Der ersten intensiven Erkundung auf britischem. Hamburg. Teatime in

SONNABEND / SONNTAG, 6. / 7. AUGUST 2011 31 2011 Unterwegs: Gärten & Parks im Norden › Stadtgespräch: Top-Model Lars Burmeister › Titel-Thema: Verei...
Author: Axel Sommer
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SONNABEND / SONNTAG, 6. / 7. AUGUST 2011

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2011 Unterwegs: Gärten & Parks im Norden › Stadtgespräch: Top-Model Lars Burmeister › Titel-Thema: Vereinigtes Hamburger Königreich Lokal-Termin: Das „Irish Rover“ › Gestern & Heute: „Verbotene Liebe“ unter britischer Besatzung › Markenmacher: Hälssen & Lyon

Teatime in

Hamburg Pleased to meet you! Rund 150 000 britische Übernachtungsgäste jährlich fühlen sich in Hamburg heimisch FOTOS: PICTURE-ALLIANCE, ISTOCKPHOTO

Elbe und Themse verbindet mehr als Schirme und Schiffe: JENS MEYER-ODEWALD spricht einen Toast aus auf die hanseatischbritische Freundschaft. Cheers!

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er ersten intensiven Erkundung auf britischem Terrain Anfang der 80er mit viel Fußball, Pubs und Rennbahnen folgte im Sommer darauf die Invasion auf deutschem Boden. Bestens gelaunt und fern der Heimat marschierten Terry, Jumpi, Roy und Mary an den Landungsbrücken von Bord der Harwich-Fähre, der Herr habe sie selig. Anlass des Gegenbesuchs der neu gewonnenen Freunde: Deutsches Galoppderby in Horn. Praktisch: Die Jugendherberge liegt direkt neben dem Hippodrom – wie auch unser Hamburger Sightseeing-Programm: Kneipen, Wettbüros, Innenstadt, Shopping. Vereinzelt eilten Hanseaten mit Blazer und Goldknöpfchen über den Rathausmarkt, und ein paar Damen trugen sogar Burberry. Amused nahmen unsere Gäste von der Insel davon Notiz. Wunderten sich über Tweed aus London sowie Dufflecoats bei Ladage & Oelke, schlenderten am Old Commercial Room an der Englischen Planke vorbei, passierten im roten Doppeldeckerbus den Anglo-German Club, hörten vom seit 1976 bestehenden English Theatre, staunten über Geschichten von Gummistiefel-Weitwurf, Dudelsackpfeifen und JackRussell-Rennen während der British Days auf dem Flottbeker Poloplatz. Bei Daniel Wischer mampften sie Fish & Chips aus der Tüte – quasi im Auftrag Ihrer Majestät. Sie lachten sogar höflich, als Wolle abends beim Guinness im Pub das Bonmot anbrachte, dass sie in Hamburg den Regenschirm aufspannen, wenn es in London nieselt. Wolle, zur Feier des Tages im rosafarbenen Fred-Perry-Shirt, redete wie ein Wasserfall im schottischen Hochland: von „Dinner for one“ als Ritual zum Jahreswechsel, von Scones und Five-o’clock-Tea im Vier Jahreszeiten, den dort logierenden britischen Besatzern nach 1945, vom Star-Club mit den Beatles, von britischen Stilmöbeln allerorten, vom Leben am Wasser, von Walker-Chips, Baked Beans oder Rosebud-Marmelade in allen möglichen Supermärkten. Auch Fakten wie 5200 in der Hansestadt lebenden Briten, jährlich mehr als 150000 Übernachtungsgästen von der Insel sowie Thomas Manns Einstufung Hamburgs als „englischste aller deutschen Städte“ durften nicht fehlen. Schließlich habe kein anderer als König Heinrich II. anno 1266 den Hanseaten das Recht auf freien Handel mit England eingeräumt. Aber als dann noch Schilderungen von Picknicks im Jenischpark und Wachsjacken der Marke Barbour in ausgewählten Hamburger Geschäften folgten, platzte Mary der Kragen. Sie marschierte an die Theke, schleppte ein Tablett mit fünf Guinness herbei und stellte klipp und klar fest: „Das ist alles schön, aber nicht unbedingt britisch.“ Deutsch sei schließlich auch mehr als Bratwurst und Wagner – und Hamburg mehr als Labskaus und Liedgut von der Waterkant. Das saß. Wolle schluckte. Erst nur so, dann bitteres schwarzes Bier. Mehr oder weniger geschickt manövrierte er das Gespräch zu beliebten

Themen wie Politik, Fußball, Pferdewetten. Der Sektor Frauen wurde der Höflichkeit halber ausgeklammert. Gemeinsam wurde gelacht über jenen Abend Anfang der 80er, als diese britisch-deutsche Freundschaft entstand. Kumpel Wolle erstickte die drohende Kneipenkeilerei damals mit einer Runde Yorkshire Bitter frisch vom Fass plus einem Drambuie on the rocks für jeden. Diese Sprache wurde verstanden. Es folgte eine denkwürdige Nacht im Dirty Dick’s, London, Liverpool Station. Praktizierte Völkerverständigung. Der Morgen danach blieb uns gleichfalls ewig ins Gedächtnis gemeißelt. Verdammt lang her ist das. Aber unvergessen. Und aus etlichen Treffen auf beiden Seiten des Kanals wurde mehr. Viel mehr. Im Juni 2011 kommen Terry und Jumpi wieder nach Hamburg, diesmal mit dem Flugzeug. Mary wurde durch Fiona ersetzt, sonst ist alles beim Alten. Auch Lebensfreude, Zockerblut, stechender Durst. Das 1632 gegründete Generalkonsulat ist aufgelöst, Daniel Wischer in Ottensen ebenfalls, das Insulanerfest in Flottbek heißt nun „British Flair“, und der HSV kickt nach wie vor grottig. „Darauf kommt’s nicht an“, meint Terry. Cheers, auf die Freundschaft! Zu fortgeschrittener Stunde ist es schließlich so weit. Wolle bringt auf den Tisch, was ihn offensichtlich sehr lange beschäftigte. „Es ist die Lebensart, die uns verbindet!“, sagt er wie aus heiterem Himmel, Letzteres hüben wie drüben angeblich eine Seltenheit. Verblüffte Blicke kontert er mit einem wissenden Lächeln und ein paar Beispielen. Mehr Sein als Schein, das sei die Maxime in London wie Hamburg. Das Faible für Understatement, für Sportsinn, großzügigen Geist, weltoffenen Charakter, halbtrockenen Humor. Und das uralte Prinzip, im Business andere nur in Maßen zu übervorteilen. Letztlich will man weiterhin gut im Geschäft bleiben. Hüben wie drüben werde Stil großgeschrieben. Das Gespräch gewinnt an Fahrt. Natürlich geht es auch um Dauerbrenner wie Linksfahren, Pfund und Euro, das Königshaus, Angie, Irak oder Afghanistan, Angeln und Sachsen, Kevin Keegan oder Jens Lehmann. Wolle führt jahrhundertealte Verbindungen, die noble britische Art während der Besatzungszeit und neu gewonnene demokratische Grundwerte ins Feld. Jumpi nennt den regen Schüleraustausch auf beiden Seiten, Gaststudenten hier wie dort, politische Harmonie in den meisten außenpolitischen Fragen. Und so ganz am Rande: Britische Fußballstars laufen mit dem Holsten-Schriftzug auf der Brust über den englischen Rasen. Ist zwar mittlerweile alles dänisch, aber schmeckt unverändert nach Großer Freiheit. Keine Frage, dass auch das Wembleytor von 1966 selbst 45 Jahre danach für erhitzte Gemüter und nachbarschaftlichen Flachs sorgt. Die Aggressivität indes ist längst ad acta gelegt. „Two worldwars and two worldcups“, hatten die Freunde von heute beim ersten Treffen im Dirty Dick’s höhnisch gesungen. Anfang der 80er, als der Zoff unmittelbar vor der Eskalation stand. Und als Wolle die Vulkane mit einer Freirunde so wirkungsvoll abkühlte. Ganz abgesehen von mittlerweile drei deutschen Fußballweltmeisterschaften ist man sich in nun drei Jahrzehnten näher gekommen. „Well“, befindet Terry, der bis dahin überwiegend schwieg. „Cheers, Hambörg!“ Er hebt sein Glas. Mehr sagt er nicht. Very british, isn’t it?

S. 4/5 – Lifestyle „von der Insel“: 30 Orte für englische, irische und schottische Lebensart in Hamburg

II › WOCHENENDE

Sonnabend / Sonntag, 6. / 7. August 2011

FOTO: BERTOLD FABRICIUS

Jeffrey Tate

KARTE: GRAFIKANSTALT

Ab ins Grüne 10 km

Sylt

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Flensburg

Föhr

Ostsee

Schleswig Husum

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Der 68-jährige Chefdirigent der Hamburger Symphoniker ist Fan von Alster, Austern und Fatih Akin

Kiel

5 Heide

Nordsee

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Mein perfekter Sonntag

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3 Lübeck

Cuxhaven

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7 Uhr Ich werde auch ohne Wecker früh wach. Gerne lese ich dann noch eine Stunde lang im Bett, gerade ein sehr interessantes Buch über die Geschichte des Mittelmeers. Sonst schaue ich in die Sonntagszeitungen, das kann auch mal länger dauern.

9.30 Uhr Wenn mein Ehemann Klaus Kuhlemann und ich in Hamburg sind, wohnen wir im Hotel Grand Elysée, die haben ein fantastisches Frühstück – richtig kross gebratenen Speck und Rührei. 10.20 Uhr Wenn keine Vorstellung ist, besuchen wir gerne eine Ausstellung, oft in der Kunsthalle oder im Bucerius Kunst Forum.

12.15 Uhr Mittags haben wir zwei Lieblingsziele: die „Osteria Due“, dort mögen wir die spannende Gästemischung aus Italienern und Deutschen. Außerdem esse ich gern die Leber, vorweg Artischocken und Calamari. Oder wir gehen ins „Portonovo“ am Alsterufer, der Blick ist sensationell. 14 Uhr Mit unserem Auto machen wir einen Ausflug, da ich nicht sehr gut zu Fuß bin. Dann schauen wir uns Lübeck oder Lüneburg an. Mein Mann fährt, ich bin ein perfekter Kartenleser und weiß den Weg oft besser als das Navigationsgerät, was schon mal zu einem kleinen Streit führen kann. Kaffee und Kuchen sind kein Muss, denn als Engländer liebe ich eher Tee und kleine deftige Sandwiches. 17 Uhr Zurück in Hamburg. Zum Abendessen müssen wir uns zwischen den besten Bratkartoffeln im „Opitz“ und „Cölln’s Austernkeller“ entscheiden, zwei urhamburgische Kneipen, die wir immer wieder besuchen.

19.30 Uhr Abendausklang, gerne bei einem ernsthaften Film wie „The Social Network“ oder „Das weiße Band“. Nächstens wollen wir ins Abaton, da laufen ja auch Originalfassungen. Ich bin übrigens ein großer Fan von Fatih Akin, über seine Filme kann man lachen, das ist selten. 22.15 Uhr Wenn keine Vorstellung ist, verziehe ich mich mit einem kleinen Grappa ins Bett. Ich bin einfach kein Discoman. Wenn wir aufgetreten sind, treffen wir uns alle meist noch im „Grill“ des „Vier Jahreszeiten“. Aber so oder so geht ein wunderschöner Tag in Hamburg für mich zu Ende.

HORST SCHROTH in seinem neuem Programm

„Was weg ist, ist weg“

Regie: Ulrich Waller

Voraufführung: 30. August Premiere: 31. August 2011 Karten € 24,37 Termine bis 18. September Karten € 15,57 bis € 35,12 St. Pauli Theater

Karten gibt es in allen Hamburger Abendblatt-Ticketshops (zzgl. Bearbeitungsgebühr) Hamburger AbendblattTicket-Hotline

040/30 30 98 98

(zzgl. Versandkosten) Mo.–Fr. 8–19 Uhr, Sa. 8–13 Uhr

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Bremerhaven

Oase am Gänsemarkt: „SummerCity“ Beach Club

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10 AUSFLÜGE

Die schönsten Gartenparks des Nordens

STADTLEBEN

TEXT: KIRSTEN RICK

City unter Palmen

Es grünt und blüht in Schleswig-Holstein: In Uetersen duften die Rosen, auf Schloss Gottorf locken barocke Beete, in Seebüll leuchtet der Garten des Malers Emil Nolde, in Jersbek spenden Alleen Schatten und in Haseldorf reifen die Äpfel

TIPPS & TERMINE

Sonne und Sand auf der Shopping-Meile: Der „SummerCity“ Beach Club verbreitet jetzt mitten auf dem Gänsemarkt bis spät in die Nacht karibische Gefühle – mit Livemusik, Cocktailbar und Pool für den kleinen Strandspaziergang zwischendurch

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TEXT: JENNY BAUER

anche Songtexte sind zeitlos – wie etwa die Zeile „cool cat looking for a kitty“. Natürlich handelt es sich hierbei nicht um ein tierisches Anbandeln zwischen Kater und Kätzchen, sondern der Spezies Mensch. Die Zeile stammt aus dem Song „Summer In The City“ und dürfte generationsübergreifend zum Soundtrack hitziger Nächte geworden sein. Schließlich stammt der Hit von The Lovin’ Spoonful aus dem Jahre 1966 und wurde bis heute mehrfach gecovert – unter anderem 1993 von Joe Cocker. In dem Lied geht es um diese Tage, in denen erst am Abend wieder reges Treiben in der Stadt herrscht, wenn es wieder kühler ist. „Geh raus und finde ein Mädchen“, lautet eine andere Zeile. Der Beach Club „SummerCity“ will dazu nun den passenden Catwalk bieten, bis zum 14. August, schon morgens ab 10 und bis 23 Uhr – mitten auf dem Gänsemarkt. Elf Tage lang können die Gäste wählen, was sie lieber an den Füßen spüren wollen – Sand oder Wasser. Damit die 1000 Quadratmeter große Sandfläche nicht über den ganzen Markt verteilt wird, ist sie von einem dicken Holzrahmen umgeben, der auch als Sitzbank genutzt werden kann. Highlight ist aber das Wasser-Feature, ein 20 Zentimeter tiefer Pool, in dem Tische und Stühle platziert sind.

