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B uchb esp rech u n g en — B ook R eview s — L ivres N o uveaux J. B. Dirks: The Theory and Practice of Scintillation Counting. Pergamon Press. Price...
Author: Kevin Sternberg
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B uchb esp rech u n g en — B ook R eview s — L ivres N o uveaux

J. B. Dirks: The Theory and Practice of Scintillation Counting. Pergamon Press. Price: 7 £ . Durch die zunehmende Anwendung von Tracer-Methoden in der medizini­ schen und biologischen Forschung wird auch der Nichtphysiker heute immer mehr mit Meßinstrumenten und Untersuchungsverfahren in Berührung ge­ bracht, die weite Kenntnisse physikolechnischer und elektronischer Details erfordern. Neben den Geigcr-Müller-Zählrohren und Ionisationskammern sind besonders in den letzten Jahren in steigendem Maße Scintillations-Zähler zur Messung von ionisierenden Strahlen herangezogen worden. Dabei werden in der Medizin und Biologie für die Messung schwacher Beta-Strahlen vor allem Flüssigkeils-Scintillaüons-Zähler und für die Messung von Gamma-Strahlen Kristall-Scintillations-Detektoren verwendet. In seinem Buch «Die Theorie und Praxis der Scintillations-Messung» hat sich der Autor die Aufgabe gestellt, die physikalischen und technischen Vorgänge hei den verschiedensten Formen der Scintillations-Messung zu beschreiben und verständlich zu machen. Da­ neben werden Eigenschaften und Anwendungsmöglichkeiten der sehr zahl­ reichen organischen und anorganischen Scintillatoren — aufgeteilt in feste, flüssige und gasförmige — erläutert. Gleichzeitig beschreibt der Autor den Aufbau und die Arbeitsweise der zur Scintillations-Messung benötigten Photo­ zellen und Photomultiplier sowie der elektronischen Meßeinheiten. Eine klare übersichtliche Gliederung des Buches in die einzelnen Themen ermöglicht eine schnelle Orientierung. Dem Leser wird ein umfassendes Bild über alle Mög­ lichkeiten, über die Vorzüge und über die Grenzen der aufgeführten Meß­ methoden dargelegt. B. A. Halbheit, Bonn. E. Jucker: Fortschritte der Arzneimittelforschung, Vol. 8. Birkhäuser-Verlag, Basel/Stuttgart 1965. 530 S. Preis: DM 115.—. G. Woolfe (Nottingham/England) bespricht in seinem Beitrag «The chemo­ therapy of amoebiasis» (34 S., 198 Lit.-Zitate) folgende Präparate (und deren Derivate): Emetin, Paromomycin, Biallylamicol, Entobex, Mantomide, Diloxanide und Mebinol. Obwohl in den letzten 10 Jahren in der Therapie der Amoe­ biasis bedeutende Fortschritte erzielt werden konnten, stellt der Autor fest; «We cannot regard any of the presently-used drugs as being the final answer». L. üecsi (Pecs/Ungarnl gibt in seinem Referat «Biochemical effects of drugs acting on the central nervous system» (100 S., 1841 Lit.-Zitate) einen überblick über den Einfluß zentral-wirkcnder Pharmaka auf biochemische Prozesse, die die normale Aktivität der Gehirnzellen regulieren. Trotz der Fülle der vorliegenden Daten ist die Zahl der Substanzen, deren biochemischer VVirkungsmeebanismus abgeklärt werden konnte, noch relativ klein. Der enorme Fortschritt der Biochemie in den letzten Jahren läßt weitere wertvolle Erkennt­ nisse erwarten.

