dtv Fortsetzungsnummer 50 34458

Karl Marx, Das Kapital Bücher, die die Welt veränderten von Francis Wheen, Kurt Neff

1. Auflage

Karl Marx, Das Kapital – Wheen / Neff schnell und portofrei erhältlich bei beck-shop.de DIE FACHBUCHHANDLUNG Thematische Gliederung: Unternehmensethik

dtv München 2008 Verlag C.H. Beck im Internet: www.beck.de ISBN 978 3 423 34458 6

Karl Marx (1818–1883) schuf mit dem ›Kapital‹ ein Werk, das sicherlich zu den Büchern gehört, die im wahrsten Sinne des Wortes die Welt – zumindest im 20. Jahrhundert – verändert haben. Die Adepten seiner Lehre stürzten die europäische Staatenordnung um und sorgten fast ein Jahrhundert lang für die Teilung der Welt. Freilich hatte das, was als Marxismus-Leninismus in der Sowjetunion und deren Satellitenstaaten, als Maoismus oder unter welchem Etikett auch immer praktiziert wurde, sehr wenig bis gar nichts mit den Intentionen des kritischen Aufklärers Marx zu tun. Francis Wheen macht in seiner anschaulichen Beschreibung die Grundideen des ›Kapitals‹ verständlich und erläutert die Kritikpunkte. Die Prognosen von Marx haben sich als verfehlt erwiesen, doch Wheen zeigt, dass ›Das Kapital‹ nicht nur eine bis heute gültige brillante Analyse der kapitalistischen Wirtschaftsform ist, sondern auch ein mit Ironie und geistreichen Anspielungen gespicktes literarisches Meisterwerk.

Francis Wheen ist Autor und freier Journalist. Bekannt geworden ist er vor allem durch seine Kolumnen im ›Guardian‹ und mit seiner großen, hochgelobten Karl-Marx-Biografie.

Francis Wheen über

Karl Marx Das Kapital Aus dem Englischen von Kurt Neff

Deutscher Taschenbuch Verlag

Die Reihe »Bücher, die die Welt veränderten«

Karen Armstrong über die Bibel (i. Vorb. für 2008) Simon Blackburn über Platon, Der Staat (dtv 34430) Philip Bobbitt über Machiavelli, Der Fürst (i. Vorb. für 2009) Janet Browne über Charles Darwin, Die Entstehung der Arten (dtv 34433) Christopher Hitchens über Thomas Paine, Die Rechte des Menschen (dtv 34432) Bruce Lawrence über den Koran (dtv 34431) Alberto Manguel über Homer, Ilias und Odyssee (i. Vorb. für 2009) P. J. O’Rourke über Adam Smith, Vom Wohlstand der Nationen (dtv 34459) Hew Strachan über Carl von Clausewitz, Vom Kriege (dtv 34460) Francis Wheen über Karl Marx, Das Kapital (dtv 34458)

Deutsche Erstausgabe Januar 2008 Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG , München www.dtv.de © 2006 Francis Wheen Titel der englischen Originalausgabe: ›Marx’s Das Kapital. A Biography‹, erschienen bei Atlantic Books, an imprint of Grove Atlantic Ltd., London 2006 © der deutschsprachigen Ausgabe: Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG , München Das Werk ist urheberrechtlich geschützt. Sämliche, auch auszugsweise Verwertungen bleiben vorbehalten. Umschlagkonzept: Balk & Brumshagen Frontispiz: akg-images Satz: Greiner & Reichel, Köln . Gesetzt aus der Concorde 8,75/11,25 Druck und Bindung: Druckerei C. H. Beck, Nördlingen Gedruckt auf säurefreiem, chlorfrei gebleichtem Papier Printed in Germany · ISBN 978-3-423-34458-6

inhalt

Einleitung Das unbekannte Meisterwerk . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

7

Erstes Kapitel Die Reifezeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

13

Zweites Kapitel Die Geburt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

43

Drittes Kapitel Das Fortleben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

85

Hinweise zu den Ausgaben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 121 Ausgewählte Internetadressen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 122 Register . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 123

