eine Verzögerung von 2 Minuten zur Folge. Fahrtrichtungsumschalter einmal betätigen. Kurzes Blinken abwarten.

3. Parameter: Geschwindigkeitstabelle • • • • • • • • •

Adresse „03“ an der Control Unit einstellen. Fahrtrichtungsumschalter einmal betätigen. Dreimaliges Blinken abwarten. Nun befindet man sich im Untermenü der Geschwindigkeitstabelle. Einzustellende Fahrtstufe als Adresse einstellen. Zulässige Werte sind 2 bis 15. Fahrtrichtungsumschalter einmal betätigen. Blinkfolge entsprechend des Werts der ausgewählten Fahrtstufe abwarten. Gewünschte Geschwindigkeit als Adresse einstellen.

Nachdem man allen Fahrtstufen die gewünschten Geschwindigkeitswerte zugewiesen hat, gelang man mit einstellen der Adresse „80“ und einmaligem Betätigen des Fahrtrichtungsumschalters zurück ins Hauptmenü. Der Decoder quittiert dies mit einem kurzen Blinken.

Beenden des Einstellmodus Das Einstellen des Decoders wird durch Ausschalten des ProgrammierModus beendet, indem die Adresse 80 an der Control Unit eingestellt und einmal kurz der Fahrtrichtungsumschalter betätigt wird. Der Decoder bestätigt das Zurückschalten in den Betriebsmodus durch zehnmaliges Blinken. MIBA-Spezial 42

• • • • • • •

Zulässige Werte sind 1 bis 63. Fahrtrichtungsumschalter einmal betätigen. Kurzes Blinken abwarten. Weitere Fahrtstufen auswählen und einstellen oder ins Hauptmenü zurückkehren mit: Adresse „80“ einstellen. Fahrtrichtungsumschalter einmal betätigen. Kurzes Blinken abwarten. Der Wert jeder Fahrtstufe kann individuell ausgewählt und eingestellt werden. Dadurch kann die Geschwindigkeitstabelle/-kurve auf den betreffenden Motor maßgeschneidert werden.

• •

8. Parameter: EF3-Funktionalität • • •

4. Parameter: Licht-Funktion • • • • •

• •

Adresse „04“ an der Control Unit einstellen. Fahrtrichtungsumschalter einmal betätigen. Viermaliges Blinken abwarten. Gewünschten Modus als Adresse einstellen. Zulässige Werte: – 1 für Modus 1: Die Lichter sind ständig aktiviert. – 2 für Modus 2: Die Lichter sind nur während der Fahrt aktiviert. – 3 für Modus 3: Der Lichtausgang wird über die Sonderfunktion gesteuert. Fahrtrichtungsumschalter einmal betätigen. Kurzes Blinken abwarten.

5. Parameter: EF4-Funktionalität • • •

Adresse „05“ an der Control Unit einstellen. Weiteres Vorgehen wie oben. Zulässige Werte: – 1 für Modus 1: EF4 schaltet den EF4-Ausgang. – 2 für Modus 2: EF4 schaltet die Anfahr- und Bremsverzögerung an bzw. aus.

Adresse "06" an der Control Unit einstellen. Weiteres Vorgehen wie oben. Will man die sekundäre Adresse nicht verwenden, so muß sie mit dem 7. Parameter ausgeschaltet oder auf denselben Wert wie die primäre Adresse eingestellt werden.

7. Parameter: Sekundäre Adresse anund ausschalten •

Adresse „07“ an der Control Unit einstellen.

Programmierung des PIC Wer in der Lage und willens ist, den PIC selbst zu programmieren, kann mit geeigneter Software und einem PICProgrammer alle Parameter und auch die Software des PIC (Firmware) ändern bzw. „updaten“. So sind auch individuelle Veränderungen, die nicht über die Einstellroutine erfolgen können, realisierbar. Programmierte PICs, Platinen und Spezialbauteile sind bei Bo Brændstrup erhältlich. Nähere Infos zum „Wikinger“-Decoder sind auf meinen Web-Seiten zu finden. Die Um- bzw. Neuprogrammierung des PIC wird Gegenstand eines Beitrags in einer Monatsausgabe der MIBA sein. Dr. Michael König

Adresse „08“ an der Control Unit einstellen. Weiteres Vorgehen wie oben. Zulässige Werte: – 1 für Modus 1: EF3 schaltet den EF3-Ausgang normal. – 2 für Modus 2: EF3 schaltet den EF3-Ausgang zur Ansteuerung des Rauchgenerators mit der Einstellung für wenig Rauchentwicklung. – 3 für Modus 3: EF3 schaltet den EF3-Ausgang zur Ansteuerung des Rauchgenerators mit der Einstellung für viel Rauchentwicklung. – 4 für Modus 4: EF3 schaltet zwischen der normalen und der alternativen Geschwindigkeitstabelle um.

9. Parameter: 13 zusätzliche Fahrtstufen (13FS/27FS) an- und ausschalten • • •

6. Parameter: Sekundäre Adresse • •

Weiteres Vorgehen wie oben. Zulässige Werte: – 1 für Modus 1: Sekundäre Adresse ist ausgeschaltet. – 2 für Modus 2: Sekundäre Adresse ist angeschaltet.

Adresse „09“ an der Control Unit einstellen. Weiteres Vorgehen wie oben. Zulässige Werte: – 1 für Modus 1: 13 zusätzliche Fahrtstufen sind ausgeschaltet (14FS-Modus). – 2 für Modus 2: 13 zusätzliche Fahrtstufen sind eingeschaltet (27FS-Modus).

15. Parameter: Schnellprogrammier-Modus • • •

Adresse „15“ an der Control Unit einstellen. Weiteres Vorgehen wie oben. Zulässige Werte: 1 für Modus 1: Normale Programmierung mit optischer Rückmeldung. - 2 für Modus 2: SchnellprogrammierModus ohne optische Rückmeldung.

Kontaktadressen: Bo Brændstrup, H.C. Ørstedsvej 56, 2.tv, DK 1879 Frederiksberg C, Dänemark, email [email protected], http://microwave.emi.dtu.dk/bbr/ Frankie Frederiksson, Dyndevej 20, DK 3721 Østermarie, Dänemark, email [email protected], http://hjem.get2net.dk/formula.micro/ indexeng.html RA Dr. Michael König email: [email protected] Weitere Infos: http://www.drkoenig.de

65

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Übersicht aktueller Lokdecoder (Stand Oktober 1999) Decoder

Hersteller/ Bezeichnung

Datenformat (Fahrstufen)

Adreßumfang

Motorstrom

Lastregelung

Überlastschutz

Arnold

DCC (14, 28)/

127

1500 mA

ja

ja

81200/201

Motorola (14)

80

Arnold

DCC (14, 28)/

127

750 mA

ja

ja

81210

Motorola (14)

80

Arnold

DCC (14, 28)/

127

300 mA

ja

ja

81220

Motorola (14)

80

Digitrax

DCC

9999

3500 mA

nein

ja

DG380

(14, 28, 128)

99

1500 mA

nein

ja

9999

1000 mA

nein

ja

99

1000 mA

nein

ja

9999

900 mA

ja

ja

800 mA

nein

ja

1000 mA

nein

ja

Digitrax

DCC

DH 120 P/

(14, 28, 128)

DH 121

66

Digitrax

DCC

DH140/DH140P

(14, 28, 128)

Digitrax

DCC

DZ120/DZ 121

(14, 28, 128)

ESU

DCC (14, 28, 128)

LokSound®

Motorola (14)

Fleischmann

FMZ (15)

119

6842/6843

DCC (14, 28, 128)

9999

Kühn

DCC

T120/T120-P/

(14, 28, 128)

99

T121/T121-P

(14, 27, 28, 128)

99

T 140

(14, 27, 28, 128)

99

Lenz

DCC

9999

300 mA

nein

nein

LE003XF

(14, 27, 28, 128)

99

700 mA

ja

nein

99

600 mA

ja

nein

99

600 mA

nein

nein

Lenz

DCC

LE030

(14, 27, 28)

Lenz

DCC

LE040

(14, 27, 28)

Lenz

DCC

LE080XS

(14, 27, 28, 128)

MIBA-Spezial 42

MARKTÜBERSICHT Analogbetrieb

Motortyp

Funktionen

Schnittstellenstecker

Maße (mm) LxBxH

Preis in DM Bezug

ja*1

Gleichstrom

2*3

nein/ja

26 x 16 x 2,8

85,–

je 100 mA

ja*1

Gleichstrom

2*3

FH

nein

15,5 x 11,5 x 3,5

je 100 mA ja*1

Gleichstrom

2*3

FH nein

11,5 x 9 x 4,2

je 100 mA ja*1

Gleichstrom

4*3

85,–

109,– FH

ja

36,8 x 17 x 6,3

4 FX-Funktionen

138.– FH

3 je 1000 mA 5 je 200 mA

ja*1

Gleichstrom

2*4

ja

je 200 mA

30,4 x 16,7 x 6,3/

84.–/

26,7 x 17 x 6,4

45,– FH

ja*1

Gleichstrom

4*3 (FX-Funkt.)

nein/ja

25,4 x 9,1 x 4,5

je 125 mA

ja*1

Gleichstrom

2*4

FH

nein

je 100 mA/

17,1 x 9,6 x 4,5

106,–/

14,6 x 9,1 x 4

98,–

je 125 mA ja*2

ja*1

Glockenanker/

3*3 + Sound

Gleichstrom

je 100 mA

Gleichstrom

108,–/118,–

FH 43 x 16 x 8

249,– FH

2*3

ja

je 125 mA

NEM 651/

21,9 x 13,9 x 5,1

Gleichstrom

je 125 mA 2*3

nein

25,4 x 9,1 x 4,5

Gleichstrom



FH 44,50 49,50

nein

11 x 12 x 1,6

– FH*6

ja*2

Gleichstrom

2*4

nein

je 100 mA

ja*2

Gleichstrom

35,5 x 11,5 x 3,3

nein

16 x 14,5 x 4,5

je 100 mA

ja*2

MIBA-Spezial 42

85,–

FH

2*4

Glockenanker/

4*3

Gleichstrom

100 – 500 mA

100,– FH

nein

Die Entwicklung elektronischer Bauteile wie Prozessoren und Speicherelemente macht sich nirgends so stark bemerkbar wie in der Computerbranche. Heute noch topaktuell, morgen schon wertloses Alteisen. Ähnlich, aber längst nicht so drastisch verhält es sich bei Fahrzeugdecodern. Fast schon traditionell bietet unsere Decoderliste einen Überblick über aktuelle Fahrzeugdecoder.



44,50

2*5 4*5 ja*2

Fahrzeugdecoder

FH

NEM 653 ja*1

Multifunktionelle Betriebsmöglichkeiten

40,5 x 17 x 3,3

59,– FH

D

ie Wunscheigenschaften eines Lokdecoders gleichen eher denen einer eierlegenden Wollmilchsau. Er muß klein sein, große Leistung bringen, viele Funktionen haben, alle Datenformate verstehen und darf zudem kaum etwas kosten. Immer kleinere SMD-Bauteile, angefangen bei Transistoren, Widerständen bis hin zu Spezial-ICs, lassen eine immer fortschreitendere Miniaturisierung zu. Der neue „Mini“ von Arnold oder auch der LE003XF von Lenz sind hier ideale Beispiele. Manche Bauteile sind nicht viel größer als eine Stecknadelspitze. Die Miniaturisierung erlaubt natürlich auch, Decoder mit zwei- oder gar drei Datenformaten für einen freizügigen Betrieb mit den gängigen Digitalsystemen auszustatten. Diese Technologie hat natürlich ihren Preis und ist nicht für ’nen Appel und ’n Ei zu haben. Abgesehen von einigen Sonderangeboten, um ältere Decoder an den 67

Übersicht aktueller Lokdecoder (Stand Oktober 1999) Decoder

Hersteller/ Bezeichnung

Datenformat (Fahrstufen)

Adreßumfang

Motorstrom

Lastregelung

Überlastschutz

Lenz

DCC

9999

1000 mA

nein

nein

LE103/104XF

(14, 27, 28, 128)

9999

1000 mA

nein

nein

99

1000 mA

nein

Lenz

DCC

LE105XF

(14, 27, 28, 128)

Lenz

DCC

LE110/111

(14, 27, 28)

Lenz

DCC

LE122*

(14, 27, 28)

Lenz

DCC

LE130/131

(14, 27, 28)

Lenz

DCC

LE135

(14, 27, 28)

Lenz

DCC

LE230

(14, 27, 28)

68

99

1200 mA

nein

ja

thermisch

99

1000 mA

ja

ja thermisch

99

1300 mA

ja

ja thermisch

99

2500 mA

ja

ja thermisch

Lenz

Motorola

LE900

14

Märklin

Motorola

Delta (4)

Delta-Decoder

14

Märklin

66031

ja thermisch

80

1000 mA

nein

ja thermisch

800 mA

nein

nein

80

800 mA

nein

nein

80

800 mA

ja



Digital (15)

Märklin

Motorola

6080

14

Märklin

Motorola

60901

14

MIBA-Spezial 42

Analogbetrieb

Motortyp

Funktionen

Schnittstellenstecker

Maße (mm)

Preis in DM Bezug

ja*2

Gleichstrom

2*5

nein/ja

40,5 x 17 x 4,5

40,–/45,–

je 100 mA

ja*2

Gleichstrom

4*5

FH

nein

40,5 x 17 x 4,5

je 100 mA

ja*2

Gleichstrom

2*4

nein/ja

25,5 x 17 x 7

100 – 500 mA

ja*2

Allstrom

4*3

Gleichstrom

nein

34 x 17 x 6,5

Gleichstrom

4*3

nein/ja

26,5 x 17 x 6,5

3*3

Gleichstrom

6*3

ja

28,4 x 21 x 5,5

Gleichstrom

3*3

nein

70 x 30 x 12

Allstrom

2*4

ja

27 x 18 x 6,5

Allstrom

2*4

nein

36 x 21 x 9

Gleichstrom

2*4/4*4 je 200 mA

MIBA-Spezial 42

70,– FH

nein

36 x 21 x 9

je 200 mA

ja*2

80,– FH

je 200 mA

ja*2

130,–

Pro und Kontra Lastregelung

FH

je 200 mA

ja*2

115,– FH

300/500/100 mA

ja*2

75,– FH

200/500mA

ja*2

85,– FH

100 – 500 mA

ja*2

80,–/85,– FH

100 – 500 mA

ja*2

– FH

Modellbahner zu bringen, ist von einem technologisch bedingten Preisverfall nichts zu bemerken. Es werden zwar immer mehr Decoder verkauft, aber die Stückzahlen reichen längst nicht, um den Preis zu drücken. Einige rührige kleinere Hersteller versuchen natürlich über Know-how und einen günstigeren Preis Marktanteile zu gewinnen. Positiv ist jedenfalls, daß Fleischmann mit einem neuen, bilingualen Fahrzeugdecoder versucht, die Kurve zu kriegen. So werden mit dem neuen Schmuckstück die FMZ-Fahrer zufriedengestellt und die Weichen für das DCC-Format gestellt. Zudem wartet der Decoder mit einem kurzschlußfesten Motorausgang auf, mit Lastregelung, 119 Adressen für FMZ und erweiterten vierstelligen Adressen für DCC. Zudem wird der Decoder mit Stecker für die M- und S-Schnittstelle geliefert. Verschiedene Hersteller (z.B. Digitrax, Rautenhaus, TBI) bieten Einbaudecoder an, die gegen die eingebaute Elektronik- bzw. Stromverteilerplatine ausgetauscht werden. Bei den Decodern handelt es sich technisch um jene aus dem Standardprogramm, die nur vom Platinenlayout an die jeweilige Lokomotive angepaßt sind.

