Junge, Junge immer diese Jungs!

Junge, Junge – immer diese Jungs! Jungen als Herausforderung im Religionsunterricht Fortbildung Gärtringen 28.2.2013 Rainer Kalter – ptz Stuttgart ...
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Junge, Junge – immer diese Jungs!

Jungen als Herausforderung im Religionsunterricht Fortbildung Gärtringen 28.2.2013

Rainer Kalter – ptz Stuttgart

GLIEDERUNG 



Zuerst mal wieder aufstehen…! Mal auf Zuruf… –



 

 

Was für Jungen?

Typisch! Typisch? Anfrage Modell des balancierten Junge-Mann Seins „doing gender“ und „undoing gender“ im RU Bedeutung für den RU Rainer Kalter – ptz Stuttgart

GLIEDERUNG 

Praxisbeispiele – – – –

David und Batseba erraten Sie´s? Gebet – uncool? Greift Gott ein?

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Mal auf Zuruf…   

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Jungen erlebe ich im Religionsunterricht als… Wenn jemand im RU stört dann sind es die… Der typische Junge ist… Das typische Mädchen ist… Drei Dinge, mit denen man Jungen eindeutig definieren kann! –

Zuruf – Bewegung- …. Rainer Kalter – ptz Stuttgart

Typisch! Typisch?   

Es gibt zwischen Jungen und Mädchen mehr Gemeinsames als Trennendes! Auch Frauen haben Testosteron! Gehirn kann mit einem Orchester verglichen werden. Bei den Männern sitzen in der ersten Reihe allerdings mehr Pauken und Trompeten… . (nach G. Hüther) –

Geschlecht ist aber aus gesell. Konstruktion! Rainer Kalter – ptz Stuttgart

Typisch! Typisch? 



Es gibt nicht „die Jungs“ und „die Mädchen“! Aber: Bei Jungs sind möglicherweise eher diese Themen im Vordergrund: –

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Bewegung, Handeln, Freiräume, Aktivität, Klarheit (Kommunikation, Rollen, Regeln) Positionierung, Rang, Präsentation, Sicherheit Statusklärung, Konkurrenz

Zur Zeit ist der Blick auf Jungen eher defizitorientiert! (Pisa-Verlierer)

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Typisch! Typisch? Tendenziell wird Schule von Jungen eher als weiblicher Raum definiert Kommen „Jungenthemen“ (Bewegung, Status, Handeln, Konkurrenz, Positionierung,…)vor? Unterricht wird eher tendenziell als Spielwiese empfunden – das wahre Leben ist woanders… .

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Auswirkungen für RU? Rainer Kalter – ptz Stuttgart

Typisch! Typisch? 

Perspektive: Neben KoKo (KonfessionellKooperativem RU) vielleicht auch BeKo (Bewusst koedukativer (RU))? –



Koeduaktion als Stressfaktor: Mädchen schneller, strebsamer, aufmerksamer, ruhiger, schöneres Heft, … -> Benachteiligungsgefühl bei Jungen -> Jungen konstruieren Männlichkeit als Gegenentwurf zu den Mädchen entweder durch Abwertung oder durch Vollzug des Gegenteils. rebellisch, faul, aufsässig, schnell (und genial!) Rainer Kalter – ptz Stuttgart

Anfrage 

Kommen wir mit unserem Religionsunterricht (den Inhalten, Methoden, Medien und dem was wir verlangen sowie der Bewertung dessen in der Tendenz) eher den Mädchen entgegen?

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Mädchen, 9. Kl. HS Zwischen Lindenberg und Sido… „moderne“ Musik im RU

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Junge, 9. Kl. HS Zwischen Lindenberg und Sido… „moderne“ Musik im RU

Wie lautet (vielleicht) der Kommentar der Lehrkraft?

