CHRONIK DER EREIGNISSE Wenn diese Chronik eine Erkenntnis zulässt, dann sicher diese: Wir sehen wie aus einer kleinen Idee eine Dynamik erwächst, die in dieser Dimension von allen Beteiligten in der Anfangsphase so nicht vorhersehbar war. Auch wusste Hellmuth Möhlenhoff, der Firmengründer nicht, was er ursprünglich mit seinem Anspruch „Ich will etwas leisten, ich will etwas schaffen“ auslösen würde ...

50 Jahre Möhlenhoff Wärmetechnik GmbH

I N H A L T Mit dem Plattenspieler über die Dörfer ................ 04 Erfindergabe und Aufbruch................................. 07 25 Jahre jung ...................................................... 09 Wir bieten Problemlösungen ... .......................... 11 Die Anerkennung................................................ 13 Hellmuth Möhlenhoff stirbt unerwartet ............... 15 Großprojekt „Kärntner-Ring-Hof“ ....................... 17 Projekt Alpha-Regler ........................................... 19 Alpha-Antrieb, Alpha-Basis............................. 20/21 Zukunft durch Ideen............................................ 22

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Aller Anfang ist schwer

MIT DEM PLATTENSPIELER ÜBER DIE DÖRFER

Hellmuth und Magdalene Möhlenhoff ziehen mit zwei Kindern, ein paar Möbeln und wenig Geld von Clauen, Kreis Peine, nach Salder, Dammstraße 33. Dort übernehmen sie

OK T O B E R 1951 das Elektrogeschäft des gerade verstorbenen Karl Mühlberg. Scheinbar ein Anfang aus dem Nichts. In Wirklichkeit ist Kapital reichlich vorhanden: dieses unersetzliche Kapital von Können, Zuversicht, Strebsamkeit und Glück. Glück in dem Sinne, dass sich hier zwei Menschen gefunden haben, die harmonieren. Und so liegt in Wahrheit die Keimzelle der heutigen Möhlenhoff Wärmetechnik GmbH viel früher. Und irgendwann liest sie Wir müssen zurückblenden einen Satz, der entschieden in die Dreißiger. Hellmuth als Antrag zu werten ist: und Magdalene sitzen in der Volksschule Clauen, nur „Lena, ich habe Dir einmal gesagt, ich bräuchte einen durch einen schmalen Gang Menschen, der mich vergetrennt, nebeneinander. steht und der mir hilft und Er schreibt von ihr in der mich stark macht, um etwas Deutschstunde ab, sie hat zu schaffen im Leben. Ich Anlass, beim Rechnen öfter einmal in sein Heft zu schau- wusste damals schon, dass nur Du es sein konntest.“ en. Die Eindrücke sind wohl Magdalenes eineiige Zwiltiefer als üblicherweise beim lingsschwester Liselotte Abschreiben. Man verliert sich auch später im Krieg – ist genauso hübsch. Aber Hellmuth Möhlenhoff wird der 23-Jährige will nur unter anderem auf einem die Eene: Magdalene. Minenboot vor Jugoslawien eingesetzt – nicht aus den Augen. Man schreibt sich lange Briefe.

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Glückliches Paar. Hellmuth mit seiner Magdalene.

1952 wird ein Motorrad mit Anhänger angeschafft und 1956 das erste Auto gekauft.

Der „Grundstein“ ist gelegt. Stolze Jungunternehmer in der Dammstraße in Salder.

vertraut zu machen. Das Paar hat inzwischen zwei Töchter: Christiane und Hildegard (in späteren Jahren kommen die Söhne Matthias und Andreas hinzu).

Die Hochzeit ist 1948 in der Gastwirtschaft Kuche in Peine. Magdalene trägt ein wunderbares Kleid aus Fallschirmseide, dazu weiße Schuhe. Es gibt Wurst, Braten und selbst gebrannten Schnaps. Hellmuth Möhlenhoff, der eine Lehre als Elektroinstallateur absolviert hat, ist mit seinen ersten Arbeitsstellen in Hildesheim und Sehnde nicht zufrieden: „Ich will etwas leisten, ich will etwas schaffen.“

„Ich will

Aufkeimendes Wirtschaftswunder, auch in Salzgitter. Zu den kleinen Wundern gehört, dass unser Paar beim Polterabend der Freunde Hanni und Friedrich Steußloff einen neuen Plattenspieler vorführt und an Ort und

muth Möhlenhoff, der innerhalb eines Jahres in Abendkursen seinen Meisterbrief erwarb, fährt, erst mit dem Fahrrad, dann mit dem Motorrad, über die Dörfer. Das erste Radio, vermutlich ein Loewe Opta, liefert er bei Schnee und Glatteis in die 10 km entfernte Nachbargemeinde Broistedt.