Neben Cocktails gibt es auch ein abwechslungsreiches Speisenangebot. Gastronomiepartner sind unter anderem das indische Restaurant „Shalimar“, der Fischspezialist „Gosch“ und die „Turnhalle“ aus St. Georg. Für Anschluss sorgen auch leihbare TabletComputer, ein drahtloses Netzwerk und MP3-Player, zudem treten immer ab 18 Uhr Livebands auf. Nicht auszuschließen, dass die Gäste bei dieser Gelegenheit dann auch „Summer In The City“ zu hören bekommen, den Evergreen, dem der Beach Club seinen Namen verdankt. „Wir haben überlegt, welche Assoziationen uns zu einer Strandbar mitten in der Stadt einfallen, und so kamen wir auf das Lied“, sagt Veranstalter Wolfgang Sabrowsky. „Dann haben wir die beiden Wörter in der Mitte weggelassen – und fertig war der Name.“ Wolfgang Sabrowsky kennt den Gänsemarkt bestens – allerdings in der Jahreszeit, wenn hier statt Sand Streusalz ausliegt. Denn er organisiert seit 15 Jahren den „Hanseatischen Weihnachtsmarkt“. Der gebürtige Hamburger lebte lange in Afrika, ist nun wieder in seine Heimatstadt gezogen und will für Veränderung sorgen. Den Anfang macht der 58-Jährige erst einmal mit dem Gänsemarkt. Denn seiner Meinung nach ist der Platz im Zentrum nicht nur im Winter attraktiv. „Es kommen hier so viele Leute vorbei, denen muss doch etwas geboten werden.“

1 ROSARIUM UETERSEN Im Herzen der Rosenstadt Uetersen präsentiert sich die Königin der Blumen in über 900 Sorten und Arten. Auf fast sieben Hektar blühen während der Rosensaison (bis 4. September) rund 35 000 Park-, Beet-, Kletter- und Hochstammrosen. Das größte Rosarium Norddeutschlands hat auch eine hauseigene Sorte, die „Rosarium Uetersen“, eine rosa Kletter- und Strauchrose. Kostenlose Führungen sonntags um 10.30 Uhr, um 15 Uhr gibt’s ein Platzkonzert. » Berlinerstraße/Wassermühlenstraße, 25436 Uetersen, Tel. 04122/71 43 72, www.rosarium-uetersen.de 2 OBSTGARTEN HASELDORF, LINDENALLEE SEESTERMÜHE UND DER GUTSPARK IN HASELDORF Angebaut in Halbstammkulturen, geben im Obstgarten 500 Bäume Einblick in die Vielfalt alter Sorten – bis 10 Kilo Äpfel darf man mitnehmen. Die vierzeilige, 700 Meter lange Lindenallee beim Gut Seestermühe erzählt von einstiger barocker Pracht. Die Bäume des romantisch verwunschenen Gutsparks Haseldorf, darunter ausgefallene Arten wie Tulpenbaum und Gurkenmagnolie, inspirierten schon die Lyriker Rainer Maria Rilke und Detlev von Liliencron. » Kontakt: Elbmarschenhaus, Haupstr. 26, 25489 Haseldorf, Tel. 04129/95 54 90, www.elbmarschenhaus.de 3 GARTEN DER SINNE Sechs Themengärten, vom „Garten der Bewegung“ über den „Garten des Tastens“ bis zum Herzstück, dem „Garten des Wassers“, machen den Garten des Kneipp-Zentrums zur Ruhe-Oase. » Am Köhlerhof 4–6, 24576 Bad Bramstedt, Tel. 04192/506 27, www.bad-bramstedt.de

Service » SummerCity, Gänsemarkt, bis 14.8., täglich von 10 bis 23 Uhr, Eintritt frei, www.summercity.eu

DER GRÜNE PUNKT Stockbrot am Lagerfeuer, Vorführungen in der alten Schmiede und riesenhafte Gaukler im Mondschein – während der Familiennacht des Freilichtmuseums am Kiekeberg ist an Schlaf nicht zu denken: 6.8., 18–23 Uhr, 21224 Rosengarten, 9 Euro, www.kiekeberg-museum.de

KULTUR ERLEBEN

5 ALTER UND NEUER BOTANISCHER GARTEN IN KIEL Ein Urweltmammutbaum, Staudenbeete, Arznei- und Giftpflanzen: Der Alte Botanische Garten liegt nahe der Förde, vom spätromantischen Aussichtspavillon hat man einen schönen Blick. Der Neue Botanische Garten wurde Ende der 1970er-Jahre auf dem Gelände der Universität eröffnet. Dort werden in sieben Schaugewächshäusern Raritäten aus Tropen und Nebelwäldern gezeigt, u. a. die größte Seerose der Welt, die „Victoria“, deren Blätter einen Durchmesser von fast zwei Metern erreichen. » Alter Botanischer Garten: Düsternbrooker Weg 17–27/Höhe Schwanenweg, 24105 Kiel, www.kiel.city-map.de; Neuer Botanischer Garten: Am Botanischen Garten 1 – 9, 24118 Kiel, Tel. 0431 / 880 42 75, bis September 9 – 18 Uhr, ab Oktober 9 – 15 Uhr, www.uni-kiel.de 6 BAROCKGARTEN VON SCHLOSS GOTTORF Jahrhundertelang war die Anlage verschüttet und überwuchert, bis 2001 Archäologen den ältesten Barockgarten Nordeuropas freilegten. 2007 wurde der Park, in dem jedes einzelne Beet nach Originalplänen aus dem 17. Jahrhundert rekonstruiert ist, neu eröffnet. » Schloss Gottorf, 24837 Schleswig, Tel. 04621/81 30, www.schloss-gottorf.de

Magische Natur

7 BIBELGARTEN DES ST. JOHANNISKLOSTERS SCHLESWIG Eine Reise in die Pflanzenwelt der Klöster und der christlichen Legenden: 36 Pflanzen der Bibel gedeihen in dem Garten, vom Ölbaum über Wein und Feige bis zum Judasbaum. » Am St. Johanniskloster 4, 24837 Schleswig, www.st-johannis-kloster.de

Feuer, Wasser, Erde, Luft: Das Bucerius Kunst Forum widmet William Turner jetzt die Ausstellung „Maler der Elemente“

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4 ARBORETUM Der ehemalige Sichtungsgarten einer Baumschule hat sich seit 1980 zu einer spannenden Kombination aus Schulbiologie, Baumwissenschaft und Gartenkunst entwickelt: mit rund 6000 Pflanzenarten auf 17 Hektar. Hier steht der größte Zimt-Ahorn Deutschlands. Höhepunkte sind u. a. der bunte Bauerngarten, die exotische Lotusblumenblüte im spätsommerlichen Teich sowie der geologische Erlebnispfad für Kinder – mit Baumversteinerungen und Dinosauriern. » Thiensen 4, 25373 Ellerhoop, Tel. 04120/218, tgl. 10–19 Uhr, www.ellerhoop.de

Einheit: Beim Briten William Turner (1775 – 1851) verschmelzen Küste, Meer und Sonne, wie in „The New Moon“

8 JERSBEKER PARK Eine fast 800 Meter lange Lindenallee geleitet die Gäste zum Eingang des Parks, den Bendix von Ahlefeldt ab 1726 nach barocken Gestaltungsprinzipien anlegte. Am 14. Augst steigt hier ab 11 Uhr das Sommerfest. » Allee 1, 22941 Jersbek, Führungen: 04532/7264, www.jersbeker-park.de

FOTO: TATE, LONDON

TEXT: MATTHIAS GRETZSCHEL

ür den antiken Philosophen Empedokles bestand die Welt aus den vier Elementen Feuer, Wasser, Erde und Luft. Und obwohl man um 1800 bereits mehr als 30 Elemente bestimmen konnte, diente die Vier-Elemente-Lehre dem Maler William Turner und seinen Zeitgenossen noch immer als Welterklärungsmodell. In seiner aktuellen Schau stellt das Bucerius Kunst Forum am Rathausmarkt William Turner als „Maler der Elemente“ vor, wie er schon zu Lebzeiten genannt worden war. Turner hatte sie intensiv in ihren wechselnden Formen und Erscheinungen dargestellt, wie die stringent gegliederte Ausstellung mit Gemälden und Arbeiten auf Papier zeigt. Er entmythologisierte die Elemente, die in der Antike mit Göttern identifiziert worden waren, und sah in ihnen vielmehr Naturkräfte, die in Beziehung standen und miteinander verschmolzen. „William Turner war der einzige Maler seiner Zeit, der sich in einem langen Arbeitsprozess mit allen vier Elementen auseinandersetzte und auch das Feuer in seine Studien mit einbezog“, sagt Ortrud Westheider, die Direktorin des Bucerius Kunst Forums. Das Feuer übte auf die Künstler des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts eine besondere Faszination aus. Vulkanausbrüche und große Brände interessierten die Menschen in einer Zeit, in der ein Gelehrtenstreit über die Entstehung der Welt ausgetragen wurde: Die

Neptunisten vertraten die Ansicht, dass die Landschaften durch gewaltige Ur-Ozeane geformt worden seien, die die Erde ursprünglich komplett bedeckt hätten. Ihre Gegner waren die Vulkanisten, die Landschaften mit Vulkanen erklärten, die riesige Mengen an Lava über die Erdoberfläche gespuckt hätten. Interessant an dieser Debatte war, dass sich hier naturwissenschaftliche Erklärungsmuster mit philosophischen Spekulationen verbanden. Im Grunde ging es um die Frage, ob die Erde eher Resultat eines sanften und allmählichen Prozesses oder doch eruptiver Gewalten gewesen sei. William Turners lodernde Feuermotive, die wir im unteren Oktogon der Ausstellungshalle am Rathausmarkt sehen, wirken wie ein Plädoyer für den Vulkanismus. Tatsächlich hat sich Turner enorm für Vulkanausbrüche interessiert, die sich im Laufe seines Lebens mehrfach ereigneten. Leider war er nicht in Neapel, um den Ausbruch des Vesuv malen zu können. Bei einer Feuerkatastrophe anderer Art war William Turner jedoch vor Ort: Als das Londoner Parlament am 16. Oktober 1834 lichterloh brannte, mischte er sich unter die Schaulustigen. Er mietete sogar eilig ein Boot, mit dem er sich auf die Themse hinausrudern ließ, um den Feuerzauber aus nächster Nähe betrachten zu können. Zurück im Atelier brachte er gleich neun Aquarelle zu Papier, die den Brand und seine Spiegelung auf dem Wasser so ausdruckstark festhielten, dass die Vulkanisten gewiss ihre Freude daran hatten.

9 GUTSPARK WULFSDORF Urige Baumgestalten, die sich übers Wasser neigen, artenreiche Feuchtwiesen mit Pestwurz, Schachbrettblume und Orchideen: Auf dem Naturerlebnispfad sind die Kostbarkeiten des romantischen Parks zu entdecken. Das Gutshaus ist Sitz des „Hauses der Natur“ mit einer Ausstellung zum Vogelschutz des Vereins Jordsand, nebenan im Demeter-Laden gibt’s Obst und Gemüse. » Bornkampsweg 35, 22926 Ahrensburg, Tel. 04102/326 56, www.gutwulfsdorf.de 10 STAUDENGARTEN DES NOLDE-MUSEUMS Der expressionistische Maler Emil Nolde (1867 – 1956) liebte Blumen. Überall, wo er sich niederließ, legte er Gärten an, so auch um sein Haus in Seebüll. Die Wege sind in Form der Buchstaben A (für seine Frau Ada) und E (für Emil) angelegt, die Staudenbeete sorgfältig komponiert. » Nolde-Stiftung Seebüll, 25927 Neukirchen, Tel. 04664/98 39 30, 10–18 Uhr, bis September Do bis 20 Uhr, www.nolde-stiftung.de Mustergültig: der Barockgarten von Schloss Gottorf FOTOS: ISTOCKPHOTO, PR

Service » William Turner. Maler der Elemente, bis 11.9., tägl. 11 – 19, Do 11 – 21 Uhr, Bucerius Kunst Forum, Rathausmarkt 2 (U / S Rathaus), www.buceriuskunstforum.de

Sonnabend / Sonntag, 6. / 7. August 2011

› STADTGESPRÄCH

III

Camilla John trifft Lars Burmeister

Mehr Sein als Schein Armani, Versace, Hugo Boss: Der 27-Jährige ist eines der wenigen männlichen Top-Models. Ein Gespräch über Flugangst, seine Familien-WG und die Harburger Heimat

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FOTO: PATRICK PIEL

ars Burmeister arbeitet in einer der seltenen Branchen, in der Frauen deutlich mehr Geld verdienen können als Männer. Burmeister ist Model. Und was für eines. Mit einer Tagesgage von mehreren Tausend Euro gehört er zu den bestbezahlten MännerModels der Welt. Mindestens drei größere Aufträge hat der gebürtige Harburger im Monat und fliegt für Fotoshootings an die schönsten Plätze rund um den Globus. Zum Gespräch in der „Alsterperle“ erscheint der Dunkelblonde leger und eher unauffällig. Nun ja. Schön ist er schon. Lars Burmeister trägt schwarze Chucks, die mit ihm schon viermal die Welt umrundet haben. In Jeans, einem selbst gebügelten weißen Hemd und schwarzem Sakko wartet er bereits auf einer Bank. Burmeister fachsimpelt mit dem Fotografen über die Lichtbedingungen bei gutem Wetter, in der Hand einen Latte Macchiato. Herrlich unprätentiös. Kaum zu glauben, dass der 1,86-Meter-Mann schon zahlreiche Hochglanz-Magazine wie die „Vogue“ zierte, als das Gesicht von Hugo Boss bekannt wurde und für das meistverkaufte Giorgio-Armani-Parfum „Acqua di Gio“ warb. In seiner Freizeit kocht Burmeister gern mit Model-Freundin Lisa Tomaschewsky. Sportlich ist der Hamburger seinem Fußball-Heimatverein TSV Over/ Bullenhausen treu geblieben. Schnell mag er es mittlerweile auch auf der Autobahn. In seinem Alpina-BMW-Cabrio fährt er die Interviewerin gentlemanlike nach dem Gespräch zurück in die Redaktion. Ganz langsam, denn er muss ein bisschen an sein Punkte-Konto in Flensburg denken …

MAGAZIN: Sie sind so schön! Werden Sie auf der Straße eigentlich als Boss-Model erkannt? LARS BURMEISTER: Hier in Hamburg eher nicht. Aber die Leute grüßen mich, wenn ich an der Alster spazieren gehe, oder sie fragen mich, wie es mir geht. So, als würden sie mich irgendwoher kennen. MAGAZIN: Sie sind in Harburg aufgewachsen. Nicht unbedingt ein besonders modischer Stadtteil … BURMEISTER: Eigentlich wollte ich nach dem Abitur 2003 auch etwas ganz anderes machen, ich wollte Automobilkaufmann werden. Aber meine Schwester hatte Fotos von mir heimlich an eine Agentur geschickt und vier Wochen später ging es mit dem Modeln schon los. 15 Shows auf der Mailänder Modewoche, dann drei Monate später die Hugo-Boss-Kampagne. MAGAZIN: Ein kometenhafter Aufstieg! BURMEISTER: Ja, das war er auch. Das Modegeschäft ist schon ziemlich abgefahren, daran musste ich mich erst mal gewöhnen. Plötzlich ist man sehr viel allein, fliegt dauernd durch die Welt. Ich hatte das Glück, dass mich zu Beginn mein Agent Maik Tangel überallhin begleitet hat. Das ist in dem Geschäft nicht selbstverständlich, dafür bin ich ihm heute noch dankbar. MAGAZIN: Sie sind jetzt schon acht Jahre dabei. Hat Sie die Branche geprägt? BURMEISTER: Auf jeden Fall. Früher war ich sehr still und wollte einen guten Eindruck machen, jetzt bin ich lockerer. Ich finde leichter und schneller in die Posen, weiß, in welchem Winkel ich mich zum Licht setzen muss. Professionalität spart Zeit. Das ist gerade für mich als Viel-Flieger nicht unwichtig. Der Hamburg Airport ist mein zweites Zuhause geworden. Was anfangs kaum vorstellbar war. MAGAZIN: Warum?  BURMEISTER: Früher habe ich unter wahnsinniger Flugangst gelitten. Daraus hat sich auch meine einzige Star-Allüre entwickelt. 

MAGAZIN: Die da wäre?  BURMEISTER: Ich fliege nur noch mit Lufthansa. Ausschließlich. Mit anderen Airlines hatte ich richtige Horrorerlebnisse. Einmal fiel über dem Atlantik ein Triebwerk aus und wir mussten in Jacksonville notlanden. Es war schrecklich, diese unendliche Stille im Flugzeug, bis wir endlich auf dem Boden waren. Butterweiche Landung übrigens. Aber dann sechs Stunden nach Miami, mit dem Bus. Gerade noch rechtzeitig bin ich beim Kunden angekommen. MAGAZIN: Die Schattenseiten des Glamours. BURMEISTER: Absolut. Als Model bin ich ein Einzelkämpfer, muss gut aussehen und abliefern. Sechs Jahre habe ich keinen Urlaub gemacht, nur gearbeitet. Es geht immer nur um Mode. Äußerlichkeiten. Oberflächlicher geht es kaum. Deshalb fand ich es superinteressant, dass ich während der Boss-Kampagne mal hinter die Kulissen schauen konnte und mitbekommen habe, wie so was eigentlich entsteht. Welches Image geschaffen werden soll, welche Zielgruppe angesprochen wird. MAGAZIN: Seit vier Jahren sind Sie zudem das Gesicht für eines der meistverkauften Parfums der Welt. Ein Traum? BURMEISTER: Klar, die Bilder gucke ich mir schon gern an, da bin ich stolz drauf. Ich hatte in jungen Jahren schon einen älteren Look, das hat mir geholfen. Mittlerweile habe ich übrigens Gefallen daran gefunden, auch mal privat einen Anzug zu tragen. Das ist ein gutes Gefühl und ich werde dann plötzlich gesiezt. Dann geht man viel aufrechter, manchmal fühlt sich das an wie ein Schutz, ein Panzer. Am liebsten trage ich welche von Boss, einmal, weil sie sich richtig gut tragen lassen, und auch, weil ich im Boss-Shop Prozente kriege. MAGAZIN: Sie wirken sehr reif für Ihr Alter. BURMEISTER: Ich habe viel Zeit allein auf den Flügen. Ich glaube, man muss viel nachdenken, um zu sich selbst zu finden. Ich bin ohne Vater aufgewachsen, da hatte ich so meine Probleme mit. Mir hat manchmal eine männliche Bezugsperson gefehlt, gerade in der Pubertät. MAGAZIN: Dafür hatten Sie geballte Weiblichkeit um sich! BURMEISTER: Meine Mutter und meine Schwester. Familie ist das Wichtigste auf der Welt für mich. Auf die ist Verlass. Immer. Wir haben ein tolles Verhältnis zueinander, deshalb arbeite ich auch mit meiner Schwester zusammen und meine Mutter berät mich. MAGAZIN: Stimmt es, dass Sie noch einen Nebenjob haben? BURMEISTER: Ja. Ich investiere in alte Wohnungen. Meine Mutter, eigentlich Lehrerin, hatte schon immer ein gutes Gespür für Inneneinrichtung und Design. Deshalb gibt sie mir oft sehr hilfreiche Tipps. Meine Schwester Isabel kümmert sich um alles Kaufmännische. MAGAZIN: Da haben Sie ja weder finanzielle Sorgen noch jemals ein Wohnungsproblem. BURMEISTER: Stimmt. Gerade baue ich ein Mehrfamilienhaus mit zehn Wohnungen, in dem wir alle wohnen, meine Mutter, meine Schwester und meine Freundin Lisa Tomaschewsky. Alle auf der Uhlenhorst. Genau an der Alster. Super Lage. MAGAZIN: Eine richtige Familien-WG. Und so geschäftstüchtig noch dazu … BURMEISTER: Ich habe mir früh gesagt: Lars, sei clever mit deiner Knete. Außerdem sehe ich oft andere Männermodels, die nur Party machen und alles raushauen und sich dann irgendwann fragen, wo eigentlich ihr ganzes Geld geblieben ist. Aber man braucht eine gesunde Seele, auch für später. Ich baue mir eben lieber was auf. MAGAZIN: Wie sehen Sie denn Ihre Zukunft? Wollen Sie und Ihre Freundin, die ja ebenfalls als Model arbeitet und schauspielert, bald eine Familie gründen? BURMEISTER: Nee. Noch nicht. Wir haben noch Hummeln im Hintern. Aber ich sehe das bei meinen alten Schulfreunden, die verheiratet sind und Kinder haben. Es ist cool, wie sie im Familienleben teilweise aufblühen. MAGAZIN: Was tun Sie, um die Modelwelt mal zu vergessen? BURMEISTER: Eigentlich mache ich jede Sportart: Boxen, Rennradfahren, Bowlen, Laufen. Und ich bin wieder bei meinem alten Fußballverein eingetreten, dem TSV Over/Bullenhausen. Das ist super, da trainiere ich zweimal die Woche, am Sonntag wird gespielt. MAGAZIN: Welche Position? BURMEISTER: Ich sehe mich offensiv, im Mittelfeld, manchmal stellt mich der Trainer aber defensiver auf. 

