Armut und Armutspolitik

Prof. Lutz Leisering Ph.D. Lehrstuhl für Sozialpolitik Raum U3-231, Tel. 106-3994 e-mail [email protected] www.uni-bielefeld.de/soz/pers...
Author: Thomas Melsbach
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Prof. Lutz Leisering Ph.D. Lehrstuhl für Sozialpolitik Raum U3-231, Tel. 106-3994 e-mail [email protected] www.uni-bielefeld.de/soz/personen/Leisering

Universität Bielefeld Fakultät für Soziologie SS 2005

Sprechstunde: Do 11-12 Sekretariat: Frau Elsbe Lück, U3-235, Mo-Do 9-14h, Fr 9-13h, Tel. 106-6911, e-mail: [email protected] ________________________________________________________________________

Armut und Armutspolitik Übung im Diplomstudiengang, Gebiet 1.58 StO (Ergänzungsfach Sozialpolitik und Sozialrecht); B.A. Politikwissenschaft, Modul Public Policy; B.A. Sozialwissenschaften (Modul 5); Nebenfachstudium Soziologie; Wahlpflichtfach Pädagogik (Diplom); Lehramtsstudiengang Sozialwissenschaften Sek I, II

Zeit: Do 18-20h, Raum D2-136 (Beleg-Nr. 300073) Inhaltsgleicher Parallelkurs: Mo 14-16h, Raum U4-120 (Beleg-Nr. 300198) Armut ist eine Urbefindlichkeit des Menschen und in den Entwicklungsländern weiterhin der Normalzustand für große Teile der Bevölkerung. Als politisches Problem wurde Armut in Europa im 16. Jahrhundert entdeckt. Seitdem wird Armut und Armenhilfe in Schüben immer wieder zu einem gesellschaftlichen Thema. Auch in der Geschichte der Bundesrepublik durchlief das Thema Armut verschiedene Phasen. Ausgelöst durch zunehmende Arbeitslosigkeit und Sozialleistungskürzungen wurde Armut in den 1980er Jahren wiederentdeckt und ist seitdem ein Dauerthema. In den letzten Jahren findet vor allem die Armut von Kindern und Familien Aufmerksamkeit sowie die Verarmung, die aus Sozialleistungskürzungen erwachsen kann, aktuell das „Hartz IV“-Gesetz, langfristig potentiell die Senkung des Rentenniveaus. Auch die EU nimmt sich seit den 1980er Jahren des Themas Armut an, seit den 90ern propagiert sie auch den umfassenderen Begriff „soziale Exklusion“. Auf Weltebene ist Armutsbekämpfung seit den 50er Jahren ein zentrales Anliegen der Entwicklungspolitik, das in den letzten Jahren erneut ganz oben auf die weltpolitische Tagesordnung gerückt ist, zuletzt als Teil der „Millenium Goals“der Vereinten Nationen (2000). In dem Kurs geht es um folgende Fragen: Was ist eigentlich mit „Armut“gemeint? Was bedeutet es, von jemandem zu sagen, dass er/sie „arm“ist? Wie misst man Armut? Was ist an Armut problematisch? • Was ist die gegenwärtige Armutsproblematik in Deutschland? • Wie geht der Wohlfahrtsstaat mit Armut um? Wirkt Armutspolitik oder erzeugt sie gar selbst Armut? Wie wird Armut und Armutspolitik in der politischen Öffentlichkeit thematisiert? • Wie unterscheiden sich Länder in Bezug auf Armut und Armutspolitik? Wie wird Armut durch internationale Akteure – in Europa die EU, weltweit die UN, UNICEF, Weltbank, ILO u.a. – thematisiert und bekämpft?



Lernziele: • Exemplarische Einführung in Aspekte der Policy-Analyse, einschließlich politischer Mehr-Ebenen-Analyse (Nationalstaat, EU, Welt) • Einüben methodischer Aspekte empirischer Sozialforschung (Begriffsbildung und -operationalisierung, Datenbasen, vergleichende Methode, Dokumentenanalyse, Umgang mit amtlicher Statistik) • Exemplarisches Erkunden der „sozialen Konstruktion“sozialer Probleme • Einüben der Fähigkeit, aktuelle politische Debatten wissenschaftlich zu hinterfragen

Do 14.4.

