Auslandssemester-Erfahrungsbericht

Auslandssemester-Erfahrungsbericht SS 2016 University of Ljubljana, Faculty of Economics, Kardeljeva ploscad 17, 1000 Ljubljana, Slovenija Einverstän...
Author: Irmela Gerber
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Auslandssemester-Erfahrungsbericht SS 2016 University of Ljubljana, Faculty of Economics, Kardeljeva ploscad 17, 1000 Ljubljana, Slovenija

Einverständniserklärung: Hiermit erkläre ich mein Einverständnis über die Weitergabe meines Namens, meiner E-MailAdresse und meines Erfahrungsberichtes an potentielle Interessenten.

1. Tipps zur Vorbereitung: Bevor ich nach Ljubljana gezogen bin, um mein bevorstehendes Auslandssemester dort zu absolvieren, musste ich einige Vorbereitungen treffen. Nach erfolgreicher Bewerbungsphase sollte man sich schnellst möglich um eine Unterkunft in Ljubljana kümmern. Es bestehen zwei Möglichkeiten, dazu gehört zum einen eine private Wohnung/Zimmer zu mieten oder sich ein Zimmer in den Studenten Dormitories mit einem Mitbewohner zu teilen. Die günstigere Variante mit ca. 90 Euro ist das Dorm für Studenten, hier allerdings zu berücksichtigen ist die eingeschränkte Privatsphäre und der ständige Lärm. Private Zimmer in WGs oder andere sind dennoch recht günstig zu beziehen, wenn man Glück hat zahlt man 150 Euro, jedoch für ein anständiges Zimmer zahlt man nicht mehr als 300 Euro. Es gilt natürlich wie überall: wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Mögliche Internetseiten zur Suche von privaten Zimmern werden von dem International Office in Ljubljana an einen per Mail geschickt, nachdem die Anmeldung für das Auslandssemester erfolgreich war. Ich persönlich habe mich aus Gründen der Privatsphäre für eine WG mit eigenem Zimmer entschieden. Desweiteren sind vor Abreise noch zu klären, ob man eine eventuelle Zusatzversicherung benötigt, wobei ich mit meiner gesetzlichen Versicherung keine Probleme hatte. Ein kurzer Anruf bei der Versicherung hat mir nochmal eine kurze Bestätigung gegeben. Aber auch wenn die Krankenversicherung nicht ausreichen sollte, kann man sich an seine Versicherung wenden und mögliche Zusatzversicherungen abschließen. Auch den BaföG Antrag sollte man sobald man die Zusage für das Auslandssemester bekommt an das BaföGamt in

Marburg schicken, da dies doch eine längere Zeit in Anspruch nimmt bis die Zu- oder Absage zurück kommt. Die Anreise von München nach Ljubljana ist recht einfach zu organisieren. Ich hatte mich damals für den DB Bus entschieden für ca. 25 Euro, eine schnelle und günstige Möglichkeit. Außerdem sollte man Unterlagen wie Confirmation of Arrival/Departure, den erhaltenen Zusage-Brief der Universität von Ljubljana und natürlich Ausweispapiere nicht vergessen mitzubringen, wenn man dann letzendlich nach Ljubljana fährt. Den Residents Permit soll man sich auch bis spätestens drei Monate nach Ankunft besorgen, da bei nicht Mitführen der Bescheinigung eine doch hohe Strafe auf einen wartet. In den zuvor erhaltenen Emails steht auch genau, welche Unterlagen man benötigt und die Adresse mit Wegbeschreibung zu dem Gebäude des dazugehörigen Amts.

