MTBl Mai/Juni 2015 Chronik der Feuerwehr Heng -

Ein Bericht von Ortsheimatpfleger Hans Bradl –

Die Feuerwehr Heng feiert ihr 125-jähriges Bestehen von Freitag, 19. – Sonntag, 21. Juni 2015 auf dem Festplatz beim Feuerwehrzentrum. Die Feuerwehr Heng mit den Bürgern aus der früheren Gemeinde Heng samt Köstlbach wurde am 21. Juli 1889 gegründet. Früher waren die Gebäude (Häuser, Ställe, Scheunen) in den einzelnen Ortschaften weitgehendst mit Fachwerk bzw. Holzkonstruktion sowie Strohdächern ausgestattet.

Im Brandfall wurden oftmals ganze Ortschaften vernichtet. Aus diesem Grund hat der bayer. König Ludwig II (1864 – 1886) angeordnet, dass die Bezirksämter (die späteren Landratsämter) freiwillige Feuerwehren gründen und Löschgeräte anschaffen sollten. Zunächst wurden Löscheimer aus Schweineleder angeschafft. Sie waren notwendig, weil Eimer aus Metall in der Nähe des Feuers heiß und damit nicht nutzbar waren.

Unter der Anleitung von Bürgermeister Johann Stadler, genannt Kollerbauer, (1882 – 1893) wurden zur Sicherung der Gebäude dann Feuerwehrspritzen angeschafft, die die 42 Gründungsmitglieder im Brandfall einsetzen konnten. Von der Firma Justus Christan Braun wurde im Jahr 1889 eine Feuerwehrspritze bestellt und 1890 ausgeliefert. Sie kostete 1.120 Mark.

1925 wurde für den Ort Köstlbach ebenfalls eine Feuerwehrspritze angeschafft, die bis in die 50-er Jahr ihren Dienst tat. Der Feuerwehrgeräteschuppen war an die frühere Scheune (Westseite) von Hansirgen angebaut (heute: Ludwig Meyer, Köstlbach 19). Der Feuerwehrgeräteschuppen Heng wurde 1889 als Gebäude mit Fachwerk gegenüber dem Gasthaus Stiegler errichtet, in dem auch die Holzleiter sowie die Holzspieße gelagert waren.

Lageplan Heng 1942

Feuerwehrübung 1942 vor dem „Schwarzn-Anwesen (Rehberger)“. Kommandant war von 1938 – 1961 Georg Barth

Als der Bäckermeister Josef Kraus in Heng eine Bäckerei errichten wollte, fehlte der Platz in der Dorfmitte, weshalb die Gemeinde (Bgm. Josef Sturm) 1962 das Grundstück des Feuerwehrhauses als Bauplatz anbot. Dafür musste der Bürger Am Schwall, heute Nr. 2, ein Ersatzgebäude errichten. Anschließend waren die Geräte notdürftig in der Garage an der Volksschule Heng, Neumarkter Straße 38 untergebracht. 1966/67 errichtet die Gemeinde Heng ein neues Feuerwehrhaus an der Köstlbacher Straße Nr. 6, dem jetzigen Dorfstadl seit 1984.

Von 1967 – 1975 Feuerwehrhaus Heng, von 1975 – 1981 Bauhof Postbauer-Heng, seit 1984 Backstube, ab 1988 Umbau zum Dorfstadl.

Als Folge der Gemeindezusammenlegung am 1. April 1971 wurden umfassende Baugebiete ausgewiesen, weshalb es sich anbot, ein neues Feuerwehrzentrum für die Feuerwehren Postbauer, Heng und Kemnath in der neuen Ortsmitte, Centrum Nr. 5, zu errichten. Es war das erste gemeinsame Feuerwehrgerätehaus in der Oberpfalz und Mittelfranken. Ziel von Bgm Hans Bradl war eine schlagkräfte Feuerwehreinrichtung im Zentrum zu haben, was auch gelang. Das Gebäude wurde am 31. Aug. 1975 eingeweiht durch die katholischen Pfarrer Johann Bußinger und Josef Burzdzius und den evangelischen Pfarrer aus Oberferrieden Hermann Meixner.

1986/87 wurde ein größeres Feuerwehrzentrum in der Ortsmitte, Centrum Nr. 7, errichtet, um den aktuellen Bedürfnissen gerecht werden zu können.

Einweihungsfeier am 01. Mai 1987 mit Pfarrer Johann Bussinger und Thomas Lübke und vielen Gästen

Die technische Ausrüstung sowie die Fahrzeuge haben sich ständig geändert. Zurzeit sind vorhanden: Feuerwehrautos Mercedes TLF 16/25 LF 8 VW-Bus MZF Mercedes LF 16/12 LF 10/6 HLF 20/16

Bau- oder Anschaff.Jahr 1975 1980 1984 1993 1993/1994 1999/2000 2004 2009

Anschaffungskosten in EUR 40.903 117.597 69.536 14.319 77.692 210.571 189.907 334.931

Die Alarmierung erfolgte bis 1960 sowohl bei Brandfällen als auch bei Übungen mit dem Feuerwehrhorn.

Seit dem gibt es in jedem Ort Sirenen und neuerdings Funkwecker.

Der Schuster und zugleich Poststation, zuletzt Georg Mederer, verstorben 1976. Seit 2010 Grünfläche des Marktes, Neumarkter Str. 37 (Foto aus dem Jahr 1966)

Seit der Gründung war und ist die Feuerwehr Heng ein zuverlässiger Verein zum Schutz des Lebens von Mensch und Tier sowie von Hab und Gut. Ferner für technische Einsätze aber auch für gesellschaftliche Anlässe. Während des II. Weltkrieges, vor allem im April 1945 kam es in Heng und Köstlbach zu fünf Bränden an Wohnhäusern und Scheunen. Die Männer waren im Kriegsdienst bzw. in Gefangenschaft und die Frauen mussten die Löscharbeiten weitgehendst erledigen. Die 20 gefallenen und vermißten Soldaten aus Heng und Köstlbach waren alle aktive Feuerwehrmänner. In jedem Dorf gab es einen Löschweiher, doch oftmals reichte das Wasser nicht zum Löschen von Bränden, weshalb auch mit Jauche gespritzt wurde. In Heng war der Löschweiher bei der heutigen Grünanlage Neumarkter Straße 17 Ecke Bergstraße. Ab 1962 war bei uns die Wasserversorgung neu ausgebaut und es gab Hydranten, von denen aus die Gebäude im Brandfall gut mit Löschwasser erreicht werden können.

Quellen: Archiv des Marktes Postbauer-Heng Archiv der Feuerwehr Heng