2016 Aus dem Inhalt

Z 18403 E Zeitschrift Schriftleitung: Prof. Dr. Bachmaier, Dr. Ing. Friedrich, Dipl. Ing. Schulze, Dipl. Volksw. Mollenkotten Heft 11-12/2016 Aus d...
Author: Helmut Kirchner
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Z 18403 E

Zeitschrift

Schriftleitung: Prof. Dr. Bachmaier, Dr. Ing. Friedrich, Dipl. Ing. Schulze, Dipl. Volksw. Mollenkotten

Heft 11-12/2016 Aus dem Inhalt 70 Gebäude öffnen ihre Türen Komfortables Wohnen im „Smart Home“ Building Information Modeling (BIM) revolutioniert die Zusammenarbeit am Bau Die Zukunft des Bauens auf 180.000 m² Fläche Leitthemen für die Zukunft des Bauens Die Sonderschauen auf der BAU 2017 BAU Foren: Lösungen für die Zukunft des Bauens BAU 2017: Top Angebote für Handwerker BAU 2017: Angebote und Services für Architekten Am Puls der Zeit Sprinter_Kommunal_210x226.indd 1

Von Dipl. Wirt. Ing. (Bau) (FH) Frank Steffens, Geschäftsführer der Brüninghoff GmbH & Co. KG, Heiden (Münsterland)

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Building Information Modeling (BIM) – rechtliche ­Herausforderungen des digitalen Planens 16 Wie Kommunen ökonomisch von Energetischen ­Gebäudesanierungen profitieren 19 Land Berlin und HOCHTIEF legen Grundstein für neues Landeslabor Berlin-Brandenburg 19 BIM Prozesse können nicht ignoriert werden 20 Züblin-Partneringmodell teamconcept: Großprojekt KKM Kraftwerk Mitte Dresden erfolgreich fertiggestellt 23 Die Schweriner Waisengärten – eine Wasserstadt für Alle 24 Smart City: Vodafone und ICE-Gateway machen die Städte schlau 26 Junge Architekten weltweit schaffen urbane Lösungen im Wettbewerb „City Above the City“ (Stadt über der Stadt) 27 ViA6West-Konsortium erhält Zuschlag für A6 in Baden-Württemberg 27 BVS: Wir gefährden das sichere Bauen in Deutschland 28 TÜV SÜD Advimo übernimmt Property Management für das Objekt Heilbronner Straße 300–302 in Stuttgart 30 Drees & Sommer steuert neues Stadtentwicklungs­ projekt in München 30 Kees Christiaanse entwirft die Gartenstadt der Zukunft für Hamburg 31 Arbeitshilfe unterstützt Planer beim schadstoffarmen Bauen 33 Ruhiges Wohnen mit Nachbarn 33 Aufgaben konzentrieren und effizient arbeiten 34 Vielfalt standardisieren: Mit ALHO Modulbauweise die Wohnraumlücke ­schließen 36 Großprojekt setzt auf FBS-Qualität 37 Riedel hat’s gewuppt 38 Platten von der Stange 39 Tom Kionka 39 Ressourcen schonen und hochwertig recyclen 40

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Repräsentativer Eingangsbereich im Hamburger ­Börsengebäude Naturstein als Wertanlage Offenporiger Beton als lärmreduzierender Fahrbahn­ belag Betonpflaster als Tausendsassa EUREF-Campus Berlin: WOLFF & MÜLLER errichtet hocheffizientes Büro­ gebäude Briefdienstleistungen: Verlässliche Sicherheit zahlt sich aus Sturmflutsperrwerk mit Deutschem Ingenieur­ baupreis ausgezeichnet Holz im öffentlichen Raum

Aus Verwaltung und Wirtschaft Bis zu 58 Prozent der Fördermittel für hessische ­Kommunen eingeworben bvse warnt vor Mogelpackung „Urbanes Gebiet“ Die Bogenrolltreppen der Elbphilharmonie 500-mal Müll im Hamburger Untergrund Unterstützung für Wilhelmine REHAU beschäftigt sich ausgiebig mit dem Tiefbau­ bereich Stadt is(s)t nachhaltig BIRCO auf der BAU 2017: Entwicklungen in allen ­Bereichen Die wichtigsten Regeln für den Umgang mit ­Schmutzfangmatten Schallschutz für Flachdächer: Paroc präsentiert neue Testergebnisse für PAROC Steinwollplatten Dächer von heute sind die Grundstücke von morgen Neue Perspektiven in Faserzement Eternit auf der BAU 2017

Aus der Industrie Pumpentausch ist Trumpf – mit Wilo-Financial Services Pumpenförderung und Finanzierung ­kombinieren und doppelt profitieren. AMISCREEN hält die Pisten sauber SIMONA steigert Umsatz im dritten Quartal – weiter gute Ertragslage Beton auf der BAU 2017 TÜV SÜD übernimmt DIFNI Geräteträger übernehmen in Kommunen während des ganzen Jahres eine Fülle von Aufgaben

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Diese Ausgabe enthält eine Beilage des Ministeriums für Verkehr, Baden-Württemberg Hauptstätter Straße 67, 70178 Stuttgart

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Einfacher Austausch, mehr Wirtschaftlichkeit und höhere Zuverlässigkeit mit Norm- und Blockpumpen von Grundfos. Ein Anwendungsbeispiel: Die Stadtwerke Kiel mussten die veraltete TrinkwasserDruckerhöhungsanlage in Kiel-Holtenau durch ein modernes und leistungsfähiges System ersetzen. Die Lösung von Grundfos: drei in einer Kompaktanlage zusammengefasste Normblockpumpen des Typs NBE 80-315/320. Das Ergebnis: eine deutlich erhöhte Effizienz, reduzierte Wartungskosten und maximale Flexibilität durch eine intelligente Steuerung. Erfahren Sie jetzt mehr auf www.grundfos.de/move und erleben Sie Grundfos bei einem exklusiven Event selbst.

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Zeitschrift für das gesamte Verwaltungswesen, die sozialen und wirtschaftlichen Aufgaben der Städte, Landkreise und Landgemeinden Organ des Vereins für Kommunalwirtschaft und Kommunalpolitik e.V.

Gegründet im Jahre 1910 in Berlin

Verlagsort Wuppertal

Verlag Kommunal-Verlag Fachverlag für Kommunalwirtschaft und Umwelttechnik Wuppertal

Heft 11-12

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Die BAU präsentiert zum vierten Mal die „Lange Nacht der Architektur“

70 Gebäude öffnen ihre Türen Sie ist ein ganz besonderes Highlight im Rahmenprogramm der Weltleitmesse BAU: Bereits zum vierten Mal führt die Lange Nacht der Architektur zu Münchens schönsten und interessantesten Gebäuden. Am Freitag, 20. Januar 2016, können Aussteller, Messebesucher und alle Architekturinteressierten einen Blick hinter die Kulissen werfen. Mehr als 70 Bauwerke nehmen diesmal teil – Rekord. Die neu gestaltete Website (www.lange-nacht-der- architektur.de) ermöglicht erstmals die individuelle Planung von Touren.

nenstadt, wahlweise mit und ohne Führung. Die Bustouren starten alle zentral am Odeonsplatz. Wer seine Tour online planen will, kann das auf der neuen Website tun. Die Seite ist responsive auf allen Geräten und mithilfe interaktiver Karten lassen sich Touren durch die Stadt auf persönliche Vorlieben zuschneiden. Die gewählten Touren kann man in den sozialen Medien teilen, per E-Mail verschicken oder auch offline als PDF speichern. München aus verschiedenen Perspektiven

Die Lange Nacht der Architektur (LNDA) findet im Rahmen der BAU statt, Weltleitmesse für Architektur, Materialen und Systeme. Organisiert und durchgeführt wird sie von der Messe München. Die Veranstaltung soll das Thema Architektur von der Fachmesse BAU in die Stadt tragen, zu interessierten Bürgern. Die Idee erwies sich von Beginn an als Volltreffer. 2015 nahmen 30.000 Architekturbegeisterte an den nächtlichen Führungen teil, für die kommende LNDA wird eine ähnlich hohe Resonanz erwartet. Unter den 70 Gebäuden – 2015 waren es noch 50 – befinden sich zahlreiche Neuzugänge, aber auch bewährte „Klassiker“. Die Macher der LNDA setzen für die vierte Auflage verstärkt auf Social Media, die neue interaktive Website und den neuen WhatsApp-Channel. 70 Gebäude – per Busshuttle oder zu Fuß Auf insgesamt elf Routen verkehren Shuttle-Busse, die wie immer kostenlos genutzt werden können. Sprinter_Kommunal_210x226.indd 1 Bereits während der Fahrt informieren Architektur-Studenten über die Gebäude. Darüber hinaus gibt es Fußtouren durch die Münchner In-

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20 Gebäude mehr machen diesmal mit – entsprechend viele sind zum ersten Mal dabei. Darunter sind beispielsweise die BMW LKW-Logistik Administration, die Isartalwerkstätten, die Schreinerei Würzburger, die Faulturmanlage im Klärwerk Gut Großlappen sowie die Ev.-Luth. Kirche St. Lukas am Mariannenplatz. Die Brainlab AG hat nur einen Steinwurf vom Messegelände entfernt auf dem Areal des ehemaligen Flughafen Riem eine neue Firmenzentrale errichtet. Blickfang ist der denkmalgeschützte Flughafen –Tower, umrahmt von einem modernen Neubau aus Glas. Zu jeder vollen Stunde bietet Brainlab Führungen an. Das „upside east“ erlaubt am 20. Januar wieder einen Blick auf das nächtliche München. Weniger mit Höhe, als mit individuellem, ursprünglichem Charme überzeugt die Brotfabrik der Bäckerei Aumüller in einem alten Industriegebäude an der Kistlerhof Straße. 02.12.14 15:15 Die zahlreichen übrigen Gebäude bieten für alle Geschmäcker etwas: ob pro aurum Goldhaus oder Stadion an der Grünwalder Straße.

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BAU 2017: Leitthema „Vernetzte Gebäude“

Komfortables Wohnen im „Smart Home“ Das Smart Home ist eine Komfortzone. Das Licht geht automatisch an, die Türe entriegelt sich, sobald sich ein Bewohner dem Gebäude nähert. Die Heizung hat die Haustechnik schon vorher auf behagliches Niveau gebracht. Der Briefkasten schickt eine SMS, sobald die Post da ist, die Waschmaschine nützt den günstigsten Stromtarif – sofern der Strom überhaupt bezahlt werden muss, denn das Smart Building ist energieautark. Es kennt die Gewohnheiten seiner Bewohner und macht Ihnen das Leben so angenehm wie möglich. Werden diese superschlauen Gebäude miteinander vernetzt, entstehen sogar Smart Cities. Science Fiction? Keineswegs. Die BAU 2017 zeigt, wie weit die Technik schon ist. Wenn Julia König nach einem langen Arbeitstag im Winter nach Hause kommt, ist alles so, wie es sein soll: Die Wohnung ist bereits warm, in Flur und Wohnzimmer geht automatisch das Licht an und die Rollläden sind bereits heruntergefahren. Entspannt lässt sie sich in ihren Lieblingssessel fallen und freut sich auf den Abend. Wenn die junge Ärztin am Morgen das Haus verlässt, fährt die Heizung automatisch herunter, die Sicherheitsanlage wird aktiviert und alle unnötigen Stromverbraucher sind ausgeschaltet. Keine Frage: Das Smart Home macht das Leben leichter und setzt dabei auf intelligente Gebäudetechnik. Was vor ein paar Jahren noch „Spielzeug für Technikbegeisterte“ war, ist heute Realität. Die Vernetzung beginnt mit einfachen Tastern, Schaltern und Leuchten und kann bis zu unterschiedlichen Wohnraum-Szenarien führen – unter Einbeziehung von Temperatur, Helligkeit, Bewegung, Fensterkontakt, Hausgeräten, Kommunikationstechnik und Unterhaltungselektronik. Rauchwarnmelder retten Leben im Fall eines Brandes, Bewegungsmelder erfassen Verdächtiges bei Dunkelheit und schrecken ab, Alarmanlagen schützen vor Einbruchsversuchen. Aus der Ferne lässt sich überprüfen, ob der Herd, die Waschmaschine aus sind oder das Eingangstor geschlossen ist. Smart Home-Boom: Neue Anwendungen im Wochentakt Fast wöchentlich kommen neue Anwendungen auf den Markt. Sie machen das Thema Smart Home immer interessanter für Hausbesitzer und Mieter. Auch, weil sie mehr Komfort für ältere Menschen bieten. Experten sprechen bereits von einem Smart Home-Boom. Das liegt vor allem an einer Sache: dem Smartphone. Damit hat fast jeder Nutzer ein Bediensystem in der Tasche, mit dem sich immer mehr Anwendungen der Gebäudetechnik auf sehr einfache Weise steuern lassen. Als Kontrollinstrumente dienen Apps, verbunden über Bluetooth Smart und WLAN oder auch die Mobilfunkverbindung aus der Ferne. Auf der anderen Seite kommt Bewegung in den Markt, weil die Anbieter von Heimautomationssystemen mit ihren unterschiedlichen Kommunikations- Protokollen (Funk- und Bussysteme) nach neuen Lösungen suchen. Sie schließen sich zusammen, um mit ihren „Insel-Lösungen“ komplexere Steuerungen zu ermöglichen und den Nutzen von Smart Home-Anwendungen weiter zu optimieren. Mehr Lebensqualität dank intelligenter Vernetzung Modernste Smart Home-Anwendungen gehen inzwischen weit darüber hinaus, nur Heizung, Beleuchtung oder Sicherheitsanlage im Haus zu managen. Jüngste Entwicklungen von Gebäudebauteilen machen es möglich, dass sich auch Glas, Türen und Fenster vernetzen lassen und „mitdenken“, um den Wohnkomfort und die Energieeffizienz von Gebäuden zu erhöhen. Das Resultat ist zum Beispiel eine intelligente Fassade. So werden aus Smart Homes sogenannte Smart Buildings. Smartes

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Energiemanagement, Beschattungssteuerung, Sicherheits- und Überwachungsfunktionen oder die Echtzeitkontrolle aller Verbrauchs- und Erzeugerdaten des Gebäudes sind Vorbild für zukunftsorientiertes und intelligentes Bauen. Wird dieses Konzept vom einzelnen Gebäude auf ein ganzes Stadtviertel ausgeweitet, entsteht eine Smart City. Wie eine Smart City aussehen kann, zeigt Schneider Electric in Form eines Prototyps auf dem Euref-Campus in Berlin. Die Zeemo Base ist eine Energiezentrale, die ein emissionsneutrales Stadtviertel mit einem solaren Grundlastkraftwerk ergänzt. Es schafft u. a. die Voraussetzungen dafür, Autos mit Strom aus erneuerbaren Energien zu betanken. Durch den Einsatz von Speichermedien lässt sich eine kontinuierliche Stromversorgung im ganzen Stadtviertel gewährleisten. Hinzu kommt ein Anschluss an das öffentliche Stromnetz und ein Blockheizkraftwerk auf dem Campus. Pilotprojekte in Weinsberg bei Heilbronn oder dem Gelben Viertel in Berlin zeigen das Zusammenspiel aus Sonnenstrom, gemeinsamen Batterien und einem möglichst hohen Eigenverbrauch. So entsteht eine intelligente Komplettlösung, die Umwelt und Geldbeutel schont und Vorbild für andere Mieterstrom-Modelle in einer SmartCity sein kann. Smart Home-Lösungen erobern den Markt Dem vernetzten Zuhause steht eine große Zukunft bevor. Immer mehr Smart Home-Technologien stehen für den Einsatz bereit und werden in den nächsten Jahren einen großen Einfluss auf unser Leben haben. Auf der BAU 2017 in München, alle zwei Jahre Treffpunkt der gesamten Baubranche, werden auch zu diesem Thema die wichtigsten Neuheiten präsentiert. Unter dem Namen Connected Comfort haben sich führende Marken hochwertiger Haustechnik wie Gira, Dornbracht, Revox, Miele und Vaillant zusammengeschlossen, um Immobilien gewerkeübergreifend intelligenter zu machen. Das Ergebnis: Lebensqualität und Wohnkomfort auf höchstem Niveau. Die Hi-Fi-Experten von Revox haben neben einer Lösung für Multiroom-Musik auch eine individuelle Steuerung und Musikauswahl für unterschiedliche Nutzer im Programm. Mit dem Audiosystem „Voxnet“ und einer App kann jeder Bewohner des Hauses auf seine eigene Musikbibliothek zugreifen und in seinen „zugewiesenen“ Räumen abspielen. Zur Überwachung und Steuerung der Gebäudeautomation setzt GEZE auf das neue Schnittstellenmodul „IQ box KNX“. Es ermöglicht eine natürliche Lüftung mit Hilfe der GEZE Fensterantriebe. Zu-

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sätzlich können Sensoren für Luftqualität, Regen und Wind sowie eine Fensterabsicherung eingebunden werden. Mit der neuen Video-Innenstation der Designlinie „Basic“ ermöglicht Siedle einen preiswerten und einfachen Weg zur visuellen Türkommunikation. Siedle verspricht eine exzellente Bild- und Tonqualität sowie einfache Bedienung und Installation. Einen recht einfachen Einstieg ins intelligente Wohnen ermöglicht Somfy. Mit dem Steuerungssystem „Connexoon“ lassen sich per Smartphone-App von zu Hause aus oder von unterwegs gleich drei

Bereiche steuern: Fenster, Terrasse und Zugang zum Haus. Verlassen die Bewohner das Haus, fahren alle Produkte in die gewünschte Position und die Zeit- und Sonnenschutzautomatik werden aktiviert. Bei Ihrer Rückkehr öffnet sich über Geofencing das Garagentor und das Licht wird angeschaltet. Fazit: Das „Smart Home“ – ein Haus, das mitdenkt, und dadurch den Wohnkomfort erhöht und Kosten spart – ist keine Vision mehr, sondern Realität. Die Technik dafür steht bereits zur Verfügung. Zu sehen ist sie auf der BAU 2017 in München.

Leitthema der BAU 2017: Digital Planen, Bauen und Betreiben

Building Information Modeling (BIM) revolutioniert die Zusammenarbeit am Bau Der Einsatz digitaler Technologien bietet in allen Phasen des Lebenszyklus eines Bauwerks große Potenziale. Richtig eingesetzt, können damit die Bauqualität erhöht und gleichzeitig Baukosten und -zeiten reduziert werden. Die Anfänge sind gemacht, doch bis zur vollständigen Digitalisierung der Baubranche ist noch ein weiter Weg zu gehen. Den Stand der Technik zeigt die BAU 2017, auf der die Digitalisierung am Bau eines der Leitthemen ist. In den skandinavischen Ländern, Großbritannien und den USA sind digitale Planungs- und Bauprozesse schon relativ weit verbreitet. Die deutsche Bauindustrie muss dagegen noch weiter aufholen, um im immer internationaler werdenden Wettbewerb nicht zurückzufallen. Denn schon jetzt zeichnet sich ab: Wer den Übergang zur Digitalisierung und den damit verbundenen Wandel der Planungsmethoden nicht mitmacht, wird wirtschaftlich zurückfallen. Doch die bereits heute vollständig digital geplanten Pilotprojekte der öffentlichen Hand und die mit BIM realisierten Bauvorhaben großer Architekturbüros zeigen, dass dies auch hierzulande möglich ist. Building Information Modeling (BIM) als zentrale Arbeitsmethode Hinter dem inzwischen allgegenwärtigen Kürzel BIM steht die Idee eines digitalen Modells: Das geplante Bauwerk wird nicht mehr über eine unüberschaubare Menge von Plänen der unterschiedlichen Disziplinen begriffen (Architektur, Tragwerksplanung, TGA ...), sondern über ein mehrdimensionales, datenbasiertes Modell abgebildet. Investoren, Ingenieure, Architekten sowie Projektsteuerer und die späteren Betreiber arbeiten über diese zentrale Plattform von Anfang an zusammen, sind frühzeitig über den jeweils aktuellen Planungsstand informiert. Alle projektbezogenen Informationen (Flächen, Kosten, Zeitplanung usw.) stehen den Beteiligten als Entscheidungsgrundlage zur Verfügung. Bei der Arbeit mit BIM werden die einzelnen Bauteile zu Trägern von projektrelevanten Informationen, die in Form von Listen, Kalkulationen, Terminplänen oder Simulationen ausgegeben und miteinander verknüpft werden können. Man arbeitet also nicht mehr einfach mit „Abbildungen“ von Bauteilen, sondern mit „Smart Data“ – eine neues Level der Digitalisierung. Um diese Vorteile zu nutzen, ist ein Kulturwandel erforderlich: Durch den Einsatz von BIM verändert sich die gewohnte Art der Zusammenarbeit. Aus den bisher aneinandergereihten, isolierten Einzelprozessen oder „Tätigkeitsinseln“ der beteiligten Akteure wird eine vernetzte Arbeitsweise, gekennzeichnet durch eine neue Form des Teamworks und der Kommunikation. Dieser Wandel stellt für alle Betroffenen eine große Herausforderung dar, denn die koope-

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rative Arbeitsweise setzt gegenseitiges Vertrauen und Offenheit voraus. Sind diese „weichen“ Faktoren aber gegeben und die Organisation dieses Prozesses sichergestellt (Stichwort: BIM-Management), können Probleme frühzeitig erkannt, Risiken minimiert und damit Baukosten gespart werden. Wie verändert sich die Planung durch BIM? Das modellbasierte Planen, Bauen und Betreiben geht weit über den Schritt von der 2D- zur 3D-Planung hinaus: Die dreidimensionalen „Fachmodelle“ der einzelnen Planer werden regelmäßig zusammengeführt und auf Übereinstimmung geprüft (z. B. bei der sogenannten „Kollisionsprüfung“). Eine gemeinsamer Abgleich der Planungsstände erfolgt also viel früher als bisher üblich. Dies bedeutet aber nicht, dass schon zu Projektbeginn Ausführungsplanung gemacht wird – eine Befürchtung, die häufig von Architekten im Hinblick auf BIM geäußert wird. Zum Vergleich: Bei einem physischen Modell aus Pappe und Kunststoff wächst der Detaillierungsgrad mit der fortschreitenden Planung. Bei der digitalen modellbasierten Planung ist es genauso: Eine Wand ist zunächst nur eine Wand, erst später erhält sie z. B. einen mehrschichtigen Aufbau, später werden Baustoffe und damit Kosten oder physikalische Kennzahlen festgelegt usw. Auch die Kreativität leidet nicht bei der Einführung von BIM. Sie hängt glücklicherweise immer noch von den Planern ab, die zukünftig mit Hilfe des Gebäudemodells miteinander kommunizieren und ihre Planungen aufeinander abstimmen können. BIM-Management organisiert das Planen, Bauen und Betreiben Moderne Software arbeitet auf der Basis von Zugriffsrechten: Während der eine Planer z. B. an einer Wand arbeitet und sie versetzt, ist sie für andere Projektbeteiligte gesperrt. So wird verhindert, dass im gemeinsamen Gebäudemodell „jeder macht, was er will“ – eine vielfach geäußerte Befürchtung. Mit einem guten BIMManagement ist sie allerdings unbegründet. Um die Zuständigkeiten, Rechte und Pflichten bei der Nutzung eines gemeinsamen Gebäudemodells festzulegen und zu überwachen, wird in jedem Projekt ein übergeordneter BIM-Manager bestimmt. Sie oder er definiert u. a. die Anforderungen an das Datenmodell, legt die Zugriffsrechte fest, stimmt sich regelmäßig mit den BIM-Koordinatoren der beteiligten Planungsbüros ab und betreut das Projekt auch nach dem Abschluss der Planungs- und Bauphase. Außerdem kann das BIM-Management mit Schulungen dafür sorgen, dass alle Planer auf dem gleichen Wissenstand sind.

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Fazit: Digitales Planen, Bauen und Betreiben wird Standard In wenigen Jahren sollen alle Projekte öffentlicher Bauherren mit BIM geplant, gebaut und umgesetzt werden. Alle Planungsleistungen müssen dann in digitaler Form geliefert werden. Bis dahin gilt es, das digitale Planen und Bauen in Einklang mit der HOAI (Honorarordnung für Architekten und Ingenieure) zu bringen, BIMNormen und Richtlinien verbindlich festzulegen und die rechtlichen Rahmenbedingungen, von den Nutzungsrechten bis zu Fragen der Haftung, zu klären. Doch es zeichnet sich bereits heute ab, dass das neue, modellbasierte Arbeiten auch hierzulande zum Regelfall wird, auch für kleinere Bauvorhaben, egal ob im Neubau oder beim „Bauen im Bestand“. Die Zukunft des Planen, Bauens und Betreibens spielt auf der BAU 2017 eine Hauptrolle: So widmen sich u. a. die Foren in den Hallen A4 und C2 dem Thema BIM: Auf dem Programm stehen

Vorträge von namhaften Referenten aus Planungsbüros wie ARUP, Gerkan, Marg + Partner, RKW oder Herzog & de Meuron sowie aus der Bau- und Software-Industrie. Hier die genauen Termine: Forum C2 „Zukunft des Bauens“ Dienstag, 17.01.2017, 11 bis 17:00 Uhr: „BIM – Building In­ formation Modeling“ (Link zum Programm-PDF: http://bau-­ muenchen.com/media/website/dateien/pdf/programm-forum-c2zukunft-des-bauens.pdf) Forum A4 „Architekt und Industrie im Dialog“ Mittwoch, 18.01.2017, 11 bis 14 Uhr: „BIM: Zukunft des Planens“ (Link zum Programm-PDF: http://bau-muenchen.com/­ media/website/dateien/pdf/programm-forum-a4-architekt-und-­ industrie.pdf)

Der Geländeplan der BAU 2017

Die Zukunft des Bauens auf 180.000 m² Fläche • Die Bereiche Fliesen/Keramik sowie Naturstein/Kunststein teilen sich die Halle A4. „Die beiden Ausstellungsbereiche passen ideal zusammen und dienen als verbindendes Element von Fassadenelementen und Bodenbelägen, erklärt BAU-Projektleiter Mirko Arend. • Die Hersteller von Bodenbelägen - von elastisch (Linoleum, • Der Bereich Steine/Erden präsentiert sich traditionell auf 22.000 PVC, Kautschuk, Kork) und textil über Laminat bis hin zu Parkett m² in den Hallen A1 und A2. Er umfasst Steinzeug, Kalksand- belegen die Hallen A5 und einen Teil der Halle A6. stein, Beton, Bims- und Faserzement-Baustoffe, Putze, Estriche, • Die Themen Bauchemie und Bauwerkzeuge sind in den Halle Dämm- und Isolierstoffe. A6 und B6 platziert. Führende Hersteller zeigen, wie ihr umfang• Ziegel und Dachkonstruktionen belegen wie gewohnt die komreiches Sortiment - von Isolier- und Dämmstoffen bis hin zu Putplette Halle A3. Die Ziegelindustrie zeigt ihr ganzes Repertoire zen, Lacken, Farben und Klebstoffen – an der Fassade und im vom Mauerziegel über Dachziegel bis hin zum kompletten GeInnenausbau zum Einsatz kommt. Dazu gehören auch Lösungen bäudeteil – Energieerzeugende Systeme inklusive. zu Brand- und Schallschutz. • Im Norden des Messegeländes, der über einen eigenen Eingang verfügt, füllt die BAU-IT, die größte Schau dieser Art in Europa, fast die Steine / Erden komplette Halle C3. Steine / Erden, Kalksandstein, Beton/Porenbeton, Bims/ FaserzementA94 baustoffe, Fassadensysteme, trockener Innenausbau, Fertigbau, Putze, Estriche, Dämm- /Isolierstoffe • In den Hallen B1 und C1 geht Ziegel / Dachkonstruktion Ziegel, Dachziegel, Kaminbaustoffe, Dachbaustoffe, Dachfenster / es wie gewohnt um Fassa-öffnungen, Fassadensysteme Naturstein / Kunststein den- und SonnenschutzNaturstein, Kunststein, Fassadensysteme, Bodenbeläge Keramik systeme sowie Profile aus Fliesen, Keramik, Fassaden, Sanitärtechnik / -objekte, Zubehör Nord Bodenbeläge Aluminium. Der insgesamt P3 P4 elastisch, textil, Parkett, Laminat, Leisten und Profile, Verlege- und Anwendungstechnik 20.000 m² große AusstelBauchemie; Bauwerkzeuge Putze / Lacke / Farben, Klebstoffe, Wärme-, Kälte-, Brand- und Schallschutz, rdNo est lungsbereich umfasst auch C1 C2 C3 C4 Isolier- und Dämmstoffe, Abdichtungen, Fassadensysteme w Investieren in die Zukunft Maschinen zur AluminiumBauen im Bestand, Forschung / Förderung, Institute / Verbände / Dienstleister P7 P8 Aluminium; Maschinen zur Aluminium- und Stahlbearbeitung ICM und Stahlbearbeitung. Aluminiumprofile /-systeme, Fassadensysteme, Sonnenschutzsysteme B1 B2 B3 B4 B5 B6 B0 Stahl / Edelstahl / Zink / Kupfer • Bau-, Fassaden- und SonProfile / Bausysteme, Fassadensysteme, Sonnenschutzsysteme, Edelstahl, Zink- / Kupferoberflächen, -systeme West Ost P9 P10 P11 P12 nenschutzsysteme aus Stahl Energie- / Gebäude- / Solartechnik Klimatechnik, Lüftungstechnik, solares Bauen / Solarthermie finden sich auch 2017 in HalTor- / Parksysteme A2 A3 A4 A5 A6 A1 Torsysteme, Parksysteme, Tor- und Türantriebstechnik, Zubehör le B2, ebenso Systeme bzw. Schloss / Beschlag / Sicherheit Schlösser, Zylinder, Beschläge, Einbruchschutzanlagen, Zutrittsysteme, Zubehör Produkte aus Edelstahl, Türen und Fenster Holz, Aluminium, Kunststoff, Glas, Rollläden/Sonnenschutz Zink und Kupfer. Holz Holzwerkstoffe, Innenausbau, Treppen, konstruktiver Holzbau, Fassadensysteme, P • In unmittelbarer NachbarFurniere, Zubehör Glas; Gebäudeautomation / -steuerung schaft, ebenfalls in Halle B2, Glasbaustoffe, Fassaden, Glaskonstruktionen, Folien, Aufzüge Stand: 2. August 2016 (Änderungen vorbehalten) BAU-IT ist die Energie-, Gebäude IT-Lösungen für den Bau, Messtechnik ICM – Internationales Congress Center München und Solartechnik platziert. Kongresse, Seminare, Fachveranstaltungen Hersteller zeigen, wie man As of: 06/2012

Mehr als 2.000 Aussteller präsentieren auf der BAU 2017 Architektur, Materialien und Systeme. Die 17 Messehallen sind in bewährter Weise nach Baustoffen, Produkt- und Themenbereichen gegliedert. Wie die 180.000 m² Hallenfläche im Einzelnen strukturiert sind, schildert die folgende Übersicht:

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technische Lösungen – Lüftungs- und Klimatechnik, solares Bauen - architektonisch anspruchsvoll in das Gebäude integrieren kann. • Tor- und Türantriebstechniken inklusive Parksysteme belegen wieder die Halle B3 sowie einen kleinen Teil der Halle C3. • Die Halle B5 präsentiert das umfangreiche Angebot der Holzindustrie. Hier geht es um konstruktiven Holzbau ebenso wie um Innenausbau und um Holzwerkstoffe. • In Halle C2 zeigen die führenden Unternehmen der internationalen Glas- und Glasfassadenindustrie die neuesten Entwicklungen und Produkte in den Bereichen Glas und Glas-Architektur. Weitere Themen sind Gebäudeautomation und Gebäudesteuerung. • Türen und Fenster aus Holz, Kunststoff, Glas und Aluminium sowie Schlösser und Beschläge bilden ein zusammenhängendes Areal mit insgesamt 21.000 m² Fläche in den Hallen C4 und B4. Das Fachpublikum findet Hersteller und Zulieferer in unmittelbarer Nachbarschaft. Ein wichtiges Thema ist die Gebäudesicherheit. Vorgestellt werden verschiedene Konzepte und Sys­ teme. • „Investieren in die Zukunft“, lautet das Motto in Halle B0. Dort findet man u.a. Ansprechpartner aus Instituten und Verbänden der Bauwirtschaft. Im Forum der Halle B0 stehen die Themen

Forschung und Förderung am Bau im Vordergrund. Dazu gibt es eine eigene Vortragsreihe rund um das Thema Bauen im Bestand. Den Geländeplan der BAU finden Sie auf unserer Website: http://bau-muenchen.com/messe/auf-der-messe/gelaendeplan/ Das breit gefächerte Angebot der BAU 2017 ist auf alle für die Baubranche wichtigen Besucherzielgruppen zugeschnitten. • Planer: Architekten, Innenarchitekten, Ingenieure, Tragwerksplaner, kommunale und staatliche Baugenehmigungsbehörden, Energieberater. • Investoren: Wohnungsbaugesellschaften, private und kommunale Bauträger, Immobilienverwalter, Fondmanager, Retail / Handelsketten, Facility Manager (Gebäudeinstandhaltung). • Bau-/Ausbaugewerbe: Bodenleger, Dachdecker, Estrichleger, Fassadenmonteure, Fenster- / Glasfassadenbauer, Fliesenleger, Glaser, Installateure / Heizungsbauer, Klempner, Landschaftsgärtner, Maler / Lackierer, Maurer / Betonbauer, Metallbauer / Schlosser, Parkettleger, Rollladen- / Jalousiebauer, Schreiner, Solartechniker, Stuckateure, Trockenbaumonteure, Wärme- / Kälte/ Schallschutzisolierer, Zimmerer. • Handel: Baustofffachhandel, sonstiger Handel. • Forschung, Aus- und Weiterbildung: Hochschulen, Forschungsinstitute, Meisterschulen, Fach- und Berufsschulen.

Leitthemen für die Zukunft des Bauens Die BAU 2017 geht mit vier Leitthemen an den Start – Themen, die entscheidend sind für die Zukunft des Bauens. Viele Aussteller werden ihre Präsentationen danach ausrichten und entsprechende Lösungen anbieten. In den Messeforen werden Architekten, Bauingenieure und Projektentwickler die Leitthemen unter verschiedenen Aspekten erörtern und diskutieren. Und in den Sonderschauen der BAU werden die Themen anhand von Produkt- und Projektbeispielen veranschaulicht. Intelligente Fassade Über die Jahrhunderte hinweg waren Fassade, Tragwerk, Materialien und deren primäre Schutzeigenschaften nicht voneinander zu trennen. Die Fassade war ein Abbild der dahinter liegenden Gebäudestruktur. Sie nahm die Nutzung vorweg, sprach Bände über die Eigentümer des Hauses, ihren gesellschaftlichen Stand, über deren Reichtum und nicht zuletzt: ihr ästhetisches Empfinden. Dies monochrome Bild auf die Fassade hat sich entscheidend gewandelt. Heute sind Fassaden multifunktionale innovative Hüllsysteme, die komplexen Anforderungen gerecht werden müssen und können. Der technologische Fortschritt in der Bauwirtschaft ist einer der wesentlichen Aspekte auf dem Weg zur intelligenten aber auch komplexer werdenden Gebäudehülle. Dem müssen auch die Architekten, Fachplaner und Bauproduktehersteller Rechnung tragen. Regen- und Witterungsschutz sind die Grundfunktionen, denen die Gebäudehülle weiterhin entsprechen muss. Energetisch optimiert – die Fassade trägt den größten Anteil daran – wird sie nun ergänzt um automatisierte Steuerungssysteme für mehr Effizienz und größeres Wohlbefinden. Nachhaltigkeit und Recycelfähigkeit werden zur Pflicht, ebenso wie die Klimatisierung mit thermoaktiven Elementen und der Einsatz von PV-Elementen. Die Gebäudehülle der Zukunft wird als Medienfassade genutzt, sie interagiert mit Nutzer und städtischem Raum und bietet sich sogar als Leasingmodell an.

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Digitales Planen, Bauen und Betreiben Das Bauen und insbesondere die Bautechnik wandeln sich aktuell in schwindelerregendem Tempo. Während das Bauen jahrhundertelang denselben Regeln folgte, bringen die technischen Neuerungen des letzten Jahrzehnts eine ungeahnte Vielfalt an intelligenten Bauprodukten einerseits und eine neue Form der Architektur-(Re)Produktion andererseits hervor. Digitale Planungsund Fertigungsprozesse, adaptiert aus dem Automobil- und Maschinenbau, erlauben die serielle Fabrikation bis zu Kleinstmengen von einem Stück. Maßgeschneiderte Bauelemente sind heute möglich – mit einer Präzision und Fertigungsqualität, die sich aktuell noch in Leuchtturmprojekten abbilden. Doch in der Architektur der Zukunft wird die heute nur in Grundzügen überschaubare digitale Bautechnologie ihre Maßstäbe setzen. Die computergestützte Fertigung, vom Entwurf über die Baustellenlogistik und den Gebäudebetrieb bis hin zum Recycling, birgt ein enormes wirtschaftliches Potenzial für die Bauwirtschaft und eine große Sicherheit für Planer, Bauherr, Nutzer, Betreiber und Re-User. Im Umfeld dieser sich abzeichnenden weitreichenden Veränderungen der internationalen Bauwirtschaft und einer daraus zwangsläufig resultierenden unbekannten Baukultur wird mehr denn je Prozessteuerung und Neuprozess-Entwicklung wichtig. Doch wer definiert solche Bauprozesse? Wo werden die unüberschaubaren technologischen Optionen zu einer Gesamtqualität gebündelt, strukturiert, in die Wertschöpfungskette Bau integriert? Und wo liegen die Vorteile aber auch die Risiken einer digitalisierten Planungs-, Bau- und Betreiber-Kette? Das sind die aktuell brennenden Fragen. Vernetztes Gebäude Die Digitalisierung und Vernetzung sämtlicher Technik in Gebäuden ermöglicht Quantensprünge in der Energieeinsparung, ohne die

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die ehrgeizigen, politisch gewollten CO2-Einsparziele nicht erreichbar wären. In Zukunft wird die Gebäudesteuerung das Verhalten der Bewohner vorhersagen können. Durch die Vernetzung der Mobilitätsprofile der Bewohner mit dem Energiebedarf der Gebäude und den Rahmenbedingungen wie Wetter, Sonneneinstrahlung oder temporärem Verbrauch von Strom - beispielsweise für Haushaltsgeräte - lassen sich Optimierungspotenziale erreichen, die in dieser Komplexität früher undenkbar waren. Gleichzeitig wächst eine neue Generation heran, für die es vollkommen normal ist, auf digitale Dienste umfassend zuzugreifen. Diese neue Generation wird andere Schwerpunkte für sich entdecken, zum Beispiel Komfort und Sicherheit. Ein „smart building“ bietet deutlich mehr davon als noch vor 25 Jahren, zu Beginn der Digitalisierung der Gebäudetechnik, überhaupt denkbar war. Zukünftig stellt sich eine behagliche Raumtemperatur ein, ohne dass sich die Nutzer Gedanken darüber bei der Rückkehr aus einem Urlaub machen müssen. Türen werden sich automatisch öffnen, sobald sich ein Bewohner nähert und sich genauso automatisch verriegeln, wenn er die Wohnung oder das Gebäude wieder verlässt. Licht wird bereits eingeschaltet werden, bevor ein Bewegungsmelder überhaupt reagieren kann, der Briefkasten schickt eine SMS, wenn eine Nachricht eingetroffen ist und die Waschmaschine nutzt den günstigsten Stromtarif. Wenn überhaupt ein Stromtarif bezahlt werden muss, den das „smart building“ von

morgen ist energieautark. Das Gebäude wird selbst zum „Internet of things“, immer verbunden mit den Bewohnern und dem Rest der Welt. Bauen und Wohnen 2020 Schon heute werden die Weichen dafür gestellt, wie unsere Städte und Gemeinden in 25 Jahren aussehen werden. Was heute gebaut wird, schafft Raum für Wohnen und Arbeiten in den nächsten Jahrzehnten. In Zukunft werden Arbeiten und Wohnen viel stärker vernetzt sein und flexibel an unterschiedlichen Orten in unterschiedlichen Konfigurationen stattfinden. Heute arbeiten temporäre Teams in „Coworking-spaces“ an gemeinsamen, zeitlich begrenzten Projekten. Die Zukunft des Arbeitens ist nicht mehr abhängig davon, wo das Unternehmen seinen physischen Ort hat. Das führt auch zu einem veränderten Verständnis von Mobilität. Nicht mehr allein schneller und weiter, sondern vielmehr näher und leiser werden künftige Qualitätsattribute der Bewegung von Menschen sein. Dies geht nur, wenn der Wohnort manchmal auch der Arbeitsplatz sein kann. Schon in kurzer Zeit wird die Bauwirtschaft in der Lage sein, 400.000 und mehr Wohnungen pro Jahr zu bauen. In wenigen Jahren wird dieses gewaltige Bauvolumen zu einem integrativen Stück produktiver Stadt werden, welches Wohnen und Arbeiten im 21. Jahrhundert ermöglicht.

Der Blick in die Zukunft

Die Sonderschauen auf der BAU 2017 Begleitend zu den Präsentationen der Aussteller werden die Leitthemen der BAU 2017 (Intelligente Fassade – Digitales Planen, Bauen und Betreiben – Vernetzte Gebäude – Bauen und Wohnen 2020) in mehreren Sonderschauen thematisiert und veranschaulicht - aus verschiedenen Blickwinkeln und unter unterschiedlichen Aspekten. Die BAU arbeitet dabei mit renommierten Partnern zusammen. Hier eine Übersicht. Bauen 2020: Von der Energieeffizienz zur Produkteffektivität Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) nimmt mit ihrer Sonderschau das Leitthema Bauen und Wohnen 2020 auf. Im Fokus stehen die Themen Ganzheitlichkeit und Produkteffektivität. Durch die EU-Gebäuderichtlinie müssen Neubauten künftig als Fast-Nullenergiegebäude ausgeführt werden. Damit wird der Aspekt der Energieeffizienz über die gesamte Produktionskette auch für Hersteller zu einem relevanten Verkaufsargument. Aber auch weiterführende Nachhaltigkeitsaspekte rücken in den Mittelpunkt: Dauerhaftigkeit, Amortisationskosten, Recyclingfähigkeit, Komfortaspekte oder Wohngesundheit. Die Sonderschau zeigt, wie solche Kennwerte konsequent optimiert werden können. Fraunhofer StadtLabor / Fraunhofer CityLaboratory Gebäude, die ganz auf ihre Nutzer eingehen und gleichzeitig energieeffizient denken und nachhaltig arbeiten. Intelligente Fassaden, deren Eigenschaften das Raumklima positiv beeinflussen und die zugleich ein optimaler Energielieferant sind. Städte, die dank cleverer Recycling- und Aufbereitungsmethoden keinen Müll und kein Abwasser mehr produzieren, sondern den Stoffkreislauf schließen. Diese Zukunftsvisionen liegen auf der Sonderschau »StadtLabor« der Fraunhofer-Allianz Bau gar nicht mehr fern. 14 Fraunhofer-Ins-

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titute zeigen hier ihre aktuelle Forschungs- und Entwicklungsarbeit für urbane Zentren und geben damit Antworten auf die Frage nach der Zukunft unserer Städte. Generationengerecht Bauen 2.0 – Wohnungswirtschaft im Wandel Unter dem Leitthema „Bauen und Wohnen 2020“ präsentiert die GGT Deutsche Gesellschaft für Gerontotechnik® wieder eine Musterimmobilie zum Thema „Generationengerecht Bauen“. Die Sonderschau mit dem Titel „Wohnungswirtschaft im Wandel“ richtet sich insbesondere an die Immobilienwirtschaft. Die Grundidee: Mehr Komfort für alle Lebensphasen und jedes Lebensalter. Denn eine generationengerecht gestaltete Immobilie bietet nicht nur ein barrierearmes Wohnumfeld, sondern Komfort für alle Nutzer. Wie die aufwändige Präsentation mit vielen Produktlösungen zeigt, lässt sich dabei der Bedarf sowohl im Wohnungsbestand als auch im Neubau decken. Quality follows function Das Planen und Bauen von Gebäuden und Bauelementen wird immer komplexer und differenzierter. Einen Baustoff oder ein Bauelement für alle Einsatzzwecke gibt es nicht mehr, je nach Nutzung bestehen unterschiedliche Anforderungen. Auf der Sonderschau gibt das ift Rosenheim Empfehlungen für den Einsatz von Bauteilen, und zwar in Abhängigkeit vom Einsatzzweck und von den Bedürfnissen der Nutzer. Beispiele sind Schulen, Pflegeeinrichtungen, Verwaltungsbauten, Sicherheitsbauten, der Mietwohnungsbau und der gehobene Wohnungsbau. Im Mittelpunkt steht die Präsentation und Erklärung der „Anwendungsorientierten Bauqualität“ und deren Auswirkungen auf Sicherheit und Kosten.

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Wir machen es möglich. Mit unserer kommunalen Förderung für Vereine. Mit vielen weiteren Förderprogrammen: www.klimaschutz.de/moeglich Mit persönlicher Beratung vom Service- und Kompetenzzentrum: Kommunaler Klimaschutz (SK:KK): (030) 390 01 - 170

BAU Foren: Lösungen für die Zukunft des Bauens Das Planen und Bauen wird immer komplexer, anspruchsvoller. Globalisierung, Digitalisierung, demografischer Wandel, Urbanisierung, Ressourcenverknappung, Energiewende, Energie- und Ressourceneffizienz, Recycling: Die Herausforderungen für die Bauwirtschaft sind so vielfältig, dass sie nur im Zusammenwirken aller Beteiligten und durch die Anwendung neuer Materialien und Technologien zu lösen sind. Lösungen für die Zukunft des Bauens präsentieren Experten aus aller Welt in den BAU-Foren A4, C2 und B0. Forum A4: Architekt und Industrie im Dialog Das Forum in Halle A4 beleuchtet die Rolle des Architekten in Gegenwart und Zukunft. Das Forum ist zweigeteilt. Den Vormittag bzw. Mittag gestaltet die BAU in Kooperation mit den ArchitekturFachzeitschriften XIA und AIT sowie dem Bund Deutscher Innenarchitekten BDIA. Täglich zwischen 11:00 und 14:00 Uhr gibt es einen spannenden Austausch zwischen Architekten und Herstellern aus der Baubranche zu aktuellen Themen. Drei Referenten aus international renommierten Architekturbüros sowie drei Vertreter aus der Industrie werden über neue Entwicklungen und Trends berichten und diskutieren. Die Themen sind vielfältig. Sie erstrecken sich von Wohnraum für Flüchtlinge und Migranten über modulare Bausysteme und BIM bis hin zu den konstruktiven Möglichkeiten des Baustoffs Holz, Nutzungskonzepte im öffentlichen Raum sowie effiziente „easy-lowcost-Gebäude.“ Forum A4: Detail research – Building the Future An sechs Nachmittagen präsentiert das Forum „Building the Future“ von DETAIL research praxisbezogene internationale und interdisziplinäre Forschungsprojekte für das Bauen der Zukunft. Namhafte Referenten geben Einblick in ihre Forschungstätigkeiten: Wie sieht das smarte Gebäude der Zukunft aus? Welche Faktoren stehen dabei im Fokus? Welche Chancen bietet der Bestand? Welche zukunftsorientierten Nutzungskonzepte gibt es – für das einzelne Gebäude ebenso wie für das Quartier, die Stadt und die Region? Die Fassade entwickelt sich immer mehr zur multifunktionellen Gebäudehülle. Welche Chancen bieten „mitdenkende“ Fassadensysteme? Der Systembau, früher kaum beachtet, erlebt dank moderner Planungsmethoden und innovativer Fertigungstechniken eine Renaissance. Was heißt „Bauen für alle“ in einer globalisierten Welt? Und welche Perspektiven eröffnen digitale Planungsmethoden der Baubranche? Forum C2: Die Zukunft des Bauens

Planer und Architekten anhand von Projektbeispielen erläutern, wie das Bauen und Gestalten der Zukunft aussieht. Täglich wechselnd geht es um aktuelle Themen.: • smart building materials: Hier geht es um die Integration von verschiedenen Materialien z.B in Fassaden, die adaptiv auf unterschiedliche äußere Einflüsse reagieren können. • BIM: Was wird in Deutschland mit dem Planungstool BIM bereits realisiert und wo liegen noch immer Hemmnisse und Schwierigkeiten? Um diese Fragestellungen geht es. • Großprojekte: Anhand von spektakulären Beispielen werden die Mechanismen und Strategien gezeigt, die zur erfolgreichen Umsetzung erforderlich sind. • Wohnen: Der Bedarf an bezahlbaren Wohnraum steigt. Gefragt sind deshalb Ideen für serielles und modulares Bauen sowie innovative Wohnungsbaukonzepte, die sowohl flexible Grundrisse ermöglichen, als auch energetische Anforderungen erfüllen. • The next big thing: Was wird in den kommenden Jahren in der Architektur zum „next big think“ hinter dem „one more thing“ • Emerging stars, emerging markets: Wo liegen für junge Architekturbüros die Märkte der Zukunft? Wie erkennt man diese und wie erschließt man sie mit Erfolg. Vorgestellt werden entsprechende Strategien. Forum B0: Von der Vision in die Praxis Im Forum B0 arbeiten gleich drei Institutionen zusammen: Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, die Fraunhofer Allianz Bau und der Bundesverband Altbauerneuerung. Das Bundesministerium berichtet in verschiedenen Vorträgen über Forschungs- und Förderinitiativen sowie über politische Zielsetzungen und gesetzliche Grundlagen. Die Fraunhofer Allianz Bau, bestehend aus 14 Instituten, stellt einen Teil ihrer Forschungsarbeit anhand konkreter Projekte vor. Ein weiterer Schwerpunkt in diesem Forum ist die Modernisierung und Instandhaltung von Gebäuden. In den Vorträgen des BAKA Bundesverband Altbauerneuerung geht es darum, wie die großen Herausforderungen der Zukunft in bestehenden Gebäuden zu lösen sind. Auch im Forum B0 steht jeder Tag unter einem anderen übergeordneten Thema. Es geht u.a. um das digitale Planen und Bauen, um das energieeffziente Bauen sowie um die Vernetzung von Häusern und Quartieren. Der Mittwoch richtet sich an die Immobilienwirtschaft, der Freitag an Studenten. Mehr Informationen zu Themen und Referenten unter: www.bau-muenchen.com/foren

Im Forum „Zukunft des Bauens“, das die BAU in Kooperation mit der Bauwelt und der DBZ präsentiert, werden wieder namhafte

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BAU 2017: Top Angebote für Handwerker Treffpunkt Handwerk – unter diesem Motto bündelt die BAU, Weltleitmesse für Architektur, Materialien und Systeme, seit Jahren ihre spezifischen Angebote für Handwerker. Auch 2017 werden Handwerker aus allen Gewerken und Branchen wieder auf ihre Kosten kommen. Stammtisch bringt Architekten und Handwerker zusammen Architekten und Handwerker diskutieren auch auf der BAU 2017 wieder am Stammtisch auf dem Stand des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB) im Eingang Ost. Die Konradin Mediengruppe und der ZDB haben spannende Themen und hochkarätig besetzte Diskussionsrunden zusammengestellt: • „Dämmen nach Fahrplan“ - Mit den möglichen Folgen der hohen Luftdichtheit moderner Gebäude und unzureichender Lüftung werden sich Verbandsvertreter, Handwerker und Planer am 17. Januar auseinandersetzen. • „Bauen 2017 - ist Qualität unbezahlbar geworden?“ – das ist das Thema am Mittwoch, 18. Januar. Wie kann man es als Handwerksunternehmen auch heute noch schaffen, qualitativ hochwertige Bauten abzuliefern, ohne gleich Konkurs anmelden zu müssen? • „BIM ist nicht Simsalabim?!“ - BIM ist in aller Munde und wird gerne als Allheilmittel für die Prozesse am Bau gesehen. Welchen Einfluss aber hat BIM auf Ausschreibungsprozesse und können wirklich alle am Bau Beteiligten davon profitieren? Darüber werden Experten am 19. Januar diskutieren. • „Integration - Lösung für die Nachwuchsprobleme am Bau?“ Nachwuchs für die Baubranche ist schwer zu finden. Wie Integration funktionieren kann, welche Fragestellungen und Probleme auftreten können und was in der Praxis zu beachten ist, zeigen wir am Freitag, 20. Januar, an erfolgreichen Beispielen. Nationalteam trainiert für World Skills Auf das Trainingscamp des Nationalteams des Deutschen Baugewerbes dürfen sich die Besucher der BAU schon jetzt freuen. Die besten Nachwuchshandwerker demonstrieren ihr Können in verschiedenen Disziplinen und trainieren so für die kommende Berufsweltmeisterschaft „World Skills“ in Abu Dhabi. Das Nationalteam besteht aus den besten deutschen Maurern, Fliesenlegern, Stuckateuren und Zimmerern. Die Teammitglieder qualifizieren sich über die Deutschen Meisterschaften bzw. über Contests. Auf der BAU 2017 wird ein vorläufiger WM-Kader trainieren. Die Teammitglieder üben die beim internationalen Berufswettbewerb geforderten Tätigkeiten ihres Gewerks. Die Maurer erstellen

Wände mit unterschiedlichen Steinen und bilden dabei verschiedene Motive ab. Die Fliesenleger fliesen Wände und Böden mit anspruchsvollen Motiven. Die Stuckateure erstellen Trockenbaukonstruktionen u.a. mit Stuckelementen. Die Zimmerer bauen eine Holzkonstruktion mit Dachstuhl. Das Nationalteam trainiert auf der BAU bereits zum dritten Mal. Schon in den Jahren 2013 und 2015 wurden in München die Grundsteine für spätere Weltmeistertitel gelegt. Fliesenlegermeister Björn Bohmfalk und Stuckateurmeister Andreas Schenk holten Gold bei WorldSkills 2013 in Leipzig, Zimmerer Simon Rehm wurde 2015 Weltmeister in Sao Paulo. Organisiert wird das Handwerkercamp im Eingang Ost vom ZDB, Zentralverband des Deutschen Baugewerbes. Forum Treffpunkt Handwerk Im Forum Treffpunkt Handwerk in der Halle B0 geben Experten Tipps und Hilfestellungen für den Berufsalltag. Jeden Tag gibt es Referate und Diskussionsrunden zu einer Vielfalt von Themen. Im Einzelnen: • Montag: Nachhaltiges Bauen (in Zusammenarbeit mit dem Bauzentrum Poing) • Dienstag: Mehrgenerationenhaus (in Zusammenarbeit mit dem Bauzentrum Poing) / Wettbewerb „Auf IT gebaut – Bauberufe mit Zukunft“ / Azubimarketing für Unternehmen der Bauwirtschaft (in Zusammenarbeit mit dem RKW) • Mittwoch: Energieeffizienz (in Zusammenarbeit mit dem Bauzentrum Poing) • Donnerstag: Smart Building (in Zusammenarbeit mit dem Bauzentrum Poing) • Freitag: Marketing und Social Media für Handwerker (in Zusammenarbeit mit Konradin Medien) / Sicheres und gesundes Bauen (in Zusammenarbeit mit der BG Bau) • Samstag: Europaprojekte und Berichte aus der Praxis (in Zusammenarbeit mit der städtischen Fachschule für Bautechnik) Die Basis der BAU ist das Bau- und Ausbauhandwerk Auch wenn die BAU die Weltleitmesse für Architektur ist: Ihre Basis ist doch das Bau- und Ausbauhandwerk. Annähernd 40 Prozent der Besucher kommen aus dem Baugewerbe, vom Dachdecker bis zum Fliesenleger sind alle Branchen vertreten. Weitere Informationen zum Treffpunkt Handwerk gibt es auf der entsprechenden Website. http://bau-muenchen.com/messe/rahmenprogramm/treffpunkthandwerk/index.html

BAU 2017: Angebote und Services für Architekten Die BAU 2017, das sind 183.000 Quadratmeter Materialien, Technologien und Systeme, 25 Fußballfelder State-of-the-Art-Technologie der internationalen Bauwirtschaft. Vom 16. bis 21. Januar 2017 präsentieren wieder mehr als 2.000 Aussteller aus über 40 Ländern alles, was beim Planen und Bauen zur Anwendung kommt. Insbesondere bei Architekten aus aller Welt gilt die Weltleitmesse BAU in München als unverzichtbare Informations- und Inspirationsquelle. Der Gewerke übergreifende universelle Ansatz der BAU macht sie zum wichtigsten Branchentreffpunkt für alle, die professionell mit

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dem Planen und Bauen zu tun haben: vom Investor über den Planer und Architekten bis hin zum Handwerker und Gebäudebetreiber. Die Messe München, Veranstalter der BAU, erwartet wieder rund 250.000 Besucher, davon kommen voraussichtlich wieder rund 70.000 aus dem Ausland. Die 17 Messehallen der BAU sind nach Baustoffen, Produktund Themenbereichen gegliedert. Darüber hinaus gibt es Leitthemen, die zu jeder BAU neu in Abstimmung mit der ausstellenden Industrie festgelegt werden. Sie finden sich in unterschiedlichster Form bei den meisten Ausstellern wieder und werden auch in den

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BAU-Foren und Sonderschauen widergespiegelt. Die Leitthemen der BAU 2017 sind: Intelligente Fassade, Digital Planen, Bauen und Betreiben, Vernetzte Gebäude, Bauen und Wohnen 2020. Die BAU gilt als Weltleitmesse für Architektur: Für Planer, Architekten und Bauingenieure aus der ganzen Welt ist sie die Informations- und Kommunikationsplattform Nr. 1. Es gibt weltweit keine andere Veranstaltung, auf der diese Besuchergruppe so zahlreich und auch so prominent vertreten ist. Zur BAU 2015 kamen 65.000 Besucher aus Architektur- und Planungsbüros – zehn Jahre zuvor waren es noch 25.000 Mit dieser enormen Wertschätzung bei Planern und Architekten hat die BAU ein absolutes Alleinstellungsmerkmal. Auch die BAU 2017 bietet wieder zahlreiche spezifische Angebote für Architekten: • Das Forenprogramm der BAU ist vorrangig auf Architekten und Ingenieure ausgerichtet. In den drei Messe-Foren (C2, A4 und B0) gibt es täglich wechselnde Themen, die sich an den Leitthemen orientieren. Die Themenvielfalt ist gewaltig: Smart Building Materials, BIM, modulares Bauen, easytech – lowcost – das sind nur einige der zahlreichen Themen, über die an den sechs Messetagen referiert und diskutiert wird. Die Referenten in den Messforen sind unabhängige Experten aus aller Welt, darunter Vertreter bekannter Büros wie Jean Nouvel, Paris, SOM, New York, Nikken Sekkei, Tokio, David Chipperfield, Berlin und KSP, Frankfurt. • Auch die Sonderschauen der BAU wenden sich in erster Linie an Planer und Ingenieure. Die BAU arbeitet dabei mit Partnern aus Forschung und Wissenschaft zusammen. Bei der Sonderschau „StadtLabor – mit Forschung und Entwicklung Lebensräume gestalten“ ist das die Fraunhofer Allianz Bau. Deren 14 Institute zeigen ihre aktuelle Forschungs- und Entwicklungsarbeit für urbane Zentren: Gebäude, die auf ihre Nutzer eingehen und gleichzeitig energieeffizient „denken“, Fassaden, deren Eigenschaften das Raumklima positiv beeinflussen und vieles mehr. Das ift Rosenheim, ein weiterer Partner, zeigt eine Sonderschau zum Thema „Anwendungsorientierte Bauqualität“. Die Sonderschau gibt Empfehlungen zum Einsatz von Bauteilen in Abhängigkeit vom Einsatzzweck und von den Bedürfnissen der Nutzer. • Im Rahmen der BAU werden darüber hinaus zahlreiche Architekturpreise verliehen, darunter der Bauwelt-Preis „Das erste Haus“ und der Detail-Preis. Ein Highlight ist die Archi-World Academy, ein Wettbewerb für junge Architekten und Architekturstudenten aus aller Welt. Das Besondere daran: Zwölf Stararchitekten, die zugleich die Jury bilden, bieten halbjährige Praktikumsplätze in ihren Büros an. Erneut haben sich mehr als 1400 junge Architekten aus der ganzen Welt haben beworben. Die Preisverleihung findet am 18. Januar 2017 auf der BAU statt.