100,– FH

nein

36 x 21 x 9

175,– FH

Lastgeregelte Lokdecoder sind aufgrund zusätzlicher elektronischer Bauteile erheblich teurer als die ungeregelten Lokdecoder. Es stellt sich daher die Frage: „Benötige ich einen lastgeregelten Decoder ?“ Ein wichtiges Argument für die Lastregelung ist das Konstanthalten der Geschwindigkeit eines Zuges bei Bergund Talfahrt. Der Lokdecoder übernimmt damit die Aufgabe des Lokführers – oder möchte lieber der Modellbahner der Lokführer sein? In der Realität mußte sich der Heizer einer Dampflok vor einer Steigung stark ins Zeug legen und ordentlich Dampf machen. Der Bediener einer Lok mit ungeregeltem Decoder muß vor einer Steigung auch eine Stufe hochschalten – das Fahrverhalten entspricht somit dem Vorbild, oder? In modernen ELoks ist allerdings ein Tempomat eingebaut, ein lastgeregelter Decoder ist in solchen Modellen vorbildgerecht. Im Rangierbetrieb mit Schrittgeschwindigkeit bieten lastgeregelte Decoder die besten Fahreigenschaften. Bei ungeregelten Decodern sind für gute Rangiereigenschaften die Einstel69

Übersicht aktueller Lokdecoder (Stand Januar 1999) Decoder

Baugleich mit Lenz LE130

70

Hersteller/ Bezeichnung

Datenformat (Fahrstufen)

Adreßumfang

Motorstrom

Lastregelung

MÜT

Selectrix

104

3000 mA

ja

Lok-Booster 3A

31

Roco

DCC

10742

(14, 27, 28)

Roco

DCC

10745

(14, 27, 28)

Selectrix

Selectrix

66830

31

Selectrix

Selectrix

66832/66833

31

Selectrix

Selectrix

66835

31

TBI/Iten

DCC

PicLoc 6.13

(14, 27, 28, 128)

Überlastschutz ja thermisch

99

1000 mA

nein

99

1000 mA

ja

nein

ja thermisch

104

500 mA

ja

ja thermisch

104

1200 mA

ja

ja thermisch

104

300 mA

ja

ja thermisch

999

1300 mA

ja

ja thermisch

Motorola (14)

80

TBI/Iten

DCC

999

PicLoc 6.4

(14, 27, 28, 128)

4000 mA

ja

ja thermisch

Motorola (14)

80

80

900 mA

nein

nein

80

700 mA

nein

nein

80

1200 mA

ja

Uhlenbrock

Motorola

75100 (alt 770)

14

Uhlenbrock

Motorola

75400 (alt 750)

14

Uhlenbrock

Motorola

DGR 755

14

Uhlenbrock

Motorola

DGF 756

14

Zimo

DCC

MX61/N

(14, 28, 126)

Zimo

DCC

MX65S

(14, 28, 126)

Zimo

DCC

MX65V

(14, 28, 126)

ja thermisch

80

1200 mA

ja

ja thermisch

9999

800 mA

ja

ja

9999

3000 mA

ja

ja

9999

3000 mA

ja

ja

MIBA-Spezial 42

Analogbetrieb

Motortyp

Funktionen

Schnittstellenstecker

Maße (mm)

ja*1

Glockenanker/

3*3

nein

70 x 45 x 27

Gleichstrom

je 3000 mA

Gleichstrom

2*4

ja*2

Preis in DM Bezug 159,– FH/Direkt

ja

25,5 x 19 x 6,5

250 mA



lungen für die Start- und, wenn vorhanden, für die Mittengeschwindigkeit (CV#2, CV#6) lokspezifisch anzupassen. Auch die betrieblichen Randbedingungen spielen eine Rolle. Für den mauellen Fahrbetrieb reichen Lokdecoder ohne Lastregelung. Beim softwaregesteuerten Betrieb ist es hingegen schon wünschenswert, wenn der Decoder eine Lastregelung aufweist. Der Zug wird berechenbar. Man benötigt weniger Gleiskontakte oder -belegtmelder. Es gibt also keine Empfehlung, jeder Modellbahner sollte also nach seinen Bedürfnissen den passenden Lokdecoder aus dem reichhaltigen Angebot auswählen.

FH

Glockenankermotoren ja*2

Gleichstrom

4*3

nein/ja

25,5 x 17 x 6,5

100 – 500 mA ja*1

ja*1

ja*1

ja*2

Glockenanker/

2*4

Gleichstrom

100 mA

Glockenanker/

3*3

Gleichstrom

300 mA

Glockenanker/

3*3

Gleichstrom

300 mA

Gleichstrom

ja

14 x 9 x 2,5

Gleichstrom

ja/nein

37,5 x 12,5 x 3

ja

22 x 11 x 4

ja*7

28 x 13 x 11

Gleichstrom

6*3

2*4

ja*7

43 x 16 x 16

Gleichstrom

nein/ja

19 x 16 x 5

nein/ja

4*3

ja*2

ja*2

ja*2

Glockenanker/

4*3

Gleichstrom

1000 mA

Glockenanker/

3*3

Gleichstrom

200 mA

Glockenanker/

8*5

Gleichstrom

500 mA

Glockenanker/

8*5

Gleichstrom

500 mA

mit regelb. Niedervoltausgang

MIBA-Spezial 42

83,– FH

19 x 16 x 5

93,– FH

ja

26,5 x 15 x 4,5

1000 mA ja*1

200,– FH/Direkt

300 mA ja*1

ca. 150,– FH/Direkt

300 mA ja*1

80,– FH

6*3

3*3

Allstrom

95,– FH

250 mA

ja*1

135,– FH

250 mA

ja*2

– FH

129,– FH

nein

26,5 x 15 x 4,5

129,– FH

ja

25 x 16 x 4,5

96,–

nein

45 x 25 x 10

158,–

nein

45 x 25 x 10

158,–

Glockenankermotoren diverser Hersteller (z.B. Faulhaber, Maxxon, Escap) bieten aufgrund ihres massearmen Rotors besonders im unteren Geschwindigkeitsbereich sehr gute Fahreigenschaften. Bei den üblichen Motoransteuerfrequenzen von Lokdekodern (ca. 60 bis 70 Hertz) kann der massearme Rotor den Ansteuerimpulsen folgen. Die mechanischen Bewegungen machen sich durch ein Knarren bemerkbar. Je nach Art der Lok und des Getriebes fallen die Knarrgeräusche mehr oder weniger auf. Bei höheren Ansteuerfrequenzen ab 10 kHz (z.B. Lokdecoder der Firmen Lenz, Zimo, Selectrix) sind keine Geräusche des Rotors mehr hörbar. Einflüsse der unterschiedlichen Ansteuerfrequenzen auf die Lebensdauer von Glockenankermotoren sind zwar vorhanden, fallen aber in bezug auf die Lebensdauer von Lokgetriebe, Stromabnehmern und Standardmotoren nicht ins Gewicht. Torsten Kühn/gp Zeichenerklärung: *1 = manuell einstellbar *2 = Automatisch *3 = inclusive fahrtrichtungsabhängiger Beleuchtung *4 = nur fahrtrichtungsabhängige Beleuchtung *5 = frei programmierbare Funktionsausgänge *6 = Auslieferung Ende 1999 laut Herstellerangaben *7 = Auslieferung Anfang 2000 laut Herstellerangaben – = Daten lagen bei Drucklegung noch nicht vor

71

WERKSTATT

Schaltdecoder für das Motorola-Format

Die Vorgaben

Preiswert schalten und melden

Die verschiedenen, inzwischen auf dem Markt erhältlichen Decoder im Motorola-Format haben wir im Probebetrieb getestet und sind mit den Ergebnissen zufrieden. Da wir im Laufe unserer Digitalplanungen für unsere im Bau befindliche Gemeinschaftsanlage noch einige Anforderungen definierten, die nicht durch Kaufdecoder erfüllt werden konnten, haben wir uns entschlossen, die Decoder nach folgenden Kriterien selbst zu bauen: • Kosten: Verzicht auf ein Gehäuse und Einsparung des DIP-Schalters zur Adressenauswahl • Qualität: Universelle Einsatzmöglichkeit für Weichenantriebe (Spule und Motor) und Signale (Spule oder LED) • Einspeisung einer Hilfsspannung (14 bis 16V AC), um den Digitalstrom zu entlasten • Zuverlässige, robuste und gleichzei-

Zwei Decoderausführungen mit unterschiedlichen Endstufen und ein S-88-kompatibler Rückmelder im Motorola-Format entstehen zur Zeit in der Werkstatt von Gerhard Dallwitz. Er schildert heute die Entstehungsgeschichte dieser nützlichen und universell einsetzbaren Komponenten.

W

ie in MIBA-Spezial 37 (Wie sag‘ ich es meinem Decoder) beschrieben, haben wir uns für künftige Gemeinschaftsanlagen schon Anfang 1998 zur digitalen Weichen- und Signalsteuerung für den Einsatz von Decodern im Motorola-Datenformat entschieden. Die Anzahl der heute auf

dem Markt verfügbaren Decoder in diesem Format bestätigt diese Entscheidung. Durch den hohen Verbreitungsgrad existiert eine Fülle an interessanten Publikationen, so z. B. in MIBA 4/99 von Dr. König und Mario Binder oder im Internet auf diversen Homepages.

Oben: Neben Viessmann bietet auch Völkner inzwischen äußerst preiswerte Funktionsdecoder im Motorola-Format an. Noch billiger geht es eigentlich nur noch im Selbstbau, vorausgesetzt man besitzt die erforderliche Infrastruktur, wie Gerhard Dallwitz z.B. von Berufs wegen. Er beschreibt heute nur ganz kurz seine Komponenten und deren Funktionen. Foto: Rolf Knipper Prinzipieller Aufbau des Motorola-kompatiblen Schaltdecoders UNI 2. Nach diesem Prinzip arbeiten auch die industriell gefertigten Funktionsdecoder. Zeichnung: Gerhard Dallwitz

72

MIBA-Spezial 42

Das Blockschaltbild der Rückmeldung „S 88kompatibel“. Seine Funktion entspricht ebenfalls den bekannten im Handel erhältlichen Rückmeldedecodern. Mit dem Motorola-Format hat es eigentlich nichts zu tun. Zeichnung: Gerhard Dallwitz Unten links: Der selbstkonstruierte „S 88“ im Vergleich mit seinem Viessmann-Bruder. Das sechspolige Bus-Kabel verbindet beide mit der Zentrale. Aus Kostengründen wurde auf ein Gehäuse verzichtet. Neben dem „S 88“ wurden noch ein Busmelder (BM1) und ein Funktionsdecoder (UNI1) entworfen. Das Rückmelde-Buskabel (S 88) stammt von Viessmann und ist natürlich mit seinem sechspoligen Stecker kompatibel. Fotos: Rolf Knipper

tig kostengünstige Steckverbindungen • Impuls oder Dauerstrom für die vier Ausgänge eines Decoders individuell wählbar

Die Umsetzung Auf einer Leiterplatte der Größe 95 x 55 mm sind die benötigten Bauteile überwiegend in SMD-Bauform untergebracht. Die sechs Anschlüsse zur Außenwelt sind mit dreipoligen Leiterplattendirektverbindern ausgeführt, passend zur Roco-Steckern (Best. Nr. 10603). Ist „Stecken” nicht zwingend erforderlich, können die Litzen direkt auf die entsprechenden Steckflächen der Leiterplatte gelötet werden. Durch die elektrischen Anforderungen an die Ausgänge unterscheiden wir zwei Decoderausführungen: • Decoder UNI 1: Ansteuerung von Motorantrieben oder Lichtsignale mit-

MIBA-Spezial 42

tels bistabilen Relais (kompatibel zu Märklin K 84) • Decoder UNI 2: Impulsausgang oder Dauerstrom (wählbar mittels Steckbrücke) für Spulenantriebe und LED, z.B. auch für Lichtsignale, mittels Darlington-Transistoren (mindestens kompatibel zu Märklin K 83)

Einsatz auf der Anlage Den Einsatz von UNI-1-Decodern beschränken wir aus Kostengründen auf die Ansteuerung von Motorweichen, denn im Anlagenteil von Uwe Kempkens wird die Verwendung unumgänglich werden. Für den größten Teil der Weichen kommen übliche Spulenantriebe zum Einsatz, die mit den UNI-2Decodern ansteuerbar sind. Die optimale Auslastung der Decoderausgänge wird durch den gemischt wählbaren Modus erzielt, da beispielsweise an einer Stelle zwei Ausgänge auf „Dauer“ (Lichtsignal) und

zwei auf „Impuls“ (Weichenspulen) gesetzt sind. Wäre diese Option nicht möglich, müßte man den doppelten Aufwand betreiben, und je ein halber Decoder wäre ungenutzt. Eine andere Möglichkeit wäre, die nächstgelegenen Weichen und/oder Signale anzusteuern, aber lange Kabelverbindungen (womöglich noch über Modul-Trennstellen hinweg) passen nicht in unser „Verdrahtungskonzept der Zukunft“.

Der Rückmelder Das von Märklin entwickelte Rückmelde-System „S 88“ soll auch weiterhin bei uns zum Einsatz kommen. Wie ein S-88-Rückmelder funktioniert, ist im Blockschaltbild dargestellt. Verbindet man einen der Eingänge auf der linken Seite mit dem Bezugspotential (Masse), wird der entsprechende Kanal über das Buskabel an die Zentrale als „besetzt“ gemeldet.

73

Das Verdrahtungsschema der kompletten Rückmeldung auf Basis der „S 88“ und dem „BM 1“ im Zusammenspiel mit der Intellibox wird hier noch einmal deutlich (vergl. mit der Zeichnung S. 79 im Artikel „Digital und mobil“). Der analoge Rückmelder „BM 1“ benötigt übrigens keine eigene Versorgungsspannung mehr und überwacht stets zwei Isolierabschnitte. Zeichnung: Gerhard Dallwitz

Der „BM 1“ besitzt an beiden Seiten jeweils drei Lötflächen zum Anschluß der Litzen. Die Verdrahtung erfolgt gemäß der Skizze. Foto: Rolf Knipper

Im Märklin-typischen Mittelleitersystem erreicht man das mit einfachsten Mitteln: An eine Außenschiene wird Masse gelegt. Im zu überwachenden Abschnitt wird die zweite Außenschiene nach beiden Seiten isoliert und mit einem der 16 Eingänge eines „S 88“ verbunden. Fährt jetzt ein Zug in diesen Bereich, verbinden die Achsen die Außenschienen miteinander und Masse liegt am Eingang von „S 88“.

Im Zweischienensystem gibt es mehrere Möglichkeiten, aber der Schaltungsaufwand ist in jedem Fall größer: Bringt man an der Unterseite von Lokomotiven und/oder Wagen einen Magneten an, kann mit Reedschaltern unterhalb der Gleisabschnitte (die muß man dann nicht isolieren!) die Masse zum „S 88“ schalten. Leider ist die Zuverlässigkeit von Reedschaltern nicht sehr groß.

Für unser Projekt haben wir uns für eine Strommessung entschieden. In die isolierten Gleisabschnitte wird hierzu eine kleine Platine eingeschleift, die als Ausgangsstufe einen Optokoppler beinhaltet. Dieser schaltet die „S 88“-Eingänge nach Masse, wenn in der Eingangsstufe ein Strom fließt. Dieser kann durch den Motor selber, beleuchtete Wagen oder Leitlack über den isolierten Achsen gewährleistet werden. Das Prinzip ist aus der Analogtechnik bereits bekannt. Die ersten Prototypen der Serie UNI 1 und UNI 2 werden auf der Zechenanlage (Herbede) von Rolf Knipper ihre Feuertaufe bestehen müssen. Über unsere Erkenntnisse werden wir Sie natürlich auch weiterhin in der MIBA informieren. Gerhard Dallwitz

Bezugsquellen und Preise

Der Funktionsdecoder „UNI 1“ wird mit Roco-Steckern vernetzt. Die Leiterbahnen sind direkt auf der Platine. Die schwarzen „Kästen“ auf der „UNI 1“-Platine sind die bistabilen Relais zur Schaltung von Lichtsignalen oder Weichenmotoren. Die Platine des „UNI 2“ ist noch nicht fertiggestellt. Ein Roco-Stecker läßt sich zur Zeit noch nicht aufstecken. Der Decoder steuert im Endzustand z.B. normale Weichenantriebe an. Fotos: Rolf Knipper

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Auch wer keine Möglichkeit zum Selbstbau von Decodern hat, kann preiswert schalten. Hier einige Beispiele: • Weichendecoder K 83-kompatibel Viessmann 5211 DM 68,50 als Bausatz 5291 DM 36,– Völkner 016-271-822 DM 39,95 als Bausatz 016-270-922 DM 29,95 • Schaltdecoder K 84-kompatibel Viessmann 5213 DM 92,20 als Bausatz 5293 DM 59,90 Völkner 013-864-822 DM 59,95 als Bausatz 013-863-922 DM 49,95 • Rückmelder S 88-kompatibel Viessmann 5217 DM 87,10 (zur Zeit nur Fertiggerät lieferbar) Völkner 014-387-422 DM 49,95 (ohne Optokoppler, nur Bausatz) Völkner 014-388-322 DM 69,95 (mit Optokoppler, nur Bausatz) • Bezug: Völkner, Marienberger Straße 10, 38095 Braunschweig Viessmann: über den Fachhandel

MIBA-Spezial 42

Alle Komponenten einer variablen Digitalsteuerung auf einen Blick. Dominierend präsentiert sich hier die Intellibox von Uhlenbrock als „zentraler Punkt“ im wahrsten Sinne des Wortes. Fotos: Rolf Knipper

Computergesteuerter Ausstellungsbetrieb

Digital und mobil Wie soll man eine komplexe Ausstellungsanlage am besten schaltungstechnisch konzipieren? Eines stand schon fest – „digital“ sollte es werden. Das sagt aber noch nichts über die Wahl des Systems oder dessen Einsatz auf der Anlage aus. Wie man sich rationell und effektiv dieser Problematik nähert, schildert „Protokollchef“ Rolf Knipper, derweil Uwe Kempkens und Gerhard Dallwitz sich der praktischen Seite widmeten.

