Griechisches Theater

Griechisch: 8. Klasse 2004/2005 1 Griechisches Theater Architektur des griechischen Theaters C±›OMÎI ÏMr±nOM› L#MΨÎÑ L#MΨÎÑ LMÎnF¿IÇÎI nF¼I¿ Th...
Author: Hinrich Berg
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Griechisch: 8. Klasse 2004/2005

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Griechisches Theater Architektur des griechischen Theaters C±›OMÎI

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Theatron: Zuschauerplatz (in die Landschaft eingefügt); die erste Sitzreihe (proedria) war für Priester und Ehrengäste reserviert. Orchestra: kreisförmiger Tanzplatz für den Chor (Chorlieder) Parodos: Zwei Zugänge für den Chor Proskenion: erhöhte Bühne, Spielplatz für Schauspieler Skene: meist mehrstöckiger Bühnenbau mit Bühnenbildern, bei Euripides erscheint oben der „Deus ex machina“.

Dionysostheater in Athen Anfänge der theatralischen Darbietung im europäischen Kulturraum liegen im dionysischen Kult des antiken Griechenland: Die hier zu Ehren des Gottes Dionysos stattfindenden Feste beinhalteten Sing- und Tanzspiele, aus denen sich die Tragödie und später die Komödie entwickelten. Dabei traten die Darsteller einem Chor entgegen, der das Geschehen auf der Bühne mit gesungenen oder gesprochenen Kommentaren versah. Im 5. Jahrhundert dann entstand ein eigens hierfür errichtetes Dionysos-Theater, dem weitere, mit aufsteigenden Sitzreihen für bis zu 40 000 Menschen versehene Bauten folgten. Bestandteile der Bühne waren hierbei das Bühnenhaus (Skene) und eine ovale Spielfläche, die sich aus dem Tanzplatz vor dem Dionysostempel entwickelte (Orchestra). Vom Dionysostheater am Südabhang der Akropolis sind einige Sitzreihen und die Orchestra erhalten. Entstehung der griechischen Tragödie (ca. 550 v.Chr.) Ursprung liegt in der Verehrung des Dionysos: Er verkörpert das wechselnde Leben in der Natur (Wein als Teil für diesen Wechsel). Im Frühling wurde in Athen unter dem Tyrannen Peisistratos ein großes Fest eingeführt - die großen Dionysien. Ursprünglich stand im Mittelpunkt dieses Frühlingsfestes der Dithyrambos, ein feierlicher Chorgesang zu Ehren des Dionysos: Dieses Kultlied wurde von einem Chor (ursprünglich 50 Männern) vorgetragen. Der Inhalt war der Mythos, speziell die Geburt und die Taten des Dionysos, später auch die Geburt und Taten anderer Gottheiten. Aus dem Dithyrambos ist nach Herodot (Geschichtsschreiber) eine Urtragödie entstanden: Ein Chorführer trat als Vorsänger dem Chor gegenüber, es entstand ein Wechselgesang - also ein Dialog. Neben dem Dithyrambos gab es noch die Satyrdichtung, ebenfalls zu Ehren des Dionysos. Silenen (Waldgeister mit Pferdeschwanz) und Satyrn (halb Bock, halb Mensch) waren im Gefolge des Dionysos. Der Name Tragödie lässt sich am plausibelsten so erklären: Der griechische Mythos war sehr eng mit der Religion und mit den Ritualen verbunden. Im Rahmen dieses Rituals, während des Frühlingsfestes (mit Dithyrambos und Satyrspiel) wurde ein Tier, ein Bock geopfert; während des Opfers wurde ein Mythos gesungen. Tragödie heißt dann: Gesang während eines Bocksopfers.