Das Ladengeschäft läuft am Anfang prima. Die Fernsehzeit beginnt. Benötigt werden ferner jede Menetwas leisten, ich will etwas schaffen.“ ge Lampen, WaschStelle verkauft. Musik drückt maschinen, Bügeleisen und Dann die Chance, in Salder bekanntlich die Sehnsucht anzufangen. Magdalene, als all die anderen elektrischen am schönsten aus. Auch die Heinzelmännchen. Es folgen Wochenpflegerin in einer Menschen um Salder beJahre, in denen Möhlenhoff Klinik in Celle ausgebildet, ginnen, sich wieder etwas hat keine Ahnung von Watt im Salzgittergebiet die meisten Waschmaschinen verund Ampere, fängt aber mu- zu gönnen, leisten sich den einen oder anderen Plattentig an, sich mit den Grundkauft – bis die Kaufhäuser spieler der Marke Dual. Hell- kommen ... sätzen der Buchführung

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Aller Anfang ist schwer

Der neue Laden an der Ecke Bahnhofstraße, größer, schöner und auch Zeichen erster Erfolge. (heute Museumstraße)

Elektrokonvektor kontra Zugluft.

1959

Aber: Es wird überall gebaut, und Hellmuth Möhlenhoff installiert in den Häusern die Elektroleitungen. Er kommt viel herum, erledigt alle Aufträge zuverlässig und sorgfältig: unbezahlbare Werbung. Anzeigen muss er zunächst nicht aufgeben.

heizungen. Zudem installiert die Firma Möhlenhoff Elektro-Fußbodenheizungen in Autobahnraststätten und Kindergärten. Schön und gut. Wenn nur die Kaltluftströme an den schlecht isolierten Kirchenfenstern nicht wären. Die ergreifendste Predigt ist nur die Hälfte wert, wenn es zieht. Möhlenhoff entwickelt einen Elektrokonvektor. Dieser wärmt den Kaltluftrutsch an den Fenstern so auf, dass keine unangenehme Zugluft entsteht. Aus einer „kleinen Idee“ beginnt ein neues Erfolgskapitel.

1959 wird in Salder das Grundstück an der Ecke Bahnhofstraße erworben. Der neue Laden: schöner und größer. Bald kann Hellmuth Möhlenhoff beweisen, welch findiger Tüftler er ist. Überall in der Umgebung erhalten die Kirchen in diesen Jahren Elektro-Fußboden-

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Mut und Erfindergeist

ERFINDERGABE UND AUFBRUCH den Markt eingeführt. Die Firma AKG Thermotechnik in Hofgeismar liefert dafür das Heizelement, vertreibt im Gegenzug gerne die Warmwasser-Kompakt-Konvektoren aus Salder. Die freundschaftliche Kooperation mit der AKG Thermotechnik dauert übrigens bis heute an. 1976 erhält Hellmuth Möhlenhoff auf diese Konvektoren ein Patent.

Die Siebziger. Es geht voran. Die ersten Konvektoren entstehen aus Eternitkästen (Blumenkästen) mit integriertem Elektro-Heizelement, einem Luftleitsteg und einer Rollrostabdeckung. Wenn Hellmuth Möllenhoff in Urlaub fährt, hat er, um das System bekannt zu machen, immer einen Koffer mit Unterflurkonvektoren dabei. Zu Hause beginnt er eine Produktion im Kleinformat. Die Eternitkästen werden später durch ein besseres System ersetzt. Parallel zu den Elektrokonvektoren entsteht bei Möhlenhoff eine gleichartige Konstruktion für Warmwasser. Sie wird unter eigener Regie in

1 9 70

Der Elektrokonvektor in seiner Urform, der Grundkorpus, die Einbaumulde besteht hier noch aus Eternit, der so genannte „Blumenkasten“. Hellmuth Möhlenhoff demonstriert, wie die kalte Luft vom Fenster in den Raum strömt. Das als „Kaltluftrutsch“ bezeichnete Phänomen.

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Mut und Erfindergeist

Der Konvektor wird das tragende Produkt des jungen Unternehmens

Klappern gehört zum Handwerk, das weiß auch Hellmuth Möhlenhoff und präsentiert, wo er kann, seine Produkte.

von Waschmaschinen, Fernsehern, Mixern usw. wird schließlich ganz aufgegeben. Die Warmwasser-KompaktKonvektoren, in diversen Abwandlungen produziert, halten die Firma auf Erfolgskurs. Als man 1976 zusammen das 25-jährige Bestehen feiert, ergreift Hellmuth Möhlenhoff die Gelegenheit, sich bei seiner Frau zu bedanken, „die mir immer hilfreich zur Seite stand“. Eine leichte Untertreibung. Magdalene Möhlenhoff ist mit ihrer Herzlichkeit, mit ihrer Menschenkenntnis die Seele des Geschäfts.