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aus: Reinhard Winter/ Gunter Neubauer: dies und das. Das Variablenmodell „balanciertes Jungeund Mannsein“ als Grundlage für die pädagogische Arbeit mit Jungen und Männern. Tübingen 2001 Von A. Krohe-Amman, pfunzkerle Rainer Kalter – ptz Stuttgart

• • • • • • •

Die Begriffspaare sind keine Gegensätze – kein: Entweder – Oder! Analyse- und Beobachtungsraster denkbar als Hilfe für die Beobachtung von Jungen im Unterricht denkbar auch als Selbsteinschätzungsinstrument (evtl. Vorsicht mit dem Begriff homosozial – ggf. umschreiben) Vergleich der Fremd- und Selbsteinschätzung Ziel: Ausprägungen in möglichst vielen Bereichen erreichen – Lebensfülle erschließen – Verantwortlichkeit anstreben statt: Supermann! Wahrnehmungsschulung Rainer Kalter – ptz Stuttgart

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Für den schulischen Kontext wäre es interessant, diese Formulierungen als “Kompetenzformulierungen” umzuschreiben, um den Jungen eine Selbsteinschätzung zu ermöglichen Leistung: Ich stelle mich (den) Aufgaben, bin in der Lage Arbeitsprozesse zu organisieren und zu planen um Ergebniss zu einem vereinbarten Termin zu präsentiere, abzuliefern,…. Homosozialer Bezug: Ich kann Kontakte zu den Jungs in meiner Klasse / Klassenstufe/ an meiner Schule / außerhalb aufnehmen. Wir unternehmen (immer wieder mal)gemeinsam Rainer Kalter – ptz Stuttgart etwas.

Auch ein Junge…! Präsentation – Selbstbezug Rainer Kalter – ptz Stuttgart

„doing gender“ im RU

 geschlechtsspezifisches

Verhalten wird in situationsspzifischen Interaktionen erlernt und bestätigt  De-Konstruktion vorherrschender Geschlechterrollen, da Geschlecht auch sozial konstruiert wird

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„doing gender“ im RU  vorstellbar

als eine Brille, „…uns hilft, scheinbar selbstverständliche geschlechtsbezogene Zuordnungen und Wertungen als eben nicht selbstverständlich, nicht „natürlich“ zu begreifen (T.Knauth)  diese Brille kann auch verengen – nicht in jeder Situation ist der Geschlechtsbezug bestimmend Rainer Kalter – ptz Stuttgart

„doing gender“ im RU

 in

der Schule: Geschlechterrollen oft von der allgemeinen Schülerrolle überlagert

 ist

die Rolle der Lernenden im RU eher weiblich eingefärbt?

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„undoing gender“ im RU

 Manchmal

kann es sinnvoll sein, die Geschlechterunterscheidung ruhen zu lassen und  damit gleichsam neue Geschlechterrollenmodelle anzubieten (bewusstes „undoing gender“)

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„undoing gender“ im RU  so

dass Jungen bewusst „weiblich qualifizierte“ Verhaltensweisen ausprobieren können und umgekehrt, wissend um die Tatsache, dass  Geschlecht (auch) Konstruktionsprozess ist

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Folgerungen 

auch geschlechtsspezifisches Verhalten wird in situationsspezifischen Interaktionen –

– –

gesehen erlernt bestätigt

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Folgerungen 

Das heißt, Kinder und Jugendliche leben nicht „rollenneutral“ sondern entwickeln ihre Identität in der Interaktion – – – –

mit primären Bezugspersonen Auch mit Ihnen als Lehrerin und Lehrer – also auch mit Ihnen als Frau und Mann weiteren GeschlechtsgenossInnen peers 



Medieneinfluss, kulturelle Prägungen,…

durch Abgrenzung bzw. Imitation

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Folgerungen Das bedeutet für Sie als Lehrende, dass Sie sich auch Ihrer Geschlechterrolle bewusst sein sollen, weil Sie eben nicht nur Lehrer bzw. Lehrerin sind sondern auch Frau… bzw. Herr…