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Das Referat umfaßt folgende Kapitel: 1. metabolism of nervous tissue; 2. chemical transmitter substances (acetylcholine, adrenaline, noradrenaline, 5-hvdroxytryplamine, substance P, y-aminobu lyric acid); 3. biochemical effects of drugs stimulating the GNS (classical central nervous stimulants, MAO-inhibilors, psychotomimetic drugs); 4. biochemical effects of drugs depressing the CNS (anticonvulsant drugs, narcotics, hypnotics, analgesics, antipyretics, tranquillizers). H. Uehlcke (Tiibingen/Deutschland): «Biologische Oxydation und Reduk­ tion am Stickstoff aromatischer Amino- und Nitroderivate und ihre Folgen für den Organismus» (01 S., 473 Lit.-Zitate). Aufnahme oder Kontakt mit aro­ matischen Amino- oder Nitroverbindungen können zu vielfältigen Störungen des Organismus führen. Toxische Symptome des Nervensystems stehen neben der Wirkung auf den Blutfarbstoff (Bildung von Methämoglobin) im Vorder­ grund. Enter diesen Substanzen gibt es auch Vertreter, die zu Überempfind­ lichkeitsreaktionen Anlaß geben, oder ein malignes Wachstum auslösen können. 5. Archer, /.. .S'. Harris (New York/USA): Narcotic antagonists» (53 S., 223 Lil.-Zitate). Die Autoren geben einen Überblick über Chemie, pharmakolo­ gische Wirkung und klinischen Effekt von Narkolica-Antagonisten. Es sei daran erinnert, daß in Band 5 (1903) dieser Schriftenreihe ein Bei­ trag von ß. Mellelt und L. A. Woods zum Thema «Analgesia and addiction» erschienen ist (106 S., 199 Lil.-Zitate). Die Arbeit behandelt ausschließlich die schweren Analgetica: Opium-Alkaloide und Derivate, Phenylpiperidingruppe, Methadongruppe, Morphinangruppe, Benzomorphangruppe. M. VV. Whilehouse (Oxford/England): «Some biochemical and pharmaco­ logical properties of anti-inflammatory drugs» (96 S., 404 Lit.-Zitate). Das Referat beinhaltet folgende Hauptabschnitte: I. pharmacological assays for anti-inflammatory (an I¡rheumatic) activity; 2. some biochemical properties of anti-inflammatory (antirheumatic) drugs; 3. relationship between chemical structure, anti-inflammatory activity and some biochemical parameters. Der Stand der Forschung auf diesem Gebiet wird durch folgende Fest­ stellung des Autors treffend charakterisiert: «This field of drug research is still comparatively in the dark ages despite . . . Ninety years after Maclagan’s introduction of salicin for the treatment of acute rheumatism, although we are familar with a considerable range of other and more potent anti-inflammatory and antirheumatic drugs, we still do not yet know with any certainty why salicylates, or indeed any of the present day drugs, should manifest the effects they do.» J. A. Montgomery (Birmingham/USA): «On the chemotherapy of cancer» (58 S., 496 Lit.-Zitate). Der Autor bespricht den Status der verschiedenen Klas­ sen therapeutisch wirksamer Substanzen unter besonderer Berücksichtigung derjenigen Verbindungen, die heute in klinischer Prüfung sind; dabei wird versucht, tumorhemmende Wirkung und chemische Struktur zu korrelieren.

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Jedes der besprochenen Referate ermöglicht eine rasche und eingehende Orientierung über das jeweilige Fragengebiet. Der Band8 bereichert die Schrif­ tenreihe «Fortschritte der Arzneimittelforschung», die als Nachschlagewerk für jeden Interessenten bereits ein unentbehrliches Werkzeug geworden ist, um weitere wertvolle Beiträge. E. G. Stetiger, Basel.

T. W. Goodwin/J. I. Htirris/B. S. Hartley: Structure and Activity of Enzymes. Federation of European Bioeheinical Socicties, Symposium No. 1, London, 24th March 1964. Académie Press, London and New York 1964. VIII + 190 S. Preis: 37 s 6 d. Dieses Buch ist eine Niederschrift der Vorträge, die auf dem 1. Symposium der Vereinigung der Europäischen Biochemischen Gesellschaften in London gehalten wurden. Gegenstand sind die derzeitigen Kenntnisse über die Aminosäuren-Sequenzen und Strukturen der «Aktiven Gruppen» von Enzymen. Am Beispiel der Ribonuclcase und des Chymotrypsins, deren vollständige Aminosäuren-Sequenzen hier berichtet werden, zeigt sich, wie durch chemische Mo­ difikationen der Enzyme und Roenlgen-kristallographische Untersuchungen das Problem der räumlichen Strukturen angegangen werden kann. Dieses Problem gewinnt nach der chemischen Strukturaufklärung zum Verständnis der Enzym­ wirkung immer größere Bedeutung, da die Aminosäuren-Scquenzen in der Nähe der «Aktiven Gruppen» bei verschiedensten Enzymen als identisch oder zu­ mindest sehr ähnlich erkannt wurden. Dieses wird als Beispiel an Chymo­ trypsin, Trypsin, Thrombin und Elastase, an Glycerinaldehyd-3-PhosphatDehydrogenase und Alkoholdehydrogenase sowie an den Pyridoxal-5-Phosphathaltigen Phosphorylasen, Transaminasen und Decarboxylasen abgehandelt. In einem besonderen Abschnitt sind kinetische Studien am Hämoglobin zur Deutung des Bohr-Effekts und des Dissoziations-Assoziations-Gleichgewichts der I.iganden als Modell für enzymatische Reaktionen referiert. Obgleich dieses Buch sehr spezielle Informationen über die liier skizzierten Themen bringt, wird es überall dort, wo man sich mit Prolein-Chemie und Enzymologic beschäftigt, interessierte Leser finden. V. Schönhöjer, Bonn.