Dass Hellmuth Möhlenhoff 1968 die 24-jährige Herta Schulz eingestellt hat, erweist sich in diesen geschäftlich stürmischen Zeiten als Glücksfall. Sie bedient zunächst den Olivetti-Buchungsautomaten, den Möhlenhoff gebraucht erworben hat. Rastlos ist der Senior im Opel Monza unterwegs. Der Bodenständige besucht zwischendurch die Übungsabende des Männergesangvereins Salder, macht bei der Freiwilligen Feuerwehr mit. Freilich: Das Ladengeschäft geht zurück. Der Verkauf

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1976

Mut und Erfindergeist

25 JAHRE JUNG 195 1 Alles Alte, soweit es Anspruch darauf hat, sollen wir lieben, aber für das Neue sollen wir recht eigentlich leben. (Theodor Fontane)

1959 196 0

1951 übernimmt Hellmuth Möhlenhoff mit Sondergenehmigung (da er kein Meister ist) das Elektrogeschäft des verstorbenen Karl Mühlberg in Salder. Voraussetzung für die Sondergenehmigung ist, dass der Meisterbrief innerhalb eines Jahres erworben wird (in Abendschule). Der Einmann-Betrieb wird schon nach einem Jahr durch einen Lehrling verstärkt. 1959 wird das Grundstück an der Ecke Bahnhofstraße erworben. Ein neuer Laden und eine Werkstatt entstehen. Das Angebot wird um Musiktruhen und Waschmaschinen erweitert. 1960 werden erste Erfahrungen mit der Installation von Elektro-Fußbodenheizungen gemacht. Die Probleme der Kaltluftabschirmung werden erkannt und es wird intensiv nach Lösungen gesucht. In den Folgejahren geht der Verkauf von Elektrogeräten zurück und die Elektroinstallation wird intensiviert. In der näheren Umgebung werden Großaufträge abgewickelt: Verwaltungsgebäude WEVG, Seyfert-Wellpappe, Schulen, Kirchen etc.

1968 197 0

1974 Regelmäßige Messeauftritte schaffen neue Kontakte.

1975 1976

09

1968 erfolgt die Spezialisierung im Bereich der Elektro-Fußbodenheizungen. 1970 Entwicklung des ersten Elektro-Unterflurkonvektors, der zur Kaltluftabschirmung großer Fensterflächen im Zusammenwirken mit Fußbodenheizungen gedacht ist. 1974 wird mit der Firma Kabelmetall aus Hannover ein Vertriebspartner gefunden. Der weitere Ausbau des Produktionsbetriebes ist gesichert. 1975 wird der erste Warmwasser-Kompakt-Konvektor und der erste Gebläse-Kompakt-Konvektor vorgestellt. 1976 feiert das als Elektrogeschäft gestartete – jetzt Produktionsbetrieb für Konvektoren – Unternehmen, sein 25-jähriges Bestehen.

Die Kompakt-Konvektoren

Ausbau und Festigung der Marktposition

Das neue Firmengelände in der Museumstraße 54 a.

Kleine Mannschaft mit großen Zielen. Die neuen Produktionsräume erlauben auch ein größeres Auftragsvolumen.

Möhlenhoff, der früher Ausgaben für Werbung wohl eher für Verschwendung hielt, sieht ein, dass es nun ohne Werbung doch nicht geht. Er engagiert den Grafikdesigner Peter Pohl. Dessen flotte Prospekte und einprägsame Logos helfen mit, dass die Firma ohne schmerzliche Blessuren durch das Konjunkturtal kommt. Pohl ist bis heute der Firma verbunden. Und Möhlenhoff? Er will sich mehr im Markt zeigen, mietet 1979 einen Standplatz auf der ISH in Frankfurt, der Internationalen Sanitärund Heizungsmesse. Dort präsentiert er seine Produktreihe der Warmwasser-Kompakt-Konvektoren. Es sind erfolgreiche Tage. Hellmuth Möhlenhoff hat nicht die smarte Art eines global agierenden Geschäftsmanns. Doch er ist offen, unkompliziert und freundlich und knüpft gerade dadurch viele Kontakte.

1978 wird die Einzelfirma in eine Familien GmbH umgewandelt. Gesellschafter sind Hellmuth, Magdalene und Sohn Andreas. Letzterer ist erst 18, berechtigt aber, wie sein Vater mit Freude erkennt, zu den schönsten Hoffnungen. Der Junior beendet seine Ausbildung bei Siemens als Elektro-Anlageninstallateur und bei der Firma Friedrich als Elektromonteur. Als der Senior für ein Wochenende verreisen muss, erfindet Andreas ein neues Luftführungssystem für Gebläsekonvektoren. Dieses grundlegende Prinzip wird patentiert. Es kommt noch heute zum Einsatz. Es folgen zwei Jahre im elterlichen Betrieb. Danach besucht er die Techniker- und Meisterschule, macht abends durch eigene Tüfteleien dem Vater Konkurrenz. Die Produktions- und Lagerflächen sind zu klein, noch im Jahr 1978 erfolgt der Ankauf eines neuen, des heutigen Betriebsgeländes. Der Betrieb zieht in die Museumstraße 54 a um.