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Dionysosverehrung

politischer Hintergrund

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religiöser Hintergrund • • • • •

Frühlingsfeste Umzüge mit Masken Gesänge zu Ehren des Dionysos (Dithyrambos und Satyrspiel) Opfer eines Bocks

im 6. Jh. Peisistratos Staatskult: Große Dionysien Verknüpfung Dialog und Chor Für die Entstehung der Tragödie in Athen waren politische Hintergründe entscheidend. Das Dionysos-Fest war ein Volksfest. Unter dem Tyrannen Peisistratos, der als Anführer des Volkes gegen den Adel kämpfte und letztlich mit Hilfe des Volkes die Macht ergreifen konnte, wurde dieser Volkskult zum Staatskult erhoben. 534 soll die erste Tragödie von Thespis aufgeführt worden sein. Thespis soll der Überlieferung nach als Begründer der Tragödie gewesen sein. Angeblich war er der erste Dramatiker, der einen vom Chor unabhängigen Schauspieler, Monologe und Dialoge mit dem Chorleiter einführte. Diese Neuerung wird allgemein als Geburtsstunde des Dramas betrachtet. Die Echtheit der ihm zugeschriebenen Stücke wurde schon in der Antike angezweifelt. Er soll seine Stücke auf einem Wagen aufgeführt haben (nach Horaz), daher rührt die Bezeichnung Thespiskarren für ein Wandertheater. Aufführungspraxis während der großen Dionysien Jede ursprüngliche Zivilisation ist eine bäuerliche. Jede agrarische Zivilisation folgt in ihren Festen dem Jahresrhythmus. Die Juden feiern im Frühjahr das Passah-Fest, die Christen Ostern. Die Griechen feierten drei Tage im März die großen Dionysien, ein Frühlingsfest zu Ehren des Vegetationsgottes. Der Eintritt zu diesem Fest war frei, finanziert wurden die Aufführungen von reichen Bürgern, die dadurch ihrer direkten Steuerpflicht nachkamen. Regisseur war immer der Dichter, weshalb Regieanweisungen in den Tragödien fehlen. Die klassischen Tragödien waren für eine einzige Aufführung bestimmt (von 534 bis ca. 390 gab es keine Wiederholungen). Die geschriebenen Stücke wurden beim Archon Eponymos (TheaterMinister) eingereicht. Drei Dichter wurden ausgewählt, die dann an einem der drei Tage ihre drei Tragödien und ein Satyrspiel aufführen durften. Die Aufführung von drei Tragödien nennt man Trilogie; die Aufführung von drei Tragödien und einem Satyrspiel nennt man Tetralogie. Die Schauspieler trugen Masken (eine Feinmimik war bei der Entfernung nicht nötig), Frauenrollen wurden von Männern gespielt. Die Chorlieder wurden gesungen, dazu getanzt; die Dialoge wurden rhythmisch rezitiert. Nach drei Tagen entschied ein Richterkollegium über den Sieger (Tragödienagon!). Es sind die Namen von 1000 Dichtern und die Titel von 4000 Stücken bekannt. Erhalten sind je 7 Tragödien von Aischylos und Sophokles, etwas mehr von Euripides. Mit Ausnahmen von Aischylos „Die Perser“ sind alle anderen Tragödien stofflich dem Mythos verpflichtet. Warum der Mythos verwendet wurde, lässt sich nur vermuten: Mythen sind traditionelle Erzählungen; der Mythos will Gültiges aussagen über alles, was die menschliche Existenz bestimmt; er erklärt Gegenwärtiges mit einer Erzählung aus der Vergangenheit; er ist die sprachliche Veräußerlichung menschlicher Sehnsüchte, Wünsche, Ängste, Mängel; er ist der Erfahrungsschatz einer ganzen Kultur, der in der Tragödie jeweils in aktualisierter Form in Szene gesetzt wird.