• In Kooperation mit der DOCUgroup bietet die BAU wieder spezifische Rundgänge für Architekten, Ingenieure und Planer an. Die etwa zweieinhalbstündigen Rundgänge finden täglich statt und steuern die interessantesten Aussteller-Highlights an. Start ist jeweils am Stand der DOCUgroup im Eingang West. Anmeldung und Information ab Anfang Dezember: www.architektenrundgang.de • Eine weitere Sonderschau in Kooperation mit dem FraunhoferInstitut für Integrierte Schaltungen IIS findet in der Halle B0 statt. In einem Holodeck – einer virtuellen Sonderschaufläche – stellen Aussteller Produkte und Systeme vor. Ein Holodeck ist ein leerer Raum mit Koordinaten auf dem Boden und Sensoren an den Wänden. Mithilfe von Virtual-Reality(VR)-Brillen wird dem Besucher eine virtuelle Welt präsentiert, die er erkunden kann, indem er durch den Raum läuft. Mit Hilfe der VR-Brille und der Sensoren an den Wänden wird der Standort und Blickwinkel des Beobachters ermittelt. Dieser hat so das Gefühl, als bewege er sich in der virtuellen Welt. Mit dem Holodeck 4.0 ist es erstmals auf der BAU möglich, große Exponate, Gebäude oder ganze Landschaften von allen Blickwinkeln anzuschauen und zu Fuß zu begehen. • Das Matchmaking-Tool bietet den Nutzern die Möglichkeit, mit Ausstellern oder anderen Messebesuchern bereits im Vorfeld der BAU 2017 in Kontakt zu treten. Durch die Eingabe von Parametern wie Produktgruppen, Zielmärkte, Positionen oder Funktionen erhalten Nutzer eine Liste übereinstimmender Personen inklusive Unternehmensname. Nach der Kontaktaufnahme können über das Matchmaking-Tool Termine vereinbart und verwaltet werden. Dieser kostenfreie Service wurde speziell für Aussteller, Architekten, Ingenieure und Planer eingerichtet. Detaillierte Informationen zu Sonderschauen, Foren und Preisverleihungen findet man unter www.bau-muenchen.com/Rahmenprogramm Wofür steht die BAU? Die wesentlichen Merkmale sind die Qualität, die Internationalität, die Innovationskraft und der lösungsorientierte Ansatz der Messe. Ganz wichtig: Die BAU ist eine BusinessPlattform, Aussteller und Besucher wollen ins Geschäft kommen. Häufig wird über ganz konkrete Projekte gesprochen, viele Besucher haben fertige Bau- bzw. Objektpläne dabei. Die BAU ist außerdem eine Premierenplattform. Die ausstellende Industrie richtet die Entwicklung ihrer Produktneuheiten auf den Zyklus der BAU aus. Produktinnovationen, ob Fenster, Türen, Bodenbeläge oder neue Fassadenelemente, werden zum ersten Mal auf der BAU präsentiert. Auch deshalb kommen alle zwei Jahre Fachbesucher aus allen Kontinenten zur BAU nach München.

Am Puls der Zeit Digitale Planung und Vorfertigung im Bauwesen Von Dipl. Wirt. Ing. (Bau) (FH) Frank Steffens, Geschäftsführer der Brüninghoff GmbH & Co. KG, Heiden (Münsterland) Schneller, nachhaltiger und mit festen Kostenrahmen: Die Planung und Abwicklung von Bauvorhaben gerät zunehmend unter Effizienzdruck. Zugleich wirken sich Themen wie Building Information Modeling (BIM) und der demographische Wandel auf die Herangehensweise an Bauprojekte aus. Heute und auch zukünftig ist eine veränderte Denkweise gefordert, die diesen Themen Rechnung trägt. In diesem Kontext bietet die Vorfertigung von Bauteilen – insbesondere als hybride Konstruktion im System – Lösungsansätze für komplexe Herausforderungen.

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Der Gedanke der Vorfertigung ist im Bauwesen zunächst nichts Neues. Vorgefertigte Häuser aus Holz, Betonfertigteile, Stahlskelettsysteme sowie Plattenbauten sind nur einige Beispiele in der Bauund Architekturgeschichte. Lange galten Gebäude mit einem hohen Vorfertigungsgrad als monoton; jedoch weisen sie einen hohen Differenzierungsgrad auf, der die Gestaltungsfreiheit der Architektur stützen kann. Heute ist Vorfertigung ein hochaktuelles Thema, das Lösungsansätze für die vielfältigen Herausforderungen des Bauens unserer Zeit bietet.

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werden. Denkbar ist, dass sich diese Planungsmethode dann mit der Zeit auch bei anderen öffentlichen Auftraggebern durchsetzen wird. Architekten müssen sich daher in Zukunft noch stärker mit dem Thema BIM auseinander setzen. Für die Praxis bedeutet dies eine engere Zusammenarbeit zwischen Architekten, Fachplanern, Bauunternehmen oder sogar Generalunternehmern. Vorfertigung als Lösungsansatz Unter Vorfertigung wird die stationäre Produktion von Bauelementen in einem überdachten, geschützten Umfeld verstanden. Moderne Maschinen im Werk arbeiten mit hoher Präzision und Schnelligkeit. Dies Unter witterungsgeschützten Bedingungen können die Wand- oder Deckenelemente im Werk vorgeermöglicht mitunter einen bedarfsgerechten Materialeinsatz fertigt werden, bevor sie auf die Baustelle transportiert werden. Foto: Brüninghoff und unterstützt eine nachhaltige Herausforderung: Wohnraum in kurzer Zeit und ressourceneffiziente Bauweise. Zugleich werden eine regelmäßige Qualitätskontrolle und ein hoher Qualitätsstandard gewährleistet. Dank Vorfertigung werden aus einzelnen Komponenten Bauteile, In den letzten Jahren hat sich die Wohnungslage in Deutschland die mehr Funktionen, Eigenschaften und Möglichkeiten aufweisen. weiter verschärft. Besonders in Ballungsgebieten und UniversitätsAuch die Kombination von unterschiedlichen Materialien wie Holz, städten ist der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum stark gestiegen. Stahl, Beton als hybride Systeme schaffen einen Mehrwert. Das derzeit knappe Wohnungsangebot und die hohen Mietpreise Vorfertigung ist auf nahezu jede Bauaufgabe anwendbar – egal sind die Folgen. Hinzu kommt eine starke Zuwanderung. Die aktuob es sich dabei um Neubau, Bauen im Bestand oder Sanierung elle Entwicklung erfordert ein Umdenken im Bauen und im Hinblick handelt. Innerstädtische Bauaufgaben, die eine Vielzahl von Anforauf die Flüchtlingsthematik ein schnelles und zugleich umsichtiges derungen mit sich bringen, eignen sich ideal und zeichnen sich aus Handeln. durch: • kurze Bauzeiten Herausforderung: Demographischer Wandel und veränderte • enge Baustellensituationen Bauaufgabe • und möglichst geringe Emissionen. Durch die effiziente Vorproduktion der Bauelemente im Werk lasDie veränderte Altersstruktur der Bevölkerung, eine zunehmende sen sich die Montagezeiten auf der Baustelle auf ein Minimum reAbwanderung aus dem ländlichen in den urbanen Raum und nicht duzieren. Die Bauzeit verkürzt sich so um etwa 30 bis 50 Prozent. zuletzt der Bevölkerungszuwachs aufgrund von Migration: Die RahEnge Terminpläne können dank planmäßiger und witterungsunabmenbedingungen des Planen und Bauens befinden sich in einem hängiger Produktion konsequent eingehalten werden. Darüber hinsteten Wandel. Bedarfsänderungen sind die Folge. Die Herausforaus werden keine großen Flächen zur Lagerung von Baumaterialien derung der derzeitigen Situation besteht für Bauwirtschaft und Politik darin, in kurzer Zeit kostengünstigen und qualitativ hochwertigen Wohnraum für möglichst viele Menschen zu schaffen. Herausforderung: Fachkräftemangel und Qualität Der demographische Wandel hat bereits heute zu einem Fachkräftemangel in der Bauwirtschaft geführt. Diese Entwicklung war schon länger abzusehen, wird zukünftig jedoch noch deutlicher spürbar werden. Ausgebildetes Fachpersonal wird zur Mangelware und die entsprechenden Kosten für verfügbares Personal steigen. Die Konsequenzen sind nicht nur von ausführenden Firmen und Bauunternehmen zu tragen. Betroffen sind auch Auftraggeber und Planende. Denn mit dem Fachkräftemangel steigt auch das Risiko von Qualitätsmängeln auf der Baustelle und Terminverzögerungen. Herausforderung: BIM – auch politisch gefordert Nach Plänen des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) soll Building Information Modeling bis 2020 für die Durchführung von Infrastrukturprojekten in Deutschland Pflicht

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Im besonderen Maße trägt das Zusammenspiel aus Vorfertigung und Holz zu einer nachhaltigen und ökologischen Bauweise bei.  Foto: Brüninghoff

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benötigt, da die vorgefertigten Elemente unmittelbar nach der Anlieferung auf der Baustelle montiert werden. Dies hat den positiven Effekt, dass die Anwohner weniger Baulärm und Schmutz ausgesetzt sind. Ein hohes Potenzial der Vorfertigung steckt außerdem in Bauvorhaben, bei denen ein besonderer Bedarf an standardisierten Elementen und Fertigteilen besteht, wie beispielsweise im seriellen Wohnungsbau. Sie kann somit ein Lösungsansatz für die aktuelle Wohnungsnot in Ballungsgebieten sein. Ein weiterer Vorteil der Vorfertigung: Es werden weniger Spezialkräfte für die Arbeiten auf der Baustelle benötigt, da viele Prozesse schon in der Produktion abgeschlossen wurden. Vorteile der Vorfertigung Das geschlossene System der Vorfertigung ermöglicht eine konsequente Qualitätsüberwachung. Anders als auf der Baustelle ist die werkseitige Herstellung unabhängig von der Witterung. Im Werk herrschen kontrollierte klimatische Bedingungen in Bezug auf Temperatur und Feuchtigkeit. Die Ablaufgeschwindigkeit kann deutlich effizienter sein, als beim konventionellen Bauen. Hinzu kommt, dass vorproduzierte Elemente mit geringem Personalaufwand in vergleichsweise kurzer Zeit montiert werden können. Beide Aspekte machen es leichter, den gesteckten Zeit- und Ablaufplan einzuhalten. Da Gebäudedetails bereits in einem frühen Stadium der Planung geklärt werden, verringert dies den Aufwand der baubegleitenden Planung. Zugleich werden Kosten frühzeitig kalkulierbar – in der Argumentation mit dem Bauherrn kann dies ein wichtiger Zusatznutzen sein. Klare Kostenstrukturen schaffen Transparenz und Vertrauen. Material und Konstruktion Vorfertigung eignet sich sowohl für die Herstellung von Außenund Innenwänden mit tragender oder nicht-tragender Funktion wie auch für Decken. Es sind auch Halbfabrikate möglich, die an einem anderen Standort fertigmontiert werden. Vorgefertigte Bauteile können auch Verbundprodukte sein – frei in der Wahl. Zu nennen sind hier zum Beispiel Holz-Beton- oder Stahl-Beton-Verbunddecken. Auch im Wandbereich werden heute Bauteile im Holz-Stahl-Verbund oder Holz-Aluminium-Verbund hergestellt. Neben Fensterelementen können sogar technische Installationen in das jeweilige Bauteil integriert werden. Hybridkonstruktionen Hybridkonstruktionen zeichnen sich durch einen intelligenten Verbund von zwei oder mehr Materialien auf Bauteil- oder Materialebene aus. Durch die gezielte Kombination lassen sich Werkstof-

feigenschaften erzielen, die mit nur einem Material alleine nicht erreichbar wären. Dadurch können Baustoffe, wie zum Beispiel Holz, erstmals dort eingesetzt werden, wo sie bislang aus statischen oder brandschutztechnischen Gründen ausgeschlossen waren. Um Hybridkonstruktionen mit optimalen Bauteileigenschaften herzustellen, benötigt es eine moderne und präzise Produktionstechnologie. Die Basis der werkseitigen Fertigung bietet hierfür optimale Bedingungen und eine gleichbleibend hohe Produktionsqualität. Die Planung im Fokus Bei einer Bauweise mit hohem Vorfertigungsgrad benötigen Bedarfsanalyse und Planung mehr Zeit als beim konventionellen Bauen. Im Schnitt machen die Entwurfs- und die Planungsphase etwa 50 Prozent der gesamten Bauzeit aus. Die Risiken auf der Baustelle und die eigentliche Bauzeit nehmen hingegen ab. Die veränderte Bauweise hat zur Folge, dass das Gebäude bereits in einem frühen Stadium komplett durchdacht sein muss. Mit dem geänderten Bauablauf wächst auch die Bedeutung des Austausches zwischen den Projektbeteiligten. Fachübergreifendes Denken und Koordination Bei komplexen Bauaufgaben mit hohem Vorfertigungsgrad sind die Herausforderungen im Hinblick auf den technischen Anspruch und die Koordination der Fachplaner und Spezialisten besonders groß. Wesentlich erleichtert wird diese Aufgabe durch eine BIMgestützte Planungsweise. Hier zahlt sich aus, dass alle Projektbeteiligte an einem gemeinsamen Gebäudemodell arbeiten. Die integrative Arbeitsweise verbessert den Kommunikationsaustausch zwischen allen Projektpartnern und schafft eine ganzheitliche und ständig aktuelle Arbeitsgrundlage. Kostenintensive Planungsfehler – wie Kollisionen zwischen einzelnen Bauteilen – können mittels BIM frühzeitig erfasst und beseitigt werden. Dies steigert die Planungssicherheit während des gesamten Bauprozesses. Auch der Kostenrahmen lässt sich mit dieser fortschrittlichen Planungsmethode besser überwachen. So kann beispielsweise die Materialbedarfsplanung auf Basis der bauteilorientierten Modelldaten exakt kalkuliert werden. Vorfertigung ist ein Lösungsansatz für die vielfältigen Herausforderungen unserer Zeit: Gerade im Bereich des Wohnungsbaus ergeben sich durch Vorfertigung und serielles Bauen viele wertvolle Potenziale, die zum heutigen Zeitpunkt noch nicht annähernd ausgeschöpft sind. Seriell produzierte Fertigteile können beispielsweise zum Bau von mehrgeschossigen Wohnbauten eingesetzt werden. Auch angesichts der vielen offenen Stellen im Bauhandwerk ist der verstärkte Einsatz vorproduzierter Bauteile eine logische Konsequenz. Vorfertigung fördert – im Zusammenhang mit BIM – zudem ein gewerkeübergreifendes und kompetenzorientiertes Denken und Handeln und kann damit als zukunftsweisende Herangehensweise an Bauprojekte unserer Zeit angesehen werden.

Building Information Modeling (BIM) – rechtliche Herausforderungen des digitalen Planens Building Information Modeling (BIM), ein Schlagwort macht die Runde. Noch gehen die Meinungen auseinander, welche Nutzen und Risiken die Implementierung der BIM-Methode mit sich bringen wird. Eines ist jedoch sicher: BIM wird nicht kommen. BIM ist bereits angekommen. Neben neuen technischen Möglichkeiten durch die Anwendung der BIM-Methode stellen sich Fragen der Vertrags-

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gestaltung und haftungsrechtliche Aspekte des digitalen Planens mit BIM. International, vor allem in den angelsächsischen Ländern, spielt BIM bereits eine weit größere Rolle als in Deutschland. In diesen Ländern ist es bei öffentlichen Aufträgen bereits Voraussetzung,

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dass Bauvorhaben mit BIM abgewickelt werden. Der Staat - oder die öffentliche Hand, ist in der Regel der größte Auftraggeber und hat damit eine Schlüsselrolle bei der Einführung von BIM. Deutschland steht hingegen noch in der Anfangsphase der Implementierung der BIM-Methode. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) rief eine Reformkommission Bau von Großprojekten ins Leben. Diese gab als Ergebnis der Untersuchungen die Nutzung digitaler Methoden - Building Information Modeling (BIM) - als eine von zehn Kernhandlungsempfehlungen heraus. Das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBSR) hat 2014 als Ergebnis des Forschungsprogramms Zukunft Bau einen BIM-Leitfaden für Deutschland herausgegeben. Schließlich hat das BMVI Ende 2015 den Stufenplan Digitales Planen, Bauen und Betreiben vorgestellt. Danach sollen ab 2020 alle Infrastrukturprojekte des Bundes auf Grundlage von BIM-Modellen realisiert werden.

Änderungen als nicht mehr händelbar erweisen. Auch für öffentliche Auftraggeber ist davon auszugehen, dass Mehr-Parteien-Verträge oberhalb der EU-Schwellenwerte schon aus vergaberechtlichen Gründen nicht durchgeführt werden können. Schließlich ist nicht zu vernachlässigen, dass Gerichte - unabhängig von der ohnehin komplexen Materie des Baurechts - wohl Schwierigkeiten mit nicht standardisierten Mehr-Parteien-Verträgen haben werden. Als Lösungsansatz wird infolgedessen überwiegend in der Literatur - und auch in der Praxis - empfohlen, weiterhin die bisher üblichen Zwei-Parteien-Verträge abzuschließen, welche durch BIMspezifische Anlagen (BVB - Besondere Vertragsbedingungen) und technische Vorgaben - Auftraggeber-Informationsanforderungen (AIA) und einen BIM - Abwicklungsplan (BAP) vernetzt werden, vgl. Eschenbruch, BauR 2016, 361 f.

Vertragsgestaltungen bei BIM Mehrparteien- oder Zwei-Parteien-Verträge

Grundsätzlich muss beim Einsatz des Planens - und Bauens - mit der BIM-Methode vertraglich festgelegt werden, wie Einsatz und Administration der für die BIM-Methode zentralen Datenplattform ausgestaltet werden, welche einzusetzenden Softwareprodukte zur Anwendung gelangen, wie die Mitarbeiter der einzelnen Planungsbeteiligten zusammen wirken und vor allem welche Methode - open oder close BIM - zur Anwendung kommt. Im Gegensatz zu der konventionellen Planungsmethode ist bei der Vertragsgestaltung für ein Planen mit BIM nicht lediglich auf die Leistungen der HOAI zu verweisen. Während die HOAI Leistungen methodenneutral beschreibt, sind bei der Planung mit BIM konkrete prozessorientierte Beschreibungen und einzelne Planungsleistungen genau zu definieren. Dies bedeutet, dass die Qualität und Darstellungstiefe - in sog. Level of Informations (LOI) und Level of Details (LOD) genau zu definieren sind. Auch sind die Planungsergebnisse in sog. „Meilensteine“ bzw. „Datadrops“ festzusetzen. Auch die Schnittstellen, d.h. Abgrenzung der Leistungsbeiträge einzelner Projektbeteiligter sind in den Verträgen oder in den BIMBVBs oder Pflichtenheften zu definieren. Gleiches gilt bezüglich des Planungsprozesses und der Freigabe von Datensätzen, vor allem wie solche Freigaben digital zu erfolgen haben, und von wem diese freigegeben werden. Weiter ist in den Verträgen oder in den BIM-BVBs die Pflicht aller Planungs- und Baubeteiligten zur Nutzung/Mitarbeit/Interaktion und Weiterverpflichtung von Nachunternehmen zu regeln. Auch ist der Geltungsrang der Datenmodelle klar zu definieren. Zudem ist klar zu definieren, welche Modelle, 3

Im Stufenplan Digitales Planen und Bauen wird angeführt: Um die Methode BIM wertschöpfend anwenden zu können, sind mehrere Grundvoraussetzungen zu erfüllen: Die Arbeit mit BIM setzt klare vertragliche Regelungen, eine enge Zusammenarbeit und teamorientierte Planung voraus. Für die aus dem Grundmodell abgeleiteten Teilmodelle aller Beteiligten - z.B. der Fachplaner, Bausachverständigen, Tragwerksplaner oder technischen Gebäudeausrüster - müssen in enger Kooperation entwickelt und regelmäßig auf ihre Konsistenz hin überprüft werden, vgl. Stufenplan Digitales Planen und Bauen, 2015, S. 4. Dies bedeutet, dass das Arbeiten mit BIM eine deutlich stärkere Zusammenarbeit der Beteiligten voraussetzt. Gerade im angelsächsischen Bereich sind daher für die Arbeit mit der BIM-Methode Mehr-Parteien-Verträge vorgeschlagen worden, vgl. Eschenbruch /Grüne, NZBau 2014, 406 f. Solche Mehr-Parteien-Verträge holen alle Projektbeteiligten zu einem sehr frühen Zeitpunkt zusammen. In Deutschland konnte sich diese Form der Vertragsgestaltung und Zusammenarbeit bisher nicht durchsetzen und dies wird voraussichtlich auch zumindest kurz- und mittelfristig nicht der Fall sein. Dagegen spricht, dass in einem derart frühen Projektstadium Einzelheiten der Bauanforderungen noch gar nicht feststehen und auch noch nicht abschließend entschieden werden können. Zudem würde sich ein Mehr-Parteien-Vertrag bei erforderlich werdenden

Wesentliche Vertragsinhalte des Planens mit der BIM-Methode

AUF DEN ZWEITEN BLICK DIE ERSTE WAHL.

Genaues Hinsehen lohnt sich – Modulbau ist mehr als eine Alternative zu konventionellen Bauweisen. Denn wir bauen anders: zuverlässig, modern und innovativ.

„Ich schaue zweimal hin, wenn ich eine Investition plane. Wer in kürzester Zeit hochwertigen, flexiblen und wirtschaftlichen Wohnraum schaffen will, sollte über Modulbau nachdenken.“ „Ich schaue zweimal hin, wenn ich eine Investition plane. Wer in kürzester Zeit hochwertigen, flexiblen und wirtschaftlichen Wohnraum schaffen will, sollte über Modulbau nachdenken.“

Planung

Planung

Modulproduktion

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Montage

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Fertigstellung

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• 70 % kürzere Bauzeit und Terminsicherheit durch witterungsunabhängige, industrielle BLICK Produktion AUF DEN ZWEITEN •DIE Planungsund Investitionssicherheit ERSTE WAHL. durch Festpreisgarantie Genaues Hinsehen lohnt sich – Modulbau ist mehr als eine Alternative zu Cycle konventionellen Denn wir • Geringe Life Costs durchBauweisen. integrale Planung undbauen anders: zuverlässig, modern und innovativ. nachhaltige Bauweise •• 70 % kürzere Qualität Bauzeit und durch Kontrollierte durchTerminsicherheit zertifizierte Werksfertigung witterungsunabhängige, industrielle Produktion Hohe Flexibilität durch freitragende Stahlskelettstruktur •• Planungsund Investitionssicherheit durch Festpreisgarantie mit nichttragenden Wänden • Geringe Life Cycle Costs durch integrale Planung und nachhaltige Bauweise • Kontrollierte Qualität durch Werksfertigung Fixe Kosten. Fixe Termine. Fix zertifi fertig.zierte www.alho.com • Hohe Flexibilität durch freitragende Stahlskelettstruktur mit nichttragenden Wänden Fixe Kosten. Fixe Termine. Fix fertig. www.alho.com

D oder 2 D Plan, Geltungsvorrang haben. Weiter zu regelnde Themenbereiche sind die Pflicht zur Anpassung von Auswertungen des Datenmodells und Abrechnungsvorschriften, etwa der VOB/C, die Befugnisse der BIM-Administration gegenüber den Projektbeteiligten, Regelungen zur Projektkommunikation, etwa Einstellen auf der Projektplattform als Ersatz der Schriftform, Zugang von Mängelanzeigen, Behinderungsanzeigen etc., Anforderungen an Planungsleistungen, sowie das Verfahren der Freigabe von Daten und Planungsergebnissen und die Abnahme des zu erstellenden Datenmodells durch den Auftraggeber. Schließlich ist zu regeln, ob das zu erstellende Datenmodell „nur“ für die Realisierung des Bauwerks benötigt wird oder auch als Grundlage für den Betrieb des Gebäudes genutzt werden soll. Keine neuen vertraglichen Regelungswerte erforderlich Trotz der neuen Planungsmethode mit BIM sind die vorhandenen vertragsrechtlichen Regelwerke ausreichend, um ein erfolgsversprechendes Arbeiten mit der BIM-Methode zu ermöglichen. Entscheidend ist eine wesentlich konkretere prozessorientierte Beschreibung der einzelnen Planungsleistungen und der jeweiligen Beiträge der an dem Projekt Beteiligten. Haftung beim Planen und Bauen mit BIM Für viele an der Bauwirtschaft Beteiligte, vor allem Architekten, stellt sich die Frage, ob durch Planen und Bauen mit der BIMMethode Haftungs- und Gewährleistungsfragen geändert werden. Richtig ist diesbezüglich, dass sich durch den Einsatz von BIM Anforderungen an alle Projektbeteiligten ändern, Planungsprozesse sind neu auszugestalten, zusätzliche Leistungen zu erbringen, und geschuldete Leistungen werden technisch anspruchsvoller und haben einen höheren Abstimmungsgrad, vgl. Bodden, in Eschenbruch/Leupertz, BIM und Recht, Seite 166. Grundsätzlich entspricht die Haftung von Projektbeteiligten auch bei BIM weiterhin den wertvertraglich vereinbarten Leistungspflichten. Planen mit BIM als Werkvertrag

Haftung für Hard- und Software Da das Planen mit BIM-digitalisierter Software unterstützt ist, stellt sich besonders die Frage der Haftung von Fehlfunktionen der eingesetzten Hard- und Software bei der BIM-Methode. Grundsätzlich bleibt es dabei, dass zunächst die Haftung bei demjenigen verbleibt, der das Produkt in das Projekt einbringt. Soweit Projektbeteiligte jedoch werkvertragliche Leistungspflichten übernommen haben und dabei auch vorgegeben ist, bestimmte Softwareprodukte zu verwenden, bleibt es auch bei der werkvertraglichen Haftung für den Erfolg, wenn die Softwareprodukte fehlerhaft sind. Die Auftragnehmer können sich jedoch derart entlasten, wenn diese ihren Hinweispflichten nachkommen. Nur dann, wenn entsprechende Fehler der Software nicht erkennbar sind oder Hinweispflichten erfolgt sind, werden die Projektbeteiligten keine werkvertragliche Haftung zu übernehmen haben. Haftung für Datenschutz/Vertraulichkeit Da beim Arbeiten mit BIM mehrere Projektbeteiligte auf ein Datenmodell zugreifen können, ist bei BIM-Prozessen Datenschutz und Urheberrecht als besonders sensibel zu betrachten. Zum einen wird es durch die BIM-Methode einfacher, in anderen Projekten oder von anderen Beteiligten gestaltete digitale Planungselemente zu kopieren, zum anderen kann die rechtliche Ausgangslage dadurch erschwert werden, dass bei der gemeinsamen Arbeit an einem Gebäudemodell Miturheberrechte entstehen, vgl. Bodden, wie vor, Seite 183. Verwendet folglich einen Projektbeteiligter unrechtmäßig von einem anderen erstellte Modelldaten, trifft dies auch den Auftraggeber. Der rechtmäßige Urheber kann Unterlassung der Verwendung oder nach Bauausführung Schadensersatz verlangen. Die Integration eines Knowhow-Schutzes oder der Datenaustausch über lediglich limitierte Datenformate liegt insofern im Interesse der Beteiligten beim Planen mit der BIM-Methode. Nacherfüllungsansprüche bei BIM-Leistungen

Allgemein ist anerkannt, dass Architekten- und Ingenieurleistungen erfolgsbezogene Leistungspflichten sind, und mithin Architekten- und Ingenieureverträge als Werkverträge zu bewerten sind. Werden nun Leistungspflichten durch BIM bezogene Aufgabenstellung ergänzt, gilt nichts anderes. Da gerade das für die BIM-Methode entscheidende Datenmodell als selbständiger Leistungserfolg geschuldet wird und nicht nur das Entstehenlassen des Bauwerks - geht die Literatur zu Recht davon aus, dass grundsätzlich BIMLeistungen als Werkvertragsleistungen einzuordnen sind.

Wie bisher gilt grundsätzlich für Architektenleistungen wie auch für Leistungen der BIM-Planungen, dass bei bereits im Bauwerk realisierten Fehlern, die auf mangelhafte Planungsleistungen zurückzuführen sind, ein Architekt nicht die Mängel selbst zu beheben hat, sondern schadensersatzpflichtig ist. Zusätzliche Planungen sind jedoch dann geschuldet, wenn diese zur Behebung des Mangels erforderlich sind. Ist jedoch auch ein gesondertes Datenmodell wie bei BIM geschuldet, etwa als Gebäudemodell für den Betrieb des Gebäudes, muss der Planer bei mangelhafter Leistung während oder sogar nach Bauausführung dafür Sorge tragen, dass das Modell fehlerfrei ist und der Bauausführung entspricht.

Funktionaler Mangelbegriff

Fazit

Nach der Rechtsprechung ist eine Werkleistung, auch eine BIMLeistung, dann mangelfrei, wenn sie dem Vereinbarten entspricht und funktionstauglich ist. Gerade dieser funktionale Mangelbegriff erfordert, dass eine klare Definition der Anforderungen an die Planungsbeiträge, z.B. Weiterverwendbarkeit, erfolgt. Geschieht dies nicht, bestehen vor allem für den Auftragnehmer erhebliche Haftungsrisiken. Nur eine detaillierte Leistungsbeschreibung kann Haftungsrisiken vermeiden.

Planen und Bauen mit BIM ist keine Zukunftsmusik mehr, sondern Gegenwart. Nach der hier vertretenen Ansicht stellen auch die bisherigen gebräuchlichen vertragsrechtlichen Instrumente eine ausreichende Grundlage für das Planen und Bauen mit BIM dar. Entscheidend ist jedoch, dass noch mehr als bei bisherigen Planungsleistungen, die Leistungen genau beschrieben werden. Die BIM-Methode erfordert eine besonders präzise Definition der geschuldeten Leistungspflichten und eine klare Abgrenzung der vermehrt auftretenden Schnittstellen. Wenn dies bei der Vertragsgestaltung eingehalten wird, überwiegen die nicht zu bestreitenden Nutzen des Planens mit BIM.

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Wie Kommunen ökonomisch von Energetischen Gebäudesanierungen profitieren Kostenloses Online-Tool ermöglicht Berechnung von Wertschöpfungs- und Arbeitsplatzeffekten Gebäude energetisch zu sanieren, spart nicht nur Energie und ist gut für das Klima, sondern schafft auch Arbeitsplätze und trägt zur Wertschöpfung bei. Kommunen können ab sofort mit einem OnlineWertschöpfungsrechner den Umfang solcher regionalökonomischen Effekte selbst ermitteln. Der Rechner steht kostenfrei unter https://wertschoepfungsrechner.difu.de zur Verfügung. Er wurde vom Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) gemeinsam mit dem Deutschen Institut für Urbanistik (Difu) entwickelt und auf der Kommunalen Klimakonferenz 2016 in Berlin vorgestellt. Durch die Eingabe von Daten zu Gebäudebestand, Sanierungstätigkeit und vor Ort ansässigen Wirtschaftsbetrieben lassen sich kommunale Steuereinnahmen sowie regionale Beschäftigungseffekte und Unternehmensgewinne per Mausklick berechnen. Kommunen können damit etwa herausfinden, wie sie über die gezielte Förderung von energetischen Sanierungen zur kommunalen Wertschöpfung beitragen können. Acht Kommunen aus ganz Deutschland waren bei der Entwicklung des Rechners an Testläufen beteiligt, so dass die Erprobung in der Praxis sichergestellt ist. Anhand des Onlinerechners können Kommunen ermitteln, wie hoch die ökonomischen Effekte der energetischen Gebäudesanierung bereits sind, aber auch, wie sich mit einer Steigerung der Sanierungsrate die kommunale Wertschöpfung erhöhen ließe. Die Ergebnisse der Berechnungen werden in Form von Tabellen und Grafiken zur Verfügung gestellt. Sie können Gemeinden und andere Akteure vor Ort dabei unterstützen, für Maßnahmen zur energetischen Gebäudesanierung zu werben. Auch für lokale Entscheidungsträger können die Kennzahlen hilfreiche Argumente liefern, um kommunale Energieberatungen, Informationskampagnen und Förderprogramme im Bereich der energetischen Gebäudesanierung trotz knapper Kassen auf- oder auszubauen. Das IÖW hat unter Mitarbeit von Ecofys die dem Wertschöpfungsrechner zugrundeliegenden Berechnungen entwickelt und erste Hochrechnungen für fiktive Beispielkommunen und für ganz Deutschland vorgenommen. Mit dem Wertschöpfungsrechner werden diese Studienergebnisse für die Praxis verfügbar gemacht. Dazu Projektleiterin

Dr. Julika Weiß vom IÖW: „Zahlen zu regionalökonomischen Effekten stoßen vor Ort auf hohes Interesse. Dies zeigte bereits der seit 2011 verfügbare Wertschöpfungsrechner für erneuerbare Energien. Solche Daten helfen dabei, den Blick vom Aufwand hin zum Nutzen zu verschieben.“ Jan Walter, Projektleiter beim Difu, ergänzt: „Wir haben das Werkzeug entwickelt, um die Klimaschutzdebatte in Kommunen zu fördern. Schließlich hat die private Investition, beispielsweise in eine neue Gebäudehülle oder eine hocheffiziente Heizung mit solarthermischer Unterstützung, gleich mehrere Vorteile: Sie erhöht die Wirtschaftskraft in der Region, verringert den Abfluss von Geldströmen durch den Einkauf fossiler Energieträger, schafft Arbeitsplätze vor Ort und wird nicht zuletzt durch die Bundesregierung gefördert.“ Die Entwicklung des Wertschöpfungsrechners wurde vom Bundesumweltministerium im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative gefördert. An ersten Pretests des Rechners nahmen die Städte Arnsberg, Bad Hersfeld, Cloppenburg, Elmshorn, Mannheim, Offenbach, Uebigau-Wahrenbrück sowie die Gemeinde Niestetal teil. Ein Handbuch unterstützt bei der Dateneingabe und gibt zusätzliche Hintergrundinformationen. Weitere Informationen: Online-Wertschöpfungsrechner für die energetische Gebäudesanierung: https://wertschoepfungsrechner.difu.de Fließdiagramm zur Veranschaulichung der Funktionsweise des Wertschöpfungsrechners: https://wertschoepfungsrechner.difu.de/ schema-des-rechenwegs/ Studie, auf deren Ergebnissen der Wertschöpfungsrechner aufbaut: Weiß et al. (2014) – Kommunale Wertschöpfungseffekte durch energetische Gebäudesanierung (KoWeG) https://www.ioew.de/publikation/kommunale_wertschoepfungseffekte_durch_energetische_gebaeudesanierung_koweg/ Der im Text erwähnte Online-Wertschöpfungsrechner für erneuerbare Energien von 2011 ist unter folgendem Link abrufbar: www.kommunal-erneuerbar.de/de/kommunale-wertschoepfung Der Text ist selbstverständlich frei zum Abdruck – über ein Belegexemplar bzw. einen Beleglink an die IÖW- und Difu-Pressestellen würden wir uns sehr freuen!

Land Berlin und HOCHTIEF legen Grundstein für neues Landeslabor Berlin-Brandenburg Meilenstein beim Neubau im größten Wissenschaftspark Deutschlands erreicht – Fertigstellung im ­Frühjahr 2019 HOCHTIEF und das Land Berlin haben heute den Grundstein für den Neubau des Landeslabors Berlin- Brandenburg gelegt. Damit ist ein Meilenstein beim Bau der neuen Untersuchungseinrichtung erreicht. Ende 2015 hatte das Land Berlin HOCHTIEF damit beauftragt, ein neues Laborgebäude mit Verwaltung für das Landeslabor Berlin-Brandenburg (LLBB) zu errichten und zu betreiben. Das Gesamtinvestitionsvolumen des Projekts liegt bei 83,5 Mio. EUR. Das Vertragsvolumen beläuft sich auf 155,9 Mio. Euro. Das neue Landeslabor Berlin-Brandenburg entsteht nach den Plänen des Architekturbüros kister scheithauer gross aus Köln auf einem Baugrundstück in der Wissenschaftsstadt Adlershof im

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Südosten von Berlin. Der Neubau mit einer Bruttogeschossfläche von gut 22.800 Quadratmetern wird moderne Labore unterschiedlicher Sicherheitsstufen (S1-S3) auf insgesamt 4 Etagen beherbergen. Die Projektgesellschaft HOCHTIEF LLBB GmbH hat mit dem Land Berlin einen Mietvertrag über 30 Jahre abgeschlossen und wird das Gebäude auch betreiben. An der Veranstaltung nahm auch Staatssekretärin Anne Quart, Vorsitzende des Verwaltungsrates des Landeslabors Berlin-Brandenburg, Ministerium der Justiz und für Europa und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg, teil. „Das LLBB ist nun schon seit fast 8 Jahren ein verlässlicher Dienstleister für beide Länder im Rahmen der Daseinsvorsorge und eines allumfassenden Verbrau-

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cherschutzes. Mit der heutigen Grundsteinlegung stellen wir die Weichen dafür, dass dies auch in Zukunft so bleibt und wir weiterhin einen bürgernahen und leistungsfähigen Verbraucherschutz in Berlin und Brandenburg gewährleisten können,“ so die Staatssekretärin. Das neue Laborgebäude entsteht für das Landeslabor BerlinBrandenburg als Nutzer. Neben dem Dienstsitz und Laborstandort der Anstalt in Berlin wird Frankfurt (Oder) gemäß gültigem Standortkonzept einen weiteren Laborstandort des LLBB darstellen. Das LLBB ist eine länderübergreifende staatliche Untersuchungseinrichtung, die seit 2009 die amtlichen Laborkapazitäten der Länder Berlin und Brandenburg auf den Gebieten Gesundheitsschutz, Verbraucherschutz, Umweltschutz, nachhaltiger Ressourcenschutz sowie Landwirtschaft und Geologie bündelt. Es nimmt damit überwiegend hoheitliche Aufgaben wahr und unterstützt die Länder Berlin und Brandenburg mit seinen insgesamt rund 500 Mitarbeitern als unabhängige, staatliche und akkreditierte Untersuchungseinrichtung bei der grundgesetzlich verankerten Daseinsfürsorge für die Bürger in den Bereichen Gesundheitlicher Verbraucherschutz und gentechnische Sicherheit, Infektionsschutz, Tierseuchenschutz und Tierschutz, Schutz von Umwelt und Natur, Chemikaliensicherheit und Strahlenschutz, Gefahrenabwehr, Bioterrorismus und Katastrophenschutz. Sven Lemiss, Geschäftsführer der BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH, erklärte: „Im Rahmen unserer Verantwortung für die bedarfsgerechte und wirtschaftliche Unterbringung von Landesnutzern wurde in enger Zusammenarbeit mit dem LLBB dieser neue Standort für das Landeslabor Berlin-Brandenburg gefunden. Mit dem Neubau hat das LLBB den Raum, seine Aufgaben zukunftsorientiert wahrzunehmen und so die Länder Berlin und Brandenburg als unabhängige, staatliche und akkreditierte Untersuchungseinrichtung bei der grundgesetzlich verankerten Daseinsfürsorge für die Bürger zu unterstützen.“ Nach der Fertigstellung wird der Neubau dem Land Berlin als Mieter zur Verfügung stehen. Vertreten durch die BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH hat das Land mit dem LLBB als Nut-

zer eine Untermiet- und Managementvereinbarung über 30 Jahre abgeschlossen. Das derzeitige Dienstgebäude des Landeslabors in Berlin-Mitte, Ortsteil Tiergarten, weist einen erheblichen Sanierungsstau auf. Zudem entspricht es nicht mehr den aktuellen Anforderungen an einen modernen Laborbetrieb. Die Notwendigkeit für einen neuen Dienstsitz in Berlin ist deshalb hoch. Vor diesem Hintergrund hatte die BIM zunächst nach alternativen Gebäuden im landeseigenen Bestand gesucht. Da kein geeignetes Gebäude zur Verfügung stand, entschied sich das Land auf Grundlage von wirtschaftlichen Gesichtspunkten für den Neubau im Rahmen einer langfristigen Anmietung. Die Auftragserteilung an HOCHTIEF war das Ergebnis eines Wettbewerblichen Dialogs. „Das technisch komplexe Gebäude mit einer Mischnutzung aus Laboren und Verwaltung in den Sicherheitsstufen S1-S3 stellt hohe Anforderungen an Sicherheit und Ausstattung. Wir freuen uns sehr, dieses spannende und fortschrittliche Projekt umsetzen zu können, welches den Standort Adlershof und die Forschung von Morgen weiter voranbringen wird“, so Sandra Arendt, Vorsitzende der Geschäftsleitung der Niederlassung Soziale Infrastruktur Europa von HOCHTIEF PPP Solutions. HOCHTIEF ist Eigentümer, Bauherr und Betreiber des neuen Landeslabors. Das Unternehmen hat im Herbst 2016 mit den Bauarbeiten begonnen und wird sie im Frühjahr 2019 abschließen. In dieser Zeit entstehen neben den Laboren auch Büros, eine Bibliothek, Sozial- und Technikbereiche, sowie Parkflächen und eine Cafeteria. Zu den Betriebsleistungen der HOCHTIEF LLBB GmbH gehören neben dem technischen Facility Management mit Wartung, Inspektion, Instandsetzung und -haltung unter Lebenszyklusansatz, auch das infrastrukturelle Facility Management wie Reinigung, Sicherheitsdienstleistungen und der Betrieb der Cafeteria. Der Standort Berlin Adlershof ist Zentrum für Wissenschaft, Wirtschaft und Medien. Mit mehr als 1.000 niedergelassenen Unternehmen und Forschungseinrichtungen, darunter der Wissenschaftscampus der Humboldt-Universität zu Berlin, ist der Wissenschaftspark in Adlershof der Größte seiner Art in Deutschland. Druckfähige Visualisierungen des neuen Landeslabors können auf Wunsch zur Verfügung gestellt werden.

BIM Prozesse können nicht ignoriert werden Harry Vitelli von Bentley Systems erklärt, dass die Implementierung von Building Information Modeling (BIM) Prozessen eine zentrale Rolle beim Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit spielt. Im Anschluss werden die Fragen bezüglich dieses Interviews über die neuesten Trends und die technologischen Fortschritte in der Konstruktionsbranche aufgeführt. 1) Als globaler Branchenführer bietet Bentley umfassende Softwarelösungen für eine fortschreitende Infrastruktur. Was macht Bentley zu einem zentralen Akteur im Bereich der BIM-Technologie? Bentley Systems bietet Software und Dienstleistungen, die es unseren Anwendern ermöglichen, das Potenzial der Weiterentwicklungen im Bereich BIM voll auszuschöpfen. Die Software und Dienstleistungen bewerkstelligen dies durch eine vernetzte Umgebung für eine umfassende Projektabwicklung, unter Gewährleistung von Unternehmensführung, Datenintegrität und der erforderlichen Projektflexibilität, um multidisziplinäre Projektteams zu vereinheitlichen und so ihre Projektleistung zu verbessern. Beispiel: Die ProjectWise CONNECT Edition bietet eine umfassende Lösung für Arbeits-

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teilung, die Projektpartner und externe Teammitglieder virtuell und standortübergreifend miteinander vernetzt und Zugriff auf Projektinformation und -verfahren über den gesamten Projektlebenszyklus verschafft, inkl. Initialplanung, Entwürfe, Konstruktion und Übergang zur Inbetriebnahme. Die BIM-Fortschritte von Bentley unterstützen die Abwicklung von Infrastrukturprojekten auf umfassende Weise, indem unseren Anwendern verschiedene Vorteile geboten werden, u.a. eine Lösung für Projektinformationsmanagement und Projektzusammenarbeit, die skalierbar ist und eine branchenführende Integration von Anlagenplanungsapplikationen sowie Beratung durch dedizierte Teams von Technologieexperten bietet, die rund um die Uhr, 365 Tage pro Jahr im Einsatz sind. Zudem liefert die Bentley Software eine BIM Methodik, die herausragende Renditen für unsere Anwender erzielt. Zu den weiteren Geschäftsvorteilen, die wir unseren Anwendern bieten - und die uns von anderen Infrastruktur-Technologieanbietern unterscheidet - zählen unser Kerngeschäftsfeld und unsere Unternehmensphilosophie im Bereich Technologie, die wir über die letzten 30 Jahre aufgebaut haben und auf die wir großen Wert legen. Einige Beispiele unserer Erfolge:

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• Der Aufbau langfristiger direkter Kundenbeziehungen; • Die Entwicklung einer ganzheitlichen Perspektive, die es uns ermöglicht, ein digitales Planungsmodell zu schaffen, das den gesamten Anlagenlebenszyklus von Planung über Bau bis zum Betrieb umfasst. • Die gezielte Entwicklung von Partnerschaften und Interoperabilität zwischen Anbietern; • Die Schaffung einer gemeinsamen Datenumgebung ausgehend von einer einzigen, gemeinsam nutzbaren Informationsquelle („single source of truth“); • Die Konzentration auf die Akzeptanz der Anwender und die Ergebnisse durch eine Kombination branchenführender Methoden (in die Software integriert), professionelle Dienstleistungen, Lernprozesse und die BIM Academies; • Ein flexibles und faires Lizenzierungssystem; • Ein Angebot zahlreicher Implementierungsoptionen inkl. lokale Server, Bereitstellung in der Cloud und eine Kombinationslösung aus Beidem, um unsere Kunden bei der Bewältigung der organisationstechnischen und wechselnden Projektanforderungen optimal zu unterstützen. 2) Was macht BIM zu einer der aufstrebenden Konstruktionstechnologien? ? Die Komplexität von Infrastrukturprojekten und die erforderliche Zusammenarbeit über viele Fachgebiete und Projektteilnehmer hinweg führt dazu, dass viele Unternehmen nach und nach BIM Verfahren verwenden, um nachhaltigerer Anlagen zu schaffen. Diese Unternehmen erzielen dermaßen viele Vorteile,, dass es für die anderen Fachkräfte in der Infrastrukturbranche unmöglich ist, dies zu ignorieren, wenn sie weiterhin wettbewerbsfähig bleiben möchten. Die Vorteile der Fortschritte im Bereich BIM lassen sich für Projekte aller Arten und Größenordnungen nutzen. Aus technologischer Sicht ermöglicht BIM die Integration von datenreichen Modellen und Projektinformationsdatenbanken, um eine virtuelle Darstellung eines Projekts und aller Anlagen zu erstellen. Alle Projektbeteiligten haben Zugriff auf zuverlässige Information, sodass die Zusammenarbeit vereinfacht, Risiken gemindert und die Rentabilität verbessert werden kann. Bentley befindet sich in einer idealen Position, was die Lieferung einer umfassenden BIM-gestützten Lösung betrifft, die von der 3D-Ansicht für Modellierung und Planung bis zu Optioneering für Leistungsverbesserungen reicht. Physische und virtuelle Elemente werden zusammengelegt, um über den gesamten Lebenszyklus der Anlagen ein immersives datenreiches Modell zu schaffen. Business Review Weekly berichtet, dass sich für Bauunternehmen durch die Verwendung von BIM Kosteneinsparungspotenziale zwischen 3 und 5 Prozent erzielen lassen. Würden Sie uns bitte sagen, inwiefern BIM eine enorme Auswirkung nicht nur auf Planung und Bau, sondern auf die gesamte Konjunktur hat?

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BIM-Fortschritte fördern die Projektzusammenarbeit und verbessern die Ertragsfähigkeit im Baugewerbe, was wesentlich zur Entwicklung einer robusten Baukonjunktur beiträgt. Die Verwendung der BIM Methodik beschleunigt die Kundengenehmigungszyklen, sodass die Gesamtkosten für die Projektabwicklung drastisch reduziert werden können. Diese BIM Rendite ermöglicht es den Konstrukteuren ebenfalls, zuversichtlich das beste Team für einen Auftrag auszuwählen, anstatt ihn an den günstigsten Anbieter zu vergeben. Durch die Implementierung bewährter BIM Baumethoden können Konstruierbarkeits- und Nachhaltigkeitsmodelle vor Beginn der Arbeiten erstellt werden, um die Anlage so nachhaltig und ökologisch wie möglich zu bauen. Zu den Vorteilen dieser Verfahren zählen die Beseitigung von Planungsfehlern und kostenaufwändigen Bauausbesserungen, den Bau hochleistungsfähiger Anlagen, die Reduzierung der Umweltbelastung sowie eine verbesserte Energieeffizienz. 3) Welche Rolle spielt Bentley bei der Überwachung der Einführung von BIM- Anforderungen für die Mitarbeiter und der Entscheidung, ob weitere Schulungen sowohl auf nationaler wie auch internationaler Ebenen entwickelt werden? Obwohl durch die zunehmende Nutzung der Informationsmobilität unter unseren Anwendern in der Baubranche ein dauerhaftes System von bewährten Methoden und Innovation entsteht, ist die Akzeptanz und Implementierung unserer BIM-Fortschritte leichter gesagt als getan. Um dieses Problem anzugehen und die Verwendung der BIM Methodik zu fördern, hat Bentley gemeinsam mit Branchenexperten ein BIM Advancement Academy Programm erarbeitet. Die BIM Academy arbeitet mit Unternehmen auf allen Branchenebenen zusammen, um ihre Mitarbeiter und die gesamte Wertschöpfungskette in Bezug auf BIM-Arbeitsprozesse zu schulen und ihnen die erforderlichen Kompetenzen und Kenntnisse zu vermitteln, um Weltklasse-Projekte zu realisieren. Das innovative BIM Advancement Academy Programm ist ein wichtiges Instrument für Eigentümer, das komplexe Bauprojekte klar strukturiert und dazu beiträgt, dass Bauunternehmer und die Beteiligten der Wertschöpfungskette die Verfahren und die jeweils erwarteten Projektergebnisse verstehen. Bentley BIM Academy unterstützt BIM Initiativen durch Branchenstandards wie: COBie Construction Operations Building Information Exchange (dt.: Austausch von Gebäudedaten im Baubetrieb) IADD4UK Infrastructure Asset Data Dictionary for UK (dt.: Lexikon für Infrastruktur-Anlagendaten in UK) Uniclass: Unified Classification for the Construction Industry (dt.: Einheitliche Klassifizierung für die Baubranche) Und zuletzt möchte ich erneut betonen, dass die BIM Academy ein Labor für die Entwicklung und Förderung bewährter Methoden für alle Projektbeteiligten bereitstellt.