Die Messeauftritte werden immer professioneller.

Firmenlogo der 70er- und 80er-Jahre, Sinnbild für die Konvektoren.

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1 9 78

Die Kompakt-Konvektoren

Getreu dem Werbeslogan jener Tage: „Wir bieten Problemlösungen im Bereich der Fußbodenheizung“, werden Anregungen von Kunden gern aufgegriffen und in Produktverbesserungen umgesetzt. Auch entstehen Spezialgeräte, die individuell nach Kundenwunsch in Kleinserie oder Einzelfertigung zur Auslieferung kommen. Diese hohe Flexibilität des Unternehmens Möhlenhoff ist offenbar am Markt gefragt und zeigt sich in den Erfolgen, die daraus erwachsen.

S TAT E M E N T

M I TA R B E I T E R

Professionelle Produkte brauchen professionelle Werbung. Nicht nur die Produkte werden ständig verbessert, auch bei den Werbemitteln wird die Qualität erhöht.

„Von 1960 bist ´65 machte ich bei Möhlenhoff eine Ausbildung als Verkäuferin. Ich habe an diese Zeit schöne Erinnerungen. Frau Möhlenhoff war der Engel des Betriebes. Wir haben oft in der Küche zusammen gefrühstückt.“ (Britta Kömpel, 2002)

ir bieten Problemlösungen im Bereich r Fußbodenheizung“ Ende der 70er-Jahre zog sich eine allgemeine Rezession durch die Baubranche. Auch bei Möhlenhoff gehen die Umsätze der Jahre 1979 und 1980 zurück. Es kann also nur gut sein, wenn der Betrieb ein zweites „Standbein“ durch die Erweiterung der Produktpalette bekommt. So werden Überlegungen angestellt, wie dieses Ziel zu erreichen ist ...

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1980

Neue Produkte für den Heizungsmarkt

1983 Ideen sind gefragt Um die Produktpalette zu erweitern und die wirtschaftliche Grundlage des Unternehmens zu stabilisieren, wird nach neuen Ideen gesucht. Der Versuch, auch im konventionellen Heizkörpermarkt etwas zu bewegen, wird allerdings ein Versuch bleiben.

Dass mit der Entwicklung des Stellantriebes eine Erfolgsgeschichte geschrieben wird, weiß zu diesem Zeitpunkt niemand.

Die Messeauftritte werden zum festen Bestandteil der Werbeaktivitäten. Abb oben: Flyer zur Einführung des neu entwickelten Stellantriebes. Der kleinste am Markt!

Er entwickelt KompaktHeizkörper, die sich beispielsweise harmonisch in das Fliesenraster einer Badezimmerwand einfügen. Ein Universal-Gebläseheizkörper fürs Badezimmer folgt. Vielversprechender allerdings ist ein anderer Clou Hellmuth Möhlenhoffs. Vorausgeschickt: All diese Heizgeräte und Fußbodenheizungen müssen ja irgendwie geregelt werden. Die allseits bekannten Thermostatköpfe mit und ohne Fernfühler: keine elegante Lösung. Die bis dahin geläufigen Stellantriebe: zu groß, schwer montierbar, zu leistungsschwach. Wie auch immer: Die Frucht aller Gedanken war der kleinste und vielseitigste Stellantrieb am Markt, nicht größer als eine Streichholzschachtel. Sie ist der Grundstein für ein neues Produkt.

Logisch der nächste Schritt: die Einzelraumregelung für die Bereiche der Fußbodenheizung und der Regelverteiler. Dieser verringert unter anderem das Kabelgewirr bei der elektrischen Verdrahtung. Das Wort Energiesparen ist in aller Munde. Bei dem Unterfangen, Radiatorenheizungen, die mit Abstand den größten Marktanteil ausmachen, mit einer programmierbaren Einzelraumregelung auszustatten, entsteht schließlich das System einer Einzelraumre-

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gelung ohne zusätzlichen Verdrahtungsaufwand, in dem die Signale über das vorhandene 230V Netz übertragen werden. Aus dem Markennamen „thermatic“ wurde der später als Markenzeichen verwendete Name „fernthermatic“. Dieses System und die KompaktKonvektoren werden auf der ISH 1985 präsentiert.