einleitung das unbekannte meisterwerk

E

nde Februar 1867, knapp zwei Monate bevor er das Manuskript des ersten Bandes seines Hauptwerks ›Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie‹ zum Druck gab, riet Karl Marx Friedrich Engels in einem Billett, Honoré de Balzacs Erzählung ›Das unbekannte Meisterwerk‹ zu lesen: Sie sei selbst ein kleines Meisterwerk »voll köstlicher Ironie«. Ob Engels den Rat befolgte, ist nicht bekannt. Falls er es tat, ist ihm die Ironie sicherlich nicht entgangen, indes dürfte es ihn gewundert haben, dass sein Intimus der Erzählung irgendein Ergötzen abzugewinnen vermochte. ›Das unbekannte Meisterwerk‹ handelt von einem genialen Maler namens Frenhofer, der zehn Jahre lang an einem einzigen Bild arbeitet, einer Porträtstudie, an der er immer wieder feilt und retuschiert in der festen Überzeugung, mit diesem Werk die Kunst zu revolutionieren, weil es »die vollkommenste Wiedergabe der Wirklichkeit« sein werde. Als er sich nach der Fertigstellung endlich bereit findet, seinen Malerkollegen Poussin und Porbus bei einem Abendbesuch in seinem Atelier das bisher unter Verschluss gehaltene Gemälde zu zeigen, erblicken die beiden zu ihrem Entsetzen auf der Leinwand nichts als eine undefinierbare Masse »wirr angehäufter Farben, umrissen von einer Fülle wunderlicher Linien«. »Ha«, ruft Frenhofer, die großen, staunenden Augen der Besucher missdeutend, »so viel Vollkommenheit hattet ihr nicht erwartet.« Doch dann bekommt er mit, wie Poussin zu Porbus sagt, früher oder später werde Frenhofer sich der Wahrheit nicht mehr verschließen können – nämlich dass auf seinem Bild vor lauter Übermalungen nichts mehr zu sehen sei. »Nichts auf meinem Bild?«, fragte Frenhofer und ließ den Blick zwischen den beiden Malern und seinem vorgeblichen Gemälde hin und her wandern.

8

einleitung

»Was habt Ihr getan?« sagte Porbus leise zu Poussin. Der Greis packte den jungen Mann am Arm und sagte: »Du siehst nichts, du Strolch, du Lümmel, du Lump, du Malefizbube? Weshalb bist du dann hierhergekommen? – Mein guter Porbus«, fuhr er fort, sich zu dem Maler umdrehend, »wollt auch Ihr Euch über mich lustig machen? Antwortet, ich bin Euer Freund, sagt, hab’ ich mein Bild verpfuscht?« Porbus wagte in seiner Unentschlossenheit nichts zu sagen, aber die Angst, die sich auf dem bleichen Gesicht des Alten malte, war so grausam, dass er auf das Gemälde deutete und sagte: »Seht.« Frenhofer betrachtete einen Augenblick sein Bild und schwankte. »Nichts, nichts! Und zehn Jahre Arbeit!« Er setzte sich und schluchzte. Nachdem der Gastgeber die Besucher unsanft aus seinem Atelier hinauskomplimentiert hat, verbrennt er seine sämtlichen Bilder. Anderntags erfährt Porbus, dass Frenhofer die Nacht nicht überlebt hat. Auf Marx machte Balzacs Erzählung »tiefen Eindruck«, wie wir aus einem Erinnerungsbericht seines Schwiegersohns Paul Lafargue wissen, »weil sie Gefühle beschrieb, die er zum Teil selbst empfunden«. Auch Marx mühte sich viele Jahre lang an seinem von niemandem je gesehenen Meisterwerk ab, und während dieser ganzen langen Reifezeit pflegte er auf alle Bitten, doch einmal einen Blick in das work in progress werfen zu dürfen, sinngemäß denselben abschlägigen Bescheid zu erteilen, mit dem Frenhofer ähnliche Ersuchen beantwortete: »Mein Werk zeigen? Nein, nein, ich muss es noch vervollkommnen. Gestern gegen Abend glaubte ich, es sei fertig. […] Heute morgen im Tageslicht erkannte ich meinen Irrtum.« Bereits im Jahr 1846 – der vereinbarte Termin für die Ablieferung des fertigen Manuskripts war schon damals überschritten – schrieb er an seinen Verleger in Deutschland, er werde das Ganze keinesfalls ohne vorherige gründliche Überarbeitung zum Druck geben; man könne von einem Autor nicht erwarten, dass er nach halb-