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Heute spielen die Bentley Experten für BIM Best Practices bereits eine führende Rolle und bieten unseren Anwendern Schulungen auf globaler Ebene an, durch die Nutzung der BIM Academy-Angebote in London sowie vor Ort und durch virtuelle Schulungen. Wir können den Reifegrad der BIM Methodik eines Unternehmens evaluieren und am Vergleichsmaßstab der Best-Practice-Referenzen prüfen. Wir können dann gemeinsam mit dem Unternehmen seine Verfahren den BIM-Vorgaben anpassen. Die Branchenstandards und Verfahren, die als Basis des Lehrplans unserer Academy (BS 1192, PAS 1192) dienen, wurden von der UK BIM Task Group gesponsert. Durch die Nachbildung der Anwendersysteme und -verfahren können wir Ihnen die beste Arbeitsweise erklären und zeigen, wie Sie Ihre Mitarbeiter auf die Ausführung ihrer Projekte vorbereiten. Das bedeutet, dass alle Projektbeteiligten besser informiert sind und den hohen Stellenwert der BIM-Prozesse für das Projekt verstehen. 4) Eine der Herausforderungen, mit denen Bauunternehmen konfrontiert sind, besteht in der Umsetzung von Entwurfsmodellen in aussagekräftige Baumodelle für die Vermessung vor Ort. Wie hilft Bentley bei der Reduzierung der Nacharbeit und der Risiken bei der Übernahme des Entwurfsmodells für die Vermessung? Immer öfter fragen unsere Anwender nach Applikationen, die virtuelle Rundgänge und die Prüfung der Konstruierbarkeit erleichtern. Als Folge haben wir uns im Rahmen unserer F&E-Aktivität auf die Entwicklung von Applikationen konzentriert, welche die Verwendung von Darstellungs- und Kollisionserkennungsfunktionen zur Identifizierung von Konstruierbarkeit und Compliance-Fragen aktiv fördern. Bentley Navigator bietet unseren Anwendern z.B. 3D-Modellanalyse und Zusammenarbeit, um einen besseren Projekteinblick zu erhalten. Durch die immersive Untersuchung und Analyse der Modelle und ihrer integrierten Objektdaten können unsere Anwender ganz einfach Bausimulationen und virtuelle Rundgänge vor Baubeginn durchführen. Durch die Unterstützung zahlreicher Gerätetypen - PCs, Tablet-PCs und mobile Endgeräte - können Anwender diese Technologie am Einsatzort mit Navigator Mobile direkt nutzen, um die Projektkoordination zwischen Büro und Außenstelle zu verbessern und eine bessere Einsicht in Projektplanung und -ausführung zu erlangen - für eine schnellere Problemlösung. 5) Welches sind die spannendsten BIM Projekte, die Sie durchgeführt haben? Inwiefern waren sie spannend? Welchen Herausforderungen ergaben sich im Rahmen dieser Projekte? Unter den BIM-Fortschrittsprojekten, an denen Bentley beteiligt war, kommt mir sofort der Midfield Terminal am Abu Dhabi International Airport in den Sinn. Für das Projekt im Wert von 3,2 Mrd. USD, für dessen Planung und Bau Consolidated Contractors Company (CCC) verantwortlich war, forderte der Eigentümer einen komplett BIM-orientierten Ansatz, um die Projektabwicklung zu erleichtern. CCC nutzte seine 17-jährige Erfahrung bei der Verwendung von Bentley BIM-Verfahren, um unsere Produkte mit den unternehmenseigenen Plattformen zu integrieren. Die Verwendung einer BIM Methodik, inkl. AECOsim Building Designer, MicroStation, ProjectWise, InRoads und Bentley Navigator, erleichterte die Projektabwicklung und trug zur Risikominderung bei. Zudem half die BIM Methodik dem Konstruktionsteam dabei, Informationen in ProjectWise zu nutzen, um Baupläne präzise zu prognostizieren, Logistikstudien durchzuführen und Ressourcenanforderungen zu validieren. Ein BIM-Ansatz wurde auch von dem Beijing Construction Research Institute verwendet, um ein sphärisches Radioteleskop mit 500m Öffnungsweite in Karst, Guishou, China zu planen. Nach seiner Fertigstellung 2016 wird dieses Teleskop das weltweit größte Teleskop mit nur einer Öffnung sein. Dieses enorme Projekt erforderte eine hochpräzise Konstruktion, Herstellung, Montage sowie fach- und standortübergreifende Zusammenarbeit. Das Projektteam verwendete eine standardisierte BIM Methodik, die dem Team 1.300 Arbeitstage bei der Planungsmodifikationen und 400 Arbeitstage bei der Prüfung und Fehlerbehandlung vor Ort einsparte. Ein interessanter Aspekt dieses Projekts ist die Tatsache, dass das Projektteam durch die Verwendung von

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ProjectWise die Managementrisiken um 85 % reduzieren konnte. Zusätzlich konnte das Team dank der parametrischen ProSteel 3D-Modellierung die 445 Kabelverbindungsstellen planen und optimieren, sodass Kosteneinsparungen in Höhe von 4 Mio. CNY erzielt wurden. Zuletzt verwendet Crossrail im Rahmen der grundlegenden Veränderung des Transportnetzes in ganz London einen BIM-Ansatz, um Überlastungen zu reduzieren und zusätzlichen 1,5 Mio. Menschen die Möglichkeit zu bieten, die Hauptstadt in max. 45 Minuten zu erreichen. Dazu kommt der Bau von neuen zweiröhrigen Tunnels über mehr als 21 km und neun neuen Haltestellen im Untergrund von London. Dank der BIM Methodik konnte das Team die Herausforderung eines Bauprojekts in unmittelbarer Nähe zu einer bereits vorhandenen Infrastruktur meistern. Unter Verwendung der BIM-Lösung von Bentley sicherte Crossrail die effiziente Koordinierung und Kommunikation mit über 100 Auftragnehmern und mehr als 10.000 Menschen, die entlang der Wertschöpfungskette des Projekts arbeiteten. Das sind nur einige Beispiele für Projekte, deren Abwicklung dank unserer BIM Methodik beschleunigt und gefördert werden konnte. 6) Welche Zukunft sehen Sie für die BIM Technologie und Bentley im Allgemeinen bis 2020? In den vergangenen Jahren haben wir begonnen, uns auf die Frage zu konzentrieren, wie wir unsere Softwareangebote ausbauen können, um unseren Anwendern eine hochmoderne Technologie zu bieten, die die Nutzung von Cloud-Diensten, mobilen Endgeräten und der Drohnen-Technologie optimiert. Das ist die Zukunft der Branche, und indem wir uns auf diese Fortschritte konzentrieren, werden wir unsere BIM Angebote ergänzen können und uns somit in guter Position befinden, um den Anforderungen unserer Anwender in diesem Jahrzehnt und darüber hinaus gerecht zu werden. Um dieses Ziel zu erreichen, haben wir kürzlich strategische Akquisitionen getätigt, darunter SITEOPS für bahnbrechende „Software at Your Service“-Standortplanungsoptimierung. SITEOPS beruht auf cloud-basierten Kalkulationstechniken und ermöglicht es Experten für Baustellenentwicklung, über die technische Planung hinaus die Stufe des „Optioneering“ zu erreichen und somit auch Planungsalternativen und deren Kosten zu erfassen. Optioneering bewirkt eine maßgebliche Verbesserung der Auswahlmöglichkeiten, die für die Entwicklung einer Baustelle bei gewerblichen, industriellen, institutionellen, Campus- und Wohnanlagenprojekten in Frage kommen. Seit Anfang letzten Jahres erhielt Bentley ebenfalls Einzug im Bereich der Drohnen-Technologie - mit der Akquisition der französischen Firma Acute3D, einem Softwareanbieter für 3D-Modellierung. Wir nannten das Produkt um in ContextCapture und führten es unter diesem Namen erstmals Ende 2015 auf dem Markt ein. ContextCapture automatisiert die Erstellung von hochauflösenden vollständigen 3D-Darstellungen auf Grundlage digitaler Fotografien, die mit jeder beliebigen Kamera, sogar Smartphones, aufgenommen wurden. Und zuletzt bietet unsere im März 2015 erworbene EADOC Technologie Cloud-Dienste für Baumanagement. Sie hilft Baumanagern, die in Planungs- und Bauunternehmen oder bei Infrastruktureigentümern tätig sind, Risiken zu begrenzen, die Informationsqualität zu verbessern und den Eigentümern eine Echtzeit-Kontrolle der Kosten ihrer Kapitalprojekte zu bieten. Das ist erst ein kleiner Überblick zu unseren Plänen, die Herausforderungen der Zukunft zu bewältigen und wettbewerbsfähig zu bleiben. Unsere Aufgabe ist es, Infrastrukturen zu verbessern, und wir werden weiterhin branchenweite Best Practices fördern, Standards vorantreiben, Lösungsvorlagen weiterentwickeln, Erkenntnisse und Erfahrungen (Lessons Learned) erfassen und verarbeiten und die Verbreitung der BIM Prozesse über Sensibilisierungsveranstaltungen, Foren, gezielte Seminare und Arbeitsgruppen aktiv fördern.

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Züblin-Partneringmodell teamconcept: Großprojekt KKM Kraftwerk Mitte Dresden erfolgreich fertiggestellt • Züblin war Generalunternehmen für siebengeschossigen Neubau und grundhafte Sanierung von Bestandsgebäuden • Partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Züblin und Auftraggeberin Kommunale Immobilien Dresden (KID) Ein Neubau und die Sanierung denkmalgeschützter Gebäude, 254 Nachunternehmen, ein straffer Zeitplan und die logistische Herausforderung der innerstädtisch liegenden Baustelle: Bei dem Projekt „KKM Kraftwerk Mitte Dresden“ stellte Züblin seine Leistungsfähigkeit unter Beweis. Die STRABAG- Tochter war als Generalunternehmerin verantwortlich für die ganzheitliche Planung und schlüsselfertige Errichtung des neuen gemeinsamen Standorts für die Staatsoperette und das tjg. theater junge generation in Dresden. Wo bis Anfang der 1990er-Jahre noch Kraftwerksschlote qualmten, schlägt nun das „kulturelle Herz“ der Stadt, das geprägt ist vom Miteinander moderner Elemente und Industriegeschichte. Für diesen Wandel hat Züblin gemeinsam mit der Auftraggeberin Kommunale Immobilien Dresden (KID) einiges bewegt. „Seit hier im Frühjahr 2014 die ersten Bagger rollten, arbeiteten in Spitzenzeiten bis zu 280 Personen gleichzeitig auf der Baustelle, die für uns einige Herausforderungen bereithielt: Zum Beispiel steht hier keine Wand über der anderen und es galt, die strengen Auflagen des Denkmalschutzes einzuhalten“, berichtet Züblin-Projektleiter André Reuter. Torsten Teichgräber, technischer Leiter des Züblin-Bereichs Thüringen, ergänzt: „Das rund 100-Mio.-€-Projekt war sowohl in der Planung als auch der Umsetzung besonders anspruchsvoll. Neben den Standardplanungen für Architektur, Tragwerk, Brandschutz und Bauphysik galt es, die Planungen für die Bühnentechnik, Audio und Video sowie Bühnenbeleuchtung auszuführen und zu koordinieren.“ Mit der Grundsteinlegung am 8.7.2014 fiel der offizielle Startschuss für den 7-geschossigen Neubau. Der Bühnenturm der Staatsoperette ragt insgesamt 31,30 m in die Höhe und ist schon von Weitem sichtbar. Im gesamten Gebäudeensemble am tiefsten gelegen ist der Orchestergraben der Staatsoperette mit 5,20 m unter Normalnull. Nach Fertigstellung stehen den insgesamt vier Spielstätten (Staatsoperette sowie die Haupt-, Studio- und Puppenbühne des tjg.theater junge generation) mehr als 30.000 m² Bruttogeschossfläche zur Verfügung. Die Staatsoperette bietet 700 Besucherinnen und Besuchern Platz, und das tjg. hat insgesamt 600 Sitzplätze, davon 350 für die Hauptbühne und je 125 im Puppentheater und der Studiobühne.

Züblin teamconcept: erfolgreich Bauvorhaben realisieren Der offene und partnerschaftliche Umgang von Anfang an ist aus Hartmut Beyers Sicht dabei der wichtigste Erfolgsfaktor gewesen, denn das Projekt wurde im vertraglich geregelten Partneringverfahren Züblin teamconcept geplant und gebaut. „Die frühe Einbindung der Bauseite in die Projektierung und die Planung sowie die durchgängige Transparenz und Fairness im Umgang miteinander führten zu einer effizienten Realisierung des KKM,“ so Beyer. Direkt nach der Vertragsunterzeichnung im September 2013 starteten die Partner gemeinsam in die konkreten Planungen. „Bereits in dieser Phase haben wir durch die enge Zusammenarbeit mit Züblin von deren Ausführungskompetenz profitiert. Da alle frühzeitig zusammenkamen, ließ sich das Projekt sicher und einvernehmlich auf den Weg bringen. Dies verhinderte Schnittstellenverlust und zeigte Optimierungspotenzial – aber auch mögliche Hindernisse – direkt auf“, so Axel Walther, KDI-Geschäftsführer. So konnte der vereinbarte Endtermin – nicht zuletzt dank des teamconcepts – gehalten werden. „Die leichte Kostensteigerung gegenüber den ursprünglichen Planungen war zwischen den Beteiligten klar kommuniziert. Sie ist allein auf veränderte Ausstattungswünsche, den schwierigen Baugrund sowie Auflagen aus Brandund Denkmalschutz zurückzuführen“, so Teichgräber. Nach erfolgreicher Zusammenarbeit ist nun beim gesamten Projektteam die Freude groß, wenn es am 16.12.2016 planmäßig heißt: „Vorhang auf!“

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Grundhafte Sanierung denkmalgeschützter Gebäude Neben dem schlüsselfertigen Neubau war Züblin auch für die Sanierung der dreigeschossigen Maschinenhalle verantwortlich. Dort finden nun die Puppenbühne und das Studiotheater ihr neues Zuhause. Außerdem gestaltete Züblin in der denkmalgeschützten Halle eine moderne, großzügige Besucherplattform. Diese dient der Operette und dem tjg. in Zukunft als gemeinsames Foyer. Die moderne Betonkonstruktion der Plattform mit Glaskomponenten schafft einen spannenden Kontrast zu den überall sichtbaren Mauerwerksresten und Stahlelementen der alten Maschinenhalle. „Das Erhalten der Verteilerkästen, des historischen Krans, der Werkzeugschränke und weiterer Installationen war eine Besonderheit während der Sanierung“, weiß André Reuter. „Das Foyer zeigt das Besondere des neuen Standorts sehr gut: alte und neue Elemente, Moderne und Historie. Die traditionsreiche Staatsoperette – die auf stolze 240 Jahre Geschichte zurückblickt – trifft auf das – mit 50 Jahren relativ junge – Theater“, so Hartmut Beyer, Züblin-Bereichsleiter a.D. Er stand dem Bauteam während des gesamten Projekts beratend zu Seite.

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Die Schweriner Waisengärten – eine Wasserstadt für Alle Bunsen Bauunternehmen baut „heute für morgen“ mit H+H Porenbeton Die Entscheidung, ein großes Brachgelände im Stadtteil Werdervorstadt als attraktives Wohn- und Freizeitgelände zu erschließen, fällte die Kommune Schwerin im Jahr 2010. Zugleich entschied sie sich für ein Konzept, das regionalen Unternehmen der Bau- und Immobilienwirtschaft die Möglichkeit sicherte, an dieser Erschließung nach Kräften mitzuwirken. Direkt am Schweriner See, in den sogenannten „Waisengärten“, entsteht seither ein modernes Stadtquartier mit urbanen Wohnungsangeboten, aber auch mit öffentlichen Plätzen, Wegen, Promenaden und erlebbaren Uferzonen. Gleich mehrere Bauprojekte entwickelte die gek Grundstücks- und Erschließungskontor GmbH, für die die Bunsen Bauausführung mit Porenbeton von H+H den Rohbau von Ein- und Mehrfamilienhäusern erstellt. Um das Areal gemäß seiner Bedeutung für die Stadt angemessen gut zu entwickeln, wurde im Frühjahr 2011 eine Planungswerkstatt durchgeführt, deren Ziel es war, städtebaulich und architektonisch wirtschaftliche Lösungen für die „Waisengärten“, aber auch für die Flächen der ehemaligen Landespolizei zu finden. An einem wettbewerbsähnlichen Verfahren beteiligten sich Arbeitsgemeinschaften aus Investoren und Architekten bzw. Stadtplanern. Sie legten jeweils ein Gesamtkonzept mit Kaufpreisangebot für eine Teilfläche vor. Den Zuschlag für inzwischen drei Teilflächen erhielt eine Arbeitsgemeinschaft, zu der neben der gek Grundstücks- und Erschließungskontor GmbH aus Banzkow, auch die Bunsen Bauausführung GmbH aus Schwerin und Architekt Michael Schnell / planstudio9 aus Schwerin gehören – ein eingespieltes Team, das bereits mit zahlreichen Projekten in der Stadt auf sich aufmerksam gemacht hatte.

ten Bunsen wollte sich damals mit einem wirklich zukunftsweisenden Mauerwerk von seinen Wettbewerbern differenzieren: „Eines war mir schon damals klar: Wir brauchen in der Zukunft hochwärmedämmendes, monolithisches, diffusionsoffenes Mauerwerk, um die stetig wachsenden Anforderungen des Gesetzgebers an die Gebäudehülle erfüllen und zugleich den Bedürfnissen der Bewohner gerecht werden zu können. Eine luftdichte Bauweise und hochdämmende Fenster und Türen gefährden die Qualität der Raumluft und erhöhen das Risiko für Feuchteschäden in Gebäuden. Deshalb und auch wegen seiner erstklassigen Verarbeitungseigenschaften bevorzugen wir Porenbeton als Mauerwerkstoff. Und wenn man schon mit leichten Steinen arbeitet, dann kann man seinen Kunden auch gleich ein optimales Mauerwerk bieten, so wie es in einigen Jahren wahrscheinlich ohnehin vom Gesetzgeber gefordert wird. Mit den 500 mm dicken H+H Multielementen bauen wir monolithisch heute für morgen. Auch im Mehrgeschossbau, in dem wir obendrein die Anforderungen an den baulichen Brandschutz mit Porenbeton in der Fassade ohne zusätzliche Maßnahmen mühelos erfüllen.“  

Zwischen Stadt und See Auf einem parkähnlichen Grundstück errichtete die gek innerhalb von 16 Monaten drei Stadthäuser mit jeweils sieben beziehungsweise elf Wohneinheiten an einer ruhigen Wohnstraße. Das architektonische Erscheinungsbild der 2014 fertiggestellten „Stadthäuser Schwanenwieck“ ist geprägt von unaufdringlichen, dabei raffinierten Details und einem dezenten Farb- und Materialmix der Gebäudehülle. Bodentiefe Fenster, große Balkone sowie Terrassen bieten spannungsreiche Ausblicke auf die Silhouette des Schweriner Stadtzentrums. Alle Gebäude zeichnen sich durch eine überdurchschnittlich gute Energieeffizienz und eine ökologische Bauweise aus. Es folgte der Bau von vier modernen Reihenhäusern, die jüngst ihren neuen Eigentümern übergeben wurden. „Mit diesen Einfamilienhäusern hat eine Architektur Einzug in Schwerin gehalten, die man so noch nirgends in der Stadt findet, die aber im neuen Stadtteil an den Waisengärten sehr gut in das Gesamtbild passt, über das die Kommune kritisch wacht“, urteilt Dipl.-Ing. Karsten Bunsen von der Bunsen Bauausführung GmbH. „Erst nachdem der vollständig entwickelte und fast fotorealistisch präsentierte Entwurf von Michael Schnell von der Bauaufsicht genehmigt worden war, konnten wir mit der Planung der Bauausführung beginnen. Das war aufwändig, stellt aber sicher, dass Schwerin um einen wirklich sehr attraktiven Stadtteil reicher wird und die Käufer der Immobilien werthaltige Objekte erwerben.“

(Grafik: planstudio9 GmbH, Schwerin) Bereits der „Rahmenplan Werdervorstadt“ von 1997 sah vor, die urbane Qualität der historischen Schelfstadt von Schwerin über das Gelände der Waisengärten bis an den See heranzuführen. Dabei sollte die Bebauung zum Wasser hin fließend abnehmen. Im Nordwesten des jetzt erschlossenen Areals wird nun der Charakter der Werdervorstadt mit drei- bis viergeschossigen Häusern und Stadthäusern fortgeführt. Für das östliche und südliche Baufeld sind naturnahe, familienfreundliche Stadtvillen und Stadthäuser mit unterschiedlicher Geschossigkeit in aufgelockerter Bebauung vorgesehen. Die Schweriner Amtsstraße wird zu einer großzügigen Promenade ausgebaut, die in der Blickachse zur Schelfkirche ihren Abschluss am neu geplanten, öffentlichen Strandbereich findet. Bäume werden die Straße flankieren. Vorhandene Biotope, Uferkanten und markante Grünflächen bleiben bestehen. Der südliche Uferbereich wird nicht bebaut, das vorhandene Grabensystem er-

Wärme- und Brandschutz – einfach gemauert Die Außenwände der Stadthäuser Schwanenwieck ebenso wie der modernen Reihenhäuser erstellte die Bunsen Bauausführung aus H+H Multielementen in einer Dicke von 500 mm. Entwickelt wurden diese Porenbetonsteine für das Unternehmen im Jahr 2013 von der H+H Deutschland GmbH. Geschäftsführer Dipl.-Ing. Kars-

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halten und landschaftsplanerisch weiterentwickelt. Die bestehende Schweriner Uferpromenade führt auch über den neuen Teil der Amtsstraße weiter entlang des Schweriner Sees. Dem Bebauungsplan liegt der Leitgedanke zugrunde, eine Verbindung von Stadt und Wasser zeitgemäß zu entwickeln und so dem Leben in Schwerin eine besondere Qualität zu verleihen. An den „Waisengärten“ entsteht ein attraktives Wohnquartier im Zentrum der Stadt mit hohem Freizeit- und Erholungswert. Die gek Grundstücks- und Erschließungskontor GmbH errichtete zunächst drei Mehrfamilienhäuser (im Vordergrund) sowie vier Reihenhäuser (im Hintergrund). Es folgt 2016/2017 der Bau eines weiteren Mehrfamilienhauses, der sogenannten Werderterrassen, mit elf hochwertigen Eigentumswohnungen direkt am Schweriner See.  

Die drei Stadthäuser Schwanenwieck wurden auf einem ca. 2.106 m2 großen Grundstück an der Straße Am Werder gemäß dem KfWEffizienzhaus-Standard errichtet. Der Bebauungsplan ermöglichte eine fünfgeschossige Bauweise, die durch vier Vollgeschosse und ein Staffelgeschoss realisiert wurde. Dem voll unterkellerten Gebäude verleihen eine helle Fassade mit farbigen Akzenten sowie ein Natur- bzw. Kunststeinsockel Attraktivität und Moderne. Der Rohbau der drei Häuser, die der Gebäudeklasse 4 zuzuordnen sind, wurde aus monolithischen, hoch wärme-dämmenden 500 mm dicken H+H Multielementen erstellt. Die architektonisch interessante Sturz- und Brüstungsausbildung gelang dank dieser flexibel zu bearbeitenden Porenbetonsteine mit geringem Mehraufwand. Die Lage der Fenster wurde thermisch optimal in der 500 mm dicken Außenwand gewählt. Vermieden wurde die sogenannte „Schießscharten“-Optik, die häufig entsteht, wenn Mauerwerk zur Erreichung der vorgeschriebenen Energiedämmwerte nachträglich gedämmt wird. Einladend wurden die Hauseingänge der Stadthäuser mit einem Vorbau aus Glas und mit Naturstein bekleidetem Mauerwerk aus Porenbeton angelegt. Alle Wohnungen verfügen über Balkone und Terrassen in Westausrichtung beziehungsweise Dachterrassen in Ostausrichtung. Eine gemeinsame Tiefgarage bietet 33 Pkw-Stellplätze, den Wohnungen zugeordnete Kellerräume und Fahrradboxen sowie Waschmaschinen- und Trockenräume. In jedem der drei Stadthäuser führt ein Fahrstuhl von der Tiefgarage in alle Wohnebenen. Da die Außenwände der Neubauten von der Bunsen Bauausführung GmbH aus nichtbrennbaren Porenbetonsteinen

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(A1 klassifiziert) erstellt wurden, wird im Falle eines Brandes, der außer- oder innerhalb eines Gebäudes ausbricht, die Ausbreitung von Flammen stark gehemmt. Giftige Dämpfe werden selbst unter hoher Hitzeeinwirkung weder von den verwendeten Steinen, noch von dem eingesetzten Putz abgegeben. Eine Verschmutzung der verputzten Fassade, z. B. durch Algenbildung, wird durch die Wärmespeicherfähigkeit der H+H Multielemente und den Einsatz eines vollmineralischen Putzes verzögert.   Eine lebendige Fassade entsteht aus dem Wechselspiel von Materialien, Farben und Ebenen. Architekt Michael Schnell beschreibt seine Gestaltungsidee für die Reihenhäuser im Waisengarten: „Bezug nehmend auf die angrenzenden, unterschiedlichen Gebäudetypologien sind die Reihenhäuser mit unterschiedlichen Fassadenbildern gestaltet. Klare Linien, unterschiedliche Körnungen und zurückhaltende, rhythmische Proportionen sind dabei bestimmende Themen des Entwurfs. Beige-sandfarbene Ziegelflächen stehen im Wechselspiel mit weißem Fassadenputz. Die Nahtstellen der beiden minimalistischen Gebäudefassaden bilden an den Giebelseiten geschosshohe, durchlaufende Glasbänder. Sie belichten im Haus offene Galerien, die den Wohnbereich im Erdgeschoss mit dem mittleren Geschoss verknüpfen.“ Die verarbeiteten H+H Porenbetonsteine erwiesen sich als idealer Baustoff für die Integration der großen Fenster und die Erstellung anspruchsvoller Brüstungsbereiche.   Die Bunsen Bauausführung GmbH arbeitete bei ihren Bauvorhaben an den Schweriner Waisengärten mit 500 mm großen H+H Multielementen. Diese großformatigen Porenbetonsteine werden von einer zweiköpfigen Maurerkolonne mit einem Minikran gesetzt und im Dünnbettverfahren verarbeitet. Die Maurer selbst haben hierbei wenig Gewicht zu heben. Hochwärmedämmend ist das Mauerwerk bereits am Wandfuß, da kein gesonderter Kimmstein gesetzt werden muss. „Mit H+H Multielementen in diesem Format bauen wir schon heute Häuser, die auch in der Zukunft modern sind“, betont Dipl.-Ing. Karsten Bunsen. „Heute für morgen – das ist unser Motto. Die von uns erstellten Gebäude sind extrem gut gegen Wärme- und Energieverluste geschützt, bieten trotzdem ein sehr angenehmes Raumklima und einen hohen Brandschutz. Die Wahl der Baustoffe und eine professionelle Verarbeitung machen´s möglich. Wir gehen hier weiter, als es der Gesetzgeber heute verlangt.“ Maßhaltig geliefert, präzise verarbeitet – so sorgt die eingespielte Zusammenarbeit zwischen dem Porenbetonhersteller H+H Deutschland und den Fachkräften der Bunsen Bauausführung GmbH für ästhetisch und bauphysikalisch werthaltige Neubauten. Im Falle der Stadthäuser Schwanenwieck gestattete die Entscheidung für die 500 mm dicken H+H Multielemente sogar ein Auskragen des zweiten Geschosses über das Erdgeschoss hinaus um 10 cm, ohne dass dies Auswirkungen auf die Statik des fünfgeschossigen Gebäudes hatte. Mit einem Kranhub setzt der Maurer zwei H+H Multielemente gleichzeitig und erstellt so in einem Arbeitsgang einen dreiviertel Quadratmeter Wandfläche. Die Verarbeitung großformatiger H+H Multielemente sichert so einen zügigen Baufortschritt und dient dem nachhaltigen Bauen. Gleichzeitig schont sie die Gesundheit der Maurer.

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Kreativität vom Maurer: H+H Porenbetonsteine können vor Ort flexibel zugeschnitten werden und sind in vielen Formaten lieferbar. „Wir arbeiten seit vielen Jahren mit dem Sortiment von H+H und kennen uns entsprechend gut aus“, berichtet Dipl.-Ing. Karsten Bunsen. „Deshalb haben wir uns z. B. für die Stadthäuser in den Waisengärten den Luxus erlaubt, Porenbetonsteine in verschiedenen Formaten zu verarbeiten. Die Logistik des Herstellers funktioniert sehr gut und wir hatten genug Abstellflächen auf dem ansonsten noch nicht bebauten Gelände. So konnten wir Paletten mit Steinen in verschiedenen Formaten nach Baufortschritt bestellen und gut abstellen. Geht es auf einer Baustelle enger zu, schneiden wir aus den H+H Multielementen selbst kleinere Formate, die wir brauchen, um die Gestaltungsvorgaben eines Architekten umzusetzen. Porenbeton ist in dieser Hinsicht das richtige Material für kreative Köpfe.“ Für diese „frei schwebende“ Konstruktion wurden unter anderem H+H U-Schalen mit Bewehrung verarbeitet. Angenehm für den Putzer: Die gleichbleibende Oberfläche großer und kleiner Flächen und Bauteile aus Porenbeton erleichtert es ihm, ein gutes Oberflächenfinish zu garantieren. Das hoch wärmedämmende, monolithische Mauerwerk aus H+H Porenbeton in einer Dicke von 500 mm entsteht in einem Arbeits-

gang und – nach Berechnungen des Herstellers - in nur ca. 70 % der Arbeitszeit, die benötigt wird, um ein Mauerwerk aus z. B. 365 mm dicken H+H Plansteinen zu erstellen. „Wir legen damit schnell, aber sicher die Grundlage für zukunftsweisenden Wärme-, Schallund Brandschutz in der Gebäudehülle“, betont Dipl.-Ing. Karsten Bunsen. Gut für den Betonbauer: Die 500 mm dicken Außenwände bieten eine große Auflagerlänge für die Decke. Die Ausführung eines wärmebrückenoptimierten Anschlusses fällt leicht, denn auch für die Deckenranddämmung bietet die 500 mm dicke Wand besonders viel Platz.  Fotos: H+H Deutschland, Wittenborn Kurze Bauzeit dank rationeller Arbeitsweise Durch das Bauen mit großformatigen H+H Multielementen entsteht in kürzester Zeit ein Mauerwerk, das der gültigen EnEV und den Ansprüchen an nachhaltiges Bauen gleichermaßen entspricht – hoch wärmedämmend, mit ausgezeichneter Schalldämmung, wertbeständig, langlebig und dazu preiswert. H+H Multielemente können von nur zwei Maurern mit einem Minikran sicher und schnell bei geringer körperlicher Beanspruchung verarbeitet werden. Entsprechend der Mauerwerksnorm EC 6 wird der zum Lieferumfang gehörige H+H Dünnbettmörtel in der Regel nur auf die Lagerfugen aufgezogen. Die Stoßfugen sind mit Nut und Feder ausgebildet und bleiben unvermörtelt. H+H Multielemente sind als Doppelpack stehend palettiert und mit Bohrungen für Anschlagmittel an der Oberseite versehen, sodass der Verarbeiter wahlweise ein oder zwei Elemente mit der Versetzzange aufnehmen kann. Bis zu 0,94 m2 Mauerwerk mit nur einem Kranhub sind möglich. So werden besonders günstige Verarbeitungszeiten erzielt. Die H+H Multielemente sind in Festigkeitsklassen PP2, PP4 und PP6 mit Wärmeleitfähigkeiten von 0,09 bis 0,18 W/(m·K) sowie in Dicken von 115 bis 500 mm und einer Höhe von 500 oder 625 mm lieferbar. Der Hersteller bietet ein umfassendes Sortiment ergänzender Produkte wie Stürze, U-Schalen, Eck-, Höhen-ausgleichs- und Deckenrandsteine, durch die Verschnitt und Materialverbrauch zusätzlich reduziert werden können.

Smart City: Vodafone und ICE-Gateway machen die Städte schlau • Vernetzte Straßenlaternen sparen Strom, verhindern Staus und helfen bei der Parkplatzsuche • Städte reduzieren Energiekosten um bis zu 80 % • Vodafone startet Pilotprojekt in Düsseldorf Knapp zehn Millionen Laternen zählen Deutschlands Straßen. Und kosten die Kommunen jährlich um die 100 Euro pro Leuchte für Energie, Wartung, Umrüstung. Mit Hilfe von intelligenten Straßenlaternen können Städte und Kommunen ab sofort bis zu 80 % der Kosten einsparen: Gemeinsam mit dem Startup ICE-Gateway arbeitet Vodafone an der schlauen Stadt der Zukunft. Eine intelligente Straßenbeleuchtung sorgt nicht nur für perfekte Lichtverhältnisse und mehr Sicherheit, sondern macht auch den Verkehr flüssiger. Am Vodafone Campus hat der Düsseldorfer Telekommunikationsanbieter jetzt das erste Pilotprojekt gestartet. Die smarten Laternen sind über das Hochgeschwindigkeits-Mobilfunknetz von Vodafone verbunden und erkennen zum Beispiel

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durch Sensorik freie Parkplätze um sie herum. Gleichzeitig können sie den Verkehrsfluss mit anonymisierten Bewegungsdaten analysieren und lokale Standortinformationen ihrer Umgebung senden. „Dank automatischer Verkehrsfluss-Analysen wissen Verkehrsplaner nicht nur wo es sich staut, sondern auch wie der Stau entstanden ist. Diese Informationen helfen sogar Staus zu vermeiden – indem Städte den Verkehr so lenken, dass nicht zu viele Autos zur selben Zeit an derselben Kreuzung stehen“, sagt Vodafone-Innovationschef Michael Reinartz. Zugleich helfen die intelligenten Laternen dabei, Strom zu sparen: Die LED-Straßenlampen enthalten eine SIM-Karte von Vodafone, die über eine Software-Plattform überwacht und gesteuert werden kann. Durch die Vernetzung werden die einzelnen LED-Leuchten zu einer intelligenten Infrastruktur, die für eine ressourcenschonende Beleuchtung in Städten sorgt. Denn die Straßenbeleuchtung „weiß“, wie hell und wie lange sie leuchten soll: Die benötigte Lichtmenge wird entsprechend der Helligkeit angepasst.

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Junge Architekten weltweit schaffen urbane Lösungen im Wettbewerb „City Above the City“ (Stadt über der Stadt)

THE CITY ABOVE THE CITY COMPETITION: THE WINNERS Der Wettbewerb von Metsä Wood hat Architekten aus aller Welt inspiriert, Holzaufstockungen für Stadtzentren zu entwerfen. Einsendungen aus 40 Ländern setzten sich mit den Herausforderungen der Urbanisierung auseinander. Die prämierten Entwürfe stammen aus New York, Schanghai und Tampere in Finnland. Architekten aus 40 Ländern entwarfen ihren Plan B für die Urbanisierung mithilfe von Holz (Kerto®-Furnierschichtholz) als Hauptmaterial. Die Aufgabe lautete, eine Holzaufstockung für ein bereits vorhandenes Stadtgebäude zu entwerfen. Die Einsendungen befassten sich mit 69 Städten weltweit. Darunter Berlin, London, New York, Paris, Schanghai und Sydney. Der Wettbewerb wurde von Metsä Wood veranstaltet. „Konstruktionen müssen nachhaltig sein und Städte müssen lebenswert bleiben. Ich bin begeistert, dass so viele Architekten der gleichen Meinung sind, besonders die jüngere Generation“, meint der Vorsitzende der Jury, Michael Green, von MGA Architects und DBR Design Build Research. „Die Einsendungen waren innovativ und sorgten sowohl beim Gebäude als auch bei der Gemeinschaft für eine Aufwertung.“ „Die Entwürfe waren realistisch und zeigten ein gutes Verständnis des Furnierschichtholzes als Baustoff“, so Stefan Winter, Professor am Lehrstuhl für Holzbau und Baukonstruktion an der Technischen Universität München. „Dank des geringen Gewichts und der kurzen Bauzeit ist das Kerto-Furnierschichtholz der ideale Baustoff für diese Herausforderung.“ „Der Bau von Holzaufstockungen in vorhandenen Strukturen kann die entscheidende Lösung für die Urbanisierung sein. Anstatt die Gebäudestrukturen auseinanderzureißen, könnten wir sie einfach erweitern“, glaubt Mike Kane, Architekt und Dozent an der London South Bank University. „Dieser Wettbewerb sollte der Impulsgeber für künftige Gespräche bezüglich Nachhaltigkeit und Fortschritt in Städten weltweit sein.“

Gewinner aus unterschiedlichen Teilen der Welt „Die Urbanisierung sorgt für steigendes Interesse bei Baulösungen mit Holz. Das Potenzial für Holzerweiterungen ist alleine in Deutschland mit 100 Millionen Quadratmetern riesig“, weiß Mikko Saavalainen, SVP, Business Development bei Metsä Wood. Gewinner wurden in zwei Kategorien ausgezeichnet: kleine und groß angelegte Lösungsansätze. Der Gesamtwert der Preise beläuft sich auf 35.000 Euro. Die ersten Preise in der Kategorie klein angelegte Lösungsansätze gingen an Nile Greenberg (USA) und Alma Studio (Spanien) für ihre Entwürfe für New York und Schanghai. Die Zweitplatzierten sind Superspace (Türkei) mit einem Entwurf für Istanbul und Sigurd Larsen Design & Architecture (Deutschland) mit einem Konzept für Berlin. Die ersten Preise in der Kategorie groß angelegte Lösungsansätze gingen an Lisa Voigtländer (Deutschland) und SungBok Song (Korea) für ihre Entwürfe für Tampere in Finnland. Die Zweitplatzierten sind Basic Architects (Australien) mit einem Entwurf für Perth, L Arkkitehdit (Finnland) mit einem Konzept für Helsinki, Giuseppe De Marinis Gallo und Gianluca Gnisci (Italien) mit einer Idee für New York und Kim Min Jae Architects (Hongkong) mit einem Entwurf für Hongkong. Eine komplette Übersicht über die Arbeiten finden Sie auf: planb. metsawood.com Videos/Bilder: http://databank.metsagroup.com/l/QXN_pcPcgdjH Falls Sie weitere Informationen wünschen, wenden Sie sich bitte an: Henni Rousu, Marketing Manager, Metsä Wood [email protected], Tel. +358 (0) 40 5548388

ViA6West-Konsortium erhält Zuschlag für A6 in Baden-Württemberg • Planung, Finanzierung, Bau, Betrieb und Erhaltung des Abschnitts zwischen Wiesloch und Weinsberg • Partner: HOCHTIEF PPP Solutions, DIF Infrastructure IV und • JOHANN BUNTE Bauunternehmung • Projektvolumen liegt bei rund 1,3 Mrd. Euro – davon Bauvolumen von rund 600 Mio. Euro

Kommunalwirtschaft 11-12/2016

Das Konsortium ViA6West – bestehend aus HOCHTIEF PPP Solutions, DIF Infrastructure IV und JOHANN BUNTE Bauunternehmung – hat einen Großauftrag im Bundesfernstraßenbau erhalten. Das Konsortium hat den Zuschlag erhalten, die Erweiterung der Bundesautobahn A6 zwischen der Anschlussstelle Wiesloch/Rauenberg und dem Autobahnkreuz Weinsberg in Baden-Württemberg

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zu planen, zu finanzieren, zu bauen, zu betreiben und zu erhalten. Die Partner werden die Strecke auf einer Länge von 25,5 Kilometern bei laufendem Verkehr auf sechs Spuren ausbauen sowie die 1,3 Kilometer lange Neckartalbrücke zwischen Heilbronn/Untereisesheim und Neckarsulm erneuern. Das Projekt umfasst auch den Betrieb und die Erhaltung der A6 auf einer Gesamtlänge von 47,2 Kilometern, von denen einige Teilabschnitte bereits heute ausgebaut sind. Das Projektvolumen liegt bei rund 1,3 Mrd. Euro. Davon entfallen rund 600 Mio. auf den Bau. An der Projektgesellschaft ViA6West hat HOCHTIEF PPP Solutions einen Anteil von 30 Prozent; DIF und JOHANN BUNTE Bauunternehmung sind mit 50 Prozent bezie­ hungsweise 20 Prozent daran beteiligt. Die Bauarbeiten, die Anfang 2017 beginnen und im Sommer 2022 fertig gestellt werden sollen, wird eine Arbeitsgemeinschaft

aus HOCHTIEF Infrastructure und JOHANN BUNTE Bauunternehmung ausführen. Nach der Fertigstellung wird ViA6West den Autobahnabschnitt bis 2046 betreiben und erhalten. „Wir freuen uns sehr, dass der Bund mit uns eine weitere öffentlich-private Partnerschaft im Fernstraßenbau eingeht“, so Marcelino Fernández Verdes, Vorstandsvorsitzender der HOCHTIEF Aktiengesellschaft. Die A6 wird als sogenanntes Verfügbarkeitsmodell umgesetzt: Dies bedeutet, dass die Vergütung des Betreibers davon abhängt, inwieweit die ausgebaute Strecke von den Auto- und Lkw-Fahrern genutzt werden kann. Auch Qualitätsaspekte spielen bei der Vergütung eine Rolle. Mit dem Financial Close wird im Dezember 2016 gerechnet.

BVS: Wir gefährden das sichere Bauen in Deutschland Der BVS (Bundesverband öffentlich bestellter und vereidigter sowie qualifizierter Sachverständiger e.V.) sowie Verbände der Bau- und Immobilienwirtschaft und beratende Ingenieure kritisieren Änderungen der Bauproduktverordnung. Rund 330 Milliarden Euro beträgt der Jahresumsatz in der Baubranche. Sichere und dauerhafte Bauwerke müssen mit qualitativ hochwertigen Bauprodukten verbaut sein, damit ein hohes Maß an Sicherheit und Funktionalität sowie die Anforderungen an den Brandschutz, Umweltverträglichkeit und den Gesundheitsschutz gewährleistet werden. Nun gefährdet ein Urteil (Rechtssache C-100/13) des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) die hohen, in Deutschland geltenden Qualitäts- und Sicherheitsstandards.

ein Wärmedämmstoff in Belgien hergestellt, so wird er nach der belgischen Prüfnorm geprüft. Die belgische Prüfnorm ergibt eine Wärmeleitfähigkeit, die besser ist als der Wert des gleichen Dämmstoffes, wenn er nach deutscher Norm geprüft wird. „Sicherheit und Qualität werden somit eingeschränkt. Offen ist dann auch die Haftungsfrage im Falle eines Mangels oder Schadens“, kritisiert Ubbelohde, öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Schäden an Gebäuden, die Lage. „In jedem Falle ist folglich die Sicherheit im Hinblick auf die vertraglich geschuldete Qualität nur noch eingeschränkt gegeben.“ Ob Bauherr, Planer, Handwerksunternehmen oder Gebäudeverwaltung – Haftungs-, Abnahme- und Betreiberkosten respektive Risiken sind nicht mehr einschätzbar. BVS fordert Widerspruch der Bundesregierung zu EuGH-Urteil

Produktkennwerte und Anforderungen EuGH-Urteil In Deutschland werden Bauprodukte, die hinsichtlich der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes relevant sind, streng geprüft. Hierzu zählen die statische Nachweisbarkeit, statische Prüfung, bauaufsichtliche Zulassung, Entsprechung der Bauregelliste und im Einzelfall die entsprechende Zustimmung. Das aktuelle Urteil des EuGH kippt nun die Produkt-Kennwerte und Anforderungen im Hinblick auf die bauordnungsrechtliche Prüfung. Der Europäische Gerichtshof sah es als erwiesen an, dass die strengen, in Deutschland geltenden behördlichen Regelungen, Einschränkungen und damit Nachteile für ausländische Produkte darstellen. „Gefordert wird nunmehr zum 16.10.2016, dass Zulassungen und die Bauregelliste bauaufsichtlich als Anforderung an die Produkte, zurückgezogen werden“, erklärt BVS-Vizepräsident Helge-Lorenz Ubbelohde die veränderte Situation für die gesamte Baubranche. „Geht es dann nach dem Willen der EU, so erfolgen Produktnachweise zukünftig lediglich durch freiwillige Produktdeklarationen der Hersteller. Das ist grundsätzlich nicht negativ. Da es aber keine einheitliche Grundlagenprüfnorm (harmonisierten Prüfnormen) in Europa gibt, werden generell die Produkte von EU-Land zu EU-Land u.U. unterschiedlich geprüft. Der BVS kritisiert dies scharf. Harmonisierte Anforderungen an die Produktqualifikationen sind die Grundlage für die sichere Anwendbarkeit von Bauprodukten in der Bauwirtschaft“, erklärt Dipl.-Ing. Ubbelohde. Baustoffe – EU fehlt in Folge eine harmonisierte Prüfnorm Gleiche Produkte können künftig unterschiedliche Kennwerte zeigen, so ist der Umkehrschluss des Urteils. Wird beispielsweise

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Grundsätzlich könnte sich die Bundesregierung der Anforderung der Umsetzung des EuGH Urteils widersetzen mit dem Hinweis, dass die Grundlagennormen zur Ermittlung der Anforderungen nicht harmonisiert sind. „Die Bauaufsichten müssten demzufolge das bislang in Deutschland übliche Verfahren zur Sicherstellung der Produktqualität nicht aufheben, bis europaweit die Grundlagennormen bzw. Prüfnormen harmonisiert wurden“, so Ubbelohde. Empfohlene Überbrückungsregelung am Beispiel anderer EULänder Anforderungen an Bauprodukte gibt es auch in anderen europäischen Ländern. Diese Anforderungen werden jedoch nicht durch das öffentliche Recht eingefordert. „In Frankreich, zum Beispiel, werden die Anforderungen privatrechtlich vom Auftraggeber mit der ausführenden Baufirma vereinbart“, erklärt Bau-Ingenieur Ubbelohde. „Hier greift dann kein Europarecht und die privatrechtlichen Anforderungen können umgesetzt werden.“ Der BVS sieht in dieser Maßnahme auch für Deutschland eine gute Lösung. „Gemeinsam mit der Bauwirtschaft und der in der Bauwirtschaft tätigen Verbände sollten Produktanforderungen durch ein privates Qualitätssiegel nachgewiesen werden „quasi“ als Ersatz für das bisherige Ü-Kennzeichen. Zudem müssen die Anforderungen gemäß den deutschen Prüfnormen geprüft werden. Ebenso sollte die Bauregelliste weiterhin privatrechtlich Gültigkeit haben. Diesen Weg sehen wir solange als notwendig, bis es europaweit einheitliche Grundlagenprüfnormen gibt“, fordert Ubbelohde, Bundesfachbereichsleiter Bauwesen im BVS.

Kommunalwirtschaft 11-12/2016

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Zu erwartende Reaktion der Immobilien- und Bauwirtschaft In Folge des Urteils erwartet der BVS, dass die Wohnungswirtschaft künftig zur Qualitätssicherung privatrechtliche Anforderungen an die Auftragnehmer bei der Vertragsvergabe stellt. „Konkret bedeutet das: Produktnachweise müssen nach der deutschen Prüfnorm erbracht werden“, so Ubbelohde. Ab diesem Moment setzt sich eine Kette in Gang: Die Baufirmen fordern vom Baustoffhandel die Nachweise der Produktanforderungen. Diese wiederum geben die Produktanforderungen an den Produkthersteller weiter. Diese wiederum müssen, um auf dem deutschen Markt (weiterhin) bestehen zu können, die Produktdeklaration nach den deutschen Prüfnormen vornehmen. Zusammenfassung der Situation und Forderungen

umzusetzen und nicht auf bestehende Qualitäts- und Sicherheitsstandards zu verzichten. „In diesem Zusammenhang appellieren wir gemeinsam mit den Verbänden der Bau- und Immobilienwirtschaft an die Bauaufsichten, das bisherige qualitätssichernde System nicht zu demontieren“, so Ubbelohde. Auch die EU sieht der BVS in der Verantwortung. So sei, nach Auffassung des Sachverständigenverbandes, eine zeitnahe Harmonisierung der Prüfnomen erforderlich. Weitere Punkte der gemeinsamen Stellungnahme (Download unter http://www.bvs-ev.de/fileadmin/user_upload/downloads/2016­08-_31_Bauprodukte_Verbaendeappell_Anlage_final.pdf) Die Bauaufsicht soll Bauteilanforderungen anstelle von Produktforderungen formulieren; alle Instanzen des Bauwesens werden aufgerufen, privatrechtliche Anforderungen in Hinblick auf die Produkte zu stellen, so dass nur Produkte, die nach der deutschen Prüfnorm geprüft wurden, verbaut werden.

Der BVS und das Verbände–Bündnis fordern die Politik auf, die Umsetzung des EuGH-Urteils nur im verantwortungsvollen Rahmen

Kaufmännisches und technisches Property Management

TÜV SÜD Advimo übernimmt Property Management für das Objekt Heilbronner Straße 300–302 in Stuttgart Die TÜV SÜD Advimo GmbH übernimmt das Property Management für das Büroobjekt in der Heilbronner Straße 300–302 in Stuttgart. Der moderne Bürokomplex mit dem Land Baden-Württemberg als Hauptmieter umfasst ca. 16.000 m² Mietfläche. Das Mandat beinhaltet das kaufmännische und technische Property Management und wird vom TÜV SÜD Advimo-Standort Stuttgart mit Sitz in Leinfelden-Echterdingen betreut. Die TÜV SÜD Advimo GmbH ist eine 100-prozentige Tochtergesellschaft von TÜV SÜD. Sie ist aus der Verschmelzung der cgmu-

nich GmbH und der K + S Haustechnik Planungsgesellschaft GmbH hervorgegangen. Die Experten von TÜV SÜD Advimo übernehmen alle technischen, wirtschaftlichen und organisatorischen Planungs-, Beratungs-und Management-Aufgaben entlang des Lebenszyklus einer Immobilie – von der Planung der TGA-Gewerke über das baubegleitende FM-Consulting bis hin zu Property ManagementLeistungen für Bestandshalter. TÜV SÜD Advimo ist mit 200 Mitarbeitern an 10 Standorten in ganz Deutschland vertreten. Internet: www.tuev-sued.de/advimo.

Drees & Sommer steuert neues Stadtentwicklungsprojekt in München Auf einem 250 Fußballfelder großen Areal im bayerischen Freiham entsteht ein neues, nachhaltiges Stadtquartier. Nach der Gesamtfertigstellung können dort über 20.000 Menschen leben und rund 7.500 arbeiten. Das neue Viertel wird zudem ausreichend Raum für Erholung sowie Kultur- und Sportaktivitäten bieten. Seine ersten Bewohnerinnen und Bewohner kann der Stadtteil Freiham ab Anfang 2018 empfangen. Um den reibungslosen Ablauf des Projekts sicherzustellen, hat die Landeshauptstadt München Drees & Sommer mit der Steuerungsunterstützung der Projektsteuerung Freiham beauftragt. Die Experten für Entwicklungs- und Infrastrukturberatung des Unternehmens unterstützen die Landeshauptstadt bei der nachhaltigen Stadtentwicklung und sichern die Kosten-, Qualitätsund Terminziele. Freiham liegt am westlichen Stadtrand von München und ist die letzte große zusammenhängende Fläche innerhalb der Stadtgren-

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zen. Der südlich an das neue Stadtquartier angrenzende Teil wird bereits seit einigen Jahren realisiert und umfasst einen Gewerbestandort. Nun sollen auch die Flächen im Norden erschlossen und entwickelt werden. Ziel der Stadt München ist es, ein Stadtquartier zu bauen, das hohe ökonomische, ökologische, soziale und inklusive Anforderungen erfüllt. Die ersten Baumaßnahmen laufen bereits auf Hochtouren. Insgesamt entstehen mehr als 8.000 Wohneinheiten, von Geschosswohnungsbau über gemischte Wohnformen bis hin zu Stadthäusern. Darüber hinaus sind ein Bildungscampus mit vier Schulen, weitere vier Grundschulen, über 20 Kindertageseinrichtungen, ein Sportpark für den Schul- und Freizeitsport sowie ein Quartierszentrum mit Verkaufsflächen und Gastronomieangeboten geplant. Das städtebauliche Konzept sieht zudem ein neues Pflegeheim und ein Bürgerzentrum sowie Flächen für Hotel- und Büronutzung vor. Platz für Grünflächen ist ebenfalls eingeplant. Im Westen des

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Luftaufnahme des zu bebauenden Gebiets. © Landeshauptstadt München Wohngebiets entsteht beispielsweise ein etwa 55 Hektar großer Landschaftspark. Eine breite Auswahl an Mobilitätsangeboten mit S-Bahn-Anbindung und Autobahnanschluss soll das neue Stadtquartier zudem für Pendler und Berufsreisende attraktiv machen. Umweltfreundlich und sicher ans Ziel Sehr großen Wert legt die Landeshauptstadt München bei ihrem Vorhaben auf Nachhaltigkeit und Energieeffizienz. So soll der künftige Wärmebedarf von Freiham durch kohlendioxidarme Erdwärme gedeckt werden. Dafür wird ein etwa 2.300 Meter unter der Erde liegendes Heißwasservorkommen angezapft. Durch Nutzung dieser natürlichen Wärme will die Stadt rund 22.500 Tonnen Kohlendioxid

pro Jahr einsparen. Zahlreiche Solaranlagen tragen zur effizienten Energienutzung zusätzlich bei. Drees & Sommer begleitet die Stadt München in den kommenden drei Jahren bei diesem anspruchsvollen Vorhaben. Im Rahmen der Projektsteuerung übernehmen die Entwicklungs- und Infrastrukturexperten unter anderem die Termin- und Kostensteuerung und führen ein regelmäßiges Qualitätscontrolling durch. Darüber hinaus koordinieren sie die Abläufe während der Planungs- und Bauphase und unterstützen die Landeshauptstadt mit Optimierungsvorschlägen. Mit diesen Leistungen trägt das Expertenteam dazu bei, dass das Projekt im geplanten Budget- und Zeitrahmen realisiert wird.