So, wer kann mir mal tragen helfen, …

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Welcher Junge Welches Mädchen Welches Kind

kann das hochheben? Rainer Kalter – ptz Stuttgart

Bedeutung für den RU 

Geschlechtsspezifische Gottesbilder –

– –

Gottesbilder hängen eng mit den Geschlechterrollen zusammen und entwickeln sich in Identifikation mit dem Elternteil / den Eltern Gottesbilder spiegeln somit auch die Elternideale der Gesellschaft wieder Die Gottesbilder von Jungen und Mädchen weisen tendenziell unterschiedliche Nuancen auf

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Bedeutung für den RU 

Geschlechtsspezifische Gottesbilder –

– –

Gottesbilder hängen eng mit den Geschlechterrollen zusammen und entwickeln sich in Identifikation mit dem Elternteil / den Eltern Gottesbilder spiegeln somit auch die Elternideale der Gesellschaft wieder Die Gottesbilder von Jungen und Mädchen weisen tendenziell unterschiedliche Nuancen auf

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Die siebenjährige Naemi zeigt stolz ihr selbst gemaltes Bild: "So stelle ich mir Gott vor", sagt sie. Zwei große Hände sind mit Buntstift auf das Papier gezeichnet. Sie tragen ein kleines Mädchen mit Zöpfen, das mit großen Augen den Betrachter anschaut. "Das Mädchen, das bin ich", erklärt die Zweitklässlerin. Die großen Hände habe sie gemalt, um Gottes Größe auszudrücken: "Für Gott bin ich so klein wie eine Ameise. Gott ist riesig. Das muss er aber auch sein. Denn sonst könnte er mich auch nicht gemacht haben. Die Figuren, die ich knete, sind auch immer kleiner als ich", sagt Naemi, die aus einem christlichen Elternhaus aus Sachsenheim nahe Stuttgart stammt. Rainer Kalter ptz Stuttgart

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Bedeutung für den RU • Renate Hofmann stellt fest, dass Mädchen tendenziell eher die persönliche Beziehung zu Gott betonen, während Jungen die Allmacht Gottes wichtiger scheint, sein Schutz und seine Hilfe.

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Bedeutung für den RU ABER:  Es kann auch genau anders herum sein!  Nicht: Jungen sind (halt) so – Mädchen sind so, sondern:  Jungen sind so und so und  Mädchen sind so und so!

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Bedeutung für den RU Daraus folgt: besser: Gott – als: „Der“ (liebe) Gott „Lass mal sehen – ah, so hast du Gott gemalt…! Was denkst du dir dabei?“ Gott ist lieb, beschützend, mächtig… ….verborgen, rätselhaft, dunkel?

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Gott nicht auf Eigenschaften reduzieren Rainer Kalter – ptz Stuttgart

Bedeutung für den RU 



Unterschiedliche Lesequalität und Textverständnis bei Jungen und Mädchen, d.h.: biblische Texte auch unter dem Aspekt der geschlechtsspezifischen Rezeption sehen

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Bedeutung für den RU Vorbildcharakter ist bei „same-sex“ Personen höher als bei „cross sex“ Personen (Maccoby/Jacklin, 1974) Kriterien der Textauswahl!



 – –

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Welche Übersetzung wähle ich? Wie wirkt ein Text auf Jungen? Wie auf Mädchen? Welche Methoden der Texterschließung biete ich an? Rainer Kalter – ptz Stuttgart versch. Übersetzungen?

Praxisbeispiel (I) David und Bathseba 2. Sam 11

 –

„David schickte Boten und ließ sie holen. Sie kam zu ihm und er schlief mit ihr.“ 



Bibel in gerechter Sprache

„Darauf schickte David Boten zu ihr und ließ sie holen; sie kam zu ihm, und er schlief mit ihr – sie hatte sich gerade von ihrer Unreinheit gereinigt.“ 

