Der Wortlaut als Grenze der Auslegung von Testamenten

SCHRIFTENREIHE DES ÖSTERREICHISCHEN NOTARIATS Band 32 Der Wortlaut als Grenze der Auslegung von Testamenten Die Andeutungstheorie im Testamentsrecht...
Author: Busso Günther
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SCHRIFTENREIHE DES ÖSTERREICHISCHEN NOTARIATS

Band 32

Der Wortlaut als Grenze der Auslegung von Testamenten Die Andeutungstheorie im Testamentsrecht Deutschlands, Österreichs und der Schweiz von

Dr. Jakob Fortunat Stagl Wissenschaftlicher Assistent an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster

2., überarbeitete Auflage

Wien 2005 Manzsche Verlags- und Universitätsbuchhandlung

Inhaltsverzeichnis Vorwort Abkürzungsverzeichnis Verzeichnis der abgekürzt zitierten Literatur Literaturverzeichnis

V XV XIX XXI

Erster Teil

D.

Grundfragen Kapitel 1: Gegenstand der Untersuchung - Die Andeutungstheorie Begriffsbestimmung Ursprung der Andeutungstheorie Die Andeutungstheorie im Rahmen der Auslegung von Rechtsgeschäften .. I. Vertrag II. Testament Die Andeutungstheorie im Rahmen der Auslegung von Gesetzen

A. B. C. D.

Kapitel 2: Zur rechtsvergleichenden Methode Funktionale Rechtsvergleichung Die praesumptio similitudinis im Erbrecht Auswahl der untersuchten Rechtsordnungen Die Vorgangsweise im einzelnen

A. B. C.

Kapitel 3: Funktionsanalyse der Andeutungstheorie A. Testamentsauslegung und Interessenkonflikte des Testamentsrechts B. Begriff, Grundfälle und Problematik der Testamentsauslegung I. Funktionaler Begriff der Testamentsauslegung II. Grundfälle der Testamentsauslegung 1. Erläuternde Auslegung 2. Ergänzende Auslegung III. Die Problematik der Testamentsauslegung C. Die herkömmliche Lösungstypologie - Willenstheorie und Erklärungstheorie I. Ausgangsfall - Die causa Curiana II. Der Gegensatz von Willenstheorie und Erklärungstheorie III. Die Andeutungstheorie als Kompromiß IV. Das Verhältnis von Auslegung und Anfechtung V. Die Funktion der Andeutungstheorie auf der Grundlage des Gegensatzes von Willens- und Erklärungstheorie D. Der praktische Gegensatz - Favor testamenti und favor heredum legitimorum I. Typologisches Verständnis der causa Curiana II. Favor testamenti und favor heredum legitimorum III. Die Funktion der Andeutungstheorie aus Sicht eines typologischen Auslegungsverständnisses E. Rechtssicherheit und Testamentsauslegung

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VIII

Inhaltsverzeichnis

F. Ergebnis G. Gang der weiteren Darstellung

27 27 Zweiter Teil

Untersuchung der einzelnen Rechtsordnungen

Erster Abschnitt: Schweizer Recht A. B.

C.

D.

Kapitel 4: Die Andeutungstheorie im schweizerischen Testamentsrecht Grundlagen I. Grundsätze des Testamentsrechts; Terminologie II. Grundsätze der Testamentsauslegung Rechtsprechungsanalyse I. Erläuternde Auslegung II. Ergänzende Auslegung III. Andeutungstheorie 1. Eindeutigkeitstheorie 2. Andeutungstheorie 3. Die Funktion der Andeutungstheorie für die Revisibilität der Testamentsauslegung 4. Besondere Funktionen der Andeutungstheorie IV. Kontrastfälle - Typologische Auslegung 1. Die Goldene Regel 2. Fallgruppen der Goldenen Regel a) Ergänzungsfunktion der Goldenen Regel b) Auslegung des Begriffs „gesetzliche Erben" c) Erklärungsdiligenz d) Widerruf des Widerrufs eines Testaments e) Willensvollstreckung Auslegung: Zusammenfassung und Ergebnis I. Die Haltung der Literatur II. Die drei Elemente der Testamentsauslegung 1. Das willenstheoretische Element 2. Das erklärungstheoretische Element 3. Die Goldene Regel a) Strenge Anwendung der Goldenen Regel b) Nachgiebige Anwendung der Goldenen Regel 4. Ergebnis Die Behandlung des Irrtums I. Rechtsprechung zum Irrtum 1. Geschäftsirrtum 2. Motivirrtum a) Fälle unbeachtlichen Irrtums b) Fälle beachtlichen Irrtums 3. Anwendungsbereich des Art 469 Abs 3 ZGB II. Irrtum: Zusammenfassung und Ergebnis