1. Vorbesprechung (Information über Inhalt und Organisation des Kurses, Lernziele und -methoden; Exploration des Themas; Vergabe von Themen für Leistungsnachweise) Vorbereitende Lektüre (optional): Bradshaw 1997 (steht im Semesterapparat im Ordner)

Mo 18.4./ Do 21.4.

2. Einführung: Der 2. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung (2005) Pflichtlektüre: 2. Armutsbericht S. 1 f., 3-15

www.bmgs.bund.de/download/broschueren/A332.pdf Anhänge: www.bmgs.bund.de/download/broschueren/A332-Anhaenge.pdf Vertiefende Lektüre (optional): ‚Querlesen’des ganzen Armutsberichts Lernziel: Einüben von Dokumentenanalyse

Was ist Armut? Mo 25.4./ Do 28.4.

3. Wie misst man Armut? (Armutsbegriffe I) Pflichtlektüre: Piachaud 1992 (bes. III, IV)

Vertiefende Lektüre (optional): Lister 2004 (Kap. 2); Krause 2003 (94 f., 112) (zu Äquivalenzskalen) Lernziel: ‚Messmethoden bestimmen Ergebnisse’(‚methodische Konstruktion von Armut’)

Mo 2.5./ Do 12.5.

4. Welche Armut? (Armutsbegriffe II) Pflichtlektüre: Jacobs 2000 (241-245) (s.a. 2. Armutsbericht, S. 5-11 [Sitzung 2]) (Überblick); Böhnke/Delhey 2001 (315-323) (Lebensstandardansatz)

Vertiefende Lektüre: • Der capability-Ansatz von Amartya Sen: Sen 1983, Lister 2004 (15-20, 28-32), Dahrendorf 1992 (25-29) • Ideengeschichte: Marshall 1981 Lernziel: Begriffsbildung als (kontingente) Konstruktion eines sozialen Problems

Mo 9.5./ Do 19.5.

5. Armut in Deutschland (I): Was ist das Armutsproblem im heutigen Deutschland? Pflichtlektüre: 2. Armutsbericht, S. 17-25, 31, 48, 56; Böhnke/Delhey 2001 (322-334)

Vertiefende Lektüre (optional): • Einkommensarmut: Krause 2003 (93-95, 103-108, 113) • Sozialhilfebezug: 2. Armutsbericht, S. 57-66, 70 • ‚Bildungsarmut’: Solga 2002, *; Allmendinger 1999 • Unterschichtbildung, Anomie: Niejahr 2005, Bohle 1997, Nolte 2004 • „prekärer Wohlstand“ und Niedrigeinkommen: Hübinger 1996, *; Hauser/Faik/Glatzer 2000, Bien/Weidacher 2004 • Armut in den neuen Bundesländern: Krause 2003 (93-95, 103-108, 113), Leisering/Leibfried 1999 (205-210, 215-223, 230-235), Leisering/Mädje 1996, Lutz 1995, Olk ** • Armut in der DDR: Manz 1992, Leibfried/Leisering u.a. 1995 (251-257) Lernziel: soziologische Zeitdiagnose, wissenschaftlich fundierte Hinterfragung aktueller politischer Debatten Materialien/Dokumente 1. und 2. Armutsbericht der Bundesregierung, Sozialbericht NRW 2004 „Armuts- und Reichtumsbericht“ (www.mgsff.nrw.de/sozialberichte/sozialbericht04.html), Armutsberichte anderer Bundesländer, kommunale Armutsberichte (in vielen deutschen Städten), Armutsberichte der Wohlfahrtsverbände und der Gewerkschaften (späte 1980er bis 2000)

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Mo 30.5./ Do 2.6.