Neues Wohn- und Gewerbegebiet Fischbeker Reethen

Kees Christiaanse entwirft die Gartenstadt der Zukunft für Hamburg Die Entscheidung im städtebaulich-landschaftsplanerischen Wettbewerb ist gefallen. Im neuen Quartier Fischbeker Reethen haben die Architekten die Idee der Gartenstadt weiterentwickelt. Die bestehende Landschaftsstruktur soll erhalten bleiben und alle Wohnungen erhalten einen Bezug zum Landschaftsraum. In der Mitte des Quartiers entsteht ein zentraler Boulevard mit einer neuen Schule und Kita sowie Geschäften für den alltäglichen Bedarf. Erste Bautätigkeiten sind für 2018 geplant. Im Westen des Bezirks Harburg entstehen in den nächsten Jahren die Fischbeker Reethen: ein Quartier, das naturverbundenes

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Wohnen und innovative Arbeitswelten miteinander vereinen wird. Im Rahmen der Strategie „Mehr Stadt an neuen Orten“ des Hamburger Senats und angesichts der steigenden Wachstumsprognosen für die Stadt Hamburg, wird das Projektgebiet in Neugraben-Fischbek als derzeit größte verfügbare Wohnungsbau- und Gewerbefläche des Bezirks Harburg aktiviert und durch die IBA Hamburg entwickelt. Im Mittelpunkt steht dabei die Idee der „Gartenstadt des 21. Jahrhunderts“. Das Gebiet befindet sich zwischen der S-BahnStation Fischbek und der südlich gelegenen Cuxhavener Straße (B 73). Westlich grenzt es an Neu Wulmstorf. Die östliche Grenze bildet die vorhandene Wohnbebauung und die Schule um den Ohrnsweg.

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Das Preisgericht kürte mit 11:1 Stimmen den Entwurf der Architekten KCAP Architects&Planners zusammen mit Kunst+Herbert I Büro für Forschung und Hausbau zum Sieger. Stärken des Entwurfs: In dieser Neuinterpretation der Gartenstadt entstehen auf dem rund 70 Hektar großen Gebiet ca. 2.200 neue Wohnungen, Gewerbe und eine hohe Vielfalt qualitativer Landschaftsräume. Die bestehenden Landschaftslinien bleiben erhalten und werden fingerartig in das Gebiet verlängert bzw. erweitert. Ein kleiner Graben führt in Ost-West Richtung durch das Zentrum des Quartiers. Die Architekten schlagen für das neue Quartier eine „blaue Mitte“ vor, um die

herum sich ein kleines Quartierszentrum mit Schule und Geschäften für den täglichen Bedarf, Gastronomie und gemeinnützigen Einrichtungen ansiedeln soll. Weiter nördlich sehen die Pläne der Architekten eine „Gründerstraße“ vor, an der entlang neue Mischformen von Gewerbe und Wohnen möglich werden. Diese Gewerbebauten, die gegenüber der Wohnbebauung liegen, sollen für nicht-störendes Gewerbe reserviert werden und eine hochwertige Fassade erhalten. Für die weiteren Gewerbeflächen entlang der Bahnlinie sind u. a. wissens- und forschungsintensives, produzierendes Gewerbe und Handwerk vorgesehen. Das gesamte Quartier soll als „walkable City“ mit reduziertem Autoverkehr erschlossen werden und damit ein gutes Netzwerk für Radfahrer und Fußgänger bieten.

Daten und Fakten: Sieger Wettbewerb: FISCHBEKER REETHEN städtebaulich-landschaftsplanerischer Realisierungswettbewerb in zwei Phasen

Büro KCAP Architects&Planners mit Kunst + Herbert | Büro für Forschung und Hausbau

Ausloberin des Wettbewerbs

IBA Hamburg GmbH

Anzahl der geplanten Wohneinheiten

ca. 2.200

Gewerbeflächen

über 100.000 m²

Grünflächen

fast 200.000 m²

Soziale Einrichtungen

Schule, KiTa, Quartierstreffpunkt, zusätzlicher Sportplatz

Weitere Platzierungen

2. Platz: Raumwerk mit ST raum a. Anerkennung: M-E-S-S mit urbane gestalt Anerkennung: LRW mit plateau landschaftsarchitekten

Dr. Dorothee Stapelfeldt, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen: „Südlich der Elbe, in den Fischbeker Reethen, schaffen wir eines der attraktivsten neuen Wohngebiete Hamburgs. Umgeben von Naturschutzgebieten entsteht hier ein grünes und urbanes Quartier mit hoher Lebensqualität und einer sehr guten Verkehrsanbindung an die Innenstadt. Dieses neue Wohn- und Arbeitsquartier bietet bedeutendes Potential für die Entwicklung des Süderelberaumes. Harburg leistet damit einen großen Beitrag zum Wohnungsbauprogramm des Senats und zur Versorgung der Hamburgerinnen und Hamburger mit bezahlbarem Wohnraum.“ Prof. Jörn Walter, Oberbaudirektor: „Die Idee der neuen Gartenstadt mit gefassten Straßenräumen und einer gestalteten Mitte hat die Jury sehr überzeugt. Der Entwurf bietet eine ausgezeichnete Grundlage, um im weiteren Planungsprozess ebenso kostengünstige wie variantenreiche Wohngebäude aufnehmen zu können und schafft es mit bemerkenswertem Geschick, Wohnen und Gewerbe schlüssig und ansprechend miteinander zu verbinden.“

Visualisierung Wettbewerbsergebnis Fischbeker Reethen  Credits: KCAP/Kunst+Herbert

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Karen Pein, Geschäftsführerin IBA Hamburg GmbH: „Im Wettbewerbsverfahren hatten sowohl Bürgerinnen und Bürger als auch potentielle Investoren die Gelegenheit, eigene Ideen einzubringen. Damit haben wir ideale Voraussetzungen geschaffen, um aus den Fischbeker Reethen zügig ein attraktives, grünes und lebendiges Stadtquartier zu entwickeln.“ Thomas Völsch, Bezirksamtsleiter Harburg: „Das Potenzial und die damit verbundene Dynamik des Standortes Fischbeker Reethen für Wohnen und Gewerbe zu gleichen Teilen kenn­ zeichnen den Standort Neugraben-Fischbek als einen bedeutenden Entwicklungsbereich innerhalb des gesamten Stadtgebiets. Gerade der Schwerpunkt auf dem Konzept der „walkable City“ mit einem reduzierten Autoverkehr und einem starken Fokus auf Rad- und Fußgängerwege soll dafür sorgen, dass eine Einheit aus Wohn- und Gewerbegebiet möglich und erfolgreich sein kann.“ Kees Christiaanse, Partner KCAP Architects&Planners: „Die Verbindung zur Landschaft ist für uns der Ausganspunkt für den Entwurf. Die funktionale Mischung sehen wir als Chance für die Fischbeker Reethen und als Beispiel für die Entwicklung der Peripherie von Metropolen. Gründer und Grün, Wohnen und Gewerbe sind kein Widerspruch, sondern werden Teil eines neuen Stadtteils.“ Das Preisgericht hat Empfehlungen für die weitere Ausarbeitung des Entwurfs ausgesprochen. Nach Erstellung des Funktionsund Bebauungsplanes sollen bereits 2018 die ersten Bautätigkeiten beginnen. Die IBA Hamburg GmbH wird für das neue Quartier Fischbeker Reethen die Projektentwicklung übernehmen und die Wohnungsbaugrundstücke vermarkten. Die Vermarktung der Gewerbegrundstücke übernimmt die HWF Hamburgische Gesellschaft für Wirtschaftsförderung. Unter der Dachmarke „Naturverbunden Wohnen“ vermarktet die IBA Hamburg in Neugraben-Fischbek bereits erfolgreich die Wohnquartiere Fischbeker Heidbrook und Vogelkamp Neugraben. Weitere Informationen finden Sie unter www.naturverbundenwohnen.de oder www.iba-hamburg.de

Kommunalwirtschaft 11-12/2016

Arbeitshilfe unterstützt Planer beim schadstoffarmen Bauen Was sind schadstoffarme Bauprodukte und woran erkennt man sie? Welche Baustoffe und Bauprodukte sind hinsichtlich ihrer Umweltwirkungen problematisch und wie geht man am besten mit ihnen um? Antworten auf diese Fragen bietet eine neue Broschüre des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR). Sie liefert Grundlagen und Praxisbeispiele für das ökologische Bauen. Ihre Handlungsempfehlungen richten sich an Planer, Architekten und Bauherren. „Eine an ökologischen Kriterien orientierte Baustoffwahl ist eine anspruchsvolle Planungsaufgabe. Sie wird bestimmt durch viele Normen und Richtlinien“, sagt BBSR-Direktor Harald Herrmann. „Wir möchten mit der Broschüre die Komplexität und Vielfalt der Baustoffwahl übersichtlicher darstellen und gut handhabbar machen.“ Einen besonderen Schwerpunkt legt die Veröffentlichung auf den Umgang mit Stoffgruppen, die immer wieder für Unsicherheit bei Planern und Bauherren sorgen. Dazu zählen besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC - Substances of Very High Concern), Form-

aldehyd sowie Biozide. Die Arbeitshilfe bietet einen Überblick, in welchen Bauproduktgruppen sich die Stoffe finden und wie Risiken für Mensch und Umwelt bei der Planung und Bauausführung verringert werden können. Die Broschüre enthält zudem Hinweise auf Planungswerkzeuge und Informationssysteme wie das Webportal WECOBIS und das Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen. WECOBIS enthält umwelt- und gesundheitsrelevante Fachinformationen für alle gängigen Produkte: Begriffsdefinitionen, Angaben zu Produktbestandteilen, Verweise auf wichtige Umweltdeklarationen beziehungsweise Labels sowie Ausschreibungshilfen. Auch die Kriterien des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen unterstützen Planer darin, die Umweltwirkungen von Baustoffen möglichst gut zu beurteilen und bei einer ganzheitlichen Planung zu berücksichtigen. Die Publikation erscheint als vierter Band der vom BBSR herausgegebenen Reihe „Zukunft Bauen | Forschung für die Praxis“. Interessierte können die kostenlose Broschüre per E-Mail anfordern: [email protected] (Stichwort: Ökologische Baustoffwahl).

Ruhiges Wohnen mit Nachbarn Ansprechender Wohnungsneubau in Landshut aus wärme- und schalldämmendem Ziegelmauerwerk Wirtschaftlicher Wohnungsbau darf für das Katholische Siedlungswerk in Landshut nicht zu Lasten von Nachhaltigkeit und Bauqualität gehen. Nach dieser Maxime handelte die Wohnungsbaugenossenschaft auch bei der Errichtung von zwei dreistöckigen Wohngebäuden mit insgesamt 23 Wohneinheiten in der Landshuter Wolfgangsiedlung. Die Außenwände der seit Frühjahr 2015 bezugsfertigen Wohnanlage entstanden in nachhaltig monolithischer Bauweise. Dabei vertraute man auf die bauphysikalischen Qualitäten des Mauerziegels „Unipor WS10 Coriso“ der Ziegelwerke Leipfinger Bader (Vatersdorf). Der für den Geschosswohnungsbau optimal geeignete Ziegel verknüpft seinen hohen Wärme- und Schallschutz mit einer guten Tragfähigkeit. Dank seiner rein mineralischen Dämmstoff-Füllung erreicht er einen niedrigen Wärmeleitwert von 0,10 W/mK. So ermöglicht er eine besonders energetische Bauweise bereits mit schlankem Mauerwerk von 36,5 Zentimetern. Sonntägliches Kirchengeläut gehört für die Bewohner der neuen Landshuter Wohnanlage zum Leben: Das 3.000 Quadratmeter große Grundstück grenzt nach Süden hin an Kirche und Gemeindehaus der Pfarrei St. Wolfgang. Dieser verdankt die nördlich des Stadtkerns gelegene Wohngegend auch ihren Namen. Seit Gründung der Pfarrei in den 40er Jahren entstand in der „Wolfgangsiedlung“ eine bauliche Vielfalt, in die sich beide Wohngebäude in schlichter Bauhausmanier einfügen. Dabei setzen sie durchaus eigene architektonische Akzente. Erschließung über Laubengänge Die beauftragten Architekten Thomas Neumeister und Bernhard Paringer (Landshut) sahen in ihrem Entwurf zwei rechtwinklig zueinander angeordnete, zeilenförmige Baukörper mit Flachdach und Tiefgarage im Untergeschoss vor. Die dreigeschossigen Gebäude stehen auf einem gemeinsamen Sockel, der Distanz zum öffentlichen Raum schafft. Zugleich wird eine Verbindung hergestellt, denn in den Sockel sind auch ein Buswartehaus und eine Rampe integriert.

Kommunalwirtschaft 11-12/2016

Eine Besonderheit stellen die breiten Laubengänge dar, die zur Erschießung der Wohneinheiten dienen. Vorgelagerte Windfänge schaffen hier eine selbstverständliche Zonierung, sodass der Erschließungsverkehr nicht die zum Laubengang orientierten Wohnräume beeinträchtigt. Auf den südlich und westlich ausgerichteten Gebäuderückseiten prägen großzügig dimensionierte Terrassen oder durchlaufende Balkone mit trennenden Sichtschutzelementen das Erscheinungsbild. Die fünf Vier-Zimmer- und 18 Drei-Zimmer-Wohnungen verteilen sich auf einer Bruttogeschossgesamtfläche von rund 2.000 Quadratme-tern. Alle Wohneinheiten kommen ohne Stufen aus. Im Erdgeschoss sind auch die Zugangswege barrierefrei. Grundrisse ohne Flure und mit besonders offen gestalteten Wohn-Essbereichen gewährleisten hohe Nutzflächenoptimierung und kommunikatives Wohnen. Dabei sorgen raumhohe Fenster tagsüber für helle, lichtdurchflutete Räume. Als zusätzlichen Wohnkomfort verfügen die Wohnungen im Erdgeschoss auf ihrer Süd- und Westseite zudem über jeweils zugeordnete kleine Gartengrundstücke. Die Balkone nach Süden und Westen geben den Blick auf eine bestehende Baumgruppe aus Kastanien und einer Linde frei. So gewährt jede Wohnung trotz der innerstädtischen Lage einen schönen Blick ins Grüne. Unipor WS10 Coriso: Wärmedämmend und hochbelastbar Der Bau des ersten Wohngebäudes startete im Herbst 2013. Dabei forderte der Bauherr einen KfW-Energieeffizienzhaus-Standard 70 nach den Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) 2009. Außerdem sollte der gewählte Außenwandbaustoff kostengünstig eine monolithische Bauweise ermöglichen und dauerhaft zum Werterhalt der errichteten Immobilie beitragen. „Wir entschieden uns in Abstimmung mit dem Bauherrn letztlich für den Unipor WS10 Coriso-Ziegel, weil er angesichts der Vorgaben mit seinen bauphysikalischen Werten eine optimale Lösung bot“, erklärt Architekt Bernhard Paringer. „Die Tragfähigkeit ist bei gleicher Wärmeleit-

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zahl von 0,10 W/mK mit einer zulässigen Druckspannung von 1,9 MN/m³ noch höher als bei vergleichbaren Produkten.“ Der multifunktionale Mauerziegel wurde von der Unipor-Gruppe vor allem für den Geschosswohnungsbau entwickelt. Bei einer Mauer-werksstärke von nur 36,5 Zentimetern gewährleistet die Außenwand einen niedrigen Wärmedurchgangskoeffizienten von 0,26 W/m²K. Beschichtet ist sie mit einem zweilagigen Leichtputz sowie einem innenseitigen Gipsputz. Der so erreichte bauliche Wärmeschutz leistet einen wesentlichen Beitrag zum finanziell geförderten KfW-Effizienzhaus-Standard 70. Auch heute entspricht der Bau den Vorgaben der verschärften Energieeinsparverordnung 2014/2016. Nachweis bestätigt erhöhten Schallschutz Hoher Wohnkomfort beinhaltet beim Geschosswohnungsbau auch immer ausreichenden Schallschutz. Für Trennwände und Decken genügt dabei der „normale“ Schallschutz nach DIN 4109 nicht mehr den heutigen Komfortansprüchen. Vielmehr entspricht der erhöhte Schallschutz nach Beiblatt 2 laut Urteil des Bundesgerichtshofes dem Stand der Technik. Entsprechend führte das Ingenieurbüro Schwinghammer (Landshut) den Schallschutznachweis nach Tabellenwerten der DIN 4109. Dieser ergab, dass schon mit dem ursprünglich in der Außenwand vorgesehenen Ziegel der erhöhte Schallschutz von Stahlbetontrenn-wand und Stahlbetondecke erfüllt wird. Ihr bewertetes Schalldämm-Maß R’w unter Berücksichtigung der vertikalen und horizontalen Schallübertragung über die flankierende Außenwand betrug demnach jeweils 55 Dezibel. Mit dem schließlich eingesetzten Unipor WS10 Coriso-Ziegel ließ sich der Schallschutz dank eines höheren Direkt-Schalldämm-Maßes Rw,Bau ref von 52,2 Dezibel und einer flächenbezogenen Masse von über 300 kg/m² sogar noch um ein bis drei Dezibel verbessern. Diese besonders schallabsorbierende Fähigkeit bewies der Unipor Coriso-Ziegel in einem ausführlichen Praxistest. Bei Messungen der Luftschalldämmung durch die Ig-Bauphysik (Hohenbrunn) in zwei Mehrgeschossbauten mit identischen Wand- und Decken-Materialien sowie Abmessungen ähnlich der Wohnanlage in Landshut ergaben sich ausschließlich bewertete Schalldämm-Maße zwischen 56 und 60 Dezibel. Zügige Mauerwerkserstellung Kostengünstiges Bauen hatte für das Katholische Siedlungswerk seit ihrer Gründung im Jahr 1947 bei der Realisierung von Wohnungsbauprojekten immer eine hohe Priorität. Neben dem Einsparen von Grundfläche war mit dem schlanken Mauerwerk deshalb auch eine möglichst kurze Rohbauzeit gefragt.

Die Maurer des Rohbauunternehmens Thomas Widmann aus Dingolfing verlegten die planebenen Unipor Coriso-Ziegel entsprechend der bauaufsichtlichen Zulassung Z-17.1-1021 in einem deckelnden Dünnbettmörtel. Sie profitierten dabei von den verarbeitungsfreundlichen Pluspunkten des Mauertec-Systems. So ließ sich mit Hilfe des Mörtelschlittens Unimaxx und dem auf den Ziegel abgestimmten Maxit-Dünnbettmörtel „mur 900 D“ besonders zügig eine gleichförmige drei Millimeter dicke Lagerfuge erstellen. Auf eine Vermörtelung der Stoßfugen verzichteten die Maurer aufgrund der Nut-Feder-Ausbildung der Ziegelstirnseiten. Auf diese Weise sparten sie sowohl Zeit als auch Material ein. Der Unipor Coriso-Ziegel unterscheidet sich in der Verarbeitung trotz der mineralischen Dämmstoff-Füllung nicht von traditionellen Unipor-Planziegeln. Mit üblichen Werkzeugen lässt er sich problemlos schneiden sowie bohren oder schlitzen – ohne ein Herausrieseln der Füllung zu riskieren. „Es entstand ein besonders homogenes Mauerwerk, das für die nachfolgenden Putzarbeiten einen idealen Untergrund bildete“, lobt Paringer. „Auch spezielle Details wie die Fensterlaibungen waren zügig auszuführen. Das Ziegelwerk Leipfinger Bader lieferte hierfür entsprechende Anfänger- und Halbanfänger-Ziegel.“ Viel fachkundige Anerkennung Im Frühjahr 2015 konnte das Projekt termingetreu sowie im geplanten Kostenrahmen abgeschlossen werden. Die moderne Architektur setzt ästhetische Reize, fügt sich aber zugleich harmonisch in die heterogene Nachbarbebauung aus überwiegend Wohnhäusern mit Ziegeldächern ein. Das Gebäude-Duo fand nicht nur beim Bauherrn, sondern unter anderem auch bei der Bayrischen Architektenkammer Gefallen. So gehörte das Bauwerk zu den ausgewählten Besichtigungsobjekten der jährlich stattfindenden „Architektouren“. Ende Juni 2015 konnten sich zahlreiche Baufachleute vor Ort von dem erfolgreich umgesetzten Entwurf überzeugen. Anklang fanden auch die Vorzüge der wohngesunden Ziegelbauweise, die zu einem ausgeglichen Raumklima beiträgt. Das in ökonomischer und ökologischer Hinsicht gleichermaßen gelungene Wohnungsbauprojekt erhielt zudem beim Wettbewerb um den Deutschen Bauherrenpreis 2015/16 lobende Anerkennung. Nähere Informationen zur energetischen Bauweise mit massiven Mauerziegeln sind beim Unipor-Mitgliedsunternehmen Leipfinger Bader erhältlich – bestellbar per Telefon (08762-7330), Fax (08762733110) oder E-Mail ([email protected]). Autor: Dipl.-Ing. Hans-Gerd Heye

Stadtagentur in Köln in ALHO Modulbauweise

Aufgaben konzentrieren und effizient arbeiten Nach langer Suche, ist es soweit: Die Agentur für Arbeit Köln hat einen Investor und Generalübernehmer gefunden, der die neue Arbeitsagentur bauen wird. Die ALHO Systembau GmbH konnte sich bei einem europaweit ausgeschriebenen Vergabeverfahren durchsetzen und wird bis zum 31. Dezember 2017 das rund 19.500 Quadratmeter umfassende Verwaltungsgebäude in Modulbauweise errichten. Das Bauvorhaben wird auf einem knapp 14.000 Quadratmeter großen Grundstück des ehemaligen Flughafengeländes Butzweilerhof in Köln entstehen. Das Gebäude wird Arbeitsplätze für über 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bieten.

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Geplant ist, dass Anfang 2018 die Eingangszonen, die arbeitnehmerorientierte Vermittlung, die Berufsberatung, der gemeinsame Arbeitgeber-Service von Arbeitsagentur und Jobcenter, der gemeinsame Integration Point, die Alg-Plus-Teams des operativen Service, die Fachdienste, die Gremien und die Geschäftsführungen sowie das Berufsinformationszentrum ihren neuen Platz hier finden werden. Für die Bereiche ohne direkten Kundenkontakt wie den internen Verwaltungsbereich oder das Call-Center sowie die Familienkasse werden Räumlichkeiten an anderen Standorten angemietet.

Kommunalwirtschaft 11-12/2016

Die Erschließung des Bürokomplexes erfolgt von der Butzweilerhof-Allee. Der Haupteingang zur Magistrale liegt in der Gebäudemitte und wird zugunsten einer besucherfreundlich übersichtlichen Orientierung gestalterisch hervorgehoben. „Wir freuen uns auf die neue Stadtagentur. Am Butzweiler Hof werden wir ein modernes Gebäude beziehen, in dem wir unsere Aufgaben optimal konzentrieren und effizient arbeiten können. Indem alle operativen Einheiten zusammenrücken, werden die internen Wege kürzer. Für unsere Kunden werden sich auch deutliche Veränderungen ergeben. Im neuen Gebäude werden wir die Kunden in einer großzügigen und freundlichen Eingangslounge empfangen und unser gesamtes Dienstleistungsportfolio an einem Ort anbieten“, so Roswitha Stock, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Köln. „Für Jugendliche, Schüler, Studenten, aber auch für Arbeitnehmer wird ein modernes zweigeschossiges Berufsinformationszentrum zur Verfügung stehen. Der gemeinsame Integration Point, der die geflüchteten Menschen in Köln betreut, wird ebenfalls sein neues Zuhause dort finden.“ Der nach zwei Seiten kammartig angeordnete vier bis sechsgeschossige Gebäudekomplex wird sich aus 391 Raummodulen zusammensetzen, die nach exakter Vorplanung im ALHO Werk in Morsbach gefertigt werden. Ein 6-geschossiger Längsriegel bildet das Gebäuderückgrat, zu dem senkrecht auf beiden Seiten Gebäudeflügel in 4-5-geschossiger Bauweise angeordnet sind. Die Kammstruktur zielt auf einen Campus-Charakter hin, mit dem die Planer den großen Flächenbedarf im Gebäude optimal decken. Gleichzeitig entstehen zwischen den Riegeln attraktive Freiflächen, die unter anderem auch für die Bereitstellung von PKW-Stellplätzen zur Verfügung stehen. Die Grundrissgestaltung ermöglicht größte Unabhängigkeit und Flexibilität, da sich alle Büros nach außen orientieren und somit gleiche Arbeitsplatzbedingungen für alle Mitarbeiter garantiert werden können. Außerdem verleiht die prägnante Kammstruktur dem Gebäude architektonische Signifikanz sowie Identität in einem einheitlichen Volumen. Die Erschließung des Bürokomplexes erfolgt von der Butzweilerhof-Allee. Der Haupteingang zur Magistrale liegt in der Gebäudemitte und wird zugunsten einer besucherfreundlich übersichtlichen Orientierung gestalterisch hervorgehoben. Die Anordnung der Treppenanlagen an den Kopfseiten der kammartigen Baukörper lässt eine flexible Gestaltung und Unterteilung der Flächen zu.

Der nach zwei Seiten kammartig angeordnete vier bis sechsgeschossigen Gebäudekomplex wird sich aus 391 Raummodulen zusammensetzen, die nach exakter Vorplanung im ALHO Werk in Morsbach gefertigt werden.

Kommunalwirtschaft 09/2016

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Auf Deutschlands einst zweitgrößtem Flughafen ist im Laufe der Jahre nach seiner Stilllegung ein attraktives Gewerbegebiet mit mehr als 400 ansässigen nationalen wie internationalen Firmen, und insgesamt 12.000 Mitarbeitern entstanden – derzeit die größte Wohn- und Gewerbefläche, die in Köln vermarktet wird. Für die Entwurfsplanung des Neubaus beauftragte ALHO die Architekturbüros Hartmut Bromberger in Waiblingen und das Architekturbüro Wittkowski & Partner aus Köln-Porz. Außerdem koordinierte ALHO das Planungsbüro G-TEC für die Haustechnik und das Ingenieurbüro Brendebach für Tiefbau und Statik. Die ALHO Gruppe ist mit europaweit über 850 Mitarbeitern einer der führenden Anbieter und Hersteller im Bereich des innovativen Modulbaus. Die Modulbauweise bietet zahlreiche Vorteile: Zum einen ist durch die industrielle Vorfertigung der einzelnen Module im Werk ein gleichbleibend hoher Qualitätsstandard gewährleistet. Zum anderen kann in den ALHO Werkshallen das ganze Jahr über

witterungsunabhängig produziert werden. Der hohe Vorfertigungsgrad der Module von bis zu 80% steht für kurze Bauzeiten sowie geräusch- und schmutzarme Baustellen vor Ort. Neben Gestaltungsmöglichkeiten, die denen im konventionellen Bauen ebenbürtig sind, bietet modulares Bauen gerade im Hinblick auf die Flexibilität des bestehenden Gebäudes einzigartigen Spielraum: Standort, Größe und Nutzung sind bei Modulgebäuden jederzeit veränderbar. Vor allem in puncto Wirtschaftlichkeit überzeugen die modularen Gebäude. Der nachhaltige Ressourceneinsatz, intelligente Gebäudetechnik und die hohe Flexibilität und Umnutzbarkeit führen dazu, dass ALHO Modulgebäude über den gesamten Lebenszyklus betrachtet günstiger sind, als vergleichbare konventionelle Gebäude. Trotz der Vorfertigung sind Modulgebäude keine Bauten von der Stange, sondern individuell vom Architekten entworfene Gebäude, die in puncto Gestaltung alle Freiheiten bieten.

Vielfalt standardisieren: Mit ALHO Modulbauweise die Wohnraumlücke schließen 2017 feiert die ALHO Systembau GmbH aus Friesenhagen, ein bedeutendes Jubiläum: Seit 50 Jahren folgt der Anbieter hochwertiger, flexibler Modulbauten den Ideen und Zielen des „Neuen Bauens“, wie sie bereits in den 1920er Jahren durch Le Corbusier, Gropius oder Mies van der Rohe propagiert wurden und Architekten und Planer bis heute begeistern. Tatsächlich ist die ALHO Modulbauweise derzeit aktueller denn je: Die Reduzierung von Bauzeit durch Vorfertigung, die Rationalisierung, Typisierung und Standardisierung bewährter Details, sowie der Einsatz nachhaltiger, qualitätsvoller Materialien prädestinieren sie bei immer mehr Bauvorhaben als lohnende Alternative zur Massivbauweise. Wann immer Gebäude mit vielen identischen Nutzungseinheiten erstellt werden – Verwaltungsgebäude mit Büroräumen, Krankenhäuser mit Bettenstationen sowie Wohngebäude mit Appartements

Leben ist Vielfalt, Wohnen auch: Modulgebäude sind keine Bauten von der Stange, sondern vom Architekten individuell entworfene Gebäude, die in puncto Gestaltung alle Freiheiten bieten – auch im Innenraum.

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– macht der Einsatz von Moduleinheiten wegen ihrer seriellen Reproduzierbarkeit besonders viel Sinn. Dabei sind Modulbauten keine Bauten von der Stange, sondern individuell von Architekten geplante Gebäude, die in puncto Grundrissorganisation und Gestaltung eine Vielzahl an Möglichkeiten bieten: Überzeugen Sie sich von den vielen Vorteilen des modularen Bauens und lassen Sie sich aktuelle, bereits realisierte und noch unveröffentlichte Beispiele vorstellen. ALHO auf der BAU 2017 in München: Halle A.1, Stand 239 Weitere Informationen: ALHO Holding GmbH, Juliane Brendebach, Marketingleitung Postfach 1151, 51589 Morsbach Telefon +49 (0)2294 696 177 | Telefax +49 (0)2294 696 277 [email protected] | www.alho.com

Wann immer Gebäude mit vielen identischen Nutzungseinheiten erstellt werden wie z.B. bei Wohngebäuden mit Appartements, macht der Einsatz von ALHO Moduleinheiten besonders viel Sinn. Individualität ist trotzdem stets gegeben.  Fotos: ALHO Holding GmbH

Kommunalwirtschaft 11-12/2016

Bergisch Gladbach rüstet sich mit speziellen Betonfertigteilen gegen Hochwasser

Großprojekt setzt auf FBS-Qualität Viele Bürger der Stadt Bergisch-Gladbach erinnern sich nur ungern an das Jahrhunderthochwasser im Jahre 2012. Statistisch gesehen tritt die- ses nur alle einhundert Jahre auf. Da sich die Natur aber in der Regel nicht an statistische Vorgaben hält und die Wahrscheinlichkeit einer erneuten Flut durch den Klimawandel ohnehin zunimmt, haben sich die Verantwortlichen der Stadt bei Köln für umfangreiche Hochwasser- schutzmaßnahmen entschieden. Seit Oktober 2015 arbeitet die Stadt deshalb an der Umsetzung des Projekts „Strunde hoch vier“. Die Strunde ist ein rechter Nebenfluss des Rheins. Ihre Quelle liegt im Bergisch Gladbacher Stadtteil Herrenstrunden, der nach ihr benannt ist. Sie mündet heute über die rechtsrheinische Kanalisation von Köln. Die „vier“ steht bei dem Projekt des Strundeverbandes für die 4 Elemente Stadtgestaltung, Abwasserbeseitigung, Hochwasserschutz und Ver- kehrsführung. Alle 4 Projekte verlaufen entlang des gut 15 Kilometer lan- gen Bachlaufes. Neben einer großflächigen Offenlegung der Strunde, stehen die wasserwirtschaftlichen Oberziele zur Verbesserung des Hochwasserschutzes im Mittelpunkt der 7 Lose umfassenden Baumaß- nahme. Einen wesentlichen Beitrag zum Hochwasserschutz liefern die zahlreichen Rahmenprofile in FBS-Qualität, mit denen der Querschnitt der bisherigen Kanalisation deutlich vergrößert werden konnte. Der Nutzungszeitraum des hier zu sanierenden Kanalnetzes war mit einem Alter von bis zu 80 Jahren lange abgelaufen. Im Bereich des Stadthauses wird daher ein Regenklärbecken mit einem Fassungsvolumen von etwa 250 m³ entstehen. Hier sind ebenso mehrere Zu- und Ablaufkanäle vorgesehen. Die Beckenabläufe werden an das neu hergestellte und dort parallel verlaufende Hochwasserprofil der Strunde angeschlossen. Im Zusammenhang mit dem strukturfördernden Programm der Regionale 2010 wurde bereits im Bereich des Bruchmühlenparks vorlaufend ein Teilabschnitt der Strunde durch Offen- legung umgestaltet. Diese Maßnahme wird nun mit dem Bau eines Durchlass- und Verzweigungsbauwerks in der Odenthaler Straße und dem sich daran anschließenden Niedrigwasserprofil abschließend fertig gestellt. Dipl.-Ing. Matthias Borkenfeld von der TUTTAHS & MEYER Ingenieurgesell- schaft aus Bochum erklärt die Besonderheiten des Projektes: „Die Schwierig- keit bei der bauherrenseitig durchgeführten Entwurfs- und Ausführungspla- nung bestand darin, die Querschnittsgrößen für die neue Kanalisation so zu berechnen, dass ein optimaler hydraulischer Abfluss gewährleistet wird. Schließlich bauen wir hier im Bestand und müssen uns an die vorhandenen Gefällegegebenheiten anpassen.“

Querschnitt verdoppelt: Mit dem Großprojekt „Strunde hoch vier“ rüstet sich die Stadt Bergisch Gladbach für das nächste Jahrhunderthochwasser.  Foto: Matthias Borkenfeld, TUTTAHS & MEYER ein offenes Gerinne abgeleitet. Dies ist auch aus städteplanerischer Sicht wünschenswert, da sich dadurch innerhalb der Stadt ein besseres Kleinklima ergibt. Bei stärkeren Regenereignissen mit einer Nie- derschlagsmenge bis zu 600 Litern pro Sekunde wird das Wasser über einen Hochwasserschutzkanal abgeleitet. Einbau geprüfter Qualität dank FBS-Qualitätsrichtlinie Die Besonderheit der Großmaßnahme liegt aber auch in den speziellen Ei- genschaften der verwendeten Rahmenprofile, denn diese werden nach den Qualitätsrichtlinien der Fachvereinigung Betonrohre und Stahlbetonrohre (FBS) gefertigt. Diese beinhalten eine umfassende werkseigene Produktions- kontrolle und stellen eine lückenlose Qualitätsüberwachung von den Aus- gangsstoffen über die Herstellung bis zu den Endprodukten sicher. Darüber hinaus sorgt eine halbjährliche Fremdüberwachung durch bauaufsichtlich an- erkannte Güteschutzgemeinschaften und Prüfinstitute für die

Rahmenprofile in unterschiedlichen Querschnitten Deshalb war es für die Planer von Vorteil, dass das Lieferwerk der Stahlbetonkastenprofile in der Lage war - je nach hydraulischer Berechnung - zahl- reiche unterschiedliche Querschnitte in verschiedenen Baulängen für die Maßnahme zur Verfügung zu stellen. So lieferte die Firma Kleihues Beton- bauteile aus ihrem Werk in Emsbüren alleine für das Los eins 244 Laufmeter Rahmenprofile im Querschnitt 150 x 150 cm (Baulänge 3 m), 187 Laufmeter Rahmenprofile im Querschnitt 300 x 250 cm (Baulänge 2,50 m), und 23 Lauf- meter Rahmenprofile im Querschnitt 300 x 200 cm (Baulänge 2,60 m). Matthias Borkenfeld erklärt: „Mit den neuen Querschnittsgrößen konnten wir in etwa eine Verdoppelung des Wasserdurchflusses realisieren. Die angestrebte maximale Durchflussmenge für ein mögliches Jahrhunderthochwasser von 10.000 Litern pro Sekunde wurde damit spielend erreicht.“ Der eigentliche Hochwasserschutz erfolgt dabei über ein Trennbauwerk: Der Niedrig- wasserzufluss wird über

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Zahlreiche Stahlbeton-Rahmenprofile in FBS-Qualität bilden die neue Kanalisation entlang der Strunde in Bergisch Gladbach. Das abgebildete Bauteil ermöglicht eine Richtungsänderung des Kanals.  Foto: Matthias Borkenfeld, TUTTAHS & MEYER

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Einhaltung der hohen Standards. Hierzu Matthias Borkenfeld: „Die Verwendung von FBS- Materialien gibt uns die Sicherheit, dass wir hier eine geprüfte Qualität ein- bauen. Von Bedeutung sind für uns vor allem die guten Eigenschaften der Rahmenprofile in FBS-Qualität in Punkto Dichtheit, Tragfähigkeit, und der Hydraulik.“ Prüfbare Dichtung bietet viele Vorteile Die Dichtheit der hier verwendeten Rahmenprofile wird durch den Einsatz ei- ner Doppelkeilgleitdichtung aus Elastomeren mit dichter Struktur gewährleis- tet. Das Besondere daran: bei dieser so genannten PDK-Dichtung handelt es sich um eine prüfbare Dichtung. Anstelle einer aufwändigen Vollfüllung erfolgt hierbei die Dichtheitsprüfung des Kanales mittels einer Muffenprüfung. Die Verbindung der Fertigteile wird dabei direkt nach dem Verlegen oder zu jedem beliebigen Zeitpunkt nach DIN EN 1610 mittels Innenansicht: Für eine optimale Hydraulik innerhalb des Kanals sorgt ein leichtes Gefälle zur Profilmitte innerhalb des Rahmenbauteils. Foto: Matthias Borkenfeld, TUTTAHS & MEYER

Luft oder Wasserdruck geprüft. Die erfolgreiche Druckprüfung wird hierbei dokumentiert. Matthias Borkenfeld erklärt die Vorteile dieser prüfbaren Dichtung: „Die PDK Dichtung entspricht den Anforderungen der DIN EN 681-1 / DIN 4060 [88] (Elastomer-Dichtungen) und der FBSQualitätsrichtlinie. Sie verfügt über zwei Ventile mit deren Hilfe im Prüfraum zwischen beiden Keilen eine Dichtheits- prüfung sowohl gegen die Muffe und über Perforierungen im Steg, gegen das Spitzende durchgeführt werden kann. Somit ist eine Muffeninnendruckprüfung ohne zusätzlichen Baustellenaufwand möglich. Unmittelbar nach der Montage kann die Baugrube wieder verfüllt werden. Auch im laufenden Kanalbetrieb ist eine Druckprüfung vor Ablauf der Gewähr- leistungsfrist möglich. Sollten Undichtigkeiten festgestellt werden, so kann ohne großen Aufwand eine nachträgliche Abdichtung erfolgen.“ Mitte 2017 wird ein Großteil der Bauarbeiten bereits abgeschlossen sein. Sollte das nächste Jahrhunderthochwasser doch schneller kommen als es die Statistik vorgibt, so wäre die Stadt mit dem sanierten Kanalnetz rund um die Strunde dafür bestens gerüstet.

Druckwasserleitung in Kreuzungsbauwerk verlegt

Riedel hat’s gewuppt Der Autobahnneubauabschnitt der A44 zwischen der A3 (Autobahnkreuz Ratingen-Ost) und der B227 in Velbert ist eines der größten Lückenschlussprojekte im nordrhein-westfälischen Autobahnnetz. Die vom Bund genehmigten Baukosten belaufen sich auf insgesamt 222 Millionen Euro; unter anderem erfordert der Ausbau der A44 die Errichtung von insgesamt elf Brückenbauwerken. Eines davon wurde jetzt westlich von Velbert errichtet, wo die Bundesstraße B227 den neuen Teilabschnitt der A44 kreuzt. Im Zuge der vom Landesbetrieb Straßenbau NRW, Regionalniederlassung Ruhr-Haus Essen, und der Stadtwerke Velbert GmbH beauftragten Maßnahme musste eine der Haupt-Wasserversorgungsleitungen DN 300 der Stadtwerke Velbert zunächst durchtrennt und nach Fertigstellung der neuen Brücke erneut angeschlossen werden. Eingebaut wurden mit einer Zementmörtel-Auskleidung versehene Kunststoffmantelrohre DN 300/450 mit nordischer Lecküberwachung sowie beschichtete Stahl-Schutzrohre DN 500. Die Umsetzung des anspruchsvollen Projektes, für das eine Bauzeit von sechs Monaten angesetzt war, legten die Stadtwerke Velbert in die Hände ihres Vertragspartners, die Günter Riedel GmbH aus Wuppertal. Die Stadtwerke klopften an Die Palette der Leistungen, welche die in Wuppertal ansässige Günter Riedel GmbH anbietet, ist breit gefächert. Das Portfolio des Unternehmens mit den Zertifizierungen G1 ge, st, pe / W1 ge, st, az, ku, pe reicht vom Heizungsbau über die Gas­und Wasserinstallation bis zum Rohrleitungsbau; seit 1982 ist der Betrieb Mitglied im Rohrleitungsbauverband e. V. Die Expertise des Unternehmens im Bereich Rohrleitungsbau war jetzt auch im Zuge der Erweiterung der A44 gefragt. Der Umstand, dass die Stadtwerke Velbert von sich aus den Kontakt zum Leitungsbauspezialisten gesucht hatten, ist für Riedel­Geschäftsführer Frank Wehmeier nur einer der Gründe, die das Projekt zwischen Ratingen und Velbert zu einem für die Riedel GmbH nicht alltäglichen Vorhaben machten. „Unser Vertragspartner wollte sämtliche Leistungen aus einer Hand haben“, führt Wehmeier

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aus. Auch mit Blick auf die Technik sowie die eingesetzten Materialien sei das Projekt außergewöhnlich gewesen. Wasserleitung kreuzt neues A44-Teilstück Der betreffende Autobahnstreckenabschnitt zwischen Ratingen­ Ost und Velbert hat eine Länge von rund neun Kilometern; die A44 wird hier künftig mit zwei Fahrstreifen je Fahrtrichtung sowie einem Standstreifen verlaufen. Da der zukünftige Autobahnabschnitt in diesem Bereich acht bis fünfzehn Meter unter dem Gelände liegt, war die Errichtung einer Stützwand sowie eines Brückenbauwerks erforderlich, welches die B227 über die A44 führt. Im Bereich der B227 liegt auch eine von zwei jeweils rund 10 km langen Fernleitungen, über welche die Stadtwerke Velbert Wasser aus dem benachbarten Kettwig nach Velbert pumpen und dabei einen Höhenunterschied von mehr als 200 m überwinden. Um die erforderliche Durchdringung – der Erdbau, der erforderlich war, um die spätere A44 unter der B227 herzuführen – herzustellen, wurde die betreffende Leitung zunächst getrennt. Da die Leitungen der Stadtwerke im Ringschluss verlegt sind, musste keine temporäre Leitung erstellt werden, und die Versorgung der Anwohner war auch während der Bauphase sichergestellt. Kein senkrechter Zug möglich Im Anschluss an die Fertigstellung der neuen Brücke musste die Leitung durch den Einbau eines neuen Leitungsabschnitts als von der Brücke abgehängte Leitung wieder verbunden werden – keine leichte Aufgabe, da keine Möglichkeit bestand, die Rohre durch einen der End­Querträger des Brückenbauwerks zu schieben. Die Leitungsbauexperten von Riedel fanden trotzdem eine Lösung. „Zunächst haben wir die Stahl­Schutzrohrleitung DN 500 unterhalb der Brücke vorgefertigt“, führt Wehmeier aus. Die Rohre wurden zum Rohrstrang verschweißt; anschließend wurden die einzelnen Medienrohre ebenfalls zu einem Rohrstrang verbunden und durch ein Fachunternehmen vor Ort mit einer Zementmörtelauskleidung ver-

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sehen. Diese 45 m lange Kunststoffmantelleitung DN 300/450 mit einer Lecküberwachung nach dem sogenannten Nordischen System wurde daraufhin in das Schutzrohr eingezogen. Dann wurde die 8,5 t schwere Leitung aus Schutz­und Medienrohr unterhalb der Brücke positioniert – ein Arbeitsschritt, bei dem fünf speziell angefertigte, statisch berechnete Sonderkonstruktionen mit Umlenkrollen zum Einsatz kamen, von denen jede für eine Belastung von 6 t ausgelegt war. Grund für diese Vorgehensweise war der geringe Abstand zwischen Wasserleitung und Kragarm der Brücke, der keine Montage der Seilzüge unter der Brücke gestattete. Die nächste Herausforderung bildete der Mittelpfeiler der Brücke, denn dieser stand einem senkrechten Zug der Leitung zur Montage direkt unter der Brücke entgegen. Daher wurde der 45 m

lange neue Leitungsabschnitt im Schrägzug an den Einbauort mit den bereits vormontierten Halterungen aus Edelstahl gezogen; zwei Autokrane dienten dabei als Gegenhaltung. Dank ihrer umfassenden Erfahrung meisterten die Riedel­Leitungsbauer auch diese Aufgabe mit Bravour. Die restlichen im Zuge des ungewöhnlichen Projektes zu erledigenden Arbeiten inklusive Anschluss des neuen Leitungsabschnitts an die bestehende Leitung seien Routine gewesen –„das war ganz normaler Erdleitungsbau, wie er für uns Tagesgeschäft ist“, so Wehmeier. Die Leitungsbauarbeiten auf der Baustelle bei Velbert konnten innerhalb von sechs Monaten und zur vollsten Zufriedenheit des Auftraggebers abgeschlossen werden; bereits im kommenden Jahr soll dann auch der Verkehr über die neue Brücke fließen.

Platten von der Stange Dichte Flächen aus Fertigteilelementen Tom Kionka Das geht ruckzuck. Flächenabdichtung nach dem Baukastenprinzip. Einbauen, verfugen und schon zwei Tage später drüberfahren. Das Barrieresystem gegen wassergefährdende Flüssigkeiten, um das es hier geht, ist hochvariabel und hält zuverlässig dicht. Am 11. Juli 2011 hatte es im Neusser Hafen gebrannt. Trotz Großeinsatz der Feuerwehr war nichts mehr zu retten. Eine Lagerhalle der Spedition Zietzschmann sank in Schutt und Asche. Dass die Halle wieder aufgebaut werden sollte, und das möglichst zügig, war im Unternehmen schnell klar. Ein Jahr war der Wunsch, zwei Jahre die Wirklichkeit. Es galt, Genehmigungsverfahren zu durchlaufen, ausführliche Planung und komplexe Bauweisen zu bewältigen. Denn die neue Halle einschließlich ihres Umfeldes sollte natürlich den neuesten technischen Standards genügen – nicht nur in betrieblicher Hinsicht, auch in Sachen Umweltschutz. Den ökologischen Fußabdruck möglichst klein zu halten, gilt bei Zietzschmann generell als Unternehmensziel. Insbesondere aber sieht die Spedition ihre Zukunft auch als zugelassener Entsorgungsfachbetrieb im Recyclingbereich.

kommen Stoffströme aus dem Recycling von Roh- und Wertstoffen hinzu sowie aus der Verwertung von Ersatzbrennstoffen und Abfällen. Über eine entsprechende BImSchG-Genehmigung verfügt das Unternehmen seit Mai 2015. Voraussetzung für diese genehmigungsrechtliche Erweiterung war ein umwelttechnisches Upgrade, das im Zug des Hallenneubaus erfolgte. Eine der Herausforderungen bestand darin, die Umweltmedien Boden und Grundwasser durch sichere Barrieren zu schützen. Dem Risiko, dass Niederschläge aus den gelagerten Gütern Schadstoffe auswaschen und in den Boden eintragen, musste mit Systemen zum Rückhalt, Sammeln und Behandeln solcher wassergefährdender Flüssigkeitsströme begegnet werden. Dazu hat sich Zietzschmann die Spezialisten von Mall ins Boot geholt. Das Unternehmen mit Stammsitz in Donaueschingen ist seit langem ein Allrounder auf diesem Gebiet. Komplettlösungen aus einer Hand sind das Markenzeichen. Und im Ergebnis von Beratung und Planung hat die Order der Spedition Zietzschmann schließlich 12 Behälterbauwerke unterschiedlicher Zweckbestimmung umfasst sowie das Ableitflächensystem NeutraDens.

Grüne Logistik Stück- und Schüttgutlogistik weltweit sind die beiden Standbeine von Zietzschmann. Und vor allem die Schüttgutsparte ist mit umwelttechnischen Herausforderungen verbunden. Das Betriebsgelände im Neusser Hafen, auf dem die Spedition seit über 100 Jahren wirtschaftet, ist Lager- und Umschlagplatz für eine bunte Güter-Vielfalt mit einer ebenso bunten Vielfalt an Inhaltsstoffen, die nichts im Boden und im Grundwasser zu suchen haben. Mit Schüttgütern aus den Branchen Düngemittel, Mineralien, Chemie, Baustoffe und Biomasse operiert Zietzschmann schon seit je her. Vermehrt

Bei Zietzschmann entwässern Rinnenelemente den Verladebereich am Hafenbecken.

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Bild: Mall

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Dichte Flächen NeutraDens ist für die flüssigkeitsdichte Versiegelung von Flächen konzipiert, auf denen wassergefährdende Stoffe anfallen können. Sie dürfen weder in Boden und Grundwasser abgeschwemmt werden noch via Kanalisation in Kläranlagen gelangen. Dieser Vorgabe des Gesetzgebers entspricht NeutraDens ebenso lückenlos, wie den Anforderungen, die ein solches System aus Sicht des Anwenders erfüllen muss. Denn neben seiner absoluten Dichtheit gegenüber Flüssigkeiten, seiner Chemikalien- sowie seiner Treibstoffbeständigkeit hält NeutraDens mit der Lastklasse SLW 60 nach DIN 1072 in Verbindung mit den horizontalen Bremslasten aus der DIN EN 1991-1-1 sowie den Temperatureinwirkungen gemäß DAfStb-Richtlinie 400 zugleich den hohen dynamischen Beanspruchungen durch Schwerlastfahrzeuge stand. Auch den berufsgenossenschaftlich geforderten Rutschsicherheitswert R11 gemäß DIN 51130 erfüllen die NeutraDens-Systemelemente durch entsprechend strukturierte Oberflächen. NeutraDens ist ein Baukastensystem. Für variantenreiche Geometrien von Flächen und Flüssigkeitsleitung stehen serienmäßig über 20 Platten-, Rinnen-, Ablauf- sowie Bordsteinelemente zur Verfügung. Mall produziert sie in güteüberwachter Fertigteilbauweise aus FD/FDE Gießbeton C35/45 in Anlehnung an die EN 206-1 und die DIN 1045-2. Eine umlaufende Fuge im oberen Bereich der Platten vergrößert zusammen mit der Seitenprofilierung im Flankenbereich die Kontaktflächen. So kann sich das Fugenmaterial optimal verzahnen. Die Fugenausformung entspricht der Vorgabe des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt). Und schon zwei Tage nach dem Verfugen können die Betonelemente befahren werden. Breite Verwendung Unterm Strich: Die hohe Qualität der werksgefertigten Anlagenkomponenten komplettiert sich für den Anwender durch schnelle, witterungsunabhängige und damit kostengünstige Montage zu einer gleichermaßen wirtschaftlichen und betriebssicheren Lösung. Und in seiner Funktion als Flächenabdichtungssystem hat NeutraDens vielfache Anwendungsbereiche: Tank- und Waschanlagen für Kfz, Entsorgungsfachbetriebe und Recyclinghöfe, kommunale Betriebshöfe und Straßenmeistereien, Anlagen in Industrie und Agrarwirtschaft zur Herstellung, Behandlung, Verwendung, zum Lagern, Abfüllen und Umschlagen risikobehafteter Stoffe sowie Flächen, die mit Materialien wie beispielsweise Altmetallen oder Schüttgütern beaufschlagt werden. Im Anwendungsfall der Spedition Zietzschmann erhielt der schon vorab flüssigkeitsdicht gestaltete Verladebereich entlang des Hafenbeckens einen 135 Meter langen Abschluss durch NeutraDens-

Bordstein-, Rinnen- und Ablaufelemente. Sie leiten anfallende Flüssigkeiten einem Sicherheitsauffangbecken vom Typ NeutraSab zu. Außerdem wurde die Randgestaltung eines neuen Tankplatzes mit NeutraDens-Elementen ausgeführt. Auf der 10 x 5 Meter großen Fläche werden nach Fertigstellung die betriebseigenen LKW betankt. Um den Neubau eines Waschplatzes ging es hingegen bei Vulkan. Das weltweit tätige Unternehmen stellt flexible Kupplungen für maritime oder industrielle Anwendung und lötfreie Rohrverbindungen für die Kälte- und Klimatechnik her. Am Firmenhauptsitz in Herne musste ein Abscheider erneuert werden, der sich als erdeingebaute Anlage unter dem betreffenden Waschplatz befand. Naheliegenderweise hat das Unternehmen entschieden, im Zuge dessen auch die Waschplatte neu bauen und um einen Vorschlammfang ergänzen zu lassen. Mit dem Zuschlag für das Lösungspaket von Mall konnte Vulkan den Abscheider plus Probenahmeschacht, den Vorschlammfang sowie die sicher abgedichtete, 20 Quadratmeter große NeutraDens-Waschfläche aus einer Hand beziehen. Erforderliche Beratungs- und Planungsleistungen natürlich inklusive. Bauaufsichtlich zugelassen Das Ableitflächensystem NeutraDens trägt unter der Nummer Z-74.3-140 die Allgemeine bauaufsichtliche Zulassung durch das Deutsche Institut für Bautechnik (DIBt, Berlin). Für Anlagen zur Herstellung, Behandlung und Verwendung wassergefährdender Stoffe sowie für Lager-, Abfüll- und Umschlagsanlagen (LAU-Anlagen) fordert der Gesetzgeber Abdichtungssysteme, die nicht nur flüssigkeitsdicht sind, sondern auch den hohen dynamischen Belastungen bei Schwerlastbefahrung standhalten. Das Zulassungsdokument das DIBt attestiert NeutraDens die Eignung gemäß dieser Vorgaben (S. 3). Zugleich bestimmt es, dass das Ableitflächensystem „sowohl im Inneren von Gebäuden als auch in Freien eingesetzt werden“ darf und dass bei seiner Verwendung „die wasserrechtliche Eignungsfeststellung nach § 63 des Wasserhaushaltsgesetzes (WHG) vom 31. Juli 2009“ entfällt. Im Übrigen können die NeutraDens-Elemente mit den ebenfalls bauaufsichtlich zugelassenen Mall-Abscheidern kombiniert werden und garantieren so neben der sicheren Ableitung von Flüssigkeiten auch deren umweltgerechte Behandlung. mall umweltsysteme Mall GmbH Hüfinger Straße 39-45 D-78166 Donaueschingen-Pfohren Tel.: 0049 (0)7 71/80 05-0 Fax: 0049 (0)7 71/80 05-1 00 [email protected] www.mall.info

Ressourcen schonen und hochwertig recyclen RAL Gütesicherung Recycling-Baustoffe – stationäre Aufbereitung überarbeitet St. Augustin, 08. November 2016 – Mit rund 70 Millionen Tonnen Abfallaufkommen im Jahr bilden mineralische Bau- und Abbruchabfälle einen der größten Abfallströme in Deutschland. Mehr als 90 Prozent hiervon können jedoch aufbereitet und für neue Bauvorhaben verwendet werden. Das RAL Gütezeichen Recycling-Baustoffe trägt seit seiner Schaffung 1984 dazu bei, dass diese Baustoffe nicht nur über eine hohe Qualität und gute Umwelteigenschaften verfügen, sondern auch an Akzeptanz gewinnen konnten. Um aktuellen technischen Entwicklungen Rechnung zu tragen, wurden

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die Vergabekriterien für das RAL Gütezeichen Recycling-Baustoffe – stationäre Aufbereitung nun weitgehend neu gefasst. Recycling-Baustoffe kommen im Straßen- und Wegebau, beim Bau sonstiger Verkehrsflächen, im Tiefbau und bei technischen Bauwerken im Erd- und Landschaftsbau zum Einsatz. Durch ihre Verwendung können wertvolle Ressourcen geschont und Deponieflächen eingespart werden. Dank der strengen Vergabekriterien gelten Recycling-Baustoffe mit dem RAL Gütezeichen in technischer und ökologischer Hinsicht als gleichwertig zu Primärbaustoffen.