II. Wendlcr Ücane/R. L. Rubin (Eds.): The adrenocortical hormones. Their origin, chemistry, physiology and pharmacology. Part 2. Handbuch der experimentellen Pharmakologie, Ergänzungswerk Bd. XIV, Teil 2. SpringerVerlag, Berlin/Göttingen/Heidelbcrg 1964. XII 4 214 S. Preis: DM 68.—. Der jetzt vorliegende 2. Teil des 14. Bandes des Handbuches der experimen­ tellen Pharmakologie enthält zwei weitere Kapitel über die Nebennierenrinde und ihre Hormone; er ist — ebenso wie der 1962 erschienene erste Teil — in englischer Sprache abgefaßt. In einem verhältnismäßig kurzen Kapitel (26 S.) behandeln R. Leoine und M. S. Goldstein zunächst die Glucocorticoidwirkung der Nebennierenrindenhormone. Wie der Umfang des Kapitels bereits ver­ muten läßt, wird kein vollständiger Überblick über die Literatur gegeben; die Autoren versuchen vielmehr den zum Zeitpunkt der Niederschrift erreichten Wissensstand aufzuzeigen und gleichzeitig auf Wissenslücken hinzuweisen; bis

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erschienene Literatur wurde berücksichtigt. — Im folgenden Kapitel (157 S.) besprechen F. G. Hofmann und E. II. Sobel die Nebennierenrinden­ insuffizienz, und zwar sowohl vom klinischen wie vom experimentellen Stand­ punkt aus. Die Ätiologie der Nebennierenrindeninsuffizienz, ihre Manifestatio­ nen im Hinblick auf den Gesamtorganismus und auf die einzelnen Organe wer­ den ausführlich, Diagnose und Therapie des Krankheitszustandes in etwas kürzerer Form dargestellt. Nicht eingegangen wurde auf die (bereits im 1. Band­ teil diskutierten) Veränderungen des intermediären Kohlenhydrat-, Proteinund Lipoidstoffwechsels, die im Gefolge der Nebennierenrindeninsuffizienz auftreten. Die Stoffauswahl basiert vor allem auf Publikationen aus der Zeit zwischen 1950 und 1960. Der Bandteil schließt mit einem eigenen Namens- bzw. Sachverzeichnis. In Verbindung mit dem früher erschienenen l.T eil stell! der Band ein wertvolles Nachschlagewerk dar, das allen Interessenten an der Nebennierenrinde bzw. ihren Hormonen als umfassende Informationsquelle empfohlen werden kann. K. Karzel, Bonn. A. Stolman: Progress in Chemical Toxicology, Vol. 1. Academic Press, New York 1963. 380 p. Price: $ 14.—. Die neue Publikationsreihe dient der Information über Probleme, mit denen der Toxikologe, Pharmakologe, Kliniker, Pathologe oder Biochemiker laufend konfrontiert wird. In dem vorliegenden ersten Band werden zunächst allge­ meine analytische Verfahren abgehandell wie z. B. die Isolation und die Auf­ trennung von Giftstoffen sowie Methode, Durchführung und Anwendung der Gaschromatographie. Weitere Kapitel sind bestimmten Pharmakagruppen gewidmet. Für be­ kannte Vertreter aus der Reihe der Psychopharmaka, der Antihistamine und der Analgetica werden deren chemischer Nachweis aus biologischem Material, deren Verhalten im Stoffwechsel und deren toxikologische Bedeutung referiert. Die Toxikologie und die Analytik von Luftverunreinigungen, Pilzgiften sowie Giftstoffen in Samen und Früchten bilden den Abschluß dieses Bandes. — Jedes Kapitel ist von einem auf dem betreffenden Gebiet anerkannten Spezia­ listen bearbeitel. Die angeführten analytischen Methoden sind so geschildert, daß ihre Anwendung direkt übernommen werden kann. Außerdem verweisen ausführliche Literaturzitate auf die Originalarbeiten. Der vorliegende Band wird zum sicher gern benutzten Hilfsmittel für denjenigen, der mit dem Nachweis von Arzneistoffen beschäftigt ist. K. Mörsdorf, Bonn. S. Garattini/P. A. Shore: Ad vanees in Pharmacology, Vol. III. Académie Press, New York/London 1964. 