Z

unächst stellte sich die Frage, was wir eigentlich wollten – oder besser gefragt: was ist denn schon vorhanden? Die zur Digitalisierung vorgesehene Anlage befindet sich derzeit im Aufbau, wobei der „Bf Sprockhöfel“ mit der Zeche „Alte Haase“ bereits in MIBA-Spezial 41 als Anlagenentwurf vorgestellt wurde. Hier ist „Zechenspezialist“ Harald Sydow bereits fleißig an der Arbeit. Daran schließt sich als

Die Praktiker bei der Arbeit. Gerhard Dallwitz (links) und Uwe Kempkens bauen gerade hochkonzentriert Lokdecoder ein. Ein böswilliges Gerücht ist es allerdings, daß die Glimmstengel als Rauchentwickler zweckentfremdet werden sollen ...

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Grundelement der „Bf Herbede“ mit der Zeche „Martha“ an – dieser Anlagenteil dürfte inzwischen hinreichend bekannt sein. Der Schattenbahnhof mußte bei diesem Aufbau völlig neu konzipiert werden; besonderes Anliegen war dabei die separate Gleisführung der Zechenbahn. Völlig neu präsentiert sich auch die zweigleisige Hauptstrecke auf einer zusätzlichen unteren Ebene vor dem Bf Herbede. Auf der linken Seite schließen sich völlig neue Anlagensegmente von Uwe Kempkens an. Auch hier geht es um das „Tal der Ruhr“; im Mittelpunkt steht hier das Kohlekraftwerk nach dem Vorbild „Cuno“ bei Herdecke. Dieser besitzt immer noch eigene Loks und verfügt natürlich über diverse Gleisanschlüsse. Der umfangreiche Komplex liegt am Berghang auf mehreren Ebenen verteilt direkt an der aufgestauten Ruhr. Diese drei Hauptteile werden zwar gemeinsam gebaut, da es sich aber um „Privatanlagen“ handelt, werden sie aber nur zu Ausstellungszwecken gemeinsam aufgestellt. Es galt also ein möglichst variables Steuerkonzept zu entwickeln, mit dem sich auch die verschiedenen Interessen unter einen Hut bringen ließen. Recht früh fiel die Wahl auf das gängige DCC-System, zumindest hinsichtlich des „Fahr-Bus“. Aber dann wurde es kompliziert! Eigentlich läßt sich mit Märklin-Motorola-System bestens schalten und walten, aber nicht so freizügig fahren, wie wir es wollten. Man müßte es also schaffen, die Märklin-Motorola-Komponenten (Decoder, Bus und Rückmeldebus s 88) mit dem DCC Fahrbus verknüpfen. Die positiven Erfahrungen mit Selectrix und dem PC-Steuerprogramm SoftLok machten natürlich Appetit auch in dieser Richtung. Das sind nun schon eine Masse beachtenswerter Kriterien! Fahren wollten wir unbedingt im DCC-Format, denn mit einem Start-Set von Roco konnte auch jeder von uns preiswert den Einstieg schaffen. Das Spielen machte einfach Spaß! Rocos V 60 mit fernsteuerbarer Entkupplung zum Rangieren – das war es doch, was Generationen Modellbahner immer vermißten. Der „Fahr-Bus“ stand MIBA-Spezial 42

WERKSTATT

Das Aufbauschema der mobilen Digitalanlage. Bis auf das Kraftwerk „Kuno“ befinden sich inzwischen alle Teile bereits im Bau. Die unterschiedlichen Farbdarstellungen rühren von den Boostereinspeisungen nach unserem Verdrahtungskatalog her. Am Block „Heide“ ist bereits eine Erweiterungsmöglichkeit vorgesehen.

damit also fest. Nach wie vor sollten mit Märklin-Motorola die Weichen gestellt und auch rückgemeldet werden. Die anfängliche Absicht, mit dem PC und Märklin-kompatibler Software wie SoftLok über das entsprechende Interface die mit DCC-Decodern ausgestatteten Loks (allerdings dann nur mit 14 Fahrstufen!) anzusprechen, konnte nicht der Weisheit letzter Schluß sein, zumal man sich mit 80 Adressen nach oben hin stark begrenzt. Über den grundsätzlichen Einsatz des PC bestand im Team Einvernehmen, doch wir mußten noch die geeignete Zentrale und einem Programm Ausschau halten. Nicht ganz einfach, denn die Intellibox von Uhlenbrock brauchte eine gehörige Portion zusätzlicher Entwicklungszeit, bis sie endlich im Handel erhältlich war. Für uns sollte sie sich aber als genau richtig erweisen: Zwei Fahrregler, Booster und die Möglichkeit, weitere Handregler wie etwa die Lokmaus anzuschließen, dazu ein sehr schnelles Interface – das war genau das, was wir suchten.

Die Intellibox macht mit Als Uhlenbrock seine Intellibox auf den Markt brachte, bekundeten die mir bekannten Fachleute eher zurückhaltenden Optimismus. In unserem Team war eigentlich klar, daß wir ihre Möglichkeiten zunächst einmal ausführlich selbst testen mußten, um zu sehen, ob sie unseren Ansprüchen gerecht würde. Wir mußten letztendlich unseren Grundlagenkatalog im Auge behalMIBA-Spezial 42

ten. Sehr überrascht waren wir von der Option, auch Selectrix-Lokdecoder ansprechen zu können. Es funktioniert tatsächlich, man kann sie mit ihren DCC-Brüdern sehr wohl gleichzeitig betreiben. Also, bei uns laufen jetzt Selectrix, DCC (Roco, Lenz, Kühn usw.) und Märklin aus einer „Box“ – na, ist das etwa nichts? Funktions- und Rückmeldedecoder von Selectrix kann sie allerdings nicht verarbeiten. Na ja, das war bei uns auch nicht vorgesehen, also abgehakt. Auch Rocos Lokmaus kann an die Intellibox angeschlossen werden. Nun werden Sie vielleicht mit Recht bemerken, daß dort nur acht Adressen einstellbar sind. Das ist richtig, doch mit der „Box“ kann man der „Maus“ spezifische Adressen zuweisen. Ein Beispiel dazu: In unserem Team gibt es mehrere Loks der BR 78 von Fleischmann. Da die Intellibox eine vierstellige Lokadresse zuläßt, erhielt meine Lok die „7801“ als Adresse, diejenige von Uwe Kempkens bekam die „7804“ (so bleibt zudem die Möglichkeit offen, weitere Maschinen dieser Baureihe einzurei-

hen ...). Die „7801“ oder „7804“ kann nun wiederum den Adressen 1 bis 8 der Lokmaus zugeordnet werden. Je nach Notwendigkeit läßt sich die Adressenzuteilung immer wieder den Erfordernissen anpassen – gerade im Ausstellungs- oder Vorführbetrieb eine beachtliche Bedienungserleichterung! Wir können Ihnen bestätigen, daß alles bestens funktioniert. Noch ein Punkt sollte in Sachen Komfort nicht unerwähnt bleiben: Über ein doppelseitig isoliertes Gleis in der Anlage läßt sich ein Programmierabschnitt aktivieren. Die einzustellende Lok muß nicht von der Anlage heruntergenommen werden, sondern wird auf dieses Gleisstück gefahren; dort kann man dann im entsprechenden Modus seine Einstellungen vornehmen. Auch unbekannte Adressen lassen sich dort herauslesen. In diesem Zusammenhang hatten wir ein bemerkenswertes Erlebnis. Die BR 55 von Fleischmann erhielt einen DCC-Decoder von Kühn (s. S. 54 in diesem Spezial) und wurde programmiert. Plötzlich erkannte der Decoder nicht mehr seine Adresse und meldete lapidar „Fehler“. Wir ahnten zunächst Böses von wegen zu heißer Lötkolben ... Aber mit einer neuen Adresse, ganz normal im Programmiermodus der „Box“ eingegeben, nahm er auch wieder alle Parameter willig an – warum, wissen wir auch nicht! Daß man aber ganz einfach so aus einer vermeintlichen Misere herauskommt, mag doch beruhigend stimmen. Nun steht mit der Intellibox auch direkt ein „Keyboard“ nach MärklinManier zur Verfügung. Bei einem Test Die Rückseite der „schlauen Kiste“ ist recht übersichtlich beschriftet. Da kann eigentlich nichts schiefgehen! Die neunpolige Buchse rechts stellt die Verbindung „PC – Interface“ dar. Eine fünfpolige DIN-Buchse steht für den Anschluß der Lokmaus zur Verfügung. Insgesamt lassen sich aber acht „Mäuse“ mit den entsprechenden Y-Stücken von Roco anschließen.

77

So sah unser Versuchsaufbau zum Testen der Intellibox und der Computersteuerung mit dem Programm RailWare aus. Die Rückmeldungen am Gleis übernehmen die bekannten Platinen von Uwe Kempkens und können dann von den s-88-kompatiblen Rückmeldedecodern (hier von Viessmann) über eine Relaiskarte übernommen werden (alternativ sind aber auch Optokoppler einsetzbar). Aus diesem Grund ist ein zweiter Trafo im Hintergrund als Spannungslieferant für die Relais zu sehen.

Worauf es uns ankam ● Volle Unterstützung durch die Intelli-

ließen sich die Märklin-Motorola-kompatiblen Funktionsdecoder problemlos ansprechen. Gerade beim Aufbau einer Anlage ist oft hilfreich, daß man direkt die Funktionsdecoder nebst Weichen oder Signale testen kann. Allerdings kann diese Ansteuerung auch über das integrierte Interface mit dem PC erfolgen. Hier sind mehrere Übertragungsraten wählbar; gegenüber dem Märklin-Interface ist eine deutlich

höhere Rate möglich. Nur muß dann auch das gewählte PC-Programm mitmachen! Unsere Wahl fiel dabei auf das neue Programm RailWare (dh-Software, Andrea Hinz, Friedrich-Wilhelm-Str. 75, D-12103 Berlin, Tel.(030) 75707254). Zunächst gilt es, die Intellibox dem verwendeten PC zuzuordnen. Für unseren Testlauf standen mehrere Computer mit verschiedenen Umge-

Der Versuchsaufbau wird vom Programm „RailWare“ in dieser Form auf dem Bildschirm dargestellt.das rechte Gleis wird von der S-Bahn besetzt und ist rot ausgeleuchtet. Links ist eine Zugfahrt zu sehen. Die interne Sicherheitsabfrage des Systems verhindert unzulässige Bewegungen, und so kommt es zum „Nothalt“, da im folgenden Gleisabschnitt noch die S Bahn steht.

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box von Uhlenbrock (Nutzung der aktuellen Features) ● Fahren im „km/h“-Modus (Unabhängigkeit von verschiedenen Decodern und Protokollen) ● Ereignissteuerung (durch Nutzer oder Automatik, z.B. Besetztmelder, ausgelöst, sogar Sound!) ● Fahren auf exakte Entfernungsangabe (Ein Meldeabschnitt z.B. für Blockstreckenbetrieb) ● Transpondererkennung von Helmo ● Fahrplanbetrieb (daneben Handbetrieb auf hohem Niveau möglich) ● Einstellen der Fahrparameter (Darstellung per „Kurve“) ● Sonderoptionen (z.B. Roco-Kräne, synchron mit Sound, Datenbank zur Fahrzeugsammlung) ● Virtuelle Fahrregler (unbegrenzt) ● Joystick als Fahrregler oder Kransteuerung ● Einfache Erstellung der Gleisbilder (verschiedene Symbolgrößen möglich) ● Zuordnung der Funktion (z.B. Gleismelder-Mehrfachnutzung) im Gleisbild ● Achszähler (haben wir uns aber noch nicht angesehen – klingt aber schlüssig!) ● Netzwerkfähig (eine Zentrale und beliebig viele Terminals mit Komminikationssystem) ● Besetztmelder sichern Zugfahrten (auch im Handbetrieb) ● Nothalt ● Zentraluhr mit variabler Modellzeit ● Analoges Stellpult (Stelltafel) über den Rückmeldebus (s 88) zusätzlich anschließbar ● Speicherung des letzten Betriebszustandes (besonders wichtig für Digitalbetrieb im Märklin-Format!)

MIBA-Spezial 42

Die Zuordnung der einzelnen Decoder und vor allem die Trennung von dem „Fahr-Bus“ wird an dem Schema deutlich. Der Bus für die Funktionsdecoder kann sternförmig in der Anlage verlegt sein (das gilt nur für mit dem Motorola-Format) kompatible Systeme.

bungen auf dem Programm. Die unterste Ebene bildet dabei ein Pentium I (120 Mhz getaktet) mit Windows 98. Die Anpassung der „Com“-Verbindung, also von Stecker und Buchse am PC, kann man im Programm „GeräteManager“ unter „COM-Anschluß“ erreichen. Unter Umständen sind einige Versuchsaufrufe erforderlich, um den richtigen Stecker zu finden. Die meisten PC besitzen in der Regel zwei bis vier davon, und so bleibt die Sache recht übersichtlich. Unter „Anschlußeinstellungen“ läßt sich die Baud-Rate einstellen, also die „Bits pro Sekunde“. Wir haben 2400 gewählt, dies entspricht genau der Baud-Rate des Märklin-Interface. Wir wollten das PC-Programm darunter starten, da ja Weichenschaltungen und Rückmeldungen im Motorola-Format vorgesehen sind. Die endgültige Version von RailWare arbeitet aber mit der Software der Intellibox zusammen; man kann daher die Übertragungsrate entsprechend hoch setzen. Uhlenbrock wie auch dh-Software bieten zudem ihre Updates über das Internet an. Ein äußerst lästiges Versenden der Zentrale entfällt damit.

Wohin und woher Die Intellibox bildet also das Herz unserer Anlagensteuerung. Alle Tests, zumindest die, die uns im Moment wichtig erschienen, hatte sie mit Bravour bestanden. Nun galt es entsprechende Decoder für die verschiedenen Anwendungsbereiche zu finden. Wir wollten die Weichendecoder direkt aus der „Box“ versorgen und den Fahr-Bus separat mit einem Booster speisen. Auf diese Weise sind die beiden doppelpoligen Busleitungen voneinander getrennt. Wenn das Stellen der Weichen im Märklin-Motorola-Format erfolgen soll, sind dazu nicht unbedingt Produkte der Göppinger erforderlich. So hat Viessmann mittlerweile zu allen benötigten Komponenten preiswerte Alternativen entwickelt. Dazu hat man sich noch etwas ganz Geniales einfallen lassen – die für jeden Decoder separat zuschaltbare Stellspannung. Das ist zwar nicht immer erforderlich, aber gerade mit k-84MIBA-Spezial 42

kompatiblen Decodern (mit integrierten bistabilen Relais) lassen sich so problemlos Motoren und Lichtsignale ansprechen. Über den zweipoligen Weichen-Bus (braun/rot) können diese sternförmig in der gesamten Anlage vernetzt werden. Gerade für unseren Aufbau, quasi eine Mischung aus stationären und modularen Teilen, ist dieser Umstand geradezu ideal. Im LenzSystem darf beispielsweise ein bestimmter gerader Verlauf der Busleitung nirgends abzweigen, für uns also völlig uninteressant! Natürlich kommt zu der ganzen Geschichte noch die Rückmeldung

dazu. Mit ihr lebt eine jede Steuerung, vor allem wenn sich dann noch ein Computer dazugesellt. s 88 heißt das von Märklin eingeführte Zauberwort. Es handelt sich hier um einen Rückmeldedecoder, der eigentlich aber die Rückmeldung selber auswertet und dann dem Digitalsystem übergibt. Beim Betrieb mit dem MittelleiterWechselstromsystem kann man auf diese Weise ganz einfach durch Auftrennen einer Masseschiene den Kontakt über die leitende Achse herstellen. So ist das natürlich bei uns nicht möglich, obwohl auch weiterhin der „Massekontakt“ erforderlich ist. Im Programm von RailWare lassen sich die „Mäuseklavier“-Einstellungen durch Eingabe der gewünschten Adresse ermitteln. Natürlich müssen diese dann per Hand noch am Decoder selber vorgenommen werden. Unten: Leider kann der s 88 kein Signal von der (Zweileiter-) Schiene ohne Hilfe auswerten. Daher wurde ein zusätzlicher Besetztmelder eingesetzt; er wertet über den Motor oder Wagenbeleuchtung ein mögliches Fahrzeug in dem isolierten Gleisabschnitt aus.