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Um dies sicherzustellen, müssen sie strikte Kriterien erfüllen und Prüfungen durchlaufen. So wird im Rahmen von Eingangskontrollen von Anfang an sichergestellt, dass nur geeignete und umweltverträgliche Stoffe in den Aufbereitungsprozess gelangen. Schädliche Störstoffe müssen durch geeignete Aufbereitungsverfahren abgetrennt werden.

Wir fördern das Gute in NRW.

Produktionskontrollen für zuverlässige Qualität Abhängig von ihrem vorgesehenem Verwendungszweck und der damit verbundenen Güteklasse erfüllen gütegesicherte RecyclingBaustoffe strikte Vorgaben hinsichtlich ihrer Eigenschaften wie z.B. Wasserdurchlässigkeit, Anteil an enthaltenen wasserlöslichen Chloriden, Widerstand gegen Frostbeanspruchung und gegen Zertrümmerung. Betriebe, die für ihre stationäre Aufbereitung das RAL Gütezeichen tragen, müssen nachweisen, dass die maschinelle Ausstattung ihrer Aufbereitungsanlage dem jeweiligen Stand der Technik entspricht und auf den jeweiligen Verwendungszweck abgestimmte Verfahren eingesetzt werden. Um stets eine hohe technische Qualität und Umweltverträglichkeit der Recycling- Baustoffe sicher zu stellen, werden kontinuierlich werkseigene Produktionskontrollen beispielsweise in Form chemischer Analysen durchgeführt. Zudem findet eine regelmäßige Fremdüberwachung durch qualifizierte Prüfinstitute statt. Informationen zur RAL Gütesicherung Für die Anerkennung und Vergabe von RAL Gütezeichen ist seit 1925 RAL Deutsches Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung im Produkt- und Dienstleistungsbereich zuständig. Die zuverlässige Einhaltung des hohen Qualitätsanspruchs wird durch ein dichtes Netz stetiger Eigen- und Fremdüberwachung gesichert, dem sich die Hersteller und Anbieter freiwillig unterwerfen. Als objektive und interessensneutrale Kennzeichnung werden RAL Gütezeichen den wachsenden Ansprüchen der Verbraucher gerecht und stehen für deren Schutz. Weitere Informationen: Bundesgütegemeinschaft Recycling-Baustoffe e.V. (BGRB) Dipl.-Ing. Michael Heide Kronenstraße 55-58 10117 Berlin Tel.: 030 / 20 314-575 Fax: 030 / 20 314-565 E-Mail: [email protected] Internet: www.recycling-bau.de

Sportanlage Nordwalde, umgesetzt mit der individuellen Beratung der NRW.BANK. Wenn es darum geht, ein komplexes Projekt zum Leben zu erwecken, ist gute Teamarbeit Gold wert. Die NRW.BANK ist Partner rund um alle kommunalen Fragestellungen. Im Sinne einer fachlich versierten Unterstützung beraten unsere Spezialisten unabhängig, individuell und kostenlos. Sprechen auch Sie mit uns über Ihre kommunalen Herausforderungen. 0211 91741-4600 www.nrwbank.de/teamarbeit

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Repräsentativer Eingangsbereich im Hamburger Börsengebäude • Beliebte Sehenswürdigkeit und Sitz der Handelskammer • Verbindung von klassizistischer und moderner Architektur • Diverse Maßnahmen zur Erhöhung der Repräsentativität des Haupteingangsbereiches • Teilweiser Austausch von Naturstein-Bodenplatten und Integration eines Eingangsmattensystems • Harmonisches Gesamtbild durch optimale Abstimmung der Form- und Farbgebung Mit einem imposanten Säuleneingang empfängt das Gebäude der Hamburger Börse seine Besucher. Gehandelt wird in den Sälen der beliebten Sehenswürdigkeit jedoch schon seit einiger Zeit nicht mehr. Vielmehr ist das Bauwerk heute Sitz der Handelskammer Hamburg mit ihren rund 300 Mitarbeitern. Des Weiteren befindet sich hier auch die Commerzbibliothek – mit über 275 Jahren die älteste wirtschaftswissenschaftliche Bibliothek der Welt – sowie das sogenannte „Haus im Haus“ – ein insgesamt 1.100 m² großer, fünfgeschossiger Kubus aus spiegelnden und durchscheinenden Materialien, der integriert in einen der Börsensäle zwischen den stuckverzierten Arkadenbögen zu schweben scheint. Darin befinden sich unter anderem das Gründerzentrum der Handelskammer, Besprechungsräume, Ausstellungsflächen sowie ein Restaurant. Im Rahmen diverser Maßnahmen, die der Erhöhung der Repräsentativität des Haupteingangsbereiches in das Börsengebäude dienten, wurde das Foyer ebenfalls mit dem Mattensystem „Diplomat“ von Emco Bau ausgestattet. Die hochwertigen, harmonisch in Form- und Farbgebung auf die stilvolle Architektur abgestimmten Eingangsmatten beugen dem Schmutzeintrag ins Innere vor und sorgen so für ein ansprechendes Empfangsambiente sowie den dauerhaften Werterhalt des angrenzenden Natursteinbelags. In dem 1841 erbauten Gebäude treffen klassizistische und moderne Architektur aufeinander. Ausgangspunkt für den Besuch der Handelskammer ist der repräsentative Eingangsbereich, der mit historischen Säulen und Rundbögen einen ersten Vorgeschmack auf die architektonische Ästhetik im Inneren vermittelt. Zur Erhöhung der Repräsentativität wurde ein Lichtkonzept für die Fassade,

das Foyer und den dahinterliegenden Arkadengang erarbeitet. Es inszeniert den Weg in die Handelskammer durch verschiedene Beleuchtungsebenen und geleitet die Besucher optisch ins Innere. Im Foyer selbst fanden aufwendige Umbau- und Sanierungsmaßnahmen statt, zu denen unter anderem ein teilweiser Austausch der 70 x 70 cm großen, fein geschliffenen Bodenplatten aus Sollnhofener Kalkstein gehörte. Damit der wiederhergestellte Bodenbelag seine Repräsentativität und klassische Eleganz langfristig beibehält, wurde des Weiteren ein hochwertiges System zur vorbeugenden Schmutzreduzierung im Eingangsbereich des Foyers integriert. Die Wahl fiel auf Eingangsmatten, die aus Aluminiumträgerprofilen mit integrierten funktionalen Einlagen bestehen. Zur Sicherstellung eines besonders zuverlässigen Schmutzabriebs entschieden sich die Verantwortlichen hier für eine Kombination aus strapazierfähigen Ripseinlagen und zusätzlich zwischen den Profilen montierten Bürstenleisten. Die abgeriebenen Schmutzpartikel setzen sich anschließend nicht in der Einlage fest, sondern fallen in die Profilzwischenräume, wo sie bis zur nächsten Säuberung verbleiben. Hierdurch wird auch das Weitertragen des Schmutzes durch nachfolgende Personen vermieden. Das gewählte System hält einer dauerhaften Beanspruchung von bis zu 2.000 Begehungen pro Tag stand und eignet sich damit für normale bis starke Frequentierungen. Insgesamt kommen im Haupteingang des Börsengebäudes rund 26 m² des Mattensystems zum Einsatz. Dazu gehört auch der Bereich der beiden Drehtüren, der mit Eingangsmatten in kreisrunden Sonderformen ausgestattet wurde. Der Profilabstand muss hier zudem anstelle der standardmäßigen 5 mm lediglich 3 mm betragen – eine Anforderung der DIN 18650 für automatische Türsysteme. Um auch im Bodenbereich dem hohen ästhetischen Anspruch des Gebäudes Rechnung tragen zu können, wurde auf speziellen Wunsch der Verantwortlichen das komplette Mattensystem einheitlich mit dem 3-mm-Profilabstand ausgeführt. Gleichzeitig verfügen die neuen Eingangsmatten über Ripseinlagen in dem Sonderfarbton „Sand“, wodurch sie ebenfalls in ihrer Farbgebung mit der repräsentativen Architektur sowohl an der Außenfassade als auch im Foyer optimal harmonieren.

Das in Form- und Farbgebung auf die stilvolle Architektur abgestimmte Eingangsmattensystem ­„Diplomat“ von Emco Bau beugt dem Schmutzeintrag ins Innere des Gebäudes vor und sorgt damit für ein ansprechendes Empfangsambiente. Bild: Emco Bau

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Naturstein als Wertanlage Umbau der Pax-Bank Köln mit Travertin Helle Natursteine mit ihrer klaren, puristischen Ausstrahlung sind aktuell stark gefragt. Besonders der hellbeige bis weiße Travertin, der manchmal als Antikmarmor bezeichnet wird, verkörpert klassische Schönheit. Berühmte Bauten, bei denen Platten aus diesem Stein verwendet wurden, sind in Paris die Basilika Sacré-Cœur de Montmartre oder im römischen Vatikanstaat die Säulen auf dem Petersplatz. Heute gibt es in Deutschland nur noch wenige Travertin-Steinbrüche, in denen dieser hochwertige und elegante Naturstein abgebaut wird. Zwei befinden sich im thüringischen Bad Langen­ salza. Mit Werten beschäftigt sich auch die katholische Pax-Bank. Sie wurde im Jahr 1917 von Priestern gegründet, hat ihren Hauptsitz in Köln und arbeitet nach der Devise „für Kirche und Caritas“. Sowohl bei der Beratung als auch im operativen Geschäft möchte sich die nach dem Genossenschaftsprinzip geführte Universalbank an sozialen und nachhaltigen Kriterien orientieren. Diese Leitlinien sollten beim Umbau der Kölner Zentrale mit den entsprechenden Baustoffen zum Ausdruck kommen. Die umfassenden Sanierungs-

aussehen, andererseits wollten wir aber einen zu protzigen Eindruck vermeiden. Die vornehme und gleichzeitig zurückhaltende, klassische Ausstrahlung des Natursteins Travertin war für uns das ausschlaggebende Argument, ihn bei diesem Umbau einzusetzen. Betrachtet man das Gebäude heute, wird deutlich, dass auch Naturstein eine gute Wertanlage ist.“ Das Traditionsunternehmen Traco hat über 100 Jahre Erfahrung in der Natursteingewinnung sowie Verarbeitung. Außerdem besitzt es in verschiedenen Bundesländern mehr als ein Dutzend Steinbrüche. In der modernen Produktionsstätte Bad Langensalza werden die Steine individuellen Wünschen entsprechend zugeschnitten und behandelt.

maßnahmen unter der Leitung von Nicole Schweppe von Hauser Architekten aus Odenthal dauerten von 2013 bis 2014. Nicht nur für die Außenfassade griff die Architektin auf Travertin zurück, sondern auch für die Gestaltung der Innenräume. So führen nun helle Bodenplatten aus Travertin die Besucher der Kölner Pax-Bank vom Eingangsbereich mit Geldautomaten zu der großen, barrierefreien Beratungsfläche über eine Treppe nach oben zum Glas überdachten Lichthof. Auch die Stufen und Fensterbänke wurden mit Platten aus Travertin Bauhaus verlegt. Edel und gleichzeitig schlicht wirkt dieser Naturstein in den Sanitärräumen der Bank. Hier schafft das warme hellbeige Gestein, das bei den Bodenfliesen und den Waschbecken verwendet wurde, eine angenehme und beruhigende Atmosphäre. Für den Innenbereich wurden die typischen Hohlräume des Travertins klar gespachtelt und geschliffen. Bei der Fassade ließ man den Stein nach dem Schliff in seiner natürlichen, offenporigen Struktur, um den authentischen Charakter zu erhalten. Da die Fassade vorgehängt und hinterlüftet wurde, war eine thermische Trennung zwischen der Wärmedämmung und dem Witterungsschutz sichergestellt. Für dieses Kernsanierungs- und Umbauprojekt lieferte der Natursteinspezialist Deutsche Travertin Werke (Traco) aus Bad Langensalza das passende Material. Über die anspruchsvolle Gestaltung der Pax-Bank Köln berichtet der Traco-Geschäftsführer Ulrich Klösser: „Dieses Projekt erforderte besonders viel Fingerspitzengefühl. Einerseits sollte die katholische Genossenschaftsbank wertig

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Offenporiger Beton als lärmreduzierender Fahrbahnbelag Mobilität ist eine der großen Errungenschaften unserer Gesellschaft. Wer verzichtet schon gerne auf sein Auto oder auf frische Lebensmittel im Supermarkt? Gleichzeitig fühlt sich mehr als die Hälfte der deutschen Bevölkerung durch Straßenlärm gestört – bis hin zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Abhilfe sollen unter anderem moderne Fahrbahnbeläge schaffen, die die Lärmemissionen verringern. In Zusammenarbeit mit dem Referat Betonbauweisen der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) sowie der Gütegemeinschaft Verkehrsflächen aus Beton e.V. (GVB) stellte das Bauunternehmen LEONHARD WEISS aktuell eine Versuchsstrecke im Rahmen eines Forschungsprojektes her, das unter anderem die Eigenschaften von offenporigem Beton (OPB) untersucht. Rollt ein Fahrzeug über eine Straße, werden die Reifen durch den Kontakt mit der Fahrbahnoberfläche in hörbare Schwingungen versetzt. Je rauer der Fahrbahnbelag, desto mehr und lauter arbeitet das Reifengummi. Gleichzeitig wird die Luft unter dem Reifen verdichtet und muss seitlich entweichen. Auch dieses Air-Pumping trägt zur Geräuschentwicklung bei. Die feste geschlossene Fahrbahn reflektiert die entstehenden Schallwellen. Der Winkel zwischen Reifen und Fahrbahn wirkt dabei wie ein Horn und verstärkt die Rollgeräusche zusätzlich. Lärmminderung durch offenporige Fahrbahnbeläge Hier setzen offenporige Fahrbahnbeläge an: Aufgrund der speziellen Materialmischung aus Zuschlägen mit nahezu identischer Korngröße weisen die Beläge zahlreiche Hohlräume auf. So kann die verdichtete Luft teilweise in die Fahrbahndeckschicht entweichen. Parallel werden die Schwingungsgeräusche der Reifen in den offenen Hohlräumen weitgehend absorbiert. Der bereits regelmäßig eingesetzte offenporige Asphalt (OPA) erreicht eine deutlich wahrnehmbare Geräuschreduzierung um 5 dB(A), weist allerdings nur eine relativ geringe Lebensdauer auf. Ziel der BASt und der GVB ist es daher, einen Betonfahrbahnbelag als Alternative zum OPA zu entwickeln, der eine ähnlich gute Schallabsorption besitzt und gleichzeitig eine hohe Lebensdauer aufweist. Damit könnte zukünftig auch ein derartiger Betonfahrbahnbelag eine wettbewerbsfähige Variante für lärmmindernde Straßen- und Autobahnen werden. Neuer OPB erstmals unter realen Bedingungen des Straßenverkehrs Eine von der BASt und der GVB neu entwickelte Betonrezeptur für die offenporige Betonbauweise soll nach zahlreichen Laborversuchen nunmehr ab Herbst 2016 unter realen Straßenverkehrs-Situationen in situ erprobt werden. In enger Zusammenarbeit mit der BASt und der GVB stellte LEONHARD WEISS als federführende Baufirma

Der neue offenporige Beton setzt sich hauptsächlich aus weitgehend einkörnigem Gestein, Zement, Wasser, Kunststofffasern und einem zugesetzten Polymer als Bindemittel zusammen.

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die Versuchsstrecke auf dem Parkplatz Silberbach an der A6 zwischen Crailsheim und Nürnberg her. Kostenträger für die Versuchsstrecke waren die Autobahndirektion Nordbayern und die BASt. Gerade die reibungslose Koordination aller Beteiligten und die technische Abstimmung im Detail war für die Verantwortlichen der BASt, M. Eng. Christoph Becker, und der Gütegemeinschaft, Dipl.Ing. Klaus Böhme, die Grundlage für die erfolgreiche Durchführung einer solchen komplexen Versuchsstrecke. Dipl.-Ing. Johannes Kruse, Oberbauleiter bei LEONHARD WEISS, erklärt: „Die von uns realisierte Versuchsstrecke ist bundesweit die erste, an der dieser innovative offenporige Fahrbahnbelag unter realen Bedingungen getestet wird.“ Der neue offenporige Beton setzt sich hauptsächlich aus einer Mischung weitgehend einkörnigen Gesteins, Zement, Wasser und zugesetzten Kunststofffasern zusammen. Um die nötige Verbindungsstabilität zwischen den einzelnen Splittkörnern zu gewährleisten, wird der Materialmischung auch ein Polymer als Bindemittel zugesetzt. Der Fahrbahnbau an der Versuchsstrecke erfolgte in zwei Schichten: Als fester Unterbau fungiert ein 22 cm starker Unterbeton mit Querscheinfugen für eine kontrollierte Rissbildung. Die Kerbschnitte der Scheinfugen werden mit Schlammschnüren aufgefüllt. Nach dem Abbinden wird der Unterbeton oberflächlich kugelgestrahlt. Für die zweite Schicht, die eigentliche offenporige Deckschicht, wird zunächst eine Haftbrücke aufgebracht. Direkt darauf trägt ein Straßenasphaltfertiger mit spezieller Hochverdichtungsbohle den frischen OPB mit einer Schichtdicke von 7 cm auf. Um eine vorschnelle Austrocknung zu verhindern, wird der Beton anschließend mit Vlies abgedeckt und bewässert. Da der offenporige Belag nach der Fertigstellung durch seine Hohlräume Wasser auf der Oberfläche des Unterbetons abführt, verläuft am Rand eine Schlitzrinne mit zusätzlichen seitlich angeordneten Abflusslöchern. Diese spezielle Schlitzrinne gewährleistet die Entwässerung der gesamten Versuchsstrecke. Projektleiter Dipl.-Ing. Mark Hoffmann von LEONHARD WEISS berichtet: „Bei der Herstellung einer offenporigen Deckschicht aus Beton empfehlen sich möglichst kurze Transportwege. Außerdem spielt neben der Außentemperatur eine möglichst gleichbleibende Konsistenz der Betonmischung den entscheidenden Faktor.“ Laufende Tests im realen Betrieb Bereits im laufenden Bauprozess entnahmen Mitarbeiter der BASt zahlreiche Proben der Betonmischung und prüften in einem mobilen Baustellenlabor den offenporigen Beton. In den nächsten Monaten werden weitere Tests und Messungen die Tauglichkeit des neuen Fahrbahnbelags unter realer Beanspruchung überprüfen. Mark Hoffmann erläutert: „Dazu zählen einerseits labortechnische

Der Fahrbahnbelag besteht aus zwei Schichten: Ein 22 cm starker Unterbeton fungiert als fester Unterbau für die 7 cm starke offenporige Deckschicht.

Direkt auf die Haftbrücke trägt ein Straßenasphaltfertiger mit spezieller Hochverdichtungsbohle den frischen OPB auf.

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Überprüfungen und andererseits, wie effektiv die Geräuschminimierung mit dem offenporigen Beton tatsächlich ist.“ Die Griffigkeit der Fahrbahn, die Tragfähigkeit der gesamten Konstruktion oder die Stabilität des OPB sind wesentliche Kriterien für die Langlebigkeit und Nutzbarkeit eines Fahrbahnbelags. Um die gewünschte Schallabsorption erzielen zu können, müssen zudem Betongefüge, Hohlraumgehalt und Hohlraumverteilung über die gesamte Schichtdicke

hinweg bestimmten Kriterien entsprechen. Dies wird auch mit realen Geräuschmessungen vor Ort überprüft. Fallen die Testergebnisse positiv aus, dann könnte sich der offenporige Beton zukünftig als Alternative zum offenporigen Asphalt etablieren und Bund, Ländern und Kommunen einen Gestaltungsspielraum für lärmreduzierende Straßenbauweisen bieten.

Betonpflaster als Tausendsassa Gerade im Wasserschutzgebiet kann Betonpflaster anstelle von Asphalt nicht nur eine gestalterische, sondern auch ökologische Lösung sein. Ein gelungenes Beispiel zeigt ein Berliner Wohninnenhof von Dagmar Gast Landschaftsarchitekten. Die Herausforderung Ein hoch versiegelter Innenhof mit 13 Stellplätzen im Wasserschutzgebiet – die Anforderungen ließen für die Planer erstmal wenig gestalterischen Spielraum. Die Baugenehmigung sah einen dauerhaft wasserundurchlässigen Belag vor, zur Auswahl stand somit eine geschlossene Asphalt- oder Betondecke. „Gestalterisch unbefriedigend“, so das Urteil von Dagmar Gast Landschaftsarchitekten, ein Planungsbüro mit Sitz in Berlin und Hamburg. Die Neubauten am Sterndamm in Berlin grenzen direkt an einen Denkmalbereich mit Ensembleschutz an und dienen ausschließlich dem Wohnen: Das viergeschossige Vorderhaus entlang der Straße beherbergt im Erdgeschoss eine Wohngemeinschaft für Demenzkranke und schirmt das dahinterliegende dreigeschossige Gartenhaus vom Straßenlärm ab. Die Hoffläche liegt geschützt dazwischen. Wenn schon große Flächen versiegelt sein müssen, sollte das Wohnumfeld ansprechend sein, und gestalterisch vermitteln zum direkt angrenzenden Denkmalensemble, so das Landschaftsarchitekturbüro.



Foto: Godelmann

chen ließen keinen Raum mehr, um das Dachwasser über eine belebte Bodenzone zu versickern.

Die Lösung – filtern und versickern

Das Ergebnis

Auf der Suche nach einem anderen Oberflächenbelag, der zugleich die technischen Anforderungen meistert, wurden die Planer schließlich bei der GODELMANN GmbH & Co. KG fündig. Der Betonsteinhersteller aus Fensterbach in Bayern entwickelte ein Drainfugensteinsystem, das zusätzlich Schadstoffe filtert, und daher auch im Wasserschutzgebiet zugelassen ist – das Pflastersystem „DRAINSTON protect“. Für den Innenhof am Sterndamm die ideale Wahl, so die Planer: Der Belag versickert Regenwasser über die Fugen und die integrierten horizontalen und vertikalen Öffnungen an den Steinflanken, den sogenannten Sickerkanälen. Zugleich wirkt die Schicht aus gefügedichtem Pflasterstein, Fugen- und Bettungsmaterial als Schadstoffsperre und hält Schmutz, Öle und Feinstaub zurück. Da das Niederschlagswasser somit geklärt ins Erdreich einsickert, unterstützt es die Grundwasserneubildung. Ein weiteres ökologisches Plus ist die klimaneutrale Herstellung des Pflastersteinsystems. Ein zentrales Anliegen für GODELMANN – das familiengeführte Unternehmen produziert seine Betonwaren ausschließlich klimaneutral und erstellt dafür jährlich eine Treibhausgasbilanz (Corporate Carbon Footprint). Am Sterndamm konnten die Planer durch ihre Belagswahl den Anschluss an das öffentliche Kanalnetz vermeiden, samt den teuren Gebühren für das Ableiten des Regenwassers. Einzig die Dachflächen sind an den öffentlichen Sammler angeschlossen – Terrassenflächen, Spielplatz und Baumersatzflä-

Die Denkmalbehörde machte im Freiraum keine Vorgaben, nur für die Fassaden und Dächer. Dennoch wollten die Landschaftsarchitekten das Thema in den Oberflächen aufgreifen, und die Belagswahl nicht nur technisch, sondern auch gestalterisch optimieren. Die Farbpalette von DRAINSTON ist groß, die Wahl fiel schließlich auf das maschinell gealterte „antikplus Grau-Schwarz nuanciert“, das mit seinen gerumpelten Kanten stimmig auf die denkmalwürdige Nachbarschaft eingeht. Glücklicherweise unterstützte der Bauherr die gestalterische und technische Intention der Planer und erkannte den Mehrwert in dem ausgereiften Betonpflastersystem. „Der Änderungsantrag bei der Genehmigungsbehörde war absolut unkompliziert“, so die Planer, da für sämtliche Pflastersysteme der Linie ECOSAVE protect von GODELMANN eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung vorliegt, so auch für DRAINSTON protect. Die Bauartzulassung des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt-Siegel) sorgt für ein vereinfachtes Genehmigungsverfahren und gewährleistet Sicherheit bei der Planung, Ausschreibung, Erstellung und Wartung. Letztere ist bei dem ausgewählten Drainfugensteinbelag nicht aufwendig – es reicht, etwa alle zehn Jahre die Fläche mit einer mobilen Spül-SaugEinheit zu säubern. Dies regeneriert die Oberfläche und erhält die Filtereigenschaften.

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EUREF-Campus Berlin: WOLFF & MÜLLER errichtet hocheffizientes Bürogebäude Der „Campus 21-22“ ist bereits der dritte Neubau, den das Bauunternehmen im zukunftsweisenden Stadtquartier rund um den Gasometer erstellt. Der EUREF-Campus in Berlin-Schöneberg nimmt weiter Formen an: Jetzt haben die Bauarbeiten für das Gebäude 21-22 begonnen. Das energetisch optimierte Bauwerk mit acht Obergeschossen und zweistöckiger Tiefgarage bietet auf einer Bruttogeschossfläche von rund 12.000 Quadratmetern hochmoderne Büroflächen. Mit dem schlüsselfertigen Neubau sowie der Ausführungsplanung hat die EUREF AG die Berliner Niederlassung von WOLFF & MÜLLER beauftragt. Das Bauunternehmen hat bereits die beiden Bürogebäude EUREF-Campus 14 und 10-11 auf dem Gelände errichtet und ist auf nachhaltiges Bauen spezialisiert. „Mit dem EUREF-Campus zeigen wir die Möglichkeiten einer ökologischen und ressourcenschonenden Stadtentwicklung. Hier wird Zukunft gedacht und gemacht. Darum ist uns auch ein Baupartner wichtig, der die gleiche Vision hat und mit uns in enger Abstimmung daran arbeitet“, sagt Reinhard Müller, Vorstandsvorsitzender der EUREF AG.

Flexible Grundrisse: Die Büroflächen lassen sich individuell als Open Space, Parzellen- oder Kombibüros gestalten.  Bild: EUREF AG Zudem ist das Gebäude wie alle anderen Bauten auf dem Campus an ein „Micro Smart Grid“ angeschlossen, dass die Energieversorgung zentral steuert. Lebendige Fassade und modernes Bürokonzept

Der EUREF-Campus 21-22 in unmittelbarer Nähe zum historischen Berliner Gasometer ist das aktuellste Projekt auf dem EUREF-Campus. WOLFF & MÜLLER wird den energieeffizienten Neubau Mitte 2018 schlüsselfertig übergeben.  Bild: EUREF AG CO2-neutraler Bauprozess WOLFF & MÜLLER erstellt den Büroneubau EUREF-Campus 21-22 in den kommenden 18 Monaten komplett CO2-neutral. Für den Bau nutzt das Bauunternehmen ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energien sowie modernste Maschinen und Fahrzeuge mit geringem Energieverbrauch. WOLFF & MÜLLER hat sich selbst zur CO2-Neutralität verpflichtet – das kommt nicht nur der Umwelt zugute, sondern schafft auch neue Arbeitsplätze im Unternehmen. Zum Beispiel beraten hauseigene Umweltkoordinatoren die Baustelle im schonenden Umgang mit Ressourcen. Unvermeidbare Emissionen kompensiert das Unternehmen mit TÜV- geprüften CO₂-Zertifikaten, mit denen es Klimaprojekte im In- und Ausland fördert. Auf diese Weise ist der ökologische „Fußabdruck“ des entstehenden Gebäudes von Anfang an so gering wie möglich. „Durch die nachhaltige und wirtschaftliche Herangehensweise von WOLFF & MÜLLER setzen unsere energieeffizienten Gebäude nicht nur beim späteren Betrieb neue Maßstäbe, sondern bereits bei ihrer Entstehung“, sagt Müller. Für den EUREF-Campus 21-22 wird zudem der Standard KfW-Effizienzhaus 55 angestrebt. Das bedeutet, dass der Primärenergiebedarf bei nur 55 Prozent und der Transmissionswärmeverlust bei nur 70 Prozent der laut Energieeinsparverordnung zulässigen Höchstwerte liegen. Erreicht wird dies unter anderem durch dreifach verglaste Fenster, eine besonders gute Dämmung und die Nutzung lokal erzeugter erneuerbarer Energien.

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Der EUREF-Campus 21-22 liegt zentral auf dem Areal direkt neben dem historischen Gasometer und fügt sich mit seiner Klinkerriemchen-Fassade harmonisch in das Gebäudeensemble ein. „Die Fassade erfordert eine sehr präzise Ausführung“, sagt Michael Schladebach, Projektleiter bei WOLFF & MÜLLER. „Wir verbauen hier unterschiedlich dicke, senkrecht stehende Klinkerriemchen. Dadurch entsteht eine sehr lebendige Fassade.“ Das Bürogebäude bietet zudem einen hohen Nutzerkomfort und viel Flexibilität: Die Mietflächen lassen sich beispielsweise individuell als Open Space, Parzellenbüro oder Kombibüro gestalten. Darüber hinaus ist die Gebäudetechnik hochmodern und automatisiert. Durch das intelligente System wird die benötigte Energie effizient gesteuert und eingesetzt. Symbol für die Energiewende Der EUREF-Campus ist ein Symbol für die Energiewende und ein europaweit einmaliges Projekt: Auf dem 5,5 Hektar großen Gelände wächst seit 2008 ein nachhaltiges Stadtviertel mit insgesamt 165.000 Quadratmetern Geschossfläche für Unternehmen, Forschungs- und Lehreinrichtungen sowie private Wohnungen. Mit einer klimaneutralen Energieversorgung, einem intelligenten Energienetz und energieeffizienten Bauwerken erreicht der Campus bereits seit 2014 das CO2- Klimaziel der Bundesregierung für das Jahr 2050.

Lebendige Fassade: WOLFF & MÜLLER führt die Fassade mit senkrechten Klinkerriemchen aus.  Bild: EUREF AG

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Briefdienstleistungen: Verlässliche Sicherheit zahlt sich aus Die Identfikation von Einsparpotenzialen im eigenen Haus haben auch Banken und Finanzdienstleister regelmäßig auf der Agenda. Ein Vergleich der Anbieter lohnt sich insbesondere, wenn es um Aufwendungen für Porto und Briefdienstleistungen geht. Denn ein Wechsel spart Geld und Aufwand, ohne Abstriche bei den notwendigen hohen Sicherheitsstandards. Der deutsche Postmarkt ist in Bewegung. Komplexere Marktstrukturen, eine höhere Angebotsdichte und mehr Wettbewerb erleichtern den Wechsel des Anbieters. Zwischen rund 450 lizenzierten Postdienstleistern haben Versender inzwischen die Wahl. Postcon ist der marktführende Alternativanbieter, wenn es um den Versand von Briefen, Mailings, Produktinformationen bis hin zu briefkastenfähigen Warensendungen geht. Mehr als eine Milliarde Sendungen stellen die Post-Profis pro Jahr zu. Geschäftskunden profitieren von maßgeschneiderten, preisattraktiven Produkten aus einer Hand in einem transparenten Sendungsprozess. Gedrucktes bevorzugt Sicher ist: Das Thema physische Korrespondenz bleibt im Finanzund Bankensektor auch in naher Zukunft von hoher Relevanz. „Hier wird Vertraulichkeit und Sicherheit erwartet, auch bei der Übersendung sensibler Unterlagen wie Versicherungspolicen oder Bankauszügen“, so Michael Mews, Chief Sales Officer Postcon. „Zudem ist die Wertigkeit gedruckter Unterlagen höher. Auch wenn sich parallel die Digitalisierung des Briefmarktes entwickelt, wird das noch einige Zeit dauern – wie bei allen Innovationen.“ Viele Geschäftsvorgänge bleiben also trotz zunehmender Digitalisierung papiergebunden. Postcon bietet hier die jeweils passende Sendungsform an, ob klassischer Brief oder Einwurf-Einschreiben, ob Einschreiben mit Rückschein oder (elektronischer) Postzustellauftrag.

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Gut und günstig Postcon hält seine Kundenversprechen: Die Post-Profis analysieren das Sendungsvolumen und optimieren die Versandkosten. Je nach Sendungsart, -menge und -zustellzeitraum lässt sich einiges sparen. Denn schon die Basis-Portotarife sind bei Postcon attraktiv. Für eine Extra-Ersparnis bei den Portokosten sorgen die Post-Profis mit individueller Kostenkalkulation. Dabei blickt Postcon durch die „Porto-Spar-Lupe“ auf den Brief-Versandbedarf und unterbreitet sehr zeitnah ein transparentes, kostengünstiges Angebot. Wo können Sparpotentiale ausgeschöpft werden? Welche Portorabatte lassen sich über Briefkonsoliderung erzielen? Welche Laufzeitoptionen kommen in Frage? Mit den richtigen Antworten sparen

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Kunden des markführenden alternativen Briefdienstleisters dauerhaft Portokosten und versenden ihre gesamte Geschäftspost stets günstig. Das lohnt sich: Postcon Kunden berichten über Einsparungen von zehn Prozent und mehr.

können zum Beispiel als wirksame Kontrolle dienen. Bei Postcon ist die Sicherheit der IT-Systeme zudem durch erfolgreiche Audits nachweislich garantiert. Zuverlässigkeit zählt

Sicherheit schafft Vertrauen Hohe Sicherheitsstandards bei sensiblen Daten sind unabdingbar. Kundenvertrauen und Diskretion haben oberste Priorität. Michael Mews: „Das Briefgeheimnis als verfassungsrechtlich garantiertes Grundrecht bekommt eine neue Qualität, wenn wir zum Beispiel an Cyberangriffe denken.“ Selbst das interne Datennetz des Deutschen Bundestages wurde schon Opfer von massiven Cyberattacken. Infolgedessen musste das IT-System tagelang abgeschaltet werden. Die Gefahr von hochprofessionellen Hackerangriffen auf IT-Systeme sollte also niemand unterschätzen. Bei Postcon können Versender auf höchste Sicherheitsstandards vertrauen: Neben dem gesetzlich garantierten Briefgeheimnis stellt der Briefdienstleister auch den Datenschutz sicher. Ein mandanten- und auftragsbezogenes Monitoring ist eine weitere Option für Postcon Kunden, um noch mehr Transparenz über ihre Ausgangssendungen zu haben. Regelmäßige Testsendungen

Von der pünktlichen Abholung über die fehlerfreie Sortierung bis zur zeitnahen Zustellung beim Empfänger: Jede Sendung durchläuft einen komplexen Prozess. Zuverlässigkeit ist daher Pflichtaufgabe – zu jeder Zeit. Ist der Postdienst zudem in der Lage, flexibel zu reagieren und kurzfristig mit Belastungsspitzen umzugehen? Für Postcon ist diese Kür selbstverständlich, auch bei großen Volumina. Dabei entscheiden Kunden selbst, welche Leistungen sie aus dem Postcon Portfolio in Anspruch nehmen möchten. Die Übergabe unsortierter, unfrankierter Mengen für die Konsolidierung ist eine Option. Die komplette Inhouse-Verarbeitung eine weitere, und auch hier kann Postcon die bestehenden Prozesse mit passenden Softwarelösungen optimieren. Dabei ist die Ausweisung einer nahezu beliebigen Anzahl von Kostenstellen möglich. Weitere Informationen auch unter: Kundenservice 0800 3 533 533 oder www.postcon.de

Sturmflutsperrwerk mit Deutschem Ingenieurbaupreis ausgezeichnet Bundesbauministerin Barbara Hendricks und der Präsident der Bundesingenieurkammer e. V. Hans-Ullrich Kammeyer haben Ende Oktober 2016 erstmalig den mit 30.000 Euro dotierten Deutschen Ingenieurbaupreis verliehen. Die Auszeichnung erhielten die Ingenieure des Greifswalder Sturmflutsperrwerks für die außergewöhnlich innovative Lösung zum Hochwasserschutz.

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Lahmeyer Hydroprojekt und Lahmeyer International hatten das Projekt gemeinsam mit der Hypro Paulu & Lettner (hpl) Ingenieurgesellschaft geplant und waren für die Projektsteuerung, Bauoberleitung und Bauüberwachung verantwortlich. Die Konzeptidee stammt von hpl, Bauherr war das Umweltministerium MecklenburgVorpommern. Das Sperrwerk, das die Hansestadt Greifswald vor

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Ostseehochwasser schützen soll, war nach fünf Jahren Bauzeit im Februar 2016 in Betrieb gegangen. Anfang Oktober bestand es seine erste Bewährungsprobe. Umweltminister Dr. Till Backhaus: „Das Sperrwerk in Greifswald ist ein komplexes Bauwerk der Superlative. Etwa 12.000 Tonnen Beton und fast 4.000 Tonnen Stahl wurden hier verbaut. Damit ist es das umfangreichste und technisch anspruchsvollste Küstenschutzvorhaben das im Land Mecklenburg-Vorpommern bisher realisiert wurde. Mit dem Deutschen Ingenieurbaupreis 2016, so der Minister, wird diese technische Meisterleistung honoriert und dokumentiert.

„Die Auszeichnung würdigt die hohe Ingenieurskunst und das sehr gute Ingenieurswissen hierzulande“, sagte er weiter. Der Deutsche Ingenieurbaupreis wurde in diesem Jahr erstmals in gemeinsamer Trägerschaft durch das Bundesbauministerium und die Bundesingenieurkammer ausgelobt. Zugelassen waren Ingenieurleistungen und Ingenieurbauprojekte in Deutschland, die zwischen dem 1. Januar 2011 und dem 29. Februar 2016 realisiert wurden. Insgesamt haben 32 Ingenieurbüros 53 Beiträge zur Bewertung eingereicht. Der Preis soll künftig im Zweijahresrhythmus verliehen werden.

Holz im öffentlichen Raum Vielseitige Einsatzzwecke und ökologische Vorteile machen den natürlichen Baustoff zunehmend beliebter Holz ist ein Baustoff, der Wärme und Behaglichkeit ausstrahlt. Die Vorteile von Holz gehen jedoch weit über das positive subjektive Empfinden hinaus. Nicht nur ökologisch und ökonomisch, sondern auch konstruktiv und städtebaulich gibt es fürs Holz schlagende Argumente. Daher wundert es nicht, dass der ökologische Baustoff gerade in Zeiten des energetischen Bewusstseins eine Renaissance erlebt. Öffentliche Beschaffung kann einen enormen Einfluss auf Trends in der Produktion und im Konsum haben, wenn sich die Beschaffer ihrer Verantwortung als Großkonsument bewusst werden . Geschichte des Holzbaus Der Roh- und Werkstoff Holz spielt seit Beginn der Menschheitsgeschichte eine elementare Rolle. So wäre die Entwicklung der Städte im Mittelalter in dieser Form ohne Holz nicht denkbar gewesen. Die Wohngebäude wurden als Fachwerkbauten errichtet. Während der industriellen Revolution im ausgehenden 19. Jahrhundert wurde das handwerklich traditionelle Material Holz jedoch von dem nun modernen Stahl – dem Vor­ zeigeprodukt der neuen Industrien schlechthin – abgelöst. Das vom Holzbau geprägte Stadtbild der Enge, welches mit Ghetto­ bildung und schlechten hygienischen Verhältnissen assoziiert wurde, schien das Ende der Hochphase des Baustoffes Holz endgültig besiegelt zu haben. Die kathedralengleichen, von Stahl geprägten, Bahnhöfe aus dieser Zeit sprechen in dieser Hinsicht eine deutliche Sprache. Auch viele große Katastrophen trugen zum Ende der Holzbau-Ära im 19. Jahrhundert ihren Teil bei. Ein Beispiel h ­ ierfür ist der Große Brand von Hamburg im Jahr 1842. Die R ­ eaktion war eine geänderte Bauordnung, die vorgab, von nun an nur noch massiv mit Mauerwerk zu bauen. Der Beginn des 20. Jahrhunderts schien auf die Verwendung des traditionellen, althergebrachten Rohstoffes Holz demnach nahezu gänzlich

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verzichten zu wollen. Er fand nur noch im Innenausbau Anwendung. Das Comeback von Holz Unter dem Einfluss des durch die Ölkrise 1973/1974 beginnenden neuen Umweltbewusstseins entwickelten sich rückläufige Strömungen. Umweltschonendes und energie- sowie ressourcensparendes Bauen war ganz neu im Trend. Diesem kam die Verwendung des nachwachsenden und natürlichen Rohstoffes Holz entgegen. Holzskelettkonstruktionen machten den Anfang. In den 1970er-Jahren fand die aus Skandinavien und Nordamerika stammende Idee des Holzrahmenbaus Einzug in die Skizzenbücher der hiesigen Architekten. Die Forderung nach Individualität und einer umweltschonenden Bauweise trieb die Entwicklung des urbanen Holzbaus in den 1980er-Jahren voran. Wiederbelebtes, tradiertes Wissen förderte zudem die Optimierung der verwendeten Produkte, mit denen der natürliche Baustoff in seiner Beständigkeit verbessert wurde.

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dunkel und bekommt mit der Zeit eine silbergraue Patina, wenn es Sonne und Regen ausgesetzt wird. Kebony-Holz ist außerdem deutlich härter als die meisten Holzarten. Diese Haltbarkeit wird ohne die Nachteile der traditionellen Imprägniermethoden erreicht, was durch das Öko-Gütesiegel „Schwan“ (das offizielle nordische Öko-Gütesiegel, dem Skandinavischen Pendant zur „Blume“ in der EU) dokumentiert wird. Kebony ist zudem FSC®-zertifiziert und entspricht damit den deutschen Beschaffungsrichtlinien. Aus Kebony sind u.a. Terrassendielen, Fassadenelemente für attraktive Holzverkleidungen und Fensterkanteln erhältlich. Mehr Informationen gibt es im Verwalter- und Beschaffungsnetzwerk (http://www.vubn.de/anbietereintrag/kebony-holz/). Das optimierte Holz – Beispiel: Kebony aus Norwegen

Baustoff Holz – ein wertvolles Naturprodukt

Zahlreiche Hersteller versprechen, dass sie einen Weg gefunden haben, die Holzeigenschaften zu verbessern. Oftmals gehen dabei aber die originären und gewünschten Holzeigenschaften verloren. Während thermisch behandeltes Holz z.B. an Festigkeit einbüßt, ist bei den Wood-Plastic-Composites (WPC, englisch für Holz-Kunststoff-Verbundwerkstoffe) zum Teil der Plastikanteil höher als der Holzanteil – die Nachhaltigkeit also kaum noch gegeben. Ein vielversprechender Ansatz kommt aus Norwegen. Das Unternehmen Kebony veredelt Hölzer wie z.B. Kiefer und schafft somit ein besonders belastbares und haltbares Holzprodukt. Der für den Prozess eingesetzte Bioalkohol durchtränkt die Zellwände des Holzes und vernetzt sich mit dem Gewebe. Dadurch wird das Holz hydrophobiert – nimmt also kaum noch Feuchtigkeit auf. Selbst bei maximaler Luftfeuchte bleibt die Holzfeuchte unter 6 %. Enzymatischer Holzabbau durch Pilze und Insekten ist kaum noch möglich, da die Schadorganismen das Holz nicht mehr als Nahrung erkennen. So erreicht Kebony eine extrem hohe Dauerhaftigkeit (Klasse 1). Die geringe Feuchteaufnahme erhöht gleichzeitig das Stehvermögen des Holzes. Es verwirft sich kaum noch, bleibt dimensionsstabil. Die Vernetzung des Bioalkohols mit dem Holz festigt dessen Gewebestruktur. Die Dichte steigt an und damit verbessern sich sämtliche mechanischen Eigenschaften. In vielerlei Hinsicht ähnelt Kebony-Holz Teak und anderen tropischen Holz­ arten. Es ist

Der Baustoff Holz wird mithilfe von Sonnenenergie aus Kohlenstoff und Wasser gebildet. Dem Umweltgedanken, Stichwort Ökologischer Fußabdruck, kommt Holz somit bereits durch das Binden des die Atmosphäre schädigenden Kohlendioxids entgegen. Ebenfalls positiv anzumerken ist, dass Holz während seines Wachstums Kohlenstoff aus der Atmosphäre bindet und so im Bauwerk einlagert. Auf diese Weise hat das Holz bis zu seiner Entsorgung einen positiven Effekt auf die Klimabilanz. Diese Aspekte heben Holz gegenüber anderen Baustoffen im ökologischen Sinne positiv hervor. Überdies ist zu berücksichtigen, dass in der modernen Architektur die ganzheitliche Betrachtung des Gebäudelebenszyklus verstärkt

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in den Fokus rückt. Dieser Gedanke wird bereits im Entwurfsprozess verfolgt. Passend dazu hat sich auch das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) bei der Fassade des 2015 gebauten Gebäudes und der 2016 neu gestalteten Terrasse für Holz entschieden. Die Fassade wurde mit geflammter Lärche gestaltet, für die Terrasse kam Kebony zum Einsatz. Holz ist überdies eines der vielseitigsten und somit gängigsten Materialien am Bau. Der natürliche Werkstoff besitzt nicht nur eine beachtliche Druck- und Zugfestigkeit, sondern auch eine wärmedämmende Wirkung. Je nach ausgewählter Holzart ist das Material auch recht unempfindlich gegenüber Witterungseinflüssen und Schädlingen. Für zahlreiche Produkte bieten Hersteller Baustoffqualitäten an, die über die Mindestanforderungen der Bauaufsicht deutlich hinausgehen. Auch im öffentlichen Bereich ist bei der Vergabe auf die Vergleichbarkeit der Leistungen zu achten. Wie bei anderen Baustoffen ist es nicht immer von Vorteil das niedrigste Angebot zu wählen, wenn man dies mit mangelnder Qualität erkauft. Zudem zahlreiche Beschaffungsrichtlinien strenge Vorgaben bzgl. der Herkunft des Holzes machen. Kommunalen Vergabestellen müssen bei der Beschaffung von Holzprodukten auf nachhaltige Waldbewirtschaftung achten. Dafür bedarf es zuverlässiger Prüfmethoden. Das Zertifizierungssystem des Forest Stewardship Council (FSC®) ist solch ein Nachweismodell. Die zugrundeliegenden Kriterien erleichtern es Kommunen ihre Anforderungen für „Gutes Holz“ festzulegen und deren Einhaltung zu kontrollieren.

sche Ausstrahlung. So heißt es zum Beispiel in Murg, Baden-Württemberg: „Murg ist offen, familienfreundlich und innovativ“, eine „lebendige Wohngemeinde mit ökologischer Verantwortung“. Dass dieser Anspruch auch tatsächlich gelebt wird, zeigte sich beim Umbau des bis dato konventionellen Freibades zu einem Naturbad mit biologischer Wasserreinigung und der Nutzung von Sonnenergie. Das Naturerlebnisbad MuRheNa hat zudem einen Bodenbelag aus Kebony bekommen. Das Holz wurde vor allem aufgrund der langen Lebensdauer und des geringen Pflegeaufwands ausgewählt. Für drei Kaiserbäder auf der Insel Usedom wurden entlang der 5 km langen Strandpromenade zwischen Ahlbeck und Bansin insgesamt fünf Strandabgänge erneuert und barrierefrei hergestellt. Die Tragkonstruktion wurde aus Recycling-Kunststoff erstellt, für die sichtbaren Beläge und Geländer wurde Kebony aufgrund der Härte und Dauerhaftigkeit gewählt. Die überzeugende Rutschklassen R12/B (gemäß DIN 51130 bzw. DIN 51097) spielten für die von vielen Einheimischen und Touristen intensiv genutzten Wege ebenfalls eine Rolle. Zwei der fünf Abgänge sind befahrbar, damit die ortsansässigen Fischer und die Wartungsfahrzeuge den Strand befahren können – eine tägliche Belastungsprobe für die Holzoberfläche. Ebenfalls auf Usedom bekam ein Kindergarten eine neue Spielfläche aus Kebony. Ungiftig, nahezu splitterfrei und im Sommer nicht zu heiß – dieses waren die wesentlichen Kriterien bei der Auswahl des verlegten Material. Zudem ist das Holz leicht mit Wasser zu reinigen und benötigt keine zusätzlichen Holzpflegemittel.

Im Trend: Holz aus Europa

Lebenszykluskosten sprechen für Holz

Seit 2012 gilt ein europaweit gültiges Verkaufsverbot für Tropenholz aus nicht zertifiziertem Einschlag. Schon vorher hatten sich über 450 Städte und Gemeinden einem freiwilligen Tropenholzverzicht angeschlossen. Der Einsatz gewisser Holzarten ist also dem Bürger nicht mehr zu vermitteln – gleichzeitig ist aber der Einsatz von Holz an sich an öffentlichen Plätze extrem beliebt. Immer mehr Gemeinden sorgen sogar mit einem ganzen Leitbild für die ökologi-

Um-, Zu- und Ausbauten können mit dem Werkstoff Holz schnell und effizient durchgeführt werden. Das geringe Gewicht des Materials, die Möglichkeit der präzisen Vorfertigung, die trockene Bauweise und die Flexibilität der Konstruktion ermöglichen maßgeschneiderte Lösungen für die meisten Sanierungsvorhaben. Damit sind nicht nur massive ökologische Vorteile, sondern ist auch eine große gestalterische Bandbreite verbunden, die weit über die

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Möglichkeiten der herkömmlichen verputzten Fassade hinausreicht. Eine Holzfassade aus dauerhaft haltbaren Holz wie z.B. Kebony bedarf keiner weiteren Pflege – Anstrich und entsprechende Arbeitskosten entfallen für die gesamte Nutzungsdauer. Schließlich ist unter Miteinbeziehung der Lebenszykluskosten sowie der grauen Energie und der Recyclingfähigkeit Holz auch wirtschaftlich konkurrenzfähig. Kommunale Beschaffung als Leitbild Die etwa 11.500 Städte und Gemeinden in Deutschland können mit der Beschaffung von nachhaltig erzeugten Holzprodukten einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung von Wäldern leisten und ein Zeichen für Nachhaltigkeit setzen. Gerade bei Bauprojekten ist der Einfluss enorm, denn rund 40 % aller Vorhaben werden von Kommunen vergeben . Die Bundesregierung geht dabei mit gutem Beispiel voran. Ihre Beschaffungsrichtlinie verlangt, dass Holz und Holzprodukte aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung stammen und dies von den Bietern durch ein verlässliches Zertifikat nach den Standards von z.B. FSC® nach¬ gewiesen wird. Auch beim Bau von Bundesgebäuden schreibt der Bund sich eine „ganzheitliche Betrachtung und Bewertung von Nachhaltigkeitsaspekten“ vor und verlangt bei der Holzbeschaffung die Vorlage eines FSC®Zertifikats.