das unbekannte meisterwerk

jähriger kontinuierlicher Arbeit wortwörtlich drucken lasse, was er ein halbes Jahr zuvor formuliert habe. Zwölf Jahre später, der Fertigstellung des Werks immer noch nicht nahe gekommen, erklärt er, die Sache gehe nur sehr langsam voran, denn kaum mache er sich nach jahrelangen Studien daran, einen Gegenstand abschließend zu behandeln, zeigten sich neue Aspekte, die nach weiterer gedanklicher Durchdringung verlangten. Er war ein monomaner Perfektionist und suchte unaufhörlich nach neuen Farbtönen für seine Palette – vertiefte sich in mathematische Studien, weitete seinen Wissensdurst auf die Himmelsmechanik aus und brachte sich autodidaktisch Russisch bei, um Literatur über die Agrarverfassung des Landes auswerten zu können. Um es abermals mit Frenhofers Worten zu sagen: »Ach, ich hatte für kurze Zeit geglaubt, mein Werk sei fertig, aber in ein paar Einzelheiten habe ich mich sicher getäuscht, und ich finde keine Ruhe, solange ich meine Zweifel nicht geklärt habe. Ich will reisen, will in die Türkei, nach Griechenland und Asien, um dort ein Modell zu suchen und mein Bild mit Körpern von verschiedenerlei Naturbeschaffenheit zu vergleichen.« Warum fiel Balzacs Erzählung Marx just zu dem Zeitpunkt ein, wo er sich darauf vorbereitete, sein Hauptwerk vor den kritischen Blicken der Öffentlichkeit zu enthüllen? Befürchtete er, auch seine Mühe könnte umsonst gewesen sein und seine eigene »vollkommenste Wiedergabe der Wirklichkeit« sich als unverständlich herausstellen? Bestimmt quälten ihn Besorgnisse dieser Art – Marx’ Temperament war geprägt von einem merkwürdig zwittrigen Nebeneinander von ungestümer Selbstsicherheit und qualvollem Selbstzweifel –, und so suchte er im Vorwort etwaiger Kritik den Wind aus den Segeln zu nehmen mit dem mahnenden Hinweis: »Ich unterstelle natürlich Leser, die etwas Neues lernen, also auch selbst denken wollen.« Das Erstaunlichste an seiner Identifikation mit dem Schöpfer jenes unbekannten Meisterwerks ist jedoch, dass es sich bei Frenhofer nicht um einen Volkswirtschaftler und auch nicht um einen Philosophen, Historiker oder Pamphletisten, sondern – um einen Künstler handelt. Das köstlichste Moment aller »köstlichen Ironie« in ›Das unbekannte Meisterwerk‹, darauf hat der amerika-

9

10

einleitung

nische Kulturwissenschaftler Marshall Berman aufmerksam gemacht, liegt in dem Umstand, dass Balzacs Beschreibung von Frenhofers Bild exakt auf die abstrakte Malerei des 20. Jahrhunderts zutrifft – und dass der Romancier diese gar nicht kennen konnte, steigert nur die Bedeutsamkeit des Sachverhalts. »Der springende Punkt ist, dass dort, wo ein Zeitalter nur Chaos und Zusammenhanglosigkeit wahrnimmt, eine spätere beziehungsweise modernere Epoche unter Umständen Sinnhaftigkeit und Schönheit entdeckt«, merkt Berman dazu an. »Unter diesen Auspizien eröffnet gerade die Unabgeschlossenheit von Marx’ Spätwerk Anschlussmöglichkeiten an unsere Zeit, welche in höherem Grad ›vollendete‹ Werke des neunzehnten Jahrhunderts vermissen lassen: Marx’ ›Kapital‹ ragt über die zu perfekter Ausgewogenheit durchgestalteten und abgerundeten opera magna seiner Zeit hinaus, hinein in die durch Diskontinuitäten – durch schroffe Gegensätze, Brüche und Sprünge – gekennzeichnete Modernität unserer Ära.« Gleich Frenhofer war Marx ein Moderner avant la lettre. Die berühmte Schilderung der Erschütterungen und Umwälzungen aller gesellschaftlichen Zustände, die er im ›Kommunistischen Manifest‹ gibt – »Alles Ständische und Stehende verdampft« –, deutet voraus auf die »hohlen Männer« und die »wahnschaffne Stadt« eines T. S. Eliot und das »Alles zerfällt, das Zentrum hält nicht stand« eines William Butler Yeats. Zu der Zeit, als er das ›Kapital‹ schrieb, mühte sich Marx, die Fesseln des herkömmlichen Prosastils abzustreifen zugunsten einer rigorosen literarischen Collagetechnik – eines Nebeneinanders von Stimmen und Zitaten aus Mythologie und Literatur, aus Berichten von Fabrikinspektoren und aus Märchen, ganz in der Art von Ezra Pounds ›Cantos‹ und T. S. Eliots ›Das wüste Land‹. Das ›Kapital‹ ist dissonant wie die Musik von Arnold Schönberg und beklemmend wie die Prosa von Franz Kafka. Karl Marx verstand sich als kreativen Künstler, als einen Poeten der Dialektik. »Was nun meine Arbeit betrifft, so will ich Dir darüber reinen Wein einschenken«, schrieb er im Juli 1865 an Engels. »Whatever shortcomings they may have [Woran auch immer sie sonst kranken mögen], das ist der Vorzug meiner Schriften, dass sie ein artistisches Ganzes sind.« Sein Wissen