Die Anerkennung

DIE ANERKENNUNG Weltausstellung in Vancouver (Canada) und Möhlenhoff Konvektoren sind dabei

Lohn der Arbeit! – Jahrelange beharrliche, kontinuierliche Entwicklungsarbeit trägt nun ihre Früchte. Erinnern wir uns. – Mit einem „Blumenkasten“ aus Eternit fing alles an und jetzt sind wir auf der Expo in

Salder Salzgitter. Wer hätte das gedacht, lange hat Hellmuth Möhlenhoff auf diese Anerkennung gewartet und mit viel Fleiß daraufhin gearbeitet. un ist es soweit, eine Konvektoren aben sich ihre Marktosition erobert und nd ein von Fachleuten erkanntes Produkt. mentsprechend ist ch die Resonanz in Fachpresse und in den lokalen Nachrichten. Hiermit ist ein wichtiges Etappenziel erreicht und das Selbstvertrauen des „kleinen“ Unternehmens aus Salder erheblich gestärkt. Weitere Großaufträge werden folgen und die „Qualität made aus Salder“ ist gefragter als zuvor.

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Möhlenhoff Gebläse-Konvektoren im Expopavillion in Vancouver.

1986

Mitarbeiter Umsatz in Mio. DM

Einzelraumregelung

Die Regeltechnik wird immer wichtiger

Gerätefamilie der fernthermatic-Einzelraumsteuerung. Flyer für die neuen Produkte der Regeltechnik.

Mitte der 80iger Jahre sieht man auf dem Gebiet der Heizungsregelung eine Möglichkeit, das Betätigungsfeld zu erweitern, gerade auch weil der neue Stellantrieb allein noch keine Regelung möglich macht. Es folgen Entwicklungen, die nicht immer den Erfolg brachten, den man sich erhoffte. Oder aber der Markt war noch nicht so weit, die neuen Produkte aufzunehmen.

Unter der Marke „fernthermatic“ werden jetzt zugekaufte Raumtemperaturregler der Firma Eberle, der Stellantrieb, der neu entwickelte Regelverteiler und weitere Produkte vertrieben. Im Zusammenwirken dieser einzelnen Komponenten ist eine komfortable Einzelraumregelung realisierbar. Das Bemerkenswerte dieses Systems ist die Verdrahtung, die über kodierte Leitungen und Stecker im SchneidKlemm-Verfahren realisiert wird. – Eine echte Möhlenhoff-Innovation.

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1 9 89

1989 11 2,5

11 3,5

Jahr der Entscheidung

Hellmuth Möhlenhoff stirbt unerwartet Für das Unternehmen und für die Familie Möhlenhoff ist das Jahr 1990 ein „schwarzes Jahr“, im wahrsten Sinne des Wortes. Hellmuth Möhlenhoff, der Firmengründer, der Tüftler und Erfinder, stirbt unerwartet. Zu unerwartet auch für seinen Sohn Andreas Möhlenhoff, der zwar schon länger im Betrieb mitarbeitet und einen großen Anteil an den vielen Neuentwicklungen trägt, aber zu diesem Zeitpunkt keine tieferen Einblicke in die Geschäftskontakte und Finanzen hat. Eine große Hilfe sind Herta Schulz und Sabine Schrader, beide im Büro beschäftigt und bestens mit den Zahlen des Unternehmens vertraut. Es erweist sich alsbald, dass die Möhlenhoff GmbH gesund dasteht, die beste Voraussetzung erneut durchzustarten.

Die technischen Abläufe fest im Griff, aber nur geringe Kenntnisse von Akten und Zahlen. Ab diesem Zeitpunkt ist nun Improvisation gefragt, zudem Sabine Schrader (im 6. Monat schwanger) auch noch ausfällt. Aufträge, Rechnungen und vieles mehr warten auf Bearbeitung. Da ist Martina Möhlenhoff, die Frau von Andreas Möhlenhoff, sie ist von Beruf Krankenschwester und steigt spontan in die Büroarbeit mit ein. Für sie eine ungewöhnliche Arbeitsumgebung, die aber mit Bravour gemeistert wird. Unterlagen werden geordnet, Ordner neu beschriftet, Aufträge und Rechnungen mit mehr

Martina und Andreas Möhlenhoff, 2002

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S TAT E M E N T

M I TA R B E I T E R

1990 Mitarbeiter Umsatz in Mio. DM

„Ich war von 1976 bis etwa ´80 bei Möhlenhoff und der letzte Installationslehrling der Firma. Der Senior, Hellmuth Möhlenhoff, hat gesagt, was er denkt, war nie nachtragend. Er sagte immer: ,Klaus-Peter, Du musst alles können. Geht nicht, gibt´s nicht.´ Heute bin ich in Engelnstedt selbstständig, verkaufe Elektro-Haushaltsgeräte.“ (Klaus-Peter Matzke, 2002)

oder weniger Erfolg geschrieben, da der Computer irgendwie zwischendrin öfter seinen Dienst versagt. Alle Anfangshürden überwunden, starten Martina und Andreas Möhlenhoff mit 9 Mitarbeiter in eine neue Zukunft ...