2. Informationen zur Stadt/Land: Ljubljana ist die Hauptstadt von Slowenien und mit kanpp 288.000 Einwohnern auch die größste Stadt des Landes. Die Hauptstadt ist das politische, kulturelle und wirtschaftliche Zentrum und so auch im Zentrum von Slowenien liegend. Unteranderem ist Laibach im Jahr 2016 als „European Green Capital“ ausgezeichnet worden. Seit 1919 ist Ljubljana eine Studentenstadt, welche jedes Jahr von zahlreichen internationalen Studenten als Ziel für ein Auslandssemester ausgewählt wird. Zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt gehört die wunderschöne Altstadt, durch die auch der Fluss Ljubljanica fließt, welcher von mehreren alten Brücken überragt wird. Eines der Wahrzeichen der Stadt ist die historische Burg auf dem Berg, um den die Stadt herum gebaut wurde. Slovenien ist ein grünes Land mit wahnsinnig vielen Facetten. Von Skifahren bis Sonnenbaden am Strand wird alles geboten. Weitere sehr erfolgreiche Sehenswürdigkeiten sind der allseits bekannte Lake Bled oder die einzigartigen Lipica Pferde. Kulturell hat die schöne Hauptstadt auch etwas zu bieten, da jedes erste Wochenende eines Monats alle Museen keinen Eintritt verlangen. Der Tourismus ist ebenfalls sehr vertreten in Ljubljana. Viele Östereicher, Italiener und sogar viele Touristen aus Asien nehmen den weiten Weg auf sich, um Slowenien zu erkunden. Durch die perfekte Lage des doch kleinen Landes ist, je nach Jahrezeit, jedes Wetter vorhanden. Ich persönlich war vor meinem Auslandsemester noch nicht in Slowenien gewesen, habe mich aber über die Dauer meines Semesters in Ljubljana verliebt und sehe es als eine Art zweites Heim.

3. Vor Ort: a.) Die Wohnungssuche wird einem, wie bei Punkt 1 schon beschrieben, erleichtert durch etwaige Internetseiten, die einem zugeschickt werden von der Fachschaft der Faculty of Economics. Ganz einfach macht man es sich, wenn man sich entschieden hat die Dormitories für Studenten zu nutzen. Schon bei der Anmeldung kann man dies auswählen und wird dann einem Dorm zugewiesen. Ich habe während des Semesters in der Tolstojeva ulica 53 in 1000 Ljubljana gewohnt. Dies ist eine WG für Erasmus Studenten, die von einem sehr netten Vermieter vermietet wird. (Email: [email protected]) Die Fakultät ist in zehn Minuten zu Fuß zu erreichen und in das Stadtzentrum sind es auch nur 15 Minuten mit dem Bus. Ich habe für mein 15qm Zimmer 180 Euro ohne Nebenkosten gezahlt. Die Ausstattung der Wohnung war qualitativ hochwertig. Eine SIM Karte für das Handy wird ebenfalls von der Fachschaft der Faculty of Economics zur Verfügung gestellt, man kann sich allerdings auch selber eine SIM Karte besorgen, wenn man das möchte. Ich persönlich bin mit der IZI Mobile SIM Karte von der Fachschaft gut klargekommen. Die SIM gibt es in allen Formen, also Normal, Mini oder Nano. Zu wählen ist dann jeden Monat das Datenvolumen, welches von 100 Mb für 2 Euro bis zu 1 Gb für 5 Euro recht günstig ausfällt. Das Aufladen selbst ist auch recht einfach, da man die Karten zum Aufladen an jedem Kiosk, die fast an jeder Bushaltestelle zu finden sind, kaufen kann. Allerdings haben diese an Sonntagen geschlossen und haben auch gewisse Schließzeiten unter der Woche. Sollte man es nicht rechtzeitig schaffen, ist es recht schwer mit den neugewonnenen Freunden in Kontakt zu bleiben, wenn man in der Stadt unterwegs ist. Anrufe und SMS sind mit 9 Cent aber eine günstige Ausweichmöglichkeit. Ein Bankkonto habe ich nicht eröffnet in Slowenien, daher kann ich dazu keine Auskunft geben. Für reichlich Freizeitaktivitäten wird von der Faculty of Economics und auch allgemein von der University of Ljubljana gesorgt. Das Angebot umfasst Fußball, Tennis, Volleyball, Boxen, Golf und viele weitere Sportarten. Pro Aktivität muss man einen einmaligen Betrag von 20 Euro zahlen. Ich selber habe mich eher über Facebook Gruppen und private Verabredungen zum Fußball spielen getroffen. In Ljubljana gibt es viele Einkaufsmöglichkeiten, sowohl im Stadtzentrum als auch etwas außerhalb in dem Einkaufszentrum BTC. Zum BTC gehört auch das Kolosej, welches als das größte und beste Kinocenter in Slowenien bekannt ist. Im Kolosej findet man die neusten Filme und diese dann auch auf Englisch. Ljubljana ist eine recht kleine Stadt und daher sind sämtliche Strecken die

man zurücklegt kurz und durch gute Verbindung des Busnetzes leicht zu erreichen. Ljubljana hat keine U oder S-Bahn.