das unbekannte meisterwerk

über die materiellen Interessen und Antriebe der Menschen bezog er in weit höherem Maß aus Werken von Poeten und Romanciers als aus philosophischer oder politischer Literatur: Im Postskriptum zu einem Brief an Engels vom Dezember 1868 schrieb er eine Stelle aus einer anderen Erzählung Balzacs – ›Der Landpfarrer‹ – ab und schloss daran die Bitte um Auskunft, ob der Adressat als praktisch tätiger Unternehmer die fragliche Bemerkung des Autors über eine Grundregel der Industrieproduktion bestätigen könne. (Der stockkonservative Royalist Balzac scheint zum Abgott eines Karl Marx kaum zu taugen, doch Marx hielt sein Leben lang an der Überzeugung fest, dass die großen Geister der Literatur Einblicke in die realen Zusammenhänge des gesellschaftlichen Lebens gewännen, die ihre persönlichen Vorurteile weit hinter sich ließen.) Nichts hätte ihn daran hindern können, eine konventionelle wirtschaftstheoretische Abhandlung zu schreiben, wenn dies seine Absicht gewesen wäre, aber sein Ehrgeiz wollte viel höher hinaus. Für Marshall Berman zählt der Verfasser des ›Kapitals‹ » – neben Beethoven, Goya, Tolstoi, Dostojewski, Ibsen, Nietzsche, van Gogh – zu den heroisch leidenden Geistesriesen des 19. Jahrhunderts, die uns in innere Zerrissenheit stürzen, so wie sie sich selbst in sie gestürzt haben, aus deren Qualen jedoch das geistige Kapital hervorging, von dem wir heute noch zehren«. Dennoch: Wie viele Menschen würden wohl Karl Marx zu den großen Schriftstellern und Künstlern rechnen? Selbst unter uns Zeitgenossen der Postmoderne missverstehen viele potenzielle Leser die Brüche und Sprünge, die radikale Diskontinuität in der Schreibweise des ›Kapitals‹ als Mangel an Form und Verständlichkeit. Vorrangiger Zweck meines Buches ist es, wenigstens einen Teil dieser Leser davon zu überzeugen, dass es sich für sie lohnt, noch einmal genauer hinzuschauen: Wer die Auseinandersetzung mit Beethoven, Goya oder Tolstoi nicht scheut, der sollte auch aus dem ›Kapital‹ »etwas Neues lernen« können – nicht zuletzt weil der Gegenstand, den das Werk untersucht, noch heute unser Leben bestimmt. Wie fragt doch Marshall Berman: Kann denn das ›Kapital‹ je ad acta gelegt werden, solange das Kapital fröhliche Urständ’ feiert?

11

12

einleitung

Dem Untersuchungsgegenstand des ›Kapitals‹ überaus angemessen ist, dass Marx sein Hauptwerk nicht zu Ende gebracht hat. Nur der erste Band erschien zu seinen Lebzeiten, die folgenden Bände wurden posthum auf der Grundlage hinterlassener Notizen und Entwürfe von anderen zusammengestellt. Marx’ Arbeit ist noch ebenso wenig vollständig ausbuchstabiert – und mithin noch ebenso wenig vollständig ausgereizt – wie die kapitalistische Wirtschaftsform selbst. Karl Marx zählt in der Tat zu den heroisch leidenden Geistesriesen. Bevor wir uns seinem Meisterwerk zuwenden, müssen wir nach den Ursprüngen seiner Qualen, die zugleich die Quellen seiner Inspiration waren, fragen.

erstes kapitel die reifezeit

D

as ›Kapital‹ wird gewöhnlich in die Kategorie Wirtschaftstheorie eingeordnet, doch nahm Karl Marx seine volkswirtschaftlichen Studien erst nach langjährigen Vorarbeiten auf dem Feld der Philosophie und der Literatur auf. Sie sind die geistigen Grundlagen, auf denen sein Unternehmen aufbaut, indes seine persönlichen Erfahrungen von Entfremdung der schneidenden Schärfe zugrunde liegen, mit der er eine Wirtschaftsform analysiert, die den Einzelnen nicht nur den Mitmenschen entfremdet, sondern auch der Welt, in der alle leben – einer Welt, in der die ungeheure Macht lebloser Dinge wie Kapital und Waren die Menschen unter ihr Joch zwingt. Von seiner Geburt am 5. Mai 1818 an war Marx selbst ein Außenseiter – ein Judenjunge unter den überwiegend katholischen Einwohnern seiner Geburtsstadt Trier, die in einer Provinz lag, die Teil des geografisch zerrissenen Staatsgebildes Preußen war, in dem die evangelisch-lutherische Kirche die herausragende Rolle einer Staatskirche spielte. Vom Rheinland, während der Napoleonischen Kriege von Frankreich annektiert, hatte das Königreich Preußen auf dem Wiener Kongress etliche Filetstücke als Entschädigung für anderweitig erlittene Gebietsverluste zugesprochen bekommen, und so waren die Trierer Juden drei Jahre vor Marx’ Geburt in den Geltungsbereich der sogenannten Preußischen (auch: Stein-Hardenbergschen) Reformen gerückt worden – eine auf den ersten Blick nicht ganz unerfreuliche Entwicklung, denn mit einem 1812 erlassenen Edikt hatte Staatskanzler Karl August von Hardenberg in den preußischen Landen ihre Emanzipation eingeleitet. Die Juden waren im Prinzip allen übrigen Staatsbürgern an Rechten und Pflichten gleichgestellt worden, durften Grundbesitz erwerben und sowohl kommunale als auch Universitätsämter bekleiden. Verwehrt war ihnen allerdings, wenigstens vorerst, der Zugang zu