MAGAZIN: Interessieren sich Ihre Mitspieler und Freunde für Ihren Modeljob? BURMEISTER: Doch, manchmal fragen sie schon. Aber ich erzähle wenig. MAGAZIN: Warum das? BURMEISTER: Ich will nicht immer im Mittelpunkt stehen. Ich profiliere mich nicht gern. Und ich mag es nicht, wenn Menschen nur über sich erzählen und in jedem Satz tolle Geschichten von sich bringen. Früher habe ich das Wort „ich“ richtig gehasst und dann echt geübt, über mich selbst zu sprechen. Jetzt klappt’s ganz gut. MAGAZIN: Machen Sie eigentlich etwas Bestimmtes, um für Ihren Job gut auszusehen? BURMEISTER: Gesunde Ernährung, aber das macht man automatisch. Außerdem koche ich auch ganz gern selbst, momentan habe ich nur noch keine Küche, die kommt erst in zwei Wochen. Deshalb bestellen wir öfter beim Lieferservice oder gehen ins „East“ oder den „Chilli Club“ essen. MAGAZIN: Also bekocht Sie nicht Ihre Mutter? BURMEISTER: Die würde mir eher einen Vogel zeigen! Ich bügle auch alle meine Hemden selbst. Ich habe ja lange genug allein in Bahrenfeld gewohnt, die beste Junggesellenwohnung, Altbau, mit Dampfbad. Da haben wir die tollsten Partys gefeiert und Fußball geguckt. Die habe ich verkauft, war mir doch etwas zu weit draußen. MAGAZIN: Sie müssen schnell am Flughafen sein können … BURMEISTER: Wenn jetzt mein Handy klingelt, muss ich sofort los, bügle meine Klamotten und bin zwei Stunden später am Flughafen und fliege zum Kunden.  MAGAZIN: Sehen Sie denn auf Ihren Reisen auch mal etwas von der Welt? BURMEISTER: Mittlerweile nehme ich mir die Zeit und bleibe gern noch einen Tag länger, schlafe aus, springe in den Pool, schaue mir die Umgebung an. Mykonos zum Beispiel oder Miami, Mailand, Hongkong, New York, L. A., San Francisco, Skandinavien. Dann erst fliege ich nach Hamburg.

Er liebt das Understatement und hasste früher das Wort „ich“: Lars Burmeister im Lokal „Alsterperle“

Kurz-Biografie » Lars Burmeister wurde am 26. April 1984 in Hamburg geboren. Er wuchs bei seiner Mutter und der drei Jahre älteren Schwester in Harburg auf, machte dort auch 2003 sein Abitur. Ursprünglich wollte er eine Ausbildung zum Automobilkaufmann absolvieren, doch seine Schwester schickte Fotos von ihm an eine Hamburger Modelagentur, mittlerweile ist er bei der Hamburger Agentur Spin Models bei Agent Maik Tangel unter Vertrag. Seine Traummaße: Größe 186 cm, Brustumfang 94 cm, Taille 82 cm, Konfektion 48 / 50. Zu seinen Kunden zählen Roberto Cavalli, Armani, Versace, Louis Vuitton, Hugo Boss. Lars Burmeister lebt mit seiner Freundin Lisa Tomaschewsky auf der Uhlenhorst.

THE BRITISH SHOP

MAGAZIN: Könnten Sie woanders als in Hamburg leben? BURMEISTER: Ja. MAGAZIN: Und wo? BURMEISTER: New York.

Made in England

MAGAZIN: Eine schöne Stadt. BURMEISTER: Da werden einfach die größten Kampagnen geschossen. Und ich müsste nicht mehr so viel fliegen. MAGAZIN: Wieder sehr rational gedacht. BURMEISTER: Das Wort umschreibt mich echt gut. Mittlerweile weiß ich einfach, wie der Hase läuft. Ich bin ja nicht auf den Kopf gefallen. Jeder muss für sich selbst wissen, was gut für einen ist. MAGAZIN: Und was tun Sie sich Gutes?  BURMEISTER: Manchmal kaufe ich mir etwas. Eine schöne Uhr ist Luxus. Oder eine Haushaltshilfe. Oder ein tolles Auto. Denn ich bin ja der absolute Autofreak. Ich weiß alles über Autos. MAGAZIN: Das war schon immer so? BURMEISTER: Neben der Schule habe ich total gern in einer Kfz-Werkstatt an Autos geschraubt und jetzt kaufe ich mir an jedem Flughafen nur noch Autozeitschriften und kann alle Daten auswendig. MAGAZIN: Und welche Farbe hat Ihr Auto? BURMEISTER: Schwarz. MAGAZIN: Gangstermäßig … BURMEISTER: ... oder einfach nicht mutig genug.

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IV › THEMA DER WOCHE

Sonnabend / Sonntag, 6. / 7. August 2011

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Elbchaussee 401 – 403, Tel. 82 25 50, „High Tea“ ab Oktober tgl. 15 – 18 Uhr, 25 Euro, www.hotel-jacob.de Wenn es draußen bald wieder ungemütlich wird, ist der beste Zeitpunkt, einen Nachmittag im altehrwürdigen Louis C. Jacob einzuchecken. Und wenn dann in der Bar der Tee vor einem dampft, daneben eine Etagere mit Scones, Gurkensandwiches und hübsch drapierten Petit Fours glänzt, ist die Welt sehr freundlich. Man lässt sich umsorgen, als wäre man gerade eben nach Hause gekommen. Und das Zuhause ist eben eine Art Buckingham Palace.

SHOPS

Must-have: Fenster-Reservierung (Elbblick)

Sweet Suburbia

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Vier Jahreszeiten

The George

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Neuer Jungfernstieg 9 – 14, Tel. 349 40, tgl. 14 – 18 Uhr, 39 Euro, www.hvj.de

Barcastr. 3, Tel. 280 03 00, tgl. 15 – 18 Uhr, 21 Euro, www.thegeorge-hotel.de

In der Wohnhalle des Luxus-Hotels sieht es ohnehin aus wie in einem altenglischen Herrenhaus: Kamin, holzvertäfelte Wände, stilvoll gemütliche Sessel. In denen schmeckt der Afternoon Tea. Das Original Königin Victoria Gedeck ist nichts für Eilige: Für die Scones mit Clotted Cream, Erdbeermarmelade oder Schokosplitter, englische Teekuchen, Ingwerschnittchen, Mohn-Moussetörtchen, Limonentarte, Schokobrownies, Sandwiches, Roastbeef und Lachs braucht es Zeit zum Genießen.

Die Tradition ist strictly british, die Ausführung im The George eher die moderne Interpretation des Afternoon Tea. In der Bar oder in der Bibliothek wird er serviert, mit Scones, Marmelade, Clotted Cream und in Schokolade getauchten Früchten. Aber flankiert werden diese Klassiker des Teerituals von Tiramisu, Tramezzini und Crème brûlée – eine gute Kombination. Wer danach allerdings noch zu Abend essen möchte, sollte einen Spaziergang an der Außenalster um die Ecke in Erwägung ziehen.

Must-have: Fingersandwiches mit Gurke

British Shopping

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Must have: Taggiasche Oliven zum Tee

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English Books and British Food

Park Hyatt

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VERY BRITISH

TEA-TIME

Vereinigtes Hamburger Königreich

Louis C. Jacob

Hamburger Bridge Center Unter der Leitung von Starspieler Josef Piekarek bietet das BridgeCenter Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene, montags bis freitags Übungsspiele und -turniere, Seminare sowie Bridgereisen nach Miedzyzdroje und an den Müritzsee. » Hamburger Str. 213, Tel. 29820555, www.hamburger-bridge-center.de

Bugenhagenstr. 8, Tel. 33 32 12 34, tgl. 14.30 – 17 Uhr, 22 Euro, www.hamburg.park.hyatt.com Kein Laut dringt von der belebten Mönckebergstraße hinauf in die Park Lounge des Hyatt im 2. Stock. Alles wirkt ganz entspannt. Umgeben von Bücherregalen, einem Kamin und viel Kirschholz sorgt der Afternoon Tea für innere Ruhe. Dazu ein zartes Sandwich, einen Schluck Tee und vielleicht auch Champagner, ein Häppchen der hauseigenen Patisserie, ein duftend vanillegefülltes Eclair etwa – dann hat Hektik einfach keinen Platz mehr.

Alster Bridge Club In den Räumlichkeiten des Clubs an der Alster (Tennisanlage Rothenbaum) finden mittwochs um 19 Uhr Turniere statt. Anmeldung bitte über die Homepage des Clubs. » Greflingstr. 1, Spielort: Tenniscenter Rothenbaum, Hallerstr. 91, www.alster-bridge-club.de

Must have: Roiboos Chocolatier

Anglo-German Club e.V. Die Idee des Anglo-German Clubs geht auf den späteren britischen Generalkonsul Sir John Dunlop zurück, der 1948 die Beziehungen zwischen Briten und Deutschen wieder auf eine freundschaftliche Basis stellen wollte. Der Club – residierend an der Außenalster in einer stilvollen Villa am Harvestehuder Weg – vergibt Stipendien, unterstützt unter anderem den deutsch-englischen Schüleraustausch und veranstaltet regelmäßig Events, bei denen die Kontaktpflege und der Informationsaustausch zwischen Briten und Deutschen im Vordergrund stehen. Dazu gehören das alljährliche Golfturnier, die Garden Party zu Ehren und anlässlich des Geburtstages der englischen Königin und die „Herrenessen“. Mitgliedern und Gästen steht zudem mit der Gastronomie Pütter ein vor allem für seine exzellenten Weine bekanntes Restaurant mit 60 Plätzen zur Verfügung. » Harvestehuder Weg 44, Tel. 450155-12/13, Mo–Fr 9–13 Uhr, www.anglo-german-club.de Sommerpause bis 7. August

Sandy’s Food

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Must-have: English Rose Luxury Soap

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Die vielfältige Kultur „von der Insel“ hat in Hamburg viele Spuren hinterlassen. Über 30 ADRESSEN für englische, irische und schottische Lebensart – von Bridge bis Bier, von Musik bis Mode, von Sport bis Shopping

Germania Ruder Club

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Der Hamburger & Germania Ruder Club, Alsterufer 21, Tel. 44 87 94, www.der-club.de 1829 fand die erste Ruderregatta zwischen den Universitäts-Teams von Oxford und Cambridge statt. Sieben Jahre danach fanden sich junge Hamburger zum Germania Ruder Club zusammen, einem der ältesten Sportvereine unserer Stadt. Seit der Vereinigung der großen Hamburger Ruderclubs residiert der „Hamburger und Germania Ruder Club“ im 1924 fertig gestellten gelben Clubhaus. Und pflegt die britische Rudertradition in der Hansestadt seit fast zwei Jahrhunderten.

Must-have: Konzert Bec Lavelle, 10.8., 20 Uhr

Hans-Albers-Platz 18, Tel. 31 64 57, Mo – Do 16 – 4, Fr 12 Uhr bis Mo 4 Uhr durchgehend, www.london-pub.de Schon kurz nach seiner Eröffnung Mitte der 90er wurde das kleine Lokal eine Art Wohnzimmer hier lebender Briten. Die freuten sich darüber, dass die Tresenglocke nicht vor 3.45 Uhr zur Last Order ruft und am Wochenende ganz schweigt. So kommt man von überall her, um Newcastle Brown Ale zu trinken, St. Patrick’s Day zu feiern und über Rugby und Fußball zu fachsimpeln – besonders über die Premier League, deren Spiele übertragen werden. Must-have: Snake Bite (Bier mit Cider)

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Mittelweg 27, Tel. 44 45 12, Mo – Sa ab 18 Uhr, www.kempspub.de Wer das Kemp’s betritt, sieht rot: bordeaux bis karmin vom Boden bis zur Decke. Dazu sind die Wände dicht behängt: mit Queen Elizabeth, jung und schön gerahmt. Und ein Plakat vom Starclub. In dessen Hausband hat Gibson Kemp, der heute mit seiner Frau Tina (ehemals Les Humphries Singers) das englische Lokal führt, Schlagzeug gespielt. Heute kocht er viel lieber für seine Gäste, darunter häufig Hamburger Prominenz. Sausages mit Mash zum Beispiel und gute Currys. Bodenständig, aber raffiniert. Must-have: Cottage Pie

Streit’s

Jungfernstieg 38, Tel. 34 60 51, www.streits.de „Screening in english“ – das ist der Grund, warum das Streit’s Filmtheater am Jungfernstieg zu den beliebtesten Hamburger AusgehAdressen für Briten und ihre Gäste gehört. Das altehrwürdige Lichtspielhaus versteht sich als Premierenkino mit einem Saal. Zu sehen gibt’s englischsprachige Originalversionen ohne Untertitel und da verwundert es nicht, dass ausgerechnet „The King’s Speech“ mit über 10 000 Besuchern der erfolgreichste Film seit Umstellung auf dieses Filmangebot wurde. Leider droht 2013 die Schließung. Must-Have: „Crazy, Stupid, Love“, 17.8.

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MODE

PUBS

Kemp’s

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Shamrock

Feldstr. 40, Tel. 43 27 72 75, So, Di – Do ab 18, Fr ab 17, Sa ab 13 Uhr, www.shamrockirishbar.com

Must-have: 21 Sorten Cider (Apfelwein)

Hackett

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Zuvor im Alster CC organisiert, sind Cricketspieler der Hansestadt seit 2008 beim Traditionsverein THCC Rot-Gelb aktiv. Auf dem weitläufigen Gelände in Klein Flottbek betreiben zahlreiche Akteure mit Herkunft Commonwealth den schnellen und spannenden Sport mit den Gentleman-Regeln. Der THCC Rot-Gelb wurde im vergangenen Jahr Norddeutscher Meister. Übrigens werden offizielle Mittags- und Teepausen eingehalten.

Rudolf Beaufays

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Hamburger Golf-Club

Hamburger Polo Club, Jenischstr. 26, Tel. 82 06 81, www.hamburger-polo-club.de

Hamburger Golf-Club, In de Bargen 59, Tel. 81 21 77, www.golfclub-falkenstein.de

1859 wurde der erste englische Polo-Club gegründet, 1898 das Hamburger Pendant in Klein Flottbek. Nachdem fast 20 Jahre der Polosport in Hamburg ruhte, wurde der PoloClub 1955 erneut zum Leben erweckt und hat seit den 1980er-Jahren eine fulminante Entwicklung genommen. Unter den Akteuren des ältesten Polo-Clubs des europäischen Kontinents befinden sich die besten Spieler Deutschlands, die wie ihre Teamkollegen viermal die Woche trainieren.