Mitarbeiter Umsatz in Mio. DM

Neuanfang und Aufbruch

1991 14 3,7

Neue Ideen,

1 9 91

Andreas Möhlenhoff weiß, dass sich die Firma, um überleben zu können, offensiver darstellen muss. Zunächst soll das Unternehmen ein neues „Gesicht“ bekommen, sein Erscheinungsbild nach außen modernisieren und professionalisieren. Entwickelt wird ein neues Firmenlogo und das Corporate Design. Mit der Einführung und Nutzung von neuen Technologien (z.B. PC, CAD) investiert Andreas Möhlenhoff in die Grundvoraussetzungen für zukünftige Erfolge. Was in den nächsten Jahren folgt, ist ein wahres Feuerwerk an Innovationen und Ideen.

einfach in der Montage und komfortabel in der Bedienung und Regelung machen. Alle Anforderungen werden voll erfüllt und so lässt der Erfolg nicht lange auf sich warten. Er plant einen fulminanten Auftritt auf der ISH-Messe in Frankfurt. Dort präsentiert Möhlenhoff – auf einem Drehteller – das neue ThermoDul-System. Die Bühnennummer wird in Fachkreisen stark beachtet.

Und es wird auch sogleich die Entwicklung eines neuen Produktes in Angriff genommen. Das ThermodulSystem soll die Installation einer Einzelraumregelung

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1991 wird ein komplett neuer Messestand auf der ISH in Frankfurt präsentiert und das neu entwickelte Thermodul-System wird vorgestellt.

1993 Mitarbeiter Umsatz in Mio. DM

22 7,3

Erste Erfolge einer neuen Generation werden sichtbar

Großprojekt „Kärntner-Ring-Hof“ in Wien Die Anfrage unseres Vertriebspartners Manfr Richter KG, für den Kär ner-Ring-Hof, dieses rie Wiener Einkaufszentrum Konvektoren zu liefern, begreift Möhlenhoff als Herausforderung. Für d rund geschnittenen sch Läden des Geschäftszen rums sind Rundbogen-P notwendig, die erst noc entwickelt werden müs Aber auch bei dieser Au be haben Andreas Möh hoff und seine Mitstreiter den Bogen raus. Was der Vater ersonnen hat, bewährt sich in neuen flexiblen Formen. Auch die Rollrostabdeckung wird in Frage gestellt und es entsteht das neue Designrollrost, innovativ wie alle Produkte, mit dem Kick des Besonderen.

Erste familiäre Erfolge der neuen Generation sind nun sichtbar, Marc Möhlenhoff wird im Februar ’93 geboren.

Weltausstellung in Vancouver Telekom in England Palast der Menschenrechte in Frankreich

Um die großen Stückzahlen an Konvektoren zu produzieren, wird in Lichtenberg im kommenden Jahr der Getränkegroßhandel der Schwiegermutter (eine große Lagerhalle) zur neuen Konvektorenproduktion ausgebaut.

Kärtner-Ring-Hof in Österreich Finanzzentrum Posen in Polen Landtag in Düsseldorf Referenzobjekte mit 1.000 m bis 2.000 m Konvektoren in einem Projekt.

Auf der ISH‘93 werden diese Anstrengungen offensiv und voller Stolz präsentiert. Die positive Resonanz bestätigt abermals: Der Weg ist richtig.

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Medizinisches Ausstellungszentrum in Hannover

Mitarbeiter Umsatz in Mio. DM

Umzug und Umbau

DDC-Antrieb und Umbau der Fertigung

Fertigungshalle in Salder und Konvektor-Produktion in Lichtenberg.

In diesem Jahr wird der DDC-Antrieb vorgestellt, der erste thermoelektronische Stellantrieb. M I TA R B E I T E R

S TAT E M E N T „Meine Hauptaufgabe: Software-Programmierung. Man kann bei uns relativ frei arbeiten. Der Chef ist ein genialer Techniker und extrem produktverliebt. Er hat sich vor Jahren in richtiger Weise antizyklisch verhalten, in der Rezession investiert. In manchen Punkten können wir noch besser werden.“ (Thomas Beneke, Dipl.-Ing., 2002)

Steuerung des neu eingerichteten Klimaraums.

„Wir müssen strukturiert wachsen“, nimmt Möhlenhof sich vor. Seine stärksten Stützen auf diesem Wachstumspfad sind seine Frau Martina, die sich unter anderem um das Abrechnungswesen kümmert, Eckhard Cramme, der als neuer Mitarbeiter schwerpunktmäßig den Vertrieb übernimmt und Bernd-Werner Schmid,

der die CAD Zeichnungen angefertigt. Dringend muss die Produktion der Nachfrage angepasst werden, denn der wachsende Erfolg will auch bedient werden. Als erster Schritt wird die Produktion der Konvektoren in Lichtenberg aufgebaut, danach die Fertigung in Salder rundum erneuert. Die Gelegenheit, eine eigene Qualitätsprüfung und Forschung mit einzuplanen.