14

erstes kapitel

höheren militärischen Rängen sowie zu Justiz- und Verwaltungsämtern: Karls Vater Heinrich Marx trat unter dem Druck der Umstände zum christlichen Glauben evangelisch-lutherischer Konfession über, weil er andernfalls das Amt des Justizrats, das er unter der napoleonischen Herrschaft angetreten hatte, nicht länger hätte ausüben können. Kein Wunder also, dass schon die Gedanken des »Jünglings« Karl um das Thema Entfremdung kreisten. »Wir können nicht immer den Stand ergreifen, zu dem wir uns berufen glauben«, schrieb er als Siebzehnjähriger im Abituraufsatz (›Betrachtung eines Jünglings bei der Wahl eines Berufs‹), »unsere Verhältnisse in der Gesellschaft haben einigermaßen schon begonnen, ehe wir sie zu bestimmen im Stande sind.« Das Vorbild des Vaters und Ansporn von dessen Seite machten den jungen Karl zu einem besessenen Leser. Während der Jahre unter napoleonischer Herrschaft hatte Heinrich Marx Geschmack gefunden am speziellen Flair französischer Politik, Religiosität, Lebenskunst, Kunst überhaupt; seine Enkelin Eleanor Marx-Aveling erinnerte sich: »Er war ein richtiger ›Franzose‹ des 18. Jahrhunderts. Er konnte seinen Voltaire und Rousseau auswendig.« Einen zweiten geistigen Mentor fand Karl in dem mit seinem Vater befreundeten Baron Ludwig von Westphalen, einem kultivierten, liberal gesinnten Beamten der königlichpreußischen Bezirksregierung zu Trier, der den Heranwachsenden mit Dichtung und Musik (und mit seiner Tochter Jenny, die dann Karls Ehefrau werden sollte) bekannt machte. Auf langen gemeinsamen Spaziergängen rezitierte der Baron Stellen aus Homer und Shakespeare, die sein jugendlicher Begleiter im Gedächtnis behielt – und Jahre später zur unentbehrlichen Würze seiner Schriften verwandte. Wenn der erwachsene Karl Marx in London seine Familie nach Hampstead Heath zum Sonntagspicknick im Grünen führte, pflegte er dabei ausgiebig aus Shakespeare, Dante und Goethe zu rezitieren und so in der Erinnerung nochmals seine glücklichen Wanderungen an der Seite Ludwig von Westphalens zu durchleben. Alle Mitglieder von Marx’ Haushalt waren einer unentrinnbaren »Dauerberieselung mit Zitaten aus der englischen Literatur ausgesetzt«,

die reifezeit

registrierte der Oxforder Literaturprofessor S. S. Prawer. Für jeden Bedarf, bei jeder Gelegenheit, war umgehend das passende geflügelte Wort zur Stelle, ob es nun darum ging, einen politischen Gegner auseinanderzunehmen, Interesse für eine trockene Materie zu wecken, die Wirkung eines witzigen Einfalls zu verstärken, eine emotionale Reaktion zu beglaubigen – oder einer blutleeren, kalten Abstraktion Leben einzuhauchen, so etwa wenn (in Bd. 1, Kap. 10 des ›Kapitals‹) das personifizierte Kapital sich der Worte Shylocks (aus Shakespeares ›Kaufmann von Venedig‹) bedient, um die Ausbeutung von Kindern in Fabriken zu rechtfertigen: Arbeiter und Fabrikinspektoren protestierten aus hygienischen und moralischen Gründen. Aber das Kapital antwortete: Meine Taten auf mein Haupt! Mein Recht verlang’ ich! Die Buße und Verpfändung meines Scheins! Die Fähigkeit des Geldes, als »radikaler Leveller [Gleichmacher]« Unterschiede und Gegensätze auszulöschen, belegt bei Marx ein Monolog des Timon von Athen über das Geld als »gemeine Hure […] der Menschen«, dem ein zweiter aus Sophokles’ ›Antigone‹ folgt (»Denn kein so schmählich Übel, wie des Geldes Wert, / Erwuchs den Menschen: dies vermag die Städte selbst / Zu brechen, dies treibt Männer aus von Hof und Herd; / Dies unterweiset und verkehrt den edlen Sinn / Rechtschaff’ner Männer, nachzugehen ruchloser Tat …«). Volkswirtschaftler, die sich überalterter Modelle und Begriffe bedienen, vergleicht Marx mit Don Quijote, der »den Irrtum gebüßt [hat], dass er die fahrende Ritterschaft mit allen ökonomischen Formen der Gesellschaft verträglich wähnte«. Marx’ frühester Ehrgeiz zielte auf literarische Produktion. In seiner Zeit als Student der Rechte an der Berliner Universität füllte er ein Schreibheft mit Gedichten, schrieb ein Versdrama (›Oulanem‹) und sogar einen humoristischen Roman (›Skorpion und Felix‹), den er unter dem Eindruck von Laurence Sternes ›Tristram Shandy‹ in flüchtiger Weinlaune aufs Papier