79

Über das Display der Intellibox lassen sich über die „CV-Werte“ Parameter der Fahrzeugdecoder nach eigenen Vorstellungen programmieren. Jede gute Dekoderbeschreibung sollte darüber hinreichend Auskunft geben. Links: Diese Decoder kamen bei uns zum Einsatz. Links von Lenz, in der Mitte Selectrix und rechts ist ein preiswerter DCC-Decoder von Roco mit Schnittstellenstecker zu sehen. Natürlich lassen sich bei der Intellibox auch die Funktionsdecoder für das Motorola-Format über das „Keyboard“ im Display aufrufen. Unten: Schalt- und Weichendecoder bietet Viessmann sehr preisgünstig für das Motorola-Format an. Mit ersterem lassen sich auch ohne Zusatzrelais Lichtsignale direkt ansteuern. Das „Mäuseklavier“ ist bequem von außen zu erreichen. Die Buchsen eignen sich auch für die Märklin-Bananenstecker.

80

Uwe Kempkens steuerte für unseren Laboraufbau eine seiner bekannten Blockplatinen bei. Sie arbeitet ähnlich wie auch die Produkte von Uhlenbrock oder Völkner. Beim s 88 muß die Kontaktübermittlung potentialfrei erfolgen. Zu diesem Zweck haben wir zunächst eine Relaisplatine aufgebaut. Sie wird aber zukünftig in der Anlage von Optokopplern ersetzt werden. Diese Dinger kosten nicht viel, brauchen keine Versorgungsspannung und lassen sich leicht einbauen. Bei Völkner ist übrigens ein s 88-kompatibler Decoder mit Optokopplern erhältlich. Unsere Befürchtung war, daß gerade die Rückmeldung teuer werden könnte, aber mit den aufgezeigten Möglichkeiten bleibt alles im wohldosierten Rahmen. Für uns wird sich auch hier wieder Gerhard Dallwitz ins Zeug legen und einen eigenen Rückmelder entwickeln. Die Intellibox hat die Anschlußmöglichkeit von 31 s 88-kompatiblen Decodern mit jeweils 16 Anschlüssen. Das dürfte wohl reichen. Ein Problem ist derweil noch die sechspolige Busleitung. Sie soll nach Herstellerangaben möglichst nicht die Länge von zwei Metern überschreiten – nicht gerade üppig! Doch die Zuleitungen vom Gleis zum Decoder sind in unbegrenzter Länge möglich.

Die Basis Gerade wenn man ein Anlagenprojekt mit mehreren Modellbahnfreunden in Angriff nimmt, sollte im Vorfeld eine Art Pflichtenheft zur Grundlage der Arbeiten werden. Wir haben stundenlang die Köpfe zusammengesteckt und versucht, alles Mögliche zu erfassen. Als erstes haben wir auf Basis der BurModule die Kopfstücke mit vier Öffnungen für die diversen Leitungen definiert. Meinen Erfahrungen beim Anlagenbau nach ist es empfehlenswert, bestimmte Farben der Kabel und einen fixen Durchmesser festzulegen, in unserem Fall konsequent 1,5 mm. Das erscheint zwar sehr reichlich, aber eine solide Reserve ist ratsam, da gerade im Digitalbereich Spannungsabfälle verheerende Auswirkungen haben können. Mindestens alle zwei Meter erfolgt eine Fahrstromeinspeisung. Diese Leitungen (DCC-Fahr-Bus 1-4) müssen separat und mindestens 2,5 cm von anderen Kabeln verlegt werden. Auch dieser Umstand hat seine Ursache im Digitalsystem: In Kabelbäumen könMIBA-Spezial 42

nen sich gegenseitige Spannungfelder aufbauen und entsprechend gegenseitig stören. Anders als bei Märklin führen die „braunen“ Kabel keine Masse, die man wie gewohnt auf eine Sammelschiene legen könnte. Jede Fahrspannung, hier als „Fahr-Bus“ bezeichnet, muß zweipolig verlegt werden. Wir haben uns entschlossen, alle bisher definierten Bus-Leitungen dieser Art durch jedes Modul zu verlegen, um die Booster später im Bereich der Zentrale plazieren zu können. Auf diese Weise erhalten wir die wohl umfangreichste Aufbauvariation. Das strikte Farbschema vermindert aber auch die Fehlerquote ungemein, denn ein Decoder ist schnell „abgeschossen“. Kurzschlußfest sind die Dinger in aller Regel schon, aber wenn sie einen anderen „Strom“ bekommen, hilft kein werksseitiger Schutz mehr! Wir haben zudem noch eine optische Hilfe vorgesehen. Die Rückmeldeabschnitte (bei uns grüne Kabel) liegen stets auf der hinteren Seite der Anlagensegmente. Wo nicht gemeldet wird, befinden sich dem „Fahr-Bus“ zugeordnete braune Kabel für die Einspeisungen. Die andere Schiene erhält dann die „Bus“-spezifische Zuleitung nach unserem Katalog. Kann doch gar nicht schiefgehen, oder? Wir halten dieses Schema jedenfalls für praxisreif und rüsten entsprechend die Anlagenteile aus. Eine gewisse Schwierigkeit entsteht dagegen bei dem „Rückmeldebus“, denn hier ist die sechspolige Datenleitung in der Länge von Decoder zu Decoder auf zwei Meter begrenzt. Damit müssen wir zunächst einmal leben. Wie dicht die s 88 tatsächlich plaziert werden und was sich vor allem für den Anlagenaufbau als praktikabel erweist, müssen wir noch herausfinden. Aber auch für diesen Bus ist eine Öffnung für die Kabelführung im Modul vorgesehen. Die Erkennung der Decoderreihenfolge ordnet die Intellibox intern. Eine Art „Monitorfunktion“ läßt für den Anwender eine Kontrolle im Display zu. Über das Programm RailWare sind zudem die Benennungen und Zuordnungen der Meldekontakte im Gleisbild möglich. Eine Speiseleitung mit normalem Wechselstrom (den „Energiebus“) werden wir durch den gesamten Anlagenaufbau führen. Zum einen kann man hier Leuchten und Signale, zum anderen auch Stellstrom für Weichen anzapfen. Falls erforderlich ließe sich vor Ort durch GleichMIBA-Spezial 42

Viessmann liefert auch einen s-88-kompatiblen Rückmeldedecoder für das Motorola-Format; untereinander werden sie mit einem sechspoligen Flachbandkabel verbunden.

Rechts: Zur Zeit sind bei uns zwischen dem Besetztmelder Marke Eigenbau von Uwe Kempkens und dem s-88kompatiblen Decoder von Viessmann noch Relais als Puffer erforderlich. Bei dem sechspoligen Kabel, das die Decoder miteinander verbindet, muß man auf die Länge achten, denn diese sollte zwei Meter nicht überschreiten.

richtung zudem Gleichstrom herstellen, etwa für Motorantriebe. Ein vierter Kabelschacht dient zur Aufnahme der fünfpoligen Ringleitung für die Lokmaus. Natürlich sollten auch „LocoNet“-Anschlüsse nicht aus den Augen verloren werden, für die zusätzlich eine sechspolige Ringleitung benötigt würde. Priorität hat aber bei uns die „Maus“!

Wer steuert was Das Programm RailWare konnten wir bisher nur als Vorausmuster in der sogenannten Beta-Version ausprobieren. Viele Dinge waren uns hier noch

von dem Vorgängerprogramm Winbahn desselben Entwicklers bekannt. Bei diesem wurden wir seinerzeit auf die „Clubversion“ aufmerksam, mit der man gemeinsam Steuerungen aufbauen konnte. Mit dem Erscheinen dieses Heftes wird wohl nach Aussagen der Entwickler die endgültige Version von „RailWare“ auf dem Markt angeboten. Derzeit interessierte uns das Konzept des Programms und vor allem die Sicherheitsabfragen für den Automatikbetrieb. RailWare läßt zunächst einen reinen Handbetrieb zu, jede Lok kann mit der Intellibox, den PC-internen „Fahrpulten“ oder auch der Lok-

So lassen sich mehrere Anlagen miteinander verbinden und trotzdem unabhängig voneinander steuern. Für uns stellt die Netzwerkfähigkeit des Programms RailWare eine äußerst faszinierende Angelegenheit dar.

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Die in MIBA-Spezial 6 vorgestellten Besetztmeldekarten von Uwe Kempkens ließen sich auch für die aktuelle Verwendung nutzen. Uhlenbrock oder Völkner haben vergleichbare Produkte im Programm. Unten: Die Optokoppler können die Funktion der Relais übernehmen. Sie benötigen keine eigene Versorgungsspannung.

maus ganz individuell angesprochen werden. Der nächste Schritt wäre die Installation von Fahrstraßentasten im Gleisbild. Damit lassen sich bestimmte Fahrwege durch Anklicken mit der Maus oder den Einzelaufruf aus der Menüleiste „Fahrstraße“ aktivieren. In dem definiertem Fahrweg können alle Weichen und Signale aus ihrer zuvor zugeordneten Grundstellung in die erforderliche Lage gebracht werden. Mittels Mausklick auf einem der (aktiv gelb leuchtenden) Fahrstraßentastern kann man die Fahrstraße wieder auflösen; mit dem seitlich links im Gleisbild befindlichen „Grundstellungsbutton“ lassen sich alle Elemente wieder in ihre angestammte Lage bringen. Im nächsten Schritt können nun zwischen den Zugnummernanzeigern Automatiken installiert werden. Dabei sind auch Fahrstraßen möglich. Voraussetzung dafür ist aber auf jeden Fall eine aktivierte Besetztmeldung; wichtig ist dabei der Umstand, daß ein Zug am Schild eingelesen wird. Gibt man jetzt keine Bezeichnung ein, setzt das Programm von sich aus „Zugfahrt“. Auf diese Art und Weise lassen sich „U-Boote“ praktisch sofort erkennen. Außerdem werden reguläre Fahrten durch die Option „Nothalt“ geschützt;

die Fahrzeuge werden also niemals als „Zugfahrt“ aufeinander zurasen. Damit ist eine große Sicherheitsabfrage gewährleistet, welche bereits im Handbetrieb schon wirkt. Voraussetzung dafür ist aber eine relativ großzügige Verwendung von Besetztmeldern über den s 88-Bus. Dazu bietet dh-Software recht preiswert eine separate Ansteckkarte (serielle Schnittstelle) mit einem Steckernetzteil für den PC an, mit der die s 88 direkt mit dem Computer vernetzt werden können. Wer analog fahren will, kann diese Option ohne Verwendung einer Digitalzentrale einsetzen. Damit ist das Programm nicht zwangsläufig auf „digitales Fahren“ ausgerichtet. Eine ähnliche Karte gab es für den Weichen-Bus für das Motorola-Format. Diese wird man aber wahrscheinlich zukünftig nicht mehr herstellen. Am besten erkundigen Sie sich einmal direkt beim Hersteller in Berlin. Es wäre schade, wenn diese Alternative nicht mehr angeboten würde. Gerade bei den Rückmeldern ist der Märklin s 88-Bus aufgrund seiner permanenten Abfragen langsam, für sehr große Anlagen vielleicht sogar zu langsam! Wir werden nach Erhalt der (Rückmelde-) Karte diese nochmals genau unter die Lupe nehmen. Überhaupt bleibt an dieser Stelle noch viel über RailWare unbesprochen, zum einen fehlt derzeit bei uns noch die komplette Anlage mit allen ihren Erfordernissen, und zum anderen liegt die endgültige Programmversion noch nicht vor.

Was kommt noch?

Der Schattenbahnhof von Herbede wurde bereits vor unserer „Normung“ verdrahtet. Die Verbindung zwischen den einzelnen Segmenten übernehmen stabile Stecker und Buchsen von Farnell, die im einschlägigen Fachhandel erhältlich sind. Im Versuchsaufbau hatten wir Viessmann-Trafos eingesetzt. Einer war für die Intellibox zuständig; natürlich muß auch jeder zusätzliche Booster ein eigenes Netzteil haben.

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Was RailWare dem Modellbahner noch alles bescheren wird, kann man nur erahnen. Mit unserer Entscheidung, die Anlage mit einer multifunktionellen Intellibox und einem intelligenten PC-Programm auszurüsten, bereiteten wir uns quasi auf die kommenden Ereignisse bestens vor, denn Neuerungen lassen sich als Update ohne Probleme per Internet oder sonstiger Software einspielen. Wir stehen praktisch erst am Anfang dieser Entwicklungen, und je mehr Modellbahner sich dafür entscheiden, desto eher purzeln auch die Preise für die Einzelkomponenten. In ein paar Jahren könnte eine analoge Lok teurer sein als eine werksseitig mit einem Decoder ausgerüstete Maschine ... Zudem sollte man sich frühzeitig auf ein gemeinsames Format einigen. Also, das NMRA- und DCC-Format MIBA-Spezial 42

werden neben Märklin-Motorola auchkünftig den Markt beherrschen – dazu muß man kein großer Prophet sein. Die Uhlenbrock’sche Intellibox wurde bereits an diese Entwicklung angepaßt. Auch die weiteren Entwicklungen im Softwarebereich sollte man aufmerksam verfolgen. So wird man etwa in RailWare auf dem Bildschirm über eine Kurve seine Lokparameter eingeben können. Zum anderen gibt es einigen liebenswerten Schnickschnack wie das Kransteuerelement für das RocoModell. Neben der wirklichkeitsnahen Darstellung des Krancockpits ist natürlich auch eine Soundoption gegeben. Der Junior war jedenfalls (wie wir selber aber auch!) hochgradig begeistert „...voll geil, äy“. Eines der bemerkenswerten Programmoptionen stellt aber auf jeden Fall die Netzwerkfähigkeit von RailWare dar. Gerade für einen Anlagenbau in der von uns gewählten Weise eröffnen sich ganz neue Steuerungsmöglichkeiten. Inwiefern sich das alles nachher in der Praxis auswirken wird – nun, hier ist noch einiges offen. Aber daß wir demnächst übers Internet auf fremde Anlagen via PC und Monitor eingreifen werden, ist nur ein übles Gerücht von wild gewordenen Zeitgenossen! rk

So präsentieren sich die einzelnen Teile unserer Anlage bei dem Programm RailWare auf dem Bildschirm. Oben ist der Schattenbahnhof von Herbede zu sehen, der in dieser Form bereits fertiggestellt ist. Der sichtbare Teil von Herbede könnte in der unten gezeigten Form dargestellt werden; auch die Drehscheibe fand Berücksichtigung.

Das Kraftwerk „Kuno“ ist als tatsächliche Anlage noch nicht existent – wir haben daher hier zunächst einmal die wichtigsten Gleise berücksichtigt ...

Links: Zum in MIBA-Spezial 41 vorgestellten Projekt „Sprockhöfel“ gehört dieses Gleisbild; der Schattenbahnhof konnte gleich mit dargestellt werden. Die breiten Beschriftungsmelder können mit individuellen Zugnummern, etwa nach DB-Norm (z.B. Ng 4711), versehen werden. Durch die Besetztmelder nimmt jede Fahrt ihre Bezeichnung zum nächsten Feld mit.

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MODELLBAHN-ANLAGE

Der PC als nützlicher Helfer

Fahrbetrieb im Fahrplantakt Bereits seit 1985 ist das Programm „Modellbahn-Steuerung“ von Heinrich O. Maile auf dem Markt – und damit eines der ersten Programme auf diesem Sektor. Am Beispiel der ersten Bemo-Messeanlage gibt Harald Ehret einen Einblick in den Ablauf und den erforderlichen Aufwand zur fachgerechten Steuerung einer Modellbahnanlage.

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ielfach wird der Wert einer computergesteuerten Anlage nicht erkannt oder schlichtweg unterschätzt. Auch bekommt man sehr häufig zu hören, daß bei dem Einsatz eines PC mit einem Steuerprogramm der Spieleffekt verlorengeht. Diesen Aussagen möchte ich widersprechen! Nein, ich möchte jetzt niemanden von seinem Stellpult oder sonstigen Weichenschaltern entfernen, geschweige denn davon überzeugen, wie toll es sein kann, mit dem PC zu spielen ... Für das hier verwendete Programm „Modellbahnsteuerung“ war die komplette Anlage zu digitalisieren. Dies ist zugegebenermaßen ein Kraftakt für den ohnehin meistens viel zu schmalen Modellbahnetat, aber wer diesen Weg geht, wird ihn selten bereuen. Für die „Modellbahn-Steuerung“ kommt ausschließlich das Digitalsystem Selectrix in Frage. Hier waren alle positiven

Oben: Der Bahnhof Gstaad auf der Messeanlage von Bemo, die nach Vorbildern der MOB entstand. Gesteuert wird sie mit dem Computerprogramm „Modellbahn-Steuerung“ und dem Digitalsystem Selectrix. Links: Der Bauzug auf der kleinen Brücke, die oberhalb der linken Bahnhofseinfahrt von Gstaad zu finden ist. Fotos: T. Wendtland

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Aspekte der Digitaltechnik bereits seit dem ersten Erscheinen vorhanden. Die Lokdecoder mit 31 Fahrstufen weisen eine Lastregelung auf; sowohl die Überwachung von Gleisabschnitten als auch die Ansteuerung von Magnetartikeln und Lichtsignalen ist möglich. Dies alles erreicht man mit den entsprechenden Bauteilen.