6. Armutslagen – Arme zwischen Struktur und Handeln (zugleich Armut in Deutschland II) Pflichtlektüre: Ludwig 1996 (51 f., 58-64, 69, 74-76)

Vertiefende Lektüre (optional): • Armutsgefährdete Gruppen (nach gesellschaftlichen Kerninstitutionen): Arbeitsmarkt (Arbeitslose, Niedriglohnbezieher, Niedrigqualifizierte), Familie (Alleinerziehende, Geschiedene, Kinderreiche, Kinder), Geschlecht (Frauen), Konsummärkte (Überschuldete); Einwanderer; Randgruppen (Wohnungslose, ‚extrem Arme’; Behinderte, Pflegebedürftige). Lit. zu diesen Gruppen: 2. Armutsbericht, Barlösius/Ludwig-Mayerhofer 2001, Krause u.a. 2003 (s.a. Sitzung 5). • Bewältigungshandeln (Coping), Lebensstile und Alltag Armer: Coping (Leibfried/Leisering u.a. 1995: 161-164, 176-178, Ludwig 1996, Kap. 2.2, 6, Salentin 2002, Tobias/Böttner 1992), Lebensstile (Blasius 2001), Alltagshandeln (Barlösius/Ludwig-Mayerhofer 2001, Kap. IV). S.a. Lister 2004 (Kap. 6). • Armutsverläufe („dynamische Armutsforschung“): Leisering/Leibfried 1999, Leibfried/Leisering u.a. 1995, Gangl 1998, Leisering 2004 www.uni-bielefeld.de/soz/personen/Leisering/veroeffentlichung _dt.html, dort “The two uses of dynamic poverty research” zum Downloaden; s.a. Veröffentlichungsliste des Forschungsprojekts „Sozialhilfekarrieren“: www.unibielefeld.de/soz/personen/Leisering/forschung _dt.html; Krause 2003, Alcock 2004, Layte/Whelan 2002, 2. Armutsbericht (24 f., 64 f.) Lernziele: • Wissen über einzelne Armutsgruppen • Verhältnis von Struktur und Handeln als soziologische Grundfrage • Nutzen von Längsschnittsdaten

Armut und Politik Mo 6.6./ Do 9.6.

7. Armut im Wohlfahrtsstaat – Ideen, Akteure, Instrumente und Wirkungen von Armutspolitik Pflichtlektüre: Leisering/Buhr/Traiser-Diop 2004 (Kap. 2) (www.unibielefeld.de/soz/Forschung/Projekte/socialworld/arbeitspapiere.html, dort: Working Paper 7), Korpi/Palme 1998 (661-670)

Vertiefende Lektüre (optional): • Konstruktionen des Armen und Begründungen von Armutspolitik: Leibfried/ Tennstedt 1985, Polanyi 1945 (Kap. VII-IX), Simmel 1908 (dazu Coser 1964/1992, Hvinden 1995, Leisering 1997); van Oorschot/Halman 2000, Jäckle 2004 **, Salentin 2002; Sen 1997, Veit-Wilson 1998 (dazu Leisering/Buhr/Traiser-Diop 2004, Kap. 3, Kasten 3.4) • Akteure der Armutspolitik: von Winter 1997, 1992, Pabst 1996, Giesen 1983, Lister 2004 (43-48) • Wirkt Armutspolitik? Korpi/Palme 1998 (670-683), Behrendt 2000/2002, Kangas/Palme 2002 **, van Oorschot 2002, Eurostat ** • Erzeugt Armutspolitik Armut? Leisering/Voges 1997, Leisering/Leibfried 1999 (Kap. 6), Bane/Ellwood 1994 (Kap. **), Piachaud **, Schultheis **, Coser 1964/1992 • Aktuelle Reformen von Armutspolitik (s. Sitzung 9) • Politik mit der (statt gegen) Armut: Gans 1972, Wagner 1982 • Die Idee eines unbedingten allgemeinen Grundeinkommens: Leisering/Buhr/Traiser-Diop 2004 (Kap. 1.2; Kap. 2, Kasten 2.1), van Parijs 2000, Engler 2005 Lernziele: • Politikfeldanalyse • der Wohlfahrtsstaat als zentraler politischer Akteur in westlichen Nachkriegsgesellschaften • normative und funktionale Ambivalenzen von Armutspolitik

Mo 13.6./ Do 16.6.