b.) Die Universität von Ljubljana wurde 1919 erbaut und ist die älteste, größte und am besten bewertete Universität in Sloweninen. Die Universität Ljubljana hat ca. 63.000 Studenten. Die Semesterzeit geht offiziell im Sommersemester vom 20.02 bis 08.07. Allerdings kann es auch sein, dass durch frühzeitige Prüfungen das Semester früher endet. Das bedeutet, dass es direkt nach den Prüfungen in München ab nach Slowenien geht und man ohne Pause ins neue Semester startet. Die Faculty of Economics hat eine schönen und übersichtlichen Campus, und ist außerdem sehr modern. Die Soziale und die Pädagogik Fakultät sind im direkten Umfeld zu finden. Das International Office der Faultät ist sehr hilfbereit und ab dem Zeitpunkt der Annahme bekommen die Erasmus Studenten ständige Updates und Informationen für das kommende Semester. Die Einführung in das Auslandssemester findet in den ersten zwei Einführungstagen statt. Hier bekommt man Unterlagen über die Stadt, eine Karte, und einen USB-Stick mit sämtlichen notwendigen Informationen darauf wie beipielsweise Leitfaden für die Anmeldung ins Student-net oder wichtige Informationen zum Ausfüllen spezieller Anträge. Alles ist sehr übersichtlich und leicht erklärt. Sollten sich Kurse überschneiden oder andere Änderungen vorgenommen werden müssen, ist dies auch ganz einfach online über eine im vorhinein erhaltenen Email machbar. Ganz wichtig ist aber die Absprache über den neu gewählten Kurs mit dem International Office in München, da die Anrechnung des neuen Kurses gewährt werden muss. Außerdem sollte man auf die Deadline achten, weil danach Kursänderungen nicht mehr durchgeführt werden können. Über das Student-net werden dann alle Kurse angezeigt, dies wird dann zu einem täglich zu checkenden Portal, um up-to-date bezüglich der Kurse und ihren Inhalten zu sein. Es ist ein sehr einfaches und gut genutztes Studenten-Netzwerk, indem man unter anderem auch Kontakt mit den Dozenten herstellen kann, Termine checken kann, Hausarbeiten online gestellt werden oder auch Informationen über die bevorstehenden Vorlesungen in Erfahrung gebracht werden können. Es besteht eine recht große Auswahl an Kursen und für Erasmus Studenten sind diese alle auf Englisch. In den Kursen, die ich belegt hatte gehörten Essays, Präsentationen und Gruppenarbeiten immer zum Content des Kurses und waren Pflicht, um sich für die Prüfung anmelden zu dürfen. Die Dozenten

haben alle ein überaus gutes Englisch und die Kurse sind gut gestaltet und mit reichlich Lehrinhalt. In den Vorlesungen wird, anders wie in München, viel wert auf Mitarbeit und Unterrichtsbeteiligung gelegt, was zu einer sehr erfolgreichen Lehrweise wird. Sollte man einen Sprachkurs belegen wollen gibt es in der Faculty of Economics diese Möglichkeit. Sehr beliebt sind die slowenischen Sprachkurse. Ich habe nur den Anfangskurs besucht und danach den Kurs leider nicht mehr weitergeführt. Qualitativ sind jedoch alle Kurse und Vorlesungen sehr hochwertig und mit einer fordernden Intensität, wodurch es im Unterricht nicht öde oder langweilig wird. Manche Kurse so wie Sustainable Tourism bieten sogar einige sehr schöne Feldstudien an, die ich sehr genossen habe. Die Faculty of Economics ist zudem sehr gut ausgestattet mit einer neuen Bibliothek und Computern, die einem rund um die Uhr zur Verfügung stehen. Auch sehr hilfreich ist der Copyshop im Erdgeschoss der Fakultät, hier kann man seine Hausarbeiten und andere Schriftstücke drucken oder auch Scannen und sich per Mail zuschicken lassen, was sehr nützlich ist, für administrative Probleme zwischen Ljubljana und München.

