Lehrplan der Lebensmittelrechtsakademie 2016

Lehrplan der Lebensmittelrechtsakademie 2016 1. Woche: Grundlagen, Anforderungen an die Herstellung, Hygiene und QM 11. – 16. September 2016 Datum V...
Author: Friedrich Weiss
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Lehrplan der Lebensmittelrechtsakademie 2016

1. Woche: Grundlagen, Anforderungen an die Herstellung, Hygiene und QM 11. – 16. September 2016 Datum

Vortrag

Referent

A. Einführungsveranstaltungen So., 11. 9.

I. Einführung in die juristische Arbeitsweise

14 Uhr

RA Sebastian Haase (Maiwald Partnerschaftsgesellschaft, München)

So., 11. 9. 14 Uhr

II. Einführung in die technisch-naturwissenschaftlichen Aspekte der Lebensmittelwirtschaft

Dr. Bernd Meyer (IREKS GmbH, Kulmbach)

B. Rechtsquellen des Lebens- und Futtermittelrechts und ihr Inhalt im Überblick Mo., 12. 9. 9 – 12 Uhr

I. Anforderungen an die Lebensmittelsicherheit 1. Verbote der §§ 5 ff. LFGB insbes. Verbote zum Schutz der Gesundheit,

Dr. Dirk Hisserich (CSM Deutschland GmbH, Delmenhorst)

Verbote für Zusatzstoffe 2. Allgemeine Pflichten z. B. Bestrahlungsverbot 3. Erlaubnisse 4. Anforderungen an Lebensmittelverpackungen

12 – 13 Uhr

Mittagspause

Mo., 12. 9.

II. Die Rechtsquellen des Lebens- und Futtermittel-

13 – 16 Uhr

rechts

RA Dr. Matthias Werner, LL. M. (Rechtsanwälte Gleiss Lutz,

5. Codex Alimentarius 6. Europarecht a. Die BasisVO im Überblick b. Etikettierungsrichtlinie c. EG-Marktordnungsrecht und Zollrecht (soweit nicht Primärrecht) 7. Deutsches Recht a. Allgemeine Grundsätze b. LFGB (Geltungsbereich, Inhalt im Überblick, Bedeutung, Systematik etc.)

München)

c. Verordnungen aufgrund des LFGB d. Sondervorschriften e. Leitsätze des Deutschen Lebensmittelbuches f. Richtlinien der Wirtschaft C. Anforderungen an die Herstellung von Lebens- und Futtermitteln Di., 13. 9. 9 – 12 Uhr

I. Begriffsbestimmungen im Lebensmittelrecht

RA Thomas Bruggmann, LL. M.

Definitionen und Abgrenzungsfragen: Lebensmittel,

(juravendis Rechtsanwälte,

Arzneimittel, Kosmetika, Medizinprodukte, Futtermit-

München)

tel etc. 12 – 13 Uhr Di., 13. 9. 13 – 16 Uhr

Mittagspause II.Produktspezifische Bestimmung ausgewählter Lebensmittel – Überblick der vertikalen Vorschriften

RA Daniel Schneider (Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks e.V., Berlin)

Mi., 14. 9. 9 – 12 Uhr

I. Das Rechtssystem im Überblick 1. Hierarchie der Rechtsquellen

Prof. Dr. Monika Böhm (Philipps-Universität Marburg)

2. Völkerrecht a. Grundprinzipien des Völkerrechts b. Rechtsquellen (Internationale Staatsverträge) 3. EG-Recht a. Grundbegriffe und Rechtsquellen des EGRechts (Primärrecht, Sekundärrecht) b. Verhältnis nationales Recht zum EG-Recht c. Herstellung des Binnenmarktes d. Grundfreiheiten, im Besonderen die Warenverkehrsfreiheit 4. Nationales Recht Grundbegriffe und Rechtsquellen 5. Umgang mit Rechtsvorschriften und Rechtssätzen insb. Auslegungsregeln

12 – 13 Uhr Mi., 14. 9. 13 – 16 Uhr

Do., 15. 9. 9:00 – 13:00 Uhr

Mittagspause I. Qualitätsmanagement- und Sicherungssysteme

Dr. med. vet.