Die britischen Architekten Colt, Alison & Morrison gestalteten den im Juli 1930 eröffneten Falkensteiner Kurs. Bereits 1906 in der Patriotischen Gesellschaft gegründet, hat der Hamburger Golf-Club – zweimal vom „Golf Magazin“ als bester Golf-Club Deutschlands gekürt –, eine eng mit den Engländern verknüpfte Geschichte: 1945 übernahmen die Briten Platz und Clubhaus, im Januar 1952 wurden beide an die Deutschen zurückgegeben und haben bis heute ihren englischen Charakter beibehalten.

Must-Have: Suspensorium

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Hamburger Polo Club

Must-Have: Polo-Derby-Tickets, 26. – 28.8.

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Ladage & Oelke

Must-Have: Sommerfest, 13.8.

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Burberry

Hohe Bleichen 28, Tel. 32 08 84 79, Mo – Fr 10 – 19, Sa 10 – 18 Uhr, www.hackett.com

Büschstr. 9, Tel. 35 71 59 77, Mo – Fr 12 – 18, Sa 11 – 16 Uhr, www.rudolf-beaufays.de

Neuer Wall 11, Tel. 34 14 14, Mo – Fr 10 – 19, Sa 10 – 18 Uhr, www.ladage-oelke.de

Neuer Wall 71, Tel. 34 58 56, Mo – Fr 10 – 19, Sa 10 – 18 Uhr, www.burberry.com

Schon seit 29 Jahren zieht es Exil-Iren hier her. Und Menschen, die Folk und Guinness schätzen. An Spieltagen des FC St. Pauli ist die Kneipe gestopft voll und an Darts nicht mehr zu denken. Trotzdem muss keiner lange auf seine Bestellung warten, das zweisprachige Team ist auf Zack. Donnerstag ist Pub Quiz, samstags Premier League, St.-Pauli-Spiele werden ebenso übertragen wie der English Super Cup: Manchester City gegen Manu, 7.8., 15.30 Uhr.

Düfte, Accessoires, Herrenbekleidung, Taschen und Kindermode von Hackett London bietet seit dem Frühsommer die Dependance des britischen Herrenausstatters. Mit der Kombination aus Eleganz und Understatement, eingepasst in stilecht englisches Interieur, bedient Hackett zum Beispiel mit handgefertigten Anzügen, edlen Schals und Seidenkrawatten den dandyhaften Brit Chic. Ganz im Sinne von Gründer Jeremy Hackett, der seit 1979 als ein Bewahrer der englischen Lebensart gilt.

Stetig wechselnde Trends in der Männermode sind Unsinn. Entweder man hat einen guten Geschmack oder einen schlechten – so das simple Credo von Rudolf Beaufays, dessen Second-Hand-Store für klassischen englischen Style seit 1999 bekannte Marken und kleine Schätze bereithält. Steppjacken, Seidenkrawatten, Hüte, Hemden, Blazer, Morgenmäntel u. v. m. findet sich im Angebot von Rudolf Beaufays, der seinen Kunden nicht nur Stil, sondern auch zahlreiche Anekdoten zu bieten hat.

Bis unter die stuckverzierte Decke des 450 Quadratmeter großen Ladens stapeln sich in Holzregalen Gehröcke, Dufflecoats, Mäntel, Stutzer, Troyer, Einstecktücher und vieles mehr. Das englische Kleidermagazin ist seit 1845 in Familienbesitz und lässt einen bereits nach dem Eintreten durch die schwere Jugendstiltür die hanseatische Affinität zu England atmen. Das Sortiment für die Dame und den Herrn umfasst Eigenmarken mit Kollektionen von Longchamps, Lembert und vielen anderen.

In Hampshire eröffnete Thomas Burberry 1856 sein erstes Geschäft, gut 150 Jahre später gehört die Londoner Marke wieder zu den attraktivsten Luxuslabels von der Insel. Das berühmte Karomuster – 1924 eingeführt – findet man natürlich auch in den neuen, 650 Quadratmeter großen Store-Räumen am Neuen Wall. Seit Mitte Juli residiert hier Burberry (wird bald noch um ein Stockwerk erweitert) in vergleichbar prominenter Shoppinglage wie an Londons schicker Brompton Street.

Must-have: die perfekte Guinnesscremehaube

Must-Have: Shoppingpause im Ohrensessel

The English Theatre of Hamburg

Lerchenfeld 14, Tel. 227 70 89, Aufführungen: Mo – Sa 19.30, Di und Fr auch 11 Uhr, www.englishtheatre.de Gegründet wurde das Theater 1976 von zwei Amerikanern: Robert Rumpf und Clifford Dean legten den Grundstein der im 1. Stock des Hammonia-Bades residierenden, 160 Zuschauer fassenden Spielstätte. Ihr Ziel: globale Verständigung durch Sprache und Theaterkunst zu fördern. Die kommende und vier Stücke umfassende Spielzeit startet am 5. September mit „The Fox“ von Allan Miller nach der Novelle von D. H. Lawrence. Must-Have: „The Fox“ ab 5.9.

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Abaton

Allendeplatz 3, Tel. 41 32 03 20, www.abaton.de Eine Mischung aus Musik-, Kultur- und Dokumentarfilmen, Retrospektiven, Stummfilmen und sogar Streifen im Original mit und ohne deutsche Untertitel – das Abaton gehörte Anfang der 1970er-Jahre zur bis dato unbekannten Gattung des Programmkinos. Schwerpunkt ist bis heute neue Filmkunst aus aller Welt, kenntnisreich kuratiert, die zahlreiche internationale Gäste in die Vorstellungen lockt. Originalstreifen in Englisch mit deutschen Untertiteln im August: Woody Allens „Midnight in Paris“ (18.), „The Guantanamo Trap“ (25.). Must-Have: Komödie „Alles koscher!“ (OmU)

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The Rover Rep Theatre

MUSIK

Noch immer baumelt vor der Tür das Eier-CarlSchild, und Eiergrog wird hier auch heute eingeschenkt – neben Ardbeg, Oban, Talisker oder Lagavulin und etwa 20 Whisk(e)y-Sorten, seit aus der Eckkneipe ein Pub wurde. Auf der Karte stehen Labskaus und Fish & Chips dicht beieinander. Jeden ersten Donnerstag im Monat gibt’s nach Voranmeldung Hummer für 10 Euro und immer London Beefeater Gin, Queen Mums Lieblingsgetränk. Dann ist es so, als wäre man nicht in Altona, sondern in Aberdeen.

London Pub

KINO & THEATER

Fischmarkt 3, Tel. 0174 / 311 19 91, Mo – Fr ab 8 Uhr, Sa/So 24 Std., www.slatterys-irishpub.de

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THCC Rot-Gelb Hamburg

THCC Rot-Gelb Hamburg, Hemmingstedter Weg 140, Tel. 81 99 29 66, www.thcc-rot-gelb.de

Must-Have: Ruder-Bundesliga in HH, 27.8.

Slattery’s Irish Pub

Must-have: Haggis

Quietschbunt sind die Regale. Schließlich finden sich hier fast alle Ernährungssünden, die einem bei London-Besuchen ans Herz gewachsen sind: Sandwich Spread und Cadbury Schokocreme, Kettle Chips, Chicken-andMushroom-Pie, Clotted Cream- und WhiskyFudge. Aber auch Bio ist zu haben, etwa Twinings Organic, Breakfast Tea und Schokolade von Green & Black’s. Delicious! Chef Gunther Matzat erfüllt bei Shoppingtouren in England sogar spezielle Produktwünsche für Kunden.

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Man könnte glauben, in dem Shop sei ohnehin alles zu haben, wovon Exil-Briten in Hamburg träumen. Denn von Zahnpasta bis Märchencassetten reicht das Repertoire. Wenn aber doch einmal etwas fehlt, Black Pudding etwa, wird es fix bestellt. Schießlich ist es mehr als nur ein Shop: Heimatgefühl. Und Menschen, die nicht in Großbritannien geboren sind, lernen hier viel. Nicht nur über Essgewohnheiten und Sprache – auch über britischen Humor.

Osterstr. 177, Tel. 27 14 57 19, Mo – Fr 10 – 19, Sa 10 – 15 Uhr, www.britishfood4you.de

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1

REDAKTION: MANU SCHMICKLER & MARCO FUCHS

Kunden, die erstmals David Hollands Ladenlokal betreten, denken, sie wären schnell mit einer ausgefallenen Crispssorte von Scampi Fries bis Smokey Bacon, ein paar Keksen oder Sharwoods-Gewürzen wieder draußen. Dann müssen sie erkennen, dass es sich um ein hübsches Labyrinth handelt, in dem nicht nur Tiefgekühltes, Herzhaftes und Süßes von der Insel verkauft wird, sondern auch Rosenseife von Yardley, Aftershave von Bronnley, Teeservice oder Beistelltischchen aus poliertem Holz.

Must-have: William-&-Kate-Löffel

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Klein und plüschig ist das Ottensener Eckgeschäft. Da ist es schon ein Wunder, dass Sandra Peters ihren Kunden von duftigen Rosenseifen, ausgefallenen Armbändern, BeatlesHampelmännern, Marmite, Scones, gutem Tee und Royal-Wedding-Fähnchen bis hin zu Mode von Ben Sherman und Pringles of Scotland einfach alles aus den liebevoll bestückten Regalen zaubern kann. Während sie von ihrem Sortiment erzählt, wird klar, dass die gelernte Steinmetzin sehr verliebt ist: in Great Britain.

Stresemannstr. 167 – 169, Tel. 851 44 78, Mo – Fr 12 – 19, Sa 10 – 16 Uhr, www.english-books-hamburg.de

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Molly Malone

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Must-Have: Samtsakkos

Thomas Read

Großneumarkt 8, Tel. 317 31 41, www.roverrep.net

Hans-Albers-Platz 20, Tel. 31 79 15 63, Di – So ab 20 Uhr, www.molly-malone-hh.de

Nobistor 10 / 10 a, Tel. 31 17 18 40, Mi – So ab 18 Uhr, www.thomasread.de

Das englisch-sprachige Pub-Theater im Celtic Cellar, dem 45 Sitzplätze fassenden Theater im UG des Irish Rover, wurde 2003 von Rebecca Garron gegründet. Seitdem hat die Gruppe Ein-Personen-Stücke, Komödien, Dramen und Werke aus Irland, den USA und England auf die Bühne gebracht. Die zwei Stücke pro Spielzeit bieten englischen Muttersprachlern die Möglichkeit, unter Profi-Bedingungen zu arbeiten und sich dem deutschen Publikum in zeitgenössischen Stücken vorzustellen.

Für ein Pub ist das Molly Malone recht groß. Voll ist es dennoch meist. Am Wochenende versammeln sich Exil-Briten, Touristen und Hamburger zwischen den Backsteinwänden und bevölkern bisweilen sogar die Fensterbänke, schunkeln, trinken, singen – und sofern es der Platz erlaubt, tanzen sie auch. Zu „Angel“, „What’s up“ oder „Smells Like Teen Spirit“. Die Band gibt alles, das Publikum auch, es ist Massenkaraoke, die Stimmung könnte bei Robbie Williams persönlich nicht besser sein.

Irish Folk ist das nicht unbedingt, was auf der Bühne des Thomas Read gespielt wird. Manchmal ist es sogar deutscher Ska-Punk, wie etwa von WollePolle. Weil die aber so gut wie Madness klingen, kommt trotzdem Great-BritainGefühl auf. Das Thomas Read ist Pub, Live Club und Disco in einem: auf der einen Seite wird getanzt und auf der anderen Stagediving geprobt; in der Mitte, im Pub, ist es beinahe ruhig. Es sei denn, es wird Fußball übertragen. Denn Sportsbar ist das beliebte Lokal natürlich auch.

Must-Have: Sitzkissen und Stout

Must-Have: Platz auf der Fensterbank

Must-Have: Studentenausweis (Rabatte)

Must-Have: Ärmelhalter und Herrenkilts

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Finnegan’s Wake

Börsenbrücke 4, Tel. 374 34 33, Mo – Mi ab 16, Do – So ab 12 Uhr, www.finneganswakeirishpub.com Freitagnachmittag sieht man viele Männer in feinem Zwirn. Die sitzen hier beim Feierabendbier, im mit Teppich ausgelegten hinteren Teil des Pubs – wie in London üblich. Vorne am Tresen ist der Boden blank, zum Glück, denn beim abendlichen Tanzen schwappt schon mal Stout oder Red aus den Pints. Im August ist noch Karaokezeit, ab September stehen am Wochenende wieder Profis auf der Bühne, singen Eigenes und Klassiker, bis 1 Uhr morgens. Must-Have: Bangers & Mash

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Must-Have: Trenchcoats, noch immer

The Old Dubliner

Neue Str. 58 / Lämmertwiete, tgl. ab 18 Uhr, Tel. 77 11 04 45, www.olddubliner.de Wenn es regnet und sich das Licht der alten Straßenlaternen im Kopfsteinpflaster bricht, sieht die Lämmertwiete fast aus wie eine irische Dorfstraße. Echte Iren gibt es dort auch. Larry Mathews kommt mittwochs, um mit Interessierten auf der Bodhrán zu trommeln – ein Rhythmus, der ins Bein geht. Manchmal steht er auch mit seiner Band Blackstone auf der Bühne (19.8.), auf der freitags und samstags Singer/Songwriter und Bands dafür sorgen, dass Harburg ein bisschen britisch wird. Must-Have: Hot Toddy (Whisky-Cocktail)

KARTE: GRAFIKANSTALT; FOTOS: JULIA WAGNER (10), KAI ABRESCH, ROLAND MAGUNIA, PATRICK PIEL, HINNERK RÜMENAPF, STEFAN VON STENGEL, JENS WEIN, ISTOCKPHOTO (3), PICTURE-ALLIANCE, PR (11)

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Hegestr. 30, Tel. 51 32 63 26, Mo – Fr 10 – 19, Sa 10 – 16 Uhr, www.british-shopping.de

SPORT

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Eulenstr. 49, Tel. 42 10 26 40, Mo – Fr 11 – 19, Sa 11 – 16 Uhr, www.sweetsuburbia.de

V

BRITISH FLAIR DAY Am 6. und 7. August findet der bisherige „British Day“ unter neuem Namen an altbekannter Stelle statt: Erstmals als „British Flair“ firmiert das Event auf dem Gelände des Hamburger Polo Clubs in Klein Flottbek. Der Kultcharakter soll erhalten bleiben. Dafür sorgen Spezialitäten der englischen Küche wie Cream Teas, Pimm’s, Curries und Fish’n Chips, zahlreiche Verkaufsstände und das Rahmenprogramm: von Polo und Rugby über Hunde-, Falkner- und Pferdevorführungen bis hin zu den schottischen „Highland Games“ inklusive Baumstamm- und Gummistiefelweitwurf. Für die kleinen Gäste gibt es Kinderschminken und den Paddington Bear, für die Erwachsenen Whiskey-Verkostung und britischen Schnickschnack von Gartenmöbeln über Wachsjacken bis Porzellan. Musikalisch bewegt sich das Programm zwischen Fab Four und Last Night Of The Proms: Die Band Abbey Tunes spielt Beatles-Songs, die Hamburger Symphoniker unter Leitung von Russell Harris und in Begleitung der Londoner Opera Interludes spielen beim „British Flair Open Air Proms Concert“ Klänge von Verdi, Brahms, Strauss und Lehár – beim Picknick unter freiem Himmel.

» HHer Polo Club, Jenischstr. 26, Klein Flottbek, Sa/So, 6./7. August, jeweils 11–18 Uhr, Eintritt 8, Kinder 2, Familienkarte 17,50 Euro, www.britishflair.de

» Open Air Proms Concert, Sa, 6. August, ab 20.30, Einlass 18.30 Uhr, 22 Euro plus Vorverkaufsgebühr; Abendkasse: 28 Euro

IV › THEMA DER WOCHE

Sonnabend / Sonntag, 6. / 7. August 2011

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Elbchaussee 401 – 403, Tel. 82 25 50, „High Tea“ ab Oktober tgl. 15 – 18 Uhr, 25 Euro, www.hotel-jacob.de Wenn es draußen bald wieder ungemütlich wird, ist der beste Zeitpunkt, einen Nachmittag im altehrwürdigen Louis C. Jacob einzuchecken. Und wenn dann in der Bar der Tee vor einem dampft, daneben eine Etagere mit Scones, Gurkensandwiches und hübsch drapierten Petit Fours glänzt, ist die Welt sehr freundlich. Man lässt sich umsorgen, als wäre man gerade eben nach Hause gekommen. Und das Zuhause ist eben eine Art Buckingham Palace.