8. Armut in Deutschland (III): Armutspolitik Pflichtlektüre: Buhr 2003, Leisering/Buhr/Traiser-Diop 2004 (Kap. 3, Kasten 3.1; Link s. Sitzung 7)

Vertiefende Lektüre (optional): • Wahrnehmung und Definition von Armut als politisches Problem: a) Wandel im Nachkriegsdeutschland: Leisering 1993 (detaillierter Buhr u.a. 1991, Fortschreibung Leisering/Liebfried 1999, Kap. 7), 3

Schäfers 1992, Hauser/Neumann 1992 (Abschnitte I, II), b) aktuell: s. Medienberichterstattung (Medienanalyse: Peters 1996), Blühdorn/Hennig 1994 • Akteure: s. Sitzung 7 • Instrumente der Armutspolitik: a) Sozialhilfe: Boekh u.a. 2004 (245-257), Jacobs **, 2. Armutsbericht (218-224), Zeitschrift NDV (Nachrichtendienst des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge), b) Armutspolitik jenseits der Sozialhilfe: 2. Armutsbericht (Teil B) • Reformen der Armutspolitik: a) „aktivierende“ Politik: Hanesch 2003, Mezger/West 2000, Leisering/Buhr/Gangl 1997, b) Verwaltungsreformen: Berner/Leisering 2003, Brülle/Reis 2001, Trube 2002, c) „Hartz IV“: Hartz-Bericht (2002) (www.bmwa.bund.de/Navigation/Service/bestellservice,did=12168,render=renderPrint.html), Trube **, Boekh u.a. 2004 (254-257) Materialien/Dokumente: 2. Armutsbericht, Teil B; Hartz-Bericht, Infos der Bundesregierung zu Hartz IV (s. website), Bundessozialhilfegesetz, parlamentarische Drucksachen (s. Literaturliste in Buhr 2003); Medienberichterstattung, websites von Wohlfahrtsverbänden, der Nationalen Armutskonferenz usw. Lernziele: • Politikfeldanalyse • Sozialwissenschaftliche Hinterfragung aktueller Debatten zum Umbau des Sozialstaats

Die internationale Dimension Mo 20.6./ Do 23.6.

9. Armut und Armutspolitik in entwickelten Gesellschaften – Deutschland im internationalen Vergleich Pflichtlektüre: Leisering/Buhr/Traiser-Diop 2004 (Kap. 3) (link s.o.) (internationaler Vergleich der Sozialhilfepolitik)

Vertiefende Lektüre (optional): • Armut im internationalen Vergleich: EU ** • Armutspolitik im internationalen Vergleich: Bradshaw 1997 (ausführlich Eardley u.a. 1996); Korpi/Palme 1998 (s. Sitzung 7); Veit-Wilson 1998; s. bei Leisering/Buhr/Traiser-Diop 2004 (Kap. 3) zitierte Literatur • Wirksamkeit von Armutspolitik im internationalen Vergleich: Headey/Muffels 2003, Otto/Goebel 2003, Behrendt 2000, 2002, Kangas/Palme 2002; Korpi/Palme 1998 • Reformstrategien: a) „aktivierende“ Politik, „welfare to work“: Hanesch 2001, Trickey 2000 (umfassend: Lødemel/Trickey 2000); Hvinden 2003 (aktivierende Arbeitsmarktpolitik außerhalb der Sozialhilfe); Schwarze 2003, b) Verwaltungsreformen: Schwarze 2003, c) Steuerreformen: Leisering/Buhr/Traiser-Diop 2004 (Kap. 3, Kasten 3.11), Schelkle **, d) Bildungsreformen: Allmendinger/Leibfried ** • Länder (besonders beachtete Reformen): a) Der „New Deal“ in Großbritannien: Leisering/Hilkert 2000 (www.uni-bielefeld.de/soz/personen/Leisering/veroeffentlichung_dt.html, dort: „Von Großbritannien lernen?..“, zum Downloaden), s.a. Leisering/Buhr/Traiser-Diop 2004 (Kap. 3, Kästen 3.5, 3.9); Armutspolitik in Großbritannien: Alcock 2005/1997/1993, b) „Ending welfare as we know it“: Die Sozialhilfereform in den USA 1996: Leisering/Buhr/Traiser-Diop 2004 (Kap. 3, Kasten 3.10), Blank 2002, Dunifon 2001, Gerhardt **, Ellwood 1996, 1998, Schelkle 2002, Wiseman/Walker **, c) Die Revenue Minimum d’Insertion (RMI) in Frankreich: s. Leisering/Buhr/Traiser-Diop 2004 (Kap. 3, Kasten 3.3), d) Schweden: Schwarze 2003 Materialien: s. EU/Eurostat, OECD (websites) Lernziele: • Einüben der vergleichenden Methode • Erweiterung des verengten deutschen Reformhorizonts