Einheitsübersetzung Rainer Kalter – ptz Stuttgart

Praxisbeispiel (I) Er rief einen Diener herbei und fragte ihn: „Sag mal, Bursche, wer ist das Fräulein dort?“ – „Oh, das muß Batseba sein“, antwortete ihm der Diener, „die Frau des Urija. Er ist bei den Soldaten. Zur Zeit kämpft er unter General Joab an der Grenze.“ „Ach so“, murmelte David. „Ich wollte es nur wissen. Vielleicht kann sie einmal vorbeikommen.“ Batseba kam also auf Besuch zu David. Sie fand es herrlich, beim König sein zu dürfen. Bald lebte David mit Batseba zusammen als wäre sie seine Frau, obwohl sie doch die Frau eines anderen war. „Das macht doch nichts“, meinte David. „Der Mann ist ja auch einer von meinen Soldaten. Warum sollte ich da nicht auch über seine Frau verfügen dürfen!“ Als er später von Batseba erfuhr, daß sie ein Kind von ihm erwartete, wollte er Batseba für sich allein haben.





Die Bibel erzählt (Eykman / Bouman)

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Unterrichtsideen 1994

aus: Unterrichtsideen 1994

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Ein Versuch…doing gender… –

Schon lange hast du das Gefühl, dass König David dich heimlich beobachtet. Neulich sogar, also du dich auf dem Dach eures Hauses gewaschen hast! Interessiert sich der König für dich? Du bist doch mit Uria zusammen! Du musst endlich mal mit einer Freundin darüber reden.  

Schreibe einen Brief an Rahel, deine beste Freundin! Batseba besucht Rahel, ihre beste Freundin! Spielt eine kurze Szene! Rainer Kalter – ptz Stuttgart

Ein Versuch…doing gender… –

Ihr seid Freunde von Uria! Heute ist er in der Schlacht gestorben! Warum stand auch ganz alleine vorne in einer der ersten Reihe! Wer hat das angeordnet? Es heißt – der Befehl kam von ganz oben, vom König! Wenn das stimmt, dann war das nicht in Ordnung. Ihr wollt wissen, was da dahinter steckt! Da wollt ihr sehr deutlich werden! 

Spielt ein Gespräch zwischen König David und drei von Urias Freunden! Rainer Kalter – ptz Stuttgart

Ein Versuch…doing gender… 



Dein bester Freund – Urija – ist tot. Es hätte auch dich treffen können. Schreibe einen Brief an seine Mutter – du willst sie trösten und ihr sagen, was die Freundschaft mit Urija dir bedeutete! Stellt euer Gefühle David gegenüber in einem Standbild dar!

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Praxisbeispiel (I) –

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Auch ein König muss das Gesetz, die Ehe zu schützen, achten! Ein König hat Sonderrechte! Ein König darf sich jede Frau zur Frau nehmen! Bathseba hätte dem König widerstehen sollen! Bathseba konnte dem König nicht widersprechen! Bathseba war selber schuld! Davids Verhalten war falsch! …..

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Praxisbeispiel (I) Aussagen bepunkten lassen (Jungen und Mädchen getrennt) Vergleich beider Tabellen

  –





Unterschiede? Gemeinsamkeiten?

Begründungen sammeln lassen

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Praxisbeispiel (I)  

Wir gucken mal bei den Pfarrern und Pfarrerinnen ab…. Reihe: „Anknüpfen“ (Calwer Verlag) –

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für die Konfirmandenarbeit sehr praxisnah vieles auch in der Schule im RU umsetzbar

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Praxisbeispiel (I)

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Praxisbeispiel (I)



Rolleninterviews (Idee von B. Wildermuth) David, Batseba, Urija



Hat jemand Lust?



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Praxisbeispiel (II) …hier geht’s um?

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Praxisbeispiel (II): Maria und Martha Maria und Marta: Lukas 10,38-42 10:38 Sie zogen zusammen weiter, und er kam in ein Dorf. Eine Frau namens Marta nahm ihn freundlich auf. Statt «freundlich» haben viele Textzeugen «in ihr Haus». 10:39 Sie hatte eine Schwester, die Maria hieß. Maria setzte sich dem Herrn zu Füßen und hörte seinen Worten zu. 10:40 Marta aber war ganz davon in Anspruch genommen, für ihn zu sorgen. Sie kam zu ihm und sagte: Herr, kümmert es dich nicht, daß meine Schwester die ganze Arbeit mir allein überläßt? Sag ihr doch, sie soll mir helfen! 10:41 Der Herr antwortete: Marta, Marta, du machst dir viele Sorgen und Mühen. 10:42 Aber nur eines ist notwendig. Maria hat das Bessere gewählt, das soll ihr nicht genommen werden. Zahlreiche Textzeugen haben statt dessen: Aber wenig ist notwendig oder nur eines. - das Bessere, andere Übersetzungsmöglichkeit: das Richtige. Rainer Kalter – ptz Stuttgart (nach: Einheitsübersetzung)