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Themen der griechischen Tragödie und ihre Dichter Aischylos, (525 - 456 v.Chr.): Er war der erste große Tragiker Athens. Während der Perserkriege kämpfte er in Marathon (490 v.Chr.), in Salamis (480 v.Chr.) und vermutlich auch ein Jahr später in Platää. 484 errang er erstmals den ersten Preis beim Wettbewerb attischer Tragiker (Agon); 13 weitere folgten. Die Titel von 79 Dramen sind bekannt, erhalten sind jedoch nur sieben. Hepta epi Thebas (Sieben gegen Theben) wurde beim Tragikerwettkampf 467 v. Chr. aufgeführt. Dieser Tragödie liegt eine thebanische Sage zugrunde, der zufolge Eteokles und Polyneikes, die zwei Söhne des Ödipus, um den Thron von Theben konkurrierten (siehe Sieben gegen Theben). Das Drama ist das dritte Stück der Trilogie, zu der noch Laios und Oidipus sowie das abschließende Satyrspiel Sphinx zählen. Prometheus desmotes (Der gefesselte Prometheus) schildert die Bestrafung des Prometheus. Die letzten drei Stücke – Agamemnon, Choephoroi (Die Opfernden am Grab) und Eumenides (Die Eumeniden), aufgeführt 458 v. Chr. –, bilden die Trilogie Orestie, die Geschichte des Orestes. In der Tragödie Agamemnon, die zu den bedeutendsten Dramen der Weltliteratur zählt, wird König Agamemnon bei seiner Heimkehr aus Troja hinterrücks von seiner treulosen Gattin Klytämnestra ermordet. Im zweiten Stück kehrt Orestes, der Sohn Agamemnons, nach Argos zurück und rächt seinen Vater, indem er seine Mutter und deren Geliebten, Aigisthos, tötet. Die Erinnyen (Rachegöttinnen) verfolgen den Muttermörder. In der Tragödie Eumenides wird Orestes von den Erinnyen gehetzt, bis er – auf Fürsprache Athenes – durch den Gerichtshof Areopag von seiner Schuld freigesprochen wird. Aischylos hat entscheidend zur Entwicklung der Tragödie beigetragen. Durch die Einführung eines dritten Schauspielers schuf er die Grundlage für den dramatischen Dialog. Sophokles (496 bis 405 v.Chr.): Als junger Mann wurde ihm die Ehre zuteil, jenen jugendlichen Chor zu leiten, der den griechischen Triumph über die Perser in der Seeschlacht bei Salamis besang. Zu den hohen politischen und kulturellen Ämtern, die Sophokles innehatte, gehörten das des Schatzmeisters des Attischen Seebundes (443/442 v. Chr.) und das des Strategen (441-439 v. Chr.). Außerdem machte der Dichter den Kult des Asklepios in Athen populär und wurde deshalb nach seinem Tod zum Heros stilisiert. Zu seinem Freundeskreis zählten der Historiker Herodot, dessen Geschichtsauffassung er entscheidend prägte, und der Staatsmann Perikles. Sophokles schrieb mehr als 100 Dramen, von denen sieben vollständig und 80 als Fragmente erhalten sind. Die sieben vollständig erhaltenen Tragödien sind Aias, Trachiniai (Die Trachinierinnen), Antigone (Antigone), die alle 442 v. Chr. aufgeführt wurden, Oedipus tyrannos (vor 425 v. Chr., König Ödipus), Elektra (zwischen 425 und 409 v. Chr.), Philoktetes (409 v. Chr., Philoktet) und Oedipus epi kolono (Ödipus auf Kolonos). Im Bereich der Dramentechnik sind einige Neuerungen auf Sophokles zurückzuführen: So erhöhte er die Zahl der Choreuten von 12 auf 15, reduzierte gleichzeitig die Bedeutung des Chors und führte einen dritten Schauspieler ein, so dass sich nicht nur ein umfangreicheres Handlungsgeschehen umsetzen ließ, sondern auch das Spektrum der Charaktere ausgebaut werden konnte. Weiterhin brach er mit der seit Aischylos etablierten Aufführungstradition der Trilogie und verfasste seine Tragödien als dramaturgisch und inhaltlich geschlossene Einheiten. Euripides (480 bis 406 v.Chr.): Der Überlieferung nach wurde Euripides auf Salamis geboren, möglicherweise am Tag der großen Schlacht von Salamis zwischen Griechen und Persern. Obwohl Euripides keiner bestimmten philosophischen Schule anhing, sind in seinen Werken Einflüsse der Sophisten erkennbar. Seine Schriften sind von starkem Rationalismus und Skeptizismus geprägt. Von den etwa 92 Stücken, die Euripides zugeschrieben werden, sind 75 ihrem Titel nach bekannt, jedoch nur 17 Tragödien erhalten. Die wichtigsten sind Medea (431 v. Chr.), Troades (415 v. Chr., Die Troerinnen) und Iphigenie in Aulis.