Mo 27.6./ Do 30.6.

10. „Armut“oder „Exklusion“? (Armutsbegriffe III, Welche Armut?) Pflichtlektüre: Leisering 2004

Vertiefende Lektüre (optional): • Exklusion als soziologischer Begriff (neues Paradigma der Ungleichheitsforschung): Luhmann 1995, Stichweh 1997, Schwinn 2004 (darin besonders Burzan/Schimank, Nassehi, Stichweh) (zu wei4

teren Angaben s. Leisering 2004, Abschnitt 2); zu „sozialer Schließung“ generell s. Mackert 2004 • Exklusion als politischer Begriff: a) Die „Karriere“ des Begriffs: s. Leisering 2004 (Abschnitt 1), b) nationale (zugleich sozialtheoretische) Varianten von Exklusionsbegriffen: Silver 1994 (diskutiert bei Leisering 2004: 243-245), c) Inklusion/Exklusion als politische Programmatik der EU und der UN: s. Sitzungen 11 und 12 • „Exklusion“ als Kritik herkömmlicher Sozialpolitik: a) „Exklusion“ als Kritik des sozialstaatlichen Kapitalismus (Zeitdiagnose): Kronauer 2002, Bude **, b) „Exklusion“ als Paradoxie des Wohlfahrtsstaats: Inklusion als Exklusion (Leisering 2004, **), c) Von Umverteilung zu Anerkennung(spolitik): Lister 2004 (Kap. 5), Fraser/Honneth 2003 Lernziele: • Verbindung der Armutsdiskussion mit umfassenderer soziologischer Theoriebildung • Hinterfragen einer aktuellen Zeitdiagnose (‚Exklusion’)

Mo 4.7./ Do 7.7.

11. Die EU als armutspolitischer Akteur Pflichtlektüre: Boeckh u.a. 2004 (374-397)

Vertiefende Lektüre (optional): • Die EU als sozialpolitisches Mehrebenensystem: Leibfried 2000, Begg u.a. 2001 (Abschnitt 2) • Armutspolitische Instrumente der EU: Silva 2003, Nolan 2003, Boeckh u.a. 2004 (Abschnitt 4.3.3), Schulte ** • „Europäisierung“ der Armutspolitik: Nationaler Aktionsplan (s.u., „Materialien“) Materialien: Dokumente der EU (website), EUROSTAT, Nationaler Aktionsplan der Bundesregierung zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung 2003-2005 (2004) (www.bmgs.bund.de/downloads/NAP2004_Endfassung_Kabinett.pdf, Anhänge: www.bmgs.bund.de/downloads/NAP_Anhang_Endfassung_Kabinett.pdf) Lernziele: • Die EU als politischer Akteur/politisches Mehrebenensystem • „Europäisierung“ von Politikfeldern (hier: Armutspolitik) • Entwicklung des „sozialen Europas“ (race to the bottom vs. Sozialstaat Europa; Konvergenz vs. Divergenz)

Mo 11.7./ Do 14.7.