15

16

erstes kapitel

warf. Nach diesen Versuchen kapitulierte er: »Diese letzten Gedichte [sind] die einzigen, in denen mir wie durch einen Zauberschlag – ach! der Schlag war im Beginn zerschmetternd – das Reich der wahren Poesie wie ein ferner Feenpalast entgegenblitzte und all meine Schöpfungen in nichts zerfielen. […] Ein Vorhang war gefallen, mein Allerheiligstes zerrissen, und es mussten neue Götter hineingesetzt werden.« Nach einer Art Zusammenbruch folgte er dem Rat seines Arztes zu einem längeren Erholungsaufenthalt in ländlicher Umgebung – und erlag dort schließlich und endlich den Sirenengesängen Georg Wilhelm Friedrich Hegels, des wenige Jahre zuvor verstorbenen Professors der Philosophie an der Universität Berlin, dessen geistige Hinterlassenschaft Gegenstand heißer Debatten unter Studenten wie Dozenten war. In seiner Jugend ein idealistischer Befürworter der Französischen Revolution, vertrat Hegel im mittleren Lebensalter, inzwischen angepasst und behäbig, die Ansicht, ein reifer Mann habe die objektive Notwendigkeit und Vernünftigkeit der vorgefundenen Welt anzuerkennen. »Was wirklich ist, das ist vernünftig«, lehrte Hegel. Und da der preußische Staat unzweifelhaft in dem Sinne wirklich war, dass er existierte, musste er vernünftig und ergo über jede Kritik erhaben sein – so die Position der konservativen Hegelschüler (»Rechtshegelianer«). Die Hegelschüler, denen die subversiveren Frühschriften ihres Lehrers besser einleuchteten, die sogenannten Links- oder Junghegelianer, hielten es lieber mit der zweiten Hälfte jenes Lehrsatzes: »Was vernünftig ist, das ist wirklich.« Eine absolute Monarchie, deren tragende Säulen Zensur und Geheimpolizei waren, war ersichtlich vernunftwidrig und folglich unwirklich: ein Phantom, das verschwinden würde, sobald jemand sich traute, ihm auf die Pelle zu rücken. Bereits im ersten Berliner Jahr, so Marx, »hatte ich mir die Gewohnheit zu eigen gemacht, aus allen Büchern, die ich las, Exzerpte zu machen« – eine Gewohnheit, die er sein Leben lang beibehielt. Eine Lektüreliste aus dieser Zeit dokumentiert, wie weit gespannt sein Interessenhorizont bereits in frühen Jahren war. Während der Arbeit an einer Abhandlung zur Rechtsphilosophie studierte er eingehend Johann Joachim Winckelmanns