c.) Die Integration und der Kontakt zu Einheimischen ist in Ljubljana und in der Universität recht einfach, da sowohl Sportaktivitäten als auch Kurse zusammen belegt werden. Man kommt auf zahlreiche Möglichkeiten, den Kontakt zu den Einheimischen auf zu bauen, jedoch hängt die Intensität von einem selber ab. Ich habe beispielsweise über, in Facebook organisierte Fußballspiele einen guten Kontakt zu einigen Slowenen gehabt. Dadurch war es mir möglich, mich wöchentlich zum Fußballspielen zu treffen und eine kleine Fußball Community zu erstellen. Von Mitstudenten habe ich erfahren, dass sie mit Slowenen zusammen in einer WG gewohnt haben und dadurch erstaunliche Einblicke in das Leben in Ljubljana erhalten haben. Dazu muss man sagen, dass die Slowenien nach meiner eigenen Erfahrung ein sehr gutes Englisch sprechen und daher die Verständigung einfach ausfällt. Der Kontakt zu anderen Austauschstudenten ist gundsätzlich ständig gegeben. Mich hat es selber sehr erstaunt, wie zahreich und international die Austauschstudenten waren. Der Kontakt ensteht gleich bei den ersten Einführungstagen und ab dann lernt man sehr schnell sehr viele unterschiedliche Leute kennen. Da Ljubljana klein ist, hat man nach einer Weile das Gefühl, dass sich jeder untereinander kennt. Auch Parties werden

nicht zu knapp gefeiert, wodurch eine gute Party-Community ensteht. Ljubljana hat eine belebte Clubszene, viele Bars und unzählige Orte an denen sich Studenten und Jugendliche zur gemühtlichen Einstimmung der bevorstehenden Nacht treffen. Orte wie der Kongresni Square, der kleine grüne Park mitten in der Innenstadt der als die Anlaufstelle für jede Preparty gehört oder der etwas größere Bruder Tivoli Park der an die Innenstadt grenzt und der als die größte Grünfläche in Ljubljana bekannt ist. Im Tivoli Park kann man sich auf riesigen Grassfächen sonnen, ein kühles Bier genießen oder auch gut laufen gehen. Auch als sehr berühmte Party-Hotspot gelten Metalkova oder Rog und sind vor allem als die Orte der „Alternative“ Szene bekannt in Ljubljana. Diese Orte sind Freitags sehr berüchtigt und gelten als Orte der freien Entfaltung und persönlichen Ausdrucksweise. Der Skeleton Club oder Parliament Pub wiederum sind die Standard Clubs und mit Abstand am Donnerstag die meist gefüllten Plätze, wenn es wieder einmal wie jede Woche Zeit für die Erasmus Party wird. All diese genannten Locations gehören zu meinen Favoriten und machen Ljubjana zu einer wundervollen und aufregenden Stadt.

d.) Mein Fazit für das Erasmus Semester in Ljubljana 2016 ist sehr positiv. Ich habe viele neue Freunde kennengelernt, wilde Parties gefeiert, schöne Ausflüge und Reisen unternommen und eine neues Land bzw. Kultur für mich entdeckt. Mir ist Ljubljana sehr ans Herz gewachsen und natürlich auch alle meine Freunde, die ich dort getroffen habe. Die Univeristät ist sehr gut organisiert und Kurse sind anspruchsvoll, jedoch spannend. Für mich war es auch von Bedeutung, ein neues Universitätssystem kennenzulernen und dafür ist die Faculty of Economics ein ausgezeichnetes Beispiel. Auch das eigene Englisch wird verbessert und das Erfahren fremder Kulturen bereichert einen für das Leben. Ich kann jedem nur empfehlen, sich Ljubljana als Auslandssemester auszusuchen. Es gilt als Geheimtipp und das auch mit Grund! Ich sage HVALA LEPA Slowenien!

4. Bilder:

City Center Vogelperspektive

City Center mit dem Fluss Ljubljanica

Faculty of Economics Eingang