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Anders als die Werke von Aischylos und Sophokles spiegeln die Tragödien des Euripides den moralischen, gesellschaftlichen und politischen Wandel wider, der sich gegen Ende des 5. Jahrhunderts v. Chr. in Athen vollzog. Die Naturwissenschaften erlebten eine Blütezeit, das Streben nach Wissen wurde zu einer wichtigen Antriebskraft. Der Naturphilosoph Anaxagoras leugnete die Göttlichkeit der Sonne, die er als glühende Steinmasse beschrieb. In allen Wissensbereichen erlangte man neue Erkenntnisse. Euripides trug dieser Säkularisierung des Denkens Rechnung, indem er das neue Bewusstsein in die Tragödie einführte. So stehen im Mittelpunkt seiner Dramen nicht länger Gestalten der griechischen Götterwelt oder heroische Helden der griechischen Geschichte – bzw. die von ihnen verkörperte göttliche und moralische Ordnung –, sondern menschliche Figuren in ihrer ganzen leidenschaftlichen Widersprüchlichkeit (dies gilt vor allem auch für seine Frauengestalten, denen er im Gegensatz zu früheren Dramatikern größere Aufmerksamkeit verlieh). Zu den bevorzugten dramatischen Mitteln des Euripides zählte auch die Verwendung eines Deus ex machina (lateinisch: Gott aus der Maschine), der unmotivierte und nicht aus der Logik des Handlungszusammenhangs resultierende Auftritt eines Gottes zur Lösung des dramatischen Konflikts. Aufbau der Tragödien Alle antiken Kunstwerke sind strengen formalen Regeln unterworfen, so auch eine Tragödie: Prolog: Einleitung

iambischer Trimeter, attischer Dialekt

Parodos: Einzugslied des Chores

lyrische Metren, dorischer Dialekt

1. Epeisodion (2., 3.): Dialoge, Reden

Iamben, attisch

1. Stasimon (2., 3., ..): Standlied / Chor

lyrisch, dorisch

Kommos (tragischer Wechselgesang zwischen Chor und Protagonist)

lyrisch, dialogisch

Epilog: häufig Botenbericht

Iamben, attisch

Exodos: Auszugslied des Chores

Thebanischer Sagenkreis – Ödipus-Mythos Theben wurde von Kadmos gegründet; Kadmos war auf der Suche nach seiner Schwester Europa, die von Zeus entführt worden war. Theben: Laios war König von Theben und mit Iokaste verheiratet. Als sie zunächst keine Kinder bekam, ging er nach Delphi. Das Orakel riet ihm, kinderlos zu bleiben, denn der Sohn würde ihn töten und das ganze Geschlecht in Unglück stürzen. Iokaste wurde nun doch schwanger und gebar einen Sohn. Laios ließ ihn im Kithairongebirge aussetzen. Der Hirte, der Ödipus (= Schwellfuß) auszusetzen hatte, hatte Mitleid und übergab das Kind Hirten aus Korinth. Korinth: Diese Hirten brachten Ödipus nach Korinth zu König Polybos und Königin Merope. Diese waren kinderlos, nahmen Ödipus auf. Ödipus wuchs in Korinth auf, ohne über seine Identität Bescheid zu wissen. Ödipus wurde erwachsen, es gab ein Fest. Ein Betrunkener rief ihm zu, er sei nicht das leibliche Kind von Merope. Ödipus frage seine Eltern, sie gaben keine Antwort.