Digital mit Selectrix Die Haupteinheit ist selbstverständlich das Central-Control 2000 als Zentrale, dazu kommt noch das Control-Handy 2000. Zum Schalten der Magnetartikel gibt es Funktionsdecoder, mit welchem man auch Lichtsignale ansteuern kann. Die letzteren lassen sich aber auch über den sogenannten „Encoder B“ ansteuern. Zur Gleisüberwachung kommen logischerweise die Besetztmelder zum Einsatz. Die Datenübertragung zwischen der Schnittstelle des heimischen PCs und dem Central-Control 2000 übernimmt das Interface. Und für die Lokomotiven nehmen wir selbstverständlich die entsprechenden Lokdecoder. Als konkretes Beispiel möchte ich hier nun die Messeanlage von Bemo nach dem Vorbild der MOB vorstellen. Sie entstand bereits 1996. Der Gleisplan der Anlage wurde in insgesamt 16 Blockabschnitte eingeteilt. Dabei entfallen elf Blöcke auf den Schmalspurbereich (H0m) und fünf Blockabschnitte auf den normalspurigen Teil der Anlage. Es sind 12 Weichen vorhanden; dazu kommen sieben schaltbare Signale mit Vorsignalen sowie zwei lichtzeichengesicherte Bahnübergänge. Für den normalen Betrieb auf der Anlage werden fünf Zuggarnituren eingesetzt. Dies kann man mit den heute zur Verfügung stehenden Komponenten von Trix abdecken: zwei Belegtmelder, zwei Funktionsdecoder für die Magnetartikel und einen Encoder B (oder einen Funktionsdecoder) für die Darstellung der verschiedenen Signalbilder. Dazu kommen fünf entsprechende Lokdecoder für die Triebfahrzeuge (Achtung: für Modelle mit zwei Motoren werden auch zwei Decoder empfohlen!).

Der Gleisplan auf dem Bildschirm Wenn die Blockeinteilung feststeht, kann man in den Gleisen die entsprechenden Trennstellen einfügen. Es werden dabei keine separaten BremsMIBA-Spezial 42

Im Bahnhof Gruben stehen auf Gleis 16 und 17 jeweils ein Personenzug (GmP) zur Abfahrt bereit ... ... und so sieht dies dann auf dem Bildschirm aus. Zug 1 hat Ausfahrt aus Gleis 16, Fahrstraße ist bereits gestellt nach Gleis 19, Bahnübergang wird gerade in Betrieb genommen, Ausfahrtsignal steht noch auf Halt. Alle anderen Züge warten noch auf Ihre Abfahrtszeit. ICE 2 (Zug 4) dreht seine Runde mit 152 km/h, er beschleunigt noch (grün dargestellt). Güterzug (Zug 5) möchte auf Gleis 2 ausfahren, ist jedoch noch belegt (unten).

oder Halteabschnitte benötigt. Mit dem Programm können dann auf dem Bildschirm der entsprechende Gleisplan erstellt und dabei die entsprechenden Haltestellen an den Signalen definiert werden. Zum Schluß sollten noch einmal alle erfaßten Daten sorgfältig geprüft werden. Wenn die gesamte Gleisgeometrie der Anlage steht, können alle zum Betrieb notwendigen Informationen angezeigt werden: Gleise mit Gleis-

nummer, Zugnummer und den Signalen. Außerdem können noch abweichende Zuggeschwindigkeiten beim Befahren von Weichenstraßen und Streckengleisen erfaßt werden. Alle weiteren Informationen zu den Lokomotiven oder den Zuginformationen wie Betriebszeit, Hauptuntersuchungszeit, gefahrene Kilometer, gelaufene Zeit können zudem separat während des Betriebes abgerufen werden. 85

Auf den H0-Gleisen braust gerade der ICE 2 vorbei, auf dem Gleis 9 des Bahnhofs Gstaad steht ein Personenzug abfahrbereit. Auf der Strecke steht der Bauzug für Wartungsarbeiten. Und so sieht diese Situation dann auf dem Computerbildschirm aus. Gleis 1 wird gerade von ICE 2 (Zug 5) mit 109 km/h durchfahren. Der Bauzug (Zug 2) steht an der Gleisbaustelle, der Personenzug (Zug 3) steht abfahrbereit in Gleis 9 nach 14, nachdem der Bauzug noch steht, ist die Strecke noch nicht freigegeben. Zug 1 setzt sich gerade im Bahnhof Gruben von Gleis 17 aus in Bewegung. Zug 4 ist nicht gestartet.

Eine Zugfahrt auf dem Computer So, lassen wir nun einmal probeweise den Crystal Panoramic-Express von Gstaad in Richtung Osten nach Gruben abfahren – vorerst nur über die Tastatur und noch ohne Fahrplan. Der Zug steht bereits in Gleis 9. Die Strecke führt über eine Weichenstraße und die beiden Streckenblöcke 32 und 33 nach Gstaad. Hier ist die Möglichkeit einer Zugbegegnung gegeben. Ich gebe in den Computer nun den Befehl ein, die Fahrstraße in Richtung Ost von Gleis 13 nach Gleis 32 stellen. Es werden automatisch alle notwendigen Weichen gestellt, ebenso die erforderlichen Signale. Nach der Freigabe erfolgt vom Programm automatisch eine Überprüfung dieses Gleises und dessen Reservierung, wenn es noch frei sein sollte. Ansonsten wird der Eingabebefehl abgewiesen. Ebenfalls sperrt das Programm zur gleichen Zeit eine automatische Ausfahrt aus dem Bahnhof Gruben in Richtung West, da es sich ja um

Der H0-Güterzug (Zug 4) durchfährt gerade mit 99 km/h das Gleis 1, der H0m-Güterzug (Zug 6) ist auf Block 14 (Grubenbachviadukt) mit 49 km/h unterwegs. Auf Gleis 9 hat der Personenzug (Zug 3 aus Gleis 17) freie Einfahrt. Das Gleis ist bereits reserviert. Zug 2 und 5 warten auf Ihre Abfahrt. Rechts: Der Güterzug der MOB (Zug 6) fährt gerade über das Grubenbachviadukt in Richtung Gruben, auf dem normalspurigen Gleis 1 des Bahnhofs Gstaad ist der Güterzug der SBB (Zug 4) zu sehen.

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Der MOB-Güterzug (Zug 6) passiert gerade die Gleisbaustelle kurz vor dem Tunnelportal. Im Bahnhof Gstaad steht der Personenzug (Zug 3) abfahrtbereit auf Gleis 9, während der Bauzug (Zug 2) schon langsam nach Gleis 11 einrückt.

Links: Der H0m-Güterzug (Zug 6) hat gerade die Gleisbaustelle in Gleis 15 mit 42 km/h passiert. Der Personenzug (Zug 3) hat um 03:54 Ausfahrt aus Gleis 9 Richtung Gruben, und Bauzug (Zug 2) rangiert in sein Abstellgleis 11 mit 10 km/h ein.

Der ICE 2 (Zug 4) hat auf Gleis 1 des Bahnhofs Gstaad angehalten, um die Urlauber aussteigen zu lassen. Während dessen wartet auf Gleis 8 der MOB-Personenzug, in den diese umsteigen können (das sieht man jetzt auf dem Bildschirm natürlich nicht!). Der Bauzug rangiert gerade in Richtung West zum Umsetzen nach Gleis 8, während Zug 1 nach Gleis 16 unterwegs ist.

Blick auf den Bahnhof Gruben. Der GmP (Zug 1) hat jetzt wieder Gleis 16 erreicht, und der ganze Fahrplanzyklus könnte wieder von vorn beginnen. Wem das zu langweilig ist, der kann aber freilich auch eine ganz andere Zugreihenfolge wählen oder auch völlig ohne Automatik fahren ...

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Hier ist das Gleisbild weiterhin sichtbar, die Zugdaten werden jedoch von den zwei eingeblendeten Handreglern verdeckt. Diese sind voll funktionsfähig mit integrierter Massesimulation, Licht- und Hornfunktion. Unten: Die Darstellung mit dem Fahrplan von Zug 1. Es sind lediglich die Gleisfolge, Ausweichgleise und Haltezeiten zu erfassen. Alles andere (Weichen, Signale, Geschwindigkeit, Anfahr- und Bremsverzögerung) wird automatisch vom Programm geschaltet und gesteuert.

Nachdem die Fahrstraßen gestellt sind, können wir am Bildschirm verfolgen, wie der Zug beschleunigt wird. Hier werden dann folgende Werte angezeigt: die Zug- und die Gleisnummer, die Geschwindigkeit, die Fahrstufe, die erlaubte Höchstgeschwindigkeit in diesem Gleis, die Zielgeschwindigkeit am Ende des Gleises sowie die Distanz zum nächsten Signalpunkt. Alle diese Werte werden permanent aktualisiert. Anhand der Informationen ist beispielsweise zu erkennen, daß die Ausfahrt mit höchstens 70 km/h erlaubt ist. Dies hält der Zug auch ein. Erst nach Durchfahrt der kompletten Weichenstraße wird der erlaubte Wert auf 90 km/h erhöht. Nachdem der Zug den Bahnhof Gruben erreicht hat, reduziert er seine Geschwindigkeit entsprechend wieder. Das Ausfahrsignal steht hier auf Rot, denn der Gegenzug muß noch abgewartet werden. Außerdem steht auf Gleis 18 auch schon der Bauzug bereit, um in die Baustelle an Gleis 15 einzufahren. Sobald die Strecke jetzt wieder frei ist, kann über die Tastatur die nächste Fahrstraße gestellt werden. Ausgangspunkt ist diesmal Block 17 (dies war ja unser Ankunftsblock). Nachdem das Programm die Sicherungsanlage des Bahnübergangs in Betrieb genommen hat, kann das Ausfahrtsignal auf Grün gestellt werden.

Halt am Bahnsteig

eine eingleisige Strecke handelt. Eine Zugbegegnung wäre doch fatal ...

Sicherung für Fahrstraßen und Strecken Durch die Freigabe des ersten Fahrbefehls wird der Weichen- und Streckenbereich als reserviert am Bildschirm angezeigt. Er kann von keinem anderen Zug angefordert werden. Logischerweise stellt man über die Tastatur die komplette Fahrstraße bis Gruben durch. Da es sich um ein Startgleis und drei Richtungsgleise handelt, sind vier Eingabeschritte notwendig. In einem Fahrplan sieht dies dann so aus: „09, 14, 15, 17, H2“. Das H2 steht für einen Aufenthalt von zwei Modell88

bahnminuten. Das Gleisbild zeigt jetzt drei blinkende gelbe Streckengleise an. Fährt der Zug in die Weichenstraße ein, so ändert sich die Farbe in hellrot blinkend, ebenso bei den Blöcken. Befindet sich der Zug komplett in dem neuen Block, so wird dessen Anzeige dunkelrot ausgeleuchtet und blinkt nicht mehr. Somit ist immer zu erkennen, ob sich ein Zug noch komplett in einem Block befindet oder ob er bereits in den nächsten einfährt. Hat der Zug den letzten Block verlassen, so erfolgt eine Überprüfung, ob dieser Block auch wirklich leer ist. Ist dies der Fall, so wird der Block oder die Fahrstraße für einen anderen Zug wieder freigegeben und auf dem Bildschirm nun grau angezeigt.

Die weitere Fahrt führt über den Tunnelstreckenblock 19 direkt wieder in den Bahnhof Gstaad in das Gleis 9 zum weiteren Verweilen des Zuges. Nachdem der Zug im Tunnelportal verschwunden ist, können wir ihn nur noch hören – Geschwindigkeit sowie Standort lassen sich dafür am Bildschirm verfolgen. Zwischenzeitlich hat das Programm auch die Sicherungsanlage des Bahnübergangs am Ende von Block 19 in Betrieb genommen. Nachdem der Zug wieder an der Tunnelausfahrt im Einfahrbereich des Bahnhofs Gstaad ans Tageslicht kommt, reduziert das Programm seine Geschwindigkeit entsprechend den Vorgaben; punktgenau hält er in der Mitte des Bahnsteigs an. Ich habe mich entschieden, diesen Zug noch einmal fahren zu lassen. Hierzu stelle ich die Fahrstraße erneut wie vor beschrieben. Unser Crystal Panoramic-Express setzt sich wieder in Bewegung und fährt über den Grubenbachviadukt seine Runde. GemütMIBA-Spezial 42

lich durchfährt er seinen Block, mit vorgegebener Geschwindigkeit die Weichenstrasse und hält vor dem Signal mit der Hoffnung, bald wieder auf Strecke gehen zu können ... In der Zwischenzeit konnten parallel zu meiner Spielaktion zwei weitere Zugeinheiten ungestört ihre Runden drehen, aber auch ihre Rangierfahrten durchführen. Niemand kam sich dabei ins Gehege; alles wurde vom PC und der Modellbahn-Steuerung überwacht. Alle Zuggarnituren werden selbstverständlich vorbildgerecht langsam angefahren- und abgebremst; es erfolgt immer einer komplette Überwachung der Anlage über das Programm. Das wesentliche ist dabei jedoch, daß ich selbst entscheiden kann, welche Zuggarnituren fahren, wie der Fahrplan genau aussieht und ob manuell oder automatisch gefahren wird. Fahrpläne lassen sich binnen Minuten schreiben oder ändern. Hierzu sind keine Änderungen bei den Gleisblöcken notwendig, es müssen keine Relais geändert und keine Kabel mehr umgelötet werden, keine Anfahr- und Bremsabschnitte korrigiert werden. Habe ich damit nicht einen sehr optimierten Zustand erreicht, der mir Zeit zum Spielen gibt? Als Kind träumte ich immer davon, meine Züge in Bewe-

gung zu sehen, kontrolliert mit der geringsten Anzahl an Fehlern. Der PC verlagert auch keineswegs die Arbeit des Kabelziehens von der Anlage auf den Bildschirm. Hier ist ist vielmehr das Denken gefragt, um die Gleisgruppen und Fahrstraßen zu bilden, die günstigsten Zuggeschwindigkeiten festzulegen und die Fahrpläne zu optimieren, Und vor allen Dingen kann man in allen Variationen spielen oder einfach nur zuschauen. Harald Ehret

Oben links: Hier kann man die abgerufenen Daten sehen: Zug 1 ist aktiv und im Fahrplanbetrieb, er befindet sich auf Gleis 14 in Richtung Ost (+), er ist Lok Nr. 9 bespannt, mit der Decoderadresse 9 in aktueller Fahrstufe 18. Es ist keine zweite Lokomotive am Zug. Die mögliche Wageninnenbeleuchtung ist nicht aktiviert, die Zuglänge ist 101 cm, und die Vmax in beide Richtungen beträgt 110 km/h. Oben rechts: Blau, eine von den vier Möglichkeiten für die Farbe des Bildschirmes; die anderen sind Grün, Grau und Braun.

Weitere Informationen zu diesem Thema können unterhttp://home.tonline.de/home/ ehret.modellbahn/ehret01.htm nachgeschlagen werden. Fragen können an die E-Mail-Adresse [email protected] gerichtet werden werden. Das Programm Modellbahn-Steuerung von Heinrich O. Maile kann unter folgender Adresse bezogen werden: Modellbahn-Digital-Versand-Radtke Unterbruch 91, D-47877 Willich Tel. (02154) 951318, Fax (02154) 951319

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DIGITALPRAXIS

Eine Universal-Crimp-Zange (vom ConradVersand) für vier-, sechs- und achtpolige RJSteckverbinder. Damit lassen sich auch mal ein Telefonhöreranschluß oder ein ISDNKabel instand setzen. Im Bild ein RJ-12Stecker nebst passend abisoliertem Kabel. Beim Zusammendrücken der Zange arretiert die unten angebrachte „Nase“ sowohl die Zugentlastung als auch die Kontakte. Beim Zudrücken sollte man nicht zimperlich vorgehen, um gute Verbindungen mit geringen Übergangswiderständen zu erzielen! Rechts die drei Schritte zum fertigen LocoNet-Kabel: unten das passend abisolierte Kabel, in der Mitte ist das Kabel lose in den RJ-12-Stecker gesteckt. Diese „Einheit“ wird in die Crimp-Zange eingesetzt, und nach einem weiteren Handgriff entsteht das oben abgebildete fertige Kabel. Die einzelnen Adern werden übrigens nicht abisoliert. Falls die Crimp-Zange keinen Anschlag für das Entfernen der äußeren Isolierung besitzt, sollte hierbei nicht zu großzügig gearbeitet werden, da die Isolierung im wesentlichen für die Zugentlastung und somit die Stabilität des Kabels sorgt.