SHOPS

Must-have: Fenster-Reservierung (Elbblick)

Sweet Suburbia

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Vier Jahreszeiten

The George

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Neuer Jungfernstieg 9 – 14, Tel. 349 40, tgl. 14 – 18 Uhr, 39 Euro, www.hvj.de

Barcastr. 3, Tel. 280 03 00, tgl. 15 – 18 Uhr, 21 Euro, www.thegeorge-hotel.de

In der Wohnhalle des Luxus-Hotels sieht es ohnehin aus wie in einem altenglischen Herrenhaus: Kamin, holzvertäfelte Wände, stilvoll gemütliche Sessel. In denen schmeckt der Afternoon Tea. Das Original Königin Victoria Gedeck ist nichts für Eilige: Für die Scones mit Clotted Cream, Erdbeermarmelade oder Schokosplitter, englische Teekuchen, Ingwerschnittchen, Mohn-Moussetörtchen, Limonentarte, Schokobrownies, Sandwiches, Roastbeef und Lachs braucht es Zeit zum Genießen.

Die Tradition ist strictly british, die Ausführung im The George eher die moderne Interpretation des Afternoon Tea. In der Bar oder in der Bibliothek wird er serviert, mit Scones, Marmelade, Clotted Cream und in Schokolade getauchten Früchten. Aber flankiert werden diese Klassiker des Teerituals von Tiramisu, Tramezzini und Crème brûlée – eine gute Kombination. Wer danach allerdings noch zu Abend essen möchte, sollte einen Spaziergang an der Außenalster um die Ecke in Erwägung ziehen.

Must-have: Fingersandwiches mit Gurke

British Shopping

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Must have: Taggiasche Oliven zum Tee

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English Books and British Food

Park Hyatt

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VERY BRITISH

TEA-TIME

Vereinigtes Hamburger Königreich

Louis C. Jacob

Hamburger Bridge Center Unter der Leitung von Starspieler Josef Piekarek bietet das BridgeCenter Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene, montags bis freitags Übungsspiele und -turniere, Seminare sowie Bridgereisen nach Miedzyzdroje und an den Müritzsee. » Hamburger Str. 213, Tel. 29820555, www.hamburger-bridge-center.de

Bugenhagenstr. 8, Tel. 33 32 12 34, tgl. 14.30 – 17 Uhr, 22 Euro, www.hamburg.park.hyatt.com Kein Laut dringt von der belebten Mönckebergstraße hinauf in die Park Lounge des Hyatt im 2. Stock. Alles wirkt ganz entspannt. Umgeben von Bücherregalen, einem Kamin und viel Kirschholz sorgt der Afternoon Tea für innere Ruhe. Dazu ein zartes Sandwich, einen Schluck Tee und vielleicht auch Champagner, ein Häppchen der hauseigenen Patisserie, ein duftend vanillegefülltes Eclair etwa – dann hat Hektik einfach keinen Platz mehr.

Alster Bridge Club In den Räumlichkeiten des Clubs an der Alster (Tennisanlage Rothenbaum) finden mittwochs um 19 Uhr Turniere statt. Anmeldung bitte über die Homepage des Clubs. » Greflingstr. 1, Spielort: Tenniscenter Rothenbaum, Hallerstr. 91, www.alster-bridge-club.de

Must have: Roiboos Chocolatier

Anglo-German Club e.V. Die Idee des Anglo-German Clubs geht auf den späteren britischen Generalkonsul Sir John Dunlop zurück, der 1948 die Beziehungen zwischen Briten und Deutschen wieder auf eine freundschaftliche Basis stellen wollte. Der Club – residierend an der Außenalster in einer stilvollen Villa am Harvestehuder Weg – vergibt Stipendien, unterstützt unter anderem den deutsch-englischen Schüleraustausch und veranstaltet regelmäßig Events, bei denen die Kontaktpflege und der Informationsaustausch zwischen Briten und Deutschen im Vordergrund stehen. Dazu gehören das alljährliche Golfturnier, die Garden Party zu Ehren und anlässlich des Geburtstages der englischen Königin und die „Herrenessen“. Mitgliedern und Gästen steht zudem mit der Gastronomie Pütter ein vor allem für seine exzellenten Weine bekanntes Restaurant mit 60 Plätzen zur Verfügung. » Harvestehuder Weg 44, Tel. 450155-12/13, Mo–Fr 9–13 Uhr, www.anglo-german-club.de Sommerpause bis 7. August

Sandy’s Food

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Must-have: English Rose Luxury Soap

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Die vielfältige Kultur „von der Insel“ hat in Hamburg viele Spuren hinterlassen. Über 30 ADRESSEN für englische, irische und schottische Lebensart – von Bridge bis Bier, von Musik bis Mode, von Sport bis Shopping

Germania Ruder Club

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Der Hamburger & Germania Ruder Club, Alsterufer 21, Tel. 44 87 94, www.der-club.de 1829 fand die erste Ruderregatta zwischen den Universitäts-Teams von Oxford und Cambridge statt. Sieben Jahre danach fanden sich junge Hamburger zum Germania Ruder Club zusammen, einem der ältesten Sportvereine unserer Stadt. Seit der Vereinigung der großen Hamburger Ruderclubs residiert der „Hamburger und Germania Ruder Club“ im 1924 fertig gestellten gelben Clubhaus. Und pflegt die britische Rudertradition in der Hansestadt seit fast zwei Jahrhunderten.

Must-have: Konzert Bec Lavelle, 10.8., 20 Uhr

Hans-Albers-Platz 18, Tel. 31 64 57, Mo – Do 16 – 4, Fr 12 Uhr bis Mo 4 Uhr durchgehend, www.london-pub.de Schon kurz nach seiner Eröffnung Mitte der 90er wurde das kleine Lokal eine Art Wohnzimmer hier lebender Briten. Die freuten sich darüber, dass die Tresenglocke nicht vor 3.45 Uhr zur Last Order ruft und am Wochenende ganz schweigt. So kommt man von überall her, um Newcastle Brown Ale zu trinken, St. Patrick’s Day zu feiern und über Rugby und Fußball zu fachsimpeln – besonders über die Premier League, deren Spiele übertragen werden. Must-have: Snake Bite (Bier mit Cider)

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Mittelweg 27, Tel. 44 45 12, Mo – Sa ab 18 Uhr, www.kempspub.de Wer das Kemp’s betritt, sieht rot: bordeaux bis karmin vom Boden bis zur Decke. Dazu sind die Wände dicht behängt: mit Queen Elizabeth, jung und schön gerahmt. Und ein Plakat vom Starclub. In dessen Hausband hat Gibson Kemp, der heute mit seiner Frau Tina (ehemals Les Humphries Singers) das englische Lokal führt, Schlagzeug gespielt. Heute kocht er viel lieber für seine Gäste, darunter häufig Hamburger Prominenz. Sausages mit Mash zum Beispiel und gute Currys. Bodenständig, aber raffiniert. Must-have: Cottage Pie

Streit’s

Jungfernstieg 38, Tel. 34 60 51, www.streits.de „Screening in english“ – das ist der Grund, warum das Streit’s Filmtheater am Jungfernstieg zu den beliebtesten Hamburger AusgehAdressen für Briten und ihre Gäste gehört. Das altehrwürdige Lichtspielhaus versteht sich als Premierenkino mit einem Saal. Zu sehen gibt’s englischsprachige Originalversionen ohne Untertitel und da verwundert es nicht, dass ausgerechnet „The King’s Speech“ mit über 10 000 Besuchern der erfolgreichste Film seit Umstellung auf dieses Filmangebot wurde. Leider droht 2013 die Schließung. Must-Have: „Crazy, Stupid, Love“, 17.8.

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MODE

PUBS

Kemp’s

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Shamrock

Feldstr. 40, Tel. 43 27 72 75, So, Di – Do ab 18, Fr ab 17, Sa ab 13 Uhr, www.shamrockirishbar.com

Must-have: 21 Sorten Cider (Apfelwein)

Hackett

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Zuvor im Alster CC organisiert, sind Cricketspieler der Hansestadt seit 2008 beim Traditionsverein THCC Rot-Gelb aktiv. Auf dem weitläufigen Gelände in Klein Flottbek betreiben zahlreiche Akteure mit Herkunft Commonwealth den schnellen und spannenden Sport mit den Gentleman-Regeln. Der THCC Rot-Gelb wurde im vergangenen Jahr Norddeutscher Meister. Übrigens werden offizielle Mittags- und Teepausen eingehalten.

Rudolf Beaufays

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Hamburger Golf-Club

Hamburger Polo Club, Jenischstr. 26, Tel. 82 06 81, www.hamburger-polo-club.de

Hamburger Golf-Club, In de Bargen 59, Tel. 81 21 77, www.golfclub-falkenstein.de

1859 wurde der erste englische Polo-Club gegründet, 1898 das Hamburger Pendant in Klein Flottbek. Nachdem fast 20 Jahre der Polosport in Hamburg ruhte, wurde der PoloClub 1955 erneut zum Leben erweckt und hat seit den 1980er-Jahren eine fulminante Entwicklung genommen. Unter den Akteuren des ältesten Polo-Clubs des europäischen Kontinents befinden sich die besten Spieler Deutschlands, die wie ihre Teamkollegen viermal die Woche trainieren.

Die britischen Architekten Colt, Alison & Morrison gestalteten den im Juli 1930 eröffneten Falkensteiner Kurs. Bereits 1906 in der Patriotischen Gesellschaft gegründet, hat der Hamburger Golf-Club – zweimal vom „Golf Magazin“ als bester Golf-Club Deutschlands gekürt –, eine eng mit den Engländern verknüpfte Geschichte: 1945 übernahmen die Briten Platz und Clubhaus, im Januar 1952 wurden beide an die Deutschen zurückgegeben und haben bis heute ihren englischen Charakter beibehalten.

Must-Have: Suspensorium

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Hamburger Polo Club

Must-Have: Polo-Derby-Tickets, 26. – 28.8.

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Ladage & Oelke

Must-Have: Sommerfest, 13.8.

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Burberry

Hohe Bleichen 28, Tel. 32 08 84 79, Mo – Fr 10 – 19, Sa 10 – 18 Uhr, www.hackett.com

Büschstr. 9, Tel. 35 71 59 77, Mo – Fr 12 – 18, Sa 11 – 16 Uhr, www.rudolf-beaufays.de

Neuer Wall 11, Tel. 34 14 14, Mo – Fr 10 – 19, Sa 10 – 18 Uhr, www.ladage-oelke.de

Neuer Wall 71, Tel. 34 58 56, Mo – Fr 10 – 19, Sa 10 – 18 Uhr, www.burberry.com

Schon seit 29 Jahren zieht es Exil-Iren hier her. Und Menschen, die Folk und Guinness schätzen. An Spieltagen des FC St. Pauli ist die Kneipe gestopft voll und an Darts nicht mehr zu denken. Trotzdem muss keiner lange auf seine Bestellung warten, das zweisprachige Team ist auf Zack. Donnerstag ist Pub Quiz, samstags Premier League, St.-Pauli-Spiele werden ebenso übertragen wie der English Super Cup: Manchester City gegen Manu, 7.8., 15.30 Uhr.

Düfte, Accessoires, Herrenbekleidung, Taschen und Kindermode von Hackett London bietet seit dem Frühsommer die Dependance des britischen Herrenausstatters. Mit der Kombination aus Eleganz und Understatement, eingepasst in stilecht englisches Interieur, bedient Hackett zum Beispiel mit handgefertigten Anzügen, edlen Schals und Seidenkrawatten den dandyhaften Brit Chic. Ganz im Sinne von Gründer Jeremy Hackett, der seit 1979 als ein Bewahrer der englischen Lebensart gilt.

Stetig wechselnde Trends in der Männermode sind Unsinn. Entweder man hat einen guten Geschmack oder einen schlechten – so das simple Credo von Rudolf Beaufays, dessen Second-Hand-Store für klassischen englischen Style seit 1999 bekannte Marken und kleine Schätze bereithält. Steppjacken, Seidenkrawatten, Hüte, Hemden, Blazer, Morgenmäntel u. v. m. findet sich im Angebot von Rudolf Beaufays, der seinen Kunden nicht nur Stil, sondern auch zahlreiche Anekdoten zu bieten hat.

Bis unter die stuckverzierte Decke des 450 Quadratmeter großen Ladens stapeln sich in Holzregalen Gehröcke, Dufflecoats, Mäntel, Stutzer, Troyer, Einstecktücher und vieles mehr. Das englische Kleidermagazin ist seit 1845 in Familienbesitz und lässt einen bereits nach dem Eintreten durch die schwere Jugendstiltür die hanseatische Affinität zu England atmen. Das Sortiment für die Dame und den Herrn umfasst Eigenmarken mit Kollektionen von Longchamps, Lembert und vielen anderen.

In Hampshire eröffnete Thomas Burberry 1856 sein erstes Geschäft, gut 150 Jahre später gehört die Londoner Marke wieder zu den attraktivsten Luxuslabels von der Insel. Das berühmte Karomuster – 1924 eingeführt – findet man natürlich auch in den neuen, 650 Quadratmeter großen Store-Räumen am Neuen Wall. Seit Mitte Juli residiert hier Burberry (wird bald noch um ein Stockwerk erweitert) in vergleichbar prominenter Shoppinglage wie an Londons schicker Brompton Street.

Must-have: die perfekte Guinnesscremehaube

Must-Have: Shoppingpause im Ohrensessel

The English Theatre of Hamburg

Lerchenfeld 14, Tel. 227 70 89, Aufführungen: Mo – Sa 19.30, Di und Fr auch 11 Uhr, www.englishtheatre.de Gegründet wurde das Theater 1976 von zwei Amerikanern: Robert Rumpf und Clifford Dean legten den Grundstein der im 1. Stock des Hammonia-Bades residierenden, 160 Zuschauer fassenden Spielstätte. Ihr Ziel: globale Verständigung durch Sprache und Theaterkunst zu fördern. Die kommende und vier Stücke umfassende Spielzeit startet am 5. September mit „The Fox“ von Allan Miller nach der Novelle von D. H. Lawrence. Must-Have: „The Fox“ ab 5.9.

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Abaton

Allendeplatz 3, Tel. 41 32 03 20, www.abaton.de Eine Mischung aus Musik-, Kultur- und Dokumentarfilmen, Retrospektiven, Stummfilmen und sogar Streifen im Original mit und ohne deutsche Untertitel – das Abaton gehörte Anfang der 1970er-Jahre zur bis dato unbekannten Gattung des Programmkinos. Schwerpunkt ist bis heute neue Filmkunst aus aller Welt, kenntnisreich kuratiert, die zahlreiche internationale Gäste in die Vorstellungen lockt. Originalstreifen in Englisch mit deutschen Untertiteln im August: Woody Allens „Midnight in Paris“ (18.), „The Guantanamo Trap“ (25.). Must-Have: Komödie „Alles koscher!“ (OmU)

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The Rover Rep Theatre

MUSIK

Noch immer baumelt vor der Tür das Eier-CarlSchild, und Eiergrog wird hier auch heute eingeschenkt – neben Ardbeg, Oban, Talisker oder Lagavulin und etwa 20 Whisk(e)y-Sorten, seit aus der Eckkneipe ein Pub wurde. Auf der Karte stehen Labskaus und Fish & Chips dicht beieinander. Jeden ersten Donnerstag im Monat gibt’s nach Voranmeldung Hummer für 10 Euro und immer London Beefeater Gin, Queen Mums Lieblingsgetränk. Dann ist es so, als wäre man nicht in Altona, sondern in Aberdeen.

London Pub

KINO & THEATER

Fischmarkt 3, Tel. 0174 / 311 19 91, Mo – Fr ab 8 Uhr, Sa/So 24 Std., www.slatterys-irishpub.de

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THCC Rot-Gelb Hamburg

THCC Rot-Gelb Hamburg, Hemmingstedter Weg 140, Tel. 81 99 29 66, www.thcc-rot-gelb.de

Must-Have: Ruder-Bundesliga in HH, 27.8.

Slattery’s Irish Pub

Must-have: Haggis

Quietschbunt sind die Regale. Schließlich finden sich hier fast alle Ernährungssünden, die einem bei London-Besuchen ans Herz gewachsen sind: Sandwich Spread und Cadbury Schokocreme, Kettle Chips, Chicken-andMushroom-Pie, Clotted Cream- und WhiskyFudge. Aber auch Bio ist zu haben, etwa Twinings Organic, Breakfast Tea und Schokolade von Green & Black’s. Delicious! Chef Gunther Matzat erfüllt bei Shoppingtouren in England sogar spezielle Produktwünsche für Kunden.

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Man könnte glauben, in dem Shop sei ohnehin alles zu haben, wovon Exil-Briten in Hamburg träumen. Denn von Zahnpasta bis Märchencassetten reicht das Repertoire. Wenn aber doch einmal etwas fehlt, Black Pudding etwa, wird es fix bestellt. Schießlich ist es mehr als nur ein Shop: Heimatgefühl. Und Menschen, die nicht in Großbritannien geboren sind, lernen hier viel. Nicht nur über Essgewohnheiten und Sprache – auch über britischen Humor.