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Delphi: Ödipus möchte seine Unsicherheit beseitigen, er geht nach Delphi, um das Orakel über seine Herkunft zu befragen. Apoll schickt ihn weg und sagt, er werde seinen Vater töten und seine Mutter heiraten. Ödipus glaubt, er würde die korinthischen Eltern töten, und geht nicht mehr nach Korinth zurück. Auf dem Weg, der er zufällig wählt, trifft er einen Pferdegespann, es kommt zum Streit. Ödipus tötet den Pferdelenker und einen Mann auf dem Wagen. Dies war sein Vater Laios, was Ödipus natürlich nicht wusste. Ein Hirte konnte sich verstecken und entkam dem Gemetzel. Theben: In Theben tyrannisiert die Sphinx die Bewohner. Sie fordert immer wieder junge Männer als Opfer. Ödipus kommt auf seinem Weg nach Theben, er löst das Rätsel der Sphinx und befreit die Bewohner von den Opfern. Als Belohnung darf er die Königin Iokaste heiraten. Etwa 20 Jahre lang leben alle glücklich. Iokaste bekommt vier Kinder, die Zwillinge Eteokles und Polyneikes, die Töchter Antigone und Ismene. Am Königshof leben u.a. der Bruder von Iokaste, Kreon. Außerdem lebt in Theben der blinde Seher Teiresias. Der Hirte, der den Vorfall mit Laios beobachtet hatte und fliehen konnte, zieht sich aufs Land zurück und hütet seine Viehherden. Theben und die Seuche (= Beginn der Tragödie des Sophokles): Plötzlich tritt in Theben eine Seuche auf. Niemand weiß, warum. Man bittet den König um Hilfe. Ödipus wird sofort aktiv. Er schickt Kreon nach Delphi, um Rat einzuholen. Die Antwort von Delphi: Der Mord an Laios muss aufgeklärt werden. Struktur des Ödipus Innere Struktur Expositon: Höhe des Helden

Handlung

Prolog: Ödipus und der Priester

Äußere Struktur Knüpfung: Desis

Parodos: Einzugslied des Chores Ödipus gegen äuße- 1. Episode: Ödipus und Teiresias re Widerstände 1. Stasimon: Standlied des Chores 2. Episode (Teil 1): Ödipus und Kreon Kommos: lyrischer Wechselgesang Wendepunkt: Verfall der Ausgangssi- 2. Episode (Teil 2): Ödipus und Iokaste tuation 2. Stasimon: Standlied des Chores Ödipus gegen sich selbst: Wer bin ich?

3. Episode: Ödipus, Iokaste, Bote (Ko- Lösung: Lysis rinth) Peripetie 3. Stasimon: Standlied des Chores 4. Episode: Ödipus und der Hirte des Anagnorisis Laios 4. Stasimon: Standlied des Chores

Erniedrigung: Fall des Helden

Botenbericht: Iokaste erhängt etc.