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ie meisten Digitalsysteme bestehen aus verschiedenen Komponenten: Zentrale, Booster, stationäre und mobile Regler sowie Decoder, Interface, Stellpulte und mehr, die allesamt irgendwie miteinander zu verbinden sind. Dazu bieten die Digitalsysteme unterschiedliche Möglichkeiten an, die zumeist der Computer- bzw. Netzwerktechnik entstammen.

Grundlagen Beim NMRA-Digitalsystem ist zwar einiges genormt, ein „Gerätebus“ zur Verbindung von Ein- und Ausgabegeräten gehört aber nicht dazu. Er liegt vielmehr in der Verantwortung der Hersteller. Entsprechend variantenreich sind die verwendeten Systeme. Recht alt ist schon der I2C-Bus aus den bekannten Märklin- und Arnold-Geräten. Der I2C-Bus wird auch von der Intellibox von Uhlenbrock unterstützt. Daneben gibt es noch den X-Bus von Lenz und darauf basierende ähnliche Bus-Systeme, beispielsweise der Bus für die handlichen Lokmäuse. Eine ähnliche technische Basis, aber mit einem völlig anderen Protokoll verwenden Wangrow/Ramtraxx und Northcoast Engineering (NCE) in ihrem 90

Aus einigen RJ-Buchsen und einem Platinenrest entsteht eine kleine Verteilerplatine. Neben den RJ-Buchsen sind hier auch noch Schraubanschlüsse für dickere Kabelquerschnitte vorgesehen. Unten: Da die Bohrungen in den Lochrasterplatinen im Rastermaß 2,54 mm angeordnet sind, die RJ-Buchsen aber Anschlußfahnen im Rastermaß 1,27 mm besitzen, sind die Anschlußbeinchen in die jeweils benachbarte Spalte zu verlegen.

Netzwerk für Digitalbetrieb

LocoNet von Digitrax Die Firma Digitrax ist einer der Wegbereiter des NMRA-Digitalsystems. Sie liefert mittlerweile verschiedene Familien von Digitalsteuerungen. Zur Kommunikation der einzelnen Komponenten untereinander wurde ein hauseigenes Verbindungssystem entworfen, das sich an der Technologie moderner Computernetzwerke orientiert. Anstatt die Entwicklung nur für sich zu nutzen, machte Digitrax die Technologie für alle zugreifbar. Grundprinzipien und was das „Netz der Netze“ für den Modellbahner bringt, beleuchtet Bernd Schneider.

Cab-Bus. Schließlich sollte auch der CAN-Bus des Zimo-Systems nicht unerwähnt bleiben. Die erwähnten Systeme sind „echte“ Bus-Systeme, während es sich beim LocoNet um ein Netzwerk handelt. Doch auch Bus ist nicht gleich Bus: Hier unterscheiden sich die Systeme zumeist nach der „Intelligenz“, die die Peripherie (z.B. die Handregler) besitzt. Die verschiedene Topologien

werden an anderer Stelle in diesem Spezial (auf Seite 11) vorgestellt.

Busse und Netze Offensichtlich bietet die Topologie „Netz“ die größte Flexibilität bei der Verkabelung und bei der Ergänzung bestehender Installationen, da an beliebiger Stelle Verzweigungen eingebaut werden können. Der Vorteil eines MIBA-Spezial 42

Verteiler mit Frontplatte: Das UP-1 von Digitrax verfügt neben den RJ-Buchsen auch über DIN- und Klinkenbuchsen. Das Innenleben des UP-1 (unten) zeigt die hinteren Anschlüsse ebenso wie die zusätzlichen Anschlüsse zur Schonung der Batterien in den Digitrax-Handreglern bei abgeschalteter Anlage. Im Elektronik-Fach- und Versandhandel findet man auch RJ-Buchsen in Aufputzoder Unterputzausführung, die sich gleichermaßen für den Einsatz im LocoNet eignen. Die rückseitigen Anschlüsse sind jedoch Schraubanschlüsse. Hier lassen sich übrigens auch die sog. 8/8-Buchsen einsetzen, jedoch müssen dann die Kontaktsperren für die beiden äußeren Positionen eingesetzt werden.

Netzes, auch bei Ausfall einzelner Verbindungen noch funktionsfähig zu sein, beruht auf der redundanten bzw. mehrfachen Verbindung der einzelnen Komponenten. Da bei der Modellbahn keine so hohen Anforderungen an die Ausfallsicherheit gestellt werden – verglichen mit nichtleitenden Herzstücken und dem unsicheren Rad-SchieneKontakt ist alles weitere vergleichsweise ausfallsicher –, kann eine redundante Verkabelung in der Regel unterbleiben. Somit steht der Vorteil der beliebig gestalteten und frei erweiterbaren Verkabelung bei der Topologie „Netz“ im Vordergrund. Jedoch ist nicht nur die Topologie allein, sondern auch das darauf verwendete Protokoll und natürlich die Eigenschaften der Knoten relevant. Mit der Anschaffung eines Digitalsystems legt sich der Modellbahner dabei auf ein System fest. Um so wichtiger erscheint hierbei ein flexibles und „zukunftssicheres Design“.

Das LocoNet Beim LocoNet von Digitrax handelt es sich um eine Technologie, die der Netzwerktechnik der Datenverarbeitung ähnelt. Es handelt sich um ein sogeMIBA-Spezial 42

nanntes Peer-to-Peer-Netzwerk, also um ein Netzwerk ohne einen zentralen Server oder Sender. Jede am Netzwerk angeschlossene Komponente kann von sich aus senden und empfangen. Das Management wird von den jeweils an der Kommunikation beteiligten Komponenten vorgenommen. Diese Technik läßt sich am Beispiel der Telefonnetze illustrieren: Jeder Teilnehmer (Komponente) ist gleichberechtigt und darf jeden anderen Teilnehmer (Komponente) anrufen. Konflikte in der Form, daß ein Teilnehmer beschäftigt (busy) ist, werden dem Anrufer signalisiert. Jedes Endgerät, das gewisse Regeln befolgt (z.B. das definierte Ton- oder Impulswahlverfahren unterstützt), darf als Komponente an das Netz angeschlossen werden. Durch den Verzicht auf jegliche zentrale Netzwerk-Komponente ergibt sich einerseits ein hohes Leistungsvermögen und andererseits eine große Flexibilität. Prinzipiell sind alle Komponenten gleichberechtigt. Die nicht existierende zentrale Netzwerk-Komponente darf im übrigen nicht mit der Zentraleinheit des Digitalsystems verwechselt werden, die für die Signalerzeugung am Gleis zuständig ist.

Verbindungen Das eigentliche Netzwerk besteht aus den Knoten, die über Verbindungen miteinander in Kontakt stehen. DieseVerbindungen bestehen beim LocoNet vorzugsweise aus sechsadrigem Flachoder Rundkabel. Der Anschluß an die „Knoten“ erfolgt über gleichfalls sechspolige RJ-12-Stecker. Diese RJ-Stecker und -Buchsen sind aus der Computer- und Telefontechnik bekannt: Die kleinen durchsichtigen Steckerchen mit der Arretierungslasche, die zum Abziehen der Stecker gedrückt werden muß, finden sich mittlerweile an vielen Geräten. Für den Einsatz im LocoNet ist unbedingt darauf zu achten, daß sogenannte 6/6Buchsen und -Stecker verwendet werden, bei denen alle sechs Pole auch mit Kontakten belegt sind – im Gegensatz zu den hier nicht verwendbaren 6/4Steckern und -Buchsen, die bei gleichen Abmessungen unbelegte äußere Kontakte aufweisen. Die Stecker werden ausschließlich „gecrimped“, Löten oder Schrauben ist nicht möglich. Zum Crimpen wird das Kabel passend von der gemeinsamen Isolierung befreit, in die Steckeröffnung eingeführt und anschließend mit91

Von vorne sieht's aus wie eine Intellibox, von hinten fehlt jedoch die gewohnte Schnittstellenvielfalt: das zusätzliche Steuergerät IntelliControl. Alle Fotos: Bernd Schneider

Der Handregler DT200 von Digitrax ist eine vollwertige Zentraleinheit. Wird er an einen Booster angeschlossen, reicht es schon für den Digitalbetrieb. Werden mehrere DT200 an einem LocoNet betrieben oder wird die Aufgabe der Zentrale von der Intellibox übernommen, kann der Modus „Zentrale“ am DT200 abgeschaltet werden. Dieser Handregler kann sowohl stationäre Decoder ansprechen als auch den einfacheren Handregler-Ausführungen Lokomotiven zuweisen. Digitrax bietet auch Handregler-Varianten an, die per Infrarot oder Funk die Verbindung zum LocoNet aufrechterhalten. Hierbei ist die Freizügigkeit des Einsatzes natürlich noch erheblich höher. Auf eine Initiative des Fremo geht der FRED (FRemos Einfacher Drehregler, links) zurück, der sich in ähnlicher Ausführung im Angebot von Uhlenbrock wiederfindet. Durch die Beschränkung auf die Steuerung nur einer Lokomotive bzw. Mehrfachtraktion und das Zuweisen der Adresse von einer Zentrale aus konnte auf eine ganze Reihe von Bedienungselementen verzichtet werden. Er kann als Pendant zum UT1 von Digitrax gesehen werden.

tels Crimp-Zange auf die Kontaktfahnen gepreßt. Offensichtlich zahlt sich hier – wie auch bei den meisten anderen Arbeiten – Gewissenhaftigkeit und gutes Werkzeug aus. Was sich hier als „neumodisches Ritual“ darstellt, ist tatsächlich schon recht alt: Kabelschuhe, Aderendhülsen und anderes werden schon seit langem durch Quetschen mit den Adern verbunden.

Netzwerk-Knoten Wo sich zwei oder mehr NetzwerkKabel treffen, befindet sich ein Netzwerk-Knoten – dies ist im einfachsten Fall nichts anderes als eine „Mehrfachsteckdose“ aus parallel geschalteten RJ-Buchsen. Digitrax bietet solche Verteiler als fertige Baugruppe an, die mit einer Frontplatte ausgerüstet sind. In der Frontplatte selbst befinden sich Anschlüsse für Handregler etc. An den hinteren Anschlüssen können ankommende und abgehende LocoNet-Kabel angesteckt werden. Entsprechende Boxen ohne Frontplatte gibt es beispielsweise von LoysToys. Auch der Selbstbau der Verteiler-Platinen ist leicht möglich: Es reicht, die gewünschte Anzahl an RJ-Buchsen in 92

Parallelschaltung auf einen Rest Lochrasterplatine zu löten. Professioneller und einfacher ist natürlich der Aufbau auf einer maßgeschneiderten Platine. In Ermangelung eines entsprechenden Angebots wird diese beispielsweise vom Freundeskreis europäischer Modellbahner (Fremo) in kleiner Serie hergestellt. Auch die Weichendecoder DS54 von Digitrax verfügen über RJ-Buchsen zur weiteren Verteilung des LocoNet.

Zentrale Die Zentrale stellt die Verbindung zwischen dem LocoNet und den daran angeschlossenen Eingabegeräten und den stationären und mobilen Decodern her. Wie in jedem Digitalsystem ist auch hier nur genau eine Zentrale zulässig. Zur Zeit bieten zwei Hersteller Zentralen: Zum einen die Zentralen/Booster DB150 und DCS100 vom LocoNet-Erfinder Digitrax und zum anderen die Intellibox von Uhlenbrock. Aber auch der Selbstbau der Zentralen ist möglich. So existieren beim Fremo gleich mehrere Ansätze, eine LocoNetZentrale auf der Basis eines PC zu realisieren. Die Digitrax-Zentralen besitzen

selbst keine Bedienungselemente für Lokomotiven oder stationäre Decoder. Dafür lassen sich per LocoNet verschiedene Handregler anstecken, die die eigentlichen Bedienungsfunktionen realisieren. Demgegenüber ist die Intellibox aufgrund ihrer Bauform nur für den stationären Einsatz gedacht. Dafür bietet sie aber einen erheblich höheren Bedienungskomfort durch den Verzicht auf mehrfach belegte Tasten sowie ein mehrzeiliges Display. Die Intellibox überzeugt auch als Zentrale im LocoNet: Werden die Booster nicht an das LocoNet, sondern an die Intellibox angeschlossen, so behält sie ihre Multiprotokoll-Fähigkeit. Mit anderen Worten: Über die DigitraxHandregler lassen sich nicht nur NMRA, sondern auch Lokomotiven mit Märklin- und Selectrix-Decodern ansteuern.

Intellicontrol Auf den ersten Blick sieht sie aus wie eine Intellibox: die gleichen Bedieneinheiten im identischen Gehäuse. Erst auf der Rückseite offenbart sie den Unterschied. Anstelle der von der Intellibox bekannten Schnittstellenvielfalt findet man hier nur zwei RJ-Buchsen MIBA-Spezial 42

Die Kontaktbelegung der Stecker und die Farbcodes der Kabel, hier am Beispiel der Digitrax-Farben und der Farben des Kabels vom Conrad-Versand. Die Belegung ist symmetrisch, so daß sowohl „gerade“ als auch „gekreuzte“ Kabel als Verbinder eingesetzt werden können. Nur wenn mehrfache Verbindungen zwischen Knoten aufgebaut werden (Schleifen oder „Loops“), ist auf eine einheitliche Polung zu achten.

Das LocoNet-Interface von Digitrax ist so klein, daß es gleich im Steckergehäuse Platz findet. Aus der Sicht des LocoNet ist das Interface eine „stinknormale“ Komponente, so daß auch mehrere Interfaces – und somit auch mehrere Computer – an einem LocoNet betrieben werden können. Die Fremo-Modellbahner haben ein ähnliches Interface entwickelt, das aber zusätzlich noch über eine galvanische Trennung von Computer und Modellbahn verfügt. Der Weichendecoder DS54 von Digitrax (rechts): Er kann nicht nur über das LocoNet und den normalen „Digital-2-Draht“ angesteuert werden, sondern auch Eingaben an das LocoNet weitergeben und so Rückmeldungen realisieren und sogar weitere DS54 ansteuern. Mehr über dieses und andere „Multi-Talente“ in einer der nächsten MIBA-Ausgaben …

für den Anschluß an das LocoNet. Von der Bedienung her entspricht sie voll und ganz der Intellibox.

Handregler Die Digitrax-Handregler lassen sich an beliebiger Stelle an das LocoNet anund abstecken – ganz im Sinne eines Walk-around-control, bei der der Lokführer mit dem Handregler seinem Zug am Anlagenrand folgt. Angeboten werden einfache Regler ohne Adreßeingabe, denen eine Lokomotive von einem „richtigen“ Regler oder der Zentrale zugewiesen werden muß. Dies auf den ersten Blick wiedersinnige Vorgehen hat gerade beim Betrieb einer Anlage mit mehreren Personen viele Vorteile: Nur die Lokomotiven, die vom „Dispatcher“ oder der „Betriebsleitstelle“ freigegeben (also einem Handregler zugewiesen) wurden, sind in Betrieb. Dies schränkt die Spanne der Fehlbedienungen und daraus resultierender „Betriebsrisiken“ erheblich ein. Wegen der geringeren Anzahl an Tasten und (Fehl-)Bedienungsmöglichkeiten sind diese Regler auch gut für Kinder oder weniger geübte Besucher geeignet. MIBA-Spezial 42

Andere Digitrax-Regler verfügen über die Möglichkeit der Adreßeingabe und können sich „ihre“ Lokomotive selber holen. Die DT-Regler von Digitrax können gleichzeitig zwei Lokomotiven im direkten Zugriff halten. Die Grundbedienung erfolgt über acht Tasten in Doppelbelegung, während die Eingabe der Adressen über die Drehregler, die auch zur Geschwindigkeitssteuerung verwendet werden, erfolgt. Natürlich lassen sich auch Weichen und Signale vom Handregler aus betätigen. Etwas gewöhnungsbedürftig ist jedoch die Eingabe der Adressen und Konfigurationswerte in der Form von Hex-Zahlen: Hex-Zahlen sind ein in der Computertechnik gebräuchliches Zahlensystem, bei dem zur Darstellung von Zahlwerten nicht nur die Ziffern 0 bis 9, sondern auch die Zeichen A bis F verwendet werden. Der „Zehnerwechsel“ findet somit erst beim Dezimalwert 16 entsprechend der HexadezimalZahl 10 statt. Die Digitrax-Regler UT1 und UT2 verfügen demgegenüber über einen großen Drehknopf zur Geschwindigkeitsregelung sowie zwei kleine Drehschalter mit 10 Stellungen, über die die Lok-Adressen aus dem Bereich 00 bis

99 eingestellt werden können. Der „Buddy-Throttle“ BT2 besitzt keinerlei Möglichkeit der Adreßeingabe und erhält seine Adresse von einem anderen Handregler zugewiesen. Nach demselben Bedienungsprinzip funktionieren die FREDs. FRED steht für FRemos Einfacher Drehregler und ist LocoNet-kompatibel. Wer den Selbstbau der Handregler scheut, kann die auf die entsprechende, industriell gefertigte Variante von Uhlenbrock zurückgreifen. Ein weiterer Handregler ist von Itelec erhältlich.