Kapitel 5: Testamentsauslegung und deutschrechtliche Erbrechtskonzeption A. Das Willensprinzip B. Die Goldene Regel I. Der Primat der gesetzlichen Erbfolge 1. Die rechtshistorischen Wurzeln des Primats der gesetzlichen Erbfolge

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Inhaltsverzeichnis 2. Gesetzlicher Ausdruck des Primats der gesetzlichen Erbfolge a) Pflichtteilsrecht b) Testamentsformen aa) Öffentliches Testament bb) Privates Testament cc) Schutzrichtung der ordentlichen Testamentsformen II. Bedeutung des Primats der gesetzlichen Erbfolge für die Testamentsauslegung 1. Willenstheoretische Begründung der Goldenen Regel 2. Teleologische Begründung der Goldenen Regel C. Das erklärungstheoretische Element der Testamentsauslegung I. Die Kontroverse zwischen Willenstheoretikern und Erklärungstheoretikern II. Stellungnahme D. Zusammenfassung und Ergebnis - Das bewegliche System der Schweizer Testamentsauslegung Zweiter Abschnitt: Österreichisches Recht Kapitel 6: Die Andeutungstheorie im österreichischen Testamentsrecht A. Grundlagen I. Grundsätze des Testamentsrechts; Terminologie II. Grundsätze der Auslegung letztwilliger Verfügungen 1. §655ABGB 2. Auslegungsdoktrin der Rechtsprechung 3. Eindeutigkeits- und Andeutungstheorie B. Rechtsprechungsanalyse I. Erläuternde Auslegung II. Ergänzende Auslegung III. Eindeutigkeitstheorie IV. Andeutungstheorie 1. Fallgruppe: animus testandi a) Der — vermeintlich — wahre Wille wird realisiert aa) Rechtsprechung bb) Stellungnahme b) Kontrastfälle: Die Andeutungstheorie aa) Rechtsprechung bb) Stellungnahme (1) Die Widersprüchlichkeit der Rechtsprechung zur Andeutungstheorie (2) Die revisionsrechtliche Funktion der Andeutungstheorie c) Ergebnis 2. Fallgruppe: Umgehungsschutz für Formvorschriften V. Auslegungsregeln in der Rechtsprechung 1. §614ABGB 2. Rechtsprechung zu § 614 ABGB 3. Ergebnis VI. Auslegung: Zusammenfassung und Ergebnis C. Die Behandlung des Irrtums I. Das Prinzip: Die Beachtlichkeit des wesentlichen Irrtums (§570 ABGB) II. Einschränkung des Prinzips durch § 572 ABGB III. Einschränkung des Prinzips durch § 571 ABGB