Praxisbeispiel (II): Maria und Martha D. Sölle[1]: „ ..zwei Schritte [...] tun. Den ersten nenne ich: Marta wiederentdecken, den zweiten: Maria und Marta zusammenbekommen! Wir müssen Marta nicht nur verstehen, sondern sie aufwerten, ihre Stärke wahrnehmen, ihre Kraft uns zu eigen machen. Wir dürfen sie nicht nur von Lukas (Kapitel 10) her sehen, sondern müssen Johannes, Kapitel 11, die Geschichte von der Auferweckung des Lazarus, dazunehmen, eine Geschichte in der Marta die Handelnde ist, die mit Jesus rechnet, wie Hiob mit Gott. Sie ist die realistische, die weiß, daß ihr Bruder nach vier Tagen im Grab schon stinkt, und sie ist die theologisch Denkende, die das Bekenntnis zu Christus ausspricht: “Herr, ja ich glaube, daß du bist Christus, der Sohn Gottes, der in die Welt gekommen ist“ (Joh 11,27). Sie glaubte so stark wie sonst nur Petrus....In der Lazarusgeschichte wird auch erzählt, wie verschieden die beiden Schwestern auf den ihres Bruders reagieren. Maria wirft sich weinend Jesu zu Füßen: Marta rechnet mit ihm, der ganz in der Nähe war und ohne Mühe hätte herkommen können! Sie ist vorlaut, gibt nicht klein bei, sie ist es auch die - ein weiblicher Petrus - die Wahrheit sagt. Kein Zufall, daß sie als Drachentöterin dargestellt wird. [1] Sölle,D. in: Niggemeyer, Frauen, S. 23 Rainer Kalter – ptz Stuttgart

Praxisbeispiel (II): Maria und Martha 



Was könnte Martha noch tun? Einführung des Doppelns

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Praxisbeispiel (II): Maria und Martha 

Geschichte erzählen  

(ggf. geeignete Erzählvorlagen aussuchen) Marta aber war ganz davon in Anspruch genommen, für ihn zu sorgen… „Das schaffe ich alles gar nicht, ich werde einfach nicht fertig. Ich würde auch gerne Jesus zuhören, aber wenn ich hineingehe, dann werde ich nicht fertig mit dem Essen. Aber wenn ich weiterkoche, verpasse ich die Gelegenheit zu hören, was Jesus sagt. Ich weiß gar nicht, was ich machen soll!“

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Praxisbeispiel (II): Maria und Martha 

Präsentation Tafelbild; Bild einer nachdenklich schauenden Frau mit Gedankenblasen

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Hineingehen und auch Jesus zuhören Mich weiter um das Essen für Jesus und die Jünger kümmern

Stuhl

Stuhl

Martha

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Praxisbeispiel (II): Maria und Martha Mittleren Stuhl besetzen

 –

andere Schüler können sich jederzeit auf einen der beiden Stühle setzen;

 – –

   

Hinweis: Kannst du eine Weile gut zuhören?