Osterstr. 177, Tel. 27 14 57 19, Mo – Fr 10 – 19, Sa 10 – 15 Uhr, www.britishfood4you.de

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REDAKTION: MANU SCHMICKLER & MARCO FUCHS

Kunden, die erstmals David Hollands Ladenlokal betreten, denken, sie wären schnell mit einer ausgefallenen Crispssorte von Scampi Fries bis Smokey Bacon, ein paar Keksen oder Sharwoods-Gewürzen wieder draußen. Dann müssen sie erkennen, dass es sich um ein hübsches Labyrinth handelt, in dem nicht nur Tiefgekühltes, Herzhaftes und Süßes von der Insel verkauft wird, sondern auch Rosenseife von Yardley, Aftershave von Bronnley, Teeservice oder Beistelltischchen aus poliertem Holz.

Must-have: William-&-Kate-Löffel

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Klein und plüschig ist das Ottensener Eckgeschäft. Da ist es schon ein Wunder, dass Sandra Peters ihren Kunden von duftigen Rosenseifen, ausgefallenen Armbändern, BeatlesHampelmännern, Marmite, Scones, gutem Tee und Royal-Wedding-Fähnchen bis hin zu Mode von Ben Sherman und Pringles of Scotland einfach alles aus den liebevoll bestückten Regalen zaubern kann. Während sie von ihrem Sortiment erzählt, wird klar, dass die gelernte Steinmetzin sehr verliebt ist: in Great Britain.

Stresemannstr. 167 – 169, Tel. 851 44 78, Mo – Fr 12 – 19, Sa 10 – 16 Uhr, www.english-books-hamburg.de

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Molly Malone

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Must-Have: Samtsakkos

Thomas Read

Großneumarkt 8, Tel. 317 31 41, www.roverrep.net

Hans-Albers-Platz 20, Tel. 31 79 15 63, Di – So ab 20 Uhr, www.molly-malone-hh.de

Nobistor 10 / 10 a, Tel. 31 17 18 40, Mi – So ab 18 Uhr, www.thomasread.de

Das englisch-sprachige Pub-Theater im Celtic Cellar, dem 45 Sitzplätze fassenden Theater im UG des Irish Rover, wurde 2003 von Rebecca Garron gegründet. Seitdem hat die Gruppe Ein-Personen-Stücke, Komödien, Dramen und Werke aus Irland, den USA und England auf die Bühne gebracht. Die zwei Stücke pro Spielzeit bieten englischen Muttersprachlern die Möglichkeit, unter Profi-Bedingungen zu arbeiten und sich dem deutschen Publikum in zeitgenössischen Stücken vorzustellen.

Für ein Pub ist das Molly Malone recht groß. Voll ist es dennoch meist. Am Wochenende versammeln sich Exil-Briten, Touristen und Hamburger zwischen den Backsteinwänden und bevölkern bisweilen sogar die Fensterbänke, schunkeln, trinken, singen – und sofern es der Platz erlaubt, tanzen sie auch. Zu „Angel“, „What’s up“ oder „Smells Like Teen Spirit“. Die Band gibt alles, das Publikum auch, es ist Massenkaraoke, die Stimmung könnte bei Robbie Williams persönlich nicht besser sein.

Irish Folk ist das nicht unbedingt, was auf der Bühne des Thomas Read gespielt wird. Manchmal ist es sogar deutscher Ska-Punk, wie etwa von WollePolle. Weil die aber so gut wie Madness klingen, kommt trotzdem Great-BritainGefühl auf. Das Thomas Read ist Pub, Live Club und Disco in einem: auf der einen Seite wird getanzt und auf der anderen Stagediving geprobt; in der Mitte, im Pub, ist es beinahe ruhig. Es sei denn, es wird Fußball übertragen. Denn Sportsbar ist das beliebte Lokal natürlich auch.

Must-Have: Sitzkissen und Stout

Must-Have: Platz auf der Fensterbank

Must-Have: Studentenausweis (Rabatte)

Must-Have: Ärmelhalter und Herrenkilts

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Finnegan’s Wake

Börsenbrücke 4, Tel. 374 34 33, Mo – Mi ab 16, Do – So ab 12 Uhr, www.finneganswakeirishpub.com Freitagnachmittag sieht man viele Männer in feinem Zwirn. Die sitzen hier beim Feierabendbier, im mit Teppich ausgelegten hinteren Teil des Pubs – wie in London üblich. Vorne am Tresen ist der Boden blank, zum Glück, denn beim abendlichen Tanzen schwappt schon mal Stout oder Red aus den Pints. Im August ist noch Karaokezeit, ab September stehen am Wochenende wieder Profis auf der Bühne, singen Eigenes und Klassiker, bis 1 Uhr morgens. Must-Have: Bangers & Mash

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Must-Have: Trenchcoats, noch immer

The Old Dubliner

Neue Str. 58 / Lämmertwiete, tgl. ab 18 Uhr, Tel. 77 11 04 45, www.olddubliner.de Wenn es regnet und sich das Licht der alten Straßenlaternen im Kopfsteinpflaster bricht, sieht die Lämmertwiete fast aus wie eine irische Dorfstraße. Echte Iren gibt es dort auch. Larry Mathews kommt mittwochs, um mit Interessierten auf der Bodhrán zu trommeln – ein Rhythmus, der ins Bein geht. Manchmal steht er auch mit seiner Band Blackstone auf der Bühne (19.8.), auf der freitags und samstags Singer/Songwriter und Bands dafür sorgen, dass Harburg ein bisschen britisch wird. Must-Have: Hot Toddy (Whisky-Cocktail)

KARTE: GRAFIKANSTALT; FOTOS: JULIA WAGNER (10), KAI ABRESCH, ROLAND MAGUNIA, PATRICK PIEL, HINNERK RÜMENAPF, STEFAN VON STENGEL, JENS WEIN, ISTOCKPHOTO (3), PICTURE-ALLIANCE, PR (11)

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Hegestr. 30, Tel. 51 32 63 26, Mo – Fr 10 – 19, Sa 10 – 16 Uhr, www.british-shopping.de

SPORT

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Eulenstr. 49, Tel. 42 10 26 40, Mo – Fr 11 – 19, Sa 11 – 16 Uhr, www.sweetsuburbia.de

V

BRITISH FLAIR DAY Am 6. und 7. August findet der bisherige „British Day“ unter neuem Namen an altbekannter Stelle statt: Erstmals als „British Flair“ firmiert das Event auf dem Gelände des Hamburger Polo Clubs in Klein Flottbek. Der Kultcharakter soll erhalten bleiben. Dafür sorgen Spezialitäten der englischen Küche wie Cream Teas, Pimm’s, Curries und Fish’n Chips, zahlreiche Verkaufsstände und das Rahmenprogramm: von Polo und Rugby über Hunde-, Falkner- und Pferdevorführungen bis hin zu den schottischen „Highland Games“ inklusive Baumstamm- und Gummistiefelweitwurf. Für die kleinen Gäste gibt es Kinderschminken und den Paddington Bear, für die Erwachsenen Whiskey-Verkostung und britischen Schnickschnack von Gartenmöbeln über Wachsjacken bis Porzellan. Musikalisch bewegt sich das Programm zwischen Fab Four und Last Night Of The Proms: Die Band Abbey Tunes spielt Beatles-Songs, die Hamburger Symphoniker unter Leitung von Russell Harris und in Begleitung der Londoner Opera Interludes spielen beim „British Flair Open Air Proms Concert“ Klänge von Verdi, Brahms, Strauss und Lehár – beim Picknick unter freiem Himmel.

» HHer Polo Club, Jenischstr. 26, Klein Flottbek, Sa/So, 6./7. August, jeweils 11–18 Uhr, Eintritt 8, Kinder 2, Familienkarte 17,50 Euro, www.britishflair.de

» Open Air Proms Concert, Sa, 6. August, ab 20.30, Einlass 18.30 Uhr, 22 Euro plus Vorverkaufsgebühr; Abendkasse: 28 Euro

VI › BROT & SPIELE

Sonnabend / Sonntag, 6. / 7. August 2011

Samurai-Sudoku 3

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Irische Insel

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einen Block mit dem ZentralSudoku teilt! Dabei gelten für jedes der 5 Sudoku-Diagramme die klassischen Spielregeln: Alle Diagramme sind mit den Zahlen

Fiedeln und Guinness, Hurling und Whiskey, Fish and Chips: der Pub „Irish Rover“ am Großneumarkt

Kurz-Biografie Als die Guinness-Brauerei Aidan O’Hanlon fragte, ob er im Süden Deutschlands einen Pub eröffnen wolle, hat er sich erst einmal erkundigt, wie viele irische Pubs es denn oben im Norden in Hamburg gibt. Nur einen, hieß es – also landete der Mann aus Dublin vor 22 Jahren an der Elbe. Mit seiner Frau Jacqueline führt er inzwischen das „Irish Rover“, liebt den Hafen und die Menschen – und fliegt mindestens sechs Mal im Jahr in seine Heimat.

» Irish Rover, Großneumarkt 8, Tel. 35 71 46 63,

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1 bis 9 aufzufüllen. Dabei darf jede Zahl in jeder Zeile und jeder Spalte sowie in jedem 3 × 3 Feld nur einmal vorkommen. Lösung: siehe unten …

FOTO: GRAFIKANSTALT

Die freundlich-geheimnisvolle unbekleidete Dame hat es sich auf einem Sockel bequem gemacht – am Rande des Platzes, wo 1922 Deutschlands erste Ampel den Betrieb aufnahm. Der Verkehr stört sie nicht, dabei wäre es nebenan im Park viel friedlicher. „Die Liegende“, eine Bronzeskulptur des Bildhauers Edgar Augustin (1936 – 1996) aus dem Jahr 1977, repräsentiert in ihrem Naturalismus eines der vielen Elemente, die seine Kunst auszeichnen. Sie strahlt eine Gelassenheit aus, als wäre die tosende Straße ein einsamer Strand.

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tgl. ab 17 Uhr, www.irishrover.de

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5 8 9 1 3 6 7 4 2 1 8 3 5 6 9 4 1 8 2 3 7

9 8 3 7 2 5 1 4 6 4 3 5 6 1 9 2 7 8

6 5 4 1 8 9 3 7 2 6 2 8 3 4 7 5 9 1

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E H E R G L A N Z

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R U R A L L E N G

3 9 1 5 4 2 7 6 8 1 5 7 9 8 3 4 2 6

» LE CIEL, im Le Royal Meridien, An der Alster 52 – 56, Tel. 210 00, tgl. 12 – 14.30 u. 18 – 23 Uhr, www.leciel.de

R A S E N A D A M

» LES PARISIENNES, Große Bleichen 36, Tel. 35 00 47 57, tgl. 9 – 21, So bis 19 Uhr, Gratis-Eis: Sa, 6.8., 11 – 18 Uhr

H O E H E F A X E

Noch bis zum 15.8. servieren beim „Schlemmersommer“ 92 Lokale Menüs für zwei Personen zum Preis von 59 Euro. Wie das Restaurant im 9. Stock des Le Royal Meridien. Der Blick über die Alster beeindruckt selbst alteingesessene Hamburger. Perfekte Begleiter: Rotbarbenfilet, geeiste Apfel-GurkenSuppe, Maispoularden-Saltimbocca und gratiniertes Sommerkompott.

E G O N I L T I S

Eigentlich ist das Bistro was für Erwachsene. Schön geradlinig eingerichtet, Kellner in weißen Hemden, das Doradenfilet mit Scampispieß für angenehme 14,50 Euro. Samstag aber werden die Kinder hierher drängen, da gibt es Mövenpick-Eis am Stiel für alle unter zwölf. Geschenkt. Ohne weiteren Verzehrzwang. Einfach, weil die Sommerferien zu Ende gehen.

K N I E N A I N U

Le Ciel

M U L L T E N N E

Les Parisiennes

I S O L A D A U M

RESTAURANT

E S S E R I T T E

RESTAURANT

Senkrecht: 1 Dies Finale ist noch keins. 2 Hier hängt die Kreiszahl über einem Zweig. 3 Einer, der ein Kolonist ist. 4 Er brachte zu den Inuit das Christentum. 5 Ciceros Sekretär – wie hieß denn der? 6 Der Franzosen Heinrich. 7 Die kümmert kein Rauchverbot. 8 Die Insel der Italiener. 9 Verbandsstoff; aber kein vereinseigenes Rauschgift. 10 Gehört zur Hausarbeit ist aber unbeliebt. 11 2/3 eines US-Staates. 12 Senkrechte von einem Punkt auf eine Gerade. 13 Gepflegtes Gras. 14 Bald, bälder oder was? 15 Ist als „ländlich“ eher verständlich. 24 Ort in Tunesien; einst Hauptstadt der römischen Provinz Africa. 26 Füllt das Kurische Haff auf. 27 Der „Große Preis von Aachen“ bietet viel davon. 28 An An sorgt sie für guten Empfang. 30 Dagegen scheint das Frettchen halb so wild. 32 Zu Weihnachten sollte man ihn in den Kinderaugen sehen. 34 Sie repräsentiert ein germanisches Göttergeschlecht im Kasino. 35 Englisches Gässchen im Planetarium. 36 Gewebe, dem man über die Rippen streichen kann. 38 Er hatte nicht den richtigen Riecher für das Bundestrainerfußballamt. 39 Aussterbende Minderheit Nippons. 40 Kopieren für die einen, ein dummer Spass für andere. 41 „Als ... grub und Eva spann, wo war denn da der Edelmann?“ 42 Hier fragen wir forsch: Wie heißt dieser Ostsee-Dorsch?

Auflösungen: H E N R I R I P S

1 Zwiebel, Sellerie und Champignons bei mittlerer Hitze in Butter ca. 10 Min. weich braten. Ab und zu umrühren. Kartoffelwürfel, Tomatenwürfel, Tomatenmark und Wein dazugeben, kochen, danach den Fischfond zufügen und alles mit einer Prise Salz und Pfeffer erneut aufkochen. Schaum ggf. abschöpfen. Alles 15 bis 20 Min. bei geringer Hitze köcheln lassen, bis das Gemüse zart ist. 2 Die Hälfte der Mischung pürieren und wieder in den Topf geben. Zum Kochen bringen und erst dann den Fisch und die Petersilie dazutun. Schlagsahne einrühren. Sobald die Suppe kocht, von der Herdplatte nehmen und ca. 5 Min. stehen lassen. 3 In 8 Suppenteller geben, mit Lauchzwiebeln garnieren und mit frisch gebackenem Brot servieren.

T I R O M E M E L

1 EL Tomatenmark 1 L Fischfond Salz und Pfeffer 450 g gemischte Fischfilets, z. B. Lachs, Kabeljau, Schwertfisch, in ca. 4-cmWürfel geschnitten 2 EL frische glatte Petersilie, fein gehackt ½ Tasse Schlagsahne 4 EL Lauchzwiebeln, fein gehackt zum Garnieren

E G E D E L A N E

Für 8 Personen: 2 EL Butter 1 große Zwiebel, klein geschnitten 1 Stange Sellerie, klein geschnitten 1/3 Tasse frische Champignons, geschnitten 1 große Kartoffel, geschält und in Würfel geschnitten 3 Tomaten, gewürfelt ¼ Tasse trockener Weißwein

A N S I E D L E R

Seafood Chowder

Waagerecht: 1 Der fegt seine Wohnung zu fortgeschrittener Tageszeit. 16 Volle Pulle in leeres Glas. 17 Von dieser Insel stammt der Honolulu-Strandbikini. 18 Man sieht sie im Schnittholz und bei kranken Kindern. 19 Westlicher Teil einer Stadt in NRW. 20 Er lehrte dem jungen Goethe das Zeichnen. 21 Der von Sevilla gilt als letzter abendländischer Kirchenvater. 22 Für Schneider ist dieses Mädchen maßgebend. 23 Die vordere Hälfte des Herakles. 24 Hildebrands Gattin – ist mal etwas anderes, nicht wahr? 25 Fürstentum dort, wo Röhren im Sande verlaufen. 29 So lernt man aus. 31 Neue Gesellschaft für Literatur mit Sitz in Berlin macht’s kurz. 33 Fürwahr ein lobloses Individuum. 37 Wunschbildsturz. 43 Er fühlt sich dem Koran verpflichtet. 44 Spaniens kleine Anna. 45 Reduzierte Dienstaufwandsentschädigung. 46 Die Compagnie, wie kürzt man sie? 47 Er hat seine Zacken in der Gabel. 48 Wenn man nur wüsste, wie er heißt der Wassergeist. 49 Eine Anna in England. 50 Kurze Aktennummer. 51 Liest ein Engländer diesen Frauennamen, denkt er sonst ’was. 52 In Frankreich sagt man für „Maas“ was? 53 Münzgeld für alle, die gern mal eine Abkürzung nehmen.