die reifezeit

›Geschichte der Kunst des Alterthums‹, begann autodidaktisch Englisch und Italienisch zu lernen, übersetzte Tacitus’ ›Germania‹ und Aristoteles’ ›Rhetorik‹, las Francis Bacon und beschäftigte sich »sehr mit Reimarus, dessen Buch ›Von den Kunsttrieben der Tiere‹ ich mit Wollust durchgedacht«. Es ist schon dieselbe eklektische, alles verschlingende und nicht selten weitschweifige Art der Stoffdurchdringung, die sich später im ›Kapital‹ in einer ausufernden Fülle von Verweisen niederschlagen wird. Was Marx in seiner Dissertation ›Differenz der demokritischen und epikureischen Naturphilosophie‹ über den Vorsokratiker Demokrit schreibt, sieht einem Selbstbildnis des Verfassers erstaunlich ähnlich: »Wir haben schon gehört, dass Cicero ihn einen vir eruditus [einen kenntnisreichen Mann] nennt. In der Physik, Ethik, Mathematik, in den enzyklischen Disziplinen, in jeder Kunst ist er bewandert.« Eine Zeitlang konnte Marx sich anscheinend nicht schlüssig werden, was er mit diesem immensen Kenntnisreichtum sinnvollerweise anfangen solle. 1841 zum Doktor promoviert, dachte er zunächst an eine akademische Karriere als Philosophiedozent, machte sich dann aber bewusst, dass es ihm unerträglich wäre, Tag für Tag in der Nähe von Professoren sein zu müssen. »Wer will immer mit geistigen Stinktieren konversieren, mit Leuten, die nur lernen, um neue Bretter an allen Ecken der Welt zu finden!« Zudem hatte sich mit seinem Abgang von der Universität die Ausrichtung seines Denkens vom Idealismus zum Materialismus, vom Abstrakten zum Konkreten zu verschieben begonnen. »Weil jede wahre Philosophie die geistige Quintessenz ihrer Zeit ist«, schrieb er 1842, »muss die Zeit kommen, da die Philosophie nicht nur innerlich durch ihren Gehalt, sondern auch äußerlich durch ihre Erscheinung mit der wirklichen Welt ihrer Zeit in Berührung und Wechselwirkung tritt.« Im Frühjahr 1842 begann er für die ›Rheinische Zeitung‹ zu arbeiten und hatte es nach Ablauf eines halben Jahres bereits zum Chefredakteur des im Herbst des Vorjahres gegründetes linksliberalen Blattes gebracht. Das Markenzeichen der journalistischen Verlautbarungen von Marx ist eine berserkerhafte Angriffslust, zugleich die Ursache dafür, dass dieser Autor den größten Teil seines Lebens im

17

18

erstes kapitel

Exil und in politischer Isolation verbringen musste. Schon in seinem ersten Artikel für die ›Rheinische Zeitung‹ wütete er sowohl gegen die Intoleranz des absolutistischen preußischen Staates als auch gegen den Wankelmut der liberalen Opposition im Landtag. Nicht zufrieden damit, sich Regierung und Opposition zugleich zu Feinden zu machen, legte Marx sich auch noch mit journalistischen Kollegen an, indem er junghegelianische Publizisten als Poseure und Possenreißer abstempelte. Nur zwei Monate nachdem Marx den Chefredakteursposten übernommen hatte, beantragte der Oberpräsident der Rheinprovinz bei den Oberzensoren in Berlin, die Zeitung und den verantwortlichen Redakteur für die freche Beleidigung staatlicher Instanzen zur Rechenschaft zu ziehen. Außerdem forderte bald darauf kein Geringerer als Zar Nikolaus I., der einen in der ›Rheinischen Zeitung‹ veröffentlichten Ausfall gegen die politischen Verhältnisse in Russland ungnädig aufgenommen hatte, vom preußischen König das Verbot des Blattes. Dem Ersuchen wurde im März 1843 mit dem Entzug der Lizenz stattgegeben: Schon als Vierundzwanzigjähriger vermochte Marx mit der Feder, die er führte, die gekrönten Häupter Europas zu erschrecken und zu erzürnen. Aus der Einsicht heraus, dass er in Preußen keine Zukunft mehr hatte, nahm er eine Einladung an, nach Paris überzusiedeln, um dort ein neu zu gründendes deutschsprachiges Exilperiodikum, die ›Deutsch-Französischen Jahrbücher‹, als Mitherausgeber zu verantworten. Seine Zusage stand unter einem einzigen Vorbehalt: »Ich bin verlobt und kann und darf und will nicht aus Deutschland ohne meine Braut.« Karl Marx und Jenny von Westphalen heirateten im Juni 1843. Nach einer kurzen Hochzeitsreise durch die Rheinpfalz nach Baden-Baden genossen die frischgebackenen Eheleute die Zeit bis zum Umzug nach Paris Anfang Oktober als eine Art verlängerter Flitterwochen in dem mondänen Kurort Kreuznach. Wenn Karl nicht mit Jenny am Ufer der Nahe spazierenging, schloss er sich in sein Arbeitszimmer ein, wo er mit Feuereifer las und schrieb. Marx arbeitete seine Gedanken immer gern schriftlich aus, und eine erhalten gebliebene Seite aus seinen Kreuznacher Notizbüchern veranschaulicht den Vorgang:

die reifezeit

Bemerkung. Unter Ludwig XVIII. die Constitution Gnade des Königs (oktroyierte Charta vom König), unter Ludwig Philippe der König Gnade der Constitution (oktroyiertes Königtum). Wir können überhaupt bemerken, daß die Verwandlung des Subjekts in das Prädikat und des Prädikats in das Subjekt, die Vertauschung des Bestimmenden und Bestimmten, immer die nächste Revolution ist. Nicht nur auf der revolutionären Seite. […] Der König macht das Gesetz (alte Monarchie). Das Gesetz den König (neue Monarchie). Dieses simple Schema eines syntaktischen Rollentausches brachte auch den Webfehler in der deutschen Philosophie ans Licht. Hegel hatte als selbstverständlich vorausgesetzt, dass die »Idee des Staates« das Subjekt sei, dem die Gesellschaft in der Rolle des Objekts gegenüberstehe; die Geschichte indessen erwies das Gegenteil als richtig. Man brauchte Hegel nur »umzustülpen«, ihn »vom Kopf auf die Füße zu stellen«, und das Problem war gelöst: »Wie die Religion nicht den Menschen, sondern wie der Mensch die Religion schafft, so schafft nicht die Verfassung das Volk, sondern das Volk die Verfassung.« Die Logik dieses Gedankens hatte Marx zwar aus einer 1843 erschienenen Publikation des Philosophen Ludwig Feuerbach übernommen (›Vorläufige Thesen zur Reformation der Philosophie‹, wo es hieß: »Das Denken ist aus dem Sein, aber das Sein nicht aus dem Denken«), ihr aber seinen eigenen Stempel aufgedrückt, indem er ihre Geltung über die Grenzen des Reiches philosophischer Abstraktionen hinaus auf die materielle Welt ausdehnte. »Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert; es kömmt drauf an, sie zu verändern«, schrieb er 1845 in den ›Thesen über Feuerbach‹. Dies ist, noch in utero, die Kernthese des ›Kapitals‹. Mögen seine sichtbaren wirtschaftlichen Erfolge noch so spektakulär sein, der Kapitalismus ist und bleibt für die Menschen ein Unglück, weil er sie zu Waren unter anderen Waren macht. Erst wenn sie nicht mehr Objekte der Geschichte sind, sondern mit Fug und Recht als deren Subjekte auftreten, können sie von sich sagen, dass sie dieser Tyrannei entronnen sind. Die Herausgebertroika der ›Deutsch-Französischen Jahrbü-

19

20

erstes kapitel

cher‹ – Karl Marx, der Publizist Arnold Ruge und der Dichter Georg Herwegh – traf im Herbst 1843 in Paris ein; die Familien Ruge und Marx richteten sich auf Vorschlag Ruges in der Rue Vanneau 23 in einer gemeinsamen Wohnung ein. Der auf Seiten Ruges anscheinend von den Ideen des französischen utopischen Sozialisten Charles Fourier inspirierte Versuch, eine »Kommune« zu etablieren, war ein kurzlebiges Experiment, und Gleiches trifft auch auf die ›Deutsch-Französischen Jahrbücher‹ zu: Von der Zeitschrift erschien nur ein einziges (Doppel-)Heft, dann verließ Ruge, den Finanzier des Projekts, der Mut, und er stellte das Unternehmen ein. Marx nahm bald darauf das Angebot an, für den ›Vorwärts!‹ zu schreiben, eine von deutschen Emigranten in Paris von Januar bis Dezember 1844 zweimal wöchentlich publizierte Zeitung, in der er erstmals die Auffassung umriss, dass das Treibmittel der sozialen Umwälzung das Klassenbewusstsein sei. »Man muss gestehen, dass das deutsche Proletariat, der Theoretiker des europäischen Proletariats, wie das englische Proletariat sein Nationalökonom und das französische Proletariat sein Politiker ist«, schrieb er und nahm damit die spätere Einschätzung von Engels vorweg, derzufolge sich im Stammbaum des Marxismus diese drei Linien vereinigen. Marx, in der deutschen Philosophie und der französischen Politik bereits gut beschlagen, machte sich nun an das autodidaktische Studium der englischen Volkswirtschaftslehre, indem er systematisch die Schriften von Adam Smith, David Ricardo und James Mill durchackerte und sie dabei auf separaten Blättern mit einem fortlaufenden Kommentar versah. Diese Notizen – erst Anfang der 1930er Jahre entdeckt und unter dem Titel ›Ökonomischphilosophische Manuskripte aus dem Jahre 1844‹ veröffentlicht, oftmals kurz als ›Pariser Manuskripte‹ bezeichnet – kann man als einen ersten Rohentwurf zu dem Werk betrachten, das den Titel ›Das Kapital‹ erhielt. Das erste Manuskript beginnt mit der unumwundenen Feststellung: »Arbeitslohn wird bestimmt durch den feindlichen Kampf zwischen Kapitalist und Arbeiter. Die Notwendigkeit des Siegs für den Kapitalisten. Kapitalist kann länger ohne den Arbeiter leben als dieser ohne jenen.« Da Kapital nichts als