„Ich koche weiter, denn sonst…!“ Ich gehe rein und sage Maria, dass sie jetzt dran ist, weil…!“

Das „Doppeln“ laufen lassen Entscheidung vom Kind auf dem mittleren Stuhl Weitere Kinder können sich auf dem mittleren Stuhl entscheiden Auch Jungen sprechen als Martha – „undoing gender“ Rainer Kalter – ptz Stuttgart

Praxisbeispiel (II): Maria und Martha Aussagen aus einer dritten Klasse:

 –

– –

Ich gehe rein und sage, dass ich jetzt gar nichts mehr mache, weil ich habe genug gemacht, ich höre jetzt auch zu. (Mädchen) Ich höre zu, weil die Jünger vom Jesus auch was machen können. (Mädchen) Ich gehe hinein und sage, dass jetzt Maria dran ist. (Junge)

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Praxisbeispiel (III): Gebet 

Satzanfänge vervollständigen lassen – –



Beten ist… Beten ist für mich…

Klassengespräch: Ist beten uncool? –

je nach Atmosphäre: Wer betet von euch? Warum? Welche Art von Gebeten sind das (Bitt-, Klage-, Dank-, … -gebete)

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Praxisbeispiel (III): Gebet  



Bsp. für eine Anforderungssituation von Dr. A. Feindt



Entscheide dich und kreuze an! Der Mann betet. Der Mann betet nicht. Begründe deine Meinung: Rainer Kalter – ptz Stuttgart

Praxisbeispiel (III): Gebet

Song: Danke; aus dem Album: Ich und meine Maske Rainer Kalter – ptz Stuttgart

Praxisbeispiel (III): Gebet

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Praxisbeispiel (III): Gebet 

Vorbereitend: –

Hintergrundinformationen zu Sido besorgen –



(Scheiße in dein Ohr- später: super-intelligentes Drogen Opfer)

erster Überblick: wikipedia; bei youtube weitere Titel (frühe Titel massiv frauenverachtend z.B.: Arschfickersong (FSK 16))

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Praxisbeispiel (III): Gebet 

Vorbereitend: – –

Möglicher Einstieg: Dankbar sein – wofür?  Auch hier wieder: Entschärfen! Ggf. selber von sich erzählen, Ernsthaftigkeit, lit. Vorlagen wählen  Sprechcollage: Ich bin dankbar – kann danken für  the other way round: Wer ist mir dankbar, kann mir danken?

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Praxisbeispiel (III): Gebet – – –

In diesem Lied geht es auch um Dank… Lied anhören Aus dem Gedächtnis nach dem ersten Hören:  Wofür dankt Sido?  Was hat er sich von Gott gewünscht?  Welcher Personen nennt er?  Was wünscht er sich jetzt von Gott?

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Praxisbeispiel (III): Gebet –

Einen Schriftblog erstellen  GA (pro Gruppe in Form eines Schreibgespräches das Lied voten (bewerten), dazu ein Din A4 Blatt austeilen, ein Schüler schreibt einen Kommentar, der nächste schreibt etwas dazu / Neues gibt es weiter…

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Praxisbeispiel (III): Gebet 

Über reale Blogs ins theologische Gespräch kommen: – Youtube – recherche: Welchen Beitrag fandet ihr gut – welcher störte euch? Warum? Was glaubt ihr? –

Und dieses lied hab ich in der kirche gehört ... Das glaub ich selber nicht .. Es war einfach schön dieses gefühl alle waren leise ... Das war einfach super ! Danke



KrilexCo vor 3 Monaten Ohne Maske ist er ein viel besserer Mensch geworden...



wenn ich dieses Lied höre habe ich immer das gefühl das mir jemand einevideo unterhaltung schickt haha  du lebst aber glaubst nicht, ist das ein Leben?! Solche menschen wie du, kommen mit ihren Leben nicht zurecht und suchen immer einen schuldigen dafür und in deinem fall ist es Gott .. Irgendwie traurig

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Praxisbeispiel (III): Gebet 

MrCheker16 vor 2 Wochen – Hammer Song! Geht unter die Haut & top Message! –

Doch ich muss Buße tun.Ich weiß, das geht nicht.Nichts mehr gut genug. Alles wär zu wenig. Sido hat's erkannt, wir Menschen sind sündig und können nicht vor Gott bestehn. Wir können unsere Sünden nicht durch irgendetwas wieder gut machen, auch nicht durch gute Taten. Sünde trennt uns von Gott. Deshalb ist Gottes Sohn Jesus stellvertretend für UNSERE Schuld gestorben! Wer an Ihn glaubt und ihn annimmt wird gerettet & ewiges Leben haben