19 9 4

18

1994 25 9,6

1995 Mitarbeiter Umsatz in Mio. DM

28 12,8

m Zeichen des Reglers

Projekt Alpha-Regler oder: Versuchen wir doch das Unmögliche

Abermals finden die Leistungen des mittelständischen Betriebes aus Salder in der Fachpresse Resonanz.

Wir schreiben November 1994, ein früher Morgennebel liegt über SalzgitterSalder. In den Produktionshallen an der Museumstraße startet das bislang aufwändigste Entwicklungsprojekt in der jungen Geschichte des Unternehmens Möhlenhoff: das Projekt AlphaRegler. Zielsetzung: Unabhängigkeit von Vorlieferanten und die Verwirklichung eigener Ideen in einem perfekten Produkt. Was folgt ist ein Nächte und Wochenenden fressender Wettlauf gegen die Uhr. Die ISH (Internationale Sanitär- und Heizungsmesse in Frankfurt) steht im März ’95 auf dem Plan, hier soll der Alpha-Regler dem Fachpublikum präsentiert werden. Während der Entwicklung wird auf vielen Gebieten

Neuland betreten. So wird zusätzlich zur CAD Konstruktion zum ersten Mal das Prototyping eingesetzt. Auch ist die exzellente Zusammenarbeit mit der Firma Werner Herr aus Freiburg zu benennen, die für die Werkzeuge und spätere Produktion der Kunststoffteile verantwortlich zeichnet. Als dann am frühen Morgen vor der Eröffnung der ISH in Frankfurt, wider Erwarten alles rechtzeitig fertig wird, kann die Erfolgsstory des Alpha-Reglers beginnen.

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1995

Tradition ist nicht das Bewahren der Asche, sondern das Schüren der Flamme. (Jean Jaurès, franz. Philosoph)

Mitarbeiter Umsatz in Mio. DM

Erfolg und die Folgen

1997 49 18,3

1997

Alpha-Antrieb Erfolg ist planbar

Auf der ISH präsentiert sich Möhlenhoff größer und kompetenter.

M I TA R B E I T E R

S TAT E M E N T „Als ich 1995 kam, war ich etwa der Zwanzigste. Ich leite heute den Bereich Vorrichtung- und Musterbau. Eine vielseitige Aufgabe. Ich habe mit allen Bereichen zu tun. Andreas Möhlenhoff ist Perfektionist, macht keine halben Sachen – einer der wichtigsten Gründe, dass wir Marktführer sind.“ (Henning Homeister, 2002)

Der Alpha-Antrieb auf der Titelseite des Heizungsjournals im Frühjahr 1998.

Als 1978 Hellmuth Möhlenhoff auf den Designer Peter Pohl trifft, können beide nicht ahnen, wie wichtig die Zusammenarbeit einmal werden würde, die seltene Kombination von Grafikund Produkt-Designer (auf beiden Gebieten gleich gut) ist wie geschaffen für das mittelständische Unternehmen und für die anstehenden Aufgaben. Moderne Produkte müssen neben einer innovativen, intelligenten Ingenieurleistung auch eine hohe Designqualität aufweisen. Dieser Grundsatz ist fester Bestandteil der Möhlenhoff-Firmenphilosophie geworden. Die Integration von Funktion und Form machen unter anderem den nationalen und internationalen Erfolg der Möhlenhoff-Produkte aus.

Jahre gekommen und vom Erfolg des Alpha-Reglers beflügelt, fasst man den Entschluss, den Stellantrieb durch einen neuen AlphaAntrieb zu ersetzen. Alle auch nur erdenklichen Ideen fließen in die Produktentwicklung mit ein. Da muss es nicht verwundern, dass hier eine erneute Erfolgsstory zu schreiben ist. Diesmal aber übertrifft die Nachfrage alle Erwartungen und es besteht ein zwingender Handlungsbedarf zur Kapazitätserweiterung. Die Produktion platzt aus allen „Nähten“. Erste Planungen für einen Neubau werden in Auftrag gegeben. Das Tempo, mit dem dieses Unternehmen wächst, nimmt teilweise dramatische Züge an.

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Möhlenhoff auf der DesignTransferAusstellung in Braunschweig. DesignTransfer stellt mittelständische Unternehmen aus der Region vor, die durch ihre Produktentwicklung oder Corporate-Design-Konzepte vorbildlich sind.