Interface Alle Befehle lassen sich auch per Computer an das LocoNet und von dort über die Zentrale zu den Boostern und schließlich den Befehlsempfängern senden. Als Befehlsempfänger kommen nicht nur mobile (Lok-)Decoder oder stationäre Decoder in Betracht, sondern genauso Handregler oder weitere Interface-Bausteine. Das Interface von Digitrax ist im Prinzip nur ein Pegelwandler und findet im Gehäuse eines 25-poligen SubD-Steckers Platz. Aus der Sicht des LocoNet ist das Interface nur eine weitere Komponente im gesamten Netz, 93

Adressen und Bezugsquellen Digitrax-Produkte Bezug über CaseHobbies, Dorfstraße 28, 33739 Bielefeld [email protected] http://www.digitrax.com (inkl. Infos und Links zu LocoNet) Itelec (Handregler) Meisenwiesstrasse 10, CH-8444 Henggart http://www.itelec.ch KAM Industries (div. Software) [email protected] http://www.kamind.com Railroad & Co (Software) Jürgen Freiwald, Lerchenstrasse 63, 85635 Höhenkirchen http://www.freiwald.com [email protected] Uhlenbrock (u.a. Intellibox, Intellicontrol, Handregler) Mercatorstr. 6, 46244 Bottrop Bezug über den Fachhandel http://www.uhlenbrock.de Digitoys (Software WinLok 2.1) Eggliweg 19, CH-8832 Wilen-Wollerau [email protected] http://www.digitoys-systems.com Logic Rail Technologies (Modellzeit-Uhr) PMB 287, 21175 Tomball Parkway, Houston, TX 77070, USA http://freeweb.pdq.net/lgcrail1/ Fremo (FRED, Erfahrungsberichte, Vergleiche, Bauanleitungen) Postfach 100 536, 64205 Darmstadt http://www.fremo.org/digital/ LoysToys (diverse „Hardware“) P.O. Box 88, Wesley, AR 72733, USA http://www.loystoys.com John Kabat's LocoNet-Seiten (div. Software) http://users.lanminds.net/~sljkrr/ Conrad Elektronik (Crimp-Zangen, Stecker, Buchsen, Kabel etc.) Klaus-Conrad-Str. 1, 92240 Hirschau htttp://www.conrad.de Reichelt Elektronik (Crimp-Zangen, Stecker, Buchsen, Kabel etc.) Elektronikring 1, 26452 Sande htttp://www.reichelt.de

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somit steht dem Einsatz mehrerer Interfaces nichts im Wege.

Stationäre Decoder Der Betrieb aller DCC-NMRA-Decoder ist möglich, bei Einsatz der Intellibox oder des Digitrax Chief lassen sich auch Motorola-Decoder ansteuern. Der volle Leistungsumfang wie kaskadierte Stellbefehle, Abfragen von Rückmeldungen etc. gelingt jedoch nur mit dem Digitrax-Decoder DS54. Neu im Lieferprogramm von Digitrax ist ein reiner Rückmeldedecoder (BDL16), der die Gleisbesetztmeldungen per LocoNet an die Zentrale oder andere Endgeräte übermittelt. Wenn nicht nur Informationen über den Gleisstatus (belegt/frei) gewünscht werden, sondern auch über die Adresse der in einem Block befindlichen Lokomotive, helfen die gleichfalls neuen Transponderbausteine RX4 und RX8, die zusammen mit dem BDL16 eingesetzt werden können.

Software LocoNet-kompatible Software führen mehrere Anbieter. Die Spanne reicht von komplexen Steuerungsprogrammen wie WinLok oder Railroad & Co über einfache, aber nützliche Hilfsprogramme zur Programmierung von Decodern (PR-1) von Digitrax und anderen Aufgabenstellungen. Insbesondere die Freeware-Programme von John Kabat sind hierbei erwähnenswert. Auch von KAM Industries wird mit dem EngineCommander ein LocoNet-kompatibles Software-Paket angeboten. Die obengenannte Software findet sich übrigens auch als Demo- bzw. Freeware-Version auf der Spezial-CDROM vorne in dieser Ausgabe.

Technische Grenzen Netzwerklängen von mehreren hundert Metern lassen sich mit dem LocoNet realisieren – ordentliche Anschlüsse und der Verzicht auf unnötige Flickstellen vorausgesetzt. Dies reicht für Modul-Arrangements von mehreren hundert Metern Streckenlänge, wie sie bei Fremo-Treffen gelegentlich anzutreffen sind, und damit allemal für Heim- und Clubanlagen. Doch auch dann, wenn man an die Grenzen stößt, hilft die Analogie zu den Computernetzen: Die Unterteilung des Gesamtnetzes in separat versorgte Teilnetze und die Einspeisung der Digi-

talsignale über zu „Repeatern“ umfunktionierte Booster ist möglich. Entsprechende Geräte sind beim Fremo als Prototypen realisiert. Sollte bei vielen Handreglern, Decodern und anderen Zusatzmodulen wie Modellzeituhren die Übertragungskapazität nicht ausreichen, hilft auch hier eine Segmentierung des Gesamtnetzes weiter. Wird als „Bridge“ ein PC mit mehreren seriellen Schnittstellen und LocoNet-Interfaces verwendet, kann auch die Kapazität erhöht werden, indem der PC nur die segmentübergreifenden Befehle weitergibt und die segmentinterne Kommunikation zurückhält.

Fazit Im Gegensatz zu Digitalsystemen mit mehreren getrennten Bussen oder Netzen für Bedieneinheiten, Rückmeldedecoder etc. gestattet das LocoNet einen einfacheren bzw. sparsameren und damit übersichtlichen Aufbau. Die weitgehende Unempfindlichkeit gegen elektrische oder magnetische Störungen von außen erlaubt einen Verzicht auf abgeschirmte oder verdrillte Kabel. Schließlich erlaubt das LocoNet beliebige (Verdrahtungs-)Topologien. Die verfügbaren Bedienungsgeräte von Digitrax und Uhlenbrock bieten ein hohes Maß an Flexibilität bei unterschiedlichem Bedienungskomfort – auch resultierend aus unterschiedlichen Benutzerprofilen. Seine Stärken zeigt das LocoNet insbesondere beim Betrieb mit Handreglern, die beliebig an- und abgestöpselt werden können. Das beim LocoNet verwendete Protokoll ist Garant für ein zukunftssicheres System: Erweiterungen des Befehlsumfanges, der beispielsweise durch neue Endgeräte erforderlich wird, erfolgt auf der Protokoll-Ebene. Somit bleiben vorhandene Geräte auch beim erweiterten Protokoll einsatzfähig – sie verstehen nur einige, für sie unbedeutende „Sätze“ nicht. Schließlich ist auch die realisierbare Herstellerunabhängigkeit ein interessanter Aspekt: So findet man auf den Fremo-Internet-Seiten Baubeschreibungen aller Komponenten, die für den Aufbau und den Betrieb eines Digitalsystems auf LocoNet-Basis erforderlich sind. Bernd Schneider Der Autor dankt Armin Mühl vom Fremo für die Unterstützung und seine konstruktiven Hinweise bei der Ausarbeitung dieses Beitrags. MIBA-Spezial 42

Premiere: MIBA-Spezial mit CD-Rom-Edition

Schnappschuß Nach der großen Resonanz auf die Marktübersichten in MIBASpezial 37 ist die Zeit mal wieder reif für ein Update – ganz im Trend der Software-Industrie. Anstatt einer rein „papierbedruckten“ Auflistung gibt’s in dieser MIBA-Spezial-Ausgabe alle Programme als Demosoftware, Share- oder Freeware auf der vorne eingeklebten CD-Rom.

Zuglisten und Streckennetz bilden die Grundlage für den Fahrplaneditor von Stefan Bormann. Listenartige Fahrpläne und natürlich Bildfahrpläne können dann daraus berechnet werden.

D

abei wurde auf die bewährte Unterteilung in Gleisplanungsprogramme, Steuerungs- und Hilfsprogramme, Betriebsprogramme sowie Datenbanken zurückgegriffen. Zusätzlich haben wir noch einzelne Dokumentationen sowie die Rubrik Spiele + Unterhaltung aufgenommen. Die Übersicht auf diesen Seiten und der Inhalt der Begleit-CD-Rom zielt diesmal in eine etwas andere Richtung: auf Demo-, Free- oder Shareware-Programme – Software also, die mit Erlaubnis des Autors weiterverbreitet werden darf und zum Teil über einen eingeschränkten Funktionsumfang oder eine zeitliche Begrenzung der (rechtmäßigen) Benutzung verfügt. Allen Programmautoren sei an dieser Stelle für ihre Unterstützung und Kooperation gedankt, ohne die dieses Projekt nicht hätte realisiert werden können. Bei Lob, Fragen und Kritik zu den Programmen möge sich der Leser bitte an die Autoren der jeweiligen Software wenden.

Installation Die Installation gestaltet sich einfach und unkompliziert: Falls Sie bereits den Acrobat Reader installiert haben

Anwendungen auf der MIBA-Spezial-CD-Rom Rubrik

Name

Hersteller/Vertrieb

Betriebsprogramme Betriebsprogramme Betriebsprogramme Betriebsprogramme Datenbanken Datenbanken Datenbanken Datenbanken Dokumentation Dokumentation Dokumentation Dokumentation Dokumentation Dokumentation Gleisplanung Gleisplanung Gleisplanung Gleisplanung Gleisplanung Gleisplanung Gleisplanung Gleisplanung Gleisplanung Gleisplanung Gleisplanung

CarCards Ship It! Lite DPS Train Scheduler Fahrplan-Editor Railbase Professional RailData 1.1 Verwaltungsprogramm WINiCAT Abracadata Software-Katalog Lenz SET02 MIBA-Spezial 37 Handbuch Uhlenbrock-Lokdecoder Intellibox-Simulator Intellibox-Simulator TrainCAD 3D Railroad Concept & Design 3D Railroad Concept & Design PC Rail für Windows DPS Rail Layout Designer 3rd PlanIt WinRail 3.1 WinRail 4.1 XTrkCad RAILY für Windows WinTrack

Albion Software, P.O. Box 127, Russell, PA 16345, USA Albion Software, P.O. Box 127, Russell, PA 16345, USA DPS Systems, P.O.Box 702, Holbrook, NY. 11741, USA Stefan Bormann, Triftweg 53, 38118 Braunschweig Albion Software, P.O. Box 127, Russell, PA 16345, USA Information Systems Services, P.O.Box 2640, Kansas City, KS. 66110, USA Ursula Zander, Karl-Arnold-Str. 83, 52511 Geilenkirchen Viessmann Modellspielwaren GmbH, Am Bahnhof 1, 35116 Hatzfeld Abracadata, P.O.Box 2440, Eugene, OR 97402, USA Lenz Elektronik GmbH, Hüttenbergstraße 29, 35398 Gießen MIBA-Verlag, Senefelderstraße 11, 90409 Nürnberg Uhlenbrock Elektronik GmbH, Mercatorstraße 6, 46244 Bottrop Uhlenbrock Elektronik GmbH, Mercatorstraße 6, 46244 Bottrop Uhlenbrock Elektronik GmbH, Mercatorstraße 6, 46244 Bottrop

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Abracadata, P.O.Box 2440, Eugene, OR 97402, USA Abracadata, P.O.Box 2440, Eugene, OR 97402, USA BUSCH Modellspielwaren, Heidelberger Straße 26, 68519 Viernheim DPS Systems, P.O.Box 702, Holbrook, NY. 11741, USA El Dorado Software, C&E Inc. , Basaltweg 56, 22395 Hamburg Gunnar Blumert, Hochdonner Chaussee 16, 25712 Burg Gunnar Blumert, Hochdonner Chaussee 16, 25712 Burg Sillub Technologies, 416 Avondale Ave., Ottawa ON, K2A 0S3, Kanada Target Software Vertriebs GmbH, Brunnfeld 2-4, 93133 Burglengenfeld Viessmann Modellspielwaren GmbH, Am Bahnhof 1, 35116 Hatzfeld

MIBA-Spezial 42

SOFTWARE

Recht neu auf dem Markt ist das AM-Lokpad von Andreas Mannstein. Kleine Lokomotiv-Ikonen erleichtern die schnelle Identifikation. Die Schieberegler sind platzsparend auf dem Bildschirm darstellbar. Die Einstellungsmöglichkeiten, die Koploper (links) für Lokomotiven anbietet, sind recht umfangreich, hier dargestellt für eine Lokomotive mit Selectrix-Decoder.

(beispielsweise von einer der MIBAJahrbuch-CDs), reicht es, das Dokument intro.pdf auf der CD-Rom zu starten. Ist der Acrobat Reader noch nicht installiert, starten Sie bitte das Programm install.exe, das Sie durch die weiteren Schritte führt, und öffnen Sie dann das Dokument intro.pdf. Es beschreibt jedes der auf der CD-Rom befindlichen Programme und verweist auf vorhandene Dokumentationen und auf das Programm selbst. Je nach Art des Programmes läßt sich dies direkt von der CD-Rom starten (es kann aber auch manuell auf die Festplatte Ihres

Computers kopiert werden) oder erfordert eine Installation, die jedoch in allen Fällen menügeführt ist.

Gleisplanprogramme Schon mehrfach wurden in der MIBA Gleisplanprogramme für die zweiund/oder dreidimensionale Anlagenplanung (u.a. in MIBA-Spezial 37 und 41, MIBA 6/98) vorgestellt. Vergleicht man die aktuellen Versionen mit den Versionen des Vorjahres, so ist der Trend in Richtung 3D genauso deutlich zu erkennen wie der Ausbau vorhan-

Pfad

Programmname

System

albion/ albion/ DPSsys/train/ fahrplan/ albion/ raildata/ zander/ winicat/ abracadata/ lenz/ miba/ uhlenbrock/ uhlenbrock/ibox/ uhlenbrock/ traincad/ abracadata/3drcd/ abracadata/ busch/ DPSsys/rail/ 3planit/ blumert/winrail31/ blumert/winrail41/ sillub/ raily/ wintrack/

carsetup.exe shpsetup.exe rrsched.exe fahrplan.exe rbsetup.exe disk1/setup.exe start_d.exe

PC/Windows PC/Windows PC/Windows PC/Windows PC/Windows PC/Windows PC/Windows PC/Windows PDF PDF PDF PDF PC/Windows PDF PC/Windows PC/Windows Mac PC/Windows PC/Windows PC/Windows PC/Windows PC/Windows PC/Windows/Linux PC/Windows PC/Windows

MIBA-Spezial 42

catalog.pdf set02.pdf 37sp.pdf handbuch.pdf start.exe neu99.pdf traincad.exe setup.exe 3DRRMacDemo.sit pcrwin.exe dpsrail.exe g400006.exe setup.exe setup.exe railydemo.exe setup.exe

dener Bibliotheken. Während die 2DAnlagenplanung dem „Zeichnen auf Papier“ entspricht, wird bei der 3DAnlagenplanung ein mehr oder minder räumliches Abbild der Modellbahn im Rechner konstruiert. Dieses Modell kann anschließend von allen Seiten und Positionen betrachtet werden. Gestaltete Landschaften und das „Besiedeln“ der künstlichen Welt mit Gebäuden, Fahrzeugen und Personen wird meist durch Bibliotheken erleichtert, deren Objekte einfach in den eigenen Anlagenplan kopiert werden können. Ein Gag der besonderen Art ist die Möglichkeit, über die konstruierte Anlage Züge fahren zu lassen – der Schritt zur Simulation einer Bahnwelt vollzieht sich nahezu fließend. Einige Programme ermöglichen es sogar, beim „Befahren“ des Anlagenplans zu prüfen, ob etwa vorgegebene Minimalradien oder Maximalsteigungen eingehalten wurden.