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Für eine erfolgreiche Umsetzung müssen drei Voraussetzungen erfüllt sein: Erstens muss eine nachhaltige Beschaffung politisch gewollt und beschlossen sein, die diesbezüglichen Ausschreibungen müssen juristisch hieb¬ und stichfest sein und es müssen entsprechende Produkte in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. Zwar ist die Forderung nach konkreten Umweltzeichen vergaberechtlich nicht zulässig. Doch die Aufnahme von Umweltaspekten in die Leistungsbeschreibungen ist durchaus möglich, so auch die Forderung nach Holzprodukten aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Als Nachweis kann vom Bieter dann ein gültiges Chain-of-Custody-Zertifikat, z.B. nach den FSC®-Standards, verlangt werden. Die zertifizierte Waldfläche wächst kontinuierlich und auch die Zahl der Hersteller und Händler mit entsprechenden Zertifikaten steigt rapide. Folglich reicht das Angebot an zertifizierten Holzprodukten aus ausreichen, um die Nachfrage verantwortungsbewusster Städte und Gemeinden befriedigen zu können. Holzeinkauf nach Umweltaspekten ist so weder in praktischer noch juristischer Hinsicht eine unüberwindbare Hürde. Und die intensive Beschäftigung mit dem natürlichen Baustoff Holz wird belohnt: Mit attraktiven öffentlichen Projekten, von denen viele Generationen profitieren. Autoren: Ines Iwersen / Gina Doormann Sämtliches Bildmaterial: Kebony (www.kebony.de)

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Aus Verwaltung und Wirtschaft Bis zu 58 Prozent der Fördermittel für hessische Kommunen eingeworben Expertise zahlt sich aus: An 25 von ihr betreuten Standorten in ganz Hessen hat die NH ProjektStadt, Stadtentwicklungsmarke der Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte/Wohnstadt, erneut ihr Know-how in Bezug auf Förderprogramme ganz besonders unter Beweis gestellt. Die Fachleute begleiteten 2016 zahlreiche Kommunen bei ihrer Antragsstellung. Viele von ihnen erhielten nun Zuwendungsbescheide für die verschiedenen hessischen Förderprogramme. Besonders herausragend war das erzielte Ergebnis bei der Mittelvergabe in Bezug auf das Programm Aktive Kernbereiche: Dort gingen 58 Prozent der zur Verfügung stehenden Fördergelder des Landes – über 8,3 Millionen Euro – an sechs Kommunen und zwei interkommunale Kooperationen. In Bürstadt, Limburg a. d. Lahn, Hanau, Heppenheim, Hofgeismar, Schlüchtern, beim interkommunalen Zusammenschluss von Grasellenbach, Hammelbach, WaldMichelbach sowie der Kooperation von Bad Wildungen, EdertalGriflitz und Fritzlar sind somit die laufenden Maßnahmen in den Stadt- und Ortszentren gesichert. Stadtentwicklungsministerin Priska Hinz betonte bei der Bekanntgabe der Bescheide, dass der nachhaltigen Entwicklung der hessischen Innenstädte und Ortskerne höchste Priorität zukomme: „Starke Innenstädte bieten kurze Wege, eine gute Nahversorgung, ein attraktives Freizeitangebot.“ Wer nicht für jede Gelegenheit auf das Auto zurückgreife, sondern zu Fuß oder mit dem Rad genauso gut zum Ziel komme, betreibe ganz nebenbei aktiven Umweltschutz – so Hinz. Aber damit nicht genug: Auch bei der Förderung des Stadtumbaus wurden sieben, von der NH ProjektStadt zum Teil langjährig beratene Städte und Gemeinden, mit staatlicher Förderung belohnt. Bad Arolsen, Bad Hersfeld, Lampertheim, Niestetal, Rüsselsheim, Wetzlar, Witzenhausen und das interkommunale Stadtumbaumanagement Rüsselheim, Raunheim, Kelsterbach. Diese Standorte konnten 40 Prozent der Gesamtfördersumme, knapp 5,25 Millionen

Euro, für sich verbuchen. Priska Hinz zur Neuausrichtung dieses Programms: „Das Stadtumbauprogramm wird zukünftig verstärkt städtebauliche Projekte fördern, die dem Klimaschutz und der Anpassung an den Klimawandel dienen.“ Einzelne Stadtteile und Quartiere im Kern oder in der Peripherie mit individuellem Entwicklungsbedarf zu stützen und dabei die Bevölkerung aktiv mit einzubeziehen, ist die Zielsetzung des Programms Soziale Stadt, das einen wichtigen Baustein im Fördergefüge darstellt. Die Fördergelder kommen dabei zur Hälfte von Bund und Land, die Kommunen selbst steuern ebenfalls Finanzmittel bei. Auch hier wurden fünf, von der NH ProjektStadt beratene Kommunen, bedacht – darunter Hofheim-Nord (Taunus), Kelsterbach, Neu-Isenburg, Neustadt und Wetzlar. Das Ergebnis kann sich auch hier sehen lassen: Fast 5 Millionen Euro – und damit 24 Prozent aller Fördermittel – gingen an diese Städte und Gemeinden. Oftmals nagt der Zahn der Zeit an historischen Gebäuden, die in einer Kommune nicht nur als Erkennungsmerkmal dienen, sondern auch identitätsstiftenden Charakter haben. Mit dem Programm Städtebaulicher Denkmalschutz unterstützen Bund und Land jeweils hälftig den Erhalt derartiger Bauten oder Ensembles. Knapp über 2 Millionen Euro – rund 35 Prozent der Gesamtfördersumme – gehen an vier von der NH ProjektStadt betreute Standorte – dazu zählen: Diemelstadt-Rhoden, Alsfeld, Immenhausen und Bad Hersfeld, wo 2019 der Hessentag stattfinden wird. „Ebenso wie unsere Kunden sind wir sehr zufrieden mit der Bilanz bei der diesjährigen Fördermittelvergabe. Zahlreiche Projekte können nun konsequent und mit Konstanz fortgeführt werden. Erfreulich auch der Startschuss für zahlreiche neue Vorhaben, die wir gemeinsam mit den Verantwortlichen nun angehen können“, erläutert Monika Fontaine-Kretschmer, für die Stadtentwicklung zuständige Geschäftsführerin der Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte/Wohnstadt.

Bei der Überreichung der Zuwendungsbescheide für den Stadtumbau: Umweltministerin Priska Hinz (M). im Kreis der Vertreter hessischer Städte und Gemeinden. Foto: Reinhard Berg

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bvse warnt vor Mogelpackung „Urbanes Gebiet“ Eine Novelle des Baurechts soll den Stadtplanern neue Instrumente zum Umgang mit dem Zuzug an die Hand geben. Das Bundeskabinett beschloss am 30. November einen entsprechenden Gesetzentwurf auf Vorschlag von Bundesbauministerin Barbara Hendricks. Herzstück der Reform ist die neue Gebietskategorie „Urbanes Gebiet“, die neue Spielräume für den Wohnungsbau erschließen soll. Für das urbane Gebiet sollen auch höhere Lärmimmissionswerte durch gewerblichen Lärm zugelassen werden. Parallel zur Änderung des Bauplanungsrechts wurde daher auch eine Änderung der TA Lärm beschlossen werden. In seiner Stellungnahme warnte der bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V. jedoch deutlich davor, dass die Schaffung des Gebietstyps „urbanes Wohnen“ in § 6 a Baunutzungsverordnung nicht zur einer „Mogelpackung“ im Sinne einer „Abstufung“ eines Gewerbegebietes in das neu geschaffene „urbane Gebiet“ führen dürfe. „Die geplanten Vorgaben dürfen daher keinesfalls dazu führen, dass auf gewerblichen Bauflächen Wohnnutzungen integriert werden und sobald diese Wohnungen bezogen werden, festgestellt wird, dass das umliegende Gewerbe die Wohnnutzung wesentlich

beeinträchtigt und dass das Gewerbe Maßnahmen zur Lärmminderung ergreifen muss oder der Wohnnutzung sogar weichen muss“, betonte bvse-Hauptgeschäftsführer Eric Rehbock. Der Abriss von beispielsweise alten Güterbahnhöfen und der Bau von Wohnanlagen auf diesem Gelände sowie die Umgestaltung von Hafenanlagen in Anlagen mit „schicken Wohnen“ führt bereits heute für Betriebe der privaten Entsorgungs- und Recyclingwirtschaft zu Konflikten mit den angrenzenden Anwohnern, die sich im Übrigen nicht nur auf Lärmprobleme beschränken. Da Wohnraum vor allem in Ballungsgebieten immer knapper wird, wird sich dieser Konflikt weiter verschärfen. In dem Entwurf eines Gesetzes zur Umsetzung der Richtlinie 2014/52/EU im Städtebaurecht fehlt außerdem die Möglichkeit des passiven Schallschutzes vollständig. Nach wie vor ist vorgesehen, „altmodisch“ vor dem offenen Fenster zu messen. Die hohen Baustandards, insbesondere im Bereich des passiven Schallschutzes, ermöglichen bereits seit vielen Jahren die flexible Nutzungsmischung ohne unangemessene Lärmbelästigung für Bewohner und Nutzer. „Wir fordern, dass stattdessen eine Messung in der Wohnung vorgenommen wird“, so Eric Rehbock.

Hamburgs schönste Kurven:

Die Bogenrolltreppen der Elbphilharmonie • Westeuropas längste Rolltreppen sind seit November 2016 in Betrieb • Weltweit einzigartige Bogenform ermöglicht Besuchern Fahrt „ohne Ende“ • Die neue Technik ermöglicht Rolltreppen einer neuen Generation Sie zählen zu den längsten Anlagen Europas und sind Unikate zugleich: Die zwei 80,2 m langen Bogenrolltreppen, die seit einem Monat die Besucher zur öffentlichen Aussichtsplattform „Plaza“ der Elbphilharmonie führen. Eigens für Hamburgs neues Wahrzeichen entwickelt, sind sie die weltweit einzigen Rolltreppen, die einen Bogen beschreiben. Allein am Wochenende nach Eröffnung, am 5. und 6. November 2016, nutzten täglich rund 13.000 Menschen die technisch innovativen Anlagen. „Die für die Bogenform entwickelten Konstruktionsprinzipien versetzen Kone in die Lage, Rolltreppen ganz neuer Form zu konstruieren“, sagt Dr. Heiner Zeiger, Projektleiter und Manager Special Projects beim Aufzug- und Rolltreppenhersteller KONE. Die beiden Bogenrolltreppen ermöglichen es den Besuchern, auf ihrem Weg zur Plaza in 37 m Höhe in eine faszinierende Welt aus Licht und Farbe einzutauchen. So können die Besucher bei der zweieinhalbminütigen Fahrt mit Tempo 0,5 m/s wegen der Bogen-

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form nicht von einem zum anderen Ende sehen – ganz gleich, ob sie nach vorne oder zurückschauen. „Das schafft eine perfekte Symbiose von Technik und Architektur“, sagt Zeiger. Heller Putz, 7.900 irisierende Glaspailletten und die Lichteinfälle von den Enden her setzen die Bogenrolltreppen der großen „Tube“ in Szene. Nach zweieinhalb Minuten ist die Zwischenebene auf 30 m Höhe erreicht, die einen ersten Blick auf die Stadt freigibt. Ein weiteres, kürzeres Rolltreppenpaar ohne Bogen – und die Besucher sind auf der Plaza angekommen. Der Platz bietet einen weiten Panoramablick über Hafen und City und ist zugleich der Hauptzugang zu Konzerthaus, Hotel, Gastronomie und Wohnungen. Die Länge der Bogenrolltreppen, ihre ungewöhnliche Förderhöhe von 21,43 m sowie die Bogenform erforderten einen außerordentlichen Konstruktionsaufwand. „Das hat uns ganz neue Wege eröffnet“, sagt Projektleiter Zeiger, dessen Team die Anlagen innerhalb eines Jahres an den Standorten Essen und Hattingen entwickelte. „Wir sind jetzt imstande, aus der (zwischenzeitlich patentierten) Bogenform heraus, Rolltreppen und Rollsteige in Wellenform zu konstruieren. Auch können wir Rolltreppen mit extremer Förderhöhe bauen, die statt durch raumgroße Zentralantriebe durch mehrere kleine Antriebseinheiten bewegt werden.“

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UNTERIRDISCHER ABFALLBEHÄLTER IN OTTENSEN AUFGESTELLT:

500-mal Müll im Hamburger Untergrund Hamburgs Umweltsenator Jens Kerstan, Altonas Bezirksamtsleiterin Dr. Liane Melzer und Stadtreinigungs-Geschäftsführer Prof. Dr. Rüdiger Siechau stellten heute in Ottensen den 500. unterirdischen Abfallbehälter Hamburgs auf. Dieses 500. sogenannte „Unterflursystem“ ist auch Teil eines Projekts zur Verringerung der vielen rosa Restmüllsäcke, mit denen Ottenser Haushalte bislang Abfall sammeln. Ottensen wird also noch einmal sauberer. Der am Kran schwebende, vier Kubikmeter große Abfallbehälter wurde von Hamburgs Umweltsenator Jens Kerstan, Altonas Bezirksamtsleiterin Dr. Liane Melzer und SRH-Geschäftsführer Professor Dr. Rüdiger Siechau in den Betonschacht eingeführt. Anschließend erläuterten die drei die Bedeutung des neuen Abfallsammelsystems. Umweltsenator Jens Kerstan. „Aufgerissene Müllsäcke und Verschmutzungen gehören an diesem Standort mit den Unterflursystemen der Vergangenheit an. Im belebten wie beliebten Ottensen, wo viele Häuser nicht unterkellert sind und die Straßenräume sehr eng sind, ist das besonders wichtig. Ein besonderes Lob gehört dem Bezirksamt Altona, das in erheblichem Maße dazu beigetragen hat, dass Altona ein Vorzeige-Bezirk geworden ist, was die Rückdrängung der Sackabfuhr angeht.“ „Ottensen mit seinem dichtem Altbaubestand ist für die Müllabfuhr ein schwieriges Pflaster“ stellte Altonas Bezirksamtsleiterin Liane Melzer fest. „Oft gibt es keinen Platz im Keller oder Hinterhof. Ich freue mich, dass wir mit dem neuen Unterflur-Behältersystem eine Lösung gefunden haben, die maßgeblich zu einem saubereren Erscheinungsbild Ottensens beiträgt, und ich wünsche mir, dass die Anwohnerinnen und Anwohner intensiv von dieser Entsorgungsmöglichkeit Gebrauch machen.“

SRH-Geschäftsführer Professor Dr. Rüdiger Siechau bedankte sich bei der Bezirksamtsleiterin: „Die gute Zusammenarbeit und die wohlwollende Prüfung der öffentlichen Flächen für die Müllstandplätze waren die Grundsteine für den Erfolg der Sackrückdrängung in Ottensen. Überhaupt spielt Altona bei den Unterflursystemen eine herausragende Rolle: Vor neun Jahren haben wir in Ottensen vor dem ‚Mercado‘ das allererste Unterflursystem Hamburgs eingeweiht.“ 13.000 Haushalte entsorgen ihre Abfälle in Hamburg in über 19.000 rosa Müllsäcken wöchentlich. Das heißt, die Mieterinnen  und Mieter müssen über 100 Jahre nach dem Bau ihrer ­Häuser immer noch den Müll in der Wohnung in Abfallsäcken sammeln  und zur Entsorgung auf die Straße stellen, weil kein Platz für  entsprechende Mülltonnen vorhanden ist. Unterflurbehälter dagegen verbrauchen wenig Platz und fallen optisch nicht auf. Unterflursysteme überzeugen zudem durch ihre Barrierefreiheit wegen der niedrigen Einwurfklappe. Sie sind mit Schlüssel oder einem Chip auf- und abzuschließen und sie sind echte „Vielfraße“: Im vier Kubikmeter großen unterirdischen Behälter passt der Abfall, der sonst in rund 65 rosa Restmüllsäcken an die Straße gestellt worden wäre. Nach Abschluss aller Baumaßnahmen im Frühjahr 2017 werden rund 700 Haushalte in Ottensen keine rosa Restmüllsäcke mehr nutzen müssen. Bisher wurden dort rund 1.130 Säcke pro Woche an die Straße gestellt. Dieses Bild gehört dann der Vergangenheit an, stattdessen stehen dort dann 28 neue Standplätze mit Abfallbehältersystemen zur gemeinschaftlichen Nutzung auf öffentlichem Grund.

Unterstützung für Wilhelmine Einsatz von Glasfaserbewehrung beim Tunnel Rastatt Der Bahntunnel Rastatt, aktuell im Bau, gilt als zentrales Bauwerk der Aus- und Neubaustrecke zwischen Karlsruhe und Basel. Für die Schachtwände der Tunnelröhren wurde erstmals bei einem Projekt der Deutschen Bahn Glasfaserbewehrung mit einer Zustimmung im Einzelfall des Eisenbahn-Bundesamts eingesetzt. Dank dieser Technologie können Tunnelvortriebsmaschinen bewehrte Betonschächte mit deutlich reduziertem Verschleiß durchfahren.

des Stadtgebietes entlastet Anwohner künftig vom Lärm vorbeifahrender Züge. Auf der Länge der Unterfahrung Rastatts erfolgen die bergmännischen Vortriebe mittels Tunnelvortriebsmaschinen (TVM)

Die Ausbau- und Neubaustrecke Karlsruhe-Basel ist Bestandteil des europäischen Streckennetzes von Rotterdam nach Genua. Zwischen den holländischen Häfen und dem Mittelmeer zählt die Verkehrsachse zu den wichtigsten Bahnstrecken Europas. Nach ihrer Fertigstellung ermöglicht die durchgehend viergleisige Strecke künftig die Trennung der Verkehrsflüsse. Langsamere Güter- und Nahverkehrszüge werden die bereits vorhandenen Gleise befahren. Schneller Fernverkehr wird vorranging die beiden neuen Gleise nutzen, welche für Spitzengeschwindigkeiten bis zu 250 km/h ausgelegt sind. Stadt Rastatt wird untertunnelt Der Tunnel Rastatt unterquert das gesamte Stadtgebiet von Rastatt sowie die Federbachniederung auf einer Länge von 4.270 Meter in zwei voneinander getrennten Röhren. Die Untertunnelung

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Fertigung eines Bewehrungskorbes mit Combar. An rund 1.000 Kreuzungspunkten werden die Combar-Stäbe zu Bewehrungskörben gebunden.  Foto: Schöck Bauteile GmbH

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einzeln vorgefertigte Bewehrungskörbe verwendet: oben Stahl, unten die Glasfaserbewehrung Combar. „Die Bewehrungskörbe aus Glasfaser sind insgesamt 24 Meter lang mit einem Querschnitt von 1,30 Meter Höhe und 2,50 Meter Breite. Sie bestehen aus bis zu über 18 Meter langer, 32 Millimeter dicker Combar-Bewehrung“, erläutert Alexander Hens, Geschäftsführer der Brühler Stahlhandel GmbH. Die einzelnen Glasfaserstäbe wurden an insgesamt rund 1.000 Kreuzungspunkten mit Draht zu Körben gebunden. Insgesamt verarbeitete der Dormagener Betrieb rund 100 Tonnen Combar. Die zirka zehn Meter langen Bewehrungskörbe, welche mit den Glasfaserkörben verbunden wurden, bestehen vollständig aus Stahl, da in deren Einsatzbereich die besonderen Eigenschaften von Glasfaser nicht erforderlich sind. Einbau der Schlitzwände Aushub einer zirka 40 Meter tiefen Schlitzwandlamelle, in die im Anschluss Bewehrungskörbe eingebaut werden.  Foto: Schöck Bauteile GmbH mit Ausbruchdurchmessern von 10,97 Metern. Nachfolgende Tübbingausbauten sind 50 cm stark. Das Bauwerk südlich von Ötigheim beginnt mit einem 800 Meter langen Betontrog. Um zu verhindern, dass hoch anstehendes Grundwasser in den Start- oder Zielschacht strömt, wurde eine Grundwasserwanne vorangestellt. So kann Wilhelmine, die im Mai gestartete TVM, trocken an- und einfahren. „Bei der zu durchstoßenden Wand am Ende der Wanne haben wir die Glasfaserbewehrung Combar eingesetzt, damit das Schneidwerkzeug der TVM die Wand problemlos durchfahren kann“, erläutert Projektleiter Frank Roser von der DB Netz AG. Eine mit Stahl bewehrte Anschlagwand würde die Schneidwerkzeuge der Tunnelbohrmaschine beschädigen. „Die Alternative zu Glasfaserbewehrung wäre ein großer, aufwändiger Dichtblock aus Beton, bei dem Zementsuspension ins Erdreich eingebracht wird“, ergänzt Jörg Schweinfurth, Key Account Manager bei Schöck. In diesem Fall müssten jedoch die Wände für die TVM-Durchfahrt zeitaufwändig manuell ausgebrochen werden. Erfolgreiche Kooperation Weite Teile der Combar-Bewehrung sind vom Deutschen Institut für Bautechnik in Berlin zugelassen. Für den Einsatz bei Bauwerken der DB sind darüber hinaus zusätzliche baurechtliche Genehmigungen erforderlich. Da die Ausführung von Anschlagwänden kein geregeltes Bauverfahren der Bahn ist, musste zuerst eine unternehmensinterne Genehmigung der Bahn erwirkt werden. Diese forderte eine weitergehende technische Bewertung durch das Eisenbahn-Bundesamt (EBA). Für den Tunnel Rastatt wurde eine Zulassung im Einzelfall für Glasfaserbewehrung seitens des EBA erteilt. „Wir haben bereits in einer sehr frühen Phase die Zulassung im Einzelfall beim Eisenbahn-Bundesamt in Bonn beantragt, um ein mögliches Risiko der Verzögerung im Bauablauf auszuschließen“, erklärt DB- Projektleiter Frank Roser. „Durch die enge Zusammenarbeit und die ausführliche Planung mit Schöck erhielten wir die Zulassung bereits in einer recht frühen Phase“.

Während des Erdaushubs auf der Baustelle stützte eine vorab eingebrachte Betonit-Suspension die Schachtwände. Nach Ablassen der Bewehrungskörbe in die ausgehobenen Schlitze wurde − ähnlich zum Unterwasserbetonieren − mit dem Kontraktorverfahren betoniert: Hierbei kommt ein Schüttrohr zum Einsatz, dessen unteres Ende in den bereits eingebrachten Frischbeton eintaucht, wodurch sich nur ein geringer Teil des Frischbetons mit der BetonitSuspension vermischt vermischt. Die vom Beton verdrängte Stützflüssigkeit wird zur Wiederaufbereitung und Wiederverwendung abgepumpt. Bewehrung bewährte sich bereits „Im Mai 2016 startete die TVM Wilhelmine problemlos, indem sie die Anschlagwand im Startschacht durchfuhr“, so Frank Roser von DB Netz AG. Des Weiteren sind vier Wände für zwei sogenannte Vereisungsschächte vorgesehen, die ebenfalls mit Combar bewehrt sind. Diese Vereisungsschächte sind notwendig, da der Tunnel die alte Rheintalbahn unterquert und die Überdeckung durch Erdreich an dieser Stelle verhältnismäßig gering ist. Deswegen muss der umliegende Erdboden für den Vortrieb stabilisiert werden. Aus jeweils zwei Schächten werden hierfür Vereisungsbohrungen unter der bestehenden Bahnstrecke eingebracht, durch die der Erdboden eingefroren wird. Der Tunnelvortrieb erfolgt entsprechend im Schutz des irdenen Vereisungskörpers.

Alternativer Bewehrungskorb Um die Lamellen der bis zu 40 Meter tiefen Schlitzwände zu bewehren, wurden zwei

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Ablassen des Soft Eye-Bewehrungskorbs in den Schlitz.  Foto: Schöck Bauteile GmbH

Ausblick Der Tunnelvortrieb endet im Herbst 2017 mit dem Durchschlag der Weströhre am südlichen Ende des Tunnels in Rastatt-Niederbühl und dem Durchfahren der letzten, mit Combar bewehrten Wand im Zielschacht. Mit dem anschließenden Bau der Verbindungsbauwerke ist der Rohbau Mitte 2018 abgeschlossen. Im Anschluss erfolgt bis 2021 die Ausrüstung des Tunnels mit fester Fahrbahn, Kabeltrasse und Oberleitung. Nach einer Prüfungsphase und einem Probebetrieb werden ab 2022 Züge durch den neuen Tunnel fahren. DB Netz-Projektleiter Frank Roser zieht ein positives Fazit: „Weitere Tunnel auf der Strecke Karlsruhe-Basel sind bereits in Planung. Zum Beispiel der Tunnel Offenburg, der mit dem Tunnel Rastatt vergleichbar ist. Hierfür könnte unsere Vorgehensweise bei der Zulassung im Einzelfall in der sehr frühen Projektphase Vorbildcharakter haben. Die Zusammenarbeit mit Schöck war jedenfalls ein kleines, hervorragendes Mosaiksteinchen für den erfolgreichen Start dieses Großprojekts.“

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REHAU beschäftigt sich ausgiebig mit dem Tiefbaubereich Im November dreht sich bei REHAU alles um Versickerungsanlagen, die Materialauswahl bei Kanalnetzen und die unterstützende RAUSIKKO Software. Durch die Errichtung von dezentralen Versickerungs- und Retentionsanlagen für Niederschlagswasser werden die örtlichen Kanalnetze entlastet. Dies führt zu geringeren Kosten im Kanalbau und im Kläranlagenbetrieb. Der Nutzen für den Bauherrn: Durch die Versickerung der Niederschläge ergeben sich Einsparungen bei der Versiegelungsabgabe. Hierüber kann sich der Bau einer Versickerungsanlage schnell amortisieren. Im kostenlosen Webinar „Reinigung, Versickerung und Retention von Niederschlagswasser“ werden die Teilnehmer über die unterschiedlichen Möglichkeiten der Versickerung, der Planung, statischen Auslegung sowie über den Bau von Anlagen zur Versickerung und Retention informiert. Der Seminarteil Niederschlagswasserbehandlung beschäftigt sich zudem mit dem Umgang von belastetem Niederschlagswasser von Verkehrsflächen und unbeschichteten Metalldächern. Das Webinar findet am 15. November 2016 um 10:30 Uhr statt und dauert etwa 60 Minuten. Eine Anmeldung ist direkt möglich unter: https://attendee.gotowebinar.com/register/7582116008175930626

Das einstündige Online-Seminar findet am 15. November 2016 um 16:00 Uhr statt. Eine Anmeldung ist möglich unter: https://attendee.gotowebinar.com/register/2533833714545248001 Software RAUSIKKO 7.5 Wer sich bei der Planung von Grundstücksentwässerungen oder kommunaler Entwässerung mit technischen Systemen zur Versickerung und Retention beschäftigt, kommt ohne ein einfaches und dennoch leistungsfähiges Softwaretool nicht mehr aus. Denn schon in der Entwurfsphase, müssen schnell Aussagen zur Bemessung, zum Umfang notwendiger Erdarbeiten und zu gegebenenfalls notwendigen Vorreinigungsmaßnahmen getroffen werden. REHAU stellt seinen Kunden deshalb mit der Software RAUSIKKO 7.5 ein optimales Werkzeug zur schnellen und sicheren Bemessung von Regenwasserbewirtschaftungsanlagen gemäß DWA-Arbeitsblatt A138, DWA-Arbeitsblatt A117 sowie DWA-Merkblatt M153 vor. Welche Erleichterungen dieses Tool konkret bringt und wie es funktioniert, zeigt REHAU in einem kostenlosen einstündigen Webinar. Es findet am 16. November 2016 um 10:30 Uhr statt. Eine Anmeldung ist direkt hier möglich: https://attendee.gotowebinar.com/register/242883589352701186

Materialauswahl in der Kanaltechnik Wie funktioniert die Teilnahme? Kanalrohrsysteme sind enormen Beanspruchungen durch Verkehrslasten, aggressiven Abwässern oder durch Wurzelwerk im innerstädtischen Bereich ausgesetzt. Die richtige Materialauswahl ist deshalb entscheidend, damit die Bauteile eine möglichst hohe Nutzungsdauer erreichen. REHAU widmet sich daher diesem Thema in einem speziellen Webinar. So werden anhand von typischen Schadensbildern die Anforderungen an moderne Kanalsysteme abgeleitet und aufgezeigt, wie mit der richtigen Materialauswahl langlebige Kanalnetze mit 100 Jahren Lebensdauer realisiert werden können.

Für die Teilnahme an den REHAU Webinaren muss lediglich eine kleine Gratis-Software heruntergeladen und ausgeführt werden. Außerdem wird die Benutzung eines Headsets empfohlen. Die Anmeldung ist ebenso einfach wie die Teilnahme: Einfach auf den Link klicken – fertig! Die Zugangsdaten erhalten die Teilnehmer in der Bestätigungs-Email. Bei Fragen steht die REHAU Akademie Bau gerne unter [email protected] zur Verfügung.

Stadt is(s)t nachhaltig 1,1 Millionen Euro für ein neues Projekt, das die Koordination von Ernährungssystemen in deutschen Städten erforschen will Waldkirch im Breisgau und Leutkirch im Allgäu als Modellgemeinden: Ein neues, an der Universität Freiburg koordiniertes Verbundprojekt will am Beispiel der baden-württembergischen Kreisstädte in den kommenden drei Jahren Möglichkeiten für die Integration von Ernährungssystemen in die nachhaltige kommunale Entwicklung erforschen und anstoßen. Dafür erhalten die Partner eine Förderung von circa 1,1 Millionen Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. An dem Vorhaben beteiligen sich an der Universität Freiburg die Professur für Environmental Governance von Heiner Schanz, die Professur für Sustainability Governance von Michael Pregernig und die Professur für Forst- und Umweltpolitik von Daniela Kleinschmit. Nachhaltigkeit spielt eine zentrale Rolle in den Leitbildern vieler deutscher Städte und Gemeinden. Konkrete Bemühungen konzentrieren sich bislang hauptsächlich auf Energie und Verkehr. Schätzungen zufolge verursacht die Ernährung jedoch etwa ein Drittel des ökologischen Fußabdrucks – mehr als die beiden anderen Bereiche zusammen. Für kleinere Städte, die in Deutschland die Lebensrealität von etwa 70 Prozent der Bevölkerung prägen, ist die

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Einbindung des Ernährungssystems in die Stadtentwicklung ein weitgehend unerschlossenes Thema. Die Forscherinnen und Forscher wollen deshalb zunächst eine Bestandsaufnahme der kommunalen Ernährungssysteme und Lebensmittelflüsse in den beiden Modellstädten vornehmen. Anhand von Maßnahmen, die die Gemeinden unter Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger initiieren, sollen die Wirkungen von Ernährungssystem-Strategien verglichen und Lernprozesse zwischen Waldkirch und Leutkirch angestoßen werden. Beispiele hierfür, wie sie in anderen Kontexten erfolgreich angewendet wurden, können saisonale „Genuss-Festivals“, Patenschaften von Schulen mit lokalen Produzenten und Verarbeitern oder die Einrichtung kommunaler Ernährungsräte sein. „Ernährung ist ein Teil unseres alltäglichen Lebens. Gleichzeitig weist sie vielfältige Beziehungen zu anderen Themen auf, etwa Quartiersentwicklung, Gesundheit, Tourismus, Umwelt und Verkehr. Entsprechend groß scheint das kommunalpolitische Potenzial“, sagt Schanz, der das Projekt koordiniert. Die Umsetzung sei jedoch komplex, und die Frage, ob mit einer Maßnahme tatsächlich ein Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit geleistet werde, sei oft unsicher: Woher bezieht eine Stadt ihre Nahrungsmittel? Sind lokal produzier-

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te Produkte automatisch nachhaltiger? Stehen die Ziele der ganzjährigen Versorgungssicherheit einerseits und der Nachhaltigkeit in global vernetzten Produktionsketten andererseits in Konkurrenz zueinander, oder können sie gleichzeitig erreicht werden? Diese und weitere Fragen möchte das Projekt in und mit den beiden Gemeinden ansprechen. „Die Vielfalt an interessierten Akteurinnen und Akteuren wird in den Kommunen zwangsläufig zu Abwägungsprozessen und letztendlich auch Kompromissen führen“, sagt Pregernig. Ziel der Beteiligten ist es deshalb, die Eingebundenheit der lokalen Ernährungssysteme in die größeren Zusammenhänge der Lebensmittelmärkte zu analysieren und so die möglichen Ansatzpunkte für kommunalpolitisches Handeln zu identifizieren.

Neben den beiden Städten beteiligen sich die Universität Kassel, die Zeppelin Universität Friedrichshafen, das Forschungsinstitut für Biologischen Landbau in Frick/Schweiz und das Forschungs- und Beratungsnetzwerk „NAHhaft – zukunftsfähige Ernährungsstrategien in Städten“ in Berlin an dem Vorhaben. Kontakt: Prof. Dr. Heiner Schanz Institut für Umweltsozialwissenschaften und Geographie Albert-Ludwigs-Universität Freiburg Tel.: 0761/203-8502 E-Mail: [email protected]

BIRCO auf der BAU 2017: Entwicklungen in allen Bereichen Die BIRCO GmbH präsentiert sich vom 16. bis 21. Januar 2017 auf der BAU, Weltleitmesse für Architektur, Materialien und Systeme auf dem Messegelände in München in der Halle A2 am Stand 310. BIRCO wird mit seinem Messeauftritt eine Vielzahl von Weiterentwicklungen auf hohem Niveau präsentieren. Als Spezialist für ganzheitliches Regenwassermanagement stellt BIRCO die Werte Qualität, Partnerschaft und Intelligenz in den Mittelpunkt. „Qualität ist für uns ein wesentlicher Maßstab für hochwertige Bauprojekte und den Fachhandel. Partnerschaft bezieht sich nicht nur auf das Marktumfeld, sondern auch auf die Kunden, die sich auf das Know-how von BIRCO verlassen können. Intelligente Lösungen sind bei Neu- und Weiterentwicklungen das Ziel aller Prozesse im Unternehmen“, sagt Christian Merkel, Geschäftsführer und Mitgesellschafter bei BIRCO. System mit Schnellverschluss für den Fachhandel BIRCOlight triloc® heißt das neue Highlight für den BaustoffFachhandel. Die Ergänzung zum etablierten BIRCOlight Produktspektrum vereint einen Schnellverschluss, eine Verschiebesicherung und die nachträgliche Verschraubungsmöglichkeit in einem in der Zarge positionierten Verschlusskonzept. Die Abdeckungen sind schnell eingebaut und für Reinigungsmaßnahmen auch schnell geöffnet. Sollte es nötig sein, die Abdeckung fest zu arretieren, ist ohne bauliche Veränderung eine Verschraubungskulisse für M8Schrauben vorhanden. Durch die BIRCO typische Eigenstabilität der Betonbauteile ist auch die BIRCOlight triloc® umfangreich einsetzbar. Beim Einbau der Rinnenkörper ändert sich für Verarbeiter nichts. BIRCOlight triloc® ist ab Januar 2017 im Baustoff-Fachhandel verfügbar. Neues Rinnensystem für Fassaden, Terrassen und Dächer Mit BIRCOtopline bringt BIRCO ein neues Rinnensystem aus Stahl, das Flexibilität und einen schnellen Baufortschritt vereint. Ein praktisches Stecksystem vereinfacht das Verlegen. Mit optionalen Stellfüßen passt sich das Rinnensystem auch an Schwellen oder individuelle bauliche Gegebenheiten an. Längs- oder Querge-

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Die Abdeckungen von BIRCOlight triloc® sind schnell eingebaut und für Reinigungsmaßnahmen auch schnell geöffnet. fälle lassen sich einfach realisieren. Deshalb ist BIRCOtopline auch für barrierefreie Übergänge oder altersgerechtes Wohnen und Gründachkonzepte geeignet. Mit Rundloch-, Quadrat-, Steg- und Gitterabdeckung in den Nennweiten 100, 130 und 160 lassen sich die gängigen Gestaltungskonzepte realisieren. Vorgefertigte Eckstücke im 90-GradWinkel gibt es mit Perforation an der Innen- oder Außenseite. Bei Schüttungen an der Rinnenkante wird eine Kiesleiste hinzugefügt, damit die hydraulische Leistung an den Seiten optimal bleibt. Alle Produkte aus der Serie BIRCOtopline gibt es auch in Edelstahl. Regenwassermanagement immer gefragter – jetzt neue BIRCOsystemschächte

Mit einem frühen Engagement für dieses Thema konnte BIRCO einige Weichen stellen. „Das Jahr 2016 hat Kommunen und Planern die Notwendigkeit der Maßnahmen drastisch vor Augen geführt. So kann BIRCO auf ein erfolgreiches Jahr und viele realisierte Projekte mit den BIRCO Rigolentunneln von StormTech® zur Rückhaltung und Versickerung und den Regenwasserbehandlungsanlagen BIRCOpur® zurückblicken“, kommentiert Marian Dürrschnabel, Produktmanager bei BIRCO. Ein Das Unternehmen baut die Produktpalette und Serviceleistunpraktigen aufgrund der Erfahrungen sches Steckfür die Kunden weiter aus. „Bei system vereinfacht den BIRCO Rigolentunneln von das Verlegen des RinStormTech® sind die auf die nensystems BIRCO­topline. Systeme abgestimmten MateriaErhältzlich als Halbmeter- und lien wie Rohre, Geotextilien und Meterbauteile. Quelle: BIRCO

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auch Schächte nun direkt bei BIRCO erhältlich. Das kommt unseren Kunden bei der Planung und Realisierung von Objekten entgegen. Die BIRCOsystemschächte sind eine zentrale Schnittstelle von Oben nach Unten und ein wichtiges Element, um unser System abzurunden.“ Mit kreativen Medienformaten kommunizieren Auf der BAU 2017 präsentiert sich BIRCO auf allen Kommunikationskanälen und mit moderner Medientechnik. „Die Mischung

digitaler Kommunikationsformen mit klassischer Messepräsentation lässt uns jüngere und ältere Messebesucher gleichermaßen erreichen. Das entspricht auch den unterschiedlichen Medienwünschen der Zielgruppen wie Verarbeitern, Händlern und Architekten“, fasst Michael Neukirchen, Marketing Kommunikation bei BIRCO, zusammen. „Die Besucher des BIRCO Messestands werden auch bei der BAU 2017 ganz neue Eindrücke mitnehmen können.“

Die wichtigsten Regeln für den Umgang mit Schmutzfangmatten Sie schlucken jede Menge Schmutz, bringen Sicherheit bei Rutschgefahr und schützen empfindliche Bodenbeläge. Hochwertige Schmutzfangmatten erweisen sich in vielen Situationen als unverzichtbar – wenn man einige Regeln beachtet. Eingangsbereich ohne professionelle Schmutzfangmatte? Kaum noch möglich. In den meisten öffentlichen Gebäuden – mittlerweile fast 80 Prozent – liegen heute Schmutzfangmatten aus, gehören einfach dazu. Ob klassisch dezent, meliert oder unifarbenen, als optischer Blickfang mit firmeneigenem Logo oder modernem Design – so verrichten sie in den verschiedensten Einsatzbereichen ihren Job. Wo sind sie besonders nützlich, was sollte man beachten? „Die meisten Matten werden tatsächlich im Eingangsbereich ausgelegt – in fast jeder Branche“ so Christoph Henkes, Mattenexperte beim DBL-Vertragswerk ITEX Gaebler-Industrie-Textilpflege GmbH & Co. KG. „Denn klug platziert dienen sie dazu, Schmutz, Nässe und Schlamm draußen zu halten, die Reinigungskosten so erheblich zu senken.“ Ein wichtiger Faktor, der heute für den Einzelhandel ebenso gilt wie für Hotellerie, Handwerksbetriebe oder öffentliche Gebäude.

Waschbare Schmutzfangmatten haben viele Vorteile. Durch regelmäßigen Austausch und fachgerechte Wäsche, wie sie beispielsweise im DBL-Mietservice übernommen wird, nehmen sie optimal Schmutz und Feuchtigkeit auf – und reduzieren Reinigungskosten.

Funktion plus Sicherheit Wird die Matte im Eingangsbereich ausgelegt, dürfen sie dort weder das Öffnen noch das Schließen der Türen behindern, müssen daher flach und gerade aufliegen. Neben dem Reinigungseffekt ist der Sicherheitsaspekt aus Sicht des Experten wichtig. „Gerade bei Nässe und Matsch machen rutschfeste Matten, beispielsweise mit

Moderne Schmutzfangmatten, wie im Mietservice der DBL, schaffen Sauberkeit und attraktive Optik – egal ob als Funktions-, individuelle Logo- oder Designmatte. Besonders häufig ausgelegt werden sie im Eingangsbereich wie hier die beliebte und schmutzunempfindliche Funktionsmatte in grau-meliert.

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Gummirücken aus Nitril, in viel frequentierten Räumen Sinn. Sie helfen Unfälle zu vermeiden“, so Henkes. Denn durch die besondere Beschichtung der Matte auf der Unterseite wird das Verrutschen der Matte verhindert, selbst wenn der Bodenbelag zum Beispiel bei Fliesen, Marmor und Steinböden sehr glatt ist. „Aber auch in Produktionsräumen, Büros oder in Sozialräumen sollten aus genannten Gründen Matten ausliegen.“ In öffentlichen Gebäuden wie z. B. Schulen ist aus Sicherheitsgründen zudem unbedingt auf Matten mit entsprechender Brandschutznorm zu achten. So sollten Schmutzfangmatten heute nach EN 13501-1 zertifiziert sein – ein wesentliches Kriterium, gerade wenn es um die Sicherheit in öffentlichen Gebäuden und am Arbeitsplatz geht. Dazu Henkes: „Auch das können waschbare Schmutzfangmatten mit Gummirücken leisten – ein erheblicher Vorteil übrigens gegenüber Kaufmatten, deren PVC-Beschichtung diese Kriterien oft nicht erfüllen.“ Doch welche Matte ist die passende – und wie groß muss sie sein, um effektiv ihren Job zu machen? „Gute Abwehr gegen Nässe und Schmutz bieten stabile Garnkonstruktionen aus High-TwistNylon. Sie garantieren eine hohe Schmutz- und Feuchtigkeitsaufnahme und sorgen damit für die gewünschte Sauberkeit“, erklärt Christoph Henkes. „Überall, wo extreme Beanspruchung herrscht, z. B. im Werkstattbereich, eignen sich Hochleistungsmatten mit einer Florhöhe von 10 mm. Denn diese haben einen starken Bürsteneffekt. Praktisch, da im handwerklichen Gewerk ja oft Schuhe mit Rillenprofil getragen werden, in denen sich Schmutz, Fett, Öl oder Späne fangen.“

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Größe und Pflege Und die richtige Größe? Hier vergisst der DBL-Mann Henkes nie seinen Zollstock, wenn er vor Ort seine Kunden berät. „Die Matte sollte immer den langen Weg gelegt werden, möglichst nicht quer. Faustregel: Mindestens drei Schritte muss der Besucher auf der Matte machen, damit durch größtmöglichen Abrieb der Schmutz gelöst und Feuchtigkeit aufgenommen wird. Gängige Größen sind hier zum Beispiel 85 x 150 cm, aber auch 150 x 250 cm oder 115 x 200 cm.“ Je größer, desto effektiver? Grundsätzlich Ja. Aber bei Anfrage nach sehr langen Matten, wie sie der textile Mietdienstleister oft erhält, rät Christoph Henkes eher ab. Die Begründung ist einfach: „Die durch Nässe und Schmutz oft schweren Matten müssen händelbar bleiben. Das gilt für unsere DBL-Servicefahrer, die die Matten abho-

len. Aber auch für das Reinigungspersonal vor Ort, das die Böden wischt und die Matten ja mal zur Seite rollen muss.“ Ggf. können in diesen Fällen die Flächen aus mehreren Matten gestaltet werden. Und wohin mit dem Schmutz? Hier bieten textile Dienstleister umfassende Angebote. Von der Beratung und Beschaffung über die individuelle Gestaltung der Matte bis hin zur regelmäßigen Pflege. So müssen sich die Betriebe um nichts kümmern. „Wir tauschen die schmutzige Matte regelmäßig gegen eine frisch gepflegte aus“, so der DBL-Experte. „Bei uns werden die Fasern gesäubert und getrocknet, der Gummirücken dabei geschont. Pünktlich zum vereinbarten Termin erscheint unser Servicefahrer beim Kunden und tauscht erneut die Matten – so funktioniert unser Service­kreislauf. Egal für welche Branche und in welchen Bereich des Betriebes.“

Schallschutz für Flachdächer: Paroc präsentiert neue Testergebnisse für PAROC Steinwollplatten Die richtige Schalldämmung von Flachdächern ist ein entscheidender Faktor bei Industriegebäuden. Besonders leichtgewichtige Konstruktionen aus Trapezblech sind in puncto Akustik oft kritisch zu betrachten. Die Steinwollplatten von PAROC wurden nun neuen Akustiktests unterzogen, um ihre Spitzenwerte für den Schallschutz erneut unter Beweis zu stellen. Die Nennung eines Wertes vereinfacht die Bewertung eines Gebäudes im Hinblick auf den Schallschutz. Das gewichtete Schalldämm-Maß Rw ist ein Bewertungsmaßstab, welcher in der EN ISO 717-1:2013 Akustik – Bewertung von Schalldämmung in Gebäuden und Bauelementen --Teil 1: Luftschalldämmung beschrieben wird. Bei besagtem Standard wird eine Bewertungsmethode angesetzt, bei der der Rw-Wert durch zwei C-Terme vervollständigt wird, welche in zwei Modellen der Geräuschspektren für verschiedene Geräuschund Lärmarten angewandt werden. Diese zwei Terme Rw  +  C und Rw + Ctr umfassen auch den Frequenzbereich 100 – 3150 Hz und können auf den Bereich 50 – 5000 Hz ausgeweitet werden. „Da beispielsweise Industrielärm im Allgemeinen mit hohen Lautstärken verbunden ist, deren Frequenzen auch unterhalb von 100 Hz liegen können, haben wir für die Durchführung von Berechnungen der akustischen Leistung von Flachdächern die Nutzung eines erweiterten Frequenzbereichs empfohlen“, so Marco Groß, Sales

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Manager Roofing Germany bei Paroc, einem führenden europäischen Hersteller von Steinwolle-Isolierungen. Das Gesamtergebnis Rw + C ergibt einen dBA-Reduktionswert für eine Bandbreite, die in allen Drittel-Oktavbändern gleich hoch ist. Dies kann angewandt werden für: • Schienenverkehr mittlerer und hoher Geschwindigkeit • Autobahnverkehr bei Geschwindigkeiten von mehr als 80 km/h • Düsenflugzeuge auf kurzen Entfernungen • Fabriken mit vorwiegend mittlerer und hoher Lärmabstrahlung Das Gesamtergebnis Rw + Ctr ergibt ebenfalls einen dBA-Reduktionswert für eine Bandbreite mit vorherrschenden Niedrigfrequenzen wie z.B.: • Städtischer Straßenverkehr • Schienenverkehr bei geringeren Geschwindigkeiten • Fabriken mit vorwiegend niedriger und mittlerer Lärmabstrahlung PAROC ROS – eine solide Lösung für Schallschutz PAROC ROS Steinwollplatten garantieren außergewöhnliche Schallschutz-Parameter – nachgewiesen von Gryfitlab Polen, einem der modernsten Institute im Bereich R&D in Mitteleuropa. Um die akustische Leistung evaluieren zu können, wurde der bewertete Lärmreduktionsindex Rw bei vorgefertigten Flachdachmustern mit zweilagigem Lärmisolierungssystem getestet. Die Prüfkörper waren hergestellt aus: • herkömmlichen Trapezblechen – Dicke 0,75 mm, 1 mm und 1,2 mm; • PAROC ROS 30, 40, 50, 60 und 70 Steinwolle-Dachplatten – Dicke zwischen 40 und 200 mm, Druckbeständigkeit von 30 kPa bis 70 kPa; • äußeren Schichten – SBS Elastomer-Bitumenbahnen (Dicke 2,5 mm und 4,7 mm) und einer PVC-Dachabdichtungsbahn (Dicke 1,5 mm), beide durch mechanische Kopplung fixiert. Die Testergebnisse zeigen, dass die mit PAROC konstruierten Flachdächer Lärmschutzresultate liefern, die nicht schlechter sind als in der nachstehenden Tabelle aufgezeichnet. Diese Tabelle zeigt die höchsten Werte des bewerteten Lärmreduktionsindex Rw sowie die bewerteten Lärmreduktionsindizes des AnwendungsspektrumsTerm C und Ctr: RA1 (RA1 = Rw + C), RA2 (RA2 = Rw + Ctr), gemessen in verschiedenen Kombinationen mit den entsprechenden PAROC Produkten.

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Paroc ist einer der führenden Hersteller energieeffizienter Dämmstofflösungen für Neubau und Umbau, Schiffbau, Akustik-Lösungen und weiteren Industrieanwendungen. Seit der Gründung des Unternehmens vor über 75 Jahren hat das finnische Unternehmen aufgrund seiner Innovationen, der qualitativ hochwertigen Produkte, des technischen Know-hows und der Nachhaltigkeit einen soliden

Ruf erworben. Ziel ist, ein innovativer und verlässlicher Partner in einer nachhaltig gebauten Umwelt zu sein. Paroc beschäftigt rund 2020 Mitarbeiter in den Produktionsstätten in Finnland, Schweden, Litauen, Polen und Russland sowie in Vertriebsniederlassungen in 14 Ländern Europas.

Dächer von heute sind die Grundstücke von morgen Die Nachfrage nach Wohnraum in den Ballungszentren wächst weiter. Eine Alternative zur Schaffung von Wohnraum in den Großstädten ist die Aufstockung bestehender Gebäude. Untersuchungen haben ergeben, dass ungefähr 1/4 der bereits vorhandenen Gebäude stabil genug sind, um zusätzliche Geschosse aus Holz zu tragen Die Nachfrage nach Wohnraum in den Ballungszentren wächst weiter. Brach liegende Flächen an Bahntrassen genauso wie vormals gewerblich genutzte Flächen werden in den innerstädtischen Bereichen als Bauland erschlossen. Aber die Flächen sind begrenzt. Um darüber hinaus Wohnraum zu schaffen, wird die Nachverdichtung in Form von Schließung von Baulücken oder dem effizienteren Ersatzbau forciert. Die Stadt Bonn zum Beispiel hat im Februar 2016 ihr Katasteramt in „Amt für Bodenmanagement“ umbenannt. Eine Kernaufgabe ist die Föderung der Nachverdichtung in der Stadt. Eine weitere Alternative zur Schaffung von Wohnraum in den Großstädten ist die Aufstockung bestehender Gebäude. In der Aufstockung von Einfamilienhäusern haben die Holzbaubetriebe viel Erfahrung. Der wachsende Wohnflächenbedarf pro Kopf läßt viele Einfamilienhäuser aus den sechziger und siebziger Jahren für viele Familien zu klein erscheinen. Aus diesem Grund werden viele dieser Häuser angebaut und um ein Vollgeschoss ergänzt. Was jedoch bisher weniger häufig gemacht wurde, sind großflächige Aufstockungen von Bürogebäuden, Hotels oder großen Wohngebäuden. Nachdem einige Wohnungsbaugesellschaften zum Beispiel in München sehr gute Erfahrungen mit der Aufstockung in Holzbauweise gemacht haben, rückt dieses Thema zunehmend in den Blickpunkt der Immobilienbesitzer. Um hier Klarheit über das deutschlandweite Potenzial zu bekommen, hat die B+L im Kundenauftrag eine Primärerhebung durchgeführt, die das Aufstockungspotenzial bestimmt. In verschiedenen Städten wurde durch persönliche Sichtung oder Begehung sowie per Street View die Aufstockbarkeit untersucht. Dabei wurden z.B. in Bonn und Hannover jeweils 120 Straßen komplett Haus für Haus bewertet. Hierbei stand die bauaufsichtliche Realisierbarkeit im Mittelpunkt der Bewertung. Eine Beurteilung der statischen Möglichkeiten wurde

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nicht vorgenommen. Die auf diese Weise berechneten aufstockbaren Grundflächen können somit als Richtwert an der oberen Grenze des Potenzials gelten. Mit dieser repräsentative Straßen-Stichprobe wurde das Aufstockungspotenzial pro Stadt hochgerechnet. Im zweiten Schritt wurde eine Hochrechnung für ganz Deutschland vorgenommen. Insbesondere eine Geschossaufstockung in Holzrahmenbauweise kann eine schnelle – und günstige – Lösung sein, vor allem wenn die Tragfähigkeit der vorhandenen Bauteile ausgereizt oder das Gebäude für größe Lasten nicht ausgelegt ist. Denn der Baustoff Holz weist eine hohe Festigkeit bei relativ geringem Gewicht auf. Somit könnten mit weiter steigender Akzeptanz der Holzbauweise die Potenziale in Bezug auf die zu realisierende Wohnfläche erheblich größer ausfallen. Das hier gezeigte Beispiel Bonn zeigt eine gesamte Wohngebäudegrundfläche von 6,6 Mio m². Davon lassen sich laut den Erhebungen (unglaubliche) 27 % theoretisch aufstocken. Damit könnten allein in der ehemaligen Bundeshauptstadt über 20.000 Wohnungen mit einen Investitionsvolumen von über 4,0 Mrd. EUR geschaffen werden. In ähnlicher Weise wurden weitere Städte untersucht. Nimmt man die Ergebnisse dieser Städte als Grundlage und rechnet das Potenzial auf die deutschen Städte mit mehr als 200.000 Einwohnern hoch, so ergibt sich ein Aufstockungspotenzial in Deutschland von rund 100 Mio. m². Auf dieser Basis würde bei einem jährlichen Fertigstellungsvolumen im deutschen Wohnbau von rund 25 Mio. m²

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der Wohnraumbedarf über 4 Jahre vollständig über Aufstockungen gedeckt werden können. Das ist gerade deshalb von Bedeutung, weil Baugrundstücke in verdichteten Ballungsräumen rar gesät sind. Nun gilt es, mit entsprechenden Impulsen die Entscheidungsträger in den Bauverwaltungen wie auch Wohnungsbaugesellschaften und private Investoren zu motivieren, dieses große Potenzial erschließbar zu machen. Die Voraussetzungen in den Städten sind zwar unterschiedlich, aber eine zunehmende Bereitschaft auf städtebaulicher Ebene ist erkennbar. Traditionellen Projektentwicklern

fehlt häufig das Fachwissen, Aufstockungsprojekte lösungsorientiert anzugehen. Die Holzbauunternehmen sind gefordert, auf die Verwaltungen und Privateigentümer zuzugehen und Projektentwicklungen vorzuschlagen. Durch diese Initiative könnte zum einen im stadtnahen Umfeld zusätzliche Bodenversiegelung reduziert werden und auf der anderen Seite dringend benötigter innenstadtnaher Wohnraum geschaffen werden. Erfahren Sie mehr über schnelles und hochwertiges modulares Design: www.metsawood.com/publications.

Neue Perspektiven in Faserzement Eternit auf der BAU 2017 Der Eternit Messeauftritt auf der BAU 2017 in München fokussiert sich mit Equitone Fassadentafeln und Cedral Fassadenpaneelen auf die architektonische Kompetenz in der Fassade und lädt an Ateliertischen zum Anfassen und Kombinieren der breiten Farb- und Oberflächenpalette ein. Neben den Messeneuheiten Equitone Materia und Cedral Click in vertikaler Verlegung präsentiert das Unternehmen in Halle A2, Stand 319 neue Farben für Equitone Tectiva sowie mit Tergo+ ein nicht sichtbares Befestigungssystem für die großformatigen Equitone Tafeln Tectiva und Linea in acht Millimeter Dicke. Die gesamte Brandbreite der Fassaden aus Faserzement steht im Fokus des Eternit Messestandes, der mit einer umfangreichen Produktgalerie um eine große Lounge konfiguriert wurde. Auf rund 350 Quadratmetern dokumentiert das Unternehmen anschaulich, wie

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sich mit großformatigen Equitone Fassadentafeln ganze Häuser wie aus einem Guss gestalten lassen und, wie Cedral Fassadenpaneele neben der Fassade auch Giebel und Gaube inszenieren. Fassadentafel mit spürbar rauer Faserstruktur Als Messeneuheit präsentiert Eternit die durchgefärbte Fassadentafel Equitone Materia mit unbeschichteter Oberfläche, die den Werkstoff Faserzement in seiner puren Schönheit zur Geltung bringt. Durch die mechanische Bearbeitung der Fassadentafel ist ihre Oberfläche fühlbar rau und samtig. Leichte Farbnuancen in der Durchfärbung schaffen ausdrucksstarke Fassadentexturen. Die in naturgrau und anthrazit durchgefärbten Eternittafeln sind bis zu 3.100 x 1.250 Millimeter groß und acht bzw. zwölf Millimeter dick.