1. Internationale Standards der Wirtschaft (z. B. IFS)

Wolfgang von Wiese

2. Qualitätssicherung

(QUALITY FOOD DR. VON

3. Zertifizierung

WIESE, Bad Oeynhausen)

II. Lebensmittelhygienerecht 1. Allgemeine Hygienevorschriften

RA Prof. Gerd Weyland (KWG Rechtsanwälte, Gum-

a. VO (EG) 852/2004

mersbach)

b. ergänzende nationale Regelungen 2. spezifische Hygienevorschriften a. VO (EG) 853/2004 b. VO (EG) 854/2004 c. ergänzende nationale Regelungen 13 – 14 Uhr Do., 15. 9. 14:00 – 16:00 Uhr

Mittagspause VI. Lebensmittelbedarfsgegenstände 1. Europäischer und nationaler Rechtsrahmen

(KWG Rechtsanwälte, Gum-

2. Allgemeine und materialspezifische Anforderun

mersbach)

gen 3. Konformitätserklärung Fr., 16. 9. 9 – 11 Uhr

RA Dr. Alexander Pitzer

1. Klausur

2. Woche: Anforderungen an das Inverkehrbringen, Überwachung, Vertrieb 10. – 14. Oktober 2016 D. Anforderungen an Inverkehrbringen von Lebensund Futtermitteln Mo., 10. 10.

I. Grenzüberschreitender Lebensmittelhandel

9 – 13 Uhr

1. Im- und Export

RA Joachim Sachs (Kanzlei Sachs, Hamburg)

2. Umgang mit fehlerhaften Lebensmitteln aus dem Ausland 13 – 14 Uhr Mo., 10. 10.

Mittagspause I. Gewerberecht

14 – 17 Uhr

LRD Thomas Rech

Insb. Gewerberechtliche Konsequenzen aus straf-

(Regierungspräsidium Darm-

und ordnungsrechtlichen Sanktionen: Zuverlässigkeit

stadt)

von Gewerbetreibenden, Ruhen und Entzug der Zulassung, Gewerbezentralregister Di., 11. 10.

II. Inverkehrbringen: Gesundheits- und Täuschungs-

9 – 15 Uhr

schutz

(12 – 13 Uhr:

1. Begriff des Inverkehrbringens (§ 3 Nr.1 LFGB)

Mittagspause)

2. Verkehrsfähigkeit von Lebensmitteln (z. B.

RA Dr. Andreas Wehlau (Rechtsanwälte Gleiss Lutz, München)

Rückstände, Pestizide, Kontaminanten etc.) 3. Einzelne Anforderungen (die Ware auf dem Weg zum Kunden: Transport, Lagerung etc.) 4. Verbot irreführender Angaben, §§ 11 und 12 LFGB (Etikettierung, Aufmachung) Di., 11. 10.

I.

15 – 18 Uhr

II. Grundzüge der vertraglichen Beziehungen

(12 – 13 Uhr:

III. Ansprüche bei mangelhafter Lieferung, Garantieer-

Mittagspause)

Beteiligte in der Vertriebskette

Prof. Dr. Wolfgang Voit (Philipps-Universität Marburg)

klärungen, Rügepflichten IV. Vertragliche Gestaltung und AGB

Mi., 12. 10. 9 – 16 Uhr (12 – 13 Uhr: Mittagspause)

I. Amtliche Lebensmittelüberwachung I 1. Zuständigkeiten und Aufgaben II. Amtliche Lebensmittelüberwachung II 2. Überwachungsmaßnahmen (Kontrollen, Probenahmen) 3. VO (EG) 882/2004 (KontrollVO) und AVV-RÜB III. Beispiels- und Übungsfälle

Dr. Hasan Taschan (Hessisches Landeslabor)

E. Der Vertrieb von Lebens- und Futtermitteln Do., 13. 10. 9 – 12 Uhr

I. Food Improvement Agents Package 1. Begriffsbestimmungen

(Vorsitzender des Förderver-

2. Zulassung von Zusatzstoffen

eins der Forschungsstelle für

3. Zulassung von Enzymen

Lebensmittelrecht und Rechts-

4. Zulassung von Aromen

anwalt in Berlin)