12. Armut als globales Problem Pflichtlektüre: Noël 2005 (1-3, 11-31) (Download: website des Veranstalters, Lehre)

Vertiefende Lektüre (optional): • generell: s. Literaturliste bei Noël 2005 • Armut und Armutspolitik in Entwicklungsländern: Øyen 1996, 1992; Lewis 1968, Goetze 1992 (Abschnitte I, II) (zu „Kultur der Armut“); Hirtz u.a. 1992 (Abschnitte I, III); Leisering/Buhr/Traiser-Diop 2004 (Kap. 1.1, 4, 5; link s. Sitzung 7) (zu Sozialhilfe in Entwicklungsländern) • Internationale Organisationen und globale Armutspolitik: s. website von Weltbank, ILO, UNICEF, ADB, attac usw.; Yeates 2001 (Kap. 4 u.a.), Deacon 1997 (Kap. 3 u.a.) • Globale Normen und Diskurse: Noël 2005 (Diskurse) (Pflichtlektüre), Kaufmann 2003 (soziale Menschenrechte), UN 2000 (Erklärung „UN Millenium Development Goals“), s.a. website UNDP (UN Development Programme) Materialien: s. websites der o.a. internationalen Organisationen; s. website CROP: www.crop.org; s. website des Veranstalters „Literatur und Links zu Global Social Policy“ Lernziel: Weltgesellschaft als neue soziale Ebene; globale Konstruktion eines sozialen Problems (hier: Armut)

Mo 18.7./ Do 21.7.

13. Fazit Pflichtaufgabe: Resümieren Sie den Ertrag der Lehrveranstaltung auf 1-2 Seiten (bis Vortag an: [email protected] mailen oder – was uns Arbeit spart – Ausdruck ins Postfach von Prof. Leisering werfen)

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Erwerb einer Leistungsbescheinigung: • regelmäßige Teilnahme • Lesen der angegebenen Pflichtlektüre zu jeder Sitzung • Einreichen von zwei Fragen zu jedem Pflichttext bis 20 Uhr des Vorabends der Sitzung Für jeden Pflichttext sind zwei Fragen vorzubereiten, die in der Übung diskutiert werden können. Die Fragen müssen dem Veranstalter bis am Vortag der Sitzung, 20 Uhr, als Ausdruck oder als e-mail zugegangen sein (Ausdruck spart uns etwas Arbeit). Die Zusendung der Fragen darf maximal dreimal (mit oder ohne Entschuldigung) versäumt werden, ansonsten kann kein Leistungsnachweis ausgestellt werden. Die Fragen sollen die Diskussion in der Veranstaltung fokussieren helfen und dem Veranstalter Anhaltspunkte geben, was nicht verstanden wurde. Nonsens-Fragen oder Fragen, die sich lediglich mit Ja/Nein beantworten lassen, werden nicht als Fragen akzeptiert. • Referat/Hausarbeit, alternativ: 1. Referat (mündliche Präsentation) mit Thesenpapier (Powi: 1-3 S., Sowi 3-6 S.) und Moderation der Diskussion in der Sitzung 2. Referat mit schriftlicher Ausarbeitung (8-12 S., nur Sowi) (Abgabe analog Hausarbeit) 3. Hausarbeit, Abgabe als Ausdruck und Datei (Plagiatsprüfung) bis 15.09.2005 (Diplom: auch später). Länge: B.A. Politikwissenschaft: 12-15 Seiten; B.A. Sozialwissenschaften: 18-25 S.; Diplom: ca. 15 S.; Lehramtsstudierende im Hauptstudium: 12 Seiten (qualifizierter Studiennachweis) bzw. 20 Seiten (Leistungsnachweis) Erwerb eines Teilnahmescheins (Diplom): • regelmäßige Teilnahme • Lesen der angegebenen Pflichtlektüre zu jeder Sitzung und Stellen von 2 Fragen (s.o.) • Abgabe eines ca. 2-seitigen Papiers zu drei ausgewählten Sitzungen, das den Text der Sitzung zusammenfasst und kurz diskutiert. Gruppenarbeiten sind möglich und oft produktiv. Die individuellen Anteile müssen ausgewiesen sein und werden getrennt benotet. Gesamtlänge proportional der Gruppengröße. Anregung: • Verfolgen Sie während des Semesters die Medienberichterstattung zu Armut und Armutspolitik. • Recherchieren Sie auf den Websites von Ministerien, Parteien, Verbänden , sozialen Bewegungen usw. (national, EU, global). • Siehe Links auf der website des Veranstalters unter „Lehre“.

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