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Spiel mit Farbe, Oberfläche und Fugenbild: Mit Equitone Fassadentafeln eröffnet der Eternit Messeauftritt in Halle A2/319 auf der BAU 2017 in München neue Perspektiven für architektonisch anspruchsvolle Fassaden. Neue Farben für geschliffene Faserzementfassaden Für die großformatige Faserzementfassade mit geschliffener Oberfläche hat Eternit die Farbpalette von Equitone Tectiva um ein helles Grau (TE15), kräftiges Rot (TE30) und warmes Ocker (TE40) ergänzt. Damit wird die bestehende Farbkollektion aus Grau-, Creme-, Beige- und Brauntönen erweitert. Der feine Oberflächenschliff sowie die leicht changierenden Farbnuancen verleihen der durchgefärbten Fassadentafel ihre charakteristische Lebendigkeit. Hinterschnittbefestigung Tergo+ für mehr Gestaltungsfreiheit Für die nicht sichtbare Fassadenmontage von Equitone Tectiva und Equitone Linea in acht Millimeter Dicke ergänzt Eternit das Angebot um den Hinterschnittanker Tergo+. Das rückseitige Befestigungssystem ist mehr als ein funktionales Detail, es ermöglicht Architekten und Planern eine noch größere Gestaltungsfreiheit für ein ununterbrochen glattes Fassadenbild. Mit dem bewährten Eternit Hinterschnittanker Tergo können zudem alle anderen Equitone Tafeln in zwölf Millimeter Dicke befestigt werden.

bewährter horizontaler Verlegung wird die Profilschalung erstmals als vertikales Verlegebild präsentiert – für noch mehr Abwechslung bei ebenen Fassadenbildern mit geschlossener Oberfläche. Ganz ohne sichtbare Schrauben entstehen dauerhaft schöne Fassaden sowie Giebel, Gauben oder Schornsteine. Die pflegeleichten Paneele mit glatter Oberfläche oder eingeprägter Holzstruktur werden zudem in klassischer Stülpschalung auf dem Eternit Messestand gezeigt. Gebündelte Fassadenkompetenz Im Zuge einer strategischen Neuausrichtung fokussiert sich die Eternit GmbH ab 2017 auf ihre Kernkompetenz: architektonisch anspruchsvolle Fassaden aus Faserzement mit den Produktreihen Equitone und Cedral. Dafür ist und bleibt die individuelle, qualifizierte Beratung ein entscheidendes Kriterium im Dialog mit Architekten, Fachplanern, Verarbeitern, Händlern und Bauherren. Der Vertrieb des gesamten Eternit Dachbaustoff-Portfolios – von Betondachsteinen über kleinformatigen Dach- und Fassadenplatten bis hin zu Wellplatten aus Faserzement – wird ab 01.01.2017 beim Schwesterunternehmen und Etex Dachspezialisten Creaton gebündelt. Inspirationen mit architektonischem Anspruch

Cedral Click in vertikaler Verlegung Weitere gestalterische Möglichkeiten für die Energieeinsparfassade bietet Eternit mit Cedral Fassadenpaneelen. Neben Cedral Click in

2017 lobt Eternit den zwölften Egon-Eiermann-Preis aus, der Studierenden und Absolventen der Fachrichtung Architektur eine Plattform bietet, ihre Entwurfsideen einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen. Zusammen mit dem Karl Krämer Verlag und einer hochkarätig besetzten Jury werden vorbildliche Beispiele für „Architektur als Impulsgeber im ländlichen Raum“ gesucht. Hohen architektonischen Anspruch dokumentiert Eternit auch mit der Architekturzeitschrift „A+D Architecture+Detail“, die für den praktizierenden Architekten eine wertvolle Informationsquelle und Arbeitshilfe ist. Die A+D erscheint zweimal jährlich mit Texten in Englisch, Deutsch und Französisch. Die nächste Ausgabe wird Anfang November 2016 veröffentlicht und kann unter www.eternit.de bezogen werden. Eternit – Made in Germany

Messeneuheit auf der BAU 2017: Equitone Materia, die unbeschichtete Faserzementtafel von Eternit mit spürbar rauer Faserstruktur.

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Die Eternit GmbH ist das einzige Unternehmen in Deutschland mit der Lizenz zur Herstellung von Qualitätsprodukten aus Faserzement unter dem traditionsreichen Markennamen Eternit. Vor 110 Jahren erfolgte die Markteinführung in Deutschland. Mit Equitone Fassadentafeln und Cedral Fassadenpaneelen steht Eternit für architektonische Kompetenz in der Fassade. Das Unternehmen gehört heute zur weltweit operierenden Etex und ist in Deutschland an den Standorten Heidelberg, Beckum und Neuburg an der Donau vertreten. Weitere Informationen zu den Fassadenprodukten von Eternit sind vom 16. bis 21. Januar 2017 auf der BAU in Halle A2/319 oder jederzeit unter www.eternit.de erhältlich.

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Aus der Industrie Pumpentausch ist Trumpf – mit Wilo-Financial Services Pumpenförderung und Finanzierung kombinieren und doppelt profitieren. Im Bereich der energetischen Sanierung kommt es immer wieder zu Modernisierungsverzögerungen durch Investitionsstau. Oftmals hängt es an der Finanzierung, dass Modernisierungsmaßnahmen auf die „lange Bank“ geschoben werden. „Heute die Zukunft finanzieren“ – mit Wilo-Financial Services hilft der Dortmunder Hersteller von Pumpen und Pumpensystemen mit attraktiven, maßgeschneiderten Finanzierungspaketen, den Investitionsstau abzubauen. Betreiber von gewerblichen Gebäuden oder öffentlichen Einrichtungen stehen oftmals vor großen Herausforderungen: „Energie- und Rohstoffpreise in einer zunehmend globalisierten Welt sind zum Teil starken Schwankungen unterworfen, was die langfristige Kosteneinschätzung erschwert“, erklärt Daniel Podgorny, Managing Director Wilo-Financial Services. „Diese Entwicklung stellt Kunden häufig vor Probleme, da parallel die gesetzlichen Bestimmungen im Zuge der Energiewende weiter verschärft werden.“ Die für diese Vorhaben notwendigen Investitionen stehen häufig in Konflikt mit einer Vielzahl anderer Projekte und Maßnahmen. „Gerade für kleine und mittlere Investitionsvorhaben zur Steigerung der Energieeffizienz tun sich daher häufig Finanzierungslücken auf, da kommt die Pumpenförderung gerade richtig“, weiß Podgorny zu berichten. „Wir wissen um diese Herausforderungen und haben mit der Gründung von Wilo-Financial Services eine passende Antwort für unsere Kunden gefunden.“ Ziel ist es, das innovative und hocheffiziente Pumpenportfolio durch smarte Finanzierungslösungen sinnvoll zu ergänzen und mit der Kombination der am 01.08.2016 gestarteten Pumpenförderung den Kunden doppelt profitieren zu lassen. Vor allem im Bereich der Sanierung kommunaler Anlagen und gewerblicher Gebäude sieht er großes Potenzial. In diesem Bereich spielt Energieeinsparung eine immer größere Rolle: „Wir ermöglichen dem Kunden durch smarte Finanzierungsangebote die Modernisierung bestehender Anlagen und somit hohe Energieeinsparungen sowie schnellstmögliche Amortisation durch enorme Kostenersparnisse im laufenden Betrieb“, erklärt Podgorny. Möglich machen das modernste Pumpensysteme mit individuellem Zuschnitt auf die Kundenanforderungen. Auch das Finanzierungsangebot wird individuell angepasst: „Wir haben nicht nur auf der technischen sondern ebenso auf der betriebswirtschaftlichen Seite viele Erkenntnisse und zahlreiche Erfahrung und können deshalb attraktive und passgenaue Angebote entwickeln, die auch die Pumpenförderung von 30 % berücksichtigen und so unsere Kunden doppelt profitieren lassen“, führt Podgorny aus. „Neben der Finanzierung über z.B. einen Mietkauf von Pumpensystemen gibt es ebenso Modelle, die sich am so genannten ‚Crowdlending‘ orientieren, also dem Zu-

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sammenschluss von mehreren Ressourcen zur Finanzierung eines Projekts“. Genau hier kommt die Wilo-Financial Services ins Spiel. „Wir machen die Zukunft mit innovativen und energieeffizienten Lösungen mit Hilfe von Wilo-Financial Services quasi heute schon bezahlbar“, erklärt Daniel Podgorny. Speziell in diesem Bereich arbeitet WiloFinancial Services eng mit der hauseigenen Abteilung Wilo-Energy Solutions zusammen: „Die Kollegen von Wilo-Energy Solutions decken beim Kunden energetische Einsparpotenziale auf und entwickeln hieraus die bestmögliche, technische Sanierungslösung für unsere Kunden und ihr Geschäft“ erläutert Podgorny. „Da es sich meistens um Großprojekte aus Industrie, Gewerbe oder Kommunalwirtschaft handelt, gilt es in diesem Zusammenhang auch smarte Finanzierunglösungen zu finden, hier kommen wir ins Spiel und zeigen den betriebswirtschaftlichen Lösungsweg auf.“ Die Wilo Financial Services GmbH ist eine hundertprozentige Tochter der WILO SE und arbeitet mit einem etablierten und nachhaltigen Netzwerk aus unterschiedlichen Finanzpartnern, wie abcfinance oder kapilendo zusammen. „Wir haben uns vor Jahren auf die Fahne geschrieben, das Leben unserer Kunden und Partner einfacher zu machen. Mit Wilo-Financial Services machen wir den Pumpentausch um ein gehöriges Stück einfacher.“

„Heute die Zukunft finanzieren“ – Daniel Podgorny von Wilo-Financial Services hilft mit attraktiven, maßgeschneiderten Finanzierungspaketen, den Investitionsstau abzubauen.   Weitere Informationen erhalten Sie auf www.wilo.de Folgen Sie uns auch auf Facebook: www.facebook.com/WiloGroup

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Neuer Stauraumkanal und neue Regenrückhaltung aus GFK für Neuastenberg

AMISCREEN hält die Pisten sauber Pünktlich zur Skisaison gehen im Winterberger Ortsteil Neuastenberg ein Stauraumkanal und ein aus vier Rohrsträngen bestehendes Regenüberlaufbauwerk ihrer Fertigstellung entgegen. Im Auftrag der Stadtwerke Winterberg hat die Ferdinand Altbrod GmbH & Co KG die Tiefbauarbeiten nach den Plänen des Ingenieurbüros Veldhuis für Hoch- und Tiefbau ausgeführt. Entgegen der ursprünglichen Planung, die eine Ausführung mit Stahlbetonsegmenten vorsah, kamen für die unterirdischen Bauwerke GFK-Rohre der Amiantit Germany GmbH zum Einsatz. Neben den Werkstoffeigenschaften haben einbautechnische Gründe zu dieser Entscheidung beigetragen: Aufgrund der schwierigen topografischen Rahmenbedingungen an der Einbaustelle waren die Gewichte der einzubauenden Rohre mit Blick auf die einzusetzenden Baugeräte limitiert. Das im Gegensatz zu anderen Werkstoffen relativ geringe Gewicht der Bauteile aus GFK hat in dieser Hinsicht zu einem reibungslosen Bauablauf beigetragen. Besonders zu erwähnen ist auch, dass der neue Stauraumkanal mit dem von Amiantit entwickelten System AMISCREEN ausgestattet wurde. Die wartungsarme und verschleißfreie Grobstoffrückhaltevorrichtung, mit dem die Baupartner bereits bei vergangenen Projekten in der Region Winterberg gute Erfahrungen gemacht haben, sorgt nach Fertigstellung der Anlage dafür, das schmutzfrachtfreies Wasser vom Stauraumkanal über die Regenrückhaltung in den Vorfluter abgeleitet wird.

Neuer Sammelpunkt für das Mischwasser Mit dem Bau von Stauraumkanal und Regenüberlaufbecken entstand in Neuastenberg nun ein neuer Sammelpunkt für Schmutzund Regenwasser, mit dem diese Vorgaben erfüllt werden. „Im Rahmen der Erschließung der Ferienhausanlage wurde zur Abwasserentsorgung eine neue Kanalisation gebaut, welche das Schmutzwasser über das bestehende und ausreichend dimensionierte Kanalnetz der Kläranlage in Züschen zuführt“, erläutert Dipl.Ing. Andreas Veldhuis, Ingenieurbüro Veldhuis für Hoch- und Tiefbau. „Das Niederschlagswasser wird – falls getrennt erfasst – über die Regenrückhaltung (RRB 1-4) direkt in den Vorfluter geführt oder über die Mischwasserkanalisation aufgenommen und im weiteren Verlauf dem neuen Stauraukanal zugeleitet. Von hier gelangt der Abfluss gedrosselt in eine Nachblasestation und wird über einen ca. 8 km langen Taldüker zur Kläranlage in Züschen abgeleitet oder – wenn sich der Stauraumkanal bei starken Regenfällen zunehmend füllt – über die Regenrückhaltung ebenfalls in den Vorfluter abgeführt. Rohrgewicht limitiert Bei der Wahl des geeigneten Materials für den Bau von Stauraumkanal und Regenüberlaufbauwerk spielten neben den Werkstoffeigenschaften insbesondere bautechnische Belange eine große Rolle. „Rohre aus GFK sind korrosionsbeständig und verfügen über hervorragende hydraulische Eigenschaften“, erklärt Dipl.-Ing. Dietmar Clever, Bauleitung, Ferdinand Altbrod GmbH & Co KG. Allerdings haben auch die Verhältnisse auf dem Baufeld zu der Entscheidung für den auch in größeren Rohrdimensionen noch vergleichsweise leichten Werkstoff beigetragen. „Mit einem Mobilkran hätten wir auf diesem Untergrund und bei dieser Hanglage nicht arbeiten können“, so Clever weiter. „Mit dem vor Ort eingesetzten 40 t-Bagger war somit das mögliche Gewicht der Rohre mit Nennweiten von bis DN 2900 auf maximal 10 t limitiert; schon deshalb war die Entscheidung für die GFK-Rohre die ideale Wahl, um die Verlegung der Bauteile fachgerecht und vor allem sicher ausführen zu können.“ Mit AMISCREEN ausgerüstet

Beim Bau eines neuen Stauraumkanals und einer Regenrückhaltung setzte die Stadt Winterberg auf GFK-Rohre und -System von Amiantit. Foto: Amiantit Germany GmbH Die Einbaustelle liegt in unmittelbarer Nähe der Postwiese in Winterberg-Neuastenberg und damit in einem der am höchsten frequentierten Wintersportgebieten im Hochsauerlandkreis. Deshalb haben in den Überlegungen der Verantwortlichen unter anderem umweltschutz-relevante Aspekte bei der Umgestaltung und Erweiterung der Kanalisation eine Rolle gespielt. „Teilweise werden die Ortsteile Langewiese und Neuastenberg noch im Mischsystem entwässert“, erklärt Henrik Weiß, Vorstand der Stadtwerke Winterberg AÖR. „Bei neuen Bauvorhaben wie zum Beispiel der Erschließung der unmittelbar neben der Postwiese gebauten 24 Ferienhäuser wird sukzessive auf ein Trennsystem umgestellt.“ Damit reagieren die Stadtwerke unter anderem auf Forderungen von Unterer Wasserbehörde und Regierungspräsidium Arnsberg und kommen den gesetzlichen Vorgaben nach, nach denen Niederschlagswasser gemäß § 51a Landeswassergesetz vor Ort zu versickern, zu verrieseln oder ortsnah in ein Gewässer einzuleiten sind, sofern dies ohne Beeinträchtigung des Wohls der Allgemeinheit möglich ist.

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Der rund 20 m lange Stauraumkanal ist dem Regenüberlaufbauwerk vorgelagert. Er ist mit einem GFK-Drosselschacht DN 2600 und einem GFK-Entlastungsschacht DN 2400 ausgestattet und besteht aus GFK-Rohren in der Nennweite DN 2000. Das Besondere:

GFK-Entlastungsbauwerk mit Überlaufschwelle.  Foto: Amiantit Germany GmbH

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Effizient, wartungsarm, verschleißfrei

Baubesprechung vor Ort: Uwe Napierski, Vertriebsleiter Sonderanwendungen, Amiantit Germany GmbH, Hans-Jürgen Hense, Schachtmeister, und Dietmar Clever, Bauleitung, Ferdinand Altbrod GmbH & Co KG, Amiantit-Gebietsverkaufsleiter Hans Juergen Bieber, Planer Andreas Veldhuis, Ingenieurbüro Veldhuis für Hoch- und Tiefbau und Markus Senge, Außendienst Tiefbau, BAUKING Südwestfalen GmbH (v.l.).  Foto: Amiantit Germany GmbH Zwei Rohrstränge im Inneren des Stauraumkanals dienen der AMISCREEN-Technologie, die von Amiantit als Alternative zu herkömmlichen Rechensystemen entwickelt wurde und der Rückhaltung von Grobstoffen dient. „Bei der herkömmlichen Nutzung von Rechen an oder auf Schwellen in einem Entlastungsbauwerk gelangt man schnell an Grenzen“, erläutert Uwe Napierski, Vertriebsleiter Sonderanwendungen, Amiantit Germany GmbH. „So kann ein Rechen zwar die Grobstoffe gut zurückhalten, andererseits aber auch sehr schnell verstopfen. Daher sind für eine kontinuierliche Arbeitsweise integrierte Reinigungseinrichtungen bisher unverzichtbar. Diese basieren wiederum auf mechanischen Systemen. Setzt jedoch solch eine meist konstant mitlaufende Rechenreinigung einmal aus, können die Grobstoffe den Rechen verstopfen. Am Ende wird das Rückhaltesystem überspült, und das abschlagende Wasser gelangt ungereinigt wieder in die Vorflut.“

Beim AMISCREEN-System erfolgt die Rückhaltung der Grobstoffe durch perforierte Rohre, die direkt im Stauraumkanal angeordnet sind. Es wird damit eine riesige Rechenfläche geschaffen, die in etwa dem 25-fachen eines klassischen Rechens auf oder an einer Entlastungsschwelle entspricht. „Das energiefreie Schmutzstoffrückhaltesystem benötigt keine beweglichen Bauteile. Das System ist überdies wartungsarm und verschleißfrei. Es ist korrosionsbeständig, langlebig und kann mit einer Sensorik auch funktionell überwacht werden“, nennt Gebietsverkaufsleiter Hans Jürgen Bieber, Amiantit Germany GmbH, weitere Vorteile des Systems. Der verbesserte Rückhalt von Schmutzstoffen im Stauraumkanal führt zu einer wesentlich geringeren Schmutzbelastung der Vorflutgewässer. Verbunden mit dem sehr guten Ausspülverhalten von GFK-Rohren in einem Stauraumkanal und dem dadurch möglichen Transport der zurückbehaltenen Schmutzstoffe hin zur Kläranlage wird ein aktiver Beitrag zur Verbesserung der Gewässerqualität geleistet. Wenn bei starken Regenfällen der Zufluss den gedrosselten Ablauf übersteigt, füllt sich der Stauraumkanal und die Rechenlemente werden durchströmt. Bei vollständiger Füllung setzt dann der Abfluss über die Schwelle im Entlastungsbauwerk ein. Über das Entlastungsbauwerk gelangt das Mischwasser in das Regenrückhaltebauwerk, wobei die Grobstoffe von AMISCREEN zuverlässig im Stauraum zurückgehalten werden. Das dem Mischwasserstauraumkanal DN 2000 nachfolgende Regenrückhaltebecken besteht aus vier gestaffelt angeordneten GFK-Rohrsträngen in der Nennweite DN 2900. Sie sind 9, 12, 16 und 22 m lang und verfügen über ein Stauvolumen von insgesamt 400 m3. Von einem Überlaufbauwerk läuft das Wasser über eine Raubettrinne in den Vorfluter. Laut Aussage von Planer Veldhuis wird durch die neuen Bauwerke der Höchstwasserabfluss von über 700 l/sec auf die Einleitungsmenge von 20 l/sec. begrenzt. Mit den neuen Bauwerken , insbesondere mit dem eingesetzten AMISCREEN-Sytem ist den gesetzmäßigen Auflagen damit ebenso Genüge getan, wie den Umweltschutzaspekten und die Ski-Touristen können sich über saubere Pisten freuen.

SIMONA steigert Umsatz im dritten Quartal – weiter gute Ertragslage Das Geschäft des SIMONA Konzerns hat sich im dritten Quartal belebt. Die Umsatzerlöse sind um 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 93 Mio. EUR gestiegen. In den ersten beiden Quartalen 2016 lag das Wachstum insgesamt nur bei 1,3 Prozent. Ein erneut starkes USA-Geschäft sowie eine leichte Erholung in Asien waren die Hauptgründe für das Wachstum im dritten Quartal. In Europa war eine nach wie vor stabile Entwicklung zu verzeichnen. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres wurden insgesamt Umsatzerlöse von 280,7 Mio. EUR erzielt. Das entspricht einer Steigerung von 2,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr (275,1 Mio. EUR). Im Produktbereich Halbzeuge und Fertigteile konnten die Umsatzerlöse in den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres deutlich gesteigert werden. Der Produktbereich Rohre und Formteile litt

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nach wie vor unter einem ruhigen Marktumfeld und dadurch fehlendem Projektgeschäft. Im dritten Quartal wurde aufgrund einer besseren Umsatz- und Erlösentwicklung ein EBIT von 7,1 Mio. EUR erzielt, eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahresquartal (4,4 Mio. EUR). In den ersten drei Quartalen wurde insgesamt ein EBIT von 23,5 Mio. EUR erzielt (Vorjahr 21,3 Mio. EUR). Die EBIT-Marge liegt bei 8,4 Prozent. „Mit einer starken Entwicklung in den USA und einer leichten Erholung in Asien haben wir ein gutes Wachstum im dritten Quartal geschafft“, so Wolfgang Moyses, CEO des SIMONA Konzern. „Mit dem Ergebnis sind wir zufrieden. Aufgrund der positiven Entwicklung erwarten wir für das Gesamtjahr nun ein EBIT von 24-27 Mio. EUR bei einem Umsatz von 360-370 Mio. EUR.“, so Moyses.

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Beton auf der BAU 2017 Innovation und Gestaltung Auf über 1.000 Quadratmetern zeigt das InformationsZentrum Beton gemeinsam mit 14 Partnerunternehmen die ganze Vielfalt des Baustoffs Beton (Halle A2/Stand 320). Insbesondere die aktuellen Entwicklungen rund um die Themen Nachhaltigkeit, Energieeffizienz, Gestaltung und Innovation stehen im Blickpunkt. „Ob innovativer 3D-Druck mit Beton, Sichtbeton mit berührungssensitiven Oberflächen, Möglichkeiten der Betonkernaktivierung oder der bewährte Planungsatlas für den Hochbau - wir zeigen auf dem Gemeinschaftsstand die spannendsten Anwendungen und die hervorragenden Gestaltungsmöglichkeiten unseres Baustoffs“, so Ulrich Nolting, Geschäftsführer des InformationsZentrum Beton.

röse Oberfläche aus ultrahochfestem Beton. Darin angebracht sind die transparenten Resonanzabsorber aus Plexiglas. Planungsatlas für den Hochbau In Zusammenarbeit mit der TU Dortmund und in Kooperation mit Nemetschek bietet das InformationsZentrum Beton unter planungsatlas-hochbau.de Planungshilfen zu den Themen Wärmeschutz, Ökobilanzierung und Zertifizierung, um Architekten und Ingenieure in der Planungsphase zu unterstützen. Im Januar wurde das Update 2016 im Modul Wärmeschutz veröffentlicht, welches das Herzstück der Anwendung bildet. Der Wärmebrücken- und Konstruktionsatlas enthält nun die die neue Konstruktionsart „großformatige, vorgehängte Stahlbetonfassaden“. Gleichzeitig wurden neue Details hinzugefügt, sodass nun 1000 Konstruktionen mit ca. 12,5 Millionen Variationen zur Verfügung stehen. Auch die Usability zeigt sich verbessert. Das Tool erlaubt nun beim Berechnen von Wärmebrücken, das Hinzufügen eigener PSI-Werte und ermöglicht es jetzt, Konstruktionen zu speichern und zu einem späteren Zeitpunkt wieder zu bearbeiten. Betonkernaktivierung – Integriertes Klimakonzept

Das InformationsZentrum Beton präsentiert auf über 1000 Qua­ drat­metern die ganze Vielfalt des Baustoffs Beton.  © BetonBild 3D-Druck mit Beton Das Centrum Baustoffe und Materialprüfung und der Lehrstuhl für Holzbau und Baukonstruktion der Technischen Universität München forschen gemeinsam an drei unterschiedlichen Verfahrensvarianten des 3D-Drucks mit Beton. Beim Extrusionsverfahren werden Zement, Gesteinskörnung und Wasser vorab gemischt und anschließend einzelne Schichten durch Ablegen von Frischbetonsträngen gedruckt. Beim Verfahren des selektiven Bindens werden die Komponenten erst beim Druckvorgang gemischt. Hierbei unterscheidet man zwischen zwei Varianten: In der ersten Variante wird fließfähige Zementsuspension in einzelne Schichten aus Gesteinskörnung eingebracht, bei der zweiten Variante ist es lediglich Wasser, evtl. unter Beigabe von Additiven, das auf Schichten aus Gesteinskörnung und Zement aufgebracht wird. „Wir zeigen diese Verfahren anhand von Videos und anschaulichen Demonstratoren auf dem Messestand“, erläutert Daniel Weger, Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Ingenieurfakultät Bau Geo Umwelt der Technischen Universität München.

Ein wichtiges Thema auf der BAU im Kontext des nachhaltigen Bauens ist die Betonkernaktivierung. Energieeffizienz ist eines der zentralen Planungskriterien im Hochbau. Da Beton ein hervorragendes Wärmespeichervermögen besitzt, eignet er sich sehr gut als Speicher-, Puffer- und Transportmedium für Wärme. Aus diesem Grund setzen Planer und Architekten bei Konzepten zur energieeffizienten Klimatisierung und Beheizung von Gebäuden vermehrt auf die Bauteil- bzw. Betonkernaktivierung. Systeme also, welche Decke und Wand zur Temperaturregulierung nutzen. Die Wärme, die durch die Sonneneinstrahlung in eine Außenwand eingetragen wird, lässt sich speichern und später zum Heizen nutzen. Umgekehrt kann ein solches System auch zum Kühlen eingesetzt werden und die Kosten für den Betrieb einer energieintensiven Klimaanlage erheblich reduzieren. Bei der Betonkernaktivierung erfolgt der Transport der Wärme über Flüssigkeiten in Rohrsystemen,

Zukunftstechnologien mit Beton Die Forschungsgruppe „BAU KUNST ERFINDEN“, die am Fachbereich Architektur, Stadtplanung, Landschaftsplanung der Universität Kassel angesiedelt ist, entwickelt Visionen für neue Märkte. Mit TouchCrete zum Beispiel öffnen sich Perspektiven für die Entwicklung einer berührungssensitiven Betonoberfläche, die eine Implementierung von Schaltungen im Beton und die Ausbildung ganzer Wandflächen nach dem Touchscreen-Prinzip ermöglicht. Auf dem Messestand wird das klassische Videospiel „Pong“ über solch ein Steuerungsmodul aus Beton spielbar sein. Des Weiteren wird ein transparentes Schallschutzsystem vorgestellt, dessen Grundgerüst aus Betonwaben besteht. Die Waben haben eine offenporige, po-

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Additive Fertigung von Wandelementen durch Extrusion von Leichtbeton  Foto: K. Henke, TUM

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Energieübertragung mit maximalen Austauschraten ermöglicht. Das Prinzip lässt sich nicht nur in Wänden nutzen, sondern auch in Decken. Sichtbeton – Gestaltungsvielfalt für Innen und Außen

Heizen und Kühlen: Das Prinzip der Betonkernaktivierung.  Grafik: BetonBild sogenannte Rohrregister, durch die diese Flüssigkeiten fließen. Sie können direkt in die Betonbauteile einbetoniert werden. Es entsteht ein inniger „thermischer Kraftschluss“, der eine nahezu verlustfreie

Sichtbeton ist längst im Gestaltungsalltag der Baukultur angekommen. Er ist mehr als nur Beton, der zu sehen ist. Sichtbeton verleiht Gebäuden und Innenräumen Struktur, Gestalt und Oberfläche. Genau dies können Besucher auf der BAU anhand zahlreicher Exponate und Musterwände hautnah erleben. Dabei geht es auch um die Frage: „Was macht Beton zu Sichtbeton?“ Sichtbeton ist keinesfalls auf einen Grauton festgelegt. Durch die Zugabe von Pigmenten lassen sich farbiger Beton und auch Grautöne mit vielfältigen Varianten realisieren. Nicht zuletzt ergeben sich auch durch die nachträgliche Bearbeitung der fertigen Betonoberfläche zusätzliche Gestaltungsmöglichkeiten.

Nachhaltigkeitszertifizierungen nach BREEAM

TÜV SÜD übernimmt DIFNI München. TÜV SÜD hat das Deutsche Private Institut für Nachhaltige Immobilienwirtschaft (DIFNI) übernommen und ist damit exklusiver Lizenzpartner von BRE Global für Zertifizierungen von Immobilien nach dem BREEAM-Standard in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Mit mehr als 100.000 zertifizierten Gebäuden ist BREEAM der europa- und weltweit führende Standard für Nachhaltigkeitszertifizierungen in diesem Bereich. Auf dem Immobilienmarkt nimmt die Bedeutung von Nachhaltigkeitszertifizierungen kontinuierlich zu. „Vor allem institutionelle Investoren setzen vermehrt auf zertifizierte Gebäude“, sagt Dr. Ulrich Klotz, Leiter der Division Real Estate & Infrastructure von TÜV SÜD. „So haben beispielsweise offene Immobilienfonds im Jahr 2014 schon knapp die Hälfte des investierten Kapitals für Green Buildings allokiert.“ Ein weiterer Wachstumstreiber ist die Verpflichtung von internationalen Unternehmen auf Corporate Social Responsibility (CSR), die sich auch in der Verpflichtung zur Anmietung von Büroflächen, die gemäß Nachhaltigkeitsstandards errichtet und entsprechend zertifiziert wurden. Dabei werden sich vor allem internationale Standards durchsetzen, die eine Vergleichbarkeit der Immobilien ermöglichen. Mit mehr als 100.000 Zertifizierungen ist der vom britischen Building Research Establishment (BRE) entwickelte BREEAM-Standard

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europa- und weltweit führend. Einer der wichtigsten Vorteile von BREEAM besteht in der Möglichkeit, die Anforderungen an nationale Gegebenheiten anzupassen. „Seit der Gründung von DIFNI im Jahr 2012 haben wir eng mit dem BRE zusammengearbeitet, um die BREEAM-Produkte weiterzuentwickeln“, erklärt Thomas Oebbecke, geschäftsführender Gesellschafter von DIFNI. Wichtige Meilensteine dieser Zusammenarbeit waren die Einführung von BREEAM DE Bestand, die auf deutsche Normen und Standards ausgerichtete Version von BREEAM In-Use, sowie die Einführung von BREEAM Bestand in Österreich und der Schweiz. „Ich freue mich sehr, dass wir unsere erfolgreiche Arbeit unter dem Dach von TÜV SÜD fortsetzen können“, so Oebbecke. „Das ist ein wichtiges Signal für den Markt, dass wir auch für langfristige Engagements ein zuverlässiger Partner sind.“ Durch die Übernahme von DIFNI hat TÜV SÜD in Deutschland, Österreich und der Schweiz die alleinige Lizenz für die Ausstellung von Zertifikaten sowie die Ausbildung von Auditoren nach dem BREEAM-Standard. Der entsprechende Vertrag mit BRE Global hat zunächst eine Laufzeit von zehn Jahren. Weitere Informationen zu den Leistungen von DIFNI und von TÜV SÜD für die Immobilienwirtschaft gibt es im Internet unter www.difni.de und www.tuev-sued.de/real-estate.

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„Multitalente“ im Winterdienst

Geräteträger übernehmen in Kommunen während des ganzen Jahres eine Fülle von Aufgaben In unseren Städten gibt es auf Straßen, Wegen und Grünflächen viel zu bewältigen. Legen doch viele Bürger und Besucher großen Wert auf ein gepflegtes Stadtbild. Dies kann nur durch einen beachtlichen Einsatz von Menschen und Maschinen erreicht werden. Und das nicht nur im Frühjahr und Sommer, sondern auch im Herbst und sogar im Winter. Dabei sollen die Beschaffungs-, Material- und Betriebskosten möglichst niedrig sein. Einen wesentlichen Beitrag dazu können Geräteträger leisten. Dabei handelt es sich um echte „Multitalente“, die durch ihre Vielseitigkeit beeindrucken. Mit den entsprechenden Anbaugeräten können sie eine ganze Reihe von Aufgaben übernehmen, so dass kein gesondertes Fahrzeug für jede einzelne erforderlich ist. Das schont die kommunalen Etats. Außerdem: Sie können dank ihrer technischen Voraussetzungen Arbeiten übernehmen, bei denen andere, meist größere Fahrzeuge passen müssen. Zu den diversen Aufgaben zählt in erster Linie fast ganzjährig die Reinigung schmaler Straßen, Wege und Durchfahrten. Dabei sind auch enge Kurven, Kreise und Beet-einfassungen kein Problem. Breit gefächerte Ausstattung

dass die Hinterräder bodenschonend genau in der Spur der Vorderräder laufen. −− der Traktionskontrolle: Diese verleiht den Geräteträgern eine sehr gute Fahr- und Standsicherheit. Die Räder bleiben stets auf dem Boden. Das ist besonders bei Arbeiten am Hang oder beim Überfahren von Rand- bzw. Bordsteinen ein wesentlicher Vorteil. −− die flexible Einstellmöglichkeit des vorderen Besensystems auf die jeweilige Reinigungsaufgabe, z. B. zum Auskehren des Rinnsteins beim gleichzeitigen Kehren des Gehwegs. −− ein Gesamtgewicht von 3,5 t: Dabei geht es einmal um die Belastung der Gehwege, zum anderen aber auch um den sonst erforderlichen Lkw-Führerschein des Fahrers. In Anbetracht der Fußweg-Maße dürfen die Geräteträger nicht breiter als 1,20 m sein. Besondere Anforderungen in der kalten Jahreszeit Der Winter ist eine der „Hochzeiten“ für die wendigen, vielseitig einsetzbaren Multitalente. Bei entsprechender Motorisierung können sie dank ihres Allradantriebs und der vier gleich großen Räder selbst in hügeligen oder bergigen Gegenden zupacken und die weiße Pracht aus dem Weg räumen. Aber auch in ebenen Gebieten leisten sie auf Straßen und Wegen dank der konstruktiven Merkmale einen wirkungsvollen Winterdienst. Für die vielfältigen Aufgaben auf diesem Sektor können vorn zahlreiche Geräte angebaut werden: Schneepflüge diverser Art und Ausformung, Fräsen und Schleudern. Und auf der Ladefläche hinter der Kabine ist Platz für Streuer, z. B. mit exakter Streubreitenregulierung und Mengendosierung.

Moderne Geräteträger sind für ihre zahlreichen Einsatzmöglichkeiten mit einer ganzen Reihe besonderer Einrichtungen ausgerüstet. Dazu gehören in der Regel: −− die Kehreinrichtung und der Aufnahmebehälter: Hiermit ausgestattet entpuppen sich die Geräteträger vielfach als „Allesschlucker“ und nehmen sowohl Leichtgut (z. B. Papier, Laub oder Dosen) als auch Schwergut (Flaschen, Sand oder Split) auf. Als Kehrsaugmaschinen mit zwei groß dimensionierten Früher Start im neuen Jahr Seitenbesen ausgerüstet erledigen sie ihre Aufgabe sehr rationell in einem Durchgang, so dass ein „zweiter Lauf“ in der Gegenrichtung überflüssig wird. Ist zusätzlich noch ein weiterer Mit der Wege- und Flächenreinigung, die fast während des ganBesen angebracht, kann auch auf Gehwegen sowie unter Sitzzen Jahres aktuell ist, muss sehr frühzeitig begonnen werden. Denn bänken der Schmutz entfernt werden. −− die Knicklenkung: Sie ist dafür „zuständig“, dass die Geräteträger sehr wendig sind und enge Kurven fahren sowie Hindernissen „aus dem Weg gehen können“, ohne ihre Reinigungs- bzw. Pflegeaufgabe zu vernachlässigen. Außerdem sorgt auch der symmetrische Aufbau dafür, dass auch die vorderen Anbaugeräte exakt in der Spur bleiben. −− der permanente Allradantrieb: Er überträgt die Zug- und Schubkräfte fast schlupffrei. Daraus resultiert eine sehr gute Traktion und Bodenschonung. Das gilt für jede Witterung, für schwierige Bodenverhältnisse und sogar in bergigem Gelände. −− die gleiche Größe der RäMit ihrer breit gefächerten Ausstattung können die Fahrzeuge für vielfältige Aufgabenbereiche eingeder: Sie stellt in Verbindung setzt werden – selbst im Winter als Streu- oder Räumfahrzeuge. mit der Knicklenkung sicher,

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In diesem Zusammenhang ist zu entscheiden, ob das Schnittgut auf den Flächen verbleiben kann oder entfernt werden muss. Hier gilt: Je häufiger gemäht wird, desto weniger stellt sich die Frage nach dem Aufnehmen von Schnittgut. Wenn sich beim Mähen keine „Klumpen“ bilden, kann das Gras zum Mulchen auf den Flächen verbleiben. Im anderen Fall wird das Gras in seinem Wachstum durch Licht- und Luftentzug behindert. Dann sollte abgeräumt werden. Dabei sind Geräteträger mit einer Mäh-/Saugkombination in ihrem Element, weil sie das gemähte Gras im Kehrgutbehälter aufnehmen und auch abtransportieren können, sobald er voll ist.

Mithilfe eines permanenten Allradantriebs sind die Fahrzeuge bei jeder Witterung sicher unterwegs. über die üblichen Verschmutzungen hinaus gilt es, die Silvesterspuren der Bevölkerung zu beseitigen. Außerdem nervt irgendwann auch das Streumaterial, das in der kalten Jahreszeit bei Schnee und Eis sehr nützlich war, aber nun nutzlos herumliegt und das Gehen für die Bewohner unangenehm macht. Regelmäßige Rasenpflege Später steht dann das kommunale Grün im Mittelpunkt. Rasenflächen müssen in regelmäßigen Abständen gepflegt werden. Für die optische Qualität ist es wichtig, dass regelmäßig auf 4 bis 5 cm Höhe gemäht wird. Dabei sollte die Wuchshöhe nicht mehr als 7 cm erreichen. Wird das Gras nämlich zu hoch und dann zu kurz gemäht, zeigen sich gelblich-bräunliche Stellen, die sich zwar wieder begrünen, aber erst mit zeitlichem Verzug.

Beseitigung des farbigen „Belags“ im Herbst

Im Herbst wartet dann wieder eine besondere Aufgabe auf die Geräteträger. Dann kommt zum üblichen Schmutz die ehemals grüne „Pracht“ hinzu, von der sich unsere Bäume getrennt haben. So schön das bunte Laub aussieht, es birgt vor allem im „Zusammenspiel“ mit Nässe auch Gefahren in sich. Nun schlägt wieder die Stunde der Kehreinrichtung, mit der sich der farbige „Belag“ von Wegen, Straßen und Bordsteinen problemlos aufnehmen und später dann im gefüllten Kehrgutbehälter abtransportieren lässt. Bevor eine Kommune oder ein Dienstleister aber an die Auswahl geeigneter Geräteträger geht, empfiehlt es sich das AnbaugeräteProgramm verschiedener Hersteller genau zu studieren. Sie sind es letztlich, die Konzeption, Größe und Leistungsstärke des Trägerfahrzeugs (mit)bestimmen. Auch muss die Schnittstellentechnik ein einfaches und problemloses An- und Abkoppeln der Anbaugeräte ermöglichen.

Dyson Airblade Händetrockner: Hygiene und Komfort clever geleast Ob in Industrieunternehmen, öffentlichen Einrichtungen, Büros, Krankenhäusern oder der Gastronomie – mit hochwertigen Händetrocknern, wie dem Dyson Airblade, werden Sanitäreinrichtungen erheblich aufgewertet. Jetzt bietet das Technologieunternehmen seine Qualitätsprodukte auch zum Leasing an. Vorteil: Keine Anfangsinvestition, deutlich geringere monatliche Kosten als beim Kauf von Papierhandtüchern und fünf Jahre Garantie. Mit dem neuen Angebot orientiert sich Dyson an dem wachsenden Trend zum Leasing technischer Produkte. Viele Unternehmen leasen längst den gesamten Fuhrpark, mittlerweile aber auch PCs oder Drucker und profitieren von den wirtschaftlichen Vorteilen. Ohne Anfangsinvestition lassen sich die Geräte so in flexiblen Zyklen wieder austauschen und erneuern. Genau das macht Dyson jetzt auch im Bereich der Handhygiene möglich: Schon ab 20 Euro monatlich lässt sich ein Airblade Hände-

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trockner leasen. Die Investition ist damit geringer als der Kauf von Papierhandtüchern für den gleichen Zeitraum, der mit durchschnittlich 144 Euro pro Monat1 zu Buche schlägt. Hinzu kommt: Der Aufwand für die Beschaffung von Papierhandtüchern, das regelmäßige Auffüllen, die Lagerung und Entsorgung des Papiers entfallen. Eine Anzahlung oder Verwaltungsgebühren fallen für den Kunden nicht an. Dafür profitiert er von einer 5-Jahres-Garantie, geltend für die Laufzeit des Leasingverhältnisses. Am Ende der Leasingdauer entscheidet sich der Kunde entweder dafür, die Geräte zu behalten oder auf die neueste Airblade Technologie aufzurüsten. Alle Produkte der aktuellen Dyson Airblade Range sind in der Leasing-Variante verfügbar. Ein persönliches Leasingangebot und 1 Berechnungen unter http://www.dyson.de/haendetrockner/rechner/berechnungen.aspx

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weiterführende Informationen sind unter der kostenlosen Service Hotline 0800-3131319 zu erhalten.

Dyson Airblade V Händetrockner: Komprimierte Airblade Technologie

Dyson Airblade Tap Händetrockner: Airblade Technologie in einem Wasserhahn

Dyson Ingenieure haben die Airblade Technologie verkleinert, ohne dabei die Leistung zu beeinträchtigen. Der Dyson Airblade V Händetrockner ist 60 Prozent kleiner als das Original – er trocknet jedoch genauso schnell und effizient die Hände. Die Luft wird über zwei Schlitze, die in einem Winkel von 115 Grad an der Unterseite des Geräts angebracht sind, auf die Hände geleitet und streift das Wasser von ihnen ab. Die Hände sind in 12 Sekunden trocken.

Kombiniert man eine Armatur mit der Airblade Technologie, können die Hände am Waschbecken in nur 12 Sekunden berührungslos getrocknet werden. Es besteht keine Notwendigkeit zu einem separaten Bereich zu wechseln, um sich die Hände zu trocknen, daher tropft kein Wasser auf den Boden. Pro Sekunde werden bis zu 35 Liter Luft angesaugt, die durch 0,8mm schmale Austrittsöffnungen strömen. Die Luftströme streifen das Wasser mit 690 km/h von den Händen und trocknen sie auf hygienische Art und Weise. Der Airblade Tap wurde im Jahr 2014 mit dem iF Design Award ausgezeichnet.

Leasingrate: ab 20 Euro monatlich

Leasingrate: ab 34 Euro monatlich Dyson Airblade dB Händetrockner: Der schnellste und hygienischste Händetrockner

Hygiene: Bevor die Luft auf die Hände trifft, wird sie durch den integrierten HEPA-Filter gereinigt. Dabei werden 99,9 Prozent aller Partikel in Bakteriengröße entfernt. Dyson Airblade™ Händetrockner sind weltweit von HACCP International für den Einsatz in der Lebensmittelindustrie zugelassen. Geringe CO2-Emissionen: Dyson Airblade Händetrockner emittieren während des gesamten Lebenszyklus bis zu 68 Prozent weni ger CO2 als Papierhandtücher und bis zu 72 Prozent weniger CO2 als herkömmliche Warmlufthändetrockner.[1] Geringe Betriebskosten: Die Betriebskosten der Dyson Airblade Händetrockner sind bis zu 97 Prozent geringer als bei Papierhandtüchern und bis zu bis zu 69 Prozent geringer als bei anderen elektrischen Händetrocknern.[2]

Der Original Dyson Airblade dB Händetrockner produziert einen Luftstrom mit einer Geschwindigkeit von 690 km/h, der Hände schnell und hygienisch trocknet. Er streift das Wasser gleichzeitig von der Vorder- und Rückseite der Hände und trocknet sie so in nur 10 Sekunden. Dadurch verbringen die Nutzer weniger Zeit im Waschraum und Stoßzeiten können besser bewältigt werden. Der Dyson Airblade dB Händetrockner hat die Hygienezulassung von der NSF und von HACCP International erhalten. Das bedeutet, dass er für den Einsatz in der Lebensmittelbranche geeignet ist. Leasingrate: ab 28 Euro monatlich

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Veranstaltungen “Towards Circular Economy” ist das Thema des VinylPlus Sustainability Forum 2017 Unter dem Motto „Towards Circular Economy“ wird das fünfte Nachhaltigkeitsforum von VinylPlus die wichtigsten Herausforderungen für die Nachhaltigkeit von PVC untersuchen, wenn sich Entscheider der gesamten PVC-Wertschöpfungskette am 10. und 11. Mai 2017 in Berlin treffen. Das Sustainability Forum wird von VinylPlus organisiert, dem Nachhaltigskeitsprogramm der Europäischen PVC-Branche. Der Fokus des Forums liegt auf Nachhaltigkeit und langlebigen Lösungen für PVC im Rahmen des übergeordneten Kreislaufwirtschaftspakets der Europäischen Kommission. Der Dialog mit EU-Behörden zu Strategien für die Kreislaufwirtschaft sowohl auf nationaler als auch europäischer Ebene wird ebenfalls ermöglicht. Das Vinyl Sustainability Forum 2017 ist ein „Muss“ für alle Mitglieder von VinylPlus und deren Stakeholder. Bei diesem Event werden Einblicke in potenziell wachsende Möglichkeiten für PVC geboten, mit dem Ziel zu einer stärkeren Kreislaufwirtschaft beizutragen, in der Ressourcen in einer noch nachhaltigeren Weise genutzt werden. Zentrale Themen werden unter anderem der Beitrag der PVCBranche zu den UN-Zielen einer Nachhaltigen Entwicklung (SDGs), der globale Markt für PVC und Industrie-Initiativen sein. Das umfassende Programm wird sich nicht auf Fallstudien, Erfolgsgeschichten und Podiumsdiskussionen beschränken, sondern auch Diskussionen über Öko-Design und innovative Konzepte einbeziehen – einschließlich eines besseren Lebensstils mit smarten Produkten aus PVC. Brigitte Dero, General Manager von VinylPlus: „Die Kreislaufwirtschaft steht zurzeit ganz oben auf der politischen Agenda Eu-

ropas. Im Kontext des Kreislaufwirtschaftspakets werden wichtige Entscheidungen getroffen, die Auswirkungen auf die Zukunft der Kunststoffindustrie insgesamt haben werden. Mit der freiwilligen Selbstverpflichtung im Rahmen von VinylPlus bewegt sich die Europäische PVC-Branche weiter in Richtung Kreislaufwirtschaft und kann bereits bedeutende Fortschritte und Erfolge bei den gemeinsamen Nachhaltigkeitszielen vorweisen. Einmal mehr bietet unser Nachhaltigkeitsforum den Teilnehmern die Möglichkeit zur Zusammenarbeit, zum Austausch von Best Practice Erfahrungen und Gelegenheit, positive Anregungen mitzunehmen.“ VinylPlus ist das aktuelle Zehn-Jahres-Programm der Europäischen PVC-Branche. Das Programm etabliert einen langfristigen Rahmen für die nachhaltige Entwicklung der gesamten PVC-Industrie, indem es sich einer Reihe von kritischen Herausforderungen in den EU-28, in Norwegen und der Schweiz stellt. Für weitere Informationen: Sylvie Famelart ([email protected]) Noelle Tracey ([email protected]) Als Ansprechpartner in Deutschland stehen Ihnen zur Verfügung: Thomas Hülsmann, Geschäftsführer AGPU Michael Friedrichs, Redaktion ([email protected]) Arbeitsgemeinschaft PVC und UMWELT e.V. (AGPU) Am Hofgarten 1-2, 53113 Bonn Bei Rückfragen erreichen Sie uns unter 0228-91783-0

Eine nachhaltige Abfallwirtschaft für Mega Cities - eine große Herausforderung der Zukunft „Deutsche Unternehmen der Recycling- und Entsorgungswirtschaft, kommunale Betriebe und Hochschulen verfügen über ein umfassendes Wissen zur Entwicklung einer modernen Kreislaufwirtschaft. Dieses Know-how können wir anbieten und teilen. Mit Capacity Building und Know-how-Transfer leisten wir einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung und schaffen gleichzeitig den Rahmen für die Erschließung weltweiter Absatzmärkte.“ So Staatssekretär Gunther Adler vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit anlässlich der RETech-Konferenz „Nachhaltige Entsorgungs- und Recyclingkonzepte in Mega Cities“. Rund 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem In- und Ausland trafen sich auf der von German RETech-Partnership organisierten und vom BMUB im Rahmen der Exportinitiative Umwelttechnologien geförderten Konferenz vom 16. bis 17.11.2016 in Berlin. Eine wachsende Herausforderung stellt die Ver- und Entsorgung in Mega Cities dar. Durch das Wachstum der Weltbevölkerung und starke Migrationsbewegungen strömen immer mehr Menschen in Stadtgebiete. Dadurch kommt es vielerorts zum Phänomen der Verstädterung,

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d.h. ehemals ländliche Siedlungen werden Teil des urbanen Gebildes. Insbesondere in Schwellenländern führt dies zu Mega Cities in Größenordnungen, die wir in Deutschland und Europa in dieser Form, vor allem in ihrer vertikalen Ausdehnung, nicht kennen. Mit intelligenten und umweltverträglichen Konzepten müssen Lösungen für die Ver- und Entsorgung dieser Mega Cities gefunden werden. Praxisbeispiele aus internationalen Mega Cities, wie Hong Kong, Sao Paulo, Dubai, Singapur und New York zeigen, dass meist nur lückenhafte Recycling- und Entsorgungskonzepte in der Stadtplanung existieren. Oft werden in den Planungsprozess von Hochhäusern keine Experten der Abfallwirtschaft konsultiert und einbezogen, sodass die für die Entsorgung vorgesehen Einrichtungen ihren Zweck nicht vollumfänglich erfüllen können. Gemeinsam mit deutschen Unternehmensvertretern wurden im Rahmen der Konferenz neue Konzepte diskutiert, die das Problem der Einbindung von Entsorgungsstrukturen in die Architektur von Hochhäusern und in die Stadtplanung angehen. Somit wird die Entwicklung von Smart City Konzepten um das zukunftsträchtige Thema der Entsorgung erweitert.

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Die RETech Konferenz bot den Teilnehmern aus dem In- und Ausland Raum, um Lösungsansätze zu diskutieren, Erfahrungen auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen. Deutlich wurde, dass

die Herausforderung zur Entwicklung einer nachhaltigen Abfallwirtschaft in Mega Cities der deutschen Entsorgungsbranche zahlreiche Möglichkeiten für neue Geschäftsfelder bietet.