341 S. Preis: 8 12.00. Wie die beiden vorhergehenden Telle befaßt sich auch der vorliegende Band mit aktuellen Problemen der Pharmakologie in Form von Einzelbeiträ­ gen namhafter Autoren. M. M. Winburg berichtet über moderne Aspekte der Therapie der Koronarinsuffizienz und über experimentelle Möglichkeiten für die Auswertung in dieser Hinsicht wirksamer Pharmaka. A. II. Friedman und G. M. Evcrett referieren über pharmakologische Probleme des Parkinsonismus.

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T. E. Mansour befaßt sich in seinem Beitrag mit der Pharmakologie und Bio­ chemie parasitärer Würmer. E. Marie;/ gibt eine moderne Darstellung des adrenergen Systems und der sympathomimetisch wirksamen Amine, über pharmakologische Aspekte suchterzeugender Arzneimittel referieren G. A. Deneau und M. II. Seevers. Der Schlußbeitrag stammt von G. Pincus und G. Pialtj und behandelt Stoffe, die zur Geburtenkontrolle verwendet werden. — Die Qualität der einzelnen Beiträge ist hervorragend; die genannten Themen sind unter Berücksichtigung der modernsten Literatur, teilweise sogar bis 1964, bearbeitet; sie ermöglichen dem Leser eine rasche, umfassende Information und führen durch reichhaltige Literaturzitate leicht zu den Originalarbeiten. Die Advances stellen eine echte Bereicherung der pharmakologischen Litera­ tur dar. K. Mörsdorf. Bonn. G. .4. von Harnrick: Arzneim ittcldosierung im Kindesalter. Voraussetzungen, Methoden und Ergebnisse systematischer Dosisbestimmungen. G. Thieme, Stuttgart 1965. 64 S„ 23 Abb., 15 Tab. Preis: DM 12.80. Die Dosierung von Arzneistoffen im Kindesalter wirft von alters her Probleme auf. Einerseits gilt das Bestreben nach einer optimalen Therapie, an­ dererseits gilt es, Schädigungen zu vermeiden. Die moderne Pharmakotherapie mit ihren hochwirksamen Vertretern wirft hier besondere Schwierigkeiten auf, zumal jüngere systematische Untersuchungen zur Dosisbestimmung im Kindes­ alter völlig fehlen. Der Autor beschäftigt sich zusammen mit anderen Kollegen seit einer Reihe von Jahren mit der Erfassung gewisser Gesetzmäßigkeiten in der Dosisbemessung beim Kind und legt mit der Monographie einen Zwischen­ bericht vor, der sich mit dem methodischen Vorgehen befaßt, der Ergebnisse der systematischen Überprüfung verschiedener Pharmaka bringt und Beson­ derheiten der Neugeborenenperiode berücksichtigt. Keine der bekannten Do­ sierungsregeln ist im Kindesalter allgemein gültig; jedoch hat sich für eine große Reihe von Pharmaka, z. B. Analgetica, Anthelmintica, Antirheumatica, Antitussiva, Analeptica, Diuretica, Ilypnotica, die Oberflächenregel, für die der Verfasser eine in der Praxis verwertbare Faustregel angibt, bewährt. Andere Pharmaka sind nach Sonderregeln zu dosieren. Es liegt hier ein nützlicher Versuch vor, die Dosierung im Kindesalter auf eine allgemein gültige Basis zu stellen. Die Monographie wird Anregung sein für weitere Arbeiten auf die­ sem wichtigen Gebiet. A'. Mörsdorf, Bonn. .S. J. I.ocnnecken: Akute Schlafmittclvcrgiftung. Behandlung mit modernen Wiederbelebungsmelhoden. F. v. Schattauer, Stuttgart 1965. XII + 96 S., 27 Abb., 13 Tab. Preis: DM20.—. Suicidversuche mit Schlafmitteln und Hypnotica enthaltenden Analgetica werden, wohl auch auf Grund der leichten Zugänglichkeit zu diesen Präparaten, immer häufiger registriert. Der Therapie der akuten Intoxikationen kommt eine große Bedeutung zu, da die weitaus meisten Suicidversuche aus mehr oder minder belanglosen Konfliktsituationen resultieren. Der Verfasser, Leiter der Anästhesieabteilung der Neurocbirurgischen Universitätsklinik Köln, be­ handelt zunächst die Pharmakologie der Schlafmittel sowie «ältere* Behänd-