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Inhaltsverzeichnis 1. Fallgruppe: Falschbezeichnung 2. Fallgruppe: Rechtsirrtum IV. Sonderfälle des Motivirrtums 1. § 778 2. Fall ABGB 2. Rechtsprechung zu §778 2. Fall ABGB 3. Ergebnis V. Irrtum: Zusammenfassung und Ergebnis Kapitel 7: Testamentsauslegung und naturrechtliche Erbrechtskonzeption A. Die Herkunft der Andeutungstheorie aus Deutschland B. Der Primat der Verfügungsfreiheit im ABGB I. Die naturrechtliche Konzeption des ABGB II. Die naturrechtliche Konzeption des Erbrechts im besonderen 1. Die Erbrechtskonzeption des Naturrechts 2. Die Erbrechtskonzeption des ABGB 3. Ausprägungen des Primats der Verfügungsfreiheit im Gesetz a) Aufbau des Gesetzes b) Gesetzliche Erbfolge und Pflichtteilsrecht aa) Die Parentelerbfolge bb) Die Rechtsstellung des überlebenden Ehegatten und sein Pflichtteilsrecht cc) Der Zusammenhang zwischen dem Primat der Verfügungsfreiheit und der naturrechtlichen Ausgestaltung des Intestaterbrechts c) Gewillkürte Erbfolge d) Ergebnis 4. Kritik der Literatur am Primat der Verfügungsfreiheit C. Zusammenfassung und Ergebnis

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Dritter Abschnitt: Deutsches Recht Kapitel 8: Die Andeutungstheorie im deutschen Testamentsrecht A. Grundlagen des Testamentsrechts; Terminologie B. Grundlagen der Testamentsauslegung I. Erläuternde Auslegung 1. Normative Voraussetzungen 2. Die Auslegungsdoktrin der Rechtsprechung 3. Entwicklungen der Andeutungstheorie 4. Auslegungs- und Ergänzungsvorschriften 5. Zusammenfassung II. Ergänzende Testamentsauslegung 1. Methode 2. Ergänzende Auslegung und Andeutungstheorie 3. Lückenfüllung; ergänzende Auslegung und dispositives Recht 4. Anwendungsbereich der ergänzenden Testamentsauslegung III. Besonderheiten für Erbvertrag und gemeinschaftliches Testament C. Rechtsprechungsanalyse I. Fallgruppen reformatorischer Auslegung , 1. Technische Begriffe und Rechtsirrtümer 2. Falschbezeichnungen 3. Zweckbezogene Zuwendungen II. Fallgruppen typologischer Auslegung 1. Strenge typologische Auslegung - Andeutungstheorie

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Inhaltsverzeichnis a) Fallgruppe: Übergehen eines Pflichtteilsberechtigten aa) Erläuternde Auslegung bb) Ergänzende Auslegung b) Die Widersprüchlichkeit der Andeutungstheorie 2. Nachgiebige typologische Auslegung - keine Andeutungstheorie ... a) Enterbung und Ersatzerbeinsetzung eines Stammes aa) Enterbung eines Stammes bb) Ersatzberufung eines Stammes cc) Ergebnis b) Der mutmaßliche Wille c) Die Gleichbehandlung von Abkömmlingen III. Die Andeutungstheorie außerhalb bestimmter Fallgruppen 1. Dezisionistische Funktion a) Grundfall b) Lückenhafte Testamente aa) Rechtsprechung (1) Keine Andeutung des nichterklärten Willens (2) Kontrastfälle - „Erbe kraft Pflichtteils- oder Wiederverheiratungsklausel" (3) Weitere Beispiele stillschweigender Verfügungen bb) Andeutungstheorie und Prozeß der Typenbildung c) Mehrdeutige Testamente aa) Rechtsprechung bb) Kontrastfall cc) Stellungnahme 2. Revisionsrechtliche Funktion a) Einleitung b) Kassatorische Anwendung c) Salvatorische Anwendung IV. Sonderproblem: Testamentsauslegung infolge politischer Umbrüche ... 1. In der DDR errichtete Testamente 2. In der Bundesrepublik errichtete Testamente; Nachlaßspaltung V. Rechtsprechungsanalyse: Zusammenfassung und Ergebnis D. Behandlung des Irrtums I. Geschäftsirrtum II. Motivirrtum III. Der funktionale Zusammenhang von Andeutungstheorie und Irrtumsanfechtung 1. Der Wertungsgleichlauf von Auslegung und Anfechtung am Beispiel von § 2107 BGB 2. Die Andeutungstheorie als Ausdruck des Wertungsgleichlaufs von Auslegung und Anfechtung-§2079 BGB 3. Fallgruppe: Änderung der in Bezug genommenen Intestaterbfolge a) Inkrafttreten des B G B - § 2066 Satz 1 BGB b) GleichberechtigungsG c) Zwischenergebnis 4. Ergebnis