Steuerungsprogramme Vielfältige Verbesserungen erfuhren in den letzten Jahren die Steuerungsprogramme, wobei die Trends erfreulicherweise zu mehr Robustheit, Fehlertoleranz und Flexibilität der Programme gehen. Mehr Flexibilität bedeutet in der Regel aber auch mehr Komplexität: Entweder sind mehr Einstellungen (neudeutsch: Customizing) vorzunehmen, oder Abläufe können gleich in einer eingebauten Programmiersprache selbst erstellt werden. In beiden Fällen sind sogenannte Assistenten hilfreich – sie müssen ja nicht gleich so aufdringlich wie Microsofts Büroklammer sein. Hat man sich mit der Programmierung angefreundet, geht sie eigentlich recht „zügig“ von der Hand. Wer dann noch mehr Unabhängigkeit wünscht und beispielsweise 97

Rubrik

Name

Hersteller/Vertrieb

Spiele + Unterhaltung Spiele + Unterhaltung Spiele + Unterhaltung Spiele + Unterhaltung Spiele + Unterhaltung Spiele + Unterhaltung Spiele + Unterhaltung Spiele + Unterhaltung Spiele + Unterhaltung Spiele + Unterhaltung Spiele + Unterhaltung Spiele + Unterhaltung Spiele + Unterhaltung Spiele + Unterhaltung Spiele + Unterhaltung Spiele + Unterhaltung Spiele + Unterhaltung Spiele + Unterhaltung Steuerung Steuerung Steuerung Steuerung Steuerung Steuerung Steuerung Steuerung Steuerung Steuerung Steuerung Steuerung Steuerung Steuerung Steuerung Steuerung Steuerung Steuerung Steuerung Steuerung Steuerung SW-Zentralen SW-Zentralen SW-Zentralen SW-Zentralen SW-Zentralen Hilfsprogramme Hilfsprogramme Hilfsprogramme Hilfsprogramme Hilfsprogramme Hilfsprogramme Hilfsprogramme Hilfsprogramme Hilfsprogramme Hilfsprogramme Hilfsprogramme Hilfsprogramme Hilfsprogramme Hilfsprogramme Hilfsprogramme Hilfsprogramme

3D Railroad Master Design Your Own Railroad Design Your Own Railroad Train Engineer Train Engineer Deluxe Train Engineer Deluxe Train-Teasers Jigsaw Puzzles DSW Stellwerk Altona Stellwerk Neumünster Bahn 3.58 Railsim Stellwerksimulation Stellwerksimulation Railway Scene Bahndemo MiBaZug98 Eisenbahn.exe WinDigital 7.1 AM-Lokpad DTC Train RocoKran Video-Fahrpult WinBahn Digitalis WinLok 2.1 MpCD DigiBahn Railroad & Co. Stellwerk 9.0 GBSwin Koploper DigiControl 300 HanDig PCTreinControl LineScan WinDigiPet SOFT-LOK DirectTrain C80prox LOK Booster 1.1 Extended DirectTrain Transponder Leser Helmo Transponder Leser Holtermann Switch PR1 für Windows ShowDCC Lok-Nummern Wagennummern Gleis-Rechner AsynMon 1.7 Calibrate 0.4 DigiAPI DigiScope MKL Sniffer UhlTool P.F.u.Sch. WiniPro2

Abracadata, P.O.Box 2440, Eugene, OR 97402 USA Abracadata, P.O.Box 2440, Eugene, OR 97402 USA Abracadata, P.O.Box 2440, Eugene, OR 97402 USA Abracadata, P.O.Box 2440, Eugene, OR 97402 USA Abracadata, P.O.Box 2440, Eugene, OR 97402 USA Abracadata, P.O.Box 2440, Eugene, OR 97402 USA Abracadata, P.O.Box 2440, Eugene, OR 97402 USA Dortmunder Stadtwerke, Deggingstraße 40, 44141 Dortmund Gunnar Blumert, Hochdonner Chaussee 16, 25712 Burg Gunnar Blumert, Hochdonner Chaussee 16, 25712 Burg Jan Bochmann, Postfach 32 02 53, 01014 Dresden Jens Schubert, Dammstraße 12, 70806 Kornwestheim John Dennis, PO Box 27, Cromer Norfolk NR27 0HA, United Kingdom John Dennis, PO Box 27, Cromer Norfolk NR27 0HA, United Kingdom Mark Goodspeed Martin Meyer, Eskilstunastr. 30, 91054 Erlangen Michael Baier, Bühler Straße 46, 57258 Freudenberg Software Untergrund, Galvanistraße 14, 60486 Frankfurt/Main Abbink-Software, Lauerstraße 42, 41812 Erkelenz Andreas Mannstein Axel Hagel Carsten Meyer, c/o Heise GmbH Verlag, Helstorfer Str. 7, 30625 Hannover dh-Software, Friedrich-Wilhelm-Straße 75, 12103 Berlin dh-Software, Friedrich-Wilhelm-Straße 75, 12103 Berlin dh-Software, Friedrich-Wilhelm-Straße 75, 12103 Berlin digitalis Software, R. Zöbeli, Im Koller 1, CH-8706 Feldmeilen DigiToys AG, Hansruedi Tanner, Eggliweg 19, CH-8832 Wilen-Wollerau Gahler & Ringstmeier, Gabelsberger Straße 2 a, 44652 Herne Joachim Baumann, Echterdinger Str. 5, 72135 Dettenhausen Jürgen Freiwald, Lerchenstraße 63, 85635 Höhenkirchen Jürgen Schwarz, Goslarsche Str. 5 , 30419 Hannover Martin Meyer, Eskilstunastr. 30, 91054 Erlangen PaHaSoft Ralf Novender, Haubachstr. 1, 10585 Berlin Rob Hamerling, Hogelandseweg 67, NL-4132 CV Vianen Ronald Helder, Prinsenweer 44, NL-3363 JK Sliedrecht Sergej Ivanov, Bosslerstr. 54, 73734 Esslingen Viessmann Modellspielwaren GmbH, Am Bahnhof 1, 35116 Hatzfeld Wolfgang Schapals, Franz-Wunner-Str. 24, 87719 Mindelheim Dr. Konrad Froitzheim, Fakultät f. Informatik, Oberer Eselsberg, 89069 Ulm Peter Worboys Dr. Michael König, Antoniter-Weg 11, 65843 Sulzbach/Ts. Rob Hamerling, Hogelandseweg 67, NL-4132 CV Vianen Torsten Vogt, c/o Lehrstuhl für Praktische Informatik 1, 68131 Mannheim Abbink-Software, Lauerstraße 42, 41812 Erkelenz Abbink-Software, Lauerstraße 42, 41812 Erkelenz dh-Software, Friedrich-Wilhelm-Straße 75, 12103 Berlin DigiToys AG, Hansruedi Tanner, Eggliweg 19, CH-8832 Wilen-Wollerau DigiToys AG, Hansruedi Tanner, Eggliweg 19, CH-8832 Wilen-Wollerau Gunnar Blumert, Hochdonner Chaussee 16, 25712 Burg Gunnar Blumert, Hochdonner Chaussee 16, 25712 Burg Peter Kügler Rob Hamerling, Hogelandseweg 67, NL-4132 CV Vianen Rob Hamerling, Hogelandseweg 67, NL-4132 CV Vianen Rob Hamerling, Hogelandseweg 67, NL-4132 CV Vianen Rob Hamerling, Hogelandseweg 67, NL-4132 CV Vianen Rob Hamerling, Hogelandseweg 67, NL-4132 CV Vianen Rob Hamerling, Hogelandseweg 67, NL-4132 CV Vianen STP-Software, Weißenberg 23, A-4053 Haid Viessmann Modellspielwaren GmbH, Am Bahnhof 1, 35116 Hatzfeld

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Pfad

Programmname

System

abracadata/3drmst/ abracadata/rrdos/ abracadata/ abracadata/trainen/ abracadata/trained/ abracadata/ abracadata/jsdemo/ dsw blumert/altona/ blumert/neumünster/ bahn358/ railsim/ pcrail/dos/ pcrail/win/ railscen/ bahndemo/ mibaone/ eisenbahn/ abbink/ amlokpad/ dtc/ stack/ railware/rocokran/ railware/video/ railware/winbahn/ digitalis/ winlok21/ mpc/ digibahn/ railroad/ stellwerk/ GBSLOK/ koploper/ dc300/ robtools/handig23/ Pctrein/ linescan/ WDigiPet/ softlok/lenz/, softlok/maerklin/ delta/ c80/ lok/ robtools/booster11/ xdt/ abbink/ abbink/ railware/ winpr1/ showdcc/ blumert/nummern/ blumert/nummern/ traccalc/ robtools/asymon17/ robtools/calibrate/ robtools/digiapi/ robtools/DigiScop/ robtools/sniffer/ robtools/uhltool/ pfusch/ winipro2/

setup.exe install.exe rrmacsit.hqx setupdos.exe, setupwin.exe setup.exe MacTedDemo.sit setup.exe dsw_iw32.exe, dsw_mac.hqx setup.exe setup.exe install.exe Rs270dby.exe

PC/Windows PC/DOS Mac PC/DOS, Windows PC/Windows Mac PC/Windows PC/Windows, Mac PC/Windows PC/Windows PC/DOS PC/DOS PC/DOS PC/Windows PC/Windows PC/Windows PC/Windows PC/Windows PC/Windows PC/Windows PC/DOS Mac PC/Windows PC/Windows PC/Windows PC/Windows PC/Windows PC/DOS PC/Windows PC/Windows PC/Windows PC/Windows PC/Windows PC/DOS PC/DOS PC/DOS PC/Windows PC/Windows PC/DOS PC/DOS PC/DOS PC/DOS PC/OS2 PC/DOS PC/Windows PC/Windows PC/Windows PC/Windows PC/Windows PC/Windows PC/Windows PC/DOS PC/DOS PC/DOS, OS/2 PDF PC/OS2 PC/OS2 PC/DOS, OS/2 PC/Windows PC/Windows

MIBA-Spezial 42

install.exe setup.exe setup.exe wd71demo.exe setup.exe train.exe stack.hqx setup.exe setup.exe setup.exe setup.exe setup.exe gbs.exe setup.exe setup.exe setup.exe install.exe setup.exe demo.exe handig.exe Pctrein.exe dgt.exe setup.exe install.bat delta.com C80prox.exe lokt20d.exe bmode.exe xdt_0898.exe helmo101.exe holte101.exe switch.exe winpr1.exe showdcc.exe dbnum.exe wagennum.exe traccalc.exe asynmon.exe calibrat.exe DigiScope.exe MKLSNiff.exe ut.exe pfusch.exe winipro2.exe

eigene Eingabe- oder Steuergeräte oder allgemein andere Benutzeroberflächen erstellen möchte, kann auf Funktionsbibliotheken zurückgreifen oder auch nur die Programmierschnittstellen nutzen. Leider befindet sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt die Software von KAM (http://www.kamind.com) in einer Redesign-Phase, so daß eine Aufnahme auf die CD-ROM nicht möglich war. Wir werden aber bei Erscheinen der neuen Version davon berichten.

Software-Zentralen Schaut man sich das Innenleben der Zentraleinheit einer Mehrzugsteuerung an, so entdeckt man als Kern oft einen oder mehrere Mikroprozessoren. Sie nehmen die Eingaben entgegen und generieren daraus das Digitalsignal, das an das Gleis gesendet wird. Dabei werden die einzelnen Informationen sequentiell ausgegeben. Daraus leitet sich schon fast die Idee der Software-Zentralen ab: Über einen Mikroprozessor verfügen die Computer allemal, und eine serielle Schnittstelle zur Verbindung mit der Außenwelt ist auch meist vorhanden. Dieses Prinzip der Signalerzeugung direkt im Computer wird vielfach als „DirectDrive“ bezeichnet und wird mittlerweile in einigen Systemen eingesetzt. Für entsprechend „Saft“ auf dem Gleis sorgen nachgeschaltete Booster. Die Programme laufen meist unter DOS und weisen mehr oder weniger gelungene Benutzeroberflächen auf. Meist können über ein GamePort, an den normalerweise zwei Joysticks angeschlossen werden, ein oder mehrere einfache (Selbstbau-)Handregler angesteckt werden. Man darf gespannt sein, welche Entwicklungen diese Programme in

Keine Phantasieprodukte, sondern nur vorbildgerechte Zugkompositionen weist der Bildschirmschoner von Michael Baier auf. Die Vorbilder stammen von den Eisenbahnfreunden Betzdorf und der Westerwaldbahn.

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Zukunft nehmen; erste Ansätze sind bereits multiprotokoll- und/oder multiportfähig. Sie können also Signale verschiedener Digitalsysteme parallel erzeugen oder gestatten den gleichzeitigen Betrieb über mehrere Schnittstellen.

Betriebsprogramme Die Eisenbahnsimulation Eisenbahn.exe verfügt über schöne grafische Darstellungen.

Wenig wirklich Neues gibt es in dieser Rubrik zu beobachten. Die betriebsintensiven Wagenkarten- und Ladungskartensysteme haben immer noch ihren Schwerpunkt in Nordamerika. Jedoch findet man jetzt auch in Deutschland vermehrt Fahrplan-Editoren – ein Verdienst des Fremo? Eine Verbindung von Fahrplan- und Steuerungssystem gibt es jedoch bisher noch nicht – vielleicht ein Zeichen der unterschiedlichen Interessen.

Tools und Hilfsprogramme

WinBahn-Fahrpult mit verschiedenen Buttons für vordefinierte Geschwindigkeiten bzw. Funktionen.

Datenbank, Decoderverwaltung und Decoder-Programmierwerkzeug bietet WiniPro.

Die Spanne der Hilfsprogramme und Helferlein ist mittlerweile recht groß geworden. Einen Schwerpunkt stellen jedoch die Systeme zur Programmierung von Lok- und Weichendecodern dar. Bei einem umfangreichen Fahrzeugpark mit entsprechend unterschiedlichen Decodertypen ist die Programmierung aller Funktionen eines modernen Decoders eine „harte Nuß“ für den Modellbahner – insbesondere bei einem kleinen Display und nur wenigen, aber dafür mehrfach belegten Tasten. Eine Datenbank mit den Decodertypen und eine (automatische) Auswahl der passenden Programmiermethode sind da äußerst hilfreich. Fehlt eigentlich nur noch eine Integration mit den Programmen der folgenden Rubrik, die einerseits gleich festhalten, welcher Decodertyp in welchem Fahrzeug eingebaut ist, und andererseits über einen Katalog der aktuellen Decoder mit ihren technischen Angaben verfügen.

Datenbanken und Kataloge

Die Abbilder der Digital-Bedienungsgeräte von Winlok 2.1 sind platzsparend realisiert.

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Auch hier wird das Angebot immer reichhaltiger, wobei die Qualität sowie der Innovationsgrad und somit der Nutzen der angebotenen Programme manchmal fragwürdig ist. Erfreulich ist aber ein Ausbau des Angebotes an Datenmaterial als „Futter“ für die Programme – seien es Explosions- und Ersatzteilblätter zu den Fahrzeugen oder entsprechend aufbereitete Kataloge vergangener Jahre.

Dokumentation Keine Software im engeren Sinne verbirgt sich hinter dieser Rubrik: Vielmehr wurden hier Kataloge oder Beschreibungen neuer Hardware zusammengefaßt – nicht zu vergessen die digitale Ausgabe des MIBA-Spezials 37.

Spiele, Unterhaltung und Bildschirmschoner Über die berühmt-berüchtigten Pausenfüller bzw. Bildschirmschoner berichtete die MIBA schon in der JuniAusgabe 1999. Ein großes Angebot ist mittlerweile an Simulationsprogrammen zu finden: seien es reine Führerstands-Mitfahrten nach Sicht, Fahrplan oder LZB – die Darstellungsqualität und der Unterhaltungswert haben inzwischen ein beachtliches Niveau erreicht. Eingebaute Editoren erlauben das Anlegen eigener Strecken, die natürlich auch mit anderen ausgetauscht werden können. Der Standard von Flugsimulatoren – ein Mitspieler sitzt im Tower und zig andere als Piloten im Flieger, alle per Internet miteinander vernetzt – existiert aber hier (noch) nicht. Das neue Produkt Eisenbahn.exe interpretiert die Eisenbahnsimulation noch weiter: Es gestattet den Blick auf eine virtuelle Welt – von einem beliebigen Standort aus und nicht nur aus dem Führerstand. Bald kann man auf das Schrauben und Gipsen im Keller wirklich verzichten …

Fazit Viele Programme sind in Details verbessert und erweitert worden – „Modellpflege“ eben. Wir Modellbahner müssen jedoch nach wie vor auf eine Integration der verschiedenen Konzepte in einem modularen Programm verzichten: In der Sammlungsverwaltung werden die Fahrzeuge für den Betriebseinsatz entsprechend gekennzeichnet, das Programmierwerkzeug kennt den in der Lok eingebauten Decoder und unterstützt den Benutzer beim Vornehmen der entsprechenden Einstellungen. Derartige Überlegungen lassen sich auch beim Zusammenspiel von Gleisplanung, Steuerungssoftware und Fahrplanbearbeitung anstellen. Potential für viele Verbesserungen und Updates ist also in Mengen vorhanden. Bernd Schneider MIBA-Spezial 42