P I A S T A S I N

REZEPT NACH IRISCHER TRADITION

Essen und ausgehen

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Für scharfe Denker

S E M I U T I C A

om Hauptbahnhof nach Irland sind es nur wenige Schritte. Die Mönckebergstraße runter, links am Rathaus vorbei und hinterm Steigenberger Hotel die Wexstraße hoch zum Großneumarkt. Das „Irish Rover“ ist das Ziel. Sobald man sich an das gedämpfte Licht gewöhnt hat und sofern es sich um einen Sonntag handelt, erkennt man an den vorderen Tischen sechs Musikanten mit Geige, Gitarre, Trommeln, Querflöte – und einer Uilleann Pipes, dem irischen Dudelsack, der nicht mit dem Mund, sondern mit dem Ellenbogen über einen Blasebalg mit Luft versorgt wird. Es ist kurz nach sieben, als Aidan O’Hanlon die Kerzen auf den Tischen anzündet und die Irish-FolkSession beginnt. Aidan hat den Pub 1998 eröffnet und seitdem wird hier einmal in der Woche gefiedelt und gesungen. Aidan steht dann rechts vor dem gewaltigen Tresen, die Arme vor der Brust, lächelt und lauscht der Musik, die sich gegen den Sportkommentator im TV durchsetzen muss. Es läuft Hurling, eine Mannschaftssportart, die mit Stöcken und einem Ball gespielt wird. Und eigentlich nur in Irland. Die Musiker bekommen davon nichts mit. Mauern und Wände aus gewaltigen Steinen und mächtigen Holzbalken sorgen dafür, dass die Gäste in dieser verwinkelten Höhle für sich sind. Das ist eng, aber urgemütlich und genau so wie in den Pubs auf der rauen Insel mit ihren steilen Küsten und wortkargen Bewohnern. Auch Aidan gehört zu dieser Fraktion. Man muss fühlen, was er denkt und später sagen will.

Wenn er was sagt. Immerhin erklärt er uns, dass der liebe Gott, als er die Welt erschuf, mit der Region Connemara im Westen Irlands angefangen hat – und auf den Rest dann nicht mehr viel Zeit verschwendete. Wahrscheinlich hat er den Iren auch das Rezept für Fish and Chips mit auf den Weg gegeben. Das irische Gericht, im „Irish Rover“ bestehend aus frischem Kabeljaufilet, umhüllt mit Bierteig nach altirischem Rezept und serviert mit Pommes und Salat, ist ein himmlisches Vergnügen – und selbst die kleine Portion (8,50 Euro) eine Herausforderung. Geschäftsführerin Jacqueline O’Hanlon erklärt uns, dass es das traditionelle Irish Stew bei ihnen nicht mehr gibt, „weil die Deutschen nicht so gerne Lammfleisch essen“. Dafür empfiehlt sie die hausgemachte Rinderbrühe mit Kartoffeln, Lauch und Karotten, serviert mit selbst gebackenem Brown Bread (4 Euro). Sehr lecker. Für den großen Hunger ist „Steak and Whiskey“ genau das Richtige: 250 Gramm irisches Rind, dazu ein Pfannkuchen gefüllt mit Cremekartoffeln und Lauchzwiebeln in einer Whiskeysoße (15 Euro). Dazu gehört Guinness (3,90 für 0,4 l). Bald wird es auch im Keller ausgeschenkt – dort zieht nach einer Pause wieder das „Rover Rep Theatre“ ein, das englische Stücke aufführt. Vielleicht wird es ähnlich voll wie bei den wöchentlichen Quizabenden oben. Auf jeden Fall sollte man noch einen der 46 irischen Whiskeys probieren. Nur eines sollte man nicht: Aidan nach einem schottischen Whiskey fragen.

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Irgendwo in Hamburg. Nur wo?

Irgendwo in Hamburg: Stephansplatz / Gorch-Fock-Wall, zwischen Parkeingang und Bushaltestelle

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TEXT: JAN HAARMEYER • FOTOS: THOMAS LEIDIG

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Heimatliebe: 46 Whiskeys, dicke Mauern und urige Nischen holen im „Irish Rover“ Irland an die Elbe

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IMPRESSUM Chefredaktion: Lars Haider (V.i.S.d.P.) Redaktion: Anika Riegert (verantwortlich) Art Direction: Julia Wagner Mitarbeiter dieser Ausgabe: Vera Altrock, Albrecht Barke, Jenny Bauer, Simone Buchholz, Marco Fuchs, Matthias Gretzschel, Jan Haarmeyer, Helmut Hillger, Oliver vom Hofe, Camilla John, Thomas Leidig, Karin Lübbe, Julia Marten, Peter Maus, Jens Meyer-Odewald, Katja Möhl, Norman Raap, Kirsten Rick, Manu Schmickler, Josephine Warfelmann, Barbara Ziesenitz Konzeption & Realisation: mar10 media GmbH Geschäftsführer: Nikolas Marten Anzeigen (verantwortlich): Dirk Seidel, Tel. 040/34 72 25 56 Verlag & Druck: Axel Springer AG, Axel-Springer-Platz 1, 20350 Hamburg Ausgezeichnet mit fünf „European Newspaper Awards 2010“

VII

Sonnabend / Sonntag, 6. / 7. August 2011

› GESTERN & HEUTE

Glücksgriff: Soldat Walther John Smith und Protokollantin Erika Trzaska 1947; das Ehepaar heute Gleichschritt: die „Old Guard“ am Hotel Atlantic, dem Hauptquartier der 53. Walisischen Division

66 JAHRE BEFREIUNG HAMBURGS

FOTOS: IMPERIAL WAR MUSEUM, PRIVAT (2)

Liebe

Verbotene

Als die Briten am 3. Mai 1945 einrückten, erließen sie ein Verbrüderungsverbot. MATTHIAS GRETZSCHEL weiß, warum es so schnell wieder aufgehoben wurde

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rika Smith, wie sie heute heißt, hat sich ebenfalls auf den Aufruf im Abendblatt gemeldet. Sie kann sich noch genau an die erste Begegnung mit ihrem Mann erinnern. „Nach der Arbeit ging ich über die Lombardsbrücke, um die nächste Noch im Sommer 1945 heben die britischen BehörS-Bahn-Station zu erreichen. Da kam ein junger briden das „Verbrüderungsverbot“ weitestgehend wietischer Soldat auf mich zu und fragte mich lächelnd, der auf, und in den kommenden Monaten dürfen ob er mich ins Kino einladen dürfe. Ich habe sofort britische Soldaten sogar mit den Einheimischen in zugesagt und wir sind noch am gleichen Tag in einen Kneipen gehen und mit deutschen Frauen tanzen. Ufa-Film mit englischen Untertiteln gegangen“, sagt sie, und räumt ein, dass sie sich schnell in Walther as will freilich gelernt sein, und so bekommt John Smith verliebt hat. Sie stellte ihn zu Hause die Tanzschule Ferdinand Meyer 1946 und vor und war froh, dass ihre Eltern ihn ebenfalls moch1947 neue Kundschaft: britische Offiziere, ten. 1948 wurde er aus der Armee entlassen und ging die deutsche Tanzschritte erlernen wollen. Immer nach London. Sie schrieben sich Briefe, bis Erika im wieder muss Erika Trzaska für die Tanzlehrerin Herbst 1949 nach London reiste, erst einmal zur dolmetschen. So ergibt sich auch die Gelegenheit, Probe. Doch nach dem Wiedersehen war sie sich einen britischen Offizier zu fragen, ob er ihr eine gute schnell sicher, und am 17. Dezember 1949 heirateten Anstellung bei der Army vermitteln könne. Er kann die beiden. „Ich wurde als Deutsche überall gut auftatsächlich, so erhält sie einen Job beim Control genommen und habe nie Hass gespürt“, sagt Erika Commission Court im Strafjustizgebäude am SieveSmith, die eine Tochter und zwei kingplatz, wo sie als „CopytypisEnkelkinder hat und nun schon tin“ Arbeit bekommt. Sie tippt fast 62 Jahre verheiratet ist. bald flüssig englische Protokolle, „Wir haben unterschiedliche ihr Englisch wird immer besser. Zuschriften erhalten, aber meis„Sie war eine von etwa 50000 tens positive“, erklärt Michael Hamburgerinnen und HamburAhrens. „Bisher gab es kaum Begern, die Ende der 40er-Jahre bei richte über das Schicksal jener den Briten gearbeitet haben. Es Hamburgerinnen, die Engländer gab Anstellungen unter anderem geheiratet haben. Ich hatte auch als Handwerker, Sekretärin, Fahnicht angenommen, dass sich rer oder Haushaltshilfe“, sagt der noch so zahlreiche Zeitzeugen Historiker Michael Ahrens, der finden werden. Umso erfreulicher kürzlich ein Buch mit dem Titel „Verbrüderung mit war es, von so vielen Geschichten „Die Briten in Hamburg. BesatzerSchwestern könnte mit gutem Ausgang zu hören.“ leben 1945–1958“ veröffentlicht man das nennen“ Ahrens bewertet die britische hat. „Aber damals kam es auch zu Besatzungszeit insgesamt positiv. zahlreichen privaten VerbindunMichael Ahrens, 41 und Historiker, „Die Engländer haben sich begen, so gab es mindestens 1000 über britisch-hamburgische Paare müht, möglichst keine Fehler zu Ehen zwischen Hamburgerinnen machen. Sie sind leise gekommen und Briten. Verbrüderung mit und in den 1950er-Jahren auch leise wieder geganSchwestern, könnte man sagen“, erklärt Ahrens, der gen“, meint der Historiker, der sich auf der GrundAnfang Juni im Abendblatt Zeitzeugen bat, sich zu lage der vielen Zuschriften noch intensiver mit dem melden. Die Resonanz war überwältigend, es gab Thema beschäftigen wird. mehr als 100 Rückmeldungen mit oft anrührenden Die vielen britisch-hamburgischen Ehen lagen Schicksalen. „Meine Schwester, die damals 15 Jahre gewiss nicht im Kalkül der Besatzungsbehörden. Die alt war, lernte im November 1945 auf dem Dom, der tolerierten jedoch, wenn das geschah, was zu geschedamals auf der Moorweide stattfand, einen Soldaten hen pflegt, wenn junge Menschen sich begegnen, ganz kennen. Am 3. September 1947 heirateten die beiden. unabhängig von ihrer Nationalität und Herkunft. Da mein Schwager aus der Army entlassen wurde,

D den Begegnungen mit den englischen Soldaten, deren Sprache sie recht gut beherrscht. Wird sie sich verständlich machen, etwas für ihre Familie und deren Überleben erreichen können? Schon in der Volksschule und später auf der Handelsschule hat sie Englisch gelernt. Es ist ihr nicht schwer gefallen, sie liebt diese Sprache. Jetzt arbeitet sie als Stenotypistin bei der Tanzschule Ferdinand Meyer an der Rothenbaumchaussee. Im Moment will niemand tanzen lernen, jetzt geht es um die nackte Existenz, um Brot, Margarine, um Kleidung und um Heizmaterial für den nächsten Winter. Am frühen Abend stehen britische Panzer auf dem Rathausmarkt, in Hamburgs Regierungsgebäude halten sich Bürgermeister Krogmann und Reichsstadthalter Kaufmann auf, doch die Nazi-Funktionäre müssen noch warten. Die britischen Soldaten haben ihre Panzer und Lastwagen inzwischen verlassen und füttern die Tauben. Ein ebenso friedliches wie absurdes Bild. Um 18.25 Uhr endlich fährt der Jeep mit Brigadegeneral John Spurling an den Haupteingang des Rathauses, wo der Wehrmachtsgeneral Armin Wolz salutiert und den Briten anschließend in den Kaisersaal führt. Dort wird Krogmann die Hamburger Kapitulation besiegeln, damit sind Krieg und Naziherrschaft für die Hansestadt Geschichte. Die Hamburger haben Ausgangssperre, der Rathausmarkt ist mehrere Wochen lang mit Stacheldraht abgesperrt, die britischen Soldaten sprechen nicht mit den Deutschen. Selbst wenn sie es wollten, dürften sie es nicht. Am Anfang werden die Kontakte zwischen Siegern und Besiegten auf das Allernotwendigste beschränkt. Aber dabei wird es nicht bleiben.

» Das Buch „Die Briten in Hamburg“ von Michael Ahrens arbeitet akribisch das Leben in Hamburg aus Sicht der Besatzer auf. Dabei lässt der ehemalige langjährige Fernsehreporter des NDR die Jahre 1945 bis 1958 wieder lebendig werden: von der z. T. grotesken Improvisation bei der Verwaltung der zerstörten Stadt, den schnell aufblühenden Klubs über das Freizeitverhalten bis zum anglo-hanseatischen Liebesleben und dem Sender „British Forces Network“, der von der Musikhalle aus den Norden beschallte. „Eine beispielhafte Tiefenschärfe bietet das Buch vor allem bei der Darstellung der ersten Wochen nach dem Einmarsch“, lobte „Die Welt“. Michael Ahrens, „Die Briten in Hamburg. Besatzerleben 1945 – 1958“, Dölling und Galitz Verlag, 480 Seiten, 30 Euro, www.dugverlag.de » Das Museum für Hamburgische Geschichte gibt mit zahlreichen Dokumenten, Fotografien und Objekten Einblick in die Zeit unter den britischen Befreiern: Schon wenige Wochen nach dem Einmarsch ernannten sie einen neuen Bürgermeister, untersuchten oder verurteilten bis 1947 fast 330 000 Personen in Entnazifizierungsprozessen. Erst 1956 erhielt Hamburg das Nummernschild „HH“ statt „BH“ für „Britische Zone Hamburg“. Museum für Hamburgische Geschichte, Ausstellung „Hamburg im 20. Jahrhundert“, Holstenwall 24, Tel. 42 81 32 23 80, Di – Sa 10 – 17, So 10 – 18 Uhr, 8 Euro, www.hamburgmuseum.de

FOTO:THOMAS LEIDIG

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m Nachmittag des 3. Mai 1945 rollen britische Panzer durch Hamburg. In drei Marschblöcken rückt die 7. Panzerdivision von Hittfeld, von Nenndorf und von Buxtehude aus an. Die Straßen sind menschenleer, es herrscht eine fast gespenstische Stille. Viele Hamburger sitzen hinter zugezogenen Gardinen in ihren Wohnungen, manche in Behelfsquartieren, Kellern oder Baracken. Jetzt geht der Krieg zu Ende, niemand wird mehr durch das Aufheulen von Sirenen aus dem Schlaf gerissen, in Todesangst in den Luftschutzkeller fliehen müssen. Aber der Krieg ist verloren, die Wehrmacht geschlagen und durch Hamburg rollen die Panzer der Sieger. Was werden die Engländer tun? Werden sie ihren Sieg auskosten, sich jetzt rächen und jeden Deutschen, jeden Hamburger für die Verbrechen der Nationalsozialisten verantwortlich machen? Auch die damals 17 Jahre alte Erika Trzaska wartet mit bangem Herz in einer primitiven Baracke am Rübenkamp ab, was die Zukunft bringen mag. Sie ist erleichtert, dass Hamburg nicht verteidigt wird, dass die Bombennächte ein Ende haben und dass niemand mehr täglich um sein Leben fürchten muss. Sie denkt an die Nacht zurück, als sie im Sommer 1943 mit vielen anderen angsterfüllten Menschen während eines britischen Bombenangriffs in einem Hochbunker zusammengepfercht war und Stunden später vom Vater erfahren musste, dass ihr Haus ausgebombt war und sie alles verloren hatten. Aber Erika Trzaska denkt auch erwartungsvoll an die jetzt gewiss bevorstehen-

gingen sie nach Sheffield in England. Aus der Verbindung gingen fünf Kinder hervor“, schreibt zum Beispiel Margarethe Klemenz aus Tespe über ihre inzwischen verstorbene Schwester Christa Hopkins, deren Hochzeitsfoto sie beigelegt hat. Und Ingeborg Smith, die aus Eilbek stammt, berichtet davon, dass sie 1954 einen britischen Soldaten heiratete, heute wohnt das betagte Paar in Süd-Ost-England. „Seit mehreren Jahren verleben wir einen Teil unseres Urlaubs in Hamburg und genießen vom Balkon im fünften Stock des Hotels Vier Jahreszeiten den Blick über die Binnenalster mit Fontäne, dem Jungfernstieg, den zahlreichen Kirchtürmen und dem Turm des Rathauses“, schreibt sie und fügt hinzu: „Ich habe zwar einen Engländer geheiratet, aber meine Heimat wird immer Hamburg bleiben. Ich spreche immer noch Deutsch mit dem Hamburger Akzent und s-tolpere über einen s-pitzen S-tein.“

SERVICE

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VIII › STIL & LEBEN

Sonnabend / Sonntag, 6. / 7. August 2011

MARKENMACHER

Tee und Tradition

FOTOS: ISTOCKPHOTO, PRIVAT

Erste Adresse: 132 Jahre sitzt „Hälssen & Lyon“ am Pickhuben und handelt mit Rohstoffen und Produktideen (l.); Geschäftsführer Dietmar Scheffler, 52

„Hälssen & Lyon“ in der Speicherstadt sorgt seit 1879 für Klasse in der Tasse – vom stilvollen Heißgetränk bis hin zum Tea to go

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BARBARA ZIESENITZ, 47, zog es zum Studium erst nach England, dann nach Schottland. Seit 2003 lebt sie in der Hauptstadt Edinburgh und arbeitet dort als Polizistin. Nach einer „Business-Karriere“ habe ich mich im reifen Alter von 44 Jahren für eine Polizeilaufbahn hier in Schottland entschieden. Nach meinem Training am Scottish Police College bin ich nun schon seit mehr als zwei Jahren im Streifendienst. Edinburgh ist eine wunderschöne, historische Stadt und mit 500000 Einwohnern wesentlich kleiner als Hamburg. Mir gefällt es – und dass ich so schnell in die Pentland Hills zum Wandern komme oder auf dem Firth of Forth nach Feierabend segeln gehen kann.