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Kapitel 9: Anwendungsbereiche der Andeutungstheorie im eigentlichen Sinn außerhalb von § 2079 BGB

A. Sanktionsbewehrte Erklärungsdiligenz im Rahmen von Auslegungs- und Ergänzungsvorschriften?

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XII

Inhaltsverzeichnis

I. Die Unterscheidung zwischen Auslegungsregeln und Ergänzungsregeln 1. Die Kontroverse in der Literatur 2. Eigener Ansatz II. Ausdrückliche und stillschweigende Willenserklärung III. Ergebnis: Wirkungsweise der Auslegungs- und Ergänzungsregeln B. Sanktionsbewehrte Erklärungsdiligenz im Rahmen der Formvorschriften?.. I. Inhalts-und errichtungsbezogenes Formverständnis II. Kritik des inhaltsbezogenen Formverständnisses III. Die Pflichtteilsentziehung als Ausnahme C. Ergebnis Kapitel 10: Testamentsauslegung und Erbrechtskonzeption des BGB A. Enthält das BGB eine einheitliche Konzeption des Erbrechts? I. Der Gegensatz von Freiheit und Gebundenheit des Erblassers in Gesetz, Rechtsprechung und Lehre 1. Verfassungsrecht 2. Gute Sitten und Testierfreiheit a) Mätressentestamente b) Erbfolge im Hause Hohenzollern 3. Relative Erbunfähigkeit von Pflegepersonal - § 14 HeimG 4. Unterschiedliche Tendenzen in der Literatur II. Die Kompromißlösung des BGB 1. Das Prinzip: Freiheit des Erblassers 2. Einschränkungen des Prinzips a) Gesetzliche Form b) Auslegungs- und Ergänzungsvorschriften c) Irrtumsanfechtung B. Ergebnis und Zusammenfassung

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Dritter Teil

Ergebnisse Kapitel 11: Gegenüberstellung der Andeutungstheorie im schweizerischen, österreichischen und deutschen Testamentsrecht A. Vergleich der deutschrechtlichen und naturrechtlichen Erbrechtskonzeption (Schweiz und Österreich) I. Die beiden „teleologischen Systeme" II. Relativierung des Unterschiedes durch das Erbschaftssteuerrecht III. Bedeutung des Unterschiedes für das Testamentsrecht 1. Beispiele für die unterschiedliche Funktionsweise beider Konzeptionen a) Irrtum und Form b) Testamentsauslegung im allgemeinen c) Die Andeutungstheorie im besonderen 2. Zusammenfassung a) Deutschrechtliche Konzeption b) Naturrechtliche Konzeption B. Gegenüberstellung des BGB mit dem ZGB und dem ABGB I. Kompromißcharakter des deutschen Erbrechts II. Direkter Vergleich zwischen den Extremlösungen und der Kompromißlösung 1. BGB und ZGB

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Inhaltsverzeichnis a) Rechtsprechung b) Geltung der Goldenen Regel im deutschen Testamentsrecht? ... c) Ergebnis 2. BGBundABGB a) Rechtsprechung b) Mätressentestamente c) Ergebnis C. Andeutungstheorie und Erbrechtskonzeption

A. B.

C.

D.

Kapitel 12: Die Andeutungstheorie aus der Sicht des Gegensatzes von Willens- und Erklärungstheorie Andeutungstheorie und Erklärungstheorie Andeutungstheorie und Willenstheorie I. Erstes Argument: Unvereinbarkeit der Andeutungstheorie mit dem Grundsatz falsa demonstratio non nocet II. Zweites Argument: Kein Interessenschutz im Testamentsrecht III. Ergebnis Die Andeutungstheorie I. Die objektive Andeutungstheorie II. Die subjektive Andeutungstheorie III. Die Andeutungstheorie als „bewegliches System" Zusammenfassung und Ergebnis

Stichwortverzeichnis

XIII 159 160 161 161 161 162 163 163

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