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Praxisbeispiel (III): Gebet 

Der Song ist voller Metaphern… – – – –

…Für manche Menschen dauert der Winter ewig… …das ist kein Schlüssel zum Himmel… … wenn es Probleme gibt tauchst du auf und hältst die Hand an… …dafür dass du mir nen Engel schickst an manchen Tagen…

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Praxisbeispiel (III): Gebet Künstlerische Umsetzungen auf kleinen Formaten  Collagearbeit  Einzelne Liedpassagen in Szenen umsetzen  andere Bilder finden lassen  Powerpointpräsentation gestalten lassen und die Bilder zum Lied laufen lassen  mitsingen lassen – mitrappen lassen 

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Praxisbeispiel (III): Gebet 

Arbeit an Gottesbildern – – – –

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…ich war ständig auf 180 du sagst na und das macht nichts, doch ich muss Buße tun… …du musst handeln… …tu was dagegen… …guck doch nicht einfach zu… …rette ihr Leben… …du musst die Zügel halten, das erwarten sie von dir…

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Praxisbeispiel (III): Gebet



Zeilen auf Karton – bewerten lassen mit „+“ (Zustimmung) und „-“ Ablehnung Mädchen und Jungen getrennt? (Vergleiche möglich) Positionen im Klassenzimmer beziehen lassen



Wie hätte Sido´s Schwester das gesungen?

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Sinnvoll? 

Tipp: Sido: „Herz“ Rainer Kalter ptz Stuttgart

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Praxisbeispiel (IV): Greift Gott ein?

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Praxisbeispiel (IV): Greift Gott ein?



Sie können den Film nach Ihrer Anmeldung bei www.medienzentralen.de downloaden

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Ich sehe was, und was siehst du? 



Spin oder wenn Gott ein DJ wäre Sie können den Film nach Ihrer Anmeldung bei www.medienzentralen.de downloaden

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Praxisbeispiel (IV): Greift Gott ein? 

Welche Aspekte / Fragen / Anregungen scheinen in dem Film auf? – Verhältnis Gott – Welt (Schöpfung)  Greift Gott in unser Leben ein?  Hätte er es nicht gleich richtig machen können? – „Schicksal“ des Menschen  Hat Gott einen Plan auch für mein Leben? – Schickt Gott uns „Engel“ die eingreifen? – Ist der DJ Jesus? Rainer Kalter ptz Stuttgart

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Praxisbeispiel (IV): Greift Gott ein? 

Wer hat eigentlich den DJ geküsst? Er ist doch „vom Himmel“ gefallen?

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Praxisbeispiel (IV): Greift Gott ein? 

Wer „sieht“ den DJ als einzigste Person in dem Film?

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Praxisbeispiel (IV): Greift Gott ein? 



S2: zu Phillip sagen vielleicht kriegt man dann auch Sachen die was man vielleicht jetzt besitzt hat, die bekommt man net mehr aber vielleicht neue Sachen was man noch net besitzt hat zum Beispiel ich hab jetzt zum Beispiel zum Beispiel die Nintendo Wee und net die Playstation III und wenn ich im Himmel bin hab ich net mehr die Nintendo Wee sondern die Playstation III #00:13:27-1# L: mhm (unverständlich) meinst du oder ist es (L geht zur Tafel – weist auf eine Collage) keine PC Spiele mehr? #00:13:33-5# Rainer Kalter ptz Stuttgart

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Praxisbeispiel (IV): Greift Gott ein?   

S3: Nein ich glaub da bist du das PC-Spiel #00:13:37-8# L: mmh? #00:13:37-8# S3: Ich glaub da bist du in einem PC Spiel (unverständlich mehrere SuS reden) da bist du einfach alles da kannst du machen was du willst du kannst fliegen du kannst allein die Luft anhalten wie du willst glaub ich weil (..) oben im Himmel kann man nicht mehr sterben #00:13:52-0#

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