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Delphi und das Orakel Ursprünglich war Delphi ein Gaia-Heiligtum, das vom Drachen Python bewacht war. Apoll tötete die "weibliche Schlange = Drachen". Durch diesen Mord befleckt musste sich Apoil "reinigen", indem er 8 Jahre beim König Admet als Sklave diente. Danach kehrte er entsühnt zurück, war Alleinherrscher von Delphi. Eine andere Geschichte erzählt von Delphi als Mittelpunkt der Erde. Die beiden Adler des Zeus treffen sich am "Nabel der Erde". Seit dem 7. Jht. wird Delphi durch die Amphiktyonie unabhängig "neutral". Der Ruhm des Heiligtums vergrößert sich rasch: sagenhafte Könige wie Gyges (ein Vorfahr des Kroisos) geben Weihegeschenke und errichten Schatzhäuser. Ab 582 v. Chr. werden alle vier Jahr die Phythischen Spiele abgehalten (Musikagone, Sport, Pferderennen). Das Heiligtum wird dann 86 v. Chr. von Sulla geplündert. Dem letzten heidnischen Kaiser Julian erteilt das Orakel den Spruch: Sagt dem Herrscher, zerstört ist die kunstgesegnete Stätte, Phoibos hat kein Heim mehr und keinen mantischen Lorbeer, nicht mehr dient ihm die Ouelle, verstummt ist das murmelnde Wasser. Kaiser Theodosius verbietet das Orakel. Das Orakel Die Phytia wurde von Apoll inspiriert und als Medium benutzt. Pythia war eine Frau, die mindestens 50 Jahre alt sein musste, die ihren Mann und ihre Kinder verlassen rnusste. Trotz ihres Alters trug sie Mädchengewänder, sie wohnte innerhalb des heiligen Bezirks. Natürliche Dämpfe aus einem Erdspalt, das Kauen von Lorbeer, eine verfremdete Stimme gab der Zeremonie das Mystische. Die Pythia saß auf einem Dreifuß, dem Thron des Gottes Apoll. Der Orakelbefrager opferte eine Ziege, die er mit kaltem Wasser besprengte. Einmal im Monat war das Orakel "geöffnet" - abgesehen von den drei Wintermonaten. In diesen Monaten trat Apoll den Platz an Dionysos ab. Der Orakelbefrager übergab seine Frage schriftlich oder mündlich den Priester; etwas später stellte er die Frage der Pythia, die er nicht sehen konnte (Trennwand); diese gab die Antwort in Hexameters und durch Exstase verfremdet. Der Orakelbefrager konnte nun mitschreiben; anschließend ging er weg. Eine andere Form der Orakelkundgabe fand wahrscheinlich täglich statt. Durch Los wurde entschieden, wer eine Antwort bekam; dabei handelte es sich um einfache, konkrete Fragen, worauf die Antworten positiv oder negativ ausfallen konnten. Diese Orakelkundgabe fand vor aller Augen statt, ohne Verschleierung durch Dampf etc. Das Apollon-Heiligtum Schatzhaus von Athen: nach der Schlacht von Marathon errichtet. Finanziert mit der Kriegsbeute. Auf den Metopen sind die Taten des Herakles und des Theseus abgebildet. An den Wänden sind mehrere Inschriften eingemeißelt. U.a. wurden hier zwei Gesänge auf Apoll mit Notenzeichen gefunden. Halle der Athener: Säulenhalle nach der Schlacht von Salamis errichtet; 8 Monolithsäulen. Dahinter die Stützmauer für den Apollo-Tempel: 600 v. Chr. errichtet; in die Steine sind etwa 800 Vorschriften eingraviert, die über die Geschichte des Heiligtums Aufschluss geben. Apollo-Tempel: Der 1. Tempel wurde im 6.Jht. erbaut; durch Brand 548 zerstört; 510 durch einen Neubau ersetzt; 373 durch ein Erdbeben völlig zerstört; 350 wieder aufgebaut. Der jetzt erhaltene Tempel ist einerseits durch weitere Erdbeben, andererseits durch Plünderungen stark beschädigt worden. 15 Säulen an der Längsseite und 6 an der Querseite umgeben den Innenraum. Der Tempel ist 60 m lang und 24 m breit. Von der Cella führte eine Treppe in den Warteraum für die Orakelbefrager, und in das Allerheiligste. Dort stand auch der Omphalos; weiters befand sich dort der Dreifuß, der über dem Erdspalt stand. Hier verkündete Pythia ihre Orakelsprüche. Trotz intensiver Grabungen ist vom Erdspalt nichts gefunden worden. Im Warteraum waren die beiden bekannten Sprüche zu lesen: ¥IûCÇ n›ŒOíI, H¼¨´I $¥›I.

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König Ödipus 1 - 72 und 85 - 136

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