Abwasser 4.0

9. OWL-Abwassertag bei Pentair Jung Pumpen Die Entwicklung vernetzter Abwassertechnologien schreitet voran, so dass das „Internet of Things“ inzwischen auch bei Kommunen, Betreibern von Kläranlagen und Planern in aller Munde ist. Der 9. OWLAbwassertag, der am 19.01.2017 in Steinhagen stattfindet, stellt diese Thematik in den Fokus. Die Veranstaltung wird durch eine interessante Fachausstellung flankiert. Wie gewohnt, lädt Pentair Jung Pumpen zum Abwasser­ kongress nach Steinhagen ein. Renommierte Redner werden mit informativen und unterhaltsamen Vorträgen einen breitgefächerten Einblick zu aktuellen Themen rund um die Abwasserentsorgung geben. Prof. Paul Uwe Thamsen von der TU Berlin und Michael Rix von Hamburg Wasser werden den Begriff

Abwasser 4.0 aus der theoretischen und praktischen Perspektive beleuchten. Neben weiteren interessanten Vortragsthemen wird auch die Feuchttücher-Problematik eine Rolle spielen. U.a. werden sich Dipl.-Ing. Hartmut Solas, IAB Weimar, und Rechtsanwältin Daniela Deifuß-Kruse, BRANDI Rechtsanwälte Paderborn, diesem Thema widmen. Der aktuelle Seminarflyer mit allen Informationen steht auf der Homepage des Unternehmens www. jung-pumpen.de unter der Rubrik Service/Seminare zum Download bereit. Anmeldung Die Anmeldung kann ab sofort online unter http:// www.jung-pumpen-forum.de/owl-abwassertag oder per E-Mail unter [email protected] oder per Fax unter 05204/17-133 erfolgen.

wat und gat 2016 wat und gat waren in diesem Jahr besonders aktuell. Das lag an zwei parallelen Ereignissen. Zum einen hatte die EU die Bundesrepublik wegen einer anhaltenden Gewässerverunreinigung durch Nitrat verklagt, zum andern stand die Verabschiedung des Klimaschutzplan 2050 kurz bevor. Die wat startete mit den neuesten wasserpolitischen Entwicklungen. Dabei bestand weitgehende Einigkeit darin, dass die Klage aus Brüssel den Druck aus der Landwirtschaft deutlich erhöht hat. Erstmals seit 30 Jahren habe es von der Politik deutliche Unterstützung für die Position der Wasserwirtschaft gegeben, war zu hören. Der zweite Tag begann mit dem Thema „Benchmarking“. Dies ermögliche den Wasserversorgungsunternehmen, die strukturellen Eigenschaften ihres Versorgungssystems besser zu bestimmen und in der Folge erfolgreiche Instrumente zur Optimierung der eignen Leistungsfähigkeit zu entwickeln. Außerdem wurde über „Ressourcenschutz und –management“ diskutiert, wobei die aktuelle NitratProblematik besonderen Raum einnahm. Weitere Themen waren die Beherrschung von Extremsituationen, effizientes Anlagenmanagement, Digitalisierung sowie Hygiene und Gesundheitsschutz. Klimaschutzplan 2050 und die Konsequenzen Bei der gat hatte die Frage nach den Konsequenzen des Klimaschutzplans 2050 besonderes Gewicht. In diesem Zusammenhang betonte DVGW-Vizepräsident Matthias Riechel die Notwendigkeit,

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die Vorteile von Erdgas noch stärker gegenüber der Politik herauszustellen, damit Erdgas auch über das Jahr 2030 hinaus ein wichtiger Bestandteil im deutschen Energiemix bleibt. Gleichzeitig war man sich einig, dass höhere CO2-Preise notwendig sind, damit der Zertifikatehandel einen effektiven Beitrag zur Reduzierung der Klimagase leisten kann. Insbesondere da derzeit vor allem die Kohlekraftwerke von dem Überangebot profitieren. Auf ein anderes Potenzial im Wärmemarkt wies Dr. Tim Kehler, Vorstand der Initiative Zukunft ERDGAS, hin. Durch die Modernisierung veralteter Heizkessel seien bis zu 60 Prozent CO2-Einsparung möglich. Darüber hinaus wurde betont, dass die einzelnen Sektoren „Wärme“, „Mobilität“ und „Stromerzeugung“ nicht isoliert betrachtet werden können. So gebe es das Problem fehlender Stromnetze, um die elektrische Energie aus dem windreichen Norden in den verbrauchsstarken Süden zu transportieren. Ein anderer offener Punkt war die saisonale Speicherung von EE-Strom. Gerade bei strombasierten Wärmeerzeugern bestünde eine erhebliche Differenz zwischen dem Strombedarf im Sommer und im Winter. Die notwendige Energie langfristig zu speichern, schaffe keine Batterie, dies sei nur mit dem Gasnetz möglich, wurde berichtet. Welches Potenzial brach liegt, beschrieb Prof. Dr. Dimosthenis Trimis, Leiter der DVGW Forschungsstelle am Engler-Bunte-Institut. „Umgerechnet fünf Gigawattstunden EE-Strom werden jährlich nicht verwertet, da sie wegen mangelnder Stromnetzkapazitäten nicht eingespeist werden können“. Als Lösung verwies der Forscher auf die Power2Gas-Technologie und die Einspeisung in die bestehende Gasinfra-

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struktur. Ein erprobtes Verfahren, bei dem die Wirkungsgrade der Anlagen allerdings noch weiter angehoben werden kann. „Leitplanken“ für die Branche Auf die besondere Situation der Stadtwerke wurde im Panel „Energiewende vor Ort“ eingegangen. Trianel-Geschäftsführer Sven Becker mahnte hier verlässliche Rahmenbedingungen für die kommunale Versorgungswirtschaft an. In den 2000er Jahren hätten zahlreiche Stadtwerke im Vertrauen auf die Politik in konventionelle Erzeugungsanlagen investiert und seien damit ein unternehmerisches Risiko eingegangen. Die Realität habe dann aufgrund fehlender Konstanz im Energierecht anders ausgesehen und Kraftwerksbetreiber vor erhebliche Probleme gestellt. Wer dagegen nichts gemacht habe, stehe heute meist wirtschaftlich gut dar. Kunden zu halten, sei mittlerweile recht anstrengend, berichtete Dietmar Spohn, Chef der Stadtwerke Bochum, mit Blick auf die zahlreichen Konkurrenzangebote. Allein in der Region gebe es 310 Wettbewerber beim Strom und 218 beim Gas. In diesem Umfeld setze man in der Revierstadt auf die Netze und neue Angebote wie das Hei-

zungscontracting. Einer Flatrate, wie sie zurzeit vereinzelt diskutiert wird, erteilte Peter Flosbach von der Dortmunder Energie- und Wasserversorgung eine Absage. Er sehe darin keinen Mehrwert, da die Kosten für die Verbraucher auf dem Niveau der Grundversorgung liegen und somit wenig attraktiv seien. Breites Rahmenprogramm Abgerundet wurden wat und gat auch in diesem Jahr wieder durch ein umfangreiches Rahmenprogramm. Zum Beispiel durch die in unmittelbarer Nähe stattfindende Fachmesse. 220 Aussteller präsentierten dort ihre Produkte rund um die Wasser- und Gaswirtschaft. Unter den Ausstellern waren erneut zahlreiche SpezialDienstleister, aber auch Branchengrößen wie RWE, E.ON, Siemens oder Vaillant. Darüber hinaus gehörten der Praktiker-Tag, der Preis der Deutschen Gaswirtschaft und der Festabend dazu. Insgesamt kamen rund 7.300 Teilnehmern nach Essen und sorgten damit erneut für eine Spitzenbeteiligung. Die nächsten wat und gat finden Ende November 2018 in Köln statt.

Für die Schaffung bezahlbaren Wohnraums müssen alle zusammenarbeiten Tagung in Groß-Gerau bringt Experten aus Kommunalverwaltungen, Wohnungsbau und Stadtentwicklung an einen Tisch „Im Kreis Groß-Gerau fehlen bis 2030 Wohnungen für rund 30.000 Haushalte und wir haben vor allem Bedarf an bezahlbaren Wohnraum. Das ist eine große Herausforderung, an der wir alle gemeinsam arbeiten müssen.“ Thomas Will, Landrat des Kreises Groß-Gerau, ließ es nicht an Deutlichkeit fehlen, als er die Teilnehmer an der Tagung „Bezahlbarer Wohnraum“ begrüßte. Am 4. November fanden sich rund 50 Bürgermeister, Fachleute aus den Kommunalverwaltungen, der Wohnungswirtschaft und der Stadtentwicklung im Landratsamt zusammen. Flächen für Wohnungsbau sind ja vorhanden Unterstützung fand er bei Dr. Monika Meyer, Leiterin des Instituts für Wohnen und Umwelt in Darmstadt. Aus einem Überblick der aktuellen Bevölkerungsentwicklung und die Auswirkungen auf die Wohnraumsituation in Hessen kam auch sie zum Schluss: Der Bedarf in Gross Gerau wird aufgrund steigender Haushaltszahlen bis 2040 steigen, Handlungsbedarf sei also gegeben. Stephan Both, Experte im Landratsamt für Regionalentwicklung, Bauen und Umwelt, konnte den anwesenden Kommunalvertretern auch gleich potenzielle Flächen im Landkreis aufzeigen, auf denen schon heute nach dem gültigen Regionalen Flächennutzungsplan Wohnbebauung stattfinden könnte. Wenn Bedarf und Flächen vorhanden sind, warum kommt es dann nicht schneller zu Lösungen? Kann die öffentliche Hand hier überhaupt steuernd eingreifen? Und wenn ja, wie sollte sie es tun? Öffentliche Förderung des Wohnungsbaus hat eine lange Tradition Zu diesem Thema hatte das Landratsamt zwei Experten der Nassauischen Heimstätte eingeladen, die als Landesgesellschaft bereits seit über 90 Jahren im Sozialen Wohnungsbau engagiert

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ist und viele der großen Siedlungen in den Nachkriegsjahren gebaut hat. Über ihre Marke NH ProjektStadt ist sie zudem ein großes Stadtentwicklungsunternehmen und berät rund ein Drittel aller hessischen Kommunen, auch bei Fragen der Baulandentwicklung. Gregor Voss, Leiter der südhessischen Stadtentwicklungssparte im Unternehmen, zeigte in einem kurzen historischen Exkurs, dass die öffentliche Hand bereits seit Anfang des 20. Jahrhunderts regulierend in den Wohnungsmarkt eingegriffen habe. Auch heute stehe eine beeindruckende finanzielle Förderkulisse in Bund, Land und Kommunen für den Wohnungsbau zur Verfügung. Der soziale Wohnungsbau habe sich zudem im Laufe der Jahrzehnte enorm weiterentwickelt und weise heute eine hohe architektonische und stadtplanerische Qualität auf. Aus „Sünden“ der Vergangenheit habe man viel gelernt. Stockstadt legt Wert auf die Innenentwicklung Wie können Kommunen nun ihre Flächenpotenziale für den Wohnungsbau mobilisieren? Gunnar Zehe, Projektleiter bei der NH ProjektStadt, hatte zur Beantwortung dieser Frage einen Werkstattbericht aus der Gemeinde Stockstadt mitgebracht. In einem Politprojekt „Handlungskonzept Wohnen“, das der Landkreis GroßGerau beauftragt hatte, wird dort untersucht, wo Flächenpotenziale vorhanden sind, wie sie systematisch erfasst und in die Baulandentwicklung eingebracht werden. In Stockstadt gibt es knapp 30 ha potenzielles Bauland im Außenbereich, das im Flächennutzungsplan bereits ausgewiesen ist und nun voraussichtlich in einem klassischen Umlegungsverfahren entwickelt wird. Stockstadt, insbesondere sein Bürgermeister Thomas Raschel, legten aber von Anfang an ein besonderes Augenmerk auf die Innenentwicklung der Gemeinde vor allem im historischen Ortskern. Dort sollen der Wohnstandort, die Nahversorgung und soziale Infrastrukturen weiter gestärkt werden. Systematisch haben die Fachleute der NH

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ProjektStadt den Standort in seiner Struktur und nach seinen Flächenpotenzialen untersucht und kartographiert. Ob Leerstände, Baulücken oder unbebaute Teilflächen: alles wurde erfasst und in einem geographischen Informationssystem aufbereitet. Nun müs-

sen diese Daten unter anderem mit den Prognosen zur Bevölkerungsentwicklung abgeglichen werden. Im nächsten März möchte man auf dieser Grundlage Handlungsempfehlungen und ein abgestimmtes Konzept für die Wohnbauflächen vorlegen.

Betonkanu-Regatta 2017 in Köln Ausschreibungsunterlagen online Am 9. Juni 2017 ist es wieder soweit: Bereits zum 16. Mal findet dann die Betonkanu-Regatta statt – diesmal auf der Regattastrecke Fühlinger See in Köln. Die Veranstaltung ist eine Mischung aus Beton- und Bootsbautechnik, sportlichem Wettkampf und vor allem viel Spaß. Die Teilnehmer kommen von Fachhochschulen, Universitäten und anderen Institutionen, an denen Betontechnik gelehrt wird. Vor dem Wettkampf müssen sie gemeinsam mit ihren Ausbildern die knifflige Aufgabe lösen, ein Kanu aus Beton zu bauen, das robust und wasserundurchlässig ist und darüber hinaus den harten Bedingungen eines Rennens standhält. Der Wettkampf startet am Samstag, den 10. Juni, morgens mit den Vorläufen auf der Regattastrecke. Die Finalläufe finden am frühen Nachmittag statt, ebenso die Bootsparade, die ein weiterer Höhepunkt der Veranstaltung ist. Hier werden neben den Kanus auch außergewöhnliche Wasserfahrzeuge der offenen Klasse zu sehen sein. Alle Informationen über die Teilnahmebedingungen, die Regeln für den Bau, Wettkampfbestimmungen, Beurteilungskriterien und Preise gibt es in der Ausschreibung unter www.betonkanu-regatta.de. Das InformationsZentrum Beton veranstaltet alle zwei Jahre im Auftrag der deutschen Zement- und Betonindustrie die Betonkanu-

Vorsicht bissig – das Boot Great Grey der Bauhaus-Universität Weimar bei der Regatta 2015 © BetonBild/Candy Welz Regatta. Partner vor Ort sind die Stadt Köln, der Kölner RegattaVerband e.V., die TH Köln „Technology Arts Sciences“ und der Verband deutscher Betoningenieure.

31. Oldenburger Rohrleitungsforum

Alles digital, oder was? Das (Geschäfts-)Jahr 2016 neigt sich dem Ende zu. Während in den meisten Unternehmen die Arbeit in den nächsten Wochen langsam, aber sicher in etwas ruhigeren Bahnen verläuft, schalten die Macher des Oldenburger Rohrleitungsforums einen Gang hoch. Gilt es doch, die 31. Auflage der norddeutschen Kultveranstaltung am 9. und 10. Februar 2017 vorzubereiten, die am Vorabend im Sitzungssaal des ehemaligen Landtags feierlich eröffnet wird. Mehr als 3.000 Besucher aus dem In- und Ausland, rund 350 Aussteller und etwa 130 Referenten und Moderatoren sind in den letzten Jahren im Schnitt in die Jade Hochschule in die Ofener Straße an den Studienort Oldenburg gekommen – und das mit hohen Erwartungen. Dass die erfüllt werden, dafür steht ein schlagkräftiges, engagiertes Team aus Mitarbeitern und studentischen Hilfskräften unter Führung von Prof. Thomas Wegener, Vorstandsmitglied des Instituts für Rohrleitungsbau an der Fachhochschule Oldenburg e.V., Geschäftsführer der iro GmbH Oldenburg und Vizepräsident der Jade Hochschule. Gemeinsam werden sie dafür sorgen, dass auch beim zweitägigen Oldenburger Ausnahmezustand im kommenden Jahr alles rund und zur Zufriedenheit der Teilnehmer läuft. 30 Themenblöcke umfasst das Tagungsprogramm, bei dem sich nicht alles, aber vieles um das Tagungsmotto „Rohrleitungen in digitalen Arbeitswelten“ drehen

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wird. Was bedeutet die Digitalisierung der Arbeitswelt für unsere Rohrleitungsnetze? Was können die zunehmend sicher anwendbaren Systemlösungen zum Beispiel für den optimierten Betrieb von Netzen beitragen? Was erwarten wir für die Zukunft? So lauten einige der Fragen, die in Oldenburg diskutiert werden sollen. Inhaltlich führt das Forum damit konsequent den roten Faden der letzten Veranstaltungen fort und erfüllt den Anspruch, nicht nur den Finger am Puls der Zeit zu haben, sondern durchaus ein wenig voraus zu schauen und damit Impulse für die ganze Branche zu geben. Daneben gehen die bewährten Klassiker an den Start, die immer Eingang in die Programmvielfalt des Oldenburger Rohrleitungsforums finden. Freuen können sich die Besucher selbstverständlich auch wieder auf die „Diskussion im Café“ und den „Ollnburger Gröönkohlabend“ in der Weser-Ems-Halle, der den ersten Ausstellungstag beschließt. Digitalisierung als Zukunftsstrategie Unterteilt in fünf thematische Handlungsstränge, bietet das Forum eine inhaltliche Vielfalt, mit der sich die Gäste aus dem Wasser- und Abwasserbereich ebenso identifizieren können wie die aus dem Gas- und Ölsegment. Wie gewohnt gibt es Neuigkeiten von

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den Herstellern der unterschiedlichsten Rohrleitungsmaterialien, aus dem Bereich der grabenlosen Verlegetechniken, der Schweißtechnik, der Fernwärme oder von den Verbänden. Daneben stehen die Vortragsblöcke, die das Motto der Veranstaltung bedienen – hier dreht sich (fast) alles um die Digitalisierung unserer Gesellschaft. „Dieses Thema wurde von der Bundesregierung zum wichtigen Baustein der Zukunftsstrategien zur Sicherung des Wohlstandes gemacht“, erklärt Thomas Wegener in einer Ankündigung zur Veranstaltung. Rohrleitungen gehen online In Bezug auf den Bau und Betrieb von Rohrleitungen und Anlagen ist schon heute die umfassende Zustandsbewertung von Anlagen, Leitungen und Vermögenswerten auf der Basis belastbarer Daten Grundlage für die Entwicklung von Sanierungsstrategien und effektiven Investitionsmanagementsystemen. Dass jetzt entsprechende Daten von der Planung über den Bau einer Anlage, einer Leitung, weiter zum Betrieb, zum Umbau bis zum Abriss verfügbar und somit nutzbar werden, mögen die neuen Ansätze des Building Information Modelings (BIM) ermöglichen. BIM beschreibt eine Methode der optimierten Planung, Ausführung und Bewirtschaftung von Gebäuden mithilfe von Software, bei der alle relevanten Gebäudedaten schon in der Planung digital erfasst, kombiniert und vernetzt werden und zählt zu den aktuellen Trendthemen in der Bauwirtschaft. Gleiches gilt für den Begriff Industrie 4.0, eine Bezeichnung für ein Projekt in der Hightech-Strategie der Bundesregierung. Auch hier geht es um die Verzahnung der industriellen Produktion mit modernster Informations- und Kommunikationstechnik. Alles wird vernetzt Technische Grundlage hierfür sind intelligente, digital vernetzte Systeme, mit deren Hilfe eine weitestgehend selbstorganisierte Produktion möglich wird: Menschen, Maschinen, Anlagen, Logistik und Produkte kommunizieren und kooperieren in der Industrie 4.0 direkt miteinander. Durch die Vernetzung soll es möglich werden, nicht mehr nur einen Produktionsschritt, sondern eine ganze Wertschöpfungskette zu optimieren. Die Kette kann zudem alle Phasen des Lebenszyklus des Produktes einschließen – von der Idee eines Produkts über die Entwicklung, Fertigung, Nutzung und Wartung bis hin zum Recycling. Die Ziele sind beim Hersteller eine Steigerung der Effizienz und Erhöhung der Flexibilität, beim Kunden eine Verbesserung des Nutzens sowie volkswirtschaftlich eine Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Industrie in Deutschland (Quelle: Plattform Industrie 4.0, Bundesministerium für Wirtschaft und ­Energie). Rohrleitungen 4.0 „Wir reden seit einigen Jahren über Industrie 4.0 und BIM, folgerichtig wollten wir in der Tiefbaubranche das Thema Rohrleitungen 4.0 weiter vorantreiben“, erinnert sich Wegener an die Diskussionen und Überlegungen bei der Findung des Mottos der kommenden Veranstaltung. Die Leitungsnetze stehen und werden betrieben. Um diese Prozesse zu optimieren und für die Zukunft fit zu machen, bedarf es der Sammlung von enormen Datenmengen. Wie das gehen kann, wie man sie einsetzen kann, aber auch welche Gefahren mit dem Umgang auf uns zukommen könnten – für diese Diskussionen möchte das Oldenburger Rohrleitungsforum den fachlichen Rahmen bieten. Digitalisierung der rote Faden Eine digitale Einstimmung gibt es bereits am Eröffnungsabend im Sitzungssaal des ehemaligen Landtags: „Wie Digitalisierung die Welt verändert – Erfahrungen, Perspektiven, Grenzen“ lautet der Ti-

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tel einer der Festreden. Der digitale Faden wird auf der Veranstaltung in Vortragsreihe I thematisch aufgegriffen. Wie beeinflusst die digitale Entwicklung unsere tägliche Arbeit, etwa beim Asset-Management in der Wasser- und Abwasserwirtschaft, bei der kommunalen Überflutungsvorsorge, bei der Vernetzung von Entscheidern und Systemen in der Wasserwirtschaft oder bei der Digitalisierung der Instandhaltung und Betriebsführung? Die zweite Vortragsreihe widmet sich wie gewohnt den klassischen Rohrwerkstoffen. Moderne Lösungen aus Beton, Stahl, Guss, Steinzeug oder Kunststoff zählen hier zu den bewährten Bausteinen. Ergänzend wurde ein Vortragsblock zum Thema „Erdverlegte Stromleitungen im Höchstspannungsbereich“ aufgenommen. Die Referate haben mit dem Rohr an sich keine Berührungspunkte, stehen aber als Beispiele für aktuelle Entwicklungen im Markt und dürften die bauausführende Klientel des Forums, die Bauwirtschaft, interessieren. Mehrwert möglich Ob sich aus der Digitalisierung der Arbeitswelt ein Mehrwert ergibt, dieser Frage geht die dritte Vortragsreihe nach. Die Beiträge beschäftigen sich mit digitalen Rohrleitungsdokumentationen, dem Datenmanagement bei Planung und Betrieb von Hochdruckleitungen oder der Optimierung von Gasverteilnetzen. Hinzu kommen allgemeine Praxisbeispiele aus den Bereichen Leckagen und US-Molchungen sowie der Kanalsanierung. Spezialisten dürften sich im Vortragsblock „Korrosionsschutz im Zusammenhang mit IT-Systemen“ gut aufgehoben fühlen. Vortragsreihe vier widmet sich traditionell den grabenlosen Verlegetechniken – auch hier steht der Bezug zur Praxis im Vordergrund. Aktuelle Entwicklungen werden ebenso vorgestellt wie spektakuläre Projekte. Die Referenten loten die Grenzen der Technik aus. Darüber hinaus kommen die Verbände zu Wort: In den Vorträgen der German Society for Trenchless Technology e. V. (GSTT) stehen aktuelle Informationen pro NO DIG im Fokus, während der Rohrleitungsbauverband e.V. (rbv) den Themenbereich „Erdverlegte Kabeltrassen“ aufgreift. Dass moderner Rohrvortrieb auch besonderen Anforderungen genügt, zeigen die Referate über Referenzprojekte in Kopenhagen, Frankfurt und an der Emscher, mit denen die Vortragsreihe 5 beginnt. Es folgen Ausführungen über „Rechtsfragen aus dem Bereich der unterirdischen Infrastruktur“ und ein Vortragsblock zum Thema „Building Information Modeling (BIM) oder die Zukunft des Planens, Bauens, Betreibens“. Referate aus den Bereichen Fernwärme und Schweißtechnik runden den Vortragsblock ab. Das Tagungsprogramm macht deutlich, welche thematische und inhaltliche Dichte das Vortragsangebot des kommenden Forums haben wird. Aussteller und Besucher erwartet ein 31. Oldenburger Rohrleitungsforum, dessen begleitende Fachausstellung gespickt sein wird mit Innovationen aus der Branche, und dessen Vorträge in den verschiedenen Themenblöcken den Grundstein für eine interessante und ausführliche fachliche Diskussion aller Beteiligten schaffen werden. „Wir wollen dazu beitragen, Visionen zu schaffen“, erklärt Wegener. „Das ist schon immer ein wichtiger Ansatz der Veranstaltung gewesen. Allerdings wollen wir auch dazu beitragen, dass Ideen zu Konzepten führen und diese auch zu Ende gedacht werden, um letztendlich in der Praxis anzukommen.“ Kontakt: Institut für Rohrleitungsbau Oldenburg (iro) Frau Ina Kleist Ofener Straße 18 26121 Oldenburg Tel.: 0441/361039 0 Fax: 0441/361039 10 E-Mail: [email protected] Internet: www.iro-online.de

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Personalien WILO SE erweitert Vorstand um Finanzexperten Mathias Weyers wird CFO der Wilo Gruppe Mit Wirkung zum 1. Dezember 2016 wird Mathias Weyers neuer Finanzvorstand der WILO SE. Als neues Vorstandsmitglied übernimmt Weyers die Verantwortung für die Bereiche Controlling & Accounting, Finanzen & Recht, Internal Audit & Compliance sowie das Information Management beim Dortmunder Pumpenhersteller. „Wir freuen uns, Herrn Weyers als weiteres Mitglied im Vorstand begrüßen zu dürfen und wünschen ihm für seine Führungsaufgabe viel Erfolg“, hieß Prof. Dr. Wieselhuber, Aufsichtsratsvorsitzender der WILO SE, Mathias Weyers willkommen. Mathias Weyers ist seit 10 Jahren für Wilo tätig und hatte bisher erfolgreich die Leitung und Steuerung des Bereichs Finanzen

& Recht inne. Der 46-jährige hat das profitable Wachstum und die finanzielle Unabhängigkeit der Unternehmensgruppe u.a. durch die Implementierung einer nachhaltigen Finanzierungsstrategie sowie den Aufbau langfristig orientierter Finanzpartner entscheidend mitgestaltet. „Mit Herrn Weyers rückt ein verlässlicher und über die Jahre erfolgreicher Manager in das Vorstandsgremium auf. Mit der neuen Aufteilung der Vorstandsressorts sind wir nun noch effizienter und schlagkräftiger für die Zukunft aufgestellt“, betont Vorstandsvorsitzender Oliver Hermes. Vor seiner Tätigkeit bei Wilo war Mathias Weyers sieben Jahre bei der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft tätig, anschließend wechselte er für zwei Jahre zu der Infineon Technologies AG.

Omniplast erweitert sein Vertriebsteam Gleich drei Vertriebsspezialisten ergänzen seit 1. November 2016 das Absatzteam des Unternehmens Alphacan Omniplast in Ehringshausen. Neuer Leiter Vertrieb ist nun Norman Görtler, der Holger Einheuser ablöst. Einheuser hatte die vakante Stelle interimsmäßig ausgefüllt bis Görtler übernehmen konnte und übernimmt nun seine geplante Funktion als Product Manager für Systeme in der Gebäudetechnik. Görtler, 53 jung, studierter Betriebswirt und Master of Business Administration, bringt eine sehr große Erfahrung als Key-Accountund Category Manager mit, die er in den Bereichen Handel und Industrie erwarb. Gleichzeitig nimmt die Diplom-Wirtschaftsingenieurin Zinaida Hempel ihre Funktion als Export Managerin bei Omniplast auf – ihr

Schwerpunkt: Osteuropa. Als gebürtige Lettin spricht sie nicht nur Russisch, sondern auch Deutsch, Englisch und weitere slawische Sprachen. Zuletzt war sie Director Eastern Europe im Maschinenund Anlagenbau, zuvor mehr als 7 Jahre Area Export Manager Eastern Europe für eine große Unternehmensgruppe. Der Dritte im Bunde der Neuen ist Florian Fink. Er ist Diplomgeologe und kennt sich bestens mit dem chemischen Aufbau und den Eigenschaften von Kunststoffrohren aus. Zuletzt arbeitete er als Vertriebsingenieur für Geokunststoffe im Erd- und Grundbau. Seine Aufgabe wird es bei Omniplast sein, als Presales-Engineer den persönlichen Kontakt zu den Ingenieurbüros und Endverwendern für Hoch- und Tiefbau weiter auszubauen und dem Omniplast F&ETeam bei weiteren Innovationen zu helfen.

FBS-Mitgliederversammlung in Frankfurt

Neuer Vorstand gewählt Am 08. November fand in Frankfurt am Main die diesjährige Ordentliche Mitgliederversammlung der Fachvereinigung Betonrohre und Stahlbetonrohre e.V. statt. Nach der Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden, Dipl.-Ing. Erich Valtwies, stand neben den Berichten von Vorstand, Geschäftsführung, Marketing Ausschuss, Technischem Ausschuss und Fachberatung vor allem die Entlastung von Vorstand und Geschäftsführung im Mittelpunkt der Veranstaltung. Hierbei wurden auf Antrag der Rechnungsprüfer, Dipl.-Kfm. Nikolaus Eiden, Geschäftsführer Kenner Betonwerk EIDEN GmbH und Helmut Bodenbender, Vertriebsleiter Finger Baustoffe GmbH die

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Vorstandsmitglieder Erich Valtwies als 1. Vorsitzender, Dipl.-Ing. Hans-Georg Müller, Niederlassungsleiter Werk Nievenheim, BERDING BETON GmbH, als 2. Vorsitzender sowie Cornelia Reiff, Geschäftsführerin Reiff-Beton GmbH & Co.KG und Dipl.-Wirtschaftsingenieur Jürgen Röser, Geschäftsführer Zementrohr- und Betonwerke Karl Röser & Sohn GmbH als Beisitzer von der Mitgliederversammlung entlastet. Ebenso wurde auch der FBS-Geschäftsführer, Dipl.-Ing. Wilhelm Niederehe, von der Mitgliederversammlung entlastet.

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In erster Linie dokumentiert die 1989 erstmals veröffentlichte und fortgeschriebene „FBS-Qualitätsrichtlinie“ den hohen Qualitätsstandard der Produkte, den Auftraggeber, Planer und Bauausführende damals wie heute zu schätzen wissen. Dieser ist Grundlage für eine Herstellung und Prüfung von langfristig sicheren, umweltgerechten, wirtschaftlichen und nachhaltigen Kanalsystemen aus Rohren und Schächten aus Beton und Stahlbeton in FBS-Qualität. Vielfältige Aufgaben in der Fachvereinigung

FBS-Vorstand. Von links: Hans-Georg Müller, Nikolaus Eiden, Erich Valtwies und Jür- gen Röser (es fehlt Cornelia Reiff). Wahl des Vorstandes und der Rechnungsprüfer In 3-jährigem Rhythmus standen in diesem Jahr wieder die Wahlen der Vorstandsmitglieder und der Rechnungsprüfer auf der Tagesordnung. Die bisherigen Vorstände Erich Valtwies als 1. Vorsitzender, Hans-Georg Müller, als 2. Vorsitzender sowie Cornelia Reiff und Jürgen Röser als Beisitzer stellten sich zur Wiederwahl. Für den aus gesundheitlichen Gründen aus dem Vorstand ausgeschiedener Beisitzer, Josef Mayerhofer, stellte sich der bisherige Rechnungsprüfer, Nikolaus Eiden zur Wahl als Vorstandsmitglied. Die Wahl, die Herr Niederehe leitete, wurde offen durchgeführt. Alle angetretenen Kandidaten wurden als Vorstandsmitglieder von der Versammlung einstimmig gewählt. Der „neue/alte“ 1. Vorsitzende, Dipl.-Ing. Erich Valtwies, gratulierte anschließend besonders dem von der Mitgliederversammlung einstimmig neu als Beisitzer in den Vorstand gewählten Dipl.-Kfm. Nikolaus Eiden und dem ebenfalls einstimmig gewählten neuen Rechnungsprüfer Dipl.-Ing. Friedrich-Wilhelm Reineke, BETON TILLE GmbH & Co.KG. Jubiläum 30 Jahre FBS-Qualität Seit fast 30 Jahren dreht sich bei der FBS alles um die FBS-Qualität von Rohren und Schächten aus Beton und Stahlbeton. Grund genug, den runden Geburtstag im kommenden Jahr 2017 gebührend zu feiern. Anlass aber auch, die Entwicklung der FBS Revue passieren zu lassen: Seit ihrer Gründung im Jahr 1987 nimmt die FBS die Interessen ihrer Mitgliedsunternehmen, der führenden Hersteller von Abwasserleitungen und – kanälen aus Beton und Stahlbeton aus allen Teilen Deutschlands, wahr. Die technische Weiterentwicklung, die Festlegung von Qualitätsstandards und die laufende Qualitätsverbesserung der Produkte war anfänglich die wichtigste Aufgabe der Fachvereinigung mit Sitz in Bonn. Dann trat man mit einem Werbekonzept bundesweit in den damals vorhandenen Medien auf.

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Wie für einen Verband üblich, wird eine Vielzahl von unterschiedlichen Aufgaben durch die Gremien bearbeitet. Die Tätigkeit in den ständigen Ausschüssen für Marketing und Technik wird von Vertretern der Mitgliedsunternehmen wahrgenommen. Die Beratung rund um alle technischen Fragen, die Mitarbeit in allen technisch relevanten nationalen und internationalen Fachausschüssen, Fachberatung vor Ort und Marketing, Presse- sowie Öffentlichkeitsarbeit gehören zu den Kernaufgaben der Fachvereinigung. Zu den wichtigsten Aufgaben gehört es auch, die in den Gremien erarbeiteten Zielstellungen in die Öffentlichkeit zu transportieren. Die FBS ist für die Mitglieder eine Koordinationsstelle für Marketing und Technik, die Strategien entwickelt, Konzepte umsetzt und Organisation übernimmt. Unter www.fbsrohre.de finden Mitglieder und interessierte Fachkreise neben Informationen über die FBS und aktuellen Nachrichten eine Fülle von Fachinformationen zum kostenlosen Download rund um die Beton-Kanalsysteme. Eine breite Öffentlichkeit erreichen die Botschaften auf Fachveranstaltungen und bei ausgesuchten Messeauftritten wie zum Beispiel dem Oldenburger Rohrleitungsforum, der IFAT oder der Wasser Berlin. Bei den branchenrelevanten Großveranstaltungen in München und Berlin präsentiert sich die FBS mit ihren Mitgliedsunternehmen auf einem Gemeinschaftsstand. Gemeinsame Aktivitäten von FBS und Mitgliedern Zu den gemeinsamen Aktivitäten von FBS und Mitgliedsunternehmen zählt seit einigen Jahren die FBS-Akademie. Das Planen, Bauen und Instandhalten von Abwasserleitungen und –kanälen wird in der Hochschul-Ausbildung oft nur am Rande gelehrt, obwohl die Kanalisation eine der größten kommunalen Anlagevermögenspositionen ist und ein interessantes Betätigungsfeld für Bauingenieure und Bautechniker darstellt. Die Schüler und Studenten bekommen schon an den Schulen ein Profiwissenspaket der FBS an die Hand, welches Ihnen ermöglicht zu entscheiden, ob der Tiefbau eventuell ein späteres Berufsfeld sein könnte. Dafür können Sie auch in die Praxis hinein schnuppern, bei Werksbesichtigungen und Praxistagen in den FBS-Mitgliedsunternehmen. Erfolg hat die FBS auch auf YouTube. Über 75.000 Klicks auf den Film „Produktion von Betonrohren“ sowie den neu hinzugekommenen Film „Fachgerechter Einbau von Rohren und Schächten“ zeigen dies deutlich. Die FBS ist mit ihren digitalen Formaten wie Webseite und Newsletter gut ausgestattet und auf der Höhe der Zeit.

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Dr. Dieter Steinkamp als Vorsitzender des RheinEnergie-Vorstands wiederbestellt Der Aufsichtsrat der RheinEnergie hat in seiner Sitzung am 3. November 2016 Dr. Dieter Steinkamp (56) als Vorsitzenden des Vorstands der RheinEnergie bis Mitte 2022 frühzeitig wiederbestellt. Steinkamp war ab 2007 zunächst als Vertriebsvorstand bei der RheinEnergie tätig. Seit Mitte 2009 ist er Vorstandsvorsitzender des Unternehmens sowie der GEW Köln AG. Sein im Juni 2017 auslaufender Vertrag wurde nun um fünf weitere Jahre verlängert. „Wir freuen uns, Herrn Dr. Steinkamp für die nächsten Jahre an das Unternehmen gebunden zu haben. Die Energiebranche ist

durch die Energiewende und die fortschreitende Digitalisierung in starkem Umbruch, die RheinEnergie setzt dabei strategisch neue Akzente. Für deren weitere Umsetzung hat der Aufsichtsrat für Kontinuität an der Unternehmensspitze gesorgt“, kommentiert der RheinEnergie-Aufsichtsratsvorsitzende Bernd Petelkau die Personalentscheidung. Auch der Aufsichtsrat der GEW Köln AG hat Dr. Dieter Steinkamp als Vorsitzenden des Vorstands wiederbestellt. Steinkamp bleibt zudem weiter Sprecher der Geschäftsführung der Stadtwerke Köln GmbH, der er seit Ende 2009 ist.

Gollnow verstärkt Conenergy Thomas Gollnow übernimmt zum 1. November eine Führungsposition bei der Conenergy AG aus Essen. Er entwickelt dort verantwortlich Angebote für Stadtwerke zur Umsetzung der Energie- und Mobilitätswende bei deren Kunden. Gollnow war zuvor über 15 Jahre lang Geschäftsführer der Syneco Trading GmbH, dem größten kommunalen Energiehandelshaus in Deutschland, das er Ende Juli auf eigenen Wunsch verlassen hatte. „Wir sind froh, mit Thomas Gollnow einen Energieexperten gewonnen zu haben, der das kommunale Umfeld hervorragend kennt und mit uns zusammen ein neues Geschäft aufbauen möchte“, so Dr. Roman Dudenhausen, Vorstand der Conenergy AG.

Über die Conenergy AG Die Conenergy AG unterstützt Unternehmen der Energiewirtschaft bei der Optimierung ihrer Positionierung und Wirtschaftlichkeit. Erfahrene Branchenexperten und hochqualifizierte Mitarbeiter identifizieren hierfür die Trends im Energiemarkt. Seit der Gründung hat Conenergy insgesamt über 500 Unternehmen aus allen Bereichen der Energiewirtschaft als Kunden gewonnen. Fast immer entwickelte sich aus den Projekten eine langfristige Zusammenarbeit. Basis des Erfolgs ist die Verbindung zwischen tiefgehenden Markt- und Branchenkenntnissen mit pragmatischer, ergebnisorientierter Umsetzung der Lösungen.

Hubert Jung ist neuer VDV-Vizepräsident Hubert Jung (61), Vorstand der Dortmunder Stadtwerke DSW 21, übernimmt das Amt als Vizepräsident im Verband Deutscher Verkehrsunternehmen von Herbert König. Jung vertritt damit ab sofort als Vorsitzender des Verwaltungsrats TRAM die Interessen der rund 80 im VDV organisierten U-, Straßen- und Stadtbahnunternehmen. König, der Ende Oktober in den Ruhestand geht, war insgesamt 13 Jahre lang ehrenamtlich als Vizepräsident im Verband tätig. Jung wurde bereits letztes Jahr von den Mitgliedern des Gremiums zum Stellvertreter von Herbert König gewählt. Er engagiert sich seit über zehn Jahren in verschieden Funktionen und Ausschüssen im VDV. „Ich bedanke mich für das Vertrauen des Verwaltungsrats. Ich werde die Interessen der Unternehmen innerhalb des Verbandes und auch gegenüber der Politik nachdrücklich vertreten. Gerade jetzt, wo die Entflechtungsmittel ab 2020 wegzufallen drohen, wartet auf die kommunalen ÖPNV-Unternehmen eine immense Herausforderung, die wir nur gemeinsam mit der Politik und im Schulterschluss der gesamten Branche meistern können. Ausdrücklich bedanken möchte ich mich zudem bei Herbert König für seine über viele Jahre prägende Tätigkeit im Verwaltungsrat und im Verband“, so Hubert Jung.

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VDV-Präsident Jürgen Fenske: „Hubert Jung ist ein erfahrener ÖPNV-Experte, der die Branche und die Arbeit des Verbandes bereits seit vielen Jahren intensiv begleitet und mitgestaltet. Ich freue mich auf die weitere konstruktive Zusammenarbeit mit ihm im Präsidium und jetzt auch im Vorstand. Zugleich möchte ich mich bei seinem Vorgänger für dessen überaus großes ehrenamtliches Engagement bedanken: Mit Herbert König geht eine der herausragenden Persönlichkeiten des deutschen ÖPNV in den Ruhestand. Er hat den Verband und die Branche in Deutschland und als Vizepräsident des Weltverbandes UITP auch international viele Jahre und bei vielen Gelegenheiten nachhaltig geprägt.“ Herbert König: „Sich im VDV und bei der UITP intensiv einzubringen und damit die ÖPNV-Branche aktiv mitzugestalten, war mir von Beginn an ein wichtiges Anliegen. Denn unsere Branche braucht einen fairen Rechtsrahmen und eine auskömmliche Finanzierung, daran muss man die Politik in Europa, im Bund und in den Ländern immer wieder erinnern. Gerade die U-Bahnen und Stadtbahnen, die Lebensadern unserer Großstädte, haben künftig einen deutlich höheren Finanzierungsbedarf, wenn der ÖPNV in Großstädten und Ballungsräumen weiterhin erfolgreich sein soll. Und ohne einen starken ÖPNV lassen sich die künftigen Herausforderungen städtischer Mobilität nicht lösen.“

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Martin Becker-Rethmann übernimmt Kaufmännische Geschäftsführung der MVV Umwelt Langjähriger ALBA-Vorstand zum 1. Dezember in die Geschäftsführung der Tochtergesellschaft der Mannheimer MVV Energie berufen Neuer Kaufmännischer Geschäftsführer der Mannheimer MVV Umwelt wird zum 1. Dezember 2016 Martin Becker-Rethmann. Das frühere Mitglied des Vorstands der Berliner ALBA-Gruppe tritt damit die Nachfolge von Michael Class an, der im Sommer den Vorstandsvorsitz des führenden Projektentwicklerunternehmens für erneuerbare Energien Juwi im rheinhessischen Wörrstadt übernommen hatte. Martin Becker-Rethmann (48) war über 20 Jahre in leitenden Funktionen für das Berliner Entsorgungs- und Recyclingunternehmen ALBA tätig, zuletzt von 2009 bis 2015 als Mitglied des Vorstands unter anderem verantwortlich für die Aktivitäten der internationalen Unternehmensgruppe in Asien und Osteuropa. Zuvor arbeitete der Diplom-Betriebswirt als Referent im Direktorat Umweltschutz/Altlasten der damaligen Treuhandanstalt in Berlin. „Mit Martin Becker-Rethmann gewinnen wir einen erfahrenen Fachmann aus der deutschen und europäischen Abfallwirtschaft für unsere wichtige Tochtergesellschaft“, betonte MVV-Technikvorstand Dr. Hansjörg Roll. „Im Team mit dem Technischen Geschäftsführer Dr. Joachim Manns, steht er mit seiner Kompetenz für Kontinuität und Innovation mit dem Ziel einer zukunftsorientierten Weiterentwicklung der MVV Umwelt.“

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„Die neue Aufgabe bei der MVV Umwelt ist für mich eine spannende unternehmerische Herausforderung innerhalb einer erfolgreichen Unternehmensgruppe, die mit ihrer an der Energiewende ausgerichteten Strategie zu den führenden Energieunternehmen in Deutschland gehört“, so Becker-Rethmann in einer ersten Stellungnahme. „Ich freue mich auf den Wechsel nach Mannheim und auf die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.“ Mit ihrer in über 50 Jahren gewachsenen Kompetenz und Erfahrung im Bereich abfallgefeuerter Kraftwerke und der Kraft-WärmeKopplung sowie einer jährlichen Verwertungskapazität von rund 2 Millionen Tonnen zählt MVV Umwelt zu den führenden Unternehmen dieser Branche in Deutschland. Das Unternehmen mit rund 500 Mitarbeitern betreibt bundesweit insgesamt fünf Kraftwerke und entsorgt neben Industrieabfällen den Restabfall von insgesamt 19 kommunalen Gebietskörperschaften, in deren Einzugsgebiet rund vier Millionen Einwohner leben. Gleichzeitig ist das Unternehmen mit seinen drei Biomasse-Kraftwerken in Mannheim, Flörsheim-Wicker und Königs Wusterhausen Marktführer bei der energetischen Nutzung von Biomasse. Zudem hat MVV Umwelt in England im letzten Jahr eine neue thermische Abfallverwertung in Plymouth sowie ein neues Biomasse-Kraftwerks in Ridham Dock in Betrieb genommen.

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Büchertisch Geballtes Wissen für die praktische Anwendung Zweite Auflage des HDD-Praxishandbuchs von Dr. Hans-Joachim Bayer Als vor 10 Jahren das erste HDD-Praxishandbuch erschien, war es die erste Fachpublikation, welche die ganze Bandbreite der Horizontalbohrtechnik und ihrer praktischen Anwendung erfasste. Von der verfügbaren Maschinentechnik und ihrer Handhabung bis zur Anwendungsvielfalt in der Ver- und Entsorgung, der Umwelttechnik, im Brunnen- und Grundbau bis hin zur Geotechnik wurden alle relevanten Bereiche der verlaufsgesteuerten Horizontalbohrtechnik beschrieben und bewertet. Durch den konkreten praktischen Bezug wurde das Buch schnell zum Standard-Ratgeber für Bohrtechniker und Auftragnehmer im Spezialtiefbau. Weil auch die relevanten technischen Standards und Regelwerke sowie viele anschauliche Einsatzbeispiele enthalten sind, entwickelte sich das Buch auch zur wertvollen Entscheidungshilfe für planende, bauleitende und bauüberwachende Ingenieure und Projektträger. Seitdem hat sich die verlaufsgesteuerte Horizontalbohrtechnik dank zahlreicher Innovationen in großen Schritten weiterentwickelt. Durch diese Neuerungen ist die praktische Anwendung der HDDTechnik weitreichender und deutlich effizienter geworden. Die zugrunde liegenden technischen Regelungen und Gütevorschriften wurden entsprechend angepasst und erweitert. Gründe genug für eine komplette Überarbeitung und Aktualisierung des HDD-Praxishandbuches. Alle Innovationen, Trends und Entwicklungen in der HDD-Technik des vergangenen Jahrzehnts haben in die zweiten Auflage des Praxishandbuchs Eingang gefunden. So enthält die Übersicht der HDD-Gerätetechnik neben Beschreibungen neuester Felsbohr- und Keyhole-Verfahren, Swamp rigs und Pipe Pushern auch wertvolle Informationen zu Planungs- und Dokumentationssoftware. Auch die für den Erfolg einer HDD-Bohrung zentral wichtige Bohrspülungs-

technik einschließlich Recycling wird in einem umfassend ergänzten Kapitel ausführlich erläutert. Weiterentwicklungen in der Ortungstechnik, wie beispielsweise mit optischen Kreiseln oder künstlichen Magnetfeldern, wurden ebenfalls berücksichtigt. Die beschriebenen Anwendungen verdeutlichen eindrucksvoll die Vielseitigkeit der Horizontalbohrtechnik. Das Spektrum reicht von der Hausanschlusstechnik über Drainagebohrungen, Brunnenbau, Rohrleitungsbau, Fernwärmeversorgung und Bohrungen für die Versorgung von Megacities bis zum Innenrohrrelining. Zahlreiche Beispiele aus der Praxis ergänzen dies. Ein separates Kapitel widmet sich dem grabenlosen Austausch von Erdkabeln und mit dem Thema Bohrkopf-Radar wirft Dr. Bayer einen Blick in die Zukunft der HDD-Technik. Abschließend geben beispielhafte Leistungsverzeichnisse ausführenden Unternehmen konkrete Hilfestellung für die Teilnahme an Ausschreibungen. Diese Komplexität macht auch die zweite Auflage des Praxishandbuches zu einer wertvollen Wissensquelle und Entscheidungshilfe für alle Anwender und Planer in der HDD-Technik. Dr. Hans-Joachim Bayer ist ein international anerkannter Experte für Tief- und Bergbaugeologie. Er studierte und promovierte an der Technischen Universität Clausthal und arbeitete bis 1987 im Bereich Angewandte Geologie an der Universität Karlsruhe. Danach war er als wissenschaftlicher Berater für die Bohrindustrie tätig, wo seine Expertise maßgeblich zum Erfolg zahlreicher Großprojekte auf der ganzen Welt beigetragen hat. Durch seine langjährige Tätigkeit im Bereich Forschung und Entwicklung für diverse HDD-Hersteller ist Dr. Bayer außerdem Spezialist für die Entwicklung neuer Anwendungsfelder für die Horizontalbohrtechnik. Dieses Gebiet verantwortet er seit 2000 beim Spezialmaschinenhersteller TRACTOTECHNIK.

Neue Broschüre stellt Holz als attraktive Lösung im Wohnungsbau vor Entscheidungshilfe für private Bauherren, denen Klimaschutz und Wohngesundheit wichtig sind Das Netzwerk Wald und Holz Eifel e. V. stellt mit seiner neuen Broschüre „Holz – eine attraktive und bewährte Lösung im Wohnungsbau“ einen neuen Ratgeber zum Bauen mit Holz zur Verfügung. Schwerpunkt diesmal: Der private Wohnungsbau. Informative Texte zu Architektur, Holz und Umwelt wechseln sich mit zahlreichen Baubeispielen aus ganz Titelseite der Broschüre „Holz – eine attraktive und bewährte Lösung im Wohnungsbau“

Kommunalwirtschaft 11-12/2016

Deutschland ab: Vom Ausbau bis zum Neubau, von Einfamilienhäusern über Mehrgeschosser bis zur Häuserreihe wird ein firmenneutraler Überblick über die vielen Möglichkeiten des modernen Holzbaus gegeben. Brandschutz, Ästhetik, Dauerhaftigkeit und Werthaltigkeit des Bauwerks, Zweckmäßigkeit und Flexibilität der Raumaufteilung sowie Kosten- und Planungssicherheit sind Themen, die in der Broschüre ihren Platz finden. Hinzu kommen nützliche Hinweise und Bautenporträts, die speziell auf die unterschiedlichen Anforderungen vom „Leben auf dem Land“ und dem „Wohnen in der Stadt“ zugeschnitten sind. Verweise auf viele weitere Holzbaubeispiele im Internet, in Zeitschriften und Broschüren sowie gute Informationsquellen zum Thema Holzbau runden den Ratgeber ab. „So finden alle, die gerne gesund und klimaschonend leben und bauen möchten, eine unabhängige Entscheidungshilfe zur Option Holzbau“, er-

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läutert Annette Köhne-Dolcinelli, Leiterin des Holzkompetenzzentrums Rheinland. Regionale Begleitinformationen von Kommunen Die 24-seitige „Mantelbroschüre“ soll zukünftig von Kommunen durch einen eigenen Einleger um konkrete Angebote an Bauinteressierte und die jeweiligen stadtplanerischen Anforderungen ergänzt werden. Die Stadt Mechernich in der Eifel hat als erste Kommune diese Möglichkeit genutzt und fügt in ihrem Einzugsgebiet ein ausführliches Informationsblatt bei. Hier wird die beispielgebende Holzbausiedlung „Auf der Wacholder II“ vorgestellt, in der Holz als Baumaterial eine besondere Rolle spielt. Dazu Thomas Schiefer, Leiter der Abteilung Stadtentwicklung in Mechernich: „Das moderne ressourcenschonende Bauen, die Reduktion von CO2-Emissionen und die Wertschöpfung vor Ort stehen heute im Fokus der städtebaulichen Diskussion. Mechernich möchte Vorreiter sein, wenn es darum geht, umweltpolitisch verantwortbar werthaltigen Wohnraum zu schaffen.“ Die Broschüre „Holz – eine attraktive und bewährte Lösung im Wohnungsbau“ entstand mit fachlicher Unterstützung des Holzkompetenzzentrums Rheinland in Nettersheim und wurde gefördert vom Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Naturund Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen. Sie ist

einzeln kostenlos bestellbar per Fax an +49 (0) 2486 80 10-25 oder E-Mail an [email protected] eifel.org. Mit der neuen Broschüre ergänzen die Autoren aus der Fachagentur Holz (Düsseldorf) und der Agentur Kollaxo (Bonn) die 2015 erschienene Schrift „Holzbau in der Eifel“ des Netzwerks Wald und Holz Eifel e. V., die sich vorwiegend an kommunale Entscheider richtet und Beispielbauten aus dem öffentlichen Bereich zeigt. Beide Broschüren stehen als Download auf der Seite http://www.hkzr. de/de/informationen kostenfrei zur Verfügung. Kommunen, die einen eigenen Einleger zu den Themen Holzbau oder Klimasiedlung gestalten möchten, können sich an Annette Köhne-Dolcinelli, Leiterin des Holzkompetenzzentrums Rheinland, unter E-Mail [email protected] eifel.org wenden. Hintergrund Das Holzkompetenzzentrum Rheinland (HKZR) ist eine Schwerpunktaufgabe des Landesbetriebes Wald und Holz Nordrhein-Westfalen und eine Kooperation zwischen Regionalforstamt Hocheifel-Zülpicher Börde und der Gemeinde Nettersheim. Es bietet in vielfältiger Form Serviceleistungen rund um die Themen moderner Holzverwendung aus nachhaltiger Forstwirtschaft an und hat zudem die Geschäftsführung des Vereins Wald und Holz Eifel e.V. inne, der als Netzwerk eine Vielzahl von Unternehmen und Einrichtungen der Holz- und Forstwirtschaft in der gesamten Region Eifel miteinander verknüpft.

Die besten Geheimtipps aus dem Internet! Durch die Vorsortierung der Suchmaschinen gehen viele interessante Web-Seiten im Internet verloren. Zu viele, meint die Redaktion des Bestsellers „Das Web-Adressbuch für Deutschland“ und präsentiert deshalb in der neuen Ausgabe die 5.000 besten deutschen Web-Seiten, darunter auch viele Geheimtipps! Haben Sie keine Lust mehr auf nur Amazon und Facebook jeden Tag? Mit dem Web-Adressbuch macht das Surfen wieder Spaß! Das Netz ist voll mit guten Web-Seiten und kreativen Ideen, auf die man meist nur zufällig stößt. Denn viel zu häufig gehen diese herausragenden Seiten im Gewirr der Suchmaschinen unter oder werden dem Nutzer automatisiert gar nicht erst angezeigt, da Google diese für die suchende Person nicht für relevant hält. So werden die Ergebnisse beispielsweise an vorherige Suchanfragen des Nutzers angepasst und lokale Berichte bevorzugt angezeigt, selbst wenn der Suchende sich allgemein informieren wollte. Das Gefährliche daran ist, dass der normale Nutzer überhaupt nicht bemerkt, was alles ausgeblendet wird. Hinter der Auswahl der besten 5.000 Web-Seiten im Web-Adressbuch steht hingegen keine Maschine, sondern ein Redaktionsteam, das ganz genau nach neuen Geheimtipps Ausschau hält.

Die Redaktion durchforstet deshalb über das ganze Jahr das Netz und testet, vergleicht und bewertet die vorgestellten Web-Seiten. Durch diese ausführliche redaktionelle Prüfung spart man sich nicht nur das ewige Herumsurfen und Durcharbeiten langer Trefferlisten, sondern auch das Ärgernis von unseriösen Seiten. Zudem braucht man gar nicht erst mit einem konkreten Stichwort suchen, sondern kann sich durch die Auswahl der Redaktion inspirieren lassen und entdeckt so noch viele neue, interessante Web-Seiten. Im Special für „Feinschmecker & Genießer“ stehen in diesem Jahr die besten Web-Seiten aus den Bereichen Essen und Trinken im Fokus: von erlesenen Weinen, Feinkost-Produkten und süßen Leckereinen bis hin zu ausgefallenen individuellen Lebensmitteln. Als Highlight werden die besten Foodblogger Deutschlands ausgezeichnet und Starkoch Johann Lafer verrät seine Küchengeheimnisse im Interview. Für nur 19,95 Euro ist „Das Web-Adressbuch für Deutschland 2017“ überall im Buchhandel erhältlich (ISBN: 978-3-934517-50-9). Die Redaktion stellt zudem auf dem Portal www.web-adressbuch. de viele Fundstücke aus dem Internet vor, darunter auch die kostenlose E-Paper Version des Bestsellers.

Verlag: Kommunal-Verlag – Fachverlag für Kommunalwirtschaft und Umwelttechnik GmbH – 42399 Wuppertal, Hardtbacher Höhe 24 Telefon 0 21 91/66 65 92, Telefax 0 21 91/66 65 93 – ISDN Telefon 0 21 91/6 83 17, Telefax 0 21 91/69 07 10 Gesamt-Verantwortung: Horst Schumacher, Wuppertal – Sabine Schumacher M.A., stellv. Chefredakteurin, Büro Köln, Telefon/Telefax: 02 21/2 71 77 46 – ISSN Nr. 0450-7169 Satzherstellung, Druck & Verarbeitung: Bonifatius GmbH, Karl-Schurz-Straße 26, 33102 Paderborn Für unverlangt eingesandte Manuskripte wird keine Haftung übernommen. Namentlich gezeichnete Beiträge stellen nicht unbedingt die Meinung der Redaktion dar. Gerichtsstand und Erfüllungsort ist in allen Fällen Wuppertal. Einzelheftpreis: 10,– €, Jahresabonnementpreis 120,– € (inkl. MwSt) zzgl. Versandkosten, Kündigung 3 Monate vor Ablauf des Kalenderjahres

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