TEXT: VERA ALTROCK

b der Literpack Eistee im Kühlschrank oder die feine Tasse großblättriger Darjeeling First Flush im Fünf-Sterne-Hotel – dahinter steckt mit größter Wahrscheinlichkeit die Hamburger Traditionsfirma „Hälssen & Lyon“. Mit typisch hanseatischer Bescheidenheit übrigens, denn: „Wir sind in der Packung, aber niemals darauf“, sagt Dietmar Scheffler, seit 24 Jahren im Unternehmen und seit 13 Jahren Geschäftsführer. „Hälssen & Lyon“ vertreibt nämlich keine eigenen Marken, sondern beliefert den Handel mit Tee und teeähnlichen Produkten und versorgt die Lebensmittelindustrie mit Rohstoffen. Die Geschichte der Firma „Hälssen & Lyon“ ist noch älter als ihr Standort, die Speicherstadt. Als erste Mieter gründeten Gustav Vincent Hälssen und Alfred Moritz Lyon am 1. Januar 1879 das Teehandelsunternehmen am Pickhuben 9. Damals, als Geschäfte unter Händlern noch mit Handschlag besiegelt wurden, hatten die Geschäftspartner die Idee, Grün- und Schwarztees aus den Ursprungsländern dorthin zu transportieren, wo es keinen Tee gibt. Inzwischen befindet sich „Hälssen & Lyon“ seit vier Generationen im Besitz der Hamburger Kaufmannsfamilie Ellerbrock. Zwar residiert die Firma auch nach über 130 Jahren im gleichen Gebäude, doch Produktion und Magazin wurden nach Allermöhe verlegt: Hier befindet sich mit 10 000 Tonnen Kapazität das weltweit größte Lager für Teespezialitäten. Und auch das Kerngeschäft hat sich revolutioniert. „Wir verstehen uns als Innovations- und Know-how-Zentrum“, sagt Dietmar Scheffler. „Wir beobachten und entwickeln Trends für unsere Partner, die Marktführer in den verschiedenen Segmenten des Teemarktes sind.“ Die Nachbarschaft hat sich seit der Gründung ebenfalls komplett verändert. War die Speicherstadt einst Siedlungsgebiet mit rund 20000 Mietern, sitzt „Hälssen & Lyon“ heute neben Europas größter Baustelle, wo Touristen durchströmen. „Die spezielle, vom Handel geprägte Atmosphäre mit ihren kantigen Typen hat sich mit der Zeit verflüchtigt, der Charme aber ist geblieben“, meint Scheffler.

Neuester Schrei: Die Produktion in Allermöhe beliefert Händler in aller Welt mit klassischen Tees, aber auch aromatisierten Innovationen (r.)

Tatsächlich ist „Hälssen & Lyon“ mit ihren insgesamt 250 Mitarbeitern eine der letzten verbliebenen Teehandelsgesellschaften. Innovation ist das Stichwort: Ob nun die weltweit erste Instant-Teefabrik in Sri Lanka, die Einführung von entkoffeinierten Tees in den USA, die Erfindung aromatisierter Tees oder das „Tea to go“-Konzept für Tankstellen – „Hälssen & Lyon“ hat die Nase vorn, bis andere Firmen sie kopieren. Häufig entwickeln sich die Ideen bei Gesprächen mit Händlern und Kunden oder auch aus persönlichen Erlebnissen: „Ich war mit einem Produktentwickler in New York. Während ich im Coffee Shop einen leckeren Latte Macchiato bestellte, bekam er einen Becher mit lauwarmem Wasser und einem lieblos darin schwimmenden Beuteltee“, sagt Scheffler. Das war die Geburtsstunde des „Tea to go“-Patents: hochwertiger Blatttee im hübschen, transparenten Beutel, der nach dem Ziehen in einen speziellen Deckel gezogen wird – „auf diese Weise erledigt sich das lästige Entsorgen“. Und der Kunde sieht die gute Qualität, die er trinkt – das schafft Vertrauen.

Ein gewisser Tee-Fanatismus sei beim Job natürlich von Vorteil, erklärt Scheffler, statt stromlinienförmiger Manager beschäftige „Hälssen & Lyon“ lieber Individualisten. „Manche sehen mich als Zirkusdirektor, der die unterschiedlichsten Charaktere zusammenbringt und Produkte vorantreibt.“ Aktuell ist es die Entwicklung ungesüßter, natürlicher Eistees – „eine wirkliche Herausforderung“. Zusammen mit Tea-Tastern und Partnern aus den Produzentenländern wie zum Beispiel Indien, China und Sri Lanka verkostet der 52-Jährige je nach Saison und Projekt bis zu mehrere Hundert Teesorten am Tag. Fragt man Dietmar Scheffler nach seinem Favoriten, erhält man viele Antworten, von Kräuter- und Verbenetees über Taiwan-Oolong zum Frühstück bis Jasmintee zu chinesischen Gerichten. Durch Tea-Tastings sei es für jeden Menschen möglich, „seinen“ persönlichen Lieblingstee herauszufinden. Nur ihm selbst scheint das nicht zu gelingen: „Ich habe einen Lieblingstee, aber der ändert sich wöchentlich – etwa so schnell wie das Wetter.“

Kontakt » Hälssen & Lyon Pickhuben 9, Tel. 36 14 30, www.haelssen-lyon.de

MEIN STYLE-TRIO SIMONES STADTGEFLÜSTER

Meine weite Welt

Briten-Kiez

Schauspielerin Anika Lehmann, 25, aus dem „Hamburger Jedermann“ schwärmt für „Dirty Dancing“, Blüten-Drinks und zeitlose Düfte

Und Ihr Must-Have im Kulturbeutel? Mein Parfum. Ich benutze schon seit Jahren denselben Duft, auf den ich ständig angesprochen werde: White Musk aus dem Body Shop. Günstig und zeitlos – den werde ich wohl noch als Oma tragen.

Unsterbliche Bio: „The Time of My Life“ von Patrick Swayze & Lisa Niemi, Piper, bei Thalia, Spitalerstr. 8, 8,95 Euro Betörender Duft: Eau de Toilette „White Musk“ von The Body Shop, Gerhofstr. 2, 30 ml / um 15 Euro

Die Wochenvorschau MONTAG KLASSIK: „Face to Face with Saygun“ heißt die musikalische Verneigung vor dem türkischen Komponisten Ahmed Adnan Saygun († 1991) im Rahmen des Schleswig-Holstein Musik Festivals. Bucerius Kunst Forum, 20 Uhr. SHOW: Carolin Fortenbacher und Kay Ray sorgen für die doppelte Ladung Energie aus Musik und Comedy. Schmidt Theater, 20 Uhr.

DIENSTAG MUSICAL: Seit 35 Jahren gilt „Evita“, das hitreiche Stück über das Leben von Eva Perón von Andrew Lloyd Webber und Tim Rice, als eines der besten Musicals überhaupt. HH Staatsoper, 20 Uhr, bis 21.8. OPEN-AIR-KINO: „Von Menschen und Göttern“, das zweistündige Kloster-Drama, wird auf dem Platz der Republik gezeigt, 21.30 Uhr.

ein allerallerliebster Spieler ist nicht mehr beim FC St. Pauli. Und es gibt nur eins, was mich ein bisschen trösten kann: Marcel Eger spielt jetzt in England. In der gefühlten Nachbarschaft und im einzigen Land, in dem sie noch wissen, wie man ordentlich den Rasen pflügt, lange, schmutzige Bälle nach vorne hämmert und dann kopfballungeheuermäßig ins Tor knallt. Ich liebe die Briten. Wir hatten mal einen in der Straße, er war in den 80ern aus dem Norden Englands nach Hamburg gekommen. Da hat er noch ausgesehen wie ein Aushilfs-Zappa. Offenbar war er ein Freund vieler Musiker. In seiner Bar hingen unzählige Schwarzweißfotos von ihm mit Lockenhaar, Zauselbart und Männern mit Gitarre im Arm. Außerdem war seine Bar ein Torhütertempel. Er hatte es sich zum Ziel gesetzt, von allen wichtigen deutschen Torhütern ein Paar Handschuhe zu bekommen. Er schrieb ihnen wunderliche Briefe, und er bekam viele Handschuhe. Die wurden an die Decke gepinnt, unter Glas. Und so fühlte sich ein Mann, der am Tresen saß und Fassbier trank, jederzeit nach hinten abgesichert. Er musste dafür nur kurz den Kopf heben. Wenn man bedenkt, wie groß das Torwartproblem des englischen Fußballs ist, wie sie es schaffen, zu jedem großen Turnier einen furchtbar unzuverlässigen Fliegenfänger zu entsen-

ILLUSTRATION: JOSEPHINE WARFELMANN

Das beste Gegenmittel bei Schlechtwetterphasen auf Reisen – oder auch in der Heimat? Auf jeden Fall ein gutes Buch. Im Moment lese ich „The Time of My Life“ – die Lebensgeschichte des amerikanischen Schauspielers Patrick Swayze, dem Helden meiner Kindheit, der 2009 starb. Das Buch ist ein Must-Have für jeden „Dirty Dancing“-Fan.

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Essbare Blüten: „Wild Hibiscus in Syrup“, bei Oschätzchen, Hohe Bleichen 26, um 15 Euro

FOTOS: ALAN OVASKA, PR (3)

Auch Sie gehören zu den Hamburgern, die die Ferienzeit hier verbringen. Wohin zieht es Sie, wenn Sie das Fernweh packt? Nach Australien. Nachdem ich dort einmal zwei Monate am Stück verbracht habe, packt mich häufig noch die Sehnsucht nach dem Outback. Wenn sie richtig groß wird, dann mache ich mir meinen ganz speziellen FernwehDrink: ein Glas Champagner, darin eine essbare, australische Hibiskusblüte. Das schmeckt schön nach Himbeere, Rhabarber – und nach Urlaub.

Edinburgh

den, beweist diese Collage aus feindlichen Handschuhen wieder nur ihre unglaubliche Fähigkeit, auch schwerste Schicksalsschläge mit alles leicht machendem Humor zu nehmen. Der Engländer ist seit dem Winter verschwunden. Niemand weiß, wo er steckt. Und die jungen Männer, die am Wochenende aus Manchester oder Liverpool nach Hamburg kommen, streifen sonntags nun traurig durchs Viertel, auf der Suche nach einem ordentlichen englischen Frühstück. Ich spreche sie manchmal an, rede mit ihnen über Zweitligafußball, genieße ihre knautschigen Gesichter und ihren eigentümlichen Akzent. Und wenn wir eine Weile den Niedergang der britischen Kultur auf St. Pauli beklagt haben, schicke ich sie zum nächsten Italiener.

KOMÖDIE: Drei Schwestern, aber nur ein Testament – „Fisch zu viert“ ist ein tempo-, witz- und intrigenreiches Schauspielstück, in dem Judy Winter als Brauereierbin brilliert. Komödie Winterhuder Fährhaus, 19.30 Uhr, bis 11.9. FUSSBALL: Ohne Ballack gegen Brasilien. Das Länderspiel der DFBAuswahl in Stuttgart verspricht Ballästhetik. 20.45 Uhr, ARD.

DONNERSTAG ???-PARTY: Oliver Rohrbeck alias „Justus Jonas“ lädt zur „Record Release Party“ der Folge 148 „Die drei ??? und die feurige Flut“ mit vielen Überraschungen ins Uebel und Gefährlich, 19 Uhr. JAZZ: Beim „16. Summer Jazz Pinneberg“ wird die gesamte Innenstadt auf 7 Bühnen bei 50 Konzerten von 250 hochkarätigen Musikern bis Sonntag beschallt.

Was mir am Anfang hier so gefallen hat, ist der langsamere Rhythmus – es ist nicht so hektisch, eine wirkliche Rushhour gibt es gar nicht ( jedenfalls nicht so, wie man sie in Hamburg kennt). Ich kann jetzt von mir sagen, dass ich „einheimisch“ bin, denn auch ich freue mich nun, wenn wir im September die Stadt endlich wieder für uns haben. Als Polizistin sehe ich den Pomp von großen Paraden auf der Royal Mile und Queen-Besuchen in Holyrood Palace. Aber ich sehe auch die anderen Seiten – die Drogenwelt, wie sie so gut von Ian Rankin in seinen „Inspector Rebus“-Büchern beschrieben wurde, und die heruntergekommenen Siedlungen am Rande der Stadt. Jedes Mal, wenn ich in Hamburg zu Besuch bin, genieße ich es einfach rumzubummeln. Dann kaufe ich mir immer eine große Tüte mit Körnerbrötchen zum Mitnehmen – obwohl es in Edinburgh „German style bread“ gibt, kann es einfach nicht mithalten.

MADE IN HAMBURG

Kolumne » Hier schreiben im wöchentlichen

FREITAG FESTIVAL: Zur 5. Auflage des „Dockville Festival“ werden über 20 000 Besucher zur Musik von 100 Bands feiern. Elbinsel Festivalgelände, bis So. www.dockville.de PARTY: Das „Tanznagel-SommerCamp“ sorgt unter dem Motto „Chillen und Grillen“ für ein Fest unterm Sternenhimmel mit Blick auf Planten un Blomen. Café Schöne Aussichten, ab 21 Uhr.

Ob Martini-Trinker James Bond sich die Lutsch-Bonbons „From Hamburg with Love“ auf der Zunge zergehen lassen würde? Für anglophile Hanseaten sind die herzförmigen Kirsch-Drops allerdings ein Must-Have!

Wechsel Maike Schiller – zurzeit in Babypause und vertreten von der Hamburger Autorin Simone Buchholz – und Joachim Mischke.

8. – 14. AUGUST

MITTWOCH

Jedes Jahr im August steht Edinburgh total kopf: Dann findet hier eins der größten kulturellen Festivals der Welt statt. Millionen Besucher fallen ein, die Edinburgher vermieten ihr Haus an Touristen und fliehen für vier Wochen. Das International Festival zieht Musikliebhaber der klassischen Musik an, das FringeFestival Comedians und Straßenkünstler, sodass ein Spaziergang zum Kunsterlebnis wird. Und natürlich gibt’s noch das Military Tattoo mit Hunderten von Teilnehmern und 7000 Zuschauern täglich, bei jedem Wetter Open Air vor dem Castle.

Bonbons: From Hamburg with Love, www.mutterland.de, um 4 Euro

SONNABEND SPORT: Der „11. Rykä Frauenlauf“ steht für einen sportlichen Nachmittag in der Stadt. Die 7,4 km um die Außenalster starten um 16 Uhr an den Alsterliegewiesen, Harvestehuder Weg / Milchstraße. www.hamburger-frauenlauf.de HSV: Heimspielpremiere in die neue Saison – gegen Hertha BSC Berlin erwarten nicht nur Fans einen Sieg, Imtech-Arena 15.30 Uhr.

SONNTAG KULTURSOMMER: In Extremo mit Mittelalter-Rock und spektakulärer Pyro-Show sowie die FolkRocker von Schandmaul drehen auf! Trabrennbahn Bahrenfeld, 18 Uhr. SONNTAGSKINDER: Spannende Angebote zum Mitmachen aus der Welt der optischen Täuschungen für Kinder ab 6 Jahren. Altonaer Museum, 14 – 17 Uhr.