1999 Mitarbeiter Umsatz in Mio. DM

87 21,5

Neubau, Umbau, Ausbau

Alpha-Basis

Das vorgelegte Tempo der Produktentwicklungen wird auch Ende der Neunziger nicht unterschritten. Aller guten Dinge sind drei: Alpha-Regler, Alpha-Antrieb und ... Alpha-Basis. Was den beiden Erstgenannten bislang fehlte, war eine Verbindung – eine grundsolide Basis. Die Entwicklung der Alpha-Basis war eigentlich der logische Schritt, das System zu komplettieren. Das gesamte gesammelte Wissen der vergangenen Jahre floss in diese Produktlinie, entstanden ist eine Gerätefamilie, die keine Wünsche offen lässt. Viele Wünsche dagegen stellten sich an die Produktionsbedingungen, so ist das zu Ende gehende Jahrtausend bei Möhlenhoff mit Neubau-, Ausbau- und Umbaumaßnahmen gekennzeichnet.

Die ISH‘99 wird ein voller Erfolg, in ganzer Breite wird die Regeltechnik präsentiert.

1999

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Mitarbeiter Umsatz in Mio. DM

Optimierung der Systeme

2000 110 25,2

Zukunft durch Ideen ...

2 0 00

M I TA R B E I T E R

S TAT E M E N T „Ich bin Azubi und seit dem 1. August 2002 hier. Von dieser Firma bin ich angenehm überrascht.“ (Jens Wehner, 2002)

Im Jahr 2000 beginnt eine Konsolidierungsphase. Das rasante Wachstumstempo der zurückliegenden Jahre hat manche Dinge ganz einfach überrannt. Auch sind weitere Baumaßnahmen vonnöten. Mehr Platz für Produktion, Lager und Verwaltung muss geschaffen werden. Parallel werden die innerbetrieblichen Strukturen ausgebaut und verbessert, Verfahren weiter optimiert, Produkte einer kritischen Betrachtung unterzogen und Ideen für eine ganzheitliche Firmenphilosophie entwickelt, in deren Mittelpunkt die Kunden und Mitarbeiter stehen.

Um dem selbst gesetzten hohen Qualitätsanspruch gerecht zu werden, beginnt der Aufbau eines Qualitätmanagement-Systems. Es folgen Produktverbesserungen und Neuerungen im Bereich der Funk- und DDCAnwendungen. Auf der ISH 2001 können alle Systeme und Produkte in optimierter Form präsentiert werden.

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Die Umbau- und Sanierungsphase ist fast abgeschlossen, da passiert das Unmögliche: Ein Schwelbrand im Werkstattbereich richtet einen erheblichen Schaden an, der das Unternehmen vor eine neue Herausforderung stellt. Nach knapp einer Woche durch Errichtung von Behelfsbauten, war der Betrieb wieder produktionsfähig. Nur der grandiose Einsatz der Mitarbeiter und das gute Zusammenspiel aller Kräfte, machte diese außerordentliche Leistung möglich, die fast an ein kleines Wunder grenzte.

2001 Mitarbeiter Umsatz in Mio. DM

112 25,6

Brand und Sanierung

2 0 0 1 /0 2

Im Sommer 2002 ist das Unternehmen auf 126 Mitarbeiter angewachsen.

Das Unternehmen Möhlenhoff steht heute für innovative, praxisorientierte Produkte, die erfolgreich im internationalen Markt der Heizungs- und Regeltechnik etabliert sind. Um den weiteren Herausforderungen begegnen zu können, steht in Zukunft wie auch in der Vergangenheit die Forschung und Entwicklung an erster Stelle. Die Wünsche der Kunden im Fokus, werden leistungsstarke, praxisorientierte Systeme und Einzelkomponenten entwickelt – durchdacht und immer mit dem Kick des Besonderen zur Marktreife gebracht.

Auf dieser gesunden Basis von Ideenreichtum und Innovationskraft, gepaart mit dem Blick fürs Wesentliche, gründet sich der große Erfolg der Produkte und des Unternehmens. In dem Maße, wie das Unternehmen für neue Ideen und Ziele offen ist, wird es die Zukunft gemeinsam mit seinen Partnern und Kunden erfolgreich gestalten und die Marktposition festigen und ausbauen. Getreu nach unserem Motto:

Zukunft durch Ideen ...

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Danke

Herzlichen Dank! Allen Beteiligten die sich für unser Unternehmen engagierten und mitgeholfen haben, dass wir heute da stehen wo wir stehen, möchten wir unseren Dank aussprechen. Aber ganz besonders allen Mitarbeitern, unseren Kunden, unseren Vertriebspartnern, unseren Partnern und Lieferanten und unseren Vertretungen:

Museumstraße 54a 38229 Salzgitter Telefon +49 53 41 · 84 75-0 Telefax +49 53 41 · 84 75-99 E-Mail: [email protected] Internet: www.moehlenhoff.de

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