By solving many of its problems domestically

Water Management Wasserwirtschaft: Wie spürbar ist die Krise? How Much Is Water Management Struck By the Crisis? The global economic crisis has reac...
Author: Gerd Fried
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Wasserwirtschaft: Wie spürbar ist die Krise?

How Much Is Water Management Struck By the Crisis? The global economic crisis has reached the Danube Region. aqua press asked experts to give an account of what problems are lying ahead and how they can be tackled

von CHRISTOF HAHN

Die Weltwirtschaftskrise hat den Donauraum erreicht. aqua press bat Fachleute um eine Abschätzung der Folgen, ihre Prognosen und fragte nach geeigneten Gegenmaßnahmen.

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FOTO: CREATIVE COLLECTION

y solving many of its problems domestically and thereby gathering much valuable know-how, Austria has developed into an export leader in environmental technologies within only two decades. With a recent annual growth rate of 12 % (including sales and exports) and an export quota of 65 %, the environmental sector was held up as one of industry’s great white hopes. An important milestone of success was the Initiative for Export of Austrian Environmental Technologies jointly launched by the Ministry of Environment (BMLFUW) and the Federal Economic Chamber (WKÖ) in 2005. Austria’s league of mostly small- and medium-sized eco-technology businesses earned global repute for their renewable energy use, air emission control and waste management, but also for their water management expertise. Their strengths lay in water conditioning, plant operation, revitalisation and flood early warning systems. Southeast Europe became a major export market. But what is the situation like today – in times of crisis? Like any other business sector depending on sound credit policies, the export-oriented domestic infrastructure sector became rather unsettled by the global bank crash and the widespread economic crisis that was to follow. After several weeks of worry and anxiety, one of the leading global events, Wasser Berlin (31 March – 3 April), eventually cleared the air and allowed a preliminary assessment of the current situation, at least for the first half-year of 2009.

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achdem viele der Probleme im eigenen „Haus“ gemeistert worden waren, hat sich Österreich mit dem dabei gewonnenen Know-how innerhalb von gut zwei Jahrzehnten zu einem führenden Exportland von Umwelttechnologien gemausert. Mit zuletzt 12 % jährlichem Wachstum (sowohl Umsätze als auch Exporte) und einer Exportquote von rund 65 % zählte der Sektor zu den großen Hoffnungsträgern der Wirtschaft. Für den Erfolg mitverantwortlich war zweifelsohne auch die 2005 gestartete „Exportinitiative Umwelttechnologie“ des „Lebensministeriums“ (BMLFUW) und der Wirtschaftskammer (WKÖ). Neben der Nutzung erneuerbarer Energieträger, der Luftreinhaltung und dem Management von Abfällen haben sich die überwiegend kleinund mittelständischen Umwelttechnikunternehmen aber auch in der Wasserwirtschaft einen weltweit guten Namen gemacht. Besonders zeigten sich diese Stärken aqua press

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in den Sektoren Wasseraufbereitung, Betriebsführung, Renaturierung, aber auch Hochwasserfrühwarnsysteme. Wichtige Exportmärkte waren die Länder Südosteuropas. Aber wie ist die Lage heute – in der Krise? So wie für andere, von einer funktionierenden Kreditwirtschaft abhängige Branchen sorgte der globale Banken-Crash und die darauf folgende allgemeine Wirtschaftskrise zunächst auch im exportorientierten heimischen Infrastruktursektor für größte Besorgnis. Nach mehreren Wochen der Verunsicherung erlaubte schließlich einer der wichtigsten Fach-Events der Welt, die „Wasser Berlin“ (31. 03. bis 03. 04.), eine erste konkrete Einschätzung der tatsächlichen Lage – wenigstens was das erste Halbjahr 2009 betrifft.