12 – 13 Uhr Do., 13. 10. 13 – 16 Uhr

Mittagspause II. Lebensmittelkennzeichnungsrecht 1. Allgemeine Pflichtkennzeichnung

RA Peter Hahn (Vorsitzender des Förderver-

a. LMKV

eins der Forschungsstelle für

b. EichG, FPackV

Lebensmittelrecht und Rechts-

c. LKV

anwalt in Berlin)

d. RL 2000/13/EG 2. Nährwertkennzeichnung nach der NKV 3. Bio- und Gentechnik-Kennzeichnung

Fr., 14. 10. 9 – 11 Uhr

RA Peter Hahn

2. Klausur

3. Woche: Folgen mangelhafter Lebensmittel, Werbe- und Wettbewerbsrecht, Strafrecht 27. November – 1. Dezember 2016 F. Werbe- und Wettbewerbsrecht für Lebens- und Futtermittel So., 27. 11. 13 – 18 Uhr

I. Grundlagen des Werberechts 1. Allgemeine Grundlagen a. Werberecht als Form des Lauterkeitsrechts b. Vorgaben an das Lauterkeitsrecht „von außen“ (Grundrechte, EU-Recht) 2. Unlautere Werbung nach dem UWG a. Die Schutzzwecke des Lauterkeitsrechts gemäß § 1 UWG b. Die Grundnorm des § 3 UWG – das Verbot unlauteren Wettbewerbs c. Insb.: §§ 5, 5 a UWG – das Verbot irreführender Werbung d. Insb.: § 6 UWG – die vergleichende Werbung e. Insb.: § 7 UWG – das Verbot belästigender Werbung f. Besondere Fälle unlauterer Praktiken bei Werbung und Vertrieb – die Regelbeispiele in § 4 UWG g. Die Rechtsfolgen unlauterer Werbung – Überblick über die §§ 8 ff. UWG II. Besondere Werbebeschränkungen für Lebensmittel 1. Der Begriff des „Lebensmittels“ 2. Die Abgrenzung zwischen den Begriffen Lebensmittel und Arzneimittel a. Alternativität der Zuordnung, § 2 III Nr. 1 AMG b. Bedeutung der Abgrenzung c. Abgrenzungskriterien 3. Abgrenzung Lebensmittel – Medizinprodukte 4. Das Irreführungsverbot des Art. 7 I LMIV und § 11 LFGB a. Aktuelle Rechtslage und Entstehungsgeschichte b. Das allgemeine Irreführungsverbot gem. Art. 7 I LMIV c. Irreführung über die Eigenschaften des Lebensmittels gem. Art. 7 I lit. a LMIV

Prof. Dr. Michael Kling (Philipps-Universität Marburg)

d. Irreführung über die Wirkungsaussagen gem. Art. 7 I lit. b LMIV e. Irreführung durch Hinweise auf Selbstverständlichkeiten gem. Art. 7 I lit. c LMIV f. Irreführung über das Vorhandensein eines Lebensmittels oder eine Zutat – nachgemachte Lebensmittel gem. Art. 7 I lit. d LMIV g. Anwendungsbereich des § 11 LFGB h. Zivil- bzw. wettbewerbsrechtliche Folgen von Verstößen gegen Art. 7 LMIV: § 4 Nr. 11, §§ 8 ff. UWG 5. Verbot der krankheitsbezogenen Information, Werbung und Aufmachung des Art. 7 III LMIV a. Ausnahmen b. Verhältnis zur Health-Claims-Verordnung c. Tatbestand des Verbots gem. Art. 7 III LMIV d. Wettbewerbsrechtliche Folgen von Verstößen: § 4 Nr. 11, §§ 8 ff. UWG e.