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lungsmethoden. Der zweite Teil ist der Wiederbelebungsmelhode nach anästhesiologischen Gesichtspunkten gewidmet. Im dritten Teil berichtet der Verfasser über seine Therapieergebnisse. Der Autor hat mit der anäslhesiologischen Therapie unter sparsamem Einsatz von Analeplica die besten Erfolge erzielt. So gelang es, im letzten Berichtsjahr die Mortalität Schlafmittelvergifteter auf \,~% zu senken; ein wahrlich bedeutsamer Erfolg der Anästhesiologie. Wie auf anderen Gebieten der Medizin zeigt sich auch hier der Wert einer engen Zu­ sammenarbeit zwischen den einzelnen Disziplinen. K. Mörsdorf, Bonn. //. Meier: Experimental Pharmacogenetics. Physiopalhology of Heredity and Pharmacologic Responses. Académie Press, New York/London 1963. Price: $ 7.50. Die kleine Monographie von 170 Seiten Text ist so konzentriert geschrie­ ben, daß schon eine Wiedergabe des Inhaltsverzeichnisses mehrere Seiten be­ anspruchen würde. Der Untertitel trifft ihren Inhalt gut: Grundlage der meisten Abschnitte ist eine vergleichende Physiopathologie, es sind exakte Hinweise auf die bei den einzelnen Laboratoriumslieren in die Dutzende gehenden bisher beobachteten Mutationen und deren Bedeutung für pharmakologische Unter­ suchungen. Mäuse, Ratten, Hamster, Kaninchen und Meerschweinchen werden ausführlich behandelt. Auf einige wichtige genetische Besonderheiten einzelner Haustiere wird separat eingegangen — so auf die Harnsäure ausscheidenden Dalmatinerhunde, auf die der Osteogenesis imperfecta ähnliche idiopathische familiäre Osteoporose der Hunde und Katzen und ganz besonders auf die hoch­ interessanten physiologischen wie genetischen Unterschiede im Gerinnungs­ mechanismus von Säugern und Nichtsäugern. Viele Seiten sind dem eindeutig autosomal rezessiv vererbten Diabetes mellitus des chinesischen Zwerghamsters gewidmet. Immer wieder wird anschaulich gezeigt, welche Bedeutung die sich genetisch voneinander unterscheidenden Inzuchtstämme für pharmakologische Untersuchungen haben können, und welche Rückschlüsse sich dadurch zwangs­ läufig für die Anwendung neuer Substanzen in Wildpopulationen ergeben. Arz­ neimittel können in ihrer Wirksamkeit, in ihrer Toxizität und in der Art ihres Abbaus durch einzelne Gene beeinflußt werden. Unsere diesbezüglichen Kenntnisse auszuweiten, ist wohl das Hauptanliegen der experimentellen Phar­ makogenetik. Arzneimittel vermögen aber auch zur Aufdeckung von Stoff­ wechseldefekten zu führen, wie die Beispiele des G-6-PD-Mangels und des Fehlens der Serum-Cholinesterase zeigen. Ein anregendes Buch. //. Weicker, Bonn. E. E. Baulieu/P. Hobel: Aldosterone. Verlag Blackwell, Oxford 1964. Preis: £ 5. In dem vorliegenden Band sind 26 Vorträge zusammengefaßt, die auf einem Symposium in Prag im August 1963 gehalten worden sind. Dieses Symposion war organisiert worden vom Council for International Organizations of Medical Sciences mit Unterstützung durch UNESCO und Weltgesundheits­ organisation. Die gesamte Problematik der Aldosteronforschung kam in den 26 Vorträgen zur Sprache. Das Symposion bestand aus 3 Teilen. Im ersten Teil wurden Methoden zur Bestimmung und zum Stoffwechsel von Aldosteron besprochen: die Beziehungen von 18-Hydroxycorticosteron zu Aldosteron [Ulick et ab); die dynamischen Aspekte des Aldosteronstoffwechsels (Tait et