WASSER BERLIN: Indicator of the crisis As organiser Messe Berlin GmbH reports, this year’s event attracted even more exhibitors (704 vs. 630 in 2006), extended the exhibition space to 49,000 m2 and hit another visitor record (34,583). 22 percent were foreign visitors, which reflects the growing globalisation. The conference sessions attracted 6,967 attendees (as opposed to 5,498 in 2006). Christian Göke, CEO of Messe Berlin GmbH, comments: “Considering that many companies are issuing travel restrictions for business trips by employees, Wasser Berlin 2009 must be seen as a huge success! All key parameters of Wasser Berlin have increased and we are confident that the new two-year interval schedule and our next event in summer 2011 are

„Wasser Berlin 2009“ – Gradmesser für die Krise Laut veranstaltender Messe Berlin GmbH gelang es heuer sogar, die Zahl der Aussteller auf 704 zu

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FOTO: MESSE BERLIN GMBH

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Präsentation Bulgariens auf der „Wasser Berlin“ 2009

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erhöhen (2006: 630), die Ausstellungsfläche auf 49.000 m2 zu vergrößern und noch mehr Fachbesucher (34.583) anzuziehen! Mit einem Ausländeranteil von 22 % konnte eine weiter zunehmende Internationalisierung bei den Besuchern verbucht werden. Die begleiBulgaria’s presentation tenden Fachkongresse wurden von 6.967 (2006: 5.498) Teilnehmerinat WASSER BERLIN 2009 nen und Teilnehmern besucht. Christian Göke, Geschäftsführer der Messe Berlin GmbH, resümiert: „Angesichts der Tatsache, dass viele Unternehmen zur Zeit bei den Reisekosten sparen und weniger Mitarbeiter auf Dienstreisen schicken, ist die Wasser Berlin 2009 sogar als besonderer Erfolg zu verbuchen! Aufgrund des Wachstums bei allen wichtigen Kennzahlen der Wasser Berlin sind wir zuversichtlich, dass der neue Zwei-Jahres-Turnus der Messe für 2011 (Juni) gut angenommen werden wird. Die 14. Wasser Berlin wird im Juni 2011 gemeinsam mit der ,International No Dig‘ stattfinden.“ Im Großen und Ganzen stimmt diese Darstellung auch mit der Wahrnehmung der von aqua press befragten Aussteller bzw. Besucher aus Österreich überein. Für Hans Sailer, den Leiter der Wiener Wasserwerke, könnten sich dabei allerdings die traditionell mittelfristig erfolgenden Vorbuchungen als „Glück im Unglück“ erwiesen haben. Diese hätten den „Tanker“ Wasser Berlin noch vor dem Eintritt der Wirtschaftskrise auf (Erfolgs-)Kurs gebracht. Im Unterschied zum überaus breiten Spektrum des Fach-Events war Karl Rohrhofer vom Cluster „austrian water“ hingegen von der nun nicht mehr zentral erfolgenden Kongressorganisation deutlich weniger überzeugt. „Heute macht aqua press

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jede Einzelorganisation, was sie will, wodurch zentrale bzw. fachübergreifende Themen praktisch nicht mehr ,rüberkommen‘“, gibt der Experte zu bedenken. Als grundsätzliche und mittelfristige „Nagelprobe“ für die Krisenresistenz der Wasserwirtschaft könnte sich aber erst der erwähnte neue Zwei-Jahres-Turnus der Wasser Berlin und die nächste IFAT in München erweisen, so alle Befragten unisono.

broadly accepted. The 14th Wasser Berlin in June 2011 will be held in conjunction with the International No-Dig Show.” Göke’s opinion by and large coincides with that of Austrian exhibitors and visitors. Hans Sailer, head of the Vienna Waterworks, believes that the traditional medium-term pre-bookings may have been a blessing in disguise. They gave Wasser Berlin the go-ahead even before the economic downturn. Karl Rohrhofer from the “austrian water” cluster praised the wide range of topics, but was less pleased with the decentralised organisation of the conference. “Today organisations tend to operate individually, and so the central and interdisciplinary topics are often neglected,” he complained. All questioned experts agreed, however, that the mid-term “acid test” to prove water management’s resistance to the crisis was the new two-year interval of Wasser Berlin and the next IFAT in Munich.

Krisenwirkung mit Verzögerungseffekt? Ist also die Finanz- bzw. Wirtschaftskrise bei der Wasserwirtschaft nur noch nicht eingetroffen? Und wie ist die Lage auf den für Österreich bislang so wichtigen Exportmärkten in SO-Europa? Was die Siedlungswasserwirtschaft in West- und Mitteleuropa betrifft, erwartet Hans Sailer auch mittelfristig keine extremen Auswirkungen der Krise: „Die laufenden Rehabilitationsmaßnahmen der WVU werden weitergehen, gleichgültig, ob sich die Unternehmen in öffentlicher oder privater Hand befinden. Dabei wird man mit der gegenwärtigen Höhe der Wassergebühren das Auslangen finden.“ Leider blieben alle Anfragen der Redaktion um eine Einschätzung der Lage in SO-Europa in diesen Ländern unbeantwortet. Was mögliche Gebühreneffekte betrifft, hat der Leiter der Wiener Wasserwerke besonders die Privatkunden im Auge. Er erinnert daran, dass die Austrian Development Agency und heimische Consulter in der Vergangenheit durchaus mit Erfolg versucht hätten, der Bevölkerung die Notwendigkeit angepasster Wassergebühren vor Augen zu führen und diese auch verlässlich zu begleichen. Beispiele für einen erfolgreichen Weg zu kostendeckenden Wassergebühren seien etwa Albanien (Shkodra), Bulgarien (Sofia) oder Serbien (Belgrad). Hans Sailer: „Im Fall einer voll durchschlagenden und nachhaltigen Krise könnte sich dieser Prozess wieder umkehren! Nicht zuletzt auch deshalb, weil von staatlicher Seite in diesen Ländern keine finanzielle und damit soziale Abfederung der Gebühren zu erwarten ist.“ Probleme

Is the effect of crisis delayed? Could it be that the economic crisis has not yet reached water management? And what is the situation like in Austria’s favourite export markets in Southeast Europe? With respect to urban water management in Western and Central Europe, Hans Sailer does not expect a worsening of the crisis in the medium term: “Both public and private water utilities are continuing to invest in rehabilitation measures and water service fees will remain at current price level.” Unfortunately, the relevant countries in Southeast Europe did not respond to direct inquiries by aqua press regarding their current situation. According to the head of the Vienna Waterworks, a possible increase in water service fees will mostly hit private users. He points out that in the wake of communication campaigns e.g. by the Austrian Development Agency and domestic consulting firms, public acceptance of higher water service fees and payment behaviour improved. Examples where higher service fees have helped to cover the cost include Albania (Shkodra), Bulgaria (Sofia) or Serbia (Belgrade). Hans Sailer says: “In case of a full-blown, persistent crisis, this development might be reversed. One reason is that the governments in these countries are unlikely to provide the financial backing needed to support the population.” He expects that most of the problems will center around the wastewater sector. While projects in this area are substantially funded by the EU, countries still have to contribute to the cost. As a result, especially states with serious credit problems like Hungary will be facing a financial plight. It also needs to be considered that people in crisis have other priorities than eco-friendly sewage treatment. Max Hammerer also expects a slump in investments after 18 years of steadily growing prosperity. Hammerer, a reputed expert of water management in Southeast Europe, supports Hans

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erwartet der Experte aber in erster Linie im Abwasserbereich. So erfolge die Projektfinanzierung zwar auch dort weitgehend durch EUGelder, doch sei stets ein Eigenmittelanteil aufzubringen, der besonders von Kreditnot betroffene Staaten wie z. B. Ungarn in Bedrängnis bringen könnte. Nicht zu vernachlässigen sei überdies, dass die Menschen in der Krise anderen Themen Priorität zuwiesen als etwa der „nur“ ökologisch bedeutsamen Reinigung von Abwässern. Nach 18 Jahren des permanenten Aufschwungs wird ein Einbruch der Investitionen auch von Max Hammerer erwartet. In Ergänzung zu Hans Sailer betont der anerkannte Experte für die Wasserwirtschaften Südosteuropas auch die Bedeutung der arbeitgebenden Industrieund Gewerbebetriebe als Wasserkunden: „Gehen auch diese zumeist hohen Gebühren zurück, ist die Wirkung auf Ver- und Entsorgungsbetriebe doppelt spürbar“, so Hammerer, der in der Folge auch Probleme für lokale und internationale Zulieferer heraufdämmern sieht.

Derzeit könne die Lage aber noch mit der „Ruhe vor dem Sturm“ verglichen werden, seien EU-geförderte Infrastrukturprojekte mitsamt der Co-Finanzierung doch bereits überwiegend unter Dach und Fach. Während für das laufende Jahr somit kaum Einschnitte zu erwarten sind, wagt der frühere ADWCGeschäftsführer, so wie alle anderen befragten Fachleute auch, aber keinerlei Prognose für das Jahr 2010. Was wird aus der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie? Führten die Wasserwirtschaften der Region aufgrund ihrer Struktur bislang eher ein „Inseldasein“, das größere Erschütterungen von ihnen fernhielt, fällt nun der Umgang mit der Krise umso schwerer. Max Hammerer verweist in diesem Zusammenhang auf vereinzelte Versuche der Wasserbetriebe, Gegenstrategien zu erarbeiten, die sich bislang aber vor allem auf ein Einfrieren von Investitionen und einen weiteren Mitarbeiterabbau konzentriert hätten. Seien vom In-

Sailer’s point but also highlights the vital role of industrial and commercial employers in water consumption: “If those large revenues decrease as well, the supply and disposal industry will suffer a double loss,” he says, concerned about the looming problems for local and international suppliers. There is no “storm on the horizon” to date as most of the infrastructure projects backed by EU funding (co-finance included) have been settled. The former head of ADWC expects no major financial cuts for the current year; but like all other experts questioned, he is reluctant to draw a forecast for 2010. Due to their structural properties, regional water managements have long been “sanctuaries” spared from repercussions; this makes them even more vulnerable to the current crisis. Max Hammerer explains that some water utilities have already instituted counter-measures, but these mostly consist in freezing investments and reducing staff. While the curb on investment primarily affects the rehabilitation and renewal of distribution systems, wells, tanks etc. and the resizing of large supply networks, there is one key aspect not yet taken into account: the investments needed for implementing the EU Water Framework Directive, which has been adopted by all EU member states but also by some non-EU countries in Southeast Europe. The costly restoration of run-down sewer systems and the construction

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doch seien die Vertragswerke so flexibel gestaltet, dass er zumindest für 2009 keine Probleme erwartet.

Southeast Europe is still a treasure trove of business opportunities waiting to be exploited by Austria’s industry.

Situation varies greatly across markets Negativfaktoren EU-Bürokratie und hohes Zinsniveau

FOTO: ENERGIE AG WASSER

Auch in Zukunft gibt es in Südosteuropa für österreichische Unternehmen noch genug zu tun.

vestitionsstopp vor allem die Rehabilitierung bzw. Erneuerung von Netzen und Anlagen wie Brunnen, Behältern etc., aber auch die Redimensionierung zu groß angelegter Netze betroffen, werde ein wichtiger weiterer Aspekt dabei noch kaum berührt, so Hammerer. Der Experte denkt dabei an notwendige Investitionen im Zusammenhang mit der EU-Wasserrahmenrichtlinie, die nicht nur von allen EU-Mitgliedsstaaten, sondern auch von Nicht-EU-Mitgliedern in Südosteuropa übernommen worden ist. Auch in diesem Kontext spiele nicht zuletzt die kostenintensive Erneuerung maroder Kanalnetze und die Errichtung moderner Kläranlagen eine entscheidende Rolle.

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Situation in den Märkten höchst unterschiedlich Wie die Beispiele Tschechische Republik und Ungarn beweisen, stellt sich die Lage nicht nur in den diversen Sparten der Wasserwirtschaft, sondern auch in den einzelnen Staaten und hier wieder in den verschiedenen Regionen höchst unterschiedlich dar. So kann etwa die Energie AG Wasser, sie hält in Tschechien Beteiligungen an fünf WVU, in zwei Landkreisen signifikante Rückgänge beim Wasserabsatz unter den Industriekunden (Auto, Lebensmittel) feststellen, während in anderen noch keine Verbrauchsrückgänge zu verbuchen sind. Bei Privatkunden sind noch keine Veränderungen erkennbar. Im Gespräch mit aqua press beklagt Geschäftsführer Christian Hasenleithner zwar daraus resultierende Rückgänge bei den Einnahmen, aqua press

of modern sewage plants is also part of the bigger picture.

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The Czech Republic and Hungary are good examples to show that the situation not only varies greatly within the different areas of water management, but also across individual countries and regional districts. Energie AG Wasser, for example, holds an interest in five water utilities in the Czech Republic. While in two regional districts water consumption by industrial users has decreased dramatically, it still remains constant in others. The water use in private households has not yet changed. CEO Christian Hasenleithner is not happy about the shrinking revenues, but expects no major problems in 2009 due to the company’s flexible contracts. What becomes more noticeable in times of crisis is EU bureaucracy, such as in connection with the granting of funds or the frequent changes of formal requirements regarding public-private partnerships in recent years. Like Hans Sailer, Hasenleithner criticises the lack of financial support by banks and credit institutions, which causes problems with equity contribution: “In combination with the currently high interest rates in excess of 5 %, this has already led to project delays and thus to higher construction costs. What aggravates the situation is the lack of long-term financing options on the market. But maturity matching is essential for water management investments! One could say the EU-funded portion has decreased in value while the community’s equity contribution has increased, which takes us full circle to the high bank interest. If the crisis persists, the downward spiral will continue.” So far the economic crisis has affected only few sectors in the Czech Republic; much of this is owed to private consumption and people’s satisfactory payment behaviour. Although Energie AG Wasser’s Hungarian division provides other water-related services, such as water loss analysis and distribution system services, Hasenleithner tries to draw a comparison. The situation in Hungary, he says, is pretty mixed. While business is still going well, the current lack of liquidity and the political situation hamper investments. Moreover, there are legal hurdles, such as the still pending water conservation law, the lack of regulations regarding private-sector involvement in water services, and the lack of rules governing the transparency of costs and water/wastewater service fees. Hasenleithner demands clear and uniform EU regulations, such as in connection with the Cohesion Fund, and more legal safety for private service providers. Energie AG Wasser’s in-house crisis management strategy includes the streamlining and consolidation of its Czech operations as well as sourcing projects, such as in the IT sector. Hasenleithner expects that the crisis will lead to a decline in the number of private companies and

Besonders spürbar werde in Krisenzeiten vielmehr die „Brüsseler“ Bürokratie – etwa im Zusammenhang mit der Gewährung von Fördermitteln, aber auch im Bezug auf die während der letzten Jahre immer wieder abgeänderten Vorgaben in Sachen Gestaltung der PPPs. Wie Hans Sailer beklagt auch Christian Hasenleithner die nach wie vor mangelhaften Finanzierungsangebote durch die Banken, was zu Problemen bei der Aufbringung des Eigenmittelanteils führt: „Zusammen mit den derzeit recht hohen Zinsen von deutlich mehr als 5 % hat dies bereits zu Verzögerungen bei Projekten geführt, wodurch die Errichtungskosten angestiegen sind. Ein noch gravierenderes Problem ist, dass kaum langfristige Finanzierungen am Markt angeboten werden. Gerade diese fristenkongruente Finanzierung ist aber für Investitionen in die Wasserwirtschaft essenziell! Faktisch ist damit der von der EU finanzierte Anteil im Wert gesunken und der von den Kommunen aufzubringende gestiegen – womit wir wieder bei den hohen Bankzinsen sind. Hält die Krise länger an, könnte sich dieser Teufelskreis weiter verschärfen.“ Zurzeit hätte die Wirtschaftskrise in Tschechien allerdings noch wenige Bereiche erfasst, wofür nicht zuletzt der private Konsum einen wichtigen Beitrag leiste. Auch die Zahlungsmoral liege nach wie vor auf hohem Niveau. Obgleich die Energie AG Wasser in Ungarn mit anderen Dienstleistungen wie z. B. Wasserverlustanalysen und Netzservices präsent ist, wagt Hasenleithner dennoch den Vergleich, der für Österreichs Nachbarland recht „durchwachsen“ ausfällt. So laufe das Geschäft für das Unternehmen zwar noch immer zufriedenstellend. Was Investitionen betreffe, seien aber die gegenwärtige Liquiditäts- und politische Lage ein spürbarer Hemmschuh. Hinzu kämen legistische Probleme wie das noch immer ausständige neue Wasserrechtsgesetz, die feh-

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lende Regulierung der Teilnahme Privater am Wassersektor, aber auch ausständige Regeln in Sachen Kostenwahrheit und Transparenz von Trink- und Abwassergebühren. Die Forderungen des Managers fallen dementsprechend klar aus: Eindeutige und einheitliche Vorgaben aus „Brüssel“, etwa im Zusammenhang mit dem KohäsionsFonds, und Rechtssicherheit für private Dienstleister in den Ländern. Als innerbetriebliche Maßnahmen gegen die Krise wird die Energie AG Wasser in Tschechien auf eine noch engere Zusammenführung der Unternehmen setzen. Auch Sourcingprojekte, etwa für IT, sind angedacht. Grundsätzlich, so Hasenleithners Prognose, werde die Krise zu einer „Flurbereinigung“ und damit zu einer Reduktion der Zahl privater Anbieter führen. Auch dem Entstehen „wirtschaftlich sinnvoller“ WVU („optimal“ sei die Versorgung von 400.000 EW) könnte die Krise zuträglich sein. Stellvertretend für heimische Zulieferbetriebe sehen Karl Aigner, GF von Pipelife Österreich, und Wolfgang Lux (GF Poloplast) auch die Lage in der Alpenrepublik differenziert. So sei die Lage im vor allem privat finanzierten Hochbau deutlich schlechter als im durch den Finanzausgleich weitgehend ausfinanzierten Tiefbau. Der Tiefbau sei aber in jedem Jahr von Einflüssen des Winters betroffen, die bis in den Frühling hinein spürbar seien. „Ein maßgeblicher Faktor ist die nachhaltige Sicherung des Mittelflusses über die nun verstaatlichte ,Kommunalkredit‘, über die in Österreich die Finanzierung der Kommunen erfolgt“, so Aigner. Da Pipelife über Schwestergesellschaf-

ten in vielen Ländern produziert, könne das Unternehmen kaum von den von der Politik angekündigten neuen Exportinitiativen profitieren. Dennoch sieht Karl Aigner die Situation für sein Unternehmen in Österreich verhalten positiv. Wolfgang Lux erwartet die Talsohle der Krise für das 2. Halbjahr 2009 und deren Fortdauer zumindest bis ins 1. Halbjahr 2010; danach eine Wende zu leichtem Wachstum. „In jeder Krise liegt aber auch ein Chance“, ist Wolfgang Lux überzeugt. Für Poloplast bedeute dies, die Balance zwischen Absatz-, Umsatz- bzw. Kostenentwicklung und EBT, Liquidität, Investitionspolitik und Produktivität noch stärker zu verfolgen. In die Zukunft blickt auch Ulrike Rabmer-Koller, Vizepräsidentin der WKÖ-OÖ und selbst Leiterin eines Zulieferbetriebes, der sich u. a. mit „No-dig-Technologien“ einen Namen gemacht hat. So wie für Österreichs Umweltminister Niki Berlakovich (vergl. folgende Seiten) liegen auch für sie Österreichs Exportchancen nach wie vor im Südosten. Zurzeit würden dort vielfach sogar Investitionen vorgezogen. Davon könnten auch heimische Unternehmen profitieren. Vor allem dann, wenn sich diese verstärkt zu Teams zusammenfinden und sich nicht gegenseitig, wie allzu oft geschehen, das „Leben“ schwer machen! Zur besseren Koordination habe die WKÖ das „Netzwerk Projekte International“ gegründet. Ähnliche Ziele verfolge das Kompetenzzentrum „Austrian Clean Technology“/ACT (www. act-center.at), das 2008 eingerichtet wurde, um den „Masterplan Umwelttechnik“ voranzutreiben.

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will also provide opportunities for the development of more economically efficient water supply units (ideally 400,000 p.e.). On behalf of the domestic suppliers, Karl Aigner (CEO of Pipelife Austria) and Wolfgang Lux (CEO of Poloplast) identify cross-sectoral variations also within Austria. The situation in the privately financed building sector is much worse than in the construction and civil engineering sector that benefits from financial compensation; but the latter is traditionally affected by winter conditions and their long-term impact on the spring season. Aigner says: “What we need is a sustainable funding scheme through the now stateowned Kommunalkredit, which in Austria is responsible for community-level projects.” As many of Pipelife’s products are manufactured by affiliates in other countries, the company does not benefit from the newly announced export initiatives. Yet Karl Aigner is slightly optimistic about Pipelife’s business operation in Austria. Wolfgang Lux expects that the crisis will be bottoming out in the second half of 2009 and proceed at low level well into the first half of 2010; then comes the turnabout with modest growth. “Every cloud of crisis has a silver lining,” he says. For Poloplast this means intensified working towards a healthy balance between sales and cost development, EBT, liquidity, investment strategies, and productivity. Ulrike Rabmer-Koller, Vice-President of the Upper Austrian Economic Chamber and chief executive of a reputed supplier of no-dig technology, is also optimistic. Like Austria’s Environment Minister Niki Berlakovich (also read the next pages), she believes that Austria’s export opportunities still lie in Southeast Europe. Some regions even launch their investments ahead of schedule, she says, and Austrian companies could benefit from this development. Especially so if they work together in teams and stop making each other’s life difficult. The Austrian Economic Chamber has founded a network for international projects to improve coordination. Similar goals are pursued by the Austrian Clean Technology Center of Excellence, which was established in 2008 to expedite the Master Plan Environmental Technology.

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