Mo., 28. 11. 9 – 12 Uhr

G. Behördliche Maßnahmen bei fehlerhaften Lebens-

Dr. Nikita Wimmershof

und Futtermitteln

(Hessisches Ministerium für

I. Meldepflichten

Umwelt, Klimaschutz, Landwirt-

II. Zusammenarbeit von Unternehmen und Behörden

schaft und Verbraucherschutz,

im Krisenfall

Wiesbaden)

III. Information der Öffentlichkeit, insb. Internetveröffentlichungen 1. Öffentliche Warnung 2. VIG und Internetportale IV. Anordnung der Rücknahme, Rückruf V. Sanktionsmöglichkeiten VI. Rechtsschutz des Herstellers, Händler etc. 12 – 13 Uhr Mo., 28. 11. 13 – 17 Uhr

Mittagspause H. Zivilrechtliche Haftung für fehlerhafte Lebens- und Futtermittelprodukte I. Vertragliche Haftung (soweit nicht bereits unter D III) II. Deliktsrecht (Produzentenhaftung), insbesondere: allgemeine Sorgfaltspflichten, Verkehrspflichten, Stufen- und Kettenverantwortung, Organisationspflichten, Rückverfolgbarkeit, Qualitätsmanagement, Konkretisierung durch die Normen des LFGB, Verantwortungshierarchie III. Haftung des Quasi-Herstellers

Prof. Dr. Wolfgang Voit (Philipps-Universität Marburg)

IV. Produkthaftungsrecht V. Versicherung der Risiken aus fehlerhaften Produkten Di., 29. 11.

VI. Wettbewerbsverfahrensrecht

Dr. Florian Meyer

9 – 11 Uhr

(EDEKA – Rechtsabteilung, Hamburg)

11 – 12 Uhr

Mittagspause

Di., 29. 11.

VII. Gewerblicher Rechtsschutz

Dr. Markus Grube

12 – 18 Uhr

1. Nachahmungsfreiheit

(KWG Rechtsanwälte, Gum-

2. Markenrecht

mersbach)

3. Bezeichnungs- und Designschutz 4. Schutz des Herstellungsverfahrens 5. Verteidigung der Schutzrechte Dr. Florian Meyer

VIII. Health Claims 1. Zulässigkeit nährwert- und gesundheitsbezoge-

(EDEKA – Rechtsabteilung, Hamburg)

ner Angaben 2. Nährwertprofile 3. Zulassungsverfahren 4. Rechtsprechung I. Straf- und Ordnungswidrigkeitenrecht Mi., 10. 11. 9 – 11 Uhr

I. Strafrecht

Prof. Dr. Georg Freund

1. Grundlagen des Strafrechts

(Philipps-Universität Marburg)

a. Legitimation und Grundbegriffe b. Allgemeine Voraussetzungen der Strafbarkeit (1) Tatbestandsmäßiges Verhalten (2) Begehen und Unterlassen (3) Kausalität und Zurechnung (4) Vorsatz und Fahrlässigkeit (5) Materiell-rechtliche prozessualer

Erfordernisse

Nachweis

und

spezifischer

Fehlverhaltensfolgen (6) Problematik der Risikoerhöhungslehren (7) strafrechtliche Verantwortlichkeit bei Kollegialentscheidungen c. Das Lebensmittelstrafrecht als Teil des Strafrechts – Überblick über die gesetzlichen Grundlagen 2. Kernstrafrechtliche Verantwortlichkeit im Lebensmittelbereich a. Tötung und Körperverletzung b. Betrug, Gemeingefährliche Vergiftung

c. Sonstige Straftaten des Kernstrafrechts Mi., 30. 11. 11 – 15 Uhr (12 – 13 Uhr: Mittagspause)

3. Nebenstrafrechtliche Verantwortlichkeit im Lebensmittelbereich a. Problematik der Blankettnormen und der lebensmittelstrafrechtlichen Produktverantwortlichkeit b. Straftaten nach § 58 und § 59 LFGB c. Sonstige Straftaten des Nebenstrafrechts 4. Das Strafverfahren a. Grundlagen des Strafverfahrensrechts b. Grundzüge des Strafverfahrens und etwaige Besonderheiten im Lebensmittelbereich II. Ordnungswidrigkeitenrecht 1. Grundlagen des Ordnungswidrigkeitenrechts 2. Besondere Vorschriften für Ordnungswidrigkeiten im Lebensmittelbereich (insbes. § 60 LFGB) 3. Grundzüge des Ordnungswidrigkeitenverfahrens und etwaige Besonderheiten im Lebensmittelbereich

Do. 1. 12., 9 – 11 Uhr

3. Klausur

Insgesamt 75 Unterrichtsstunden zzgl. 6 Klausurstunden.

Dr. Danja Domeier (domeierlegal, Starnberg)