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al.); die renale Clearance von Aldosleron und seinen wichtigsten Metaboliten (,Siegcnthaler et ab); die Messung von Aldosteronsekretionsralen (Cope) ; die Isolierung und Charakterisierung von Metaboliten des Aldosteron (Kelly und Lieberman) und weitere Ausführungen zum Aldosteronstoffwechsel und -naehweis (Pasqualini, Pctcrson, llojesen). Im 2. Teil wurde im wesentlichen auf Probleme der Regulation der Aldosteronsekretion und auf seine biologische Wirksamkeit eingegangen; u. a. sind hervorzuheben die Ausführungen von Davis et al. zum Problem der funktionel­ len Beziehungen von Benin-Angiotensin einerseits und Aldosteron andererseits; weitere Beiträge zu diesem Thema wurden von Mulrow und Ganotuj und von Gross beigesteuert. Besonders wichtig können evtl, die Ergebnisse von ¡•'arrel über eine mögliche zentralnervöse Steuerung durch ein «AdrenoglomeruloIropin» werden. Der 3. Teil des Symposion befaßte sich vornehmlich mit Pathophysiologie und Klinik der Aldosteronsekretion. Nach einem Überblick über den primären Aldosteronismus (Conn et al.) wurde über Hyperaldosteronismus nach renaler Ischämie (Liddle et al.), über die Beziehungen von Aldosteron und Angiotensin zu hypertensiven Erkrankungen beim Menschen (Genest et al., Laragh et al., Gerasimova) und über Spezialuntersuchungen des Aldosteronstoffwechsels bei Oedein (Wolff et al.), sogen, idiopathischem Oedem (Luetscher et al.), und während der normalen Schwangerschaft und bei Praccklampsie (Sims et al.) berichtet. Das Schlußwort von G. VT. Liddle faßt prägnant die Situation zu­ sammen, trennt scharf zwischen Hypothesen und gesichertem Wissen und stellt die dringendsten Probleme auf dem Gebiet der Aldosteronforschung zusammen. Das Werk ist nicht nur für den Spezialisten als repräsentative Zwischen­ bilanz und wegen seiner ausführlichen Diskussionsbeiträge wertvoll, sondern auch für den interessierten Biochemiker und Kliniker eine hervorragende Ein­ führung in das Gebiet der Aldosteronforschung, nicht zuletzt weil die gesamte Literatur berücksichtigt wurde. H.-L. Krüskemper, Bonn. Advances in Oral Bioiogy, Vol. 1. Ed.: Peter II. Staple. 353 S. Académie Press, New York und London 1964. Der Herausgeber hat sich der verdienstvollen Aufgabe unterzogen, mit dem vorliegenden Band den zahnmedizinischen Wissenschaftlern ausgewählte Kapitel aus dem Bereich der Biologie der Mundhöhle in Form einer gemein­ schaftlichen Veröffentlichung zugänglich zu machen. Statt vieler Einzelpubli­ kationen, die in zahlreichen internationalen Fachzeitschriften verstreut und daher oft schwer oder nicht erreichbar sind, werden hier wesentliche Ergeb­ nisse neuerer Grundlagenforschungen von 15 namhaften Autoren dargeboten. So ist die willkommene Möglichkeit eines kritischen Überblickes über den der­ zeitigen Stand unseres Wissens auf dem Gebiet der Mundbiologie gegeben, der auch den Fachkollegen der Grenzgebiete Physiologie und physiologische Chemie wertvolle Anregungen vermittelt, zumal jedem Abschnitt das neuere Schrifttum beigefügt ist. L. II. und Ch. Schneyer behandeln im 1. Kapitel die Speichelsekretion mit Methodik der Materialgewinnung, der postnatalen Entwicklung der Speichel­ drüsen und ihrer Feinstruktur, den Energiestoffwechsel sowie die Elektrolyt-

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abscheidung. Von A. li. Ness stammt der Beitrag über Bewegung und Kräfte­ spiel des Zahndurchbruches. Y. Kawamura gibt einen vorzüglichen überblick über die moderne Konzeption der Physiologie des Kauaklcs, während W. Pigmun und Y. Hashimoto die Ergebnisse neuerer Untersuchungen über Müzine und Blutgruppensubstanzen referieren. Das aus der Feder von li. Eichel und //. A.Shahrik stammende Kapitel «Zytochemische Aspekte der oxydativen Enzyme des Gingivastoffwechsels» bringt eine Fülle detaillierter Analysen­ ergebnisse; sie betreffen den aeroben und anaeroben Stoffwechsel der Gingiva, den Glukoscstoffwechsel, den Austausch von Zellen und Geweben, die Akatalasaemie und die Histochemie der wesentlichen oxydativen Enzyme. So sind Stoffwechseländerungen der »gesunden» Gingiva bereits angelaufen, bevor der Histopathologe einen Befund erheben kann. Es folgt eine reich illustrierte Synopsis der dynamischen Vorgänge bei der Bildung des supragingivalen Zahnsteines von H. R. Mühlemann und II. E. Schrocdcr. Von großer Aktualität ist das Kapitel über die Tetracyclinwirkung auf Mineralisation und Wachstum der Zähne (G. Beoeiander), dem gleichfalls eine Reihe instruktiver Abbildungen beigefügl ist. It. I-. Hartles berichtet über das Vorkommen von Zitraten in mineralisierten Geweben; von D. Carlström stammt der Beitrag «Polarisationsmikroskopie des Zahnschmelzes unter Be­ rücksichtigung der Initialkaries», während sich J. P. Walsh mit den Beziehungen oberflächenaktiver Stoffe zur Schmelzoberfläche und Zahnkaries befaßt. Schließlich gibt W. G. Armstrong ein aufschlußreiches Résumé über die kariesbedingten Änderungen der Eigenschaften und Zusammensetzung der Dentinmalrix. Die künftigen Bände dieser Serie sollen die Beziehungen der Basiswissen­ schaften mit der klinischen Zahnheilkunde herausstellen. Eine Vorschau auf den Inhalt des 2. Bandes läßt erkennen, daß weitere aktuelle Probleme der stomatologischen Biologie berücksichtigt werden. Druck und Bildwiedergabe sprechen für die Sorgfalt des Herausgebers und des Verlages. E. Sauerwein, Bonn. Ch. Iiouillcr: The Liver, Morphology, Biochemistry, Physiology, Yol. II. Academic Press, New York 1964. 600 p. Price: $ 24.00. Der erste Band widmete sich in 11 Einzelbeiträgen einer zusammenfas­ senden Darstellung der Embryologie, der Morphologie und der basalen Stoff­ wechselfunktionen der Leber. Im vorliegenden 2. Band werden in 15 Beiträgen im wesentlichen folgende Probleme abgehandelt: Ausscheidungsfunktion der Leber, Beziehungen der Leber zu Hormonen und Vitaminen, Leberfunktions­ teste, Methoden der experimentellen Leberforschung und nekrotrope Substan­ zen als Leberschulzfaktoren. Wie im 1. Band stammen auch hier die Einzel­ beiträge von international bekannten Autoren, die in klarer Sprache und über­ sichtlicher Darstellung den Leser über die neuesten Erkenntnisse zusammen­ fassend orientieren. Den Weg zu den Originalarbciten gestatten die reichhalti­ gen Literaturzitale. Der 2. Band dient ebenfalls dem Bemühen, die Lücke zwi­ schen Handbuch und Einzelpublikation zu schließen. — Die Ausstattung des Gesamtwerkes ist vorzüglich. Dem experimentell Tätigen und auch dem Klini­ ker wird eine Fülle von Anregungen geboten; die Grenzen unseres Wissens K. Mörsdorf